Geschichte - Die Evangelischen Akademien entstanden im Nachkriegsdeutschland als Antwort von Christen und Kirchen auf die Zerstörung des Geistes, den Vertrauensbruch staatlicher Macht und den Völkermord durch die Nationalsozialisten.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus suchten viele Menschen nach neuer moralischer Orientierung und die Evangelischen Akademien waren ein Signal der Kirche für die Bereitschaft, Verantwortung beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.
Konrad Adenauer 1954 in Bad Boll bei der
Tagung „Die Zusammenarbeit der Konfessionen im Staat“
Ludwig Erhard 1958 bei der Bad Boller Tagung
„Probleme der Eigentumsordnung“
Rudi Dutschke und Ernst Bloch 1968 bei der
Bad Boller Tagung "Das Problem der Revolution in Deutschland"
Im westlichen Teil Deutschlands wurden sie bald ein unverzichtbarer Teil der demokratisch-politischen Kultur. In der ehemaligen DDR mussten sie unter wesentlich erschwerten Bedingungen aus dem innerkirchlichen Bereich heraus arbeiten. Sie wurden dort zu einem der wenigen Orte kritischer Diskussion und Reflexion.
Evangelische Akademien in ganz Deutschland trugen dazu bei, die Idee einer Laienbewegung zu realisieren, in der sich Kirche und Welt, Glaube und Beruf, Politik und Kultur miteinander zu einem Stück lebendiger und pluraler Volkskirche verbinden.
Als besondere kirchliche Orte haben die Evangelischen Akademien ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Auftrag: Sie verstehen sich als Anwälte des Gemeinwohls in zivilgesellschaftlichem Kontext und übernehmen Mitverantwortung für Projekte, Modelle und neu gegründete Institutionen - national und zunehmend auch international. Darüber hinaus entstehen aus der Akademiearbeit zunehmend Anforderungen für Mediationen und Politikberatung.

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