Damit wir Hoffnung haben

Ökumenischer Kirchen - Freitagmorgen, ein erneuter Trip zur Messestadt. Um halb 10 begannen wieder die parallel zum gleichen Bibeltext laufenden Bibelarbeiten, heute zu Römer 8, 16-25. Die Bibelarbeit meiner Wahl wurde vom bekannten Unternehmer Heinrich Deichmann abgehalten, da der Theologe Jörg Zink seine Teilnahme am Kirchentag kurzfristig abgesagt hatte und meine ursprüngliche Wunschveranstaltung ausfiel.

Von Malte Surmeier

Musikalisch unterstützt wurde Deichmann von einem Posaunenchor, der das Publikum bei gemeinsamen Liedern begleitete und so zur auflockerung und Einstimmung in den Tag beitrug. Der Essener Unternehmer war sichtlich begeistert von dem musikalischen Begleitprogramm: "Was für ein großartiger Posaunenchor. Kompliment."

In seiner Bibelarbeit blieb er weitgehend nah am Ausgangstext und ließ auch inhaltlich nichts Revolutionäres verlauten. Dennoch, bibelfest, theologisch unangreifbar und auf, der Tageszeit angemessene, sehr erbauliche Art und Weise entnahm er der nicht auf einen Blick erfassbaren Bibelstelle die wichtigsten Botschaften.

Das Leben im Geist Gottes stand hier im Mittelpunkt, das Kindwerden vor Gott, dem wir aus eigener Kraft niemals Gerecht werden können. Den historischen Kontext einbeziehend ging er auch auf die damaligen Pauluskritiker ein, die ihm die Abkehr vom Gesetz, der Tora vorwarfen. Doch das Leben mit Gottes Geist, so Deichmann, sei die einzige Möglichkeit, dem Gesetz gerecht zu werden. Eine bloße "Verkrampfung" auf Regeln verhindere einen liebenden Umgang mit sich und anderen.

Die Annahme des heiligen Geistes sei für ihn "eine wunderbare Erfahrung", jedoch auch ein Prozess, der Zeit brauche und nie ganz abgeschlossen sei. Eine Facette dieser Erfahrung sei aber auch, auf dieser Erde zu leiden und Ablehnung zu erfahren. "Doch nie müssen alleine leiden. Im Leiden sind wir Christus oft ganz nah." Außerdem bedeute das irdische Leiden nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit und Ewigkeit Gottes, auf die wir hoffen können. Diese Hoffnung müsse als eine Kraft angesehen werden, die schon unser Leben hier auf Erden grundsätzlich verändert, uns die Botschaft der Liebe weitertragen und uns gemeinsam mit der ganzen Schöpfung auf das "herrliche Ziel" hinleben lasse. 


Malte Surmeier ist Abiturient aus Bielefeld und berichtet für youngspiriX von seinen Erlebnissen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

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