"Einmal feucht durchwischen und nochmal von vorn!"

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Hirschhausen kam und die Massen strömten sintflutartig in seine Bibelarbeit. Foto: Flickr/Matthias Zepper

Ökumenischer Kirchen - Am ersten Morgen des ÖKT strömte ein Großteil der Massen zum Messegelände, Halle B3. Hier fand die von Dr. Eckart von Hirschhausen abgehaltene und sehr gefragte Bibelarbeit zu 1. Mose 9, 8-17 (der durch den Regenbogen manifestierte Bund zwischen Gott und den Menschen nach der Sintflut) statt. Mit optimalem Timing und viel Glück ergatterte ich den letzten Presseplatz in der zweiten Reihe und konnte dem Kabarettisten so aus nächster Nähe lauschen.

Von Malte Surmeier

Zunächst lauschte die Menge jedoch "Sonidos de la Tierra" ("Klänge der Erde"). Das durch ein soziales Projekt entstandene Ensemble aus Paraguay bot ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis. Alle Instrumente, darunter eine volle Streicherbesetzung, Klarinetten und sogar eine Harfe, waren aus Müll, wie Blechdosen oder Öltonnen, gefertigt. Auf diesen überraschend authentisch klingenden Instrumenten gab die Gruppe Mozarts Kleine Nachtmusik und Mancinis "Pink Panther" zum Besten und begeisterte das sich zum Teil noch in der Halbschlafphase befindliche Publikum.

Spätestens als Herr Dr. Hirschhausen die Bühne betrat, gehörte ihm aber die ungeteilte Aufmerksamkeit und er begann seine theologisch nicht immer fundierte, jedoch unterhaltsame und augenzwinkernde Bibelarbeit. Gott habe die "Entwicklung der Grünen" mitgemacht, "vom Fundi zum Realisten", bevor er die "größte Rückrufaktion der Menschheitsgeschichte" startete. Das kann man sehen wie man möchte, unterhaltsam war es und hatte auch nicht den Anspruch, absolute theologische Wahrheiten zu verkünden.

Gekonnt das Publikum durch Aktionen (z.B. "den Regenbogen im Augen des Nachbarn sehen" oder ein gemeinsames Lied) einbindend, schlug er den Bogen über die Physik und Medizin und zeigte letztlich anhand der Psychoanalyse, dass es meist einen Tiefpunkt braucht, um neues Licht zu sehen. Diese These unterstrich er mit einem Zitat des Sängers Leonard Cohen (bekannt vor allem durch den oft gecoverten Song "Hallelujah"): "There's a crack in everything, that's how the light gets in" ("In allem ist ein Bruch, durch den das Licht hineinscheinen kann"). Mit treffenden Metaphern aus allen möglichen naturwissenschaftlichen Gebieten bearbeitete er den Bibeltext und brachte zum Lächeln, Lachen und angetan Nicken.

Abschließend forderte er unter Beifall dazu auf, Humor als eine Form der Spiritualität wiederzuentdecken und die Seele auf dem Zwerchfell Trampolin springen zu lassen, weshalb er wohl auch die augenzwinkernde Frage stellte, warum Noah denn unbedingt zwei Mücken mit auf die Arche mitnehmen musste.

Mit seiner humorvollen, ironischen Art, unterstützt von amüsanten, zum Thema passenden Bildern traf Eckart von Hirschhausen den Nerv derer, die eine Alternative zu frühmorgendlicher theologischer Schwerkost suchten.
 

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