Warme Klänge und "Hardcore-Publikum"

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Dunkle Wolken über den Konzertbühnen beim ÖKT. Foto: Flickr/digital cat

Ökumenischer Kirchen - Kalt. Nass. Windig. Einfach ungemütlich war es um kurz vor acht auf dem Marienplatz in der Münchner Altstadt und vor der Bühne hatte sich verständlicherweise zunächst eine überschaubare Menge von Kapuzen und Regenschirmen angesammelt. Auf der Bühne jedoch wurde schon etwas für warme Gedanken getan. Sänger und Gitarrist Samuel Harfst und seine Akustik Band, bestehend aus David Harfst (Percussion, Rhodes), Dirk Menger (Bass, Rhodes, Cello, Klavier) und Dominik Schweiger (Cello) spielten schon vor offiziellem Beginn ihres Konzertes einen "kleinen Blues, um die Langeweile kleinzukriegen".

Von Malte Surmeier

Samuel Harfst begann während seines Studiums in Australien mit Straßenmusik, weil ihm schlichtweg das Geld ausging. Aus der Not wurde Kunst, mittlerweile gibt es mehrere CDs zu kaufen. Da die Band aber selbst weiß, wie es ist, finanziell handlungseingeschränkt zu sein, wurden die CDs an einem Stand für einen nach eigenen Möglichkeiten festzulegenden Preis verkauft.

Doch nicht nur das machte die Band sympathisch. Samuel Harfst leitete gekonnt und mit viel Witz und Charme von einem Lied zum anderen über. Die warmen, durch das breite Klangsprektrum der Celli ungemein aufgewerteten Melodien im typischen Singer-Songwriter-Stil behandeln Alltagsthemen oder Liebes- und Ehrfurchtserklärungen an den, "wegen dem wir uns hier überhaupt getroffen haben!". Emotionaler Höhepunkt war das Lied "Mach uns eins", das für die Band bei einem Auftritt in Berlin an der ehemaligen Grenze eine ganz neue Bedeutung bekommen hatte, ergänzt durch eine grandiose Interpretation des "wohl bekanntesten Songs der Welt" Amazing Grace.

Mittlerweile war das Publikum immer weiter angewachsen, gefühlt alle 10 Minuten stellte der Frontmann sich und seine Band erneut vor. Nach fast zwei Stunden englisch-deutschen Musikprogramms schlossen die Interpreten mit dem Publikumsfavoriten "Das Privileg zu sein", eine Zusage an alle vom Schicksal gebeutelten: "Gott glaubt an dich".

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, die Musiker im persönlichen Gespräch kennenzulernen; viele der letztlich geschätzt mehreren hundert Zuhörern waren aber auch froh, den warmen Gedanken und Klängen auch ein warmes Umfeld zufügen zu können und traten die Heimreise an. Doch gerade wegen des salopp gesagt ekligen Wetters, war der Abend für die Band laut Harfst "unvergesslich", da er so viele "Hardcore-Zuhörer" bei solchen äußeren Bedingungen und der großen Acapella-Konkurrenz auf der Theresienwiese überhaupt nicht erwartet habe.


Malte Surmeier ist Abiturient aus Bielefeld und berichtet für youngspiriX von seinen Erlebnissen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

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