Wehrpflicht - Nur noch sechs statt neun Monaten Wehrdienst sollen junge Männer in Deutschland zukünftig ableisten. Die Regelung, im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP beschlossen, soll nun schneller in Kraft treten, als geplant.
Schon ab Oktober 2010 soll das Konzept zur Wehrdienstverkürzung umgesetzt werden. In diesem Konzept sollen auch die Folgen für den Zivildienst berücksichtigt werden, die sich aus einer verkürzten Wehrpflicht ergeben. Weil das nach ihrer Meinung nach zu kurz greift, fordert die Evangelische Jugend, wie übrigens die meisten Jugendverbände auch, seit Jahren die Abschaffung der Wehrpflicht und eine Stärkung der Freiwilligendienste.
Der Jura-Studenten Marco Penz hat eine Petition beim Deutschen Bundestag zur Abschaffung der Wehrpflicht eingereicht hat. Unter www.petition-wehrpflicht.de kann jede Privatperson diese Petition unterstützen:
"Seit nunmehr über 50 Jahren hält die Bundesrepublik Deutschland an der Wehrpflicht fest, als wäre sie fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Freiheitsrechte können nicht weiterhin grundlos eingeschränkt werden. Ein Grund für die Beibehaltung der Wehrpflicht ist aber nicht zu erkennen. Hinzu kommt, dass inzwischen Willkür darüber entscheidet, wer Wehrdienst zu leisten hat und wer nicht. Die Ausmusterungsquote steigt ins unermessliche. Derzeit wird jeder Zweite ausgemustert. Lediglich ein Drittel leistet tatsächlich Wehr- oder Zivildienst, wobei der Zivildienst zur Regel geworden ist und der Wehrdienst die Ausnahme darstellt. Eine allgemeine und gleiche Wehrpflicht ist dies schon lange nicht mehr! Schluss also mit diesem ungerechten System, das immer wieder zu Problemen bei der Arbeitsplatzvergabe führt!
Demokratie erfordert Freiwilligkeit, keine Pflicht! Freiwilliges Engagement fördert das Demokratieverständnis und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Freiwilligendienste verhelfen jungen wie auch älteren Menschen zu sozialen Kompetenzen, die auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Daher muss die Förderung von freiwilligem Engagement, insbesondere in Form von Freiwilligendiensten, in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt werden.
Der Deutsche Bundestag wird daher aufgefordert, die Wehrpflicht aufzugeben und das Augenmerk auf Freiwilligendienste zu lenken.
Jeder, der sich dem anschließen kann, sollte sich aufgefordert fühlen, die Petition zu unterstützen, damit die Wehrpflicht endlich fällt."
Peter Tobiassen, der Geschäftsführer der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V. (Zentralstelle KDV) erklärt dazu: „Wenn mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der Zivildienst wegfällt, muss das niemanden unruhig machen. Alle sozialen Dienstleistungen, die bisher durch Zivildienstleistende erbracht wurden, können genauso gut und kostenneutral auf anderem Wege erbracht werden.“
Nach den Ergebnissen der vorletzten Shell-Jugendstudie haben rund 17 % eines Jahrgangs ein großes Interesse, ein freiwilliges Jahr zu leisten. Bei rund 800.000 Angehörigen eines Jahrgangs sind das mehr als 130.000 Jugendliche. Zurzeit sind im Jahresdurchschnitt rund 65.000 Zivildienstleistende im Dienst. Jede Zivildienststelle könnte also mit einem oder einer Freiwilligen besetzt werden. Vergangene Bundesregierungen haben nur rund 20.000 Stellen im Freiwilligen Jahr gefördert. Die Träger des Freiwilligen Jahres klagen seit langem, dass sie nur jede/n dritte/n BewerberIn einstellen können.
Weitere Informationen gibt's hier:
www.petition-wehrpflicht.de
www.forum-wehrpflicht.de
www.evangelische-freiwilligendienste.de





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