Eine Investition der Kirchen in die Gesellschaft - Selbstverständnis und Ziele

Werkstatt der Evangelischen Akademien auf dem Evangelischen Kirc

Werkstatt der Evangelischen Akademien auf dem Evangelischen Kirchentag 2007. Akademiedirektor Joachim L. Beck reicht einem Teilnehmer das Mikrofon.

Gesellschaft - Die Evangelischen Akademien verstehen sich als offensive Einladung der Kirchen an die Gesellschaft und die Demokratie. In unserer schnellebigen Zeit brauchen Menschen Zeit zur Erneuerung. Auf Grundlage der christlichen Ethik bieten die Akademien die Möglichkeit zur Urteilsbildung und zum verantwortlichen Handeln zu gelangen. Die grundlegenden Leitideen dafür sind Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.

Die Evangelischen Akademien bieten ein Forum für strittige Themen und offene Probleme, die Menschen bewegen und betreffen. Dies gilt nicht nur für gegenwärtige Auseinandersetzungen, sondern in besonderem Maße für das Vordenken künftiger Entwicklungen.

Sie bieten einen "Dritten Ort", das heißt Zeit, Raum und Gelegenheit um sich mit den Stärken und Schwächen unterschiedlicher Positionen im Diskurs auseinander zu setzen, um zu Antworten zu ermutigen, die sonst durch Ängste und Vorurteile verschwiegen werden. Gerade in unserer hektischen Zeit brauchen Menschen Zeit zur Erneuerung. Sie brauchen Orte jenseits des täglichen Trubels, um sich in Ruhe mit Fragen auseinandersetzen zu können, die ihnen wichtig sind. Die Evangelischen Akademien in Deutschland bieten diese Möglichkeit. Sie schaffen damit Freiraum für neues Wahrnehmen, zum verbindlichen Gespräch und Austausch, zur Besinnung und zur geistigen Orientierung.

Evangelische Akademien suchen ständig den Zugang zu unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbereichen von Menschen verschiedener sozialer Milieus, Herkunft, unterschiedlichen Alters und Geschlechts, verschiedenartiger Bildung und Religion, um frühzeitig Entwicklungstrends und Problemlagen wahrzunehmen.

Die Evangelischen Akademien haben den Anspruch, unterschiedliche und kontroverse Meinungen, Konfliktlagen und Problemkonstellationen in einen Diskurs miteinander zu bringen und verbindlich nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Die Evangelischen Akademien wollen Anwalt für Gedanken und Gruppen sein, die in der gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung zu Unrecht ausgegrenzt werden. Die Evangelischen Akademien wollen zur gesellschaftlichen Integration beitragen. Im Kontext einer faktischen Einwanderungsgesellschaft beschäftigen sie sich besonders mit interkulturellen und interreligiösen Fragestellungen.

Die Evangelischen Akademien wollen gesellschaftlich wichtige Themen in die weltliche Öffentlichkeit transportieren. Sie nutzen ihre mediale Stellung zur Vermittlung und Kommunikation.

Die Evangelischen Akademien wollen für die Kirchen Observatorien sein: Sie wollen ihre Reflexions- und Artikulationsfähigkeit in der wissenschaftlich-technisch geprägten Umwelt verstärken.

Die Evangelischen Akademien setzen sich auf europäischer und internationaler Ebene verstärkt mit dem globalen Wettbewerb und nationalen Sozialsystemen, dem Verhältnis von Staat und Wirtschaft zur Zivilgesellschaft und Ansätzen ziviler Konfliktbearbeitung auseinander.

Als besondere kirchliche Orte haben die Evangelischen Akademien ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Auftrag: Sie verstehen sich als Anwälte des Gemeinwohls in zivilgesellschaftlichem Kontext und übernehmen Mitverantwortung für Projekte, Modelle und neu gegründete Institutionen - national und zunehmend auch international. Darüber hinaus entstehen aus der Akademiearbeit zunehmend Anforderungen für Mediationen und Politikberatung.

 

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