Ökumenischer Kirchen - Nach den ersten anderthalb Tagen des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 drängt die Informations-, Input- und Unterhaltungsflut geradezu darauf, wohl gefiltert der nicht direkt teilnehmenden Welt nähergebracht zu werden.
Unsere Ankunft verlief unproblematisch und ausgesprochen pünktlich. Den festlichen Auftakt, den großen ökumenischen Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese, konnte ich leider dennoch nicht mit verfolgen. Für uns Kirchentagsreporter stand zuallererst auf dem Programm, sich den Presseausweis im Pressezentrum abzuholen. Was zunächst nicht sonderlich zeitaufwendig erscheint, erwies sich als Kurztrip durch halb München, da sich das auf dem Messegelände gelegene Pressezentrum im Gegenteil zur Theresienwiese ganz am Rand der Landeshauptstadt befindet. Ein ausführlicher Bericht über den eigentlich obligatorischen Eröffnungsgottesdienst muss deshalb an dieser Stelle leider entfallen. So viel sei aber gesagt: der Auftakt war offensichtlich Stimmungsvoll und das Wetter war nicht gut aber immerhin trocken.
Wir erreichten die Theresienwiese mit Abschluss der Eröffnungsfeierlichkeiten und stiegen dann sofort in den Abend der Begegnung ein. Mehrere bayerische Blaskapellen begleiteten die Besucher auf ihrem Weg von der Theresienwiese in die Münchner Altstadt. Auf allen großen Straßen in dieser Richtung flossen die Massen nur so dahin, begrüßt von Musikern am Straßenrand und interessierten, aus Fenstern winkenden Anwohnern.
Insgesamt war die Atmosphäre überaus freundlich und offen und gleichermaßen ging es dann in der Altstadt weiter. Auf über die ganze Altstadt verteilten Bühnen wurde vor allem Musik dargeboten, interessant und neu hier zum Beispiel ein Lobpreis-Event der Latino-Gemeinde München, die Tanzeinlagen boten und gemeinsame Anbetung auf Spanisch anboten.
Zu begeistern wusste die fünfköpfige Acapella-Kombo "Viva Voce". Vier Franken und ein "eingebürgerter" Saarländer rockten in Anzügen stil- und stimmungsvoll den Altstadtring mit Coverversionen bekannter Popsongs, wie etwa "Let me entertain you" oder "Get this Party started" und Eigenkompositionen zu ÖKT und Fußballweltmeisterschaft. Gesanglich flexibel und auf höchstem Niveau wurde verkündet, dass der Ökumenische Kirchentag etwas ganz Wunderbares sei und ab Sommer der vierte Stern auf dem deutschen Nationaltrikot prangen werde.
Nach dem fulminanten Straßenfest, auf dem nicht nur kulinarische Spezialitäten aus allen Regionen Bayerns angeboten wurden und das den Abend tatsächlich zu einem Begegnungsreichen machte, wurde es andächtig im Altstadtring. Um etwa 22 Uhr wurde auf allen Bühnen der Abendsegen gesprochen, atmosphärisch großartig aufgewertet durch sphärische, durch die Stadt schallende Trompeten- und Posaunensignale. Zum offiziellen Ausklang wurden Kerzen verteilt und ein riesiges Lichtermehr sang "Bleib bei mir Herr". Ein sehr bewegender Moment.
Obwohl damit offiziell abgeschlossen, war ein begegnungsreicher Abend damit längst noch nicht vorbei. Auffällig waren vor allem die vielen kleinen Grüppchen, die sich bildeten und noch lange a capella oder von Lagerfeuerinstrumenten begleitet christliches Liedgut zum Besten gaben, darunter auch ein mehrstimmiger Spontanchor aus Bielefeld-Mitte.
Der erste Abend war damit trotz verpasstem Abschlussgottesdienst ein eindrücklicher Auftakt für einen sich hoffentlich gleichermaßen fortsetzenden ökumenischen Kirchentag 2010.
Malte Surmeier ist Abiturient aus Bielefeld und berichtet für youngspiriX von seinen Erlebnissen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.





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