Bibelmission in den Regionen: Von Papyri bis Multimedia

Besucherin in der Bibelgalerie Meersburg betrachtet Papyri

Besucherin in der Bibelgalerie Meersburg betrachtet Papyri. Foto: Bibelmuseum Meersburg

Bibelmuseen - In einem Nomadenzelt lassen Gäste sich die Geschichten von Abraham und Isaak erzählen. In einem nachgebauten Boot erleben Menschen, wie hart die Arbeit der Fischer zur Zeit Jesu war. In einer Schatzkammer sehen Interessierte fast 2000 Jahre alte Papyri. Die Bibelzentren und Bibelmuseen in Deutschland bieten eindrucksvolle Sammlungen alter Bibeln, archäologische Kostbarkeiten und Erlebnis.

Von Ralf Thomas Müller

Von Schleswig an der dänischen Grenze bis Meersburg am Bodensee und von Wuppertal bis Dresden präsentieren 19 Zentren mit unterschiedlichen Schwerpunkten Angebote für Gruppen sowie Einzelbesucherinnen und -besucher.

Aktiv für die Bibel seit 1710

Träger der Bibelzentren sind meist regionale Bibelgesellschaften, deren Geschichte häufig bis in das frühe 19. Jahrhundert und bei der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen und Berlin bis 1710 zurückreicht. Sie sind alle Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft. In der Vergangenheit verstanden die Gesellschaften unter Bibelmission in erster Linie die Verbreitung des Buches der Bücher in allen Volksschichten. Heute geht es ihnen vor allem darum zu zeigen, welche Bedeutung die Bibel als religiöses Buch, als Kulturgut und als Lebensbuch für Christinnen und Christen hat. Aktionen, Vortragsreihen, Workshops und Seminare wenden sich neben den Ausstellungen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Sonderausstellungen rund um die Bibel

Im Juni 2010 hat sich eine Arbeitsgemeinschaft Deutsche Bibelmuseen als Fachverband gegründet. Dazu gehören die Museen aus Barth, Frankfurt, Meersburg, Münster, Neustadt, Nürn­berg und Schleswig. Einige Bibelmuseen haben sich in den vergangenen Jahren unter anderem durch Sonderausstellungen profiliert zu Themen wie archäologische Funde im Heiligen Land, Engel im Alltag und in der Bibel und die Geschichte der Kinderbibel. Solche Angebote führten zum Beispiel im Jahr 2007 31.000 Gäste ins Frankfurter Bibelhaus Erlebnismuseum.

In Klöstern und Kirchen

Einige Zentren zeigen ihre Ausstellung zur Bibel in geschichtsträchtigem Umfeld: Die Bibelgalerie in Meersburg in einem 500 Jahre alten ehemaligen Dominikanerinnenkloster, das Niederdeutsche Bibelzentrum Barth in der historischen Hospitalkirche Sankt Jürgen, das Nordelbische Bibelzentrum im mittelalterlichen Sankt Johanneskloster in Schleswig, das Bibelzentrum Marienwerder in einem 1196 gegründeten Kloster und die Lutherstätte Erfurt im Evangelischen Augustinerkloster. Eine Sonderrolle nimmt das Bibelmuseum Münster ein, das sich in Trägerschaft der Universität befindet. Es ist dem Institut für neutestamentliche Textforschung angegliedert und zeigt vor allem biblische Handschriften und frühe Bibelausgaben.

Die rollende Bibelausstellung

Seit dem „Jahr mit der Bibel“ 1992 fährt als rollende Bibelausstellung das Bibelmobil durch Deutschland. In einem Doppelstock-Reisebus führen Multimedia, Bücher und eine Ausstellung in die Welt der Bibel. Das Bibelmobil bereist auf Anfrage Gemeinden, Schulen, Feste und kirchliche Großveranstaltungen wie die Kirchentage.

Viele regionale Aktionen

Die Bibelgesellschaften nutzen für ihre Arbeit viele Veranstaltungsformen. Ob Hessen- oder Niedersachsentag, Landesgartenschau im Badischen oder Museumsnacht in Dortmund: Viele Gesellschaften sind mit Ausstellungen und Aktionen dabei. In Wuppertal lasen Schauspieler die Bibel und die Bibelgesellschaft aus Kurhessen-Waldeck verschickte in der Passions- und Adventszeit kostenlose Bibel-SMS. Ein Blick auf das Webangebot der regionalen Bibelwerke zeigt, was jeweils am Ort passiert.

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