Das Beste der Bibel - Eier, Nester, Süßigkeiten und viele andere Dinge zu verstecken, gehört zur österlichen Tradition. Das Thema Suchen und Finden durchzieht die Bibel von der Paradiesgeschichte bis zum Morgen der Auferstehung Jesu. Hier einige Fundstellen.
Der Sündenfall hatte eine wenig beachtete Folge. Künftig konnten sich Menschen vor Gott verstecken. Das Thema Suchen und Finden durchzieht die Bibel von der Paradiesgeschichte bis zum Morgen der Auferstehung Jesu. Schon zu Lebzeiten machte er allen Suchenden Mut: "Wer da sucht, der findet" (Lukas 11,10). Demgegenüber empfiehlt der Prediger Salomo, sich nicht zu sehr auf das Suchen zu fixieren: "Suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit" (Prediger 3,6). Unsere Serie bietet bekannte Textstellen, überraschende Zusammenhänge und versteckte Sensationen in der Bibel.
Gott ist auf der Suche
1 Mose 3,8f.; Hesekiel 34, 12.16; Lukas 19,10; 1 Petrus 5,18
Gott ist nicht allwissend. Sonst hätte er gewusst, wo sich Adam versteckte damals im Paradies. "Wo bist du?" schallte Gottes Stimme am Abend des Sündenfalls durch den Garten Eden. Adam und Eva hatten sich vor Scham in den Bäumen versteckt. Als Gott sie fand, mussten sie sich erklären. Zu der oft schwierigen Beziehung zwischen ihm und den Menschen gehört fortan das Suchen dazu. Durch den Mund des Propheten Hesekiel lässt er verkünden, dass er "das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen" möchte – ganz so, "wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind". Gottes Sohn Jesus nahm sich ein Vorbild an seinem Vater, als er sagte, er sei gekommen, "zu suchen und selig zu machen, was verloren ist". Dabei ließ er sich nicht viel Zeit, denn er wusste: Auch Gottes Gegner Nummer Eins sucht Menschen. "Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge."
Zitat: "Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?"
Suche am Ostermorgen
Matthäus 28,1-15; Lukas 24,1-12; Johannes 13,33; 20,11-18
"Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!" Maria aus Magdala ist außer sich: Jesus, der Mann, der sie geheilt hatte, dem sie und andere Frauen gefolgt waren, der gekreuzigt und begraben war – dessen Leichnam war nun aus dem Grab verschwunden. Wahrscheinlich war sie zu verzweifelt um an eine frühere Äußerung Jesu zu denken: "Ihr werdet mich suchen." Der Evangelist Lukas erzählt eine andere Variante derselben Ostergeschichte. Als Jüngerinnen und Jünger gemeinsam am Ostermorgen zum Grab gehen, „fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht“. Daraufhin erscheinen zwei engelhafte Gestalten und fragen: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?"
Zitat: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht."
Falsche Ziele
Psalm 41,7; Prediger 7,29; Sprüche 11,27; Sirach 1,35; 31,8; 1 Korinther 10,24; Philipper 2,21
Seltsam, dass Menschen oft das suchen, was ihnen nicht gut tut. Viele Beispiele nennt die Bibel, an erster Stelle den Egoismus. Dass Menschen nur "das Ihre" suchen und "nicht das, was Jesu Christi ist", bedauert Apostel Paulus und mahnt: "Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient." Die Weisheitsschriften des Alten Testaments klagen, die Menschen würden statt Gott "viele Künste suchen" oder "Ruhm bei den Leuten durch Heuchelei" und Getratsche: "Sie suchen etwas, dass sie lästern können". Stattdessen solle man nach Gutem streben, denn "wer das Böse sucht, dem wird es begegnen".
Zitat: "Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste."
Leben heißt, Gott zu suchen
5 Mose 4,29; Psalm 34,11; 69,33; 119,2; Amos 5,4; Sprüche 1,28; 8,17; Esra 8,22
Was ein frommes Leben ausmacht? Das Befolgen der Gebote Gottes ist jedenfalls nicht alles. Wichtiger noch ist es, auf der Suche nach Gott zu sein, denn "die Hand unseres Gottes ist zum Besten über allen, die ihn suchen". "Suchet mich, so werdet ihr leben!" verheißt Gott durch den Propheten Amos. Wer Gott sucht, hat "keinen Mangel an irgendeinem Gut" und ihm "wird das Herz aufleben". Die Suche wird nicht erfolglos bleiben. Denn wer Gott "von ganzem Herzen und von ganzer Seele" sucht, wird ihn finden. Seine Zusage gilt: "Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, finden mich." Eine Ausnahme gibt es: Als Strafe drohte Gott einige Male an, sich nicht finden zu lassen: "Ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen und nicht finden."
Zitat: "Wohl denen, die ihn von ganzem Herzen suchen."
Weisheit und Frieden
Sirach 4,12; Prediger 7,25; 8,17; Psalm 34,15
An manchen Stellen der Bibel nimmt die Weisheit quasi göttlichen Rang ein und erscheint als eigenständiges Wesen. Etwa im Buch Jesus Sirach: "Die Weisheit erhöht ihre Kinder und nimmt die auf, die sie suchen." Der Prediger Salomo entkräftet das Vorurteil, dass große Suchanstrengungen automatisch von Erfolg gekrönt sein müssen: "Je mehr der Mensch sich müht zu suchen, desto weniger findet er." Wer die Weisheit auf richtige Art und Weise sucht, wird erkennen, "dass Gottlosigkeit Torheit ist und Narrheit Tollheit". Neben der Weisheit sollen die Menschen den Frieden suchen und ihm nachjagen.
Zitat: "Suche Frieden und jage ihm nach."
Der verlorene Liebste
Hoheslied 3,1-4; 6,1
Sollte der Geliebte abhanden gekommen sein: Auch diese Situation kennt die Bibel. Die junge Sulamith vermisst ihren Freund. Sehnsüchtig sucht sie ihn überall, beschreibt das "Hohelied" rührend. "Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt", nimmt sich Sulamiht vor. In der Stadt fragt sie Wächter, ob die ihn gesehen hätten. Schließlich entdeckt sie ihn und bringt ihn in das Haus ihrer Mutter. Später verliert Sulamith ein weiteres Mal ihren Geliebten. Diesmal bieten ihre Freundinnen Hilfe an: "Wo ist denn dein Freund hingegangen, o du Schönste unter den Frauen? So wollen wir ihn mit dir suchen."
Zitat: "Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt."
Die neue Stadt
Hebräer 13,14
Der Hebräerbrief stellt für Bibelleser eine Herausforderung dar. Erstens bleibt der Verfasser unbekannt, zweitens vermittelt er eine von den anderen Briefen des Neuen Testaments sehr unterschiedene Theologie, in der es um Hohepriester und um theologische Deutungen des Kreuzestodes Jesu geht. Neben schwer verständlichen Passagen birgt der Brief wunderschöne Bildworte. Zum Beispiel diesen: "Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt." Und auch jenen Satz, der große Zuversicht und Hoffnung zeigt, ohne ein apokalyptisches Bild zu malen. Von einer künftigen Stadt ist da die Rede, die die Menschen suchen.
Zitat: "Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir."
Weitere Folgen der Bibelserie finden Sie hier.
Uwe Birnstein ist Theologe, lebt in Berlin und arbeitet als Journalist für Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen. Die Serie "Das Beste der Bibel" ist auch als Buch erschienen: Uwe Birnstein, Das Beste aus der Bibel, Würzburg 2010.






Kommentare
Ja, da stimme ich JanR zu.
Ja, da stimme ich JanR zu. Gott ruft Adam an um ihm bewußt zu machen, welche Entscheidung er getroffen hat: bist du auf gutem oder auf bösem Weg, gehst du mit mir oder läßt du dich verführen und wendest dich ab von mir?
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz an.
1. Samuel 16,7
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