Weltweite Bibelübersetzungsprojekte

weltbibelhilfe_p.jpg

Schüler erhalten in Ghana ihre erste Bibel

Weltbibelhilfe - Wussten Sie, dass die Bibel noch längst nicht in alle Sprachen der Welt übersetzt ist? Dabei spricht Gottes Wort uns Menschen besonders dann an, wenn wir es in unserer Muttersprache lesen oder hören. Deshalb arbeiten 149 Bibelgesellschaften der Welt Jahr für Jahr daran, sie in alle größeren Sprachgruppen zu übersetzen, sie zu drucken und weiter zu geben.

Von Birgit Bidell

Auch die Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft unterstützt mit Spenden aus ihrer „Aktion Weltbibelhilfe“ diese weltweite Arbeit. Denn sie möchte die Bibel zu den Menschen bringen – in einer Sprache, die sie verstehen, zu einem erschwinglichen Preis, in einer verständlichen Sprache und in einer Form, die den technischen Entwicklungen Rechnung trägt.

Übersetzen: ein Text – viele Sprachen

Die Völker der Erde sprechen rund 6.500 Sprachen. Die gesamte Bibel (AT + NT) liegt zur Zeit erst in 459 Sprachen vor; Teile der Bibel gibt es heute in 2.508 Sprachen. Das bedeutet, dass rund 4.000 Sprachen noch darauf warten, einen Bibeltext in ihrer Sprache lesen zu können. Obwohl eine Milliarde Menschen nicht lesen können, haben nur 3 Prozent aller Sprachen eine Hörbibel. Alle fünf Sekunden erblindet ein Mensch auf der Welt aber die komplette Blinden-Bibel gibt es nur in 35 Sprachen.

Die Übersetzung einer Bibel dauert durchschnittlich 12 Jahre. Rund 650 Übersetzungsprojekte führt der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) pro Jahr durch. Zu den Übersetzungsprojekten gehören viele Erstübersetzungen der Bibel in neue Sprachen, aber auch Überarbeitungen vorhandener Bibeltexte. Denn Sprache lebt, die Bedürfnisse der Menschen ändern sich und die Wissenschaft liefert immer neue Erkenntnisse. Grund genug, die Bibel heute nur von Fachleuten übersetzen zu lassen.

Übersetzungsexperten des UBS Weltverbandes, sogenannte „Translation Consultants“, stehen den einheimischen Übersetzern zur Seite und unterstützen personell und technisch die Arbeit vor Ort. Der Weltverband hat über Jahrzehnte eine hochprofessionelle Software entwickelt: Paratext, die von allen Bibelgesellschaften genutzt wird. Übersetzt wird grundsätzlich aus den hebräischen und griechischen Grundtexten. Diese werden von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und stehen den Übersetzern in gedruckter wie in elektronischer Form zur Verfügung.

Herstellen: Die Nachfrage nach Bibeln ist groß

Jährlich werden rund 30 Mio. Bibeln und über 15 Mio. Neue Testamente von den Bibelgesellschaften gedruckt. Die Kirchen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas wachsen schnell. Entsprechend wächst die Nachfrage nach Neuen Testamenten, der Bibel und anderen Bibeltext-Ausgaben. In vielen Ländern ist die Herstellung technisch nicht möglich, dann müssen die Bibeln importiert werden. Heute steht eine der größten Bibeldruckereien der Welt, die Amity Printing Press, in Nanjing, China. Dort druckt der Weltverband über 12 Mio. Ausgaben. Vor allem für die rasant wachsende Kirche in China und für Afrika.

Verbreiten: Viele Menschen warten auf eine Bibel

In Kooperation mit Kirchen aller christlichen Konfessionen geben die Bibelgesellschaften die Bibel an diejenigen weiter, die sich eine eigene Ausgabe wünschen. Unter den Ärmsten der Bevölkerung auch kostenlos. Weltweit stellen sie über 300 Mio. Bibelauswahltexte für missionarische Zwecke zur Verfügung. Eine Vielfalt ist wichtig, damit jeder den Bibeltext so lesen kann, wie er ihn braucht: Kinderbibeln, Audiobibeln, einfache Texte für Leseanfänger, Großdruckausgaben und Blindenbibeln für Menschen mit Sehbehinderung, Schul- und Studienbibeln, elektronische Ausgaben und mehr.

Bibel im Leben: Zum Lesen anregen und Gottes Wort wirken lassen

Für die Bibelgesellschaften ist Bibel weiterzugeben immer verknüpft mit der Zuwendung zum Empfänger. So führen sie vielfältige, sogenannte holistische Projekte in den Gemeinden durch, die zum Bibellesen anregen, konkrete Bibelstellen dem Leser erschließen und sie in der Lebenssituation ansprechen, in der sie sind.

Beispiele: In Ländern mit einer hohen Analphabetenrate, wie etwa in Mali, führen die Bibelgesellschaften Leselernkurse mit einfach verfassten Bibelgeschichten durch. In vielen afrikanischen Ländern, wie etwa Namibia, gibt es heute so gut wie keine Familie mehr, die nicht von HIV und Aids betroffen ist. Das UBS Programm „Der Gute Samariter“ ist ein Präventionsprojekt gehen Neuinfektion. Mit Trainingsseminaren schulen sie Menschen in kleinen Gemeinden, die Jugendliche und Erwachsene für das Thema HIV/Aids sensibilisieren. Sie lehren das afrikanische HIV/Aids ABS: „Abstinenz, Bleib treu, Condome“ und erweitern es um eine biblisch fundierte moralische Haltung gegenüber Sexualität und AIDS. Es gibt eigens dafür erarbeitete Hefte mit Bibeltexten, z.B. „Soi responsable“. Und in Peru hat das Projekt „Pan de Vida“ eine große Nachfrage: Die Peruanische Bibelgesellschaft gibt Kindern aus armen Familien, die in den Slums wohnen, ein Frühstück, das von Gebet und Bibellesen umrahmt wird. Die Liste der Beispiele lässt sich endlos fortsetzen. „Bibel im Leben“ nennt die Deutsche Bibelgesellschaft dieses ganzheitliche Engagement, denn Gottes Wort gehört mitten ins Leben.

Auf www.weltbibelhilfe.de finden sich alle Projekte, die gefördert werden. Hier besteht auch die Möglichkeit, mit einer Spende zu helfen.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd><p><embed><param><object>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst andere Kommentare mit [quote]-Tags zitieren.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen