10.00-11.00 Uhr in d - „Ein ganz und gar unglaublicher Moment“, schreibt der Schriftsteller Günter Kunert, „der, wie solche Momente, sich niemals wiederholen würde, und sich darum tief in mein Gedächtnis einprägte. Die Grenzsoldaten, die Offiziere, hilflos vor dem Ansturm, ohne Anleitung, ohne Befehle, öffneten die Sperren… Ohne jegliche Information taten sie instinktiv das Richtige: Sie beendeten die Existenz der Mauer.“ So geschehen am 9. November 1989 in Berlin, so dass sich in diesem Jahr dieses die deutsche Einheit einleitende und den Ost-West-Gegensatz in Europa beendende Ereignis zum 20. Mal jährt.
„Ohne Mauern eben – zwanzig Jahre später“ – unter diesem Motto überträgt der Saarländische Rundfunk im 1. Fernsehprogramm ARD am 3. Oktober 2009 von 10:00 – 11:00 Uhr einen ökumenische Gottesdienst aus der Ludwigskirche in Saarbrücken. Er ist der Auftakt der offiziellen zentralen Feierlichkeiten zum „Tag der Deutschen Einheit“, die in diesem Jahr in Saarbrücken stattfinden.
Die Bischöfe aus Trier und Speyer, Bischof Stephan Ackermann und Bischof Karlheinz Wiesemann, sowie der Präses der Ev. Kirche im Rheinland und der Kirchenpräsident der Ev. Kirche der Pfalz, Nikolaus Schneider und Christian Schad, leiten den Gottesdienst. Sie begrüßen dazu landes- und bundespolitische Prominenz sowie Staatsgäste aus dem Ausland. Zu Gast sind unter anderem: Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Peter Müller sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier.
Ein biblischer Text aus dem Buch des Propheten Hesekiel soll die friedliche Überwindung der Teilung Deutschlands in einen theologischen Zusammenhang rücken: Das Prophetenwort zeigt Gott als den Herrn der Geschichte, der das in die zwei Reiche Israel und Juda zerfallene israelitische Volk „zusammenzufügen“ verspricht. Dabei wird es auch um die Rolle der Kirchen in der DDR gehen, die den Prozess der Überwindung staatlicher Bevormundung der Mensch in der nominell „atheistischen“ DDR durch die „Montagsgebete“ und ihnen folgenden Straßenprotesten bekräftigt haben.
Die Rolle der Kirchen für ein friedliches und - im Rahmen der Globalisierung - zu seiner weltweiten entwicklungspolitischen und ökologischen Verantwortung stehendes Europa wird ebenso Thema des Gottesdienstes sein. Steht doch die staatliche Festveranstaltung in der Landeshauptstadt unter dem Motto „Europa leben“ und verleiht so dem Tag eine europäische Note.
Optische Elemente des Gottesdienstes sind ein Originalstück der Berliner Mauer und ein runder Tisch, Zeichen der gewaltsamen Teilung und Symbol der Gewaltfreiheit und des Dialogs.
Die Orgel spielt Theo Brandmüller, die Leitung der Evangelischen Chorgemeinschaft an der Saar hat Andreas Göpfert. Cornell Wegmann spielt solistisch Bassklarinette. Das Ensemble „Les Violes" (Diskantgambe, Altgambe, zwei Bassgamben) spielen Werke von Samuel Scheidt. Begleitet von der Orgel und dem Chor, singt die Altistin Angela Lösch die Komposition von Felix Mendelssohn-Bartholdy: „Herr, wir trau’n auf deine Güte, die uns rettet wunderbar“. Eine Schola des Studienbereichs Kirchenmusik der Hochschule für Musik Saar singt liturgische Gesänge.
aus der Ludwigskirche in Saarbrücken
mit Pastoralreferentin Marliese Klees, Pfarrerin Silke Portheine-Hofmann (Lektorinnen); Katharina Bihler (Sprecherin); Bischof Stephan Ackermann ,Bistum Trier; Kirchenpräsident Christian Schad, Evangelische Kirche der Pfalz, Speyer; Präses Nikolaus Schneider, Evangelische Kirche im Rheinland, Düsseldorf; Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Bistum Speyer; Kirchliche Gesamtleitung: Wolfgang Drießen, Katholischer Rundfunkbeauftragter beim Saarländischen Rundfunk, und Hermann Preßler, Evangelischer Rundfunkbeauftragter beim Saarländischen Rundfunk.





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