Demenzpflege und MS-Pflege in der Familie - der private Blog über Erfahrungen mit dem Pflegeheim I

Hier ist der offene Thread:

Mein Leben zwischen eigener Vorsorge, Pflege der Eltern, Pflege der Schwiegermutter, Sorge um die Kinder und Sorge um den Enkel. - Sandwich-Probleme

Vorinformation:

2000 meinte meine Mutter, sie wolle nie in ein Altenheim. Aber wenn es geschähe, wäre alles weg, was man mühsam in einem Leben erspart hat. So ist es gekommen. 60 Jahre mühsames Zurücklegen von monatlich ein paar Mark - eine Wiese mit Holzhaus und mietfreiem Wohnen bei ganz geringer Rente von 100 Euro für sie (Kindererziehungszeitenanerkennung Dank der SPD) und damals 900 Euro für ihn (dank einer einige Jahre geleisteten versicherungspflichtigen Arbeit nach jahrzehntelanger mühsamer Selbständigkeit als mobiler Lebensmittelverkäufer, der täglich leben konnte aber nie reich wurde) - alles weg.

2005/2006 wurde die Mutter schwer krank, der Vater stürzte von einer Leiter. Sie wohnten weit weg - 2 Stunden, um mal einige Minuten zu sprechen - nicht machbar für eine 5köpfige Familie, die nur durch Berufstätigkeit in stressigen und verantwortungsvollen Dienstleistungsberufen leben konnte und Bildung verschaffen konnte. Die Enkel sahen sie kaum.

2006 Krankenhaus, Pflegebedürftigkeit aber nicht anerkannt durch die Pflegekasse. Dreimal kam der MDK - und lehnte ab. Erst als ich laut und frech wurde, forderte, die Sachbearbeiter zur Schnecke machte und androhte, alles in die Presse zu geben, gab man klein bei. Pflegestufe I für die Mutter. Aber der mobile Pflegedienst war furchtbar, der Hausarzt kam nicht zur Verschreibung sondern ließ Rezepte abholen, der Facharzt sah sie kaum - und sie wurde falsch behandelt, kam mehrfach ins Krankenhaus, die Rettungsdienste stellten Rechnungen aus. Man werde allgemein zu oft gerufen, weil die "Leute ihr Leben nicht in den Griff bekommen." In Wirklichkeit hat meine Beschwerde bei der Ärztlichen Vereinigung dazu geführt, dass die Ärztin wechselte. Eine Beschwerde bei der Rettungszentrale führte dazu, dass der Chef sich bei mir entschuldigte. Es sei wirklich ein Notfall gewesen. Der Arzt war sauer. Die neue Ärztin verständnisvoll. Dann ging es ihr besser.

Umzug ins Rheinland. Zu teure Wohnung. Mein Bruder - in einem Beruf mit Verkaufsdruck - meinte, dies sei ein guter Augenblick zum Umzug in seine Nähe. Aber er musste kurz danach dort wegziehen. Sie waren wieder allein.

Sozialhilfebedarf drohte, weil die Ersparnisse wegschwammen. Das leer stehende Holzhäuschen sollte "schnell verkauft" werden, meinte der Sachbearbeiter einer großen Sozialhilfebehörde. Dieser Kerl hat uns falsch beraten. Aber zu spät.  (Wenn unsere Nachfahren mal in Not mit HartzIV sein sollten, könnten sie mit Zelt auf der familieneigenen Wiese überleben und benötigten nur Essen und Trinken. Aber das ist nun vorbei - hoffen wir auf ein besseres Weltwirtschaftsklima und Glück in ihren Berufen und Berufungen).

Wieder zur Mutter. Man darf nicht zu oft an sich und seine Kinder denken. Sonst wird man noch als Egoist verdächtigt.

Für die Mutter: Schlechte mobile Pflege. Wieder schlecht informierter Arzt - man kennt seine Patienten eben nicht, wenn man sie erst als Alte und Kranke bekommt. Und sie stören die Kassenquote.

Wieder Krankenhaus. Neurologie. Der gute Arzt erkennt: Medikamentenfehlbehandlung. Alles wird anders. - Aber wir sind verzweifelt. Suchen ein Pflegeheim. Finden es. - Und ich muss zugleich eine Wohnung in der Nähe des Pflegeheims für meinen Vater suchen. Er ist nicht pflegebedürftig anerkannt. Der MDK hat schon zweimal abgelehnt, trotz erkennbarer Hilflosigkeit.

Aber - Fehlanzeige acuh mit dem Pflegeheim. Es hat keine Ahnung von der Krankheit Parkinson. Man ist schlecht aufgestellt, mit Durchfall kommen sie nicht klar, die Medikamente stimmen nicht, die psychologische Betreuung ist Null, Zuwendung abhängig von der jeweiligen Pflegerin - die beste ist angehende Ärztin - und ist bald weg, weil ihr Praktikum zu Ende ist.

Erneut Krankenhausaufenthalte. Meist am Wochenende. Die Details füllen ein Buch, bleiben hier weg. Es war für alle furchtbar. Beschwerden beim Krankenhauschef wegen der Pflegesituation, Hilfe durch sozialen Dienst - neues Pflegeheim.

Alles fängt gut an. Dann baut man das beste Personal des Anfangs ab, es wird schlimmer mit der Krankheit, Bettlägerigkeit, Krankenhausaufeenthalte am Wochenende, Mangel an guten Pflegerinnen, keine gute sozialpädagogische Begleitung.

Vater hat endlich eine Pflegestufe. Beim dritten Anlauf reicht es mir - es platzt mir die Hutschnur. Der prüfende Arzt akzeptiert - endlich ist die Demenz akzeptiert. Aber der Vater will es nicht wahrhaben. Sitzt 12 Stunden am Tag am Pflegebett der Frau, mit der er 56 Jahre verheiratet ist. Ihn pflegt niemand, obwohl man die Pflegestufentarife kassiert.

Mutter wird kränker, stummer, verweigert die Nahrung, bekommt Dekubitus - an einem Wochenende im Krankenhaus - (immer bei Personalmangel kommt sie ins Krankenhaus, wo überhaupt keine Pflege funktionierte). Ich fordere mit Frechheit, Lautstärke und Drohung eine automatische Matratze. Bekomme Probleme am Arbeitsplatz, weil die Kollegen die Misere stört, statt dass sie helfen und begleiten - sie wollen Ruhe haben. Christen gibts da gar keine. Mein "ora et labora" an der Wand wird als Missionierung gedeutet, das lehnt man ab - und mich auch.

So kommt zum Sterben der Mutter auch noch das Mobbing - burnout - neue Stelle. Alles wird besser. Dazwischen Rechtsanwalt, Stress, Belastung - Unverschämtheiten einer antichristlichen Behörde.

Dann stirbt die Mutter. Der Vater bekommt einen Schock, wird plötzlich ganz dement.

Es gilt die Pflege zu organisieren - für ihn. Endlich. Das christliche Pflegeheim ist für mich seither tabu. Da geht von uns keiner mehr rein. Schluss.

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Die letzten drei Jahre gab es  drei Pflegebedürftige in der Familie. Seit Juni 2009 sind es "nur noch" zwei.

Im Juni starb meine 82jährige Mutter. Ich bin einer von zwei in Stressjob arbeitenden Söhnen, es gibt leider keine Schwester. Die Mutter starb in einem Pflegeheim mit christlichem Namen.

Das biblische Beispiel vom Lazarus haben wir jedenfalls nicht erlebt.

Klassische kommerzielle Pflegedienstleistung, 3700 Euro monatlich, davon 3.250 für die stationäre Pflege plus notwendige zusätzliche Wohnung für den Vater im Nebenhaus - "Betreutes Wohnen" - in Wirklichkeit ohne Betreuung - , davon 1400 ca. von der Pflegekasse, der Rest durch Verbrauch des zu schnell und zu billig verkauften Elternhauses.

Alles ist inzwischen weg. Das Sozialamt einer Kreisstadt zahlte zuletzt, sodass der Vater von seiner kleinen Rente alles abgeben musste und 350 Euro für Leben und Bewegung hatte. Alles Ersparte musste verbraucht werden - außer 1300 Euro. Die Beerdigung kostete ca. 4000 Euro - Grabstein und Pflege kosten weiteres Geld - aber er hatte nur 1300 Euro. Dem Amt war es egal, denn "Gesetz ist Gesetz" (vielen Dank liebe SPDCDUCSUFDPGRÜNE, lieber Herr Hartz, Herr Schröder, Herr Fischer und wie sie alle heißen).

Die Kinder haben auch nichts übrig. Damit es jeder weiß: Eine Erzieherin bekommt nach lebenslanger Arbeit und 10 Jahren Erziehungszeit für drei Kinder ganze 450 Euro Rente eines Tages. (Glückwunsch denen, die in Führungsetagen sitzen und wohlfeil fordern, der Kindergarten müsse bis abends geöffnet sein).

Die mobile Pflege für den damals 82jährigen, der täglich von 7-19 Uhr am Pflege- und Sterbebett seiner Frau saß, vergaß ihn. Im Mittelpunkt stand die Liegende. Aber auch sie lag oft lange im Kot, weil die Etagenpflegerin, die ständig wechselte, jeweils "keine Zeit gerade" hatte... Auf Demenz war sowieso keiner wirklich vorbereitet. Eine Ehrenamtliche sorgte dafür, dass der 82jährige ehrenamtliche Pfleger - der 56 Jahre mit ihr verheiratete Ehemann -  mal eine Gesprächspartnerin hatte, die nicht so dicht dran ist wie die Familie. Die alte Frau verhungerte schließlich, weil ihr Gram nichts anderes zuließ als sich zu verweigern. Wer kann schon harte Sachen kauen, wenn man geschwächt und bettlägerig ist. Pürieren? Vergiss es.

Gespräche mit Pfarrern versucht.

Man versteht nicht, worum es geht.

Gespräche mit den Pflegedienstleitern - wechseln ständig. Kein Sinn.

Sozialer Dienst? Zu jung und kein Gespür, braucht noch Erfahrung.

Die Angehörigen? Verzweifelt - wie soll man am Arbeitsplatz, wo 20 Leute mithören, das Notwendige mit Ämtern, Krankenkasse, Sozialamt, Ärzten, Pflegedienstleitung, Pflegekraft, Krankenschwester.... debattieren und die Pflege organisieren? Alles bekommen Dritte mit - es stört sie bei der Arbeit, dieses Leid, sagen sie. Hör auf damit, telefonier zu Hause..... Aber dann sind die Ämter zu.

Kirche? Völlig versagt. Evangelische? Ganz besonders. Tröstung beim Fremdgehen zur katholischen Kommunion, wenn es keiner weiß - aber GEsprächspartner? Fehlanzeige. Es gibt sie nicht mehr, die guten Seelsorger?

Was bleibt?

Täglich das TeDeum oder die Losungen - Stille - Einsamkeit - oder Ablenkung.

Daneben der normale Stress in einem Beruf, der Konzentrationsfähigkeit, Energie, Kraft und Ausdauer verlangt und - ständige Erreichbarkeit. Außerdem einige Jahre massives Mobbing aus politischen Gründen. (Ich akzeptiere nun mal keine antisemitischen, rassistischen, chauvinistischen und anti-christlichen Attacken und auch keine hinterlistigen Ausgrenzungsmethoden kritischer Menschen - erst seit dem 1.9.2009 hab ich Ruhe damit.)

Kirche beschäftigt sich derweil mit der Finanzfrage, den Planstellen, usw. - Und im Grund gibt es die Kirche nicht mehr, die ich noch kannte - eine Gemeinschaft auf dem Weg, gestaltend, kreativ, alltäglich erreichbar, meditativ und zugleich auch politisch wachsam.

Wo bist Du Jesus? Wirklich nur in den Büchern?

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Kommentare

Verfasst von Mi Lo am 28. März 2011 - 23:05.

Unlogische Berechnungen

Ich habe MS und hatte vor circa 7 Wochen einen sehr schweren Schub der mich so...

Ich habe MS und hatte vor circa 7 Wochen einen sehr schweren Schub der mich so richtig schön lahm gelegt hat. Ich bekam dann auch erstmal für vier und dann noch mal für 5 Tage eine Haushaltshilfe genehmigt. Das klappte ohne weiteres und auch die Verlängerung um nochmal acht Tage bekam ich. Eigentlich hätte ich eine tägliche Hilfe bis vor zwei Wochen gebraucht, und bräuchte immer mindst einmal die Woche eine Hilfe, aber das kann man mit Erwerbsminderungsrente unter Hartzviersatz, alleinerziehend mit zwei Kindern vergessen. Für die zweite Woche hatte ich übrigens eine selbst gestellte Haushaltshilfe und in der ersten eine von einer Firma, die mit der Barmer GEK zusammenarbeitet. Hier mal die Rechnungen, vielleicht fällt was auf?

Haushaltshilfe von Barmer gestellt: 9 Tage a 4std/tg = 448 Euro, Eigenanteil: 44,80 Euro

Haushaltshilfe selbst gestellt: 8 Tage a4std/tg  = 240 Euro; Eigenanteil: 126,-  Euro

Verfasst von Gast am 29. März 2011 - 8:46.
Kommentar auf: Unlogische Berechnungen

Hallo! Ich bin kein Experte,

Hallo! Ich bin kein Experte, aber da fällt mir auf, dass "Sachleistungen", also...

Hallo! Ich bin kein Experte, aber da fällt mir auf, dass "Sachleistungen", also Hilfe über eine Institution, teurer sind und der Eigenanteil niedriger ist als bei einer selbst organisierten Hilfe. Das sollte nicht so sein. Zwar sollte für diejenigen, welche sich das nicht selbst organisieren könnnen, die Orga-Dienstleistung durch einen Pflegedienst auch bezahlt werden. Aber Leute wie Du sollten nicht durch höheren Eigenanteil bestraft werden. Rösler will ja die Bürokratie vereinfachen, das passt auch dazu.

Verfasst von baksb am 26. Mai 2010 - 9:23.

Multiple Sklerose - Immer noch nichts Neues Stand: 26.5.2010

Immer noch keine Antwort vom Gericht in Sachen MS-Klagevorbereitung. Der Anwalt...

Immer noch keine Antwort vom Gericht in Sachen MS-Klagevorbereitung.

Der Anwalt wird bald nachhaken, sagt er. Dauert zu lange - bisherige Kosten: ca. 600 Euro aus eigener Tasche.

Empfehlung: Rechtsschutzversicherung rechtzeitig und richtig abschließen. Verwaltungsrecht muss drin sein, Sozialrecht muss drin sein. Freibetrag 150 Euro max. Sonst zahlt man sich dusselig.

Verfasst von baksb am 21. April 2010 - 20:22.

Ruhe an der Pflegefront? Mal ein Tag mit Lachen und Glück

Die Rechtssache wegen der Ablehnung der Pflegestufe in der Multiple-Sklerose-...

Die Rechtssache wegen der Ablehnung der Pflegestufe in der Multiple-Sklerose-Angelegenheit der Schwiegermutter ist in Anwaltshänden . Dazu ein Text aus meiner Praxiserfahrung, eine gute Stoppuhr, ein wenig Lebenspraxis (Können Sie in 4 Minuten ausziehen, ins Bad gehen, kurz auf das Klo, abputzen, in die Wanne steigen, Dusche einstellen, duschen, einseifen, abduschen, abtrocknen, aus Wanne steigen, fertig abtrocknen, Handtuch aufhängen, zum Anziehen gehen??)

Ich brauche morgens - als Mann - bereits 20 Minuten. Und ich bin nicht gehbehindert, hab nur mich alleine, benötige keine fremde Hilfe, kippe nicht um, habe Kraft. - Ein solches 4-Minuten-Beispiel ist nur eines von ca. 15 Unmöglichkeiten, die nun vor einem Gericht  bekämpft werden müssen, weil ein begutachtender Arzt oder was der sonst ist nicht erkannt werden soll (weil man lieber Geld in Pflegeheime steckt??) meint, 1 Minute reiche für Nahrungszubereitung, 4 Minuten für Duschen und Abtrocknen, 3 Minuten für Gehen (aber nur 4x die Woche). Die spinnen einfach alle. Wer stellt solche MInutenwächter ein? Welcher Gesetzgeber hat so einen Quatsch in eine Verordnung geschrieben? Sie alle wähle ich jedenfalls nicht, da können Sie noch so einen tollen Wahlkampf machen. Schluss. Wer nicht bei den Ärmsten hilft, wer nicht denen gibt, die brauchen, hat meine Stimme nicht. (Auch nicht die, welche stattdessen Waffen produzieren, verkaufen und Krieg führen wollen und dann Beraterverträge mit dem KGB machen, pardon, aber ich bin ein politischer Kopf und meine Wahrnehmung ist nicht auf das Pflegebett beschränkt).

Mein Vater, der mit der Demenz, die er nicht wahrhaben kann - hat heute wieder mit mir viel gelacht. Ist glücklich und dankbar nach all den Belastungen der letzten Jahre seit 2006 (als ich noch für eine Pflegestufe der Mutter kämpfen musste, die im Juni starb. Damals akzeptierte man dreimal nicht, dass meine Mutter sterbenskrank war. Dieser Kampf steht nicht hier im Blog, aber er ist in meinem Herzen eingegraben).

Wir gingen heute - mit Spazierstock, obwohl er Rollator nutzen soll - zum Einkaufen . Wollte es so. Wollte so richtig stark wirken. Dieser alte kranke Mann sagt mir: "Wenn bei Euch mal etwas Besonderes ist, jemand krank ist oder Dir es nicht gut geht, dann sagt es mir sofort". Er will wieder richtig Vater sein, obwohl ich ihn be"vatern" muss. Er fragte nach seiner Mutter, die wolle er besuchen. Aber sie ist 30 Jahre lang schon tot. Er fragte nach seiner Frau, meine Mutter. Sie ist seit Juni vergangenen Jahres tot. Er war getröstet, weil ich ihm sagte, er sei bei allem dabei gewesen. Er wusste es nicht mehr.

So gingen wir in der kühlen Frühlingssonne durch den so fremden Stadtteil, deren Menschen kein deutsch mehr sprechen, ihn nicht kennen, er sie nicht. Sein Dorf, sein Stadtteil ist in einem anderen Landkreis. Seine Freunde sind auch alle alt und pflegebedürftig, seine Heimat, ein Stadtteil in der Nachbarstadt - er besuchte alles heute morgen mit dem Mann, der u.a. von TANDEM ihn begleitet. Das erzählte mir mein Vater. Und er strahlte.

"Schön, was Du alles für mich tust. Darum kann ich froh sein". - Das ist unbezahlbar. Ein Dank an Tandem, AWO, AKSV, Pflegeberatung der Barmer GEK (Modellprojekt), der russischen Witwe aus St. Petersburg die ihm den Rücken massierte und so den Rückenschmerz nahm - sie soll alle 14 Tage putzen und hat weit mehr gearbeitet. Der Fußboden glänzt, der Tiefkühlschrank ist abgetaut und gereinigt, das Zimmer sieht ordentlich aus, das Bett ist gemacht. Heut gönnte der alte Mann sich "Heringsstipp in Sahnesauce". Ein Luxus für ihn, der sonst von weichem Brot mit Apfelkraut seinen Morgen und seinen Abend bestreitet. Er war immer bescheiden, nie ein Nutzer des Sozialamtes. - Sowas gibt es auch noch. Und reich war er nie. Der Rest wurde vom Sozialamt eines Kreises dem schlecht pflegenden Pflegeheim mit christlichem Namen eingefordert. Das Holzhäuschen auf der weiten Wiese gehört nun irgendwem, nicht mehr der Familie. Die letzte Erinnerung ist weg. Nun bleibt mir nur noch das Kloster Steinfeld, wenn ich mal nach "früher" schauen will.

 

 

Verfasst von baksb am 20. April 2010 - 20:55.

Jetzt geht es um Multiple Sklerose: Immer noch keine Pflegestufe

Der MDK hat schon wieder abgelehnt. Jetzt reichts uns. Während mein Vater...

Der MDK hat schon wieder abgelehnt. Jetzt reichts uns.

Während mein Vater mit meiner eigenen Kraft und vor allem dank der beratenden Hilfe eines Modellprojektes der Barmer GEK, welches endet, die Pflege bekommt, die er benötigt - und nur noch das finanzielle Problem der Kosten für diese Pflege jetzt zu lösen ist - mit oder ohne Sozialamt - , gibt es an der Pflegefront weiter zu arbeiten.

Der Ort verlagert sich, weil meine MS-kranke Schwiegermutter etwas zu kurz kam. Sie hat eine Putzfrau, sie geht zur Fußpflege, lässt sich Mittagessen bringen, hat das Glück uns gegenüber wohnen zu haben (sodass man zu allen Tag- und Nachtzeiten mal rüber hüpfen oder einfach mal so zu Fuß zu Besuch gehen kann) und hat zum Glück die Kompetenz, die ein dementer Vater nicht mehr haben kann. Sie kann sich äußern, anrufen, selber Telefonate führen.

Nur - gehen kann sie nicht mehr gut. Muss sich an Wänden entlang abstützend oder mit fremder Hilfe bewegen - oder sitzt tagelang in der Wohnung, weil wir ja den anderen Vater noch fast täglich irgendwie umsorgen mussten oder für ihn kämpfen.

Nach der wiederhlten Ablehnung der Minutenpflege habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Das wird kosten - und niemand außer uns bzw. der Patientin selber -bezahlen, denn Rechtsschutz hat sie nicht. Aber wir hoffen, dass der engagierte Anwalt uns zur Seite steht. Aber auch er muss sich in das rechtliche Wirrwarr mangelhafter Entscheidungsbandbreiten der Beteiligten durcharbeiten. Wie beschreibt man z.B. einen Vorgang wie den Toilettengang, wie besorgt eine gelähmte Frau sich was zu essen oder wie kommt man mal an die Luft, wenn die "Kinder" arbeiten und nicht da sein können?

1 Minute setzt da jemand an für das Zubereiten von Essen. Wer kommt auf so eine Unverschämtheit. Jeder derer, die die spätrömische Dekadenz beklagen und bei Sushi über Kranke herziehen, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen können oder einfach schon alt sind , wird einen schön gedeckten Tisch, ein frisches Gemüse, Salat, frische Kartoffeln oder auch mal etwas Herzhaftes wünschen. Aber wer Fertigessen nehmen muss, wie es z.Zt. ist, wird allein dadurch schon krank. Und liebevoll ist es nicht, eine Plastikdose zu bekommen. Das geht für den Notfall - aber nicht als Dauerlösung für Menschen, die im Leben etwas geleistet haben. Und gerade frisches Essen muss nicht teuer sein - ist es eher nicht.

Wir kämpfen nun mit Anwalt. Und - ich werde berichten.

Dabei gehen hier private Daten über den nicht kontrollierbaren und sicher auch von Gegnern der Menschenwürde gelesen. Aber was ist die Alternative? Zu Hause weinen und sich beklagen, dass man kaum noch Persönlichkeiten in der Politk wahrnimmt, die das Leben kennen?

Verfasst von baksb am 7. April 2010 - 11:35.

Wenn die Sozialhilfe nahe rückt: Blockaden

Folgender Schriftwechsel fand nun statt - die Namen sind gelöscht und...

Folgender Schriftwechsel fand nun statt - die Namen sind gelöscht und anonymisiert. Hier geht es mir um die Darstellung eines Problems und dessen Lösung:

"Sehr geehrte Seniorenberatung der Stadt...,
die gerichtliche Prüfung hat vor kurzem stattgefunden und gilt dem 'Gericht als gelöst. Hier geht es nicht um die Betreuung sondern es geht um die Hilfe für eine individuelle Pflege statt einer stationären Kaputt-Pflege.

Ich bitte daher darum, das mal prüfen zu lassen. Wenn es keine materielle Hilfe gibt und wir das nicht mehr bezahlen können, werden wir die Gesamtkosten der Pflegekasse und
dem Sozialamt aufhalsen müssen, denn stationäre Pflege wird nach meiner Erfahrung ja bezahlt, egal wie teuer.. Eine Rückholung bei mir ist sowieso nicht möglich, weil ich zuwenig verdiene. Also kann es mir eigentlich egal sein."

Aber Tatsache ist, dass mein Vater jetzt gut eingebettet ist durch Demenzbegleitung* (2 Personen), *Tagespflege, *Pflegedienst, *-Notrufsystem, Putzfrau alle 14 Tage. Aber das kostet eben. Weniger als ein Pflegeheim, mehr als mein Vater zahlen kann. In meiner Mail ging es - nachdem ich dieses Netz selber aufgebaut habe - nicht um Überforderung durch meine Betreuungsaufgabe (da bin ich in der Tat alleine, aber ich habe es bisher geschafft). Es geht um kommunale Hilfe. Die CARITAS ist insofern ja nur der Hilfszugang zur Verwaltung der Stadt..., die sich aus politischen Gründen gegenüber Hilfebedürftigen Mauern gebaut hat, weil es auch die Ausnutzung von Hilfe gibt.

Meine Eltern haben aber bis 2007 niemals staatliche oder kommunale Hilfen in Anspruch genommen. Aber das Pflegeheim L.., welches hoch kassierte aber wenig leistet(e), hat eben alles verbraucht. Man kümmert sich in B.. nicht um das Betreute Wohnen dort. Würde man es dort tun, wäre alles viel einfacher. Aber stationäre Kaputt-Pflege im L...s oder sonstwo kommt für uns nicht in Frage. Der letzte Weg wird allenfalls über ein Hospiz gehen. Aber soweit ist es noch nicht. Die Deutsche Hospizstiftung hat ja in den letzten Tagen deutlich zur Situation Stellung bezogen.

Um mehr geht es nicht. Aber auch nicht um weniger.

Freundliche Grüße

.....Name,Unterschrift...

Am 07.04.2010 11:11, schrieb Seniorenberatung:
>
> Sehr geehrter Herr...,
>
> außer denen Ihnen schon mitgeteilten gesetzl. Möglichkeiten kann Ihrem Vater finanziell nicht weiter geholfen werden.
>
> Wenn Ihnen die die Betreuung des Vaters zu viel wird, kann Jemand anderes aus der Familie die Betreuung übernehmen oder ein neutraler Betreuer, der vom Gericht eingesetzt wird.
>
>
>
> Freundliche Grüße
>
> ....name bekann...
> ________________________________________
> Caritasverband für die Stadt ... e.V.
> Caritas-Seniorenberater..
>

Verfasst von Kathy_Valiant am 7. April 2010 - 13:06.

Die Idee mit dem "neutralen

Die Idee mit dem "neutralen Betreuer" ist seltsam. Erstens kostet der...

Die Idee mit dem "neutralen Betreuer" ist seltsam. Erstens kostet der, zweitens würde der längst nicht so viel tun wie Du. Aber Dein Bruder kann ja einen Zuschuß-Betrag von der Steuer absetzen, wenn er welche zahlt.

Ich wüsste bei Deiner Mail allerdings nicht, was genau Du vom Sozialamt willst, ehrlich gesagt. Ich würde nicht  in so einem Mailwechsel "stationäre Kaputtpflege" schreiben. Das gehört nicht zum Thema. Meine Idee ist, das Wohngeld nicht zurück zu zahlen, vielleicht gibt es da eine Härtefallregel o. ä.

 

Verfasst von baksb am 7. April 2010 - 13:34.

Kaputtpflege??

Gut, das Wort ist provokant. Aber ohne Provokation wird heutzutage ja ü...

Gut, das Wort ist provokant. Aber ohne Provokation wird heutzutage ja überhaupt nichts mehr wirklich ernst genommen. Schließlich beschreibt es das, was ich bis Juni 2009 als Realität empfinden musste und was ich nicht noch einmal erleben will. - Vom Sozialamt möchte ich derzeit lediglich die Prüfung von Voraussetzungen, um in dem Augenblick, in welchem Zusatzkosten entstehen, die nicht mehr gedeckt sind, Einzelfallhilfe erhalten - nicht für mich, sondern für den Pflegebedürftigen. - Also keine Dauerleistung! - Die Rückholung bei zahlungsfähigen Angehörigen kann dann gerne von dort erfolgen. Ich kann das nicht; auch nicht bei zahlungskräftigen Angehörigen einfordern. Geht nicht.

Verfasst von Kathy_Valiant am 7. April 2010 - 19:16.
Kommentar auf: Kaputtpflege??

Provokation kann abstumpfen

Ach so, die Prüfung von Voraussetzungen für den Fall der Fälle,...

Ach so, die Prüfung von Voraussetzungen für den Fall der Fälle, habe ich richtig verstanden? Ich vermute, der Fall muss erst eintreten, bevor sich jemand rührt. Wie viel kosten der Lebensunterhalt und die Pflege Deines Vaters insgesamt ca. monatlich? Ich will dazu etwas schreiben und würde mich freuen, wenn Du die Mühe machst, das zusammenzurechnen.

Der Hinweis auf Deinen Bruder war nur als Tipp gemeint, wenn er sich beteiligen will.

Verfasst von baksb am 8. April 2010 - 7:37.

Die Kosten einer ambulanten Demenzpflege

Vorläufige Rechnung incl. aller Basisbedürfnisse, also kein Luxus: -...

Vorläufige Rechnung incl. aller Basisbedürfnisse, also kein Luxus:

- Miete warm 435 Euro monatlich (Wohnungswechsel in günstigere Wohnung hier hoffnungslos, für Demenz auch nicht ratsam

- Tagespflege 420 Euro (wird über Pflegekasse abgerechnet, wenn man vorher Antrag stellt)

- Transport zu und von Tagespflege (derzeit nur 2mal wöchentlich) jeweils 5,80 Euro pro Fahrt (falls man individuelle Zeiten möchte, kostet es pro Fahr 10 Euro in usnerem Fall - wegen der relativen Nähe -) (Bei zwei Tagen wöchentlich sind das 90 Euro ca. monatlich, bei 5 Tagen pro Woche sind es rund 230 Euro monatlich)

- Nahrungspauschale Tagespflege - muss selber gezahlt werden - pro Tag 16,80 Euro ohne Sonderwünsche z.B. bei Ausflügen innerhalb der Tagespflege. Bei 5i Tagespflegetagen sind das 336 Euro, bei zwei Tagespflegetagen sind es 134 Euro).

- Demenzbegleitung (7,50 bis 10 Euro Stundenentgelt), maximal werden von Pflegekasse 100, in unserem Falle sogar 200 Euro übernommen. Rückwirkende Nutzung von Ansprüchen möglich bis zu einer bestimmten Frist, sodass man pro Monat auch mehr als z.B. 20 Stunden Begleitung organisieren kann - wenn der Demenzbegleiter soviel Zeit investieren kann und der Pflegebedürftige nicht überfordert wird). - Selber voraus bezahlen nach Vorlage einer Auflistung, dann abzeichnen lassen durch den Verein, dann nach Rücksendung abzeichnen und an Pflegekasse senden, von dort erfolgt dann später die Rückerstattung. Mehrbeträge müssen selber getragen werden.

- Putzfrau. Wir planen vierzehntägig jeweils 2 STunden. Im WEchel mit den 40 Minuten, die pro Woche über Pflegekasse vom Pflegedienst beantragt werden können in diesem Fall. Dabei soll auch auf saubere Wäsche, Bett, Müll, etc. geachtet werden und ab und zu mal Fensterputzen (das dürfen Pflegedienste nicht!). - Im Monat - incl. Verpflichtung, vorne im Hausflur zu putzen - sind das rund 80 Euro im Monat)

- Zusätzlicher Nahrungsbedarf: Kantine im benachbarten Pflegeheim, das nicht betreuen will. Ich zahle derzeit Rechnungen zwischen 170  Euro, habe leider keine Kontrolle, ob wirklich gegessen wurde, da keine Bons verwendet werden sondern das Pflegeheim selber eine Liste führt.

- Kleidungsbedarf, Kosten für Ausflüge mit Demenzbegleiter, z.B. Pflanzaktion im Blumenkasten, Fahrt mit einer Fähre, Eintritt in Ausstellung o.ä. müssen selber getragen werden - oder unterlassen werden.

- Fernsehgebühren wie alle (Befreiung erfordert anderen Behindertenausweis)

- Telefonkosten, da hoher Kommunikationsaufwand, nach Kosten einer Flatrate.

Das ist das, was wir derzeit veranschlagen. Wir müssen wegen der geringen Rente (934 Euro)  mit einem privaten Budget von 900 Euro auskommen /34 Euro Taschengeld). Würden wir die Tagespflege auf 5 Wochentage ausdehnen, ginge das nicht mehr ohne Defizitbilanz.

(Pflegeheim kostet derzeit hier ca. 3500 Euro monatlich - und würde von Sozialamt und Pflegekasse nach gesetzlichem Anteil bezahlt. Außerdem stünde dem Patienten ein Taschengeld von ca. 93 Euro zu.

Soweit mein Wissensstand. - Für die potentiell drohende Phase "5 Tage Tagespflege" benötigen wir auf jeden Fall soziale Hilfe.

- Falls wir die Notwendigkeit einer Verhinderungspflege erkennen, würde die Pflegekasse hier auch noch leisten. Insofern kann es gut sein, dass wir ohne Sozialamt auskommen. Solange kein Pflegeheim angestrebt wird. Und so soll es auch sein.

Wohlgemerkt: Alles keine Schwarzarbeit. Die wäre billiger.

Verfasst von Kathy_Valiant am 8. April 2010 - 11:37.

Herzlichen Dank! Du hast eine

Herzlichen Dank! Du hast eine sehr gute Übersicht erstellt.

Herzlichen Dank! Du hast eine sehr gute Übersicht erstellt.

Verfasst von baksb am 6. April 2010 - 9:38.

Sehr gut! :Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt-StA'en zur Pflege

Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften zur Pflege hav Osnabr...

Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften zur Pflege
hav Osnabrück. (Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 6.4.2010, Domradio vom 6.4.2010:

"Zur Bekämpfung von Gewalt in der Pflege hat die Deutsche Hospiz-Stiftung Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften gefordert. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) erklärte Vorstand Eugen Brysch, bei der schlechten Pflege gehe es nicht um Einzelschicksale, sondern um „zehntausendfache Körperverletzung“. Schlechte Pflege müsse daher ein Schwerpunktthema der Staatsanwaltschaften werden.

Die Hospiz-Stiftung sprach sich zudem für amtsärztliche Leichenschauen bei jedem Todesfall von Pflegebedürftigen, Kindern und Jugendlichen aus. Bisher gebe es nur oberflächliche Leichenschauen, wenn ein Arzt gerufen werde, um einen Totenschein auszustellen. „Pflegemängel und Patiententötungen werden so nicht entdeckt“, kritisierte Brysch. Nötig sei auch ein modernes Dienstleistungshaftungsgesetz, um die Träger von Pflegeeinrichtungen zur Verantwortung zu ziehen. Wie beim Fleischskandal sei es auch in der Pflege besser, die Betreiber und nicht die Mitarbeiter haftbar zu machen. „Zurzeit werden gute wie schlechte Einrichtungen gleich finanziert“, sagte Brysch. „Das kann es nicht sein. Das ist ein Skandal.“

Die Hospiz-Stiftung rief die Justizminister der Länder auf, ihre Generalstaatsanwälte anzuweisen, jeweils für einen Generalstaatsanwalt eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft zu errichten – „genauso wie wir das beispielsweise bei der Steuerhinterziehung und der organisierten Kriminalität haben.“ Die Frage der Pflege betreffe weitaus mehr Leute als die Staatsanwaltschaften zur organisierten Kriminalität und zur Steuerhinterziehung. „Es geht nicht nur um 450 Daten auf einer CD – hier geht es um 450 Taten am Tag“, sagte Brysch.

Der Patientenschützer berief sich auf einen Bericht des Medizinischen Dienstes zum Pflege-TÜV, wonach knapp 40 Prozent der bisher untersuchten Heime ein „mangelhaft“ bei der Vorbeugung gegen Druckgeschwüre (Dekubitusprophylaxe) erhalten haben. "

Verfasst von Gast am 3. April 2010 - 11:06.

Neues von der Pflegefront: Stadt Köln zockt ab

Ja, Fehlverhalten beim Parken kann Fußgänger behindern, Radler, andere...

Ja, Fehlverhalten beim Parken kann Fußgänger behindern, Radler, andere Autofahrer. Braucht man mir nicht zu sagen.

Ich plage mich seit Wochen mit einem Vorwurf aus November 2009 herum. Eine anonyme Knöllchenfrau (oder war es ein -mann?) will gesehen haben, dass ich vor dem Pflegeheim weniger als 5 m Abstand von der Schnittstelle zur Querstraße hatte, als ich meine Vater dort absetzte oder abholte. 15 Euro. Ein Anwalt muss sich kümmern, weil mein Widerspruch nicht ernstgenommen wurde.

Ich achtete noch mehr darauf in den letzten Wochen und Monaten. Wenn ich ihn abhole, zum Kleidungkaufen hole oder von Ausflügen zurück bringen will, suche ich einen Halte- oder Parkplatz, damit er nicht auf seinen wackeligen Beinen zu lange laufen muss. Ich schreite schon - und das belächelten schon Zeugen - die Meter bis zur Einmündung ab. Vermutlich gibt es eine Feindin beim Lazarus-Haus, welche nichts anderes zu tun hat, als zu schauen, ob ein Reifen den Bordstein berührt oder irgendwelche Meterzahlen nicht stimmen. So wird Energie nicht in die Pflege, die Demenzbegleitung, die Unterstützung Angehöriger, die Begleitung von Behinderten gesetzt. Nein, die Kontrolleure sind perfekt in Sachen Parken, zu doof in Sachen Kontrolle der Pflegeheime, zu blöd in Sachen Beratung von Angehörigen, zu faul in Sachen "Caritas" (wobei hier nicht die Organisation gleichen Namens sondern die Herzenskraft gemeint ist, wie sie im lateinischen Wort steckt.

So muss der Anwalt nun einen weiteren Fall bearbeiten. Gerechte Gesellschaft eben. Die Angehörigen von Pflegebedürftigen zanken, allein lassen, ärgern, ihnen das Leben erschweren, abzocken wo man nur kann - nur nicht helfen.
Danke.
Morgen ist Ostern. Aber Hoffnung? Ich fürchte, der ganze Mist geht doch weiter. Und die Geldabzocker lachen sich kaputt, dass unsereiner keinen Urlaub, keine freien Tage, keine Hilfe hat. Ich bin völlig verärgert.

Verfasst von baksb am 31. März 2010 - 19:09.

Neues von der Pflegefront: Ostern kann kommen

Geschafft?? Kurz vor Gründonnerstag stehen folgende "Truppen"...

Geschafft??

Kurz vor Gründonnerstag stehen folgende "Truppen" bereit - getragen von der Pflegekasse und vielen unterschiedlichen Menschen mit Engagement (gefunden nach langen Kämpfen mit Bürokratie und gesetzlichen Hürden):

- Mobile Pflege - kommt bereits um 6.15 Uhr - wunderbar, denn dann sind die Thrombosestrümpfe dran und die Medikamente und das Frühstück steht bevor. Alte Menschen schlafen nicht alle lang. Jedenfalls mein Vater nicht. Demenz ist nun mal keine einfache Angelegenheit. Zu Hause bleiben, solange wie möglich - wir versuchen es.

- Mobile Pflege für die MS-Angehörige - immer noch nicht genehmigt vom MDK. Rechtsanwalt eingeschaltet. Truppen stehen für die Erkämpfung der Würde bereit. Anders kann ich das nicht ausdrücken.

- Tagespflege - zweimal wöchentlich zur Zeit für den Demenzpatienten. (Kein Thema für unsere MS-Angehörige)

- Demenzbegleitung TANDEM - eine in der Nähe wohnende Frau kommt um 7 und bleibt bis Abholung durch Taxiunternehmer. Nächste Woche hoffentlich Gespräch mit den Beteiligten der Tagespflege (Name darf ich nicht mehr nennen, hat aber ein Herz...) und dem Taxiunternehmen (keine Ahnung, wer da fährt für die Tagespflegeanbieter)

- Demenzbegleitung TANDEM - ein zusätzlicher älterer Mann kommt nach Absprache und regelmäßig künftig; pflanzt Blumen mit dem Vater, geht mit ihm in Gartencenter, will seine alten Freunde mit ihm besuchen, die Brüder in der anderen STadt - ich bin begeistert. 7,50 Euro/Stunde muss ich vorstrecken. Die Pflegekasse übernimmt bis zu einem Höchstbetrag den Rest.

- Wohngeldstelle - Rückzahlung zuviel gezahltes Wohngeld der letzten Monate steht an (muss ich machen, sonst regt das den Vater auf. Grund der Rückzahlung:; "Ihre Frau ist ja im Juni gestorben.... " Toll Heißt jetzt: Nicht nur weniger Wohngeld für die teure Wohnung "Betreutes Wohnen" ohne wirklich Betreuung durch das Lazarus-Hilfswerk ("Wir sind nicht zuständig, das machen die aus Hürth"...), obwohl direkt neben dem Wohnhaus das Pflegeheim ist, die Pflegestation sein sollte, die Komptenz sein sollte. Lazarus ist für mich nicht mehr akzeptabel. Tut mir leid, wenn irgendwo fleißige Leute jetzt beleidigt sind. St. Lazarus steht am Haus, aber betreutes Wohnen ist es nicht. Umziehen geht auch nicht, obwohl die HÄlfte der Rente für das nicht betreute "Betreutes Wohnen" drauf geht und seit 2 Jahren keine Heizkostenabrechnung kam....

- Hausarzt. Den Mann kann ich empfehlen. Er macht Hausbesuche. Oft.

- Der von mir gewählte neue Alten- Kranken- und Senioren-Pflegeverein. Toll. Kompetent. Still. Ich warte noch ab, aber es scheint gut zu funktionieren.

- Landesverband der Pflegekassen: Die Dame war professionell am Telefon als sie anrief, weil jemand aus Berlin sie angeschrieben hatte - vermutlich aus der REgierung - statt mich selber mal anzurufen. Verbände sind Lobbies, sage ich. Denn es geht denen nur darum, Geld aus Berlin zu bekommen und eine win-win-win-Situation zu schaffen: Pflegekasse bekommt Geld - Pflegeheime bekommen Geld - Arbeitslosenquote sinkt ein wenig zu Billiglohn - Arbeitslose Pflegekräfte sind beschäftigt - und selbständige Pflegefirmen können Geld verdienen.... (Irgendwo war da doch noch der Pflegebedürftige und sein Angehöriger??? Vergessen.

- Parteien heute nochmal angeschrieben. Bundeskanzleramt, Familienministerium (obwohl Gesundheitsministerium zuständig....), Grüne (weil die ja gut versorgte Eltern zu haben scheinen), Linke (weil die ja meinen, sie würden bessere Sozialpolitik machen), SPD - bin mal gespannt, ob da überhaupt jemand antwortet, und die FDP (weil der FDP-Abgeordnete ja beim Lazarus-Hilfswerk im Aufsichtsrat sitzt und ich mich gegen die spätrömische Dekadenz wehren muss)...

Kirche - die lass ich mal in Ruhe, weil da derzeit die Geschichte des Machtmissbrauches der 60er Jahre vorgeht, danach kommt die der 70er bis 90er Jahre und dann ja noch die von heute... dann hoffentlich mal der Pflegeskandal aus christlicher Perspektive....nicht alles wird mit caritas gemacht....

Übrige Familie außerhalb der engen eigenen--- interessiert keinen, was passiert. Haben eigene Baustellen.

Arbeitgeber??--- Kapiert überhaupt nichts und befasst sich mit der Sorge, wie man ältere Mitarbeiter aus dem Beruf drängen kann.

Pflegeberatung der Pflegekasse - Sehr gute Sache. Leider wohl nur ein befristetes Pilotprojekt der Pflegekasse. Dennoch: Ohne diese Beratung, aber auch ohne die sicher manchmal für die genannten Firmen ärgerlichen Blog-Beiträge und die Reaktionen darauf, wäre nichts in Gang gekommen. Nichts. Drei Jahre habe ich schon Pflegeerfahrung hinter mir. Nun erfahre ich zufällig, dass das Lazarus-Hilfswerk schon 2008 die erhöhten Beträge z.T. bis 2009 eingenommen hat, obwohl mein Vater fast überhaupt keine Pflege trotz Pflegestufe I bekam.

Der alte Mann hat 12 Stunden am Tag im benachbarten Pflegeheim des gleichnamigen Anbieters gesessen, bis seine Frau starb, mit der er nichtmal zusammen wohnen konnte. Es sei denn, er wäre in ein einziges Zimmer mit ihr gezogen und würde heute noch da alleine sitzen - ohne seine Möbel. - Wenn man also das Geld von der Pflegekasse kassiert hat, aber ansonsten nichts geleistet hat - dann möchte ich wissen, wie das gegangen sein soll. Man hat wohl seine Unterschrift bekommen, ohne dass der alte Mann mit beginnender Demenz einschätzen konnte, was er da unterschreibt. - Und als ich es kontrollieren wollte, hat man mich auflaufen lassen. Auch als die Anwältin Kontrolle versuchte, lief sie auf. Nichts geschah. Niemand kontrollierte. - Auch der MDK kontrollierte nur oberflächlich, nämlich das Pflegeprotokoll, das in stundenlanger Nacharbeit wohl in dem kleinen Zimmer der Pflegedienstleitung ausgefüllt worden sein muss - im Zimmer lag es nämlich selten und auch nicht komplett ausgefüllt. - Ich werde nun also einen Brief schreiben. Zieht Euch warm an.,

Ostern kann kommen???!  - Ich sage einfach mal: Ja. Das jetzige Netzwerk soll seine Chance haben.

Ich bin froh, dass ich nach all den Entbehrungen der letzten Wochen - die ich letztlich freiwillig auf mich nahm, denn ich hätte mich ja auch drücken können - nicht auch noch auf leckeres Essen verzichtet habe. Ich verzichte schon genug, und dem lieben Gott sei gesagt: Jetzt bin ich auch mal selber wieder dran.

Verfasst von baksb am 27. März 2010 - 14:31.

Neues von der Pflegefront: Es geht ein wenig voran

Samstag - die Reinigungskraft hat ihren Auftrag beim 83jährigen angenommen...

Samstag - die Reinigungskraft hat ihren Auftrag beim 83jährigen angenommen und beginnt mit ersten Tätigkeiten. Endlich. Keine fingernagellackierte Ete-Petete aus dem Bereich pseudoliberaler Dekadenz, die eher ihr Geld mit virtuellen Bankgeschäften verdient und platten Reden über soziale Ungerechtigkeit mit Arbeit verwechselt - sondern eine Witwe aus St. Petersburg, die - ohne HartzIV !! - von ihrer Rente lebt und ein wenig für Andere tun will. Na denn. Wenn auch alle 14 Tage nur.

Das Grab der Mutter ist nun endlich fertig und sieht schön aus in der frühen Frühlingssonne. Sowas kostet um die 400 Euro - allein die Gärtnerarbeit  für etwa 2-3 Stunden Arbeit sowie eine Menge von 100 ?? Sätzlingen. Gut dass es die Spenden aus der Familie gab. Wer kann sich ein Grab heute noch leisten - außer oben genannten Glücksspieler auf dem Aktienmarkt?

Die Mitarbeiterin des TANDEM-Dienstes war diese Woche sehr aktiv. Klappt gut. Danke!

Der Notfallkoffer für Krankenhausaufenthalte, den ich vor drei Wochen vom Brüderchen erbeten hatte - noch immer nicht da. Muss ich eigentlich ALLES alleine organisieren? (Bräuchte mal einige Tage ohne diese Lasten).

Die Pflegekasse schreibt, "rückwirkend" stünden noch 1100 Euro für zusätzliche pflegerische Leistungen zu. Toll. Und wie soll man das machen? Rückwirkend arbeiten geht doch gar nicht. Ist hier der Beschiss gesetzlich geregelt? Die Frau, welche diese Leistungen erbringt, macht das ehrenamtlich. Nun müssten noch 2 weitere 4 weitere Leute eingesetzt werden, da jeder ja monatlich nur 100 Euro verdienen darf - sagen sie - , und außerdem hätten sie Familie und könnten soviel Zeit nun auch wieder nicht investieren. Ich verstehe das gut! Blöde Regelung einfach. Die Kasse sollte mir das auszahlen und lieber die Fahrtkosten und die Zeit für mich ausgleichen. Aber meine ARbeit zählt nicht. Es müssen "fremde Leute mit niederschwelliger Ausbildung" sein. Toll. Das was die wissen müssen, musste ich zwangsläufig lernen. Die Praxis zwang es mir auf. Aber die Kohle bleibt der Kasse, denn rückwirkend beantragen - geht nicht wirklich.

Wochenende. Bald ist Ostern. Ich habe einige Tage Urlaub genommen, damit ich u.a. die Konferenzen mit der Tagespflege, dem Transportdienst, der Leiterin des TANDEM-Dienstes und einigen anderen Leuten ohne Stress hinbekomme - Andere würden ein paar Tage Sonne tanken. Geht bei mir nicht. Muss zwischendurch auch mal zu Hause was tun. Holz stapeln, Keller frühlingstauglich machen, Reifen wechseln, Einkaufen, einige Telefonate führen, den SChreibtisch mal von alter Post befreien... - Und sonst? Der Tag hat nur 24 Stunden.

Verfasst von baksb am 23. März 2010 - 15:41.

Was mich heute bewegt

Diverse Gespräche wegen der letzten Ereignisse an der Pflegefront in...

Diverse Gespräche wegen der letzten Ereignisse an der Pflegefront in meiner Pause geführt. Das führte dazu, dass ich meinen Vater nicht mehr an seinem Mittagstisch besuchen konnte, meine 30 Minuten Pause, die ich für Essen und Besuch nutzen darf, waren längst überschritten. Heute seh ich ihn also nicht mehr. Ich hoffe, der Transport war okay, denn auch danach hab ich heute nicht gefragt. - Verantwortungsbewusstsein hat eben Folgen. Wäre mir alles egal, wie so vielen, dann wäre ich jetzt froh gelaunt und läge faul am Strand in Alicante. Aber so bearbeite ich noch die Nachwirkungen der letzten Tage. - Selber schuld.

Bei uns sind etliche Kollegen krank oder in Urlaub - jedenfalls vertrete ich heute noch neben meinen normalen Tagesrationen Arbeit. Sonst würde ich mir frei nehmen, ein Eiscafé aufsuchen und Ohrstecker ins Ohr mit schöner Musik. Bald ist Urlaub hoffentlich.

Die spätrömische Dekadenz geruht eine gerechtere Sozialordnung einzufordern, in denen die Überarbeiteten weniger und die Leute mit Power in den Knochen (aber beschäftigt mit dem Antragswesen in Sachen Fördermittel) was zu tun bekokmmen.

Verfasst von baksb am 22. März 2010 - 18:52.

Gute Nachrichten von der Pflege"front" - Es geht voran

Es geht voran, glaub ich. Nächste Woche Gesprächsrunde wegen einiger...

Es geht voran, glaub ich. Nächste Woche Gesprächsrunde wegen einiger Unstimmigkeiten letzte Woche ist terminiert.

Ich habe einige Stunden Urlaub - und vielleicht gelingt es, mal wirklich NICHTS zu tun. Ich hoffe es.

Wo gesprochen wird, kann es nur um Lösungen gehen. Darauf freue ich mich. Und darauf, dass mein Vater noch eine Weile das jetzt schon ziemlich lädierte Gedächtnis behält, das ihm zumindest einen Tag lang ein Leben "IM JETZT" ermöglicht.

Hab eben eine Buchlesung in einer Schule für kranke Kinder gehabt - mit anderen Lektoren und Autoren. Anschließend sprachen wir von unseren Erfahrungen mit Alzheimer und anderen Alterserkrankungen, mit denen wir als Sandwich-Generatiion künftig und z.T. jetzt schon zu tun haben. Alle machen die gleiche Erfahrung - es fehlt an Kompetenzzentren, an Koordination, an passenden dezentralen Modellen.

Ich bin dabei mit TANDEM gute Erfahrungen zu machen. Und mit der AWO-Tagespflege. Und hoffentlich auch mit dem neuen mobilen Pflegedienst. Ich würde mich freuen - und der betroffene alte Vater ganz sicher vor allem.

Verfasst von baksb am 20. März 2010 - 20:32.

Heizung funktioniert in Pflegewohnung

Die rührige Frau von der ehrenamtlichen PFlegebegleitung TANDEM, welche...

Die rührige Frau von der ehrenamtlichen PFlegebegleitung TANDEM, welche sich Zeit nimmt für Menschen mit Demenz und ähnlichen Behinderungen, hat mir berichtet, dass die Heizung wieder warm ist in der Wohnung.

Habe gestern und heute nach dem Notdienst telefoniert. Das hat ja mal gut geklappt. Bin mal gespannt, wer die Rechnung bekommt. Die Firma Immobilien Lazarus als Vermieter oder ich als derjenige, der den alten Mann vom Erfrieren bewahrt hat.

Verfasst von baksb am 20. März 2010 - 12:42.

Neues von der Pflegefront: Keine Heizung im (un)betreuten Wohnen

20.3.2010, 10.00 Uhr Ich bringe die gebrauchten Hosen meines schwerbehinderten...

20.3.2010, 10.00 Uhr

Ich bringe die gebrauchten Hosen meines schwerbehinderten Großonkels, der auch von seiner (Tochter) Familie gepflegt wird, weil der mobile Pflegedienst, der gleich um die Ecke residiert in Leverkusen, nicht funktioniert hat und mehr Ärger als Hilfe war, zu meinem Vater. Der sitzt immer noch in der kalten Wohnung, weil der Hausmeister nicht erreichbar und der Notdienst nicht erschienen war - das Lazarus-Haus hat dem angereisten Notdienst gesagt, man wisse von keiner defekten Heizung im Lazarus-Wohnhaus direkt daneben, das man früher vom eigenen Hausmeister betreuen ließ und nun von der GAG betreuen lässt, was wiederum nicht funktioniert, weil der Hausmeister nur Mittwochs vormittags eine Stunde lang erreichbar ist......

Der Notdienst-Mensch wird über die Hausmeister-Notdienstzentrale der GAG nun nochmal angerufen. Er ruft jetzt mich an, weil er - gestern - nicht rein kam. Ich erkläre ihm, ich würde ihn rein lassen, wenn er da ist - angereist aus dem Bergischen Land, Reisezeit mind. 1 Stunde - aber in den Heizungskeller kann ich nicht. Da sorgt er für, sagt er. Ich gehe rüber zum Lazarus-Haus, um zu klären... aber man habe mit dem Lazarus-Hilfswerk und dem von dort vermieteten Wohnhaus nichts zu tun. - Christen sind in Südamerika tätig, können aber keine Heizung nebenan und keinen Notfall auf der Straße vor der Tür anpacken - so übersetze ich. Denn - schaue man in meine vorangegangenen Beiträge, dann weiß man, was so alles passieren kann.

Der neue Pflegedienst hat noch kein Protokoll da liegen, so telefoniere ich, weil der Vater mal wieder steif und fest behauptet, er habe die Thrombose-Strümpfe selber angezogen, es sei keiner da gewesen. Lt. Pflegedienst aber doch - schon um viertel nach sechs heute morgen. Hat er natürlich vergessen, aber beweisen kann ich es noch nicht, denn - Protokoll noch nicht da. Übergangsschwierigkeiten.

Nun bin ich mal wieder am Samstagfrüh mind. 3 Stunden unterwegs gewesen in Sachen Pflege. Würde lieber was walking machen trotz Regen, aber jetzt bin ich froh, einfach mal auf der Couch zu liegen. - Mein Wochenende findet keine wirkliche Ruhe, denn morgen muss ich ja prüfen, ob heute der Heizungsmensch was erreicht hat, anrufen wird man mich deshalb ja nicht. - Und dann muss die Wäsche noch dort gemacht werden und mal gelüftet, weil er in der Bude pafft, und es ist furchtbare Raucherluft da. Aber wie soll man das verhindern... Furchtbar. Die Realität eines blühenden Lebens geht mir für mich nun wohl endgültig in eine Phase der eigenen Alterserwartung über, denn wenn ich diese Zustände selber mal erleben muss - wer wird dann kämpfen? Die Generation iPod und MP3-Player-in-Bahn-nix-Mitkriegen-Generation?

Verfasst von baksb am 23. März 2010 - 15:26.

Neues von der Pflegefront - Der vernachlässigteTransport

Nee, ich glaub es nicht. Ich wollte mich soeben mal auf einen ruhigen...

Nee, ich glaub es nicht. Ich wollte mich soeben mal auf einen ruhigen Freitagabend freuen, da kommt die nächste Hiobsbotschaft von der Pflegefront.

Mein Vater wird Dienstags und Donnerstags mit einem Sammeltransport zur Tagesfplege gefahren. Punkt 7.40 Uhr soll er an der Haustür stehen, denn man kann nicht nach oben in seine Wohnung um ihn abzuholen, das dauert zu lange. (Man muss dann die anderen behinderten Fahrgäste alleine im Auto lassen, was nicht vertretbar ist.. Ich verstehe das).

Nun erfahre ich durch die seit einer Woche tätige Demenzbegleiterin, dass mein Vater eben NICHT um 7.40 Uhr an der Tür unten abgeholt wird, sondern frierend bis 8 Uhr mindestens da stand - draußen, weil der (angeblich) Tansportunternehmer - so mein bisheriger Kenntnissstand - nicht in die Sackgasse mit Wendemöglichkeit fährt, sondern mein Vater muss an die Straßenecke, an der er mal umgefahren worden ist. - Durch einen Anruf am Morgen des 22.3.2010 erfahre ich dann, dass gar nicht der ASB diese Fahrten macht, wie ich bisher glaubte, sondern vielmehr sei ein privater Taxiunternehmer.. Das hätte ich aber nicht erfahren, wenn nicht jemand so freundlich gewesen wäre, mir das mitzuteilen nach meiner Beschwerde. Ich wäre weiter im Glauben gewesen, dass dieser Rettungsdienst mit Fachkräften dienstags und donnerstags fährt. Tut er gar nicht.

Der Transport-Fahrer will nicht, dass mein Vater im etwas wärmeren Treppenhaus an der Glas-Haustür wartet, wo er den Bus sieht, sondern dass er 100 m weiter draußen in der Kälte wartet. Unverschämt. Einfach unverschämt. - Mir platzt der Kragen. - Woher ich das weiß? Von dem einzigen Menschen, der bereit ist, morgens freiwillig über eine halbe Stunde Zeit zu verschenken, damit mein Vater nicht alleine zum Bus mus.

Wie lange er da stand? Keiner weiß es, denn am Tage selber sagte er ihr, es sei noch sehr lange nach 8 Uhr gewesen. Es war saukalt draußen. - Wir haben vereinbart, dass das nicht wieder vorkommt, eher werde ich die Tagespflege absagen.

Und angenommen, er hat auch vorige Woche da so lange gestanden, als es noch keine Begleitung morgens ab 7 Uhr gab - dann ist das vielleicht der Grund, warum er zusammenbrach und ins Krankenhaus musste? Ich kann es nur vermuten. Ich krieg die Kotze.Aber anders kann ich es nicht ausdrücken, was mich seit aufregt. Ich bin wirklich empört. - Und die Welt dreht sich weiter. Das Management der Pflege ist weiter mein Job - neben dem Beruf, den ich ausüben darf und möchte - um das deutlich zu sagen. Andernfalls hinge ich am staatlichen Tropf ohne zu arbeiten. Kann jemand das wollen? Pflegezeit? Nützt mir nichts.

Und da die Heizung ausgeschaltet war, saß er heute Abend frierend im Wohnzimmer. Wäre ich nicht da gewesen, wäre die Heizung nicht repariert worden, denn mein erster Anruf - so später der Hausmeister-Notdienst - nutzte nichts, da er nicht ins Haus kam, der Installateur, der die Heizung auffüllen wollte. Man hatte ihm von der Hausmeister-Alarmzentrale nicht mal gesagt,. bei wem die Heizung ausfiel. Erst als ich pampig wurde, kam Bewegung rein. Schade.  -

Mein Brüderchen hat berufliche Pflichten, es geht um Umsatz, bei mir ist das ja alles egal. - Ich schimpfe nicht, aber ich freue mich auch nicht. Denn unsere Gesellschaft funktioniert so. Wer viel Geld hat, kann Dienstleistungen einfach kaufen. Wer es nicht hat, muss kämpfen, Bescheid wissen, Leute kennen. - Am besten macht man alles selbst, aber dann ist man bald in der Intensivstation mit Herzbeschwerden.

Nachtrag: Die Beteiligten hätten sich gewünscht, dass ich erstmal mit ihnen rede. Aber wie soll ich am Freitagabend, Samstag, Sonntag oder Montag während der Arbeitszeit bis 17.00 Uhr irgendwas klären, was schon am Dienstag geregelt sein müsste??? - Das geht nicht, denn schon am Samstag kam ja ein erneutes Problem - die defekte Heizung. Soll ich da auch mit dem eigentlichen Hausmeister, seinem Vertreter, dessen Bereitschaftsdienst und dem von diesem Bereitschaftsdienst entsandten Mitarbeiter reden, der nicht ins Haus kam, was ich erst wiederum einen Tag später erfuhr??? - Ich muss mehr hinter den Leuten herlaufen als ich an Arbeit hätte, wenn ich den ganzen Mist alleine machen und einfach vom Arbeitsplatz weg bleibe, mich krank melde oder sonstwie auf Kosten Anderer die Defizite im Pflegewesen zu kaschieren. Schluss. Ich erwarte von der Politik und den großen Verbänden der Wohlfahrtspflege eine Kompetenzintiative - das Ziel muss lauten: Service aus einer Hand. Sonst sollten Heime wie das Lazarus-Haus geschlossen werden, weil sie es nicht fertig bringen, morgens früh alte Menschen bis zur Abholung im geheizten Innenraum warten zu lassen - auf einem Stuhl - bis der mobile Dienst sie abholt. Wenn schon diese öffentlich finanzierten oder geförderten Firmen vor Ort nicht bereit sind, eine gute Tagespflege anzubieten, die bezahlbar ist oder eine Hilfe anzubieten, welche wirklich Hilfe ist. - Stur machen sie, was sie wollen, der Kunde ist kein König sondern ein letzter Vasall der Pflegeindustrie. - Was manche Firmen wollen: 3500 Euro monatliche Einnahmen und dann Billiglöhner als Pflegekräfte verbrauchen, bis die besten Leute gehen und der Rest bleibt, weil man sonst keine andere Arbeit findet..... Aber auch hier könnte jeder geneigte Leser meinen: Frag doch erstmal da nach... Nein danke, nicht noch einmal. Schon geschehen. Wer keine 10 Minuten Zeit am Tag aufbringen kann, um Sterbebegleitung zu machen für einen alten Angehörigen, der 12 Stunden täglich am Sterbebett seiner Frau sitzt - und damit allein bleibt, wenn er keine ehrenamtliche Hilfe bekommt... solche Firmen haben bei mir "verschissen"... pardon. Aber hier rede ich nach Empfinden, hier ist keine preußische Schreibstube.

Verfasst von baksb am 19. März 2010 - 19:33.

Neues von der Pflegefront - Die Übergabe

Freitag. 17.00 Uhr. Endlich komme ich von meiner Arbeit zum zu pflegenden alten...

Freitag. 17.00 Uhr. Endlich komme ich von meiner Arbeit zum zu pflegenden alten Vater. Der Pflegedienst hatte gestern den Auftrag, die Medikamente nach der neuen Medikation zu sortieren und dem Patienten zu verabreichen. Inklusive heute morgen. - Der verantwortliche Ansprechpartner/Dispatcher des neuen Dienstes ist mit mir beim Vater verabredet. Ich übergebe den Pflegevertrag, vereinbare auch die vorübergehende hauswirtschaftliche 40-Minuten-Leistung pro Woche - außer Fensterputzen! Die Pflegekasse findet das ja zu gefährlich, obwohl Haftpflichtversicherung vorhanden. Naja, akzeptiert.

Was stellen wir beide fest - Medikamente immer noch nicht sortiert. Ob heute morgen gegeben wurde, ist nicht mehr klärbar, nirgends notiert, steht nicht mal auf dem Tätigkeitsplan, obwohl gestern noch am Abend die Leiterin des bisherigen Pflegedienstes W-G am Telefon zusicherte, sie werde den Pfleger informieren. Ist das so schwierig?

Herzmedikament verbraucht, stellt sich heraus. Mein Vater klagte sowieso über REißen am Oberarm. Untrügliches Zeichen für Kenner des menschlichen Körpers. Alles hängt mit Allem zusammen. Schulter heißt u.a. auch Herz und Blutadern... Dass das Medikament fehlte, hat der Pflegedienst der letzten Zeit überhaupt nicht gemeldet. Denen war das scheißegal, pardon, ob mein Vater stirbt.

Tja, wir stellen auch fest, dass gerade noch 30 Minuten bleiben, bei einer Apotheke das Medikament abzuholen, die auch ohne REzept, das man nachreichen muss, bereit ist, das Medikament auszugeben. Danke! Ich rase also die 10 Kilometer dahin, vor mir die lahmen Feierabendfahrer, die sich erst noch orientierren müssen und nicht wissen, dass die gelbe Fahne an meinem Wagen so ähnlich wirkt wie ein Blaulicht. Ich muss also schleichen und schaffe es gerade noch, die Apotheke vor Schließung zu erreichen. Dann wieder zurück 10 Kilometer - Medikament ins Wohnzimmer legen, Nachricht hinterlassen. Morgen wird die neue Pflegerin das hoffentlich einsortieren. Der Dispatcher hat es mir versprochen.

Dann noch den Hausnotruf informieren über die neuen Erreichbarkeiten.

Jetzt zu Hause - das Protokoll der letzten beiden Wochen habe ich dabei. Für mich ein Beweismittel. Aber nicht das Einzige. Denn Paraphen kann man nachholen. -

Hoffnung. Hoffnung auf den neuen Vertragspartner. Und auf die nette Dame von TANDEM, die ich leider heute schon zweimal nicht erreichen konnte. Hoffnung. Mehr hab ich nicht.

Verfasst von baksb am 18. März 2010 - 21:39.

Kaum zu glauben - Medikamente immer noch nicht sortiert

Morgen ist der 19.3. - Der Morgendienst der mobilen Pflege wird noch vom...

Morgen ist der 19.3. - Der Morgendienst der mobilen Pflege wird noch vom bisherigen Vertragspartner gemacht. Firma W.-G. - Abgestritten wurde, dass die Leistungen nicht erbracht wurden, die abgerechnet werden. Aber Tatsache ist: 

- ICH habe das Rezept heute geholt, das gestern von der Firma geholt werden sollte, und die Versichertenkarte vorgelegt

- ICH habe die Medikamente besorgt, und sie so auf dem Tisch hingestellt mit Medikation und im Karton, dass jeder Blödmann - pardon - sehen muss, dass das noch sortiert werden muss - eine Aufgabe des Pflegedienstes.

- ICH habe kontrolliert ob die Strümpfe ausgezogen wurden heute - die Thrombosestrümpfe hat mein Vater selber ausgerobbt . Die Medikamente waren nicht sortiert.

- ICH habe nachgefragt, ob der Pflegedienst verrichtet wurde. Er wurde nicht. Die Leitung des PFlegedienstes wurde erst aktiv, nachdem ich angerufen habe - um 19.40 Uhr. Ich habe gebeten, zurück zu rufen.

Es wurde nur bestätigt, dass der PFleger NICHT da war und es nachholen will - obwohl der alte Mann schon schläft.

Es ist jetzt 20.32 uHR - Er hat seine Medikamente für heute Abend NICHT bekommen, und sowas soll akzeptabel sein? Firma W.-G. hat hier kläglich mal wieder versagt. Ich bin erschüttert, dass nach dem ganzen Trarara der letzten Tage das immer noch nicht klappt. MOrgen ist Übergabe. Nun muss der neue Dienst erst anlaufen. Das wird wieder Probleme geben, fürchte ich. Das Wochenende wird keines.

--

Und die Klinikleitung des nahegelegenen Krankenhauses wird mir einen Brief der Entschuldigung schreiben, das man mehrere Tage - eine Woche - benötigt, damit der Hausarzt erfährt, was der an Medikamenten verschreiben soll, nachdem der alte Vater jetzt fast eine Woche aus dem Krankenhaus raus ist - vorher einfach so umgefallen beim Warten auf den Transportbus zur Tagespflege.

Und die Rennerei hatte ich. Vermutlich wohl nur, weil ich laut geworden bin am Telefon.  Mir reichts für heute.

Verfasst von baksb am 18. März 2010 - 18:09.

Die Medien interessieren nur Skandale, keine Lösungen?!

Dem WDR hatte ich meinen Blog als Informationsquelle mit der Bitte angeboten,...

Dem WDR hatte ich meinen Blog als Informationsquelle mit der Bitte angeboten, auf der Grundlage konkreter Erfahrungen einen 6-Tage-Bericht zu machen. Die Chance ist nun vertan. Den Stress hab ich zwar immer noch, aber der neue Pflegedienst soll eine Chance bekommen. Noch immer müssen folgende Personen den Demenzpatienten verunsichern - weniger wären mehr, geht aber nicht.

1. Mobile Pflege - kommt nun viertel nach 6 morgens, zieht Strümpfe an, waschen soll um 14 Uhr stattfinden. Medikamente sortieren, ausgeben, Einnahme kontrollieren.

2. Tagespflege - zweimal wöchentlich - bei AWO

3. Abholung durch ASB-Fahrer

4. Demenzbegleiterin kümmert sich um Lücken

5. Putzfrau wird noch gesucht.

Und dann noch: Überrascht zeigte sich heute in einer Mail die Pflegeberatung der Krankenkasse, die bisher sehr hilfreich agierte. Die Tagespflege sei vorher nicht angemeldet worden. Ich hatte die AWO aber gebeten, die Anmeldung vorzunehmen. Das werde man machen. Ich hoffe, dass das jetzt nicht falsch gelaufen ist.

Achja,

ich würde gerne mal Urlaub machen, ganz weit weg, ohne Telefon, Computer, Fragen von Ärzten, Pflegediensten, Vater, ... - aber jede Woche Abwesenheit wird 5 Wochen Nacharbeit bedeuten. Also lassen wir es lieber.

 

Und der Rechtsanwalt kümmert sich um die MS-Sache.

Verfasst von baksb am 17. März 2010 - 11:26.

17.3.2010 - Neue Lösungen

Es ist Mittwoch. Die Frühlingssonne hat unsere Stadt sogar leicht erw...

Es ist Mittwoch. Die Frühlingssonne hat unsere Stadt sogar leicht erwärmt. Heute beginnt mein Dienst erst gegen Mittag, sodass ich am freien Vormittag - statt ins Schwimmbad, zum Walking oder in die Sauna zu gehen - die Gespräche beim Landschaftsverband und bei einem neuen Pflegevertragspartner führen kann.

Wir können auf das Vorgespräch vor zwei Jahren zurück greifen und darauf aufbauen. Einige gute Tipps aus dem dem Demenz-Service-Center konnte ich mitnehmen und werde an der Straffung meines Pflegemanagements für meinen Vater weiter arbeiten können. Ziel: Alles aus einer Hand?! - Wird es aber wohl nicht geben.

Dann der Termin bei einem Alten-, Kranken und Seniorenpflegeverein in meiner Nähe. Erstmalig betrete ich ein offensichtlich professionell geführtes Büro. Das Gespräch dauerte ca. eine gute halbe Stunde. Der Vertrag liegt vor mir. Ich bin guter Hoffnung, dass nun morgens früh die Thrombose-Strümpfe beim Pflegepatienten angezogen und abends auch fachmännisch wieder ausgezogen werden; dass die Medikamente zugeteilt und die Vergabe gesichert kontrolliert wird. Morgens nimmt er die meisten. Abends nur eine. Das passt ja mit den Strümpfen überein.

An die Hygieneaufgaben ist gedacht und - oh Wunder - es bleibt noch etwas vom Budget übrig für die Hauswirtschaft. Diesmal werde ich eine ganz profane Putzfrau einstellen und beauftragen, 2 Stunden pro Woche für Sauberkeit zu sorgen. Das sind 80 Euro im Monat - Das ist doch etwas für den Menschen, der von solchen Arbeiten sein Leben gestaltet, finde ich. Werde mal rumfragen, wer mir eine kompetente und zuverlässige Putzfrau (Putzmänner sind eher selten zu finden) anbieten wird.

Bleibt noch die Tagespflege. Und das behalten wir bei oder bauen es aus. Mal sehen. Hängt von den Kosten ab.

Schließlich die Angehörigen-Gruppen von Demenz-Patienten. Einmal im Monat Austausch. Kann nicht schaden.

Der bisherige Pflegedienst wird jetzt gleich mit Wirkung vom Freitagabend gefeuert. Tut mir leid. Hab mir mehr versprochen. -. So kommen wir einen Schritt voran. Und hoffentlich kann das eine Weile so laufen. Hoffen wir.

Verfasst von baksb am 16. März 2010 - 13:52.

"Bringen Sie Ihren Vater ins Heim und gehen Sie (15.3.2010,abend

"Bringen sie Ihren Vater ins Heim und gehen Sie in eine Selbsthilfegruppe...

"Bringen sie Ihren Vater ins Heim und gehen Sie in eine Selbsthilfegruppe" schreibt die Chefin des mobilen Pflegedienstes mir gestern am Abend. Meine Behauptung, die Wohnung sei nicht richtig gereinigt, die Medikamente nicht bereit gestellt, die pflegerischen Aufgaben nicht erfüllt und die 24-h-Erreichbarkeit nicht gewährleistet - alles falsch.

ICH sei das Problem. Der Pfleger habe berichtet, er sei da gewesen, habe alles gemacht... Der Patient sei eben dement, ich  würde mich zu sehr darauf verlassen - und dann .... und überhaupt...

Fakt: Im Protokoll stehen Leerstellen, die ich selber füllte mit der Frage, was denn an diesen Tagen geschehen sei.

Fakt: Wir benötigten 5 Stunden, um die Wohnung, die Wäsche, die Fenster, den Staub unterm Bett, die schmutzige Matratze, die verschlissene Bettwäsche, das fehlende Laken, die nicht zugeteilten Medikamente, die Kommunikation mit dem Arzt, dem Krankenhaus, dem Pflegedienst, usw. zu schaffen.

Fakt: In der Tagespflege geht es ihm gut. Ich war gerade wieder dort. Man lobte seine neue Kleidung, das farbige Hemd, er ist dort zufrieden, aber auch froh, in seiner Wohnung wohnen zu dürfen.

Fakt: Ich habe mich um die Demenzbegleitung gekümmert, die Dame beginnt ihre Arbeit schon. Am Sonntag waren wir in der Kirche - sie sah, dass die Medikamente nicht zugeteilt waren. Sie hörte wie ich telefonieren musste und keine Hotline erreichte beim Pflegedienst...

Fakt: Ich habe noch keinen Ersatz für den mobilen Pflegedienst, weil allen die 7 Uhr zu früh sind. Mein Vater könnte jeden Tag in Tagespflege, benötigt jeden Tag dann um 7 den Besuch der Demenz-Begleitung. Wird sie das auch machen können? Was kostet das uns? Fragen über Fragen. Aber es setzt voraus, dass der PFlegedienst das macht, was Pflegedienste machen.

Ruhe bewahren. Der liebe Gott hilft.

Oder muss ich doch selber ziemlich rackern????

Verfasst von baksb am 15. März 2010 - 14:07.

Wenn der Pflegedienst nichts tut... - Stand: 15.3.2010

Samstag, 13.3.2010 - der 83jährige mit dementiellen Störungen infolge...

Samstag, 13.3.2010 - der 83jährige mit dementiellen Störungen infolge vermutlich Durchblutúngsstörungen, nichts Genaues weiß ich nicht, kommt um halb 10 Uhr morgens aus dem Krankenhaus. Ich bringe ihn nach Hause. Für den Nachmittag ist der Pflegedienst vorgesehen, der auch die Medikamente ordnen und vorbereiten soll. Anruf abends - nicht da gewesen.

Sonntag, 14.3.2010 - ich bin verabredet mit einer Demenzbetreuerin der ehrenamtlichen und doch auch professionellen Begleiterin von TANDEM. Ich bin um halb zehn morgens da - sie kommt vereinbarungsgemäß um 10 - wir lernen uns kennen und unterhalten uns über die künftigen Aufgaben und Abwicklungen. Sehr sympathisch - mein Vater freut sich auf künftige Betreuung, wir gehen um halb elf gemeinsam zur Kirche, kommen um 12 nach Haus, Vater gleich zum Essen. Wir gehen nochmal in die Wohnung, um die Medikamente zu prüfen.
Fehlanzeige. Weder am Samstag, noch am Sonntagmorgen - und ich kann verraten: auch nicht am Abend des Sonntag und auch nicht am Montag - bis halb zehn - war jemand dort. Auch rief niemand zurück beim sogenannten Notfalltelefon, das 24 Stunden für Pflege erreichbar ist.

Heute, Montag, 10.30 ca., rief mich Frau W.-G. an und meinte, sie könne keine 24-Stunden-Bereitschaft garantieren. Und nun? Ich telefonierte und warte nun seit ein paar Stunden auf einen Rückruf des Alten-und Pflegevereins meines Stadtteils. Die fahren wohl auch in den hohen Norden der Stadt.

Eben rief auch die Chefetage des Heilig-Geist-Krankenhauses an - man entschuldigt sich, dass man weder einen Arztbericht mitgab noch einen Hinweis, ob eine neue Medikation vorliegt. - Man faxt dem Hausarzt den Bericht, damit der - er rief mich an! - wenigstens weiterbehandeln kann.

Dritte-Welt-Lage in Deutschland? Oder bin ich der Einzige, der das erlebt? Oder gibt es nur so wenige, die darüber berichten??? Ich weiß et nich.

Verfasst von Gast am 15. März 2010 - 14:05.

Neues von der Qualitätsproblematik mobile Pflegedienste

Samstag, 13.3.2010 - der 83jährige mit dementiellen Störungen infolge...

Samstag, 13.3.2010 - der 83jährige mit dementiellen Störungen infolge vermutlich Durchblutúngsstörungen, nichts Genaues weiß ich nicht, kommt um halb 10 Uhr morgens aus dem Krankenhaus. Ich bringe ihn nach Hause. Für den Nachmittag ist der Pflegedienst vorgesehen, der auch die Medikamente ordnen und vorbereiten soll. Anruf abends - nicht da gewesen.

Sonntag, 14.3.2010 - ich bin verabredet mit einer Demenzbetreuerin der ehrenamtlichen und doch auch professionellen Begleiterin von TANDEM. Ich bin um halb zehn morgens da - sie kommt vereinbarungsgemäß um 10 - wir lernen uns kennen und unterhalten uns über die künftigen Aufgaben und Abwicklungen. Sehr sympathisch - mein Vater freut sich auf künftige Betreuung, wir gehen um halb elf gemeinsam zur Kirche, kommen um 12 nach Haus, Vater gleich zum Essen. Wir gehen nochmal in die Wohnung, um die Medikamente zu prüfen.
Fehlanzeige. Weder am Samstag, noch am Sonntagmorgen - und ich kann verraten: auch nicht am Abend des Sonntag und auch nicht am Montag - bis halb zehn - war jemand dort. Auch rief niemand zurück beim sogenannten Notfalltelefon, das 24 Stunden für Pflege erreichbar ist.

Heute, Montag, 10.30 ca., rief mich Frau W.-G. an und meinte, sie könne keine 24-Stunden-Bereitschaft garantieren. Und nun? Ich telefonierte und warte nun seit ein paar Stunden auf einen Rückruf des Alten-und Pflegevereins meines Stadtteils. Die fahren wohl auch in den hohen Norden der Stadt.

Eben rief auch die Chefetage des Heilig-Geist-Krankenhauses an - man entschuldigt sich, dass man weder einen Arztbericht mitgab noch einen Hinweis, ob eine neue Medikation vorliegt. - Man faxt dem Hausarzt den Bericht, damit der - er rief mich an! - wenigstens weiterbehandeln kann.

Dritte-Welt-Lage in Deutschland? Oder bin ich der Einzige, der das erlebt? Oder gibt es nur so wenige, die darüber berichten??? Ich weiß et nich.

Verfasst von baksb am 14. März 2010 - 14:36.

14.3.2010, Neues von der Pflegefront: Einfach keiner da

Es ist Sonntag. Für 10.00 Uhr bin ich bei meinem Vater verabredet - es...

Es ist Sonntag. Für 10.00 Uhr bin ich bei meinem Vater verabredet - es wird auch die Dame kommen, die sich im Monat etwas zu HartzIV verdienen darf und deshalb bei TANDEM nach einer entsprechenden "niederschwelligen Ausbildung" die Demenzbetreuung vornehmen wird - familienbegleitende Hilfe.

Der 83jährige Vater ist seit gestern aus dem Krankenhaus zu Hause. Der Pflegedienst war aber abends wohl nicht da, die Strümpfe zog er selber aus - immer noch sind die Thrombose-Strümpfe, die neu sind, nicht benutzt worden. Was macht der Pflegedienst eigentlich. Ich seh ihn nie, Besprechungen gibt es nicht, Rückmeldungen sind mir nie konkret genug. Für gestern galt: Abends kommt einer, der richtet die Medikamente, nimmt die Aufgaben wieder auf. -

Heute also das Vorgespräch, danach wollen wir gemeinsam zur Kirche gehen. Ein Spaziergang für Leib und Seele an einem Sonntag. Die Frau von Tandem ist eine gleich sympathische Frau. Sie wird sicher mit meinem Vater klar kommen. Wir haben einiges besprochen.

Dann stellen wir nach der KIrche fest, dass die Medikamente von heute morgen noch nicht zugeteilt waren, nicht eingenommen worden waren, die Strümpfe auch heute morgen vom Vater allein angezogen worden waren - er wusch sich selber... so wie das eben ist, wenn man mit einem Arm sich immer überall festhalten muss und ständig zu stürzen droht.

Ich habe heute fünf oder sechs mal telefoniert - der Pflegedienst ist an seinem 24-h-Bereitschaftstelefon nicht erreichbar, zum Schluss kommt nur noch ein Signal, als sei überhaupt keine Verbindung mehr möglich. Festnetz und Mobiltelefon, keine Mailbox mehr. Ich habe noch meine Entrüstung ausdrücken können, beim ersten Anruf, beim zweiten, dann aber gibts keine Möglichkeit mehr.

Ich spreche dem Arzt aufs Band, weil auch nicht genug Medikamente fürs Herz da sind. Morgen, Werktag, kann ich mich nicht kümmern, dann habe ich berufliche Pflichten, frei nehmen geht nicht.

TANDEM wird also das auffangen, was der Pflegedienst nicht macht. Was haben wir nur für ein Pflegesystem, dass man nur wählen kann zwischen mobiler Schlechtpflege und stationärer Schlechtpflege.

"Ich habe eigentlich nur Gutes gehört", sagt die Dame von der Pflegeberatung neulich. Tja, klar, wer weiß schon wo und wie man sich beschweren kann. Man wechselt den Dienst, zum wievielten Male, aber das Pflegeheim wechselt man nicht mehr so schnell, denn ständiges Umziehen belastet mehr als ständiges Leiden am Defizit.

Mein mobiler Dienst wird gefeuert, aber ich suche noch, wer das übernehmen kann. Hoffentlich kann die Dame vom Pflegedienst aus P., der mir die Verbindung zu Tandem endlich herstellte, nachdem mein eigener Vertragspartner dass drei Monate nicht schaffte, mir auch eine neue Pflegedienstverbindung schaffen. Ich bitte drum.

Mein Vater ist heute gar nicht vergesslich. Die Demenzphasen sind unberechenbar. Heute konnte man gut mit ihm klar kommen. Möge es weiter so sein, denn wenn jemand dement ist und schlechte Pflege bekommt, dann hat man keinen mehr, mit dem man die Erfahrungen austauschen kann.

Achja,

Verfasst von baksb am 13. März 2010 - 13:43.

Zwischen Notfall und Osterhoffnung

Dienstag - er brach zusammen, war 2 Stunden ohne Hilfe, weil auch der Notruf...

Dienstag - er brach zusammen, war 2 Stunden ohne Hilfe, weil auch der Notruf mich nicht alarmierte. Ich erfuhr durch Zufall davon, Vater ins Krankenhaus - heute, 5 Tage danach ist er mit mir neu eingekleidet nach Hause gefahren. Gestern 5 Stunden Arbeit in seiner Wohnung. Nachholen was der teuer bezahlte hauswirtschaftliche Dienst der Pflegefirma nicht geleistet hatte. Unterm Bett saugen, die Bettwäsche wechseln, den Schrank mal ausräumen und duftende Lagerwäsche mal aussondern. Müll entsorgen, der sich so ansammelt im Laufe eines Pflegelebens... Lüften, putzen, Küche vom Fett befreien, Wäsche waschen, Klo desinfizieren - tja, die Pflegefirma meint, alles sei gemacht. Ich seh das anders.

Am Sonntag lernen wir die Frau von TANDEM kennen, die künftig mit mehr Zeit - 20 Stunden im Monat - von der Kasse bezahlt das macht, was Demenzpatienten eigentlich benötigen - Menschen, die man wiedererkennt. Anders als der Pflegedienst der mit verschiedenen Leuten mal morgens und abends die Strümpfe wechselt, die Medikamente bereitstellen soll und beim Waschen und Anziehen helfen soll. Ihm ist alles immer zu früh - dem Pflegedienst. Aber man kann Menschen nicht zwingen, sich den Zwängen eines Pflegedienstes unterzuordnen - das stimmt doch irgendwie nicht.

Alles Weitere berichtete ich unter "Wenn Menschen alt werden" im allgemeinen Teil dieses Forums.

Verfasst von Gast am 11. März 2010 - 20:45.

Neues von der Pflegefront - Stand: 11.3.2010

Viel ist geschehn in den letzten Tagen. Einiges berichtete ich. Heute eine...

Viel ist geschehn in den letzten Tagen.
Einiges berichtete ich.
Heute eine Begegnung im Krankenhaus mit einer engagierten Frau, deren Mann schon viele Jahre sehr dement ist. Sie hat fürchterliches im Krankenhaus erlebt, jetzt ist er wieder drin - und sie erkämpft das Zimmer für die Angehörige, also diesmal für sich, ihren Mann - aber auch für die KÜnftigen.
Sie sagt: Da legt man einen Zettel neben den Patienten mit einem roten Pfeil: "hier unterschreiben". Aber der ist doch für sie als Betreuerin des schwer dementen Mannes. Die Generation iPod und Handy hält es im Krankenhaus (!) eines christlichen Trägers nicht mehr für nötig, die Angehörige zu bitten, anzusprechen, einzubeziehen. Als ich sie frage, wie es ihr geht, wären beinahe die Augen übergelaufen, das hat sie selten oder nie jemand gefragt. - Mich aber auch nur selten. Daher frage ich. Einer muss anfangen.

Mein Vater unterhält sich mit dem anderen alten Mann, ist wohlauf, freut sich über die Unterhaltung am Krankenbett. Sein Oberhemd hat er an, den Schlafanzug nicht, darauf ein Kaffeefleck - ihm ist es egal. Die Frau mit dem ganz dementen Mann sagt, "sie reinigen nichtmal die Fingernägel. Aber das wäre doch nötig, weil da sich Keime bilden"... Ich sehe meinen Vater. ER ist froh, dass ich ihm den Stock bringe. Das 24-h-EKG ist abgebaut, wann er raus kommt unklar. Ich müsste es wissen. - Ich bin nun an drei Tagen morgens und abends im Krankenhaus. Noch nicht ein einziges Mal hat jemand gefragt, wo ich um viertel vor sechs im Dunkel der Station denn hin will. Ich hätte Straftaten verüben können, kein Checkin, kein Schutz, die Hilflosen sind ungeschützt. Nicht einmal das Gutenmorgen, das früher, ich stamme aus dem 20. Jahrhundert (/!) eine Nonne sagte mit einem Lächeln und dem gespürten Kreuzzeichen der Hilfe - sie gibt es nicht mehr im Haus der Cellitinnen in dieser großen Stadt. Wo sind sie? Diese Frauen, die nicht für Geld liebten sondern Jesus im Nächsten sahen und den neuen Schwestern den Rücken stärkten - von einigen Giftbienen sicher mal abgesehen, die es überall gibt.

Dann schnell nach Haus - Die Frau von der Pflegeberatung der Krankenkasse hat gewechselt - die Neue berät mich gut. Ich erfahre was:

- Verhinderungshilfe, man kann sie auch in Stunden bekommen, es müssen nicht Wochen sein. Ich kann jemand bitten, für mich etwas beim kranken Vater tun zu lassen, bezahle dafür und reiche es gegen Quittung bei der Kasse ein. Sie schickt mir ein Formular. Ich könnte sie küssen. Das erfahr ich ein Jahr nach dem Tode der in einem Pflegeheim schlecht und tot gepflegten Mutter und dem Vater, der sein Leben nicht selbst organisieren kann.

- Wenn sonntags jemand den VAter zur Kirche begleitet - da gibt es in Köln ein Projekt der Stadt. Ist das nicht wunderbar. Die ARGE macht das gemeinsam mit anderen Beteiligten der Sozialbetriebe der Stadt Köln. Sie schickt mir den Flyer. Daraus kann doch was werden, denn wenn der Mensch gut ist, der meinem Vater sonntags hilft, dann hab ich sicher mal einen Tipp wie er in einen noch sicheren Job kommen kann, wir können voneinander profitieren. Hoffe ich. Bitte ich.

- TANDEM - die Unterstützung für demente Menschen. Bald wird es los gehen. Gestern war die Dame von dem neuen Pflegedienst da, die ich vielleicht bald nehmen werde, weil sie jemand hat, der gleich "um die Ecke" wohnt und mein Dienstag und Donnerstag-Problem lösen hilft. Jemand, der schon um 7 für eine halbe STunde in die Wohnung kommt, damit der Vater nicht allein auf den Transporter zur AWO-TAgespflege warten muss. Ist das nicht schöne??!!!

Ich freue mich, dass es voran geht. Und ich habe mich gefreut, dass mein Bruder, der in der Welt des Kapitalismus lebt, mir immer wieder sagt, wie er froh ist, dass ich das mache. Und ich bin froh, wenn ich mal ne Auszeit habe. DEnn ich brauche Zeit zum Beten - für die Pfarrerin, deren Sohn bei einer Feier gestürzt ist und im Koma liegt - seit Wochen. Eine der letzten Pfarrerinnen, die sich mal um mich kümmerten, braucht Hilfe. Lasst uns gemeinsam beten. Es wird gelingen. Mit Gottes Hilfe.

Verfasst von baksb am 11. März 2010 - 22:40.

Neues von der Pflegefront 11.3.2010

Es geht jeden Tag voran, nur - man wird älter dabei. Aber nicht im guten...

Es geht jeden Tag voran, nur - man wird älter dabei. Aber nicht im guten Sinne.

Verfasst von baksb am 4. März 2010 - 17:22.

5 Pflegefirmen - keiner hat morgens um 7 Uhr Zeit

Nachdem die aktuelle mobile Pflegefirma mir mitteilt, man könne Dienstag...

Nachdem die aktuelle mobile Pflegefirma mir mitteilt, man könne Dienstag und Donnerstag nicht um 7 Uhr beim Patienten sein, der dann in die Tagespflege geht, habe ich einige Empfehlungen abtelefoniert. Aber niemand hat Kapazitäten frei um diese Zeit. Zuviele Patienten bekommen Insulin morgens gespritzt, sagt mir einer. Ein anderer sagt, man suche dringend Pflegekräfte.

Ich sage, dass es ein Unding ist, dass ein Pflegeheim pro Pflegemonat 3500 Euro bekommt und sonstige Zuschüsse für Immobilienvermehrung, die Pflegekräfte aber wenig und ein mobiler Pflegender nur 420 Euro monatlich für denselben Patienten und dieselbe Häufigkeit der Präsenz - "und noch einen A...tritt", ergänzt der Chef der mobilen Pflegefirma.

Ich habe den WDR angeschrieben und die Aktuelle Stunde gebeten, sich dieses Themas mal anzunehmen. Ob es kommt? Ich zweifle schon. Zu kompliziert.

4.5 Millionen Arbeitslose wollen keinen Pflegeberuf. Warum wohl? Ich sitze schon um viertel vor 7 im dienstlichen Büro und bekämpfe die Kriminalität. Welche Disziplin ist eigentlich sonst noch vorhanden. Wer hilft mir, meinen Job zu tun, indem man meine Eltern pflegt. Säße ich hier auch nicht, dann würde noch jemand fehlen, der die Chaoten dieser Zeit vernünftig dem Gericht vorführt. - Nur die, welche viel Geld haben, können sich ein Taxi leisten, dass für 10 Euro pro Fahrt erst um 8  oder 9 zur Tagespflege fährt. Wir haben die Kohle nicht. Der Patient erst recht nicht, weil er verarmt ist, seit seine Frau im Pflegeheim ausgebeutet wurde bis zum Tod. Ich bin ziemlich sauer.

Verfasst von baksb am 7. März 2010 - 12:38.

Anfragen an den Bundestag

Habe heute die Fraktionen im Bundestag angeschrieben. Fürchte aber...

Habe heute die Fraktionen im Bundestag angeschrieben. Fürchte aber Wahlkampfantworten statt eine Antwort auf die Frage, warum das Pflegechaos sein muss und Pflegeheime ein Vielfaches an Geld bekommen gegenüber mobiler Pflege und warum mobile Pflege ebenso wenig wirklich gut ist wie stationäre und warum man im Krankenhaus Dekubitus bekommt, wenn am Wochenende die stationäre Pflegeeinrichtung mangels Personal den Patienten ins Krankenhaus schickt.... Alles selber erlebt. - Nun suche ich, wie gesagt im einen "Fall" für Demenzpatienten eine Pflegefirma, die auch um 7 Uhr morgens schon die Strümpfe anzieht. Und im anderen Fall, Multiple Sklerose, suche ich einen Fachanwalt, der einer Patientin, die keine Rechtsschutzversicherung hat, die Klage vor dem Sozialgericht so durchkämpft, dass nicht erst in 20 Jahren das Bundesverfassungsgericht die heutige Praxis kritisiert sondern die Hilfe jetzt kommt.... Auch wenn in 20 Jahren erst das Gesetz den Bedürfnissen angepasst werden sollte und die Millionäre von heute merken, dass auch ihr Hintern mal abgewischt werden muss.

Verfasst von baksb am 4. März 2010 - 15:18.

Wenn es dem Pflegedienst zu früh ist morgens

Eben der Anruf des mobilen Pflegedienstes und eine Mail. "Bitte suchen Sie...

Eben der Anruf des mobilen Pflegedienstes und eine Mail.

"Bitte suchen Sie sich einen anderen Pflegedienst. Wenn ihr Vater am Dienstag und Donnerstag in die Tagespflege geht und schon um 7 Uhr aufsteht", damit er um 7.40 Uhr unten an der Tür stehen kann, wo er abgeholt wird, dann haben wir dafür kein "Zeitfenster".

Ich telefoniere gerade mir die Finger wund - und erhalte auch bei Alternativen Ablehnung. Der Landschaftsverband Rheinland mit seinem Zentrum teilt mir aber eine Telefonnummer mit. Ich muss das gleich mal machen - ein neuer Versuch. HILFE.. Wer quasselt da von "Unterstützung für Angehörige", wenn das, was man tun muss und nicht kann, nicht gemacht wird - Tagespflege findet mein Vater toll. Nur - wie kommt er hin, wenn man ihn nicht morgens besucht.

Verfasst von baksb am 3. März 2010 - 18:39.

Ich erhalte auf meine Anfrage

Ich erhalte auf meine Anfrage an alle demokratischen Parteien im Deutschen...

Ich erhalte auf meine Anfrage an alle demokratischen Parteien im Deutschen Bundestag zum Thema Pflege nur von einer einzigen Stelle regelmäßig Post: Das Büro der Bundestagsabgeordneten Elisabeth Scharfenberg. Sie kennt den Pflegebereich, habe ich erfahren, daher hier eine Info, die vielleicht interessiert:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Familienministerin Kristina Schröder hat ein neues Modell einer Pflegezeit für pflegende Angehörige vorgeschlagen (u.a. heutige Ausgabe der FAZ). Sehen Sie dazu zur weiteren Verwendung eine Pressemitteilung von Elisabeth Scharfenberg MdB, Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Christian Hans

--
Christian Hans
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik
Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Tel.: ++49 (0)30 227 -74532, Fax: -76655
E-Mail: elisabeth.scharfenberg.ma01@bundestag.de
Web: www.elisabeth-scharfenberg.de

Postanschrift:
Deutscher Bundestag, 11011 Berlin

3. März 2010
Pflegezeit: Ideen von Ministerin Schröder völlig unausgegoren

Zum Vorschlag von Familienministerin Schröder, eine maximal zweijährige Pflegezeit einzuführen, erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik:

Netter Versuch, doch leider stimmt an Frau Schröders Vorschlag so gut wie nichts. Sie setzt voraus, dass die Angehörigen die Pflege übernehmen. Das geht völlig an den Realitäten vorbei. Viele Angehörige können oder möchten diese höchst belastende Aufgabe nicht erfüllen. Frau Schröder will die Pflege wieder auf den billigsten Pflegedienst abwälzen, nämlich die Familien – im Zweifel die weiblichen Angehörigen. Damit werden alte Rollenbilder zementiert.

Immer mehr Familien leben zudem nicht am gleichen Ort. Dann haben die Betroffenen nichts vom Schröder-Modell, weil sie weiterhin halbtags arbeiten müssen. Zudem liegt die durchschnittliche Pflegedauer bei acht bis neun Jahren. Was helfen zwei Jahre Auszeit, wenn der Pflegebedarf danach noch auf Jahre weiter besteht?

Auch arbeitsrechtlich stellen sich viele Fragen:Wissen die Arbeitgeber eigentlich schon, was finanziell auf sie zukommt? Was ist, wWas, Wwenn während dieser Pflegezeit gekündigt wird? Was, wWas, Wwenn die/der Arbeitnehmer/in den Job wegen der Pflege doch ganz aufgeben muss oder will? Was, wenn der Arbeitgeber in dieser Zeit in Konkurs geht? Muss das "auf Pump" gezahlte Gehalt trotzdem zurückgezahlt werden? Wenn ja, von wem? Wir sind gespannt, wie Frau Schröder das regeln will.

Schwarz-Gelb sollte lieber das bestehende Pflegezeitgesetz der großen Koalition verbessern. Während der Pflegezeit muss es eine steuerfinanzierte Lohnersatzleistung geben. Wir sehen den Sinn der Pflegezeit darin, in dieser Zeit in Ruhe eine gute Pflege dauerhaft zu organisieren, nicht sie selbst zu übernehmen. Darin liegt einer der elementaren Denkfehler von Frau Schröder.

Die Bundesregierung konnte uns auf Nachfrage nicht einmal sagen, wie viele Menschen bisher Gebrauch vom Pflegezeitgesetz gemacht haben. Sie konnte uns auch keine Auskunft geben, wie eine Aufteilung der 6-monatigen Pflegezeit erfolgen kann. Also, erst mal die Hausaufgaben machen, bevor unüberlegte Überlegungen auf den Markt geschmissen werden.

Hintergrund:

· Schriftliche Fragen von Elisabeth Scharfenberg zur Pflegezeit: BT-Drs. 17/584, 17/757

· Pflegezeitkonzept der grünen Bundestagsfraktion:

http://www.gruene-bundestag.de/cms/archiv/dokbin/189/189617.fraktionsbeschluss_pflegezeitgesetz.pdf

Verfasst von baksb am 3. März 2010 - 18:47.

2jährige Pflegezeit

Ich hätte gerne Pflegezeit während des gesamten Pflegezeitbedarfs,...

Ich hätte gerne Pflegezeit während des gesamten Pflegezeitbedarfs, das kann mehrere Jahre dauern. Aber bis das mal umgesetzt ist, ist nicht nur bereits meine Mutter gestorben (2009) sondern meine beiden anderen Pflegebedürftigen auch.

"Man muss Arbeit und Familie zusammenbringen können", sagen Frauen, die schon nach dem 3. Lebensmonat eines Kindes wieder Geld verdienen wollen oder manchmal müssen.

"Man muss Arbeit und Familie zusammenbringen können", sage auch ich, der ich nicht nur einen Enkel mal betreuen möchte, sondern auch meine Eltern betreuen MUSS und - aus christlicher Verantwortung auch möchte - und darüber auch Zeit für meine Kinder UND FÜR MICH haben muss.

ABER: Mir wäre lieber, wenn es eine wirklich gute Pflege im Haushalt des Bedürftigen gäbe und die Angehörigen WIRKLICH ENTLASTET WÄREN. Dann würde ich gerne mehrfach die Woche zum Kaffee und Gespräch über Höhen und Tiefen des Lebens den alten Vater, die alte Mutter, den Bedürftigen in der Familie oder einen ehrenamtlich zu Betreuenden begleiten. Pflege muss wirklich professionell und menschlich gut sein . Da hapert es enorm nach meiner langjährigen Erfahrung. Nur: Viele Angehörige wissen das nicht, wollen es nicht wissen, kämpfen nicht, oder wollen nicht kämpfen - oder sie können es nicht.

Aber weder die Yuppieh-FDP der Westerwelles hält das für angebracht noch die, welche das Fordern bei HartzIV eingeführt haben. Und der Rest macht nur Politik auf dem Rücken kleiner Leute. Ich bin ziemlich sauer.

Verfasst von baksb am 3. März 2010 - 18:35.

MS-kranke 75jährige: Erneut Ablehnung durch MDK

Tja, während ich an der Demenz"front" manage kommt an der MS-...

Tja, während ich an der Demenz"front" manage kommt an der MS-"front" wieder Bewegung. Der MDK hat mal wieder den Antrag auf Pflegeleistungseinstufung abgelehnt. Wir wissen nicht weiter. Wer hat ERfahrungen mit Klagen vor Sozialgericht? Formlos? Helfen Verbände? Was tun?

Gibts nicht irgendwann mal eine Woche Ruhe an der Pflegefront? Es ist eine Front, denn überall ist kämpfen angesagt, nichts wird da geschenkt.

Verfasst von baksb am 2. März 2010 - 19:57.

Das Ringen um konkrete Pflegebedürfnisse

EINER DER TYPISCHEN SCHRIFTWECHSEL Hier die Antwort, weiter unten der zugrunde...

EINER DER TYPISCHEN SCHRIFTWECHSEL

Hier die Antwort, weiter unten der zugrunde liegende Brief - per Mail/ohne Gespräch-

Sehr geehrte Frau ....Pflegedienst....

zu 1.
Wenn mein Vater die Strümpfe selber an- und ausziehen kann, dann kann man die Strümpfe wegwerfen. Ich konnte nicht kontrollieren, was der Vertreter von dem Sanitätshaus und wie gemessen hat. Offenbar aber misst er zu spät, also nach dem Aufstehen, sodass die Strümpfe einfach zu groß sind morgens und am Abend. Ich kann es nicht ändern. Aber notfalls müssen die umgetauscht werden.

Die Frage ist, warum mein Vater schon die Strümpfe an hat. Vermutlich möchte er aufstehen und frühstücken und vermutlich ist der "Strumpf"dienst einfach zu spät. Angeblich kommt abends auch nicht immer jemand, der sie auszieht. Ich habe deshalb das Pflegeprotokoll erbeten und telefoniere mit meinem Vater. Sinnvoll wäre, wenn man nach dem Strumpfanziehen meinen Vater ermuntert mich anzurufen und mitzuteilen, dass jemand da war. Anders gehts nicht.

zu 2.
Dienstag und Donnerstag holt der ASB meinen Vater zur AWO um 7.40 Uhr unten an der Tür ab. Wie soll mein Vater aber pünktlich unten sein, wenn er sich allein waschen und anziehen muss, weil er eben wohl schon früher aufsteht, um nicht zu spät zu sein. Ich verstehe das in seiner Lage. Er ist aufgeregt und freut sich, dass er gleich abgeholt wird. Ist doch gut, wenn er das macht. Dafür telefoniere ich mit ihm abends mehrfach vorher, damit er gut einschläft.

Es wäre also wichtig, dass der "Pflegedienst" (Waschen, Anziehen, soziale Betreuung im Rahmen der Zusatzleistung) bereits um 7 Uhr bei ihm ist, und dass der "Medizinische Arbeitsauftrag" (Medikamente bereitstellen, Einnahme kontrollieren, Strümpfe anziehen, Auffälligkeiten besprechen mit Patient und ggf. Arzt benachrichtigen und Angehörige) in der Zeit stattfindet, bis er abgeholt wird.

Die abendliche Leistung bestünde darum insbesondere aus dem medizinischen Arbeitsauftrag (Medikamenteneinnahme kontrollieren, bereitstellen für den anderen Morgen und Mittag - zur Mitnahme zur AWO- und so weiter - zeitlich etwas knapper ausfallen könnte.

(Ich finde es übrigens schön, dass durch die Tagespflege an zwei Tagen der Woche er richtig aufblüht, auch wenn er oft abends oder anderntags vergessen hat, dass er dort war).

zu 3.
Hauswirtschaftliche Leistungen
Ist völlig in Ordnung, dass der hauswirtschaftliche Dienst an Mo, Mi oder Fr. stattfindet. Wichtig ist aber auch, dass bei den Pflege- und Medizinischen Terminen jeweils gelüftet wird, um Schimmelbildung und Folgen der Raucherluft zu reduzieren. Wenn ich komme, insbesondere am Wochenende, ist da fürchterliche Luft.

zu 4.
Ich habe keine Bedenken, dass wir von Zeit zu Zeit telefonieren statt Zettel von mir zu entziffern. Leider erreiche ich Sie aber immer dann, wenn ich bei meinem Vater bin, nicht. Und leider ruft auch keiner danach zurück, obwohl ich darum bat. Das ist bedauerlich. Ich hatte mir von unserer Zusammenarbeit versprochen, dass die "xx-Netzwerk"-Philosophie auch mich einbezieht als Angehörigen, denn wer kümmert sich um den Rest:

zu 5.
Ich besuche meinen Vater im Tagespflegebereich der AWO mittags am Di und Do, komme zusätzlich ein bis zweimal die Woche zu ihm, telefoniere täglich, manchmal mehrfach.

Derzeit bemühe ich mich um Gespräche mit dem Sozialpsychiatrichen Dienst in (xxx-Stadtteil) zur Organisation der weiteren Pflege meines Vaters, weil es ja nicht besser werden wird mit ihm.

Ferner führe ich Gespräche und Schriftverkehr mit dem Kuratorium deutsche Altershilfe, dem Demenz-Service-Center NRW, der Caritas, der Diakonie, muss Kontakte zur Kirche knüpfen wegen Sonntags-Kirchgang meines Vaters (dafür haben wir immer noch keinen), muss mit dem Hausarzt korrespondieren, mit der Politik kämpfen (die mir zumutet ca. 25 Organisationen zu managen, die sich um meinen VAter kümmern müssten - und habe keinerlei Unterstützung dabei hier. Zu mir kommt keine "Socke", pardon, und packt die Fragen an, die die weiteren pflegerischen Bedürfnisse meines Vaters unter Verzicht auf 3900 Euro "schlechtes-Hotel-Kosten-der-Pflegeindustrie" vermeiden helfen.

Aktueller Bedarf:
- Können Sie mal bitte tagsüber die zuständige Seniorenberaterin der Stadt ..., Frau ... bitten, den Wohngeldantrag meines Vaters zu verlängern?! Sonst bekommt er ab 31.3. kein Wohngeld mehr und kann die Miete nicht mehr bezahlen.
Ich versuche das morgen selber während des Dienstes, aber über Ihr Netzwerk haben Sie sicher bessere Kommunikationswege als ich, denn ich habe die Dame in den letzten drei Jahren noch nie persönlich gesehen oder erreicht.

Mit freundlichen Grüßen

"baksb" (anonymisiert)

 

ZUVOR SCHRIEB DER PFLEGEDIENST

Am 02.03.2010 16:32, schrieb der Pflegedienst:

Sehr geehrter Herr NN.

ich habe einige Fragen der pflegerischen Versorgung Ihres Vaters betreffend.

1. Herr NN hat regelmäßig morgens die Kompressionsstrümpfe angezogen, wenn der Pflegedienst kommt. Das bedeutet der Pflegedienst kann seine Auftrag nicht erfüllen.

Wir können lediglich Kontrollieren ob Ihr Vater Zuhause ist oder morgens sicherstellen, das er regelmäßig 2 Gläser Wasser trinkt und seine Medikamente nimmt.

Dafür zeichnet der Pflegedienst Medikamentekontrolle ab. Sind Sie damit einverstanden?

2. Heute Morgen brachte ich Ihren Vater, wie besprochen , in das Foyer des benachbarten Pflege-Hauses . Zum eine stellte ich fest das wir nur durch den Notausgang rein kamen und danach kam ich nicht mehr raus. Grund dafür ist, das die Verwaltung erst gegen 9 Uhr öffnet und bis dahin die Nachtschaltung aktiv ist, damit keiner unkontrolliert das Haus verlässt. Das bedeutet das mein Mitarbeiter Ihren Vater, um 7.40 Uhr nur bis hinter die erste Türe bringt.

3. Hauswirtschaft findet an den Tagen statt, an dem Ihr Vater auch da ist. Denn die Putzfrau hat keinen Schlüssel. Der Schlüssel hat dann der Frühdienst, der auch die Kom- Strümpfe anzieht.

4. Ich sehe das Sie mir Zettel mit Informationen schreiben, leider kann ich das Geschriebenen nicht lesen.

Mittwoch bringt Frau ZZ Ihren Vater zum Neurologen Dr. XX*

Mit freundlichen Grüßen

N.N. Pflegedienst

 

*Das sollte schon im Dezember passiert sein (Anmerkung von baksb)

Verfasst von baksb am 28. Februar 2010 - 16:17.

Bedingungsloses Grundeinkommen?!

Folgende Meinung hatte ich für zwei Minuten bei Anne Will eingetragen - er...

Folgende Meinung hatte ich für zwei Minuten bei Anne Will eingetragen - er wurde dann gelöscht:

 

"211
Der Kommentar wartet auf Freischaltung.
28. Februar 2010 um 14:50 Uhr

Ich setze mich für ein für ein für das Leben ausreichendes Grundeinkommen! Hätte ich es, ich würde die Pflege meiner beiden noch pflegebedürftigen engen Verwandten nicht mehr nach meinem aufreibende Dienst abends machen sondern hätte zumindest halbtags Zeit dazu, sodass meine Stelle nicht nur einem anderen zumindest zur Hälfte zur Verfügung stünde. Bezöge meine Frau eines, würde sie statt mit 55 Jahren noch Kinder zu erziehen von Leuten, die vielleicht manchmal sicher ein Mehrfaches von ihr verdienen; sie könnte sich auch um ihre pflegebedürftige Mutter kümmern. Und der Tod meiner Mutter wäre für diese alte Frau nicht so einsam gewesen, wie er manchmal war, weil ich arbeiten MUSS und kein Grundeinkommen habe, das mir und meinen Kindern und dem Enkel die Zukunft sichern hilft. Denn sorge ich nicht für mich und uns Zwei, haben uns eines Tages die Kinder "am Hals".

Interessiert jemand, woher das Geld kommt?

Ich würde es von den Maschinen nehmen, welche heute die Arbeit ersetzen, die früher Menschen tun konnten, die kein Studium hatten. Was für hohe Geldbeträge verdienen Kommunikationsunternehmen, Logistikzentren, Rechenzentren - während früher der Postbriefträger noch Zeit für einen Kaffee hatte, quält er sich für ein paar Euro und ist nicht abgesichert. Den ganzen öffentlichen Dienst hat man privatisiert. Und die Leute sitzen zu Haus und sind verstimmt, weil sie nicht genug zum Leben und keine Aufgabe haben, aber sich nur um das Geldreinholen kümmern müssen.

Und die arbeitslosen Studierten könnten ihr Wissen in den Dienst der Gesellschaft stellen statt mit Abschluss in der Pflege zu arbeiten, wo sie zu wenig verdienen und zudem möglicherweise keine Lust zu haben – was dann deutlich zu spüren ist, wie ich in den letzten Jahren in Krankenhäusern und Pflegeheimen gemerkt habe. – Wenn ich hier sehe, dass man diesem Thema sich nicht oder nur oberflächlich und eher mit Grinsen in den Medien befasst, dann ist es schon traurig. Ehrenamtliche Arbeit zählt eben bei den Hochverdienern – auch im Medienbereich – nicht viel.

Das sieht man auch daran, dass man einen Herrn Hartz ehrt mit einem Gesetzestext, obwohl er genau das gemacht hat, was zu kritisieren ist – fordern statt fördern.
 

Verfasst von baksb am 22. Februar 2010 - 20:02.

Mal was Positives

Mal viele positive Nachrichten seit ein paar Tagen: 1. Mein Vater -83- freut...

Mal viele positive Nachrichten seit ein paar Tagen:

1. Mein Vater -83- freut sich - gerade noch telefoniert - darüber, dass er Dienstags und Donnerstags nun regelmäßig mit einem Bus des ASB abgeholt und abends wieder in der Tagespflege abgeholt und nach Hause gebracht wird. - Geschafft. Er bekommt Frühstück, hat Freude, man kümmert sich wirklich gut um die Menschen dort. Eine engagierte Frau leitet die offene Station, man kann dort zu Besuch gehen während der Tagespflege, und weil ich da in diesem Haus ja Mittag esse, kann ich ihn mindestens zweimal die Woche dort kurz besuchen. Ich musste aber heute mindestens 8 Telefonate führen, weil er ständig anrief wegen morgen. Dann ist der erste "bezahlte" Tag. Er hat schon vergessen, dass es ihm neulich so gut gefiel. - Darum rufe ich kaum noch jemand an :-)

2. TANDEM wird nach dem Urlaub der Frau R. - die haben einen Innovationspreis bekommen wegen ihrer Angebote und Kontaktvermittlung für Demenz-Patienten - einen Mann vorstellen, einen Handwerker, der auch im Garten werkelt. Mein Vater soll sehen, ob er mit ihm klar kommt. Dann wird unter den Beiden vereinbart, wie oft sie sich sehen, ob der alte Vater was pflanzen will, irgendwohin mitfahren und was besichtigen will usw. Hört sich sehr gut an. Ein Konzept, das die Sozialdezernentin der Stadt unterstützt hat.

3. Ich hab mit dem Kuratorium deutsche Altershilfe www.kda.de gesprochen und bin an das www.Demenz-Service-Center - Link weiter unten - weiterverwiesen worden. Dort gibt es innovative Konzepte für wohn- und familiennahe Pflege, man hat Geld für solche Konzepte und - ich bin gespannt, wie das weiterläuft. Ein Tipp - Danke.

4. Ich hab Kontakt zur Katholischen Gemeinde in dem Stadtteil, in der Nähe meines Vaters, und versuche jemand zu finden, der sonntags meinen Vater zur Kirche abholt. Dann hab ich viel geschafft.

5. Bezüglich MS warten wir auf die nächste Ablehnung des Medizinischen Dienstes. Wir bereiten uns auf eine Klage vor dem Sozialgericht vor und haben dabei Unterstützung der Verbände.

Siehe auch hier:
http://www.demenz-service-nrw.de/content/seite46.html
http://www.kda.de
 

Verfasst von Kathy_Valiant am 22. Februar 2010 - 22:51.
Kommentar auf: Mal was Positives

Toll, viel erreicht!

Mensch, da hast Du ja eine Menge geschafft. Ich bin gespannt, wie es mit dem...

Mensch, da hast Du ja eine Menge geschafft. Ich bin gespannt, wie es mit dem KDA wird. Und hoffe, dass das Entlastungssystem für Deinen Vater was bringt. Und die Pflegestufe für die Schwiegermutter.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 23:00.

Tagespflege

Zum Thema Tagespflege unter: Mein Leben zwischen Pflege, eigener Vorsorge und...

Zum Thema Tagespflege unter: Mein Leben zwischen Pflege, eigener Vorsorge und Sorge um meine Kinder und meinen Enkel

 Heute machte der 83jährige Vater einen kostenlosen Probetag im AWO-Tagespflegebereich. Aber die Kosten, wenn es regelmäßig wäre? Nicht bezahlbar.

Es war wie früher, als wir unsere Kinder das erste Mal in den Kindergarten brachten, obwohl hier Erwachsene zusammen finden. Aber - jubel! - es hat ihm sehr gut gefallen. Er freut sich auf kommenden Dienstag, wo das erste Mal ein ganzer Tag vereinbart ist. - Die Kosten machen mir Sorge, denn die Fahrt kostet nicht nur 5,80 Euro - sondern jede Fahrt. Und dann schon um 7.40 Uhr morgens. Will er etwas später, dann kostet es Taxigebühr 10 Euro. Und zurück das gleiche Problem. 20 Euro Fahrtkosten pro Tag plus 16,60 Euro Ernährung - das kann er sich nicht leisten - und wir auch nicht. Das ist nur der Betrag, der selber aufzubringen ist, sofern die Grundpflege nichts übrig lässt.

Wer hat 500 Euro so mal eben bei einer Rente von 950 und einer Miete von 350 warm und Telefon und ein paar Wünsche...??? - "Fürchtet Euch nicht", denke ich da. Irgendwas wird schon irgendwie klappen. Und wenn nicht, dann muss es abgebrochen werden.

"Es hat mir sehr gut gefallen. Danke." - Endlich mal ein schöner Satz von meinem alten Vater.

Verfasst von baksb am 18. Februar 2010 - 10:39.

Heute mal Ruhetag?

Es ist Donnerstag. Erster Tag der Fastenzeit. Und ich hab endlich mal einen...

Es ist Donnerstag. Erster Tag der Fastenzeit. Und ich hab endlich mal einen Ruhetag. Doch wie lange wird er dauern, dieser Urlaubstag. Heute könnte ich feiern gehen, was ich an Karneval verschieben musste - wegen der Pflegeproblematik und des Stresses wegen, der da plötzlich kam. Aber heute feiert keiner mit mir, denn alle sind wieder an der Arbeit. Alle, die Karneval so hassen oder verdammen - vergesst nicht, dass es ein kollektives Treffen zum Feiern ist. Und der letzte Rest kollektiven Tuns überhaupt in einer Gesellschaft, die nur weitgehend an sich denkt. Heute könnte ich, aber heute gehts nicht. Carpe diem war mal mein Motto. Nutze doch den Tag. Werd ich machen. Das Holz stapeln aus der Garage, das Büro etwas aufräumen von Belegen und - Olympia gucken.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 13:26.
Kommentar auf: Heute mal Ruhetag?

Verlaufen

Er hatte sich verlaufen
Verfasst von baksb am 17. Februar 2010 - 20:27.

Eine Woche Demenz trotz Karneval

Kurz vor Karneval jeden Tag eine Beschäftigung mit dem Unverä...

Kurz vor Karneval jeden Tag eine Beschäftigung mit dem Unveränderlichen. Allein. Mit Verwaltungen gesprochen, Termine vor Ort, in meiner Wohnung und so weiter. Kirche? Wenn man so will, mögen da auch Leute aus Kirchen bei gewesen sein. Erkannt hat man es nicht. Es ging immer um Finanzierung, Fahrtkosten, Anträge... - Gut, auch ich bin Teil von Kirche. Aber meine Rolle war nicht ansatzweise etwas, das mit Glauben zu tun hatte. Außer: Die Verzweiflung über 3 Jahre Pflege"front" als "Aufgabe Gottes" zu interpretieren. - Aber mein Gottes"bild" hat sich gewandelt seit der vor 35 Jahren begonnen Beschäftigung mit dem Völkermord, der Rolle der Kirchen dabei, der Opfer der Widerstandskräfte und vieler anderer Dinge. Nein, ich glaube an den Weg Jesu, aber die Nachfolge ist eher ein Nachrennen, denn seine Wege sind sehr lang.

Verfasst von baksb am 11. Februar 2010 - 12:59.

Eine Demenz-Woche

Der alte Vater beschwert sich über die Überweisung zur Abklärung...

Der alte Vater beschwert sich über die Überweisung zur Abklärung des Demenz-Verdachtes.

Die Frau von der AWO bietet TAgespflege an - Haken: Jede Fahrt 8,50 Euro, außerdem das tägliche Essen für über 16 Euro, dann noch die Abrechnung mit der Pflegekasse und dies und das - keine Ahnung. Aber die Fahrtkosten kann keiner Zahlen. Das wären ja im Monat bei 30 Tagen weit über 250 Euro, dazu nochmal die Essensrationen mit 480. Bei einer Rente von 900 Euro und einer Miete von 350 Euro geht das nicht.

Gut, Sozialamt. Aber die Dame sagte, dass dann die Miete zu hoch sei, er müsse umziehen in eine Wohnung mit 310 Euro warm höchstens. Sonst gibts nix. Außerdem sei ja wohl 900 Euro Rente genug. Hilfe gibts da nicht, sagt die schnippige FRau damals. Die Seniorenberaterin im Bezirksamt - sie sprach mit dem alten Mann, aber der konnte mir einen Tag später nicht erzählen, worüber man gesprochen hat. Ich versuchte sie zu erreichen - Fehlanzeige. Ruft zurück. Rief nicht zurück. Nochmal versucht - nicht erreichbar. Irgendeiner im Nachbarzimmer - ja, da müssen Sie schon mit... Okay. Ich lass es, in meinem Büro regt sich der Chef auf, warum ich privat telefoniere. Lassen wirs. So erlebt. Nach heute übertragen. Aber ich machs heute nicht nochmal.

Gestern dann der Mann von der Caritas. Hat endlich geklappt nach 8 Versuchen der Terminabsprache und KOntaktaufnahme. Aber, H err. nein, ihre Vorschläge in Ehren, hören sich gut an. Dezentrale Pflege ist auch im Kommen. Aber für Ihre Eltern wird das erst in ein paar Jahren möglich sein. Wir starten gerade mal in 3 oder 4 Bezirken der Region. Geduld. Geduld. Hab ich nicht. Echt nicht. Ich schon, aber der alte Mann nicht, die alte Frau nicht mit der MS, die keine Pflegestufe bekommt... Ich krieg die Krätze.

Heute der Termin mit der Frau von Tandem. Will sich um Demenzthema bei uns mobil kümmern. Prima. Rief gerade an, Termin muss verschoben werden. Ich hatte extra Urlaub genommen. Lust auf Karneval? Echt nicht. Ich werd aber heut Nachmittag ins Pfarrheim gehen - mit der Familie. Nach drei Kölsch wird s besser gehen.

Nun wird der Demenz-Termin Aschermittwoch wohl stattfinden müssen. Ich hab früher mal richtig schön Karneval gehabt und konnte Aschermittwoch zum traditionellen Fischessen. Nun aber muss man sich 30 Jahre vor der eigenen Demenz schon mit dem SCheiß beschäftigen - - - pardon. Aber weder AWO, noch Caritas noch private Pflegefirma haben mir als Angehörigem bisher irgendwie geholfen, denen zu helfen, denen ich nicht selber alleine helfen kann.

Am Sonntag gehts dann nicht zum Zug sondern bei "Opa" Kaffee trinken. Total toll.

 

Achja: Als unsere drei Kinder klein waren, schlossen die Kindergärten um 12. Wir mussten kämpfen, dass Arbeit und Kinder zusammen passten. Nun sind die Kinder groß, Eltern geben ihre Kinder schon um 7 morgens in den Einrichtungen ab und holen sie um 5 ab. Furchtbar. Wir wären mit 13 Uhr zufrieden gewesen. Der Kampf ist gekämpft, andere haben den Nutzen. Nun ist unsere Generation dran, für die Eltern zu kämpfen. Werden wir schaffen. Machen wir gern. Aber wer kämpft mal für uns? - Die Handy- Facebook- keine-Lust-auf-Kinder-Generation? Zukunft ist toll - wenn man sie selber mal genießen kann. Genießen. Nicht ständig erkämpfen.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 13:21.

Caritas will sich melden?

Eigentlich wollte sich jemand von der Caritas melden, einen Termin machen und...

Eigentlich wollte sich jemand von der Caritas melden, einen Termin machen und sich mit mir hier und mit anderen Experten treffen. Über eine Woche ist rum - nix passiert. Zwar ein schlecht verständlicher und zu schnell gesprochener Text auf AB, aber mein AB kann nur einmal abgehört werden. Und nun? Die Rufnmmer stimmte nicht.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 13:21.

Domradio berichtet im Januar 2010 über Projekt der Caritas

Oh Wunder. Domradio brachte einen guten Beitrag über Konzepte der Caritas...

Oh Wunder. Domradio brachte einen guten Beitrag über Konzepte der Caritas. Passte aber  nicht auf unsere Problemlage. Was nutzt das schönste Pflegeheim am anderen Ende der Stadt, wenn man da nun mal nicht hinziehen will oder kann. Warum auch die ganze Familie durch die Stadt hetzen, wo doch Pflege dort sein könnte, wo die alten Menschen sind oder wo Angehörige sind.

Da rief doch jemand Wichtiges an. Caritas. Diakonie. Was so ein Brief alles bewirken kann. Bald Termin. Bin mal gespannt.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 13:22.

Pflegedienst kommt nach Plan - nicht er gebraucht wird?

Samstag ein 55. Geburtstag. Der 82jährige mit der beginnenden Demenz soll...

Samstag ein 55. Geburtstag. Der 82jährige mit der beginnenden Demenz soll und möchte dabei sein. Zum Kaffee hole ich ihn ab. Reisezeit 45 Minuten. Wir kommen gegen viertel vor drei bei mir zu Hause an - alle Gäste sind da. Um 17.ooUhr muss er wieder zu Haus sein, sagt er. Weil der Mann vom Pflegedienst kommen könnte. Gern hätte ich ihm Bescheid gesagt - aber eine Telefonnummer gibts nicht. Das angebliche 24-Stunden-Telefon - Anrufbeantworter. Die Bitte um Rückruf - nicht erfolgt. Ich schaffe ohne Stress es nicht vor 17.20 Uhr, ihn zu Hause abzuliefern. Lieber hätte ich ihn zum Abendessen noch bei uns gehabt. Aber die Strümpfe krieg ich nicht aus ohne das Zusatzteil... diese Hanschuhe. - Außerdem möchte ich selber dne Besuch mal in Ruhe sprechen.

Nein, geht nicht. Pflegedienst war schon da. Nochmal angerufen - keiner dran gegangen.

Schwiegermutter mit MS möchte auch nach Haus. Ich bring sie rüber.

Den Kuchen? Die Reste ess ich abends. Schön war so ein Geburtstag der Familienangehörigen nicht. - Aber das geht ja jetzt schon seit 2007 so. Und keinen interessiert es von denen, von denen ich es erhofft hatte.

Verfasst von baksb am 19. Februar 2010 - 13:23.

Wohnortnahe Pflege? Mein Vorschlag gescheitert.

Heute gescheitert bei dem Versuch, die Caritas im Kölner Norden für...

Heute gescheitert bei dem Versuch, die Caritas im Kölner Norden für mein Projekt zu gewinnen, damit ich meine zwei Pflegefälle nicht in ein Heim geben muss sondern sie in ihren Wohnungen lassen kann, wenn es schlimmer wird.

Es gibt entweder Heimpflege oder Zuhause-Minutenpflege für mich. Die Variante "eine bleibt zu Haus" geht nicht, weil dann kein Zuhaus mehr da ist.