Es war einmal: Ehrenamtliche Airportseelsorge am Flughafen Düsseldorf.
Aber man kann es auch allgemeiner ausdrücken: Es war einmal in jeder Gemeinde Seelsorge.Wir über uns
... sich mitfreuen (bei der Ankunft, Geburt, Zuzug, Kindergartenbeginn, Schulbeginn, Abschluss, Berufseinstieg, u.v.a.
... trösten nach Abschied, Tod, Krankheit, Verlust, Trennung, u.v.a.
... einen Halt geben bei Flugangst, Angst überhaupt, u.v.a.
... gestrandete Menschen auffangen, Ausgegrenzte, Flüchtlinge, Abschiebehäftlinge befreien im Geiste Gottes
... verwirrten und psychisch kranken Menschen eine Orientierungshilfe geben !
... aufgeregte oder aggressive Menschen beruhigen
... einen Reisesegen sprechen
... Menschen in Krisen begleiten
Und so hieß es in der Berichterstattung der EKiR-Website zur ehemaligen Airportseelsorge (es könnte für jede Seelsorge gelten, die zunehmend auch ehrenamtlich sein muss):
"Wir haben es geschafft. Nach einem intensiven Auswahlverfahren sind wir das zukünftige Team der Evangelischen Airport-Seelsorge Düsseldorf. Aber ehe wir uns so richtig engagieren dürfen, heißt es erst einmal "lernen, lernen, lernen". Im November 2005 beginnt unsere Ausbildung zum "Ehrenamt in der Airport-Seelsorge". Unter Leitung der Airport-Pfarrerin Antje Reichow werden wir theoretisch in der seelsorglichen Arbeit ausgebildet. Diese Ausbildung macht sie aber nicht allein, sondern in Zusammenarbeit mit dem pensionierten Pfarrer Wolfgang Altpeter. Und damit das Ganze nicht so theoretisch bleibt, wird jeder und jede von uns einmal im Monat bei Frau Reichow für 4 Stunden in der praktischen Seelsorgearbeit am Airport Düsseldorf hospitieren. Natürlich werden wir dabei auch unsere ersten eigenen Erfahrungen sammeln, indem wir unter ihrer Anleitung kleine Aufgaben übernehmen. Im Frühjahr 2007 werden wir dann endlich eigenständige Dienste in der Airport-Seelsorge Düsseldorf übernehmen. (Quelle: www.airportseelsorge.de; eigene;) "
Der Stand der Website: 2007 . Der Inhalt ist veraltet, aber er ist so immer noch auf dem EKiR-Server; und der Text sagt noch heute, was die Intention der ehrenamtlichen Airportseelsorge sein sollte.
Hier meine Fragen:
Was ist daraus geworden, seit die Begründerin uns verließ?
Hat man die Ehrenamtlichen - die aktiven und die aus persönlichen Gründen derzeit inaktiven - wirklich sehr geschätzt?
Was ist aus dem ersten Team geworden, das es jemals gab?
Wenn jemand geht - was geschieht danach? Jesus erzählte einmal das Beispiel vom guten Hirten, der dem einzelnen Schaf nachgeht, und der sogar dafür die Herde allein ließ.
Einladung zum Gespräch:
(Die hier gezeigte Ehrenamtstätigkeit ist seit 2010 durch Kirchenkreise übernommen worden. Das Ehrenamt wird dabei zunehmend in den Hintergrund gedrängt, höre ich. Ich selber kann aus beruflichen Gründen nicht mehr mitwirken.)
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| Anhang | Größe |
|---|---|
| Aussendung der 72 JuengerInnen | 20 KB |
| Airport_Ehrenamt_Selbstdarstellung_03022007 | 45.5 KB |
Kommentare
Uns gibt es nicht mehr
Da habe ich tatsächlich mal eine Ausbildung gemacht. Aber die Initiatorin, Pastorin A.'R., wurde vor einigen Jahren in einem sehr schnellen Verfahren durch einen neuen Pastor ersetzt. Warum, habe ich nie erfahren. Und irgendwann fehlte mir dort etwas, ich ging. Inzwischen gibt es wieder eine völlig neue Regelung. Ein neuer Pastor ist eingesetzt und wird von 8 Kirchenkreisen finanziert. Der Hauptamtliche.
Aber die Ehrenamtlichen heißen nicht mehr "Ehrenamtliche Airportseelsorge". Es ist ein ehrenamtlicher Passagierdienst mit sehr eingeschränkten Aufgaben und Handlungsrechten. Ich bin längst nicht mehr dabei.
Also erneut die Frage: Gibt es wirklich "Ehrenamtliche Seelsorge"? Die katholische Kirche beschränkt Seelsorge auf bezahlte Kräfte, die über mehrere Jahre Theologie studiert haben und eine Missio haben, einen Sendungsauftrag der Kirche. Ehrenamtliche sind dort keine Seelsorger, auch wenn sie oft genug die Einzigen sind, welche ansprechbar sind - und sei es die Reinigungsfrau in der leeren Kirche.
Die Stärkung des Ehrenamtlichen Dienstes an der Seele muss in der Evangelischen Kirche neu gedacht werden. Voraussetzung ist, dass der Weg Jesu und das Evangelium die Mitte ist - und nicht ein formeller und möglicherweise nur bezahlter Tätigkeitsbereich. Kirche ist keine Stadtverwaltung. Kirche ist Gemeinschaft und Weg - nach meiner Auffassung. Und da gehören die ehrenamtlichen Tätigkeiten dazu, welche heute noch weitgehend unbeachtet bleiben und innerhalb von Berufsausübung, Familie, Nachbarschaft und anderen Kreisen ganz leise stattfinden. Bisher jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass meine Arbeit für die Pflege, innerhalb meines Berufes, in der Gemeinschaft mit Freunden und in den vielen Einzelgesprächen mit Hilfesuchenden auch nur ansatzweise geachtet oder mit Wertschätzung bedacht ist. Bisher ist nur derjenige in der Kirche wahrgenommen, der sonntags in der Gemeinde zu sehen ist. ABer dann frühstücke ich mit meiner Frau. Die sehe ich morgens sonst ganze Wochen lang nicht, weil wir beide früh morgens zur Arbeit fahren.
Unjd die frühere ehrenamtliche Mitarbeit im Chor der Nachbargemeinde? Wir gingen aus persönlichen Gründen. Seither hören und sehen wir nichts und niemand mehr. Aus den Augen aus dem Sinn. Wer als Schaf nicht hinter der Gemeinde herrennt, wird vergessen. Der gute Hirt würde wenigstens mal fragen.