Ich bin mit einem Dutzend anderer, genau halbe-halbe Männer und Frauen, zwischen zwanzig und fünfzig beim Barcamp in der Kellerbar der Bornheimer Kirche. Der Betonraum spielt insofern eine Rolle, als in dem nüchternen Umfeld das oberöstereichische Temperament der Referentin besonders angenehm zur Geltung kommt. Sie spricht über ihre Aktivitäten, für die Katholische Kirche in Österreich missionarisch die zwei Millionen der acht Millionen Einwohner anzusprechen, die sich bei Facebook registriert haben.
Erfahrungen: Am besten über allgemein interessante Themen, die nicht gleich als Propagandaseiten identifiziert werden, und bei denen sie mit anderen zusammenarbeiten kann. Zum Beispiel der arbeitsfreie Sonntag und das Autofasten.
Es geht darum, einen „Kommunikationsraum zu eröffnen“. Was macht sie, wenn Kirchenkritiker oder „noch schlimmer, Dogmatiker“ sich auf den Seiten äußern?" fragt der, nach Eigenvorstellung, Alltagsphilosoph zu meiner Linken, der mit Block und Stift da sitzt und nach seinen Angaben alles erst per Hand schreibt. „Da muss man kommunikativ mit umgehen“, ist ihre unerschütterliche Antwort. Und führt einiges theologisch weiter aus, womit sie sich in ihrem Studium befasst: „Paulus hätte auch keine Angst vor der Kommentarfunktion.“
Die Zeit wird knapp für die Session in der Kellerbar: Nächste Folie: „Social Media klappt nur, wenn es viele tun. … Charismen wahrnehmen, Dezentralität, Subsidiarität.“ „Der erste Schritt der Glaubenskommunikation ist erst einmal zuhören. Das würde ich eins zu eins in Social Media übersetzen.“ Sie bietet auch Workshops und künftig Papers an, wie man das praktisch macht. Ihre Frage: Social Media als Türöffner, aber – außerhalb der Jugendarbeit – ist die Kirche wirklich schon so kommunikativ? Vielleicht in der Gemeinde, aber einen Schritt weiter schon nicht mehr?
„Wo bietet Kirche milieusensibe, lebensweltorientierte Orte für Digital Natives?“ Kurze Diskussion über „Digital Naives“ - Josua aus Marbug fragt nach dem Begriff – und ab welchem Alter es die gibt „mein Cousin, der ist 9!“. Plädoyer von dem Jesus-Freak, dass man nicht so abgehobene Projekte machen sollte, sondern mehr für der Durchschnittsuser.
Insgesamt eine sehr inspirierende Stunde, die zeigt, wie wichtig die Person ist, die kommuniziert. Das will ich nach der Mittagspause in einer eigenen Session mit Leuten vertiefen: wie zeige ich mich als Christin im Netz, welche Erfahrungen mache ich? Stichwort "our mission in the Community".
Kommentare
Klingt spannend
Hallo Kathy,
schön vom Bar Camp hier zu lesen. Ich hab heute im wahrsten Sinne des Wortes verpennt. Von daher finde ich es gut trotzdem virtuell dabei zu sein.
Herzlichen Dank.
Liebe Grüße,
Ralf