Der Countdown läuft, der Flieger würde auch ohne uns abheben. Bevor der Urlaub beginnen kann, ist noch einiges zu erledigen. Projekte abschließen, Übergaben vorbereiten, dazwischen Meetings. Damit alles noch rechtzeitig geschieht, vergewissere ich mich häufiger als sonst der Uhrzeit. Ich blicke auf eines meiner zwei Handys, es verrät mir die Zeit. Auch das Festnetz-Telefon im Büro zeigt die Uhrzeit an. Rechts unten auf dem Computer-Bildschirm tickt ebenfalls eine Uhr. Auf dem Weg zur und von der Arbeit blicke ich auf große Uhren auf den U-Bahnstationen. So bin ich bestens orientiert, dass ich nicht zu spät komme.
Auch privat sind noch einige Dinge zu besorgen, bevor der Urlaubbeginnen kann. Die Uhr an der Mittelkonsole im Auto verrät mir, wie viele Minuten noch bis zum Geschäftsschluss verbleiben – so gelingt es mir, gerade noch rechtzeitig, Post aufzugeben und Arzneimittel in der Apotheke abzuholen.
Während ich packe, überleg ich mir, ob ich eine Uhr mitnehmen soll. Im Alltag brauche ich keine Uhr, denn ich kann fast überall die Zeit ablesen. Ein Handy werde ich im Urlaub nur selten angeschaltet haben, das ist im außereuropäischen Ausland zu teuer, außerdem möchte ich nicht durch Anrufe aus dem Schlaf gerissen werden, wenn Anrufer aus Deutschland in eine anderen Zeitzone hineintelefonieren. Mein Notebook werde ich hoffentlich nur am Abend anmachen, das Telefon am Schreibtisch wird natürlich im Büro bleiben. Wenn ich auch im Urlaub die Zeit wissen will, müsste ich eine Uhr mitnehmen – ich verzichte aber darauf…
Die Anzeigetafel im Flughaben zweigt eine Verspätung von zwei Stunden beim Abflug an. Noch kann ich mich zum Glück an der Zeitanzeige meines Handys orientieren, wie lange wir noch zu warten haben. An Board schalte ich natürlich das Handy dann ab – ohne Armbanduhr muss ich nun schätzen, wie lange der Transatlantikflug noch dauern wird. Zum Glück zeigt der Bildschirm im Flieger zwischen den Filmen Informationen zum Flug an, neben Flughöhe und Geschwindigkeit auch die „time to destination“.
Nach der Landung stelle ich im Flughafen mein Handy wieder an und setze es auf Auto-Update für die Zeit, so dass ich die Ortszeit erhalte. Leider erkennt mein Handy nicht das ausländische Netz- und ich bin zeitlos.
Zum Glück ist der Tagesablauf im Urlaub nicht durchorganisiert – es ist mir richtig angenehm, aufzustehen, ohne vom Wecker wach geklingelt zu werden. Die Sonne gibt eine grobe Orientierung, allerdings geht sie hier im Süden etwas später auf und am Abend früher unter.
Eine Uhr sehe ich nur noch an der Rezeption des Hotels, allerdings dort dann gleich vierfach. Eine zeigt die Ortszeit an, eine andere die Zeit aus Madrid, aus London und aus Los Angelos. Warum neben der Ortzeit gerade diese drei Städte ausgewählt wurden, bleibt mir rätselhaft – London als Stadt mit dem Nullmeridian vielleicht ausgenommen.
Nicht nur die Stunden und Minuten empfinde ich ohne Uhr anders, auch die Tage nehme ich anders wahr. Ich muss schon überlegen, welchen Wochentag wir heute haben. Urlaub ist zeitlos – nur den Rückflug darf ich nicht verpassen.

Kommentare
Zeitlos im Urlaub
Ich bewundere dich. "Zeitlos im Urlaub!" Ohne Uhr am Handgelenk fehlt mir was. Ich muss ja im Urlaub oder in meiner Freizeit nicht so oft draufschauen. Aber bei mir haben muss ich sie schon. Womöglich bekomme ich im Hotel kein Frühstück mehr, wenn ich nicht rechtzeitig da bin. Oder ich verpasse den Reisebus der mich an ein gebuchtes Ausflugsziel bringen soll.
Natürlich hoffe ich, dass du dich in deinem "zeitlosen Urlaub" gut erholt hast und mit neuer Kraft wieder in den Alltag starten kannst.
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Reise
Gute Reise und einen schönen Zeitlos Urlaub *lächel* mal wünsch !!!
wink wink Mondregenbogen
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heute schon der zeite tag wieder im büro - habe den rückflug also doch nicht vergessen, allerdings einige leute etwas genervt, wenn ich doch mal nach der zeit fragen musste