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Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist es aus mit mir! Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tue ich nicht.

Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will`s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen. Das soll mein Glaube sein!  (Martin Luther)

P.S.: Habe ich heute morgen mit meiner Frau in der Andacht für den heutigen Tag gelesen und möchte es als Thema Rechtfertigungspraxis in den Kreis stellen.

Wie gehen wir als Christen unterschiedlicher Konfession mit unserer Bosheit, Schwachheit und unserem Zurückbleiben gegenüber den Forderungen Gottes in seinen Geboten an uns um?

Lieben Gruß Aaron

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Kommentare 31

Kommentare

Verfasst von Coriander am 20. Januar 2010 - 16:26.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Ja, lieber Aaron, das ist ein äußerst beliebter Text, der sehr...

Ja, lieber Aaron, das ist ein äußerst beliebter Text, der sehr "lutherisch" klingt und auch hundertfach im Netz der Netze zu finden ist.

Eine Kleinigkeit gibt es anzumerken: Dass der tatsächlich von Martin Luther stammt, lässt sich nicht nachweisen. Die Forschungsstelle in Tübingen, die sich mit dem mittlerweile abgeschlossenen Luther-Register befasste, wurde so häufig danach gefragt, dass sie einen Standardbrief liegen hatte, der die Anfragenden beschied, dieser Text sei in  Luthers Werken nirgends zu finden. Und wenn die ihn nicht finden können, dann kann das wohl sonst auch niemand .

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von -Aaron- am 20. Januar 2010 - 17:29.

RE: RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Hallo Coriander Danke für den Hinweis. Das Andachtsbuch heißt: Axel...

Hallo Coriander

Danke für den Hinweis. Das Andachtsbuch heißt: Axel Kühnen, Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben, Aussaat Verlag 6. Auflage 2000, Seite 22, 20. Januar.

Zum Glück lese ich zur Zeit in den Briefen Martin Luthers und dort habe ich einen inhaltlich vergleichbaren Brief  an Georg Spenlein vom 8. April 1516 gefunden. Und dann gibt es ja noch die Aussage Luthers, wo er sich als alten Madensack bezeichnet. Das wäre vergleichbar mit dem Blinddarm, als den er sich in dem falschen? Zitat sieht.

Lieben Gruß Aaron

Verfasst von Coriander am 20. Januar 2010 - 17:37.

RE: RE: RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Ja. Vergleichbare oder irgendwie ähnliche Stellen nannte die...

Ja. Vergleichbare oder irgendwie ähnliche Stellen nannte die Forschungsstelle auch. Nur eben dieses Zitat, das überall herumgeistert, das ist nicht zu belegen :)

 

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von sashi am 20. Januar 2010 - 17:51.

Reh: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich...

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen....

Wie ist das gemeint? Sarkastisch? Natürlich gibt es auch angeborene Bosheit. Dies passiert oft wenn eine schwangere Alkohol trinkt und dadurch Hinrzellen des Babys zerstört.

Aber bei gesunden gibt es keine angeborene Bosheit.

Verfasst von sashi am 20. Januar 2010 - 18:16.

RE: RE: Reh: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Das Bewußtsein für die Grenze zwischen "gut" und "b...

Das Bewußtsein für die Grenze zwischen "gut" und "böse" kann ertrunken werden. Dazu gehört auch die Gewaltgrenze.

Verfasst von sashi am 20. Januar 2010 - 19:38.

RE: RE: RE: RE: Reh: Rechtfertigungspraxis:

Hii, nein, ich habe nicht sagen wollen das alle Menschen mit dieser Behinderung...

Hii, nein, ich habe nicht sagen wollen das alle Menschen mit dieser Behinderung böse sind bzw. die moralischen Grenzen übertreten. Aber es kommt häufig vor.

Verfasst von Paula am 21. Januar 2010 - 16:04.

RE: Zentraler Bestandteil der christlichen Lehre,

Wer sagt: Ich kenne Gott, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lü...

Wer sagt: Ich kenne Gott, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht.
1.Johannes 2,4
 

steht in der heutigen Tageslosung. Wie paßt das mit der Rechtfertigungslehre zusammen? Wozu die Gebote, wenn sie doch nichts gelten sollen, mal ganz abgesehen davon, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, die Gebote alle zu halten. Aber sollten wir uns nicht nach unseren Kräften darum bemühen? Ich habe, ehrlich gestanden, ein Problem mit der Rechtfertigungslehre und sehe es ähnlich wie radi.brock

Gruß, Paula

Verfasst von Bruder_Bernd am 26. Januar 2010 - 9:40.

RE: RE: RE: Zentraler Bestandteil der christlichen Lehre,

Lieber radi.brock, Du fragtest: "Macht dasaus mir den neuen Menschen?...

Lieber radi.brock,
Du fragtest: "Macht dasaus mir den neuen Menschen?"

Ja! Durch die Taufe wird jeder Mensch unwiderruflich Teil des unversalen Leibes Christi!

"Besitze ich durch die Taufe wirklich mehr als jemand der ungetauft gläubig auf Gott vertraut."

Nun, wenn jemand wirklich gläubig ist und auf Gott vertraut, dann wird er sich doch auch taufen lassen, wenn er das Sakrament nicht bereits als Kind geschenkt bekam.
Wer von der Taufe nichts weiß, ist aber nicht verloren oder vom Heil ausgeschlossen. Der Katholische Erwachsenen-Kathechismus sagt dazu:

"Die Kirche lehrt die Heilsnotwendigkeit der Taufe nur für diejenigen, denen die Taufe verkündet wurde und die die Möglichkeit hatten, sich für die Taufe zu entscheiden. Da Gott das Heil aller Menschen will (vgl. 1 Tim 2,4-6), kann ein Mensch, der nach seinem Gewissen lebt und den Willen Gottes so tut, wie er ihn konkret erkennt, und der deshalb gewiß die Taufe begehrt hätte, wenn er um ihre Bedeutung gewußt hätte, aufgrund einer solchen "Begierdetaufe" das Heil erlangen."

Ich nehme an, die Lehre der Evangelischen Kirchen sieht ähnlich/gleich aus.

T
Bernd

Verfasst von Bruder_Bernd am 25. Januar 2010 - 19:09.

RE: RE: Reh: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Lieber Raskolnikov, Du erlaubst bestimmt, dass ich Deine Feststellung, "...

Lieber Raskolnikov, Du erlaubst bestimmt, dass ich Deine Feststellung, "Nach protestantischer Überzeugung (auch nach katholischer, wenn ich recht unterrichtet bin, aber dort nicht ganz so ausgeprägt), kommt der Mensch als Sünder zur Welt.", im Sinne des Katholischen Katechismus ergänze.

Im Katholischen Katechismus, Band 1, Dritter Teil, IV Die Sakramente, 1.2 Die Taufe - Sakrament des neuen Lebens steht u.a. folgendes:

Die Taufe wäscht und reinigt uns von der Sünde (vgl. 1 Kor 6,11; Apg 22,16). Sie löst uns aus der verhängnisvollen Schicksalsgemeinschaft aller Menschen unter der Macht der Sünde und befreit uns von der Erbsünde wie von allen bisher begangenen persönlichen Sünden. Positiv ausgedrückt ist die Taufe Wiedergeburt zum neuen Leben (vgl. 231-247 Joh 3,3.5; Tit 3,5; 1 Petr 1,3.23).

pace e bene
Bernd

Verfasst von -Aaron- am 20. Januar 2010 - 18:20.

Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Zitat Ja. Vergleichbare oder irgendwie ähnliche Stellen nannte die...

Zitat Ja. Vergleichbare oder irgendwie ähnliche Stellen nannte die Forschungsstelle auch

Wie komme ich da ran?

Einstweilen dieser Ausschnitt aus dem erwähnten Brief an Spenlein, der ja wohl echt sein dürfte:

Hüte Dich, dass du nicht einmal nach einer so großen Reinheit trachtest, dass du vor dir nicht als ein Sünder erscheinen oder gar (ein Sünder) sein willst. Denn Christus wohnt nur in Sündern. Er ist in der Tat vom Himmel herabgestiegen, wo er unter Gerechten wohnte, damit er auch unter Sündern Wohnung nehme.  Diese seine Liebe rufe Dir immer wieder ins Gedächtnis, und Du wirst seinen süßen Trost reichlich erfahren. Wenn wir durch unsere Mühen und unsere Trübsal zu einem guten Gewissen gelangen müßten, wozu wäre dann jener gestorben. Folglich wirst du nur in ihm Frieden finden durch getroste Verzweiflung an Dir und Deinen Werken.

Verfasst von Coriander am 20. Januar 2010 - 19:37.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Wie komme ich da ran? Recherchieren und hinschreiben. Ich weiß das nicht...

Wie komme ich da ran?

Recherchieren und hinschreiben. Ich weiß das nicht mehr auswendig. Luther-Register, Forschungsstelle, Heidelberg, Tübingen ... sowas.

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von Gast am 21. Januar 2010 - 17:45.

RE: RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Hallo Raskolnikov, wer waren wir denn vor dem Sündenfall? Wie meinst du das?...

Hallo Raskolnikov,

wer waren wir denn vor dem Sündenfall? Wie meinst du das? Adam und Eva waren ohne Sünde, sie konnten alles tun, alles war ihnen erlaubt, nur nicht von dem verbotenen Baum zu essen. Aber...? Ich verstehe nicht, was du sagen möchtest. Kannst du es bitte etwas deutlicher erklären.

Viele Grüße, Paula

Verfasst von Paula am 26. Januar 2010 - 17:37.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Hallo Raskolnikov, Du schreibst: Er ist der Mensch des absoluten Gehorsams Gott...

Hallo Raskolnikov,

Du schreibst: Er ist der Mensch des absoluten Gehorsams Gott gegenüber – so, denke ich, möchte Gott uns auch haben. Der Mensch, der Gott gehorcht, kann nur ein mit Gottes Geist erfüllter Mensch sein, ein „geistlicher Mensch

jetzt steh ich armer Mensch da und frage mich: kann ich denn überhaupt jemals absolut gehorsam Gott gegenüber sein/werden als ganz "normale"Frau in einem ganz "normalen" Leben? Was ist das, was würde das für mich/mein persönliches Leben heißen - absolut gehorsam Gott gegenüber sein...? Wie müßte ein solcher Mensch sein, wie müßte er leben, gibt es einen solchen Menschen überhaupt, kennst du so jemanden? Und was macht er?

Ein mit Gottes Geist erfüllter Mensch ist ein "geistlicher" Mensch und nur der kann Gott gehorchen,schreibst du. Woran erkennt man einen geistlichen Menschen? Also, "nur" gläubig scheint nicht auszureichen. Wer wird denn mit Gottes Geist erfüllt, sucht Gott sich denjenigen aus, die anderen verwirft er? Oder wie kann ich mich deiner sichtweise nähern um zu verstehen, was du meinst.

Viele fragende Grüße von Paula

Verfasst von Paula am 27. Januar 2010 - 18:09.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Hallo Raskolnikov, "Es kommt mir vor, als ob Du Dich durch meine Worte vom...

Hallo Raskolnikov,

"Es kommt mir vor, als ob Du Dich durch meine Worte vom "geistlichen Menschen" oder "neuen Menschen" überfordert oder in Frage gestellt fühlst. Warum?" - fragst du. Ich habe die Befürchtung, wenn man diese Begriffe verwendet ohne sie direkt in den biblischen Zusammenhang zu stellen, also ohne dass die Begriffe den genauen Hinweis auf die Bibelstellen und den Zusammenhang mit der entsprechenden Geschichte zeigen, dass dann aus dem "geistlichen" Menschen etwas anderes gemacht werden kann, als das, was damit gemeint ist. Ich finde es schwierig zu erklären, hoffentlich verstehst du, was ich sagen möchte. Man könnte ja z.B. den "geistlichen " Menschen zu einem Auserwählten erklären, einen, der einem besonderen elitären Kreis angehört und die biblischen Schriften quasi mißbrauchen für ein Sektierertum o.ä. Irgendwie bin ich in der Richtung sensibel. Ich befürchte gleich Ausgrenzungen, Abgrenzungen und dergleichen Schaurigkeiten mehr.

Viele Grüße, Paula

Verfasst von Paula am 31. Januar 2010 - 20:17.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Danke, ich hab mir die Stellen aufgeschrieben, wenn ich gelesen habe, melde ich...

Danke,

ich hab mir die Stellen aufgeschrieben, wenn ich gelesen habe, melde ich mich wieder

Viele Grüße, Paula

Verfasst von Bruder_Bernd am 26. Januar 2010 - 18:08.

RE: Rechtfertigungspraxis: Das soll mein Glaube sein!

Lieber Raskolnikov, im Prinzip stimme ich mit Dir überein, wenn Du...

Lieber Raskolnikov,
im Prinzip stimme ich mit Dir überein, wenn Du schreibst, "Er ist der Mensch des absoluten Gehorsams Gott gegenüber – so, denke ich, möchte Gott uns auch haben. Der Mensch, der Gott gehorcht, kann nur ein mit Gottes Geist erfüllter Mensch sein, ein „geistlicher Mensch“, der im Neuen Testament an vielen Stellen als der „neue Mensch“ beschrieben wird."

Nur, dass was Du schreibst klingt "hart". Und könnte bei nicht wenigen Menschen ein Gefühl der "Überforderung" erzeugen. Mir fehlt ein wenig die "liebende Betrachtung Gottes" auf unser Tun, unser Bemühen, bei dem, was Du schreibst. Ich sehe mich selbst auch, als einen armen kleinen Sünder, der trotzdem immer in der Gnade Gottes steht und der bemüht ist, dem Wunsch Gottes gerecht zu werden. Wir alle haben unseren Bruder und Herrn Jesus Christus als ein Vorbild; aber wer könnte schon so vermessen sein zu glauben, dass er seiner Nächstenliebe jemals nahe kommen könnte.
Ich finde, wir sollten mit uns selbst und auch nicht mit unseren Schwestern und Brüdern im Glauben, härter umgehen, als er es mit uns tut.

T
Bernd