Gemeinsam durch die Fastenzeit: ein Gesprächspilgerpfad
Gemeinsam duch die Fastenzeit
Für die Evangelisten - ich habe gerade Lukas 9, 51 aufgeschlagen - beginnt die Passion Jesu mit dem Aufbruch aus seiner Heimat Galiäa zu einer Pilgerreise nach Jerusalem. Er geht diesen Weg gemeinsam mit seinen Jüngern. Nach vielen Stationen und dem triumphalen Einzug in Jerusalem feiert er dort mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl, wird gefangengenommen, verurteilt, stirbt kurz darauf den einsamen und grausamen Kreuzestod. Und am Ostermorgen beginnt mit der Auferstehung etwas ganz Neues...
Wir Christen feiern diese Ereignisse an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und schließlich natürlich an Ostern. Wenn wir uns - jeder auf seine Weise - in der Fastenzeit darauf vorbereiten und uns dabei z. B. in diesem Kreis im Gespräch austauschen, kann das auch für uns ein gemeinsamer, viruteller Weg auf Ostern zu werden. Ich lade euch deshalb ein, hier auf diesem Gesprächs-(pilger)-pfad eure Erlebnisse, Gedanken und Eindrücke in der Fastenzeit aufzuschreiben, für die ihr keinen eigenen Themenbeitrag erstellen wollt (was ihr aber selbstverständlich auch gerne tun dürft).
Jetzt schon mal eine herzliche Einladung dazu von
Ismael


Kommentare
Der Pilgerpfad auf dem Bild
Der Pilgerpfad auf dem Bild sieht aber sehr holperig aus. Geht Fasten auch so holperig einher und mit so vielen Ecken und Kanten?
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Der Pilgerpfad als Stufenweg
Hallo Susanne
Ich sehe da eine Treppe mit sieben Stufenabschnitten. Die unterste beginnt gleich am Anfang des Bildes; die oberste ist das Plateau ganz oben im Bild. Von dort gibt es freie Aussicht auf die österliche Freudenzeit.
Lieben Gruß Aaron
Der Pilgerpfad als Stufenweg
Ich habe gerade folgendes Bild vor Augen: Wenn wir am Aschermittwoch den Pilgerpfad mit der ersten Stufe betreten ist es noch ganz dunkel um uns herum. Mit jeder Stufe, die wir die Treppe hinaufsteigen, (auf Ostern zugehen) wird es immer heller um uns herum, bis wir dann am Ostersonntag die Stufe des Lichtes erreicht haben.
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Fußweg
Ja, Susanne, ein Fußweg ist das schon! Einer, der bergauf führt.
Aber links im Bild siehst du ein Geländer.
Im letzten Jahr habe ch die Fastenaktion "Sieben Wochen anders leben" (Andere Zeiten e. V.) mitgemacht. In der Mitte der Fastenzeit bekamen wir alle ein Stoffbändchen mit einem Gedichtvers zugeschickt. Auf dem grünen Satinbändchen steht:
Vergesst nicht, Freunde: Wir reisen gemeinsam.
Wir machen das zusammen, Susanne!
Nur Mut!
Ismael
Hallo Christine Zitat:
Hallo Christine
Zitat: stellt für mich da eher ein Sinnbild dar für die Stufen des Lebens, wenn du so willst.
Interessanter Gedanke, das Leben als Stufenweg nach oben zu sehen. Das ist auf jeden Fall ein Kontrastprogramm zur herkömmlichen Meinung, wonach es mit dem Älterwerden immer mehr bergab geht.
Vollends alternativ christlich wäre dann, das Ende des Lebens als endlich erreichte Plattform zu sehen. Von der geht es dann in die unendliche Weite nach dem Motto: Das Beste kommt erst noch.
Lieben Gruß Aaron
Pilgerin
Liebe Spero,
wenn ich dich nun nicht kennen würde... ;-)
...dich, die die Jakobsmuschel im Wappen führt, die als Beruf gelegentlich "Pilgerin" auf die Profilseiten der Internetforen schreibt...
Ich denke, Pilger(innen) wie du sind es, die die Pfade und Stufen ausgetreten haben, die uns jüngeren die Wegmarken gelegt haben.
Natürlich: Für dich bedeutet der Passionsweg, der liturgische und der persönliche, etwas ganz anderes als für uns, die wir hintendrein kommen. Aber ich bin froh, dass wir gerade dich eine kleine Wegstrecke dabei haben dürfen.
:-) Dein Ismael
Meine Schuhe habe ich geputzt
Meine Schuhe habe ich geputzt und mein Rucksack steht schon bereit. Mein Ziel ist etwas aus dem Rucksack loszuwerden. Wird eine spannende Erfahrung.
Fastenzeit
Morgen geht´s los. Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, meinen Fernsehkonsum zu reduzieren. In der so gewonnenen Zeit werde ich lesen. In unserer Stadtbücherei habe ich mir zwei Bücher von Anselm Grün ausgeliehen. Das eine trägt den Titel: "Die Osterfreude auskosten (50 Impulse)", das andere Buch hat den Titel: "Buch der Lebenskunst". Mal sehen, ob ich es auf der "Fastentreppe" bis ganz nach oben schaffe. Und ich hoffe, dass diese Aktion auch nach Ostern noch positive Auswirkungen auf mein Leben hat.
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Fastenzeit: Persönliche Aufgabe
Für die Fastenzeit hatte ich mir vorgenommen, meinen Fernsehkonsum etwas zu reduzieren. Heute, nach etwa einem Drittel der Fastenzeit, möchte ich eine erste Bilanz ziehen.
Was ich mir da vorgenommen habe, ist nicht einfach. Während der Winterolympiade fiel mir das mit dem reduzieren meines Fernsehkonsums sehr schwer. Nicht immer konnte ich mich, so wie ich es mir vorgenommen habe, von der "Flimmerkiste" loseisen. Aber ich habe meinen Tag immerhin schon mal nicht mit Fern sehen abgeschlossen, sondern mit lesen in den Büchern von Anselm Grün, die ich mir in unserer Stadtbücherei ausgeliehen habe.
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Bilanz: Fastenzeit und persönliche Aufgabe
Das Reduzieren meines Fernsehkonsums hat in den vergangenen 15 Tagen schon besser funktioniert als zuvor. Ich habe jeden Tag mit Lesen in meinen Büchern von Anselm Grün abgeschlossen. Allerdings ist mir vor vier Tagen meine Lektüre ausgegangen. Und ich bin erst heute wieder in unsere Stadtbücherei gekommen, um mir ein neues Buch auszuleihen. Das war eine kurze Durststrecke, die ich aber recht gut hinter mich gebracht habe. Heute Abend fange ich mit dem Lesen im neuen Buch an.
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Letzte Bilanz: Fastenzeit und persönliche Aufgabe
Heute, kurz vor Ende der Fastenzeit, möchte ich hier noch einmal Bilanz ziehen. Meine persönliche Aufgabe, das Reduzieren meines Fernsehkonsumes, hat von Tag zu Tag besser funktioniert. In der gewonnenen Zeit, von Aschermittwoch bis zum heutigen Tag, habe ich drei Bücher gelesen. Das letzte Buch von Anselm Grün und Jörg Zink war sehr interessant. In dem Buch: "Die Wahrheit macht uns zu Freunden. Wie Christen morgen miteinander leben wollen" geht es um den momentanen Stand in der Ökumene. Pater Anselm Grün spricht darin über die Ansichten der katholischen Kirche zur Ökumene, Dr. Jörg Zink vertritt die evangelische Kirche.
Das Ende der Fastenzeit soll jetzt für mich nicht bedeuten, dass der Fernsehkonsum wieder in die Höhe schnellt. Ich will auch nach Ostern, eine verkürzte Fernsehzeit am Tag beibehalten. Ich habe gemerkt, dass mir das sehr gut tat. Und ab und zu ein Buch lesen ist auch nicht schlecht.
Neben dieser persönlichen Aufgabe habe ich die Fastenzeit in diesem Jahr als sehr intensiv erlebt. In den Jahren zuvor ist sie einfach nur so an mir vorbeigerauscht. In diesem Jahr habe ich hier in der Community zum ersten Mal ein einer Fastenaktion teilgenommen. Ich fand es super, an jedem Tag über ein Kalenderblatt mit Bild und Text nachzudenken, und sich über die gemachten Gedanken, hier im Kreis auszutauschen. Die Herausforderung war besonders groß für mich, da es kein Kalenderblatt gab, bei dem ich nach einmaligem Lesen des Textes und schon nach kurzem Betrachten des Bildes, etwas damit anfangen konnte. Ich war also gefordert über Text und Bild etwas länger nachzudenken, wenn ich was von der Aktion haben wollte. Und eine kleine Wegstrecke liegt ja noch vor mir und uns.
Ich hoffe sehr, dass im nächsten Jahr wieder eine solche Aktion mit Kalender und Fastenkreis eingerichtet wird. Bedanken möchte ich mich, an dieser Stelle, schon heute bei den Kreismoderatoren und bei allen Kreismitgliedern für die schöne Zeit mit anregenden Diskussionen. Ich wünsche Allen ein gesegnetes Osterfest und ein paar bunte Ostereier, das muß schon sein, oder?
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Kreuze
Liebe Spero,
heute war ich mit zwei Frauen aus der Nachbarschaft in einem katholischen Karfreitagsgottesdienst. In der Predigt ging es darum, dass am Kreuz nicht nur einer hängt, sondern viele, dass es viele Kreuze gibt, Jesus aber für Leben und Hoffnung gestorben ist. Gegen Ende des Gottesdienstes wurde in einer Prozession ein Kreuz zum Altar getragen und davor zwischen zwei Leuchtern mit brennden Kerzen abgestellt. Dann kam die Anbetung des Kreuzes - zum Gesang eines Chors bewegten sich alle langsam zum Altar und knieten davor nieder, immer drei oder vier nebeneinander. Neben mir kniete ein alter Mann, der vernehmbar ein Gebet sprach, in dem es ums Sterben ging, eine Fürbitte wohl. Danach brach er in Tränen, in lautes Weinen aus. Da musste ich an Dich denken, auch wenn Du Dich sicher in anderer Weise damit auseinandersetzst.
Anja
Danke, Susanne!
Hallo Susanne, an dieser Stelle mal danke für Deine Gedanken zu den Kalenderblättern! Ich fand Deine Überlegungen dazu fast immer die interessantesten und werde sie vermutlich nach der Fastenzeit vermissen, nachdem sie lange so schön regelmäßig jeden Tag kamen.
Anja
Beiträge
Hallo Anja,
es freut mich, dass Dir meine Beiträge gefallen haben. Mir wird das Schreiben von Beiträgen zu den täglichen Kalenderblättern und das Lesen von Beiträgen der anderen Kreismitgliedern auch sehr fehlen. Aber zum lesen kann man ja immer mal wieder hier im Kreis vorbeischauen. Ich hoffe doch sehr, dass unsere Beiträg und Gedanken, die sich hier in den letzten Wochen angesammelt haben, auch weiterhin abzurufen sind.
Ein gesegnetes Osterfest
Susanne
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Bedenke, Mensch, dass du
Bedenke, Mensch, dass du Staub bist
und wieder zum Staub zurückkehren wirst!
Gebet an Aschermittwoch
Du Schöpfer, Gott, erhöre uns,
wir flehen dein Erbarmen an.
Lass uns in dieser Fastenzeit
erfüllt von deiner Gnade sein.
Dein Blick durchdringt des Menschen Herz,
du weißt wie arm und schwach wir sind:
Wenn du es nicht vollendest, Herr,
dann können wir nichts Gutes tun.
Wir weichen oft vom Wege ab
und fallen in des Bösen Macht;
nun bitten wir voll Reue dich:
Vergib uns alle Sünd und Schuld.
Lass uns vertrauen deinem Wort,
Versöhnung stiften in Geduld,
damit das Herz mit neuer Kraft
sich frei zu dir erheben kann.
O heilige Dreifaltigkeit,
du Gott in einer Wesenheit:
Gib, dass wir suchen dich allein
und einst an dir uns ewig freun. Amen
(aus: TeDeum)
Ökumenischer Aschermittwochgottesdienst
Im letzten Jahr haben die Gemeinden in unserem Viertel die Fastenzeit gemeinsam begonnen.
Der Gottesdienst begann am Abend in der katholischen Kirche mit einer Andacht, die eine Selbstreflektion und ein allgemeines Schuldbekenntnis beinhaltete. Der evangelische Pastor hielt die Predigt.
Dann zogen wir in einer kleinen Prozession durch den Verkehr der Stadt, die von diesem Tag kaum Kenntnis nahm, zur evangelischen Nachbarkirche. Die Katholiken hatten die längst vertrockneten kleinen Buchsbaumzweige, die seit dem vorherigen Palmsonntag die Kreuze in ihren Häusern geziert hatten, mitgebracht. Die wurden vor der Kirchentür verbrannt. Der katholische Pastor sprengte Weihwasser über die Asche und segnete sie.
Diese Asche wurde in die Kirche getragen und die Pastoren zeichneten mit ihr jedem, der nach vorne trat, ein Kreuz auf die Stirn: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub wieder zurückkehren wirst." oder "Kehre um und glaube an das Evangelium." Auch genseitig zeichneten sie sich so ein Kreuz auf die Stirn.
Asche: das Gegenteil von Glanz, von Glamour.
Asche: Zeichen der Vegänglichkeit, Mahnung, die Lebenszeit sinnvoll zu nutzen.
Asche: früher ein Reinigungsmittel.
Bestürzt: 1. Blatt des Fastenkalenders
Ich hoffe, niemand hat übersehen, dass unsere Fastenaktion hier durch einen Kalender begleitet und inspiriert werden soll, den ihr (dieses Mal kostenlos) Tag für Tag online per Mail bekommen könnt. Falls nicht: Die obere blaue Zeile im Text des Kreisprofils ("Hier geht's zum Fastenkalender..") ist ein Link dorthin!
Das heutige erste Blatt ist hammerhart:
Foto: Plattenbaufassade. Keine Menschen. Aber es muss dort welche geben: Man sieht Sonnenschirme als Lebenszeichen.
Darunter: Der Bibeltext von der Gottesbegegnung des Mose am brennenden Dornbusch. Das Urerlebnis der Begegnung mit Gott, unmittelbar!
Begegnung mit Gott, unmittelbar.
Im Plattenbau?
Was ist möglich?
Und wie?
Ich finde das hier die
Ich finde das hier die Kreativität bei jemandem ein bischen durchgegangen ist. Der Text und das Bild, das passt nicht.
Das Bild passt mehr zu dem Thema Nähe. Oder zu dem Thema Kater am Aschermittwoch :-)
Klar "passt" das nicht. Soll
Klar "passt" das nicht.
Soll es wohl auch nicht.
Wohl eher provozieren.
Oder?
Die "Ungläubigen" wohnen im
Die "Ungläubigen" wohnen im Plattenbau, die "Gläubigen" in einem Haus.
Es leben die Vorurteile.
Oder: Gott wohnt im
Oder:
Gott wohnt im Plattenbau.
Und ich finde ihn da nicht, weil ich immer noch nach dem brenneden Dornbusch suche.
Denn wer sucht schon Gott dort, wo der Müllcontainer brennt...
hii Peter, sollen die
hii Peter,
sollen die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften wohnen? Jeder braucht seinen Raum.
Schaut doch einmal im Sommer in diese Plattenbausiedlungen. Dort grillen die Menschen gemeinsam oder sitzen draußen und reden. Die Abschottung finde ich mehr in alleinstehende Häuser.
Dieses Bild soll wohl die Einsamkeit verdeutlichen. Anregen beim Nachbarn zu klingeln und ihn einzuladen. Auf ein Bier oder ein Stück Kuchen, oder gemeinsam eine Mülltonne abzufackeln. :-)
Kein Mensch? Oder doch?
Auf dem Kalenderblatt für den 1. Tag der Fastenzeit sehe ich, im Bild auf dem zweiten Balkon von unten in der mittleren Balkonreihe einen Menschen stehen. Es könnte ein Kind sein. Und auf dem dritten Balkon von unten, dort wo der schöne bunte Sonnenschirm steht, sitzt auf dem Balkongeländer ein kleiner Vogel. Es gibt also doch Leben in diesem, nicht sehr ansprechendem, Hochhaus. Passend zum Motto der 1. Fastenwoche: "Nähe wagen", könnte es doch ohne weiteres sein, dass sich das Kind auf dem Balkon sehr einsam fühlt und sich die Nähe zu anderen Menschen wünscht. Aber wo sind die geblieben, in dieser anonymen Hochhauswelt? Und wenn es welche gibt, wollen diese dann auch die Nähe zu dem Kind? Zur "Nähe" gehören doch wie auch zur "Liebe" immer Zwei.
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Abstand und "da sein": das heutige Kalenderblatt
Ein Erziehungsideal:
Das Kind loslasen, es seine eigenen Abenteuer erleben lassen.
Wellen, Watt, nasse Füße... den Blick auf das Meer... Was es wohl mit einem macht?....
Und der, der einen loslässt, ist doch da, hat einen im Blick!
Annäherung ;-)
Holperiger Start ins Gebet.
Eigentlich hatte ich in dieser Zeit vor, mein Gebetsleben wieder zu auszutrimmen. Das braucht einen festen Rhythmus, eine feste Zeit im Tag. Aber der Tageslauf wurde in der letzten Woche hauptsächlich durch einen bunten Reigen von Viren bestimmt, die sich vorgenommen hatten, den verpassten Karneval in unserer Familie nachzufeiern.
:-o~~
Aber langsam kehrt wieder Ordnung ein.
Und im Morgengebet meines Stundenbuches sehen heute diese Zeilen:
...Ich spreche mit der Stimme meines Herzens und Gott hört mich, wenn meine Stimme zu ihm dringt. Sein Wort kommt zu mir...
Ich musste das ein paarmal wiederholen...
Der heutige Tag steht unter dem Thema des Gebetes.
Der Tag für mich, für meinen verspäteten Start in die Fastenzeit.
Beim heutigen Kalenderblatt
Beim heutigen Kalenderblatt bin ich mal wieder hängengeblieben.
Ich überlege, wie bei der Szene auf dem Foto der Weg über den Jabbok aussehen könnte. Und wer ihn wohl am ehesten geht. Wenn überhaupt.
Weg
Rein gedanklich, halte ich es für möglich, dass die Leute, die zu sehen sind, offen sind und Gott gewähren lassen. Sie sind bereit, denn selbst wenn ich nur ihre Rücken sehe, denke ich: hier strahlt keine Abwehr gegen Gott.
Gott wäre dabei, wird sie begleiten, wenn, ja wenn ?
Wenn sie einen Weg gehen. Dazu bedarf es nicht viel, denn sie werden nicht abgehalten von dringenden Terminen, z.B. bei der Arbeit oder anderen anstehenden Aktivitäten, die ein ich sag mal Westeuropäer so den Tag strukturieren lässt. Ich glaube, wenn jemand als Mensch vorbei käme, eine gute Idee hätte und ihre Wellenlänge dieselbe wäre, sie ansprechen würde und mitnähme, dann würden sie sich aufmachen, es gäbe kein Halten mehr.
Ich würde sie als ungebunden einschätzen, bereit für Neues. Voraussetzung ist aber eine gute Idee, die sie mitnimmt, im Geist Gottes. Siehst Du wie der Hund schnuppert? Sieht er blockiert aus? Wie der Hund so das Herrchen? Ja, ich glaube wenn jemand die Chance hat sich aufzumachen, dann sind es sie, sie würden aufstehen, vielleicht ohne es zu merken, der Hund wäre mit dabei, und plötzlich würden wir feststellen: sie gehen. Sie gehen ihren Weg.
HIER, wo wir stehen gilt es,
das verborgene göttliche Leben aufleuchten zu lassen.
MARTIN BUBER
Evangelisches Gesangbuch Seite 526
Kalenderblatt: 10. Tag
Mit dem heutigen Kalenderblatt geht es mir wie mit dem gestrigen:
Interessanter Text.
Beliebiges Foto, vielleicht Werbung für den Kirchentag oder so.
Wo ist der Zusammenhang? Oder die Spannung?
Wo sind die Kirschen? Oder die Kirschkerne, die man spucken könnte?
Kalenderredakteure?
Ich lasse mich ja gern durch einen ungewohnten Text oder ein Foto provozieren. Aber das ist den Redakteuren dieses Kalenders bislang wenig gelungen. Kunvivanto scheint es ähnlich zu gehen.
Er hat auch recht, was insgesamt die Beteiligung an diesem Unternehmen betrifft: Es ist noch etwas flau irgendwie.
Nun wissen wir nicht, wie die Aktion auf andere Kalendergucker wirkt. Aber vielleicht ist die Konzeption, den Austausch in einem Kreis innerhalb einer community zu führen, doch nicht so optimal. Bei der Konkurrenz geht jedenfalls ordentlich die Post ab!
Ich halte es für angesagt, dass wir uns mal mit den Initiatoren/Redakteuren der Aktion "Sieben Wochen ohne Scheu" über ihre Ideen und Ansätze unterhalten.
Nähe im privaten Glück, Nähe im öffentlichen Glück
Mir ist es heute nicht ganz so schwer gefallen, wobei ich allerdings auch nicht den historischen Zusammenhang des Textes kennne, also zu welcher Zeit er geschrieben wurde.
Vielleicht könnte jemand mal Herrn Meckel fragen, ist er nicht auch Theologe?
Ich hätte das Bild mit Nähe in der Euphorie und öffentlich ermöglichtem Glück in einer Menschenmenge nach dem Fall der Mauer kombiniert und mithilfe des Textes einen Zusammenhang zu privater, also nicht öffentlicher Nähe und Glück beim Kirschenessen vor dem Fall der Mauer hergestellt, aufgrund der Redewendung "mit jemand ist gut Kirschen essen".
Ich war in Deutsch aber nie so ganz gut, was ihr hier an den visuell verdeutlichten Textbausteinen erkennen könnt. Schönen Tag noch, gislis
gislis hat sicherlich
gislis hat möglicherweise Christoph Meckel mit dem gleichnamigen Bürgerrechtler und Pfarrer Markus Meckel verwechselt.
hier der link: http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/meckema0.html
ja mei
Aaron, hast du richtig erkannt, Hut ab auch für die weiteren Tipps, auch oben von Ernstin, Peter, Coriander.
So habe ich das jetzt wenigstens gelernt : - >
gislis
Christoph Meckel ... schreibt
Christoph Meckel ... schreibt erzählende Prosa ...
Aber ja doch. "Der große Muftoni" ... die herzzerreißend bezauberndste Liebesgeschichte ... aber wo ist das Buch geblieben? Die Erzählung "Licht" ist mir im Regal begegnet, der Muftoni hat sich verdünnisiert. Irgendwie typisch für ihn. Verliehen???
Grübelnde Grüße
Coriander
- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-
Zum Fastenkalender
Wenn ich mir das Bild zum ersten Mal betrachte und den Text ein mal durchgelesen habe, kann ich damit gar nichts anfangen. Aber ich meine, dass sich diejenigen, die den Kalender zusammengestellt haben, irgendwas dabei gedacht haben. Ich betrachte mir das Bild dann länger und lese den Text mehrmals durch. Bisher habe ich zu fast jedem Kalenderblatt Gedanken entwickelt, die ich dann hier im Kreis versuche zu sortieren und in Worte zu fassen.
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Stilvoll ;-)
Ist euch aufgefallen, dass die Tätowierung des Friseurs ausgezeichnet zur Tapete des Salons passt?
Richtig geschmackvoll! :-)
Nett, so mit dem beiden!
Aber mal wieder passt der Text garnicht dazu. Den empfinde ich einfach nur als "richtig". Und "richtige" Texte, wenn sie denn nur "richtig" sind und nichts sonst, haben etwas langweiliges an sich...
Ob der junge mann vielleicht noch einen Kaffee für mich übrig hat? Ich glaube, das birngt mich mehr in Schwung!
Tätowierung
Ich finde, dass die Tätowierung zusammen mit dem Muster von der Tapete, das Bild eher unruhig machen. Aber mir ist aufgefallen, dass die Tätowierung das einzige Bunte auf dem Bild ist. Der gesamte Raum incl. Möbel, alles in schwarz gehalten. Und ich habe das Bild ansonsten anders interpretiert. Für mich stellen die beiden Personen ein Paar dar. Für einen Friseursalon fehlen mir Friseursalontypische Utensilien, wie z. B. Waschbecken, Trockenhaube u.s.w. auf dem Bild. Der Mann trägt zwar einen schwarzen Gürtel an dem evtl. Scheren hängen. Aber es könnten auch andere Werkzeuge sein. Da sieht man, wie unterschiedlich man ein Bild interpretieren kann. Und durch die unterschiedliche Interpretation der Situation auf dem Bild und im Text, fallen auch die Gedanken dazu bei jedem anders aus. Aber das macht die Sache doch erst interessant.
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...denn ich sah dein Angesicht
...denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht,
und du hast mich freundlich angesehen.
Diese Zeile aus dem Text der Jakobsgeschichte (heutiges Kalenderblatt) wrd mich heute, vielleicht auch die nächsten Tage, begleiten.
und du wirst ein Segen sein! zum Kalenderblatt vom 27. Februar
Es ist so tröstlich zu hören, dass Gott mich mit allen meinen Macken liebt. Hier kann ich mit meinem äußerem Schein (den Tätowierungen) und inneren Verdrehungen im Kopf (Lockenwicklern) sein und mich fallen lassen. Und dies wird mir gewahr im Kontakt zu anderen auch wenn es schwer fällt, mich zu zeigen wie ich bin. Aber ich kämpfe dafür, meine Schatten immer wieder vor Gott hinzuhalten. Mich segnen zu lassen, so wie ich bin. Und nicht so wie ich sein möchte!
Markus 9, 49
Ohne dass ich es mir direkt vorgenommen hätte: In dieser Fastenzeit lese ich das Markusevangelium.
Mal wieder. Ich habe es schon öfters von Anfang bis Ende durchgelesen.
Trotzdem gibt es immer wieder Verse, die ich noch nie vorher wahrgenommen hatte. So dieser:
"Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden."
Seltsam!
"Denn jeder wird mit Feuer
"Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden."
Seltsam! Und besonders beunruhigend daran das Wort jeder! Da möchte man fast hoffen wollen, dass ein Wissenschaftler baldmöglichst herausfindet, dass das Wort erst nachträglich dazu gedichtet worden ist.
OH
Dürfte beim Markusevangelium als frühestem Evangelium allerdings schwierig werden.
Ein neues Hemd für meine Bibel
Kleider machen Leute. Sagt man. Viele rümpfen dabei die Nase. Schließlich geht es nicht um den Schein, den man sich gibt. Und auch nicht um Scheine, die man in der Brieftasche hat (oder auch nicht).
Es geht im Leben um das Sein, um den Inhalt, nicht um Verpackung und Etikett.
Für andere gehört die form, z. B. geschmackvolle und gepflegte Kleidung, zu einer bewussten Lebensgestaltung dazu, sie ist Ausdruck einer inneren Haltung.
Nun habe ich meiner Bibel ein neues Outfit verpasst. Ich schrieb irgendwo schon einmal, dass ich keine schwarzen Bibeleinbände mag. Die Heilige Schrift ist für mich kein finsteres Buch. Deshalb hatte ich schon vor Jahren die einfache Standardausgabe meiner Lutherbibel neu eingeschlagen. Nach nun einem Vierteljahrhundert war das schlichte pergamentfarbene Habit so verschlissen, dass ich vor einigen Tagen zu Papier, Schere und Kleber griff, um die Hülle zu erneuern.
Ich gönnte meiner Bibel ein etwas festlicheres Gewand aus Elefantenhaut (ein pergamentähnliches Papier) in freundlichem Rot. Eine zusätzliche Schicht aus klarer Buchfolie sorgt nun für bessere Rucksackfestigkeit, wenn ich zu Bibelabenden unterwegs bin.
Warum erzähle ich das? Nun, da meine Bibel jetzt viel freundlicher aussieht, nehme ich sie auch öfters als sonst zur Hand.
Schön, sollte ich denken: Ein Ansporn, das Leben bewusst zu gestalten, auch in kleinen Dingen.
Aber es erschreckt mich auch, wie sehr mein Verhalten von Belanglosigkeiten wie einem kleinen Bogen roten Papiers abhängt.
Ismael
Outfit
Zitat: Nun habe ich meiner Bibel ein neues Outfit verpasst.
Genauso habe ich es mit meinem Gesangbuch gemacht. Es kam mir zu sehr grau in grau daher. Seitdem greife ich öfters danach.
Mitunter nehme ich es sogar mit, wenn ich in einen Gottesdienst gehe, weil ich aus meinem bunten Gesangbuch lieber singe. Ist schon ein Phänomen, aber unbedenklich meiner Meinung nach.
Ich sehe meine Frau auch gerne, wenn sie sich hübsch macht, ohne mir deshalb Sorgen zu machen.
Lieben Gruß Aaron
Belanglosigkeiten?
Hallo Ismael,
Aber es erschreckt mich auch, wie sehr mein Verhalten von Belanglosigkeiten wie einem kleinen Bogen roten Papiers abhängt.
Das was Du schreibst sind doch keine Belanglosigkeiten. So was gibt´s doch gar nicht. Es ist doch toll, dass Du Dich auch über Kleinigkeiten freuen kannst. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr.
Ich habe mir vor kurzem eine neue Bibel gekauft. Und da ich schwarz auch nicht so besonders mag, habe ich mir eine in weinrot ausgesucht. Und demnächst bekommt sie noch ein Griffregister angepasst. Dann lassen sich die einzelnen Bücher besser aufschlagen. Das wird eine schöne Bastelei werden, auf die ich mich aber schon sehr freue. Eigentlich auch alles Belanglosigkeiten, die ich jetzt von mir gegeben habe. Aber so was gibt es ja ab heute nicht mehr. Also, nichts ist belanglos.
LG. Susanne
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Und sie kreuzigten ihn.
Liebe Freunde,
ohne dass es ein konkreter Vorsatz war: In dieser Fastenzeit habe ich das Markusevangelium durchgelesen. Nun bin ich bei der Kreuzigung angelangt.
Und es irritiert mich etwas, wie nüchtern, einfach und scheinbar emotionslos das geschildert wird.
Markus schreibt nichts vom Blut, dass die Arme herunterrinnt. Nichts von Zuckungen der Körper, die sich, an Balken festgenagelt, nicht einmal vor Schmerzen winden können. Nichts davon, dass sich Blase und Darm vor Todesangst und Anspannung entleeren. Markus schreibt nicht einmal etwas von Tränen.
Es lässt sich nur erahnen, dass nach dem ersten Vers des 22. Psalms, den Jesus zu beten beginnt, die Stimme vor Atemnot zu einem Röcheln wird.
Nur ein einziger Schrei:
"Jesus schrie laut auf und verschied."
Rückblick
Ihr Lieben,
nun liegen die Fastenzeit und die Karwoche und das Osterfest hinter uns. Vor uns: Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Dann wieder die lange Pappelallee der "Sonntage nach Trinitatis" ohne herausragende christliche Feste. Aber ist nicht jeder Sonntag ein kleines Osterfest, dass wir als Lichtblick in jeder Woche feiern dürfen? Ich wünsche es uns so!
Die letzten Wochen haben sich für mich etwas anders gestaltet, als ich es vorgehabt hatte. Ich wollte eigentlich meine Gebetspraxis mal wieder neu trimmen, das ist nicht so geglückt. Statt dessen - es ergab sich irgendwie - habe ich das Markusevangelium Stück für Stück durchgelesen. Nun will ich, meiner eigenen Empfehlung folgend, in die Apostelgeschichte einsteigen.
Diese Fastenaktion "Sieben Wochen ohne Scheu", war für mich enttäuschend und gab mir keine neuen Impulse. Die Bild-Text-Zusammenstellungen wirkten manchmal (zu oft!) verkrampft oder willkürlich. Mancher Text war gerade in seine "Richhtigkeit" irgendwie farblos.
Die Liturgie der "Heiligen Tage" hat mir gut getan. Bei uns in der kath. Gemeinde war es wieder sehr bewegend. Palmsonntag der fröhliche Familiengottesdienst: die Kinder mit ihren bunten Palmzweigen, die sie gebastelt hatten. Gründonnerstag: Der Pastor wusch Jugendlichen die Füße, wie Jesus es mit seinen Jüngern getan hatte. Die Feier des Letzten Abendmahles, gleich darauf wurde der Altarraum verwüstet: Bänke wurden umgeworfen, Kerzen gelöscht, das Altartuch heruntergerissen, auf dem Boden lagen Blumen, Liederzettel und das Evangelienbuch verstreut... Ölbergwache: eine Nacht des Stillen Gebetes. Karfreitag: keine Glocken, keine Orgel. Der Bericht von der Kreuzigung inmitten der verwüsteten Kirche, schonungslos. Wir legten Blumen vor dem Kreuz nieder. Oder Steine, für all das Schwere in unseren Herzen.
Aber dann doch Ostern: Feuer in der Nacht, Licht, das von Mensch zu Mensch weitergereicht wird. Jubel bricht durch, der Organist haut in die Tasten, ich klappe den Flügelaltar wieder auf, der in den ganzen Wochen seit Aschermittwoch verschlossen war, zwei Erwachsene und ein Baby werden getauft...
Das ganze Leben, verdichtet in den Zeichen einiger Gottesdienste an wenigen Tagen!
Mir tut das gut!
Bleibt behütet!
Euer Ismael
Trauer wichtiger als Freude?
Für mich nicht nachzuvollziehen ist, dass die vorösterliche Fastenzeit zelebriert wird in mannigfachen Aktionen. Die etwa gleich lange nachösterliche Freudenzeit dagegen verschwindet in der Versenkung.
Kann es sein, dass dadurch ein völlig falsches Bild von Christen als moralinsaure Spaßverderber entsteht, die nur im Verbieten gut sind?
Wie wäre es mit einer Aktion 50 Tage (= bis Pfingsten) ohne Entrüstung, Grieskrämerei, Kritiksucht, Schwarzmalerei und ohne die vielen anderen hier nicht genannten Freudenkiller?
Fragt Aaron
Verschiedene Freudenzeiten!
Zitat: Gemeinsam durch die Freudenzeit
Wobei zu definieren wäre, ob nachösterliche Freudenzeit auch Bedeutung haben kann, wenn du "glaubst", dass Jesus gar nicht gestorben ist. Ohne Tod keine Auferstehung! Ohne Auferstehung keine nachösterliche Freudenzeit!
Bei einem Scheintoten dagegen handelt es sich um eine Reanimierung! Das ist auch Grund zur Freude! Diese Freude ist aber vorübergehend, weil der Reanimierte doch sterben muss! Anders mit der Auferstehung! Da ist der Tod endgültig besiegt!
Gruß Aaron
Osterlachen!
Zitat: Traget keine Furcht im Herzen. Lebet ohne Angst vor einer Strafe oder vor den Feuern der Hölle. Tuet Gutes den Menschen um euch herum, weil es euer freier Wunsch ist, und sei es auch nur um eurer selbst willen, denn euer eigenes Leben wird dadurch reicher und schöner werden.
Amen. Ja, so sei es! Und damit dies möglich wird, ist Christus gestorben und auferstanden!
Was ist Osterlachen?
Zitat: Sich auf die Verherrlichung eines Todes zu verlegen, macht vielleicht doch nicht so lebensfroh.
Genau deshalb gibt es Ostern als Fest, wo das Leben verherrlicht wird, das den Tod besiegt hat!
http://www.hanna-strack-verlag.de/produkte/index.p...
Kann es sein, dass deine Kritik von der angeblichen Verherrlichung des Todes nur dein selbstgemachtes Zerrbild christlicher Existenz bedient?
Osterfreude vs Tiefsinnigkeit
Hallo Peter
Zitat: Ich war als Kind katholisch und tiefgläubig.
Katholisch war ich nie und auch nicht tiefgläubig. Mir reicht es, einfach gläubig zu sein. Ich bemühe mich umgekehrt, gerade nicht in großen Dingen zu wandeln, die mir zu hoch sind. Dazu lies den kurzen und treffenden Psalm 131. Zu Fragen, was tiefgläubig katholisch ist, bin ich also absolut nicht zuständig.
Ich bin evangelisch und dazu gehört der Wechsel der Sichtweise innerhalb des Kirchenjahres. In der nachösterlichen Freudenzeit nun geht es anders als in der Passionszeit und besonders an Karfreitag und Karsamstag nicht um das Gedenken an das Leiden, den Tod und die Grablegung Christi.
Jetzt ist die Kirchenjahreszeit dem Frühling nachempfunden, wo der Jubel über die neue Schöpfung, die Freude darüber, dass das Leben über den Tod triumphiert hat, angesagt ist. Wenn du also in diese nachösterliche Freude einstimmen kannst, würde ich mich über einen Austausch freuen. Villt ist dir diese Freude aber zu oberflächlich.
Zu einem Austausch umgekehrt über deinen tiefen Glauben in der katholischen Kirche bin ich weder berufen noch in der dazu nötigen Stimmung.
Lieben Gruß Aaron
[von kunvivanto] Sich auf die
[von kunvivanto]
Sich auf die Verherrlichung eines Todes zu verlegen, macht vielleicht doch nicht so lebensfroh.
Nicht der Tod wird verherrlicht, sondern die Auferstehung;
Das kennst Du doch noch oder:
Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir
und deine Auferstehung preisen wir
Bis Du kommst in Herrlichkeit!
Peter, das hat mich auch
Peter,
das hat mich auch lange Zeit in meiner Glaubensbiographie beschäftigt. Ich bin aber etwas knapp dran, vielleicht kann ich später mal etwas darüber schreiben. Erstmal nur ein Link zu meinem Blog.
Gruß, Ismael
Evangelisch katholisch
Zitat: @ Aaron, du schreibst: Ich bin evangelisch und dazu gehört der Wechsel der Sichtweise innerhalb des Kirchenjahres. Ich denke das ist im "katholischen " Glauben ebenso.
Danke für die Ergänzung, spero. Gewiss wollte ich mit meiner Aussage nicht behaupten, dass der Wechsel im Kirchenjahr bei katholischen Christen anders ist. Ich wollte durch die Formulierung nur darauf hinweisen, dass ich mir nicht anmaße zu wissen, was Katholiken glauben.
Zitat: Aber ob jemand "tiefgläubig" ist, hängt meines Erachtens nicht von der Konfession ab, sondern von seiner Beziehung zu Gott.
Dies sehe ich allerdings etwas anders. Deshalb habe ich ja auch Peter darauf aufmerksam gemacht, dass ich nicht katholisch und nicht tiefgläubig bin. Damit ich nicht nun doch über den katholischen Glauben schreibe, will ich es so sagen. Es gibt bei uns Evangelischen so eine Grundstimmung, die mit evangelischer Fröhlichkeit beschrieben werden kann.
Die Fröhlichkeit hat zu tun mit der Rechtfertigung aus dem Glauben und mit dem simul iustus et peccator. Ich weiß, dass ich, obwohl so ein böser Bube, dennoch keine Furcht vor Strafe, der Hölle und dem ewigen Tod haben muss sondern Wohltaten erwarten kann. Christus ist auch mir zu gut gestorben und auferstanden und das ist der Grund für diese Fröhlichkeit.
Gewiss wird diese Fröhlichkeit mitunter als oberflächlich (möglicherweise auch von Katholiken) wahrgenommen. Aber es ist nunmal eine zumindest bei mir vorherrschende Stimmung, aus der heraus ich mich nicht überanstrenge für eine gute Beziehung zu Gott. Und genau das ist meiner Meinung nach was anderes als das, was gewöhnlich unter tiefgläubig verstanden wird.
Lieben Gruß Aaron
Rechtfertigung aus dem Glauben heraus
Zitat: Glauben hat bei mir nichts mit Rechtfertigung zu tun, sondern mit Vertrauen.
Was ich meine zur Rechfertigung sind die Grundlagen evangelischen Glaubens unter anderem hier erklärt
http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Rechtfertigungslehre.html
Dass du dir eine eigene Theologie zusammengebastelt hast, die wohl oder übel im Gegensatz zu evangelischen Grundlagen steht, habe ich inzwischen verstanden.
Nur sind deine eigene Theologie und die Erfahrungen deiner Frau subjektiv im Gegensatz zu den im link erklärten allgemein bei evangelischen Christen anerkannten Aussagen.
Rechtfertigungslehre
Hi Aaron,
"Rechtfertigungslehre" ist allerdings wirklich ein irreführender Begriff, denn er klingt so, als müsse sich ein evangelischer Christ andauernd rechtfertigen. Naja und fröhlicher als andere kommen mir evangelische Chrsiten in der Regel auch nicht vor, sondern eher beherrscht von "protestantischer Arbeitsethik" (harte Arbeit, Hochleistungsdenken, Pflichterfüllung... ).
LG
Anja
Rechtfertigen
Zitat: "Rechtfertigungslehre" ist allerdings wirklich ein irreführender Begriff, denn er klingt so, als müsse sich ein evangelischer Christ andauernd rechtfertigen
Stimmt Anja, ist aber nun mal der Begriff, der sich durchgesetzt hat als Gegenteil von dem, wie es mitunter ankommt.
Ich brauch mich nämlich genau nicht mehr rechtfertigen, weil meine Rechtfertigung durch Christus ein für alle mal längst stattgefunden hat; sie ist damit abgehakt.
Lieben Gruß Aaron
Sonderweg
"Rechtfertigungslehre" bedeutet aber auch, dass Gott sich ausnahmslos jedem Menschen nur aus freien Stücken zuwendet, egal ob jemand nun Wege nimmt, die alle anderen auch gehen, Sonderwege einschlägt oder gar sich auf Irr-, Um- oder Abwegen befindet. Sogar dann, wenn einer meint, sein eigener Privatweg sei viel besser als der aller übrigen dussligen Schafe, die nur auf ausgetretenen Pfaden der Herde folgen, muss das Gott nicht abhalten, ihn mit seiner Gnade zu beschenken. Habe ich die Rechtfertigungslehre jetzt richtig interpretiert, Aaron?
Fragt Anja, die jetzt gleich auf dem Weg zum Supermarkt im frühlingshaften Sonnenschein noch etwas Osterfreude tanken wird!
LG
Anja
Gerecht gemacht
Zitat: Habe ich die Rechtfertigungslehre jetzt richtig interpretiert, Aaron?
Nicht ganz, Anja.
Das Ziel der Rechtfertigung ist, dass wir gerecht werden vor Gott.
Da gibt es nun theoretisch 2 Wege.
1. Ich schaffe es, auf dem Wege rechtschaffener (passend das Wort) Lebensweise, gerecht zu werden.
2. Gott führt mich auf den Weg der Gerechtigkeit Christi, so dass ich ihm schließlich unverdient glaube.
Andere Möglichkeiten als diese 2 weiß ich nicht.
Einen dritten Weg, mich selbst für gerecht zu halten und zusätzlich noch von Gott gerecht gemacht zu werden, ist nicht wirklich das, was Gott uns in Christus anbietet.
Da müsste ich schon von dem hohen Ross eigener Rechtfertigung vorher heruntersteigen.
Einen sonnigen Gruß Aaron
Denkfähigkeit
Zitat: Nur denke ich über meine Aussagen / meinen Glauben selbst nach, statt etwas einfach anzuerkennen, was andere mir vordenken.
Bitte nehm es mir nicht übel, wenn ich bemerke, dass solche Aussagen, die von dir ähnlich immer wieder kommen, reichlich hochmütig wirken.
Du scheinst der Meinung zu sein, dass du ein großer Denker bist, während alle anderen, die deine Sonderlehre im Glauben nicht mitgehen, allesamt Volltrottel sind, die nur nachplappern können.
Wenn ich nicht ein fröhlicher Christ wäre mit Sinn für Humor, würde ich mich darüber ärgern. So lehne ich mich an den Humor Gottes in der Schöpfung an; siehst du schon wieder nicht selbstständig gedacht!
Denkfähigkeit
doppelt
Alles für wahr gehalten, was
Alles für wahr gehalten, was man mir über Gott und die Kirche erzählt hat, habe ich eigentlich noch nie. Und werde ich wohl auch nie. Ich schließe mich aber dem an, dass Glaube wesentlich mit Vertrauen zu tun hat. Ich würde Glauben nicht als bedingungsloses Vertrauen in die Liebe Gottes sehen, sondern eher als Vertrauen darin, dass Gott einen bedingungslos liebt. Heißt, ohne einem Bedingungen zu stellen. Dadurch ist es eine Liebe, in der man vollständig frei ist, auch frei, im Herzen zu zweifeln und mit dem Verstand in Frage zu stellen. Glaube ist Vertrauen, so angenommen zu werden, wie man ist, ohne dass Gott über einen richtet oder einen von sich weist.
Anja
Neue Religion
Zitat: Mit der 2. Gruppe bin ich manchmal etwas ungeduldig. Vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass sie damit andere davon abhalten, neue Gedanken, neue Erfahrungen, neues Glück zu finden.
Da musst du als Religionsstifter eben noch zulegen, dass du auch andere Religionen neben deiner von dir erfundenen duldest. Zum Glück ist dies hier eine Community, die von der evangelischen Kirche getragen ist.
Wäre es nämlich ein Forum deiner neuen Religionsgemeinschaft mit dem vertrauenden Glauben an den nicht gestorbenen und nicht auferstandenen Christus, dürfte ich dir wahrscheinlich nicht so einfach widersprechen.
Liebe Teresa,sicher ist der
Liebe Teresa,
sicher ist der Glaube etwas Lebendiges, andererseits kann ja die religiöse Tradition durchaus wie Beton sein und darin kann erstmal überhaupt nix wurzeln, geschweige denn sich entfalten.
Wie ich hier schon mal schrieb, bin ich zwar evangelisch, aber größtenteils in einer katholischen Gegend aufgewachsen, und war als Kind zunächst über mehrere Jahre in einem katholischen Krankenhaus mit den Mallersdorfer Schwestern konfrontiert, später acht Jahre lang mit Dominikanerinnen an einer von ihnen geführten Schule. Insbesondere für die Mallersdorfer Ordensschwestern (die jetzt in die Kritik geraten sind im Zusammenhang mit Bischof Mixa und Schlägen in einem von ihnen geleiteten Kinderheim) scheint mir der Begriff "Beton" vollkommen zutreffend - sowohl was ihre Art der Glaubensvermittlung wie auch was sie persönlich betrifft, ihre völlige Gefühlskälte einem todkranken und nun mal evangelischen Kind gegenüber.
Ich denke mir, dass Peter ähnlich schlimme Erfahrungen mit dem Katholizismus gemacht hat. Das soll jetzt keine Anfeindung gegen den Katholizismus sein - der evangelische Konfirmandenunterricht zum Beispiel hat mir auch nichts an lebendigem Glauben vermittelt, fast das einzige, was ich noch erinnere, ist das Inhaltsverzeichnis des Alten Testaments (das kann ich immer noch auswendig). Aber jedenfalls muss man sich von solchem Beton erst einmal befreien und in sich selbst lebendige Antworten finden, woran man glaubt oder nicht glaubt.
Ich zum Beispiel glaube nicht an einen strafenden, verurteilenden Gott. Du sicher auch nicht, sonst würdest Du Dich ihm nicht so vertrauensvoll überlassen und daraus Kraft beziehen. Diese Gottesvorstellung existiert aber nun mal in der Bibel, Gott ist da keineswegs nur reine Liebe. Und leider hat eben der Katholizismus früherer Jahre genau diese strafende, richtende Seite betont und Menschen im Namen Gottes zu Sündern erklärt und entsprechend unterdrückt. Davon muss man sich ja erst einmal befreien, bevor da überhaupt etwas wachsen kann.
Mag sein, dass man letztlich feststellt, dass unter dem Beton irgendwo Erde ist, in der man wurzeln kann. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich als dem Tode sehr nahes Kind an einen Punkt kam, wo es keine Schmerzen mehr gab und ich Licht vor mir gesehen habe. Und auf der anderen Seite habe ich einen blühenden Baum vor mir gesehen, der das Leben symbolisierte, und ich konnte mich sozusagen entscheiden, ob ich nun ins Licht gehen oder ins Leben zurückkehren wollte. Das waren Vorstellungen, die aus mir selbst kamen und mit den Ordenschwestern in dem Krankenhaus überhaupt nichts zu tun hatten, von ihrem Handeln im Namen ihrer Religion auch garnicht berührt wurden. Heute kann ich, wenn ich möchte, diese Bilder, die ich damals hatte, auch religiös oder theologisch interpretieren, vielleicht gar als Offenbarung Gottes. Und daraus schließen, dass Gott uns immer das offenbart, was wir gerade brauchen, uns die Vorstellungen von ihm gibt, die uns helfen und weiterbringen - so lange wir authentisch sind und uns nicht irgendeinen Glauben einreden oder aufzwingen lassen. Und es ist eigentlich egal, ob wir diese Vorstellungen nun "Gott" nennen oder nicht - damals als Kind habe ich sie nicht so genannt. Wichtig ist aber nicht die Bezeichnung, sondern der Inhalt...
Anja