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Externe Überlegungen zur Session "KirchlicheÖffentlichkeitsarbeit"

Liebe Barcamper,

nun hat Kathy mich doch ermutigt etwas zu einer Session zu schreiben, die mich aus der Ferne interessiert.

Leider weiß ich nicht mehr, als die Folien hergeben, daher kann es gut möglich sein, dass ich mich am Thema vorbei bewege oder gar alles nochmal aus meiner Sicht durchkaue - aber dieser Umstand liegt dann nicht an mir... ;-)

Es handelt sich um die Session von Herrn Giernoth zum Thema "KirchlicheÖffentlichkeitsarbeit". Die Folien gibt es hier als PDF.

Wie gesagt, ich war nicht auf dem Barcamp. Doch sehe ich aufgrund eigener Erfahrungen akuten Diskussionsbedarf. Eigentlich geht es bei den Folien überhaupt nicht um Öffentlichkeitsarbeit bzw. Public Relations.

Auf den ersten 6 Folien werden Kommunikationskanäle aufgezeigt und eine in meinen Augen sehr subjektive Reichweite angegeben. Dann wird auf 3 Seiten ein Kommunikationsweg (Homepage) näher betrachtet, und die letzte Seite widmet sich der Nützlichkeit eines Logos.

Für mich stellt sich die Frage: Was will der Autor damit erreichen? Was ist der Sinn dieser Aufstellung? So wie mir das erscheint ist die gesamte Kommunikation völlig ohne Konzept.

Einige Jahre lang habe ich mich für eine Deutschsprachige Katholische Auslandsgemeinde (in Polen) ehrenamtlich eingesetzt. Zusammen mit dem Gemeindepfarrer haben ein paar seiner Mitbrüder und ich ein umfassendes Kommunikationskonzept erarbeitet. Dabei haben wir uns intensiv an den Kreisläufen des wirtschaftlichen Marketings orientiert.

Auf mehreren Kanälen haben wir der Gemeinde ein Image "verpasst" und dieses erfolgreich kommuniziert. Leider wurde das Konzept nach dem Wechsel des Gemeindepfarrers nicht weiter verfolgt. Heute existiert eine beständige Gemeindearbeit außerhalb der Gottesdienste praktisch nicht mehr.

Abweichend von der Norm haben wir zunächst die Ziele der Gemeindearbeit definiert. (Normalerweise müsste man die erst erfragen - Marktforschung). Dann haben wir überlegt wie diese Ziele verbreitet werden können. (das Ziel unseres "Marketings"  war zunächsteinmal den generellen Bekanntheitsgrad zu erhöhen)

Nach viel Kopfarbeit  haben wir es einfach getan. Nach einiger Zeit haben wir dann versch. Gemeindemitglieder gefragt was sie davon halten und entsprechende Veränderungen bzw. Verbesserungen eingeführt. Dazu gehörte z.B. ein Beibelkreis, eine Meditationgruppe und Kindergottesdienste.

Zu unserem Kommunikationsmix gehörten neben einem Gemeindeblatt (vierteljährlich), Flyer, Stuffer, Plakataktionen und später sogar ein Kirchenführer, eine Homepage und eine sehr persönliche Mailingliste.

Wir sind soweit gegangen der Gemeinde eine CI (Corprate Identiy) zu geben. Dazu gehörte die Erschaffung eines griffigen Logos, die Definition von Schriften und deren Verwendung, Farbgestaltungen (insbesondere von Druckerzeugnissen) und klar geregelte Formulierungen betreffend der Kommunikation mit verschiedenen "Kunden".

Zur Öffentlichkeitsarbeit zählte z.B. die möglichst gute Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Institutionen und Behörden der Stadt (z.B. Konsulate), aber auch zur polnischen Gemeinde und zu Universitäten. Hier waren wir recht erfolgreich. So tat es u.a. immer gut, wenn der Pfarrer sich in seine Ordenskutte schmiss um "Bettelbesuche" zu absolvieren. Das tragen dieser "Uniform" dann auch auf den anschließenden Festlichkeiten erhöhte eindeutig den "Wiedererkennungswert" des Gemeindeleiters.

Es gibt noch sehr viele Erfahrungen meinerseits, aber am wichtigsten erschien mir bei der ganzen Arbeit das Gesamtkonzept. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Arme ermöglichte einen Erfolg. Denn nur das eine oder das andere zu tun bringt nichts. Das zeigt sich jetzt sehr deutlich wo seit einigen Jahren von der Gemeinde kein Gesamtkonzept mehr verfolgt wird.

Gruß Thomas

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Kommentare 10

Kommentare

Verfasst von Kathy_Valiant am 5. Mai 2010 - 13:07.

Hallo Krakau, da kann ich Dir

Hallo Krakau, da kann ich Dir nur zustimmen!! Was Du schreibst, ermutigt mich,...

Hallo Krakau, da kann ich Dir nur zustimmen!! Was Du schreibst, ermutigt mich, in meiner Gemeinde "dran" zu bleiben, dass sie ein Konzept und ein CD braucht.

Ich war nicht in der Session und kann dazu nichts näheres sagen, was da lief. Dass es gelingt, mit Wordpress eine von mehreren gepflegte Gemeindewebsite zu machen und Joomla noch zu schwierig war, fand ich jedenfalls interessant.

 

Verfasst von Krakau am 6. Mai 2010 - 10:21.

Dran bleiben

Hallo Kathy, "Dran bleiben" ist das wichtigste. Aber auch eine...

Hallo Kathy,

"Dran bleiben" ist das wichtigste.

Aber auch eine gewisse Professionalität. So ist mir u.a. in dem Foliensatz aus dem Barcamp die Zielgruppendefinition aufgefallen.

Wer als Zielgruppe "alle" oder  "die jüngere und mittlere Generation" definiert kann eigentlich nur verlieren. Mit einer Werbung die Bedürfnisse dieser enorm großen Gruppe anzusprechen ist schlicht unmöglich. Näher betrachtet wären das für letztere Definition Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 40.  Es kann einfach nicht funktionieren.

Bereits bei den sog. Jugendlichen gibt es derart große Unterscheidungs- und Bedürfnismerkmale, dass die Zielgruppe "die Jugend" schlicht ein Widerspruch in sich ist. Vergessen darf man auch nicht, dass Generation zu Generation unterschiedliche Prägungen haben. Bereits 6-8 Jahre Altersunterschied prägen ganz andere Erlebnis- und Erfahrungswelten.

Eine interessante Foliensammlung, die das Prinzip der Jugend als Zielgruppe beleuchtet fand ich hier. (PDF)

Ebenfalls aufgefallen ist mir der Verbeitungsgrad: "die, die vorbeikommen". Das ist zwar so erstmal richtig, aber auch hier kann man genauer werden. Bei unseren Aktionen haben wir z.B. darauf geachtet, dass unsere Plakate auch an den Punkten aufgehängt werden, die von unser definierten Zielgruppe besucht werden. Was nützt ein tolles Plakat am Ende eine stillen Sackgasse. 

Es gibt Orte, an denen man mit einem Plakat bestimme Zielgruppen erreichen kann - z.B. wird man in einem Jugendzentrum kaum jemanden für den Altennachmittag gewinnen...

Auch war es uns immer wichtig nur die allernötigsten Infos auf einem Plakat unterzubringen. Was, Wann, Wo. Mehr nicht

Ein Plakat wie im Foliensatz auf Seite 2 auf dem ich mir erst mal mir Infoadressen aufschreiben muss, ist bereits nutzlos. Man bedenke wie schnell man an einer Litfasssäule / Plakatwand vorbei geht. Innerhalb von 1- 2 Sekunden muss das wichtigste erfassbar sein. Das ist bei dem Beispiel einfach nicht möglich. Von daher ist der Erfolg mit Sicherheit sehr fraglich.

Gruß Thomas

 

 

 

   

Verfasst von Krakau am 8. Mai 2010 - 11:59.

Schritt 3 vor 1

Leider ist es auch Fakt, dass in sehr vielen Gemeinden bereits der erste...

Leider ist es auch Fakt, dass in sehr vielen Gemeinden bereits der erste Schritt (Old School) nicht richtig gestaltet und verbreitet wird.

Der zweite Schritt in Richtung Moderne - also eine "Homepage" - geht meiner Erfahrung nach zu 90% unweigerlich schief.

Einerseits weil die Grundlagen von Kommunikation aus der Old School heraus nicht verstanden wurden und andererseits weil das Internet nicht die gleichen Eigenschaften wie herkommliche Medien hat.

Ebenso sind die notwendigen Rückkopplungen zwischen den Medien zumeist derart vernachlässigt, dass die Kommunikation aller Ebenen darunter leidet. Mit anderen Worten: Wenn dass Internet stimmt, dann hapert es meist am Gemeindeblatt und anderen Printmedien und umgekehrt.

Wenn jetzt noch der dritte Schritt "Social Web" von bereits jetzt eindeutig überforderten Gemeinden  gefordert wird, dann geht alles "über den Jordan".

Aufgrund der hohen Nonkonformität des "Social Web", besonders in Deutschland, halte ich die Einführung dieses neuen Kommunikationskanals für zunächst unangebracht. Besser wäre es gute Anleitungen / Infomöglichkeiten zu schaffen, damit wenigstens Schritt 1 und 2 vernünftig gestaltet werden. Auch Laien können unter Beachtung einiger Grundlagen befriedigende Ergebnisse erzielen. Aber dazu bedarf es einer gewissen Lernfähigkeit und Anleitung.

Hier mal 2 Gemeinden als Beispiel, damit deutlicher wird worauf ich hinaus möchte:

Kirchengemeinde
Internetseite
Gemeindebrief (PDF)
Rellingen schlecht professionell
Niederpreis gut
verbesserungsfähig

Gruß Thomas

Verfasst von gislis am 8. Mai 2010 - 14:58.

andreame: da z.B.

"da z.B": Ich hätte das ja gerne gelesen, aber kann es sein,...

"da z.B":

Ich hätte das ja gerne gelesen, aber kann es sein, dass hier der Satzbau durcheinander gepurzelt ist oder habe ich den Text verschlüsselt und das vielleicht nicht mehr, wenn ich mich mich irgendwie eingeloggt habbe, dann habe ich was übersehen? So lässt sich nicht viel damit anfangen. Vielleicht liegts ja auch an irgendeinem technischen Element wie z.B. dem Browser, der für mich eher ein exotisches Tier ist als lieber Mitbewohner?

Verfasst von gislis am 9. Mai 2010 - 16:56.

Jetzt ging es ein bisschen

Jetzt ging es ein bisschen besser zu lesen, danke!

Jetzt ging es ein bisschen besser zu lesen, danke!

Verfasst von bcgie am 10. Mai 2010 - 21:33.

Nette Diskussion

Hallo zusammen, hat sich ja eine nette Diskussion entspannt hier ... @krakau...

Hallo zusammen,

hat sich ja eine nette Diskussion entspannt hier ...

@krakau Nein, die Folien erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie waren als Einstieg in eine Diskussion gedacht - und dafür waren sie auch ganz gut geeignet.

Die Diskussion auf dieser Session war in der Tat interessant und für mich ganz lehrreich. Es war gut, sich mit anderen auszutauschen, die ähnlich denken. Mir hat es geholfen, den eigenen Standpunkt zu durchdenken - und es hat mir gut getan, zu sehen, dass ich nicht alleine darstehe mit dem Problem, Web2.0 und die "alten Medien" unter einen Hut zu bringen.

Wann ist das nächste BarCamp zu diesem Thema?

;-))))

Verfasst von Kathy_Valiant am 12. Mai 2010 - 15:51.
Kommentar auf: Nette Diskussion

Bevor es das Wort Barcamp

Bevor es das Wort Barcamp überhaupt gab, traf sich schon jeden Frü...

Bevor es das Wort Barcamp überhaupt gab, traf sich schon jeden Frühling die AG Öffentlickeitsarbeit im Gemeinschaftswerk der ev. Publizistik. So auch diesen Mai wieder, und jetzt sind auf der Website der AG die Charts eingestellt. Eine dazu behandlet auch Gemeinde-ÖA crossmedial.

Und wir haben das Gemeindeforum neu hier auf der Seite.