Erntedank in Gochsheim
Heiko Kuschel hat uns diesen Erntedank-Tipp geschickt.
Erntedankfest: Das zweitgrößte Fest im traditionsbewussten unterfränkischen Dorf Gochsheim – nach der Kirchweih. Weihnachten kommt in dieser Rangliste weit abgeschlagen auf Platz 3.
Der Tag beginnt ganz selbstverständlich mit dem Kirchgang, der Bürgermeister ist aktiv am Gottesdienst beteiligt. In einem offiziellen Empfang im Rathaus mit geladenen Gästen erinnert er anschließend an die Bedeutung der Natur und der Landwirtschaft für unser Leben.
Und dann, um 13 Uhr, geht's richtig los: Der Erntedank-Umzug beginnt. Was andere vielleicht vom Karneval kennen, das gibt es hier an Erntedank: Aufwändig mit Blumen verzierte Wägen, jedes Jahr unter einem anderen Motto. Dazwischen marschieren die örtlichen Kindergärten und Vereine als „Fußvolk“, Kapellen sorgen für die Musik. So bewegt sich der Zug, angeführt von der riesigen Erntekrone, durch die Straßen des Dorfes. Die Straßen rappelvoll mit Zuschauern, wer einen Balkon entlang der Strecke hat, hat an diesem Tag viele Freunde zu Besuch, die sich aber nur für den Ausblick interessieren. Manche Zuschauer am Straßenrand halten große Weinkrüge bereit, damit sich die Zugteilnehmer auch mal stärken können. Die Kinder der Kindergärten bekommen Süßigkeiten zugesteckt.
Fast eine Stunde ist der Zug unterwegs. Wenn er wieder am Dorfplatz, dem „Plan“, ankommt, geht das Fest im Freien weiter – fränkische Rundtänze um den Planbaum, Zwieflplootz (Zwiebelkuchen), Federweißer. Auch ein Kinderkarussell ist da und weitere Stände mit Süßigkeiten, Steaks, Getränken und allem, was für so ein Fest eben gebraucht wird. Bis spät in den Abend spielt die Kapelle. Und wenn's regnet, wird halt mit Regenschirm getanzt.
Auch in den Nachbarorten gibt es solche Umzüge. Manche feiern ihr Erntedankfest extra eine Woche später, damit die Wagen der Nachbargemeinden teilnehmen können. Große Jubiläen werden einfach eine Woche vorverlegt, damit die Nachbarn auch mit ihren Wagen kommen können. Ein großes, fröhliches Fest. Ein großes Dankeschön eines ehemals von der Landwirtschaft geprägten Dorfes an den, von dem wir alles haben.

