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Entwicklung eines Gebetes

In meinem hiesigen Beitrag   Aus seinen Gedanken Gebete machen ...   habe ich ein Beispiel gebracht, wie man aus seinen Gedanken und Wünschen des täglichen Lebens »sein ganz eigenes Gebet« authentisch formulieren kann.
 
Ein weiteres Beispiel zur Entwicklung eines Gebetes möchte ich hier im Anschluss für diejenigen geben, die Interesse an der Erstellung eigener Gebete haben.
 
Die Vorgeschichte:
 
Zur Geburt des ersten Enkels habe ich in meinem hiesigen Weblog   »Gras in den Dünen«   unter anderen den Beitrag   »Eure Kinder sind nicht Eure Kinder«   nach einem Text von Khalil Gibran (1883-1931) veröffentlicht. Daraufhin hat eine Leserin als Kommentar mit ihrem Beitrag   »Ein Kind kann …«   geantwortet:

 

Ein Kind kann …

… Glück sein,
für das es keine Worte gibt.
 
… Liebe sein,
die Gestalt angenommen hat.
 
… eine Hand sein,
die in eine Welt zurückführt,
die man längst vergessen hat
und die unser Leben reicher macht!
 

Ein Kind kann …

… mit seinen Augen sehen,
wofür wir längst schon blind sind.
 
… mit seinen Ohren hören,
wofür wir längst schon taub sind.
 
… mit seiner Seele spüren,
wofür wir längst schon stumpf sind.
 
… unser Spiegel sein,
der uns zeigt,
was wir gerne verbergen.
 

Ein Kind kann auf jeden Fall …

… das Haus glücklicher,
… die Liebe stärker,
… die Geduld größer,
… die Hände ruhiger,
… die Nächte kürzer,
… die Tage länger
und die Zukunft heller machen.

© 2010 GABI
 

 

Dieser Beitrag gefiel mir so gut, dass ich ihn wieder aufgriff und als Wunschform in »Ich wünsche Dir …«, bzw. »Ich wünsche Euch …« umformuliert habe:
Als Wunsch an die Eltern: »Ein Kind kann …«

 

»Ein Kind kann …«


 

Oder anders formuliert:

 

Strahlendes Licht und zurückgegebene Liebe
beim Lächeln eines Kindes

 
Ich wünsche Euch für Euer neugeborenes Kind,

dass es das Glück ist,
für das es keine Worte gibt.
 
dass es Eure Liebe darstellt,
die nun Gestalt angenommen hat.
 
dass es die Hand ist,
die Euch in eine Welt zurückführt,
die ihr längst vergessen habt,
die aber Euer Leben weitaus reicher macht!
 
dass Ihr mit seinen Augen seht,
wofür wir längst schon blind geworden sind.
 
dass Ihr mit seinen Ohren hört,
wofür wir längst schon taub geworden sind.
 
dass Ihr mit seiner Seele spürt,
wofür wir längst schon stumpf geworden sind.
 
dass Euer Kind immer auch Euer Spiegel ist,
der Euch zeigt,
was wir gerne verbergen.
 
dass Euer Kind Euer Haus
glücklicher macht.
 
dass Euer Kind Eure Liebe
noch stärker und fester macht.
 
dass Euer Kind Eure Geduld
größer und grenzenlos macht.
 
dass Euer Kind Eure Hände
noch zartfühlender und ruhiger macht.
 
dass Ihr nun wohlwollend, verständnisvoll
und vor allem wortlos hinnehmt:

dass Eure Nächte nun kürzer,
und Eure Tage länger werden.

dass Ihr begreift:
Euer Kind wird Eure Zukunft heller machen.

© 2010 Stephan Wolters


 

 

Aus diesem Wunsch entstand dann dieses Gebet:
Als Gebet: »Ein Kind kann …«
 

 

Als Gebet: »Ein Kind kann …«


 

 
 
Herr,

immer wenn unser neugeborenes Kind lächelt,
glauben wir,
Dein strahlendes göttliches Licht wahrzunehmen
und spüren unsere gestaltete Liebe.

 
 
Herr,
 
Lass unser Neugeborenes
unser Glück sein und werden,
für das wir keine Worte brauchen.
 
Lass uns in unserem neugeborenen Kind
immer wieder unsere Liebe erkennen,
der Du nun Gestalt gegeben hast.
 
Lass unser Kind die Hand für uns sein,
die uns in Deine Welt führt,
die wir zu häufig vergessen haben,
die aber unser Leben weitaus reicher macht!
 
Lass uns mit seinen kindlichen Augen sehen,
was Du uns sehen lassen willst,
wofür wir längst schon blind geworden sind.
 
Lass uns mit seinen kindlichen Ohren hören,
was Du uns hören lassen willst,
wofür wir längst schon taub geworden sind.
 
Lass uns mit seiner kindlichen Seele spüren,
was Du uns spüren lassen willst,
wofür wir längst schon stumpf geworden sind.
 
Lass uns durch unser neugeborenes Kind
in Deinen Spiegel sehen,
der uns zeigt,
was Dein Wille ist,
auch wenn wir es gerne zu verbergen suchen.
 
Lass durch unser neugeborenes Kind
unser Haus und Leben
noch ausgeglichener, zufriedener
und glücklicher werden.
 
Lass durch unser neugeborenes Kind
unsere Liebe zueinander
noch stärker und fester werden.
 
Lass durch unser neugeborenes Kind
unsere Geduld größer und grenzenlos werden.
 
Lass durch unser neugeborenes Kind
unsere Hände noch zartfühlender und ruhiger werden.
 
Lass uns durch unser neugeborenes Kind
wohlwollender und verständnisvoller werden
und vor allem wortloser hinnehmen:
dass unsere Nächte nun kürzer,
und unsere Tage noch länger werden.
 
Lass uns durch unser neugeborenes Kind
auch in schwierigen Zeiten begreifen,
dass unser Kind unsere Zukunft nur heller macht,
solang wir Deinem Weg folgen …

© 2010 Stephan Wolters


 

Aber nicht die Entwicklung eines Gebetes ist entscheidend, sondern die Ernsthaftigkeit und der Inhalt, und noch wichtiger:
 
Es im Bewusstsein seines Inhalts demütig und mehr noch dankend zu beten!
 

Herzlich,
 
Stephan
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© 2010     Stephan Wolters ,   Autor von: »Gras in den Dünen«
 

 
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