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Braucht Spiritualität Rituale?

Ob Spritualität Rituale braucht, hat mich immer schon beschäftigt. In der Zwischenzeit neige ich sehr dazu, Rituale als solche nicht mehr abzulehnen, sondern als sinnvolles Element für "mich Hineinfinden". Rituale unterstützen mich darin, entweder mich aus dem Alltagsablauf zu lösen oder aber mich auf etwas besonderes Vorzubereiten.
In der Messe sind für mich liturgische Handlungen ein ganz wichtiges Element. Für mich hat das Niederknien z.B. etwas von "innerhalb der Gemeinschaft" persönlich an Gott herantreten. Es ist für mich der Moment, in dem ich mich frage, ob ich bereit bin an der Kommunion teilzunehmen.
In meiner kritischen vorkatholischen Zeit, war Niederknien nichts anderes als eine Unterwerfungsgeste. Heute ist es auch noch, dass Erinnern an mein Streben nach Demut (im Franziskanischen Sinne) als "Gegengewicht" zu meiner Tendenz zum Hochmut!

Es würde mich freuen, wenn wir uns über die Fragestellung Spritualität und Rituale austauschen würden. Wobei mir zu Evangelischer Spiritualität und deren Elemente/Rituale wenig einfällt. Ist dies nur Uninformiertheit oder ist "das Evangelische" event. wirklich "ärmer" an Spritualität und dazu unterstützenden Ritualen?

Pax et bonum
Franziskus

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Kommentare

Verfasst von Ismael (ki) am 7. Oktober 2009 - 11:42.

RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Pace e bene! Nach meiner Erfahrung sind Rituale für den Menschen wichtig...

Pace e bene!

Nach meiner Erfahrung sind Rituale für den Menschen wichtig und nötig.

Die Frage ist nur, welchen Raum sie haben sollen, ob sie die innere Befindlichkeit widerspiegeln (oder formen!), ob sie sinnerfüllt sind oder sinnentleerte Hülsen, ob sie möglicherweise auch einengen.

Ganz allgemein: Der Mensch ist auf Orientierung in Raum, Zeit und in sozialen Beziehungen angewiesen. Rituale können dabei helfen. Wer sich z. B. nicht eine feste Zeit für das Gebet einrichtet, für den bleibt es im Trubel des Alltags dann doch nur bei einem Stoßgebet zwischendurch - oder das Beten unterbleibt ganz. Die Gestaltungsformen können je nach Lebenssituation ganz unterschiedlich sein. Einer hält seine "stille Zeit" ein mal am Tag für sich allein, ein Mönch betet womöglich fünfmal das Stundengebet in der Gemeinschaft seines Konventes. Beides mögliche Themen in diesem Kreis.

Was den evangelisch/katholischen Unterschied betrifft: Ich erlebe in letzter Zeit recht viele Menschen, die aus diesem Grunde in die katholische Kirche konvertieren. Ihre Beweggründe sind in der Regel nicht Fragen der Dogmatik, Ethik oder sonstige theologische Gesichtspunkte. Was sie fasziniert ist die sinnenhafte, ganzheitlichere Liturgie, ein Gottesdienst, der Körper und Geist einbezieht. In der evangelischen Kirche bemängeln sie eine nüchterne, zu intellektuelle Atmosphäre. Auch im Gottesdienst: Vortrag mit Musik, der Pastor trägt den Talar, also eigentlich die Berufskleidung des Universitätsdozenten.

Aber das muss nicht so sein. Auch die Evangelischen lernen dazu. Immer häufiger sieht man Pastoren mit farbiger Stola. Manchmal kann man auch wieder Weihrauch riechen. Und in der Hochkirchlichen Bewegung gibt es sogar sehr viele "katholische" Formen.

Ich schätze liturgische Formen sehr. Aber sie haben für mich nie einen Selbstzweck.

LG. Ismael

 

 

Verfasst von Franziskus am 7. Oktober 2009 - 12:47.

RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Danke für Deine Stellungnahme, Ismael! Du hast geschreiben: Was den...

Danke für Deine Stellungnahme, Ismael!

Du hast geschreiben:
Was den evangelisch/katholischen Unterschied betrifft: Ich erlebe in letzter Zeit recht viele Menschen, die aus diesem Grunde in die katholische Kirche konvertieren. Ihre Beweggründe sind in der Regel nicht Fragen der Dogmatik, Ethik oder sonstige theologische Gesichtspunkte.

Ach ja, dass habe ich auch schon erlebt. Und ich bin dann ganz gespalten, ob ich das "gut" oder "nicht so gut" finden soll.
Zum Einen möchte ich nicht, dass die liturgischen Rituale zu einer Art Teilnahme-Event verkommen, zum Anderen besteht die Hoffnung, dass eine solche Vereinnahmung der Rituale auch zu tieferen Glaubenserfahrungen oder Glaubenserfahrung überhaupt führt. Letzteres aber nur dann, wenn ich die Rituale "bewust" handhabe!???

Zitat:
Aber das muss nicht so sein. Auch die Evangelischen lernen dazu. Immer häufiger sieht man Pastoren mit farbiger Stola. Manchmal kann man auch wieder Weihrauch riechen.

Werden die "Änderungen" dann auch kommuniziert, damit sie verstehbar werden?
In meiner ehemaligen Evangelischen Gemeinde gab es einen Pastor, der -für mich- ein begnadeter Prediger war. Er war auch gegenüber ökumenischen Fragestellungen sehr aufgeschlossen. Seine Gottesdienste wurden nicht kritikfrei gesehen und nach meinen Informationen hat er versäumt, über den Sinn der veränderte Liturgie, das Tragen der Stola auch zu reden.

Auffällig und traurig für mich ist, dass an "wichtigen" Feiertagen unsere Kirche restlos überfüllt ist und z.T. (wirklich!!) mehr als 100-200 Besucher vor der Kirche an der Messe teilnehmen, während die Evangelische Kirche ziemlich leer bleibt. Und da sehe ich "bei uns" auch etliche Evangelische ChristInnen, die ich ja noch von früher kenne. Allerdings ist, an den Autokennzeichen auf den überfüllten Parkplätzen, auch abzulesen, dass da wohl auch Festtags-Tourismus aus anderen Städten, stattfindet
Was mich traurig macht ist meine Bewfürchtung, dass unsere Messe für (zu) viele einfach nur festliche Veranstaltung ist!

Gruß
Franziskus

Verfasst von Franziskus am 7. Oktober 2009 - 23:52.

RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Zitat Johannes: Die Frage ist daher für mich eher, wo sind all diese Leute...

Zitat Johannes:
Die Frage ist daher für mich eher, wo sind all diese Leute an den anderen Tagen?

In unserer Kirchengemeinde ist es so, dass selbst in der täglichen Abendmesse, zwischen 20 und wesentlich mehr da sind. An den Sonntagsmessen ist die Kirche i.d.R. voll.
Aber wir sind, mit dem Zisterzienser-Kloster direkt neben der Gemeindkirche (die Zisterzienser kamen später hinzu), eher Ausnahme.
Das Bedauerlichste an dem Feiertags-Tourismus ist, dass die "Besucher" ihre Schwestern und Brüder "vor Ort" allein lassen. Das macht mich traurig, wenn ich mir das vergegenwärtige.

Gruß
Franziskus

Verfasst von Franziskus am 12. Oktober 2009 - 18:51.

RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Lieber Raskolnikov, danke für Deine Antwort. Du hast den Satz, den Du von...

Lieber Raskolnikov,
danke für Deine Antwort. Du hast den Satz, den Du von mir zitiert hast zwar "absolut" gesetzt (ich hatte dabei "unsere örtliche Gemeinde", bei der halt, an "Festtagen" seeeehr viele "Auswärtige" in die Messe kommen, im Blick) aber auch das läßt ja einen Austausch zu.
Den Rückschluss, dass Gläubige, die "Musik, Farben und Gerüche" als "Hilfe" empfinden, um für Gott oder Gottes Wort empfänglicher zu sein, sich ein eigenes "Gottesbild" zusammen fügen, dass mit dem wahren Gott nichts zu tun haben könnte, finde ich ein wenig zu weit gefasst. Ich persönlich glaube erst einmal, dass es "lediglich" so ist, dass eine Öffnung, dem Einen oder Anderen besser gelingt. Und wenn das so sein sollte, dann ist es für mich auch so in Ordnung.

Zitat (Raskolnikov):
Es gibt z.B. Menschen, die sagen: Ich bin nicht gläubig, aber wenn ich es wäre, dann wäre ich katholisch. Versucht man Genaueres zu erfahren, stellt man fest, dass diese Menschen von den Inhalten des Glaubens - egal ob katholisch oder evangelisch - meist sehr wenig wissen. Aber hier wird es schwierig. Denn was sind die Inhalte des Glaubens?

Oh! Ich höre nicht selten von glaubensfernen Menschen, dass sie lieber evangelisch sein würden, weil sie Glauben dort als "offener" und weniger "reglementiert" empfinden. Die von Dir geschilderten Empfindungen kenne ich allerdings auch. Und ebenso wie Du, habe ich die Befürchtung, dass dort Glaubensinhalte im Hintergrund "lauern", die sehr ausgewählt sind. Ebenfalls nicht selten so, dass die eigene Lebensführung und die eigenen Wertvorstellungen nicht besonders in Frage gestellt werden müssen.

Zitat (Raskolnikov):
Einstweilen ist für mich als Protestant aber die Bibel der Maßstab des Glaubens. Dort finde ich Gott. Ich kann Ihm auch im Gottesdienst begegnen.

Ich hoffe doch für Dich, dass das nicht nur "Einstweilen" der Fall ist, sondern auch so bleibt! :-)
An dem Punkt treffen wir uns, Protestant und Katholik, auf unserer gemeinsamen Basis!
Meine Auseinandersetzung findet ganz oft, am Wort entlang, statt, wenn ich mich frage, was es für meine Handlungen bedeuten könnte. Wobei ich mit "am Wort entlang" keine komplizierten Überlegungen und/oder Auslegungen meine, sondern eine möglichst große "Einfachheit".

Gruß
Franziskus

Verfasst von Coriander am 13. Oktober 2009 - 15:05.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

In den - wohl eher lutherisch als reformiert geprägten - Gottesdiensten,...

In den - wohl eher lutherisch als reformiert geprägten - Gottesdiensten, die ich meistens besuche, gibt es sogar, wie in der Messe, eine Liturgie mit Wechselgesängen, und ich liebe das sehr! Ich hab schon von Protestanten gehört - kein Witz! -, denen das zu "katholisch" ist, aber dazu gehöre ich nun gewiss nicht!

Die Vielfalt der Formen und Traditionen ist gerade ein Reichtum in der evangelischen Kirche. Ich bin auch mit lutherischer Liturgie groß geworden und vermisse sie ziemlich, da wo ich nun lebe ... wo reformierte Tradition, schreckliche Angst vor allem "Katholischen" und der Traditionsabbruch dazu geführt haben, dass die Gottesdienste für mein Gefühl stark verarmt und wenig feierlich sind. Da gibt es eine auf ein Minimum reduzierte Liturgie, viel Geschwätz und einen sehr kleinen Fundus von Liedern. Andere schätzen die Flexibilität oder Schlichtheit, ich mag geprägte und bewährte Formen.

Ich denke, wiederkehrende Formen und Texte und Gesänge, in die der Mensch hineinwachsen, die er über Jahre mit eigenem Leben füllen kann, in denen er Gemeinschaft erlebt mit Menschen vor ihm, nach ihm und um ihn herum, das ist ein großer Schatz! Psalmen nicht nur gelegentlich (und etwas dumpf und holperig) im Wechsel zu sprechen, sondern sie vielleicht gar singen zu lernen, sie beten zu lernen .. das bringt einen auch über den eigenen Körper und Atem in Kontakt mit Inhalten, wo die pastores lange predigen können, bis sie die einem so unter die Haut gebracht haben.

Auch Jesus schöpfte aus solchen Traditionen. Was er am Kreuz betete: geprägte Worte, Hunderte von Jahren alt, auswendig gekonnt und lange vertraut. Psalm 22. Und natürlich hatte er den ganzen Psalm im Kopf und nicht nur den einen Vers, von dem Markus überliefert, dass er ihn unter Schmerzen hervorstieß.

Ja, Spiritualität (meine jedenfalls) braucht Rituale in dem Sinne, dass sie aus der Überlieferung schöpfen kann. Wenn wir den Ausdruck unseres Glaubens nicht jeden Tag neu erfinden müssen, bekommen wir Kopf und Körper sehr frei für den Hauch Gottes,

findet

Coriander.

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von -Aaron- am 13. Oktober 2009 - 19:09.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Hallo Coriander Mit Verlaub glaube ich, dass Jesus den ganzen Psalm gebetet hat...

Hallo Coriander

Mit Verlaub glaube ich, dass Jesus den ganzen Psalm gebetet hat am Kreuz. Vergegenwärtige dazu einmal die übrigen Worte am Kreuz, dann wird dir auffallen, dass sie sich thematisch (wenn auch nicht wortwörtlich) in den 22. Psalm sehr wohl einfügen bis hin zum vollbrachten Schluss (Vers 22/23)

Gruß Aaron

P.S.: Schön dass du dich in deinem Beitrag zum Kern unsres Glaubens ( das Kreuz Jesu ) geäußert hast.

Verfasst von Coriander am 14. Oktober 2009 - 10:19.

RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

von mir selbst gelöschter Beitrag. Cor.

von mir selbst gelöschter Beitrag.

Cor.

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von Franziskus am 13. Oktober 2009 - 23:05.

RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Isamels Bitte "Forumsdisziplin" nachkommend, habe ich meine Antwort...

Isamels Bitte "Forumsdisziplin" nachkommend, habe ich meine Antwort gelöscht.

Gruß
Franziskus

Verfasst von Ismael (ki) am 13. Oktober 2009 - 21:46.

Forumsdisziplin

Ich bin in meiner Eigenschaft als Kreismoderator sofort per PM an Georg auf...

Ich bin in meiner Eigenschaft als Kreismoderator sofort per PM an Georg auf diese "Stilfrage" eindeutig eingegangen und bitte deshalb, den Konflikt hier nicht weiter zu führen.

Ismael

Verfasst von Jochanan am 14. Oktober 2009 - 6:37.

RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Hallo in die Runde! Vorab möchte ich schreiben, daß ich Ismaels...

Hallo in die Runde!

Vorab möchte ich schreiben, daß ich Ismaels Hinweis auf die Verhaltensregeln gelesen habe und auch mit ganzem Herzen teile. Mir selbst ist ein vernünftiger Umgangston im menschlichen Miteinander sehr wichtig, auch wenn man verschiedene Meinungen hat und unterschiedliche Ansichten durchaus auch "hitzig" besprechen können sollte. Ich hoffe also, daß ich niemanden mit meinen Anmerkungen verletze!

Ich selbst erachte Rituale im christlichen Glaubensleben für fragwürdig, besonders dann, wenn sie unbiblisch sind und fast ins "Magische" hineinreichen. Den Eindruck des "Magischen" habe ich vor allem bei Gottesdiensten der katholischen, aber auch der evangelischen Kirche.

Ich befürchte, daß zu viel Ritual nichts mehr mit dem Glauben und der Hinwendung zu Gott im Geiste zu tun hat, sondern Ausdruck eines "magischen Denkens" ist. "Monströse" Rituale entfernen mehr von Gott und dem, was für mich wesentlich ist - nämlich vom Glauben im Geiste, von Lebendigkeit und von Freiheit im HERRN. Gebet, Lobpreis und Hinwendung zum HERRN sind aber keine "magischen Handlungen", Gott ist für mich keiner, den man "(herbei-) beschwören" oder auf den man durch Rituale Einfluß nehmen könnte, nein, Gott wird erst dann "menschennah", wenn man sich ihm "aus dem Geiste heraus" nähert und begreift, daß Glaube Lebendigkeit voraussetzt, ist der Gott Israels doch ein Gott des Lebens (in all seiner Form), aber kein Gott (mehr), so verstehe ich Jesus, der Gesetzeslastigkeit und "starre Formen" fordert, die für mich in Ritualen und Liturgie begründet sind und die in den christlichen Kirchen teils sogar meinem Empfinden nach ins "Seltsame" reichen ...

Gut, hier spricht, das möchte ich zugeben, jemand, der familiär nicht kirchlich geprägt wurde. Ich war nie Mitglied einer der beiden großen Kirchen, sondern habe erst vor etwas mehr als fünf Jahren zum Glauben gefunden und mich immer schon eher im evangelisch-freikirchlichen Spektrum zu Hause gefühlt (ich bin Baptist). Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich die traditionellen/klassischen Gottesdienste und glaubensmäßigen Handlungen nur schwer nachvollziehen kann.

Franziskus, ich empfinde es übrigens nicht als "Ritual", wenn ich mich beim Beten hinknie - es ist für mich von Zeit zu Zeit einfach eine heilsame und im weitesten Sinne demütige Herzens- und Geisteshaltung ...

Ich wünsche Euch noch einen guten Austausch und einen schönen Mittwoch!

Jochanan

 

Verfasst von Jochanan am 14. Oktober 2009 - 6:42.

Nachtrag

Hallo! Ich habe die anderen Beiträge nicht gelesen und stelle jetzt fest,...

Hallo!

Ich habe die anderen Beiträge nicht gelesen und stelle jetzt fest, daß einige Beiträge gelöscht wurden.

Ich versichere nochmals, daß ich niemanden verletzen möchte, und hoffe, daß meine Worte nicht zu "scharf" gelesen werden, zumal ich einige Begriffe bewußt in Anführungszeichen gesetzt habe.

Ich spreche niemandem seinen Glauben und das "Kleid", in das er seinen Glauben hüllt, ab - das steht mir nicht zu! 

Viele Grüße
Jochanan

Verfasst von Ismael (ki) am 14. Oktober 2009 - 7:35.
Kommentar auf: Nachtrag

Löschung

Ich habe bis jetzt nichts gelöscht. Franziskus hat einen eigenen Beitrag...

Ich habe bis jetzt nichts gelöscht. Franziskus hat einen eigenen Beitrag gelöscht.

Ismael (Kreismod)

Verfasst von Franziskus am 14. Oktober 2009 - 14:59.
Kommentar auf: Löschung

RE: Löschung

Genau! Hab ich selbst gemacht! Ich hatte zwar nicht den Eindruck, dass meine...

Genau! Hab ich selbst gemacht! Ich hatte zwar nicht den Eindruck, dass meine Antwort irgendwie herausfordern gewesen wäre aber manchmal ist noch vorsichtiger ggf. ncoh besser.

Gruß
Franziskus

Verfasst von -Aaron- am 14. Oktober 2009 - 13:26.

RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Hallo Raskolnikov Deine Erfahrungen sprechen für die gottgewollte Vielfalt...

Hallo Raskolnikov

Deine Erfahrungen sprechen für die gottgewollte Vielfalt an Gottesdienstformen. Ich persönlich war z.B. tiefbeeindruckt von einem orthodoxen Gottesdienst mit den vielen Gesängen und der Steigerung zum Heiligtum hin.

Das wäre jetzt ein totales Gegenstück zu dem Gottesdienst, den du in Brooklin erlebt hast. Ähnliche Gottesdienste  gibt es übrigens auch in Deutschland überall dort, wo noch Amerikaner stationiert sind, besonders krass in den schwarzen Pfingstgemeinden z.B. Church of God.

Gruß Aaron P.S.: Gute Diskussion hier

Verfasst von Franziskus am 14. Oktober 2009 - 15:11.

RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Aaaron, worauf bezieht sich Deine Formulierung "gottgewollte Vielfalt an...

Aaaron, worauf bezieht sich Deine Formulierung "gottgewollte Vielfalt an Gottesdienstformen"?
Ist eine Verständnis- und Neugierbefriedigungsfrage! :-)

Gruß
Franziskus

Verfasst von -Aaron- am 14. Oktober 2009 - 16:34.

RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Hallo Franziskus Ich glaube, dass Gott allles vermag. Das bedeutet: Wenn Gott...

Hallo Franziskus

Ich glaube, dass Gott allles vermag. Das bedeutet:

Wenn Gott eine weltweite und kulturenmissachtende Einheitsliturgie für die Gottesdienste aller Menschen gewollt hätte, dann wäre sie jetzt da.

Gott wollte ja auch eine für alle Kulturen und Zeiten gültige Bibel und die haben wir (abgesehen von den vernachlässigbaren marginalen Unterschieden verschiedener Übersetzungen. Also er kann`s und könnte.

Gruß Aaron

Verfasst von Gottesgeschenk am 14. Oktober 2009 - 16:52.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Biblisch könnte man so argumentieren, dass Jesus Christus der Grund ist...

Biblisch könnte man so argumentieren, dass Jesus Christus der Grund ist und wir Häuser, ganz verschiedene, darauf bauen und es kommt darauf an, dass sie fest auf diesem Grund stehen und mit gutem Material (also den Menschen auch in Anfechtungen eine Stütze sind) gebaut wurde. Nach dem Motto: An den Früchten sollt ihr sie erkennen.

So zumindest das reformatorische Gedankengut, glaube ich ;-) ...

(1.Kor 3.9-15)

Mehr als alles behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche4,23)
http://gottesgeschenk.wordpress.com/

Verfasst von Franziskus am 14. Oktober 2009 - 15:10.

RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Lieber Raskolnikov, Du schrubtest: "Die Verbindung zu unserem Thema...

Lieber Raskolnikov,
Du schrubtest: "Die Verbindung zu unserem Thema besteht für mich darin, dass das alles sehr frei von Ritualen, sehr direkt und emotional auf mich wirkte..."

Jetzt keimt bei mir die Frage auf, was wir als Ritual bezeichnen. Es könnte ja durchaus sein, dass der Ablauf, den Du aus dem Baptischtischen Gottesdienst geschildert hast, auch ein ritueller Ablauf war.
Für mich ist ein Ritual dann gegeben, wenn bestimmte Abläufe, nahezu übereinstimmend genutzt werden (um einen bestimmten Zusammenhang herzustellen. (Bitte meine Privatdefinition nicht verreißen; ich schildere lieber, was ich selbst dazu denke/empfinde, als Definitionen "abzuschreiben")

Gruß
Franziskus

Verfasst von Gottesgeschenk am 14. Oktober 2009 - 15:56.

RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Das frage ich mich auch - was genau ein Ritual ist und ob es überhaupt m...

Das frage ich mich auch - was genau ein Ritual ist und ob es überhaupt möglich ohne Rituale ist. Letztens war ich hier in einem "neueren Gottesdienst" der Dorfgemeinde, und ich sagte anschließend, dass das genau wie in der Freikirche (insbesondere "feg") - damit meinte ich den Ablauf - gewesen sei. Wenn man genauer hinsieht, haben selbst die Gemeinden, die gegen Rituale ankämpfen, sehr viele in ihrem eigenen Gottesdienst, weil es sich so "einspielt" mit der Zeit. Ein Unterschied ist vielleicht, dass im evangelischen Bereich, was ich persönlich auch lieber mag, verstärkt mit der Akkustik gearbeitet wird (in freikirchlichen Gemeinden oft noch extremer: Lobpreis etc was nicht immer sooo biblisch ist, finde ich, weil sehr einseitig), während im katholischen auch Gerüche und Farben noch wichtiger sind (natürlich gibt es immer mehr Elemente, aber eben mal mehr, mal weniger).

Vielleicht sollte man eher danach fragen, warum wen welche Sinne besonders ansprechen. Ich habe bei allen diesen Dingen immer Angst vor Manipulation und setze mich dann bisweilen abends einfach mit der Bibel und Kerze alleine hin und lese - was aber schon wieder und ganz extrem ein Rituals darstellt. Aber es ist eben nich so viel sonst, was noch auf mich einwirkt und mich "anders" beeinflusst. Gibt mir also Sicherheit. Sehr schwer...

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Verfasst von -Aaron- am 14. Oktober 2009 - 16:53.

RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Zitat: Weil es sich so einspielt Es gibt da zum Beispiel ein Gruppe, die nennt...

Zitat: Weil es sich so einspielt

Es gibt da zum Beispiel ein Gruppe, die nennt sich Darbisten. Da warten alle im Gottesdienst bis einer der Anwesenden eine Inspiration, ein Wort von Gott bekommt und dann darüber spricht.

Soweit der Überbau. In der Realität bekommt dann doch immer der selbe hochangesehene Älteste die Inspiration. Wehe, wenn ein jüngerer vor ihm die Inspiration bekommt.

Ähnliches habe ich auch in Freikirchen erlebt, die angeblich überhaupt keine Liturgie kennen. Da wird ein Wort zum Gebet gesprochen, dann betet Ältester 1, danach Ältester 2, dann dürfen auch andere und immer der Pastor zuletzt. Wenn der gebetet hat, darf kein anderer mehr. Ist das etwa kein Ritual?

fragt Aaron

Verfasst von -Aaron- am 14. Oktober 2009 - 17:30.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Ist nur eine sehr kleine Gruppe und dazu gibt es davon wiederum eine Abspaltung...

Ist nur eine sehr kleine Gruppe und dazu gibt es davon wiederum eine Abspaltung. Unsere Community ist, fürchte ich, nicht heilig genug für Darbisten.

Verfasst von Franziskus am 14. Oktober 2009 - 17:35.

RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Jesusabhängige hat geschrieben: Ich habe bei allen diesen Dingen immer...

Jesusabhängige hat geschrieben:
Ich habe bei allen diesen Dingen immer Angst vor Manipulation und setze mich dann bisweilen abends einfach mit der Bibel und Kerze alleine hin und lese.......

Dein Hinweis auf mögliche Manipulationen veranlaßt mich, auch mal die "andere Seite" von Ritualen zu betrachten.
Sicher kennen einige/alle unter uns, Darstellungen aus christlichen Gemeinschaften, in denen Rituale (Techniken) dazu genutzt werden, um einen tranceähnlichen Zustand zu erreichen, in denen Einzelne den Eindruck (?) haben, Gott näher zu sein. Da werde ich dann mistrauisch! Ich frage mich dann nämlich, ob die "Technik" nicht Dinge "erzeugt", die über eine eigene Öffnung und/oder Fokusierung hinaus geht. Im Moment habe ich den Eindruck, dass "laute" und "heftige" Rituale (ggf. mit viel körperlicher Aktivität) dazu führen könnten, dass dort Zustände produziert werden, die der Einzelne mit einer Glaubenserfahrung "verwechselt" werden könnten.
Die mir bekannten kirchlichen Rituale (ist Liturgie nicht bereits Ritual?), sind eher leise und still. So, Jesusabhängige, wie Dein Leseritual.

Gruß
Franziskus

Verfasst von Gottesgeschenk am 18. Oktober 2009 - 13:29.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Weißt du, das ist schwer, was darauf zu schreiben. Ich gehe selbst oft in...

Weißt du, das ist schwer, was darauf zu schreiben. Ich gehe selbst oft in die Freikirche, v.a. wenn ich mal wieder Zweifel etc. habe. Ich würde auch nicht einmal sagen, dass es der Inhalt der Lieder ist, von daher ist "biblisch" vielleicht das falsche Wort. Und nun, es ist auch nicht nur schlecht. Aber ich denke, dass man auch was anderes als Lobpreisanbetung machen sollte. Weil im Lobpreis sehr viel mit Emotionen gearbeitet wird und die Beziehung zu Gott möglicherweise dadurch verfälscht wird. Dass man Gottes Wirken leicht verwechselt mit der Wirkung der Musik. Man sollte aufpassen, dass man Gott nicht mit der Musik verwechselt. (Ein Phänomen, dass mir heute mal wieder - in einer lutherischen - Predigt aufgefallen ist)

Drum bin ich sehr kritisch, wenn die Kirchen meinen, moderner spielen zu müssen. Weil das klar erst mal mehr Menschen anzieht, aber die Frage ist doch: Ist es Gott, der anzieht oder große und moderne Veranstaltungen?

Von Zeit zu Zeit sollte man, denke ich, fasten und sich wieder ganz und gar auf das Wort Gottes besinnen. Man sollte die Psalmen singen - ohne Begleitung. Und sich dann fragen: Erlebe ich Gott auch so? Spüre ich Gott auch, wenn ich völlig verarmt bin an allen möglichen Instrumenten? Wenn Gott mir dann ganz genauso nah ist, dann denke ich, ist auch der Lobpreis etwas Gutes.

Christus hat am Kreuz gesungen, die Apostel im Gefängnis. Gesang macht gegenseitig Mut. In vielen Gottesdiensten der Freikirchen hingegen singt eine Band und übertönt die anderen. Es ist sehr technisiert,  organisiert. Wenn etwas mit dem Computer nicht stimmt, steigt gleich schlechte Stimmung auf (habe ich so erlebt). Nicht, dass das falsch wäre. Aber das muss es nicht immer sein.

Man kann also sagen: Ich fürchte mich da oft vor Manipulation (ein hartes Wort - du weißt, meine ich nur in Abstufungen).

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Verfasst von -Aaron- am 18. Oktober 2009 - 13:47.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

  Im evangelischen Gottesdienst ist von der Liturgie her der Ausgleich...

 

Im evangelischen Gottesdienst ist von der Liturgie her der Ausgleich vorgegeben, der Einseitigkeit vermeiden soll.

Ein Beispiel wäre, dass das Kyrie (die Bitte, die Klage) immer in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gloria (der Danksagung, dem Lobpreis) steht.

Schau dir dahingehend einmal die Psalmen an. Du hast meistens Klage und Jubel, Bitte und Dank, oft sogar plötzlich umschlagend. Selten nur Lob, nur Bitte.

Das hat erst mal gar nichts mit modern oder unmodern, laut oder leise zu tun. Ich kann ja auch leise dankbar sein und laut klagen oder eben umgekehrt.

Das hat nur was mit ehrlich sein zu tun. Wir wollen doch nicht bei allem Gejammer vergessen, dankbar zu sein oder mit Lobhudelei zutünchen, dass wir Bitten an Gott im Herzen haben.

Beides muss Platz haben im Gottesdienst. Von daher wäre einseitige Lobpreismusik zu hinterfragen.

Verfasst von Wanderer am 16. Oktober 2009 - 20:05.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Lieber Spero, "Im Glauben müssen Geist und Sinne angesprochen werden." Das ist...

Lieber Spero,
"Im Glauben müssen Geist und Sinne angesprochen werden." Das ist exakt meine Meinung. Ich würde das Ganze aber nicht so sehr in einen konfessionellen Zusammenhang bringen, denn reformatorisch bzw. evangelisch ist auch die Freiheit, wenn nicht sogar die beständige Aufgabe, alte Formen zu überdenken und neue Formen zu finden. Anti-katholische Reflexe sind schädlich, wenn erkannt worden ist, dass Rituale in und außerhalb des Gottesdienstes dem Menschen guttun. Wir sollten uns weniger Gedanken über unsere konfessionelle Identität machen, als vielmehr über alle Möglichkeiten, zum inneren Frieden und zur Glaubensfreude zu finden. Dabei müssen meiner Meinung nach tatsächlich Geist und Sinne angesprochen und beteiligt werden. So kann es auch für einen Protestanten sehr wichtig sein, sich zu bekreuzigen oder segnend die Hände zu heben. Dass diese Gesten und Rituale nur geistvoll ausgeführt werden sollten, gilt für alle Christen.

Verfasst von Franziskus am 17. Oktober 2009 - 10:35.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Lieber Wanderer, ich verstehe nicht so ganz, wenn Du, bezogen auf spero,...

Lieber Wanderer,
ich verstehe nicht so ganz, wenn Du, bezogen auf spero, schreibst, ""Im Glauben müssen Geist und Sinne angesprochen werden." Das ist exakt meine Meinung. Ich würde das Ganze aber nicht so sehr in einen konfessionellen Zusammenhang bringen...".
Einen konfessionellen Zusammenhang hat sie gar nicht hergestellt. Oder habe ich was übersehen? Das ist ne reine Verständnisfrage, kein "Angriff" oder so...

Gruß
Franziskus
 

Verfasst von Wanderer am 17. Oktober 2009 - 13:07.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Braucht Spiritualität Rituale?

Lieber Franziskus, du hast natürlich völlig recht. Meine Bemerkung...

Lieber Franziskus,

du hast natürlich völlig recht. Meine Bemerkung bezog sich auch mehr auf den Hinweis auf das "reformatorische" Denken, das Spero als Anknüpfungspunkt diente. Mit anderen Worten: ich fände es gut, das Thema "Rituale im Glaubensleben" zunächst abseits des Konfessionellen oder Kirchlichen zu erörtern und zwar vorwiegend als Anliegen des gläubigen Individuums. Nach meiner Überzeugung sind "Geist und Sinne" Existenzialien, also wesenhafte Eigenschaften des einzelnen Menschen. Predigt (Begriff) und Ritual (erlebbare Form) versuchen, Geist und Sinne zu erreichen und haben somit selbst existenzialen Charakter. Die Herstellung eines gemeinsamen, eines sozialen Lebens in Glauben und Gemeinde ist nach meiner Meinung frühestens ein zweiter Schritt. 

Wanderer       

 

Verfasst von Gottesgeschenk am 17. Oktober 2009 - 13:40.

Braucht Spiritualität Rituale?

Dann meintest du damit also mich ;-)

Dann meintest du damit also mich ;-)

Mehr als alles behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche4,23)
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