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10 Monate tod und noch immer ???

Dass es mich fertig machen würde, wenn Oma sterben würde, das sagte ich ihr schon immer.

Doch als sie dann wirklich im Bett einschlief und nicht mehr aufstand... begann für mich die Zeit

des Weges von ... nicht glauben wollen und können, dass sie wirklich tod sein soll oder ist.

Auch jetzt nach 10 Monaten ist es noch immer nicht bei mir angekommen, dass sie tod ist.

 

Und wenn ich auch oft nur den einen Wunsch habe, dass ich bei ihr sein kann...

endlich...

 

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Verfasst von StephanWolters am 2. Juli 2010 - 20:17.

Der Tod lehrt uns »loszulassen«

  Der Tod lehrt uns »loszulassen«   Schicksalsschl...

 

Der Tod lehrt uns »loszulassen«


 

Schicksalsschläge können einen Menschen sehr verändern, zum Negativen, indem man verbittert und vereinsamt, oder aber zum Positiven. In diesem Falle heißt positiv: Nicht haben oder behalten wollen, sondern loslassen, gehen lassen, scheiden, sich endgültig entscheiden, Abschied zu nehmen, um loszulassen …
 
Wer innerhalb der Trauer nicht den schmerzhaften Akt des Loslassens lernt, läuft Gefahr, seelisch und damit später körperlich zu erkranken.
 
Nach der Verarbeitung solch eines Schicksalsschlages kann dann aber auch vieles in einem ganz anderen Licht wahrgenommen werden, allein durch den allgegenwärtigen etwas näheren Kontakt zum Tod, den man als betroffener Trauernder oder selbst lebensgefährlich Erkrankter gegenüber einem Nicht-Betroffenen oder »Nicht lebensgefährlich Erkrankten« bekommen und annehmen kann … und dadurch komischerweise nicht unglücklicher werden muss, wenn man wirklich begriffen und verinnerlicht hat: Zum Leben gehört der Tod wie die Geburt.
 
Jeder, der einen wirklich geliebten Menschen durch Tod verloren hat und den Schmerz der Trauer überwinden konnte oder durch Krankheit seinem eigenen Tod ins Auge schauen musste, weiß, wovon ich spreche!
 
Leider nimmt man oft erst durch den Verlust von etwas ganz Existenziellem, Gesundheit oder einem geliebten Menschen wahr, was Leben heißen kann: Man wird gezwungen, etwas loszulassen und lernt dabei - für unsere Umwelt manchmal beängstigend - bewusst noch mehr loszulassen ohne dabei aber unglücklich werden zu müssen, im Gegenteil …
 
Loslassen ermöglicht andererseits, offen für Neues und Anderes zu werden. Und manch einer hat erst durch solch einen Schicksalsschlag sein eigentliches Glück gefunden.
 
Ja, »los-lassen« ist eines der wichtigsten und am wenigsten beachteten und verinnerlichten Themen unserer Zeit, wo »Tod« und insbesondere der »eigene Tod« gern verdrängt wird.
 
Erst durch diese Art des meist schmerzhaften Loslassens werden wir Menschen zu freien Menschen und damit sogar eventuell glücklicher, weiser und lebenserfahrener, indem wie lernen, einfach und freiwillig loszulassen …
 
Dann leuchten die Farben unseres Lebens wieder stärker, hoffe ich …  

Herzlich,
 
Stephan
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© 2010   Stephan Wolters,     Autor von:   ►»Gras in den Dünen«
 
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