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Das 4. Gebot

Hallo Kathy

Ich lese zur Zeit in den Briefen Martin Luthers. Da kam mir eben ein Brief Martin Luthers an seinen leiblichen Vater vor die Augen, wo ich spontan an deinen Kreis denken musste. Hier der Ausschnitt:

Aber große Freud sollt mirs sein, wo es müglich wär, dass Ihr Euch ließet sampt der Mutter  hieherführen zu uns, welchs mein Käth mit Tränen auch begehrt und wir alle. Ich hoffet, wir wollten Euer aufs best warten. Darauf hab ich Cyriakus zu Euch abgefertigt, zu besehen, ob es Euer Schwachheit halben müglich wär. Denn es geriet mit Euch nach göttlichem Willen zu diesem oder jenem Leben, so wollt ich ja herzlich gern (wie auch wohl billig) leiblich umb Euch sein und nach dem vierten Gebot mit kindlicher Treu und Dienst mich gegen Gott und Euch dankbar erzeigen.

Ist das nicht schön? Kennt ihr andere historische Beispiele für das Sorgen um die Eltern gemäß des vierten Gebots? Es wäre schön, wenn wir hier das eine oder andere zusammentragen könnten.

Lieben Gruß Aaron

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Kommentare

Verfasst von Kathy_Valiant (ki) am 26. Januar 2010 - 11:30.
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RE: Das 4. Gebot

Hallo Aaron, das ist wirklich ein interessantes Zitat! Haben sie die Eltern...

Hallo Aaron, das ist wirklich ein interessantes Zitat! Haben sie die Eltern dann wirklich bei sich aufgenommen? Und das, obwohl Luther, meine ich mich zu erinnern, echte Probleme mit seinem Vater hatte, weil der ihn nicht seinen eigenen Weg gehen lassen wollte. Schreib mehr davon.

Verfasst von -Aaron- am 26. Januar 2010 - 12:12.
Kommentar auf: RE: Das 4. Gebot

RE: RE: Das 4. Gebot

Hallo Kathy, dazu ist es wohl nicht gekommen. In dem Brief vom 15.Februar 1530...

Hallo Kathy,

dazu ist es wohl nicht gekommen. In dem Brief vom 15.Februar 1530 ist es Luthers Frage, ob der Vater die beschwerliche Reise nach Wittenberg bewältigen kann. Die Tatsache, dass Hans Luther dann bereits am 29. Mai 1530 in Mansfeld, seinem Wohnort, gestorben ist, zeigt wohl eindeutig, dass er bis zu seinem Tod dort blieb. Ich kenne auch keinen weiteren Brief wegen seinem Vater.

Weil es dir aber so Freude macht, hier ein Auszug aus seinem Brief an Nikolaus Hausmann vom 5.August 1528. Darin geht er ebenso warmherzig auf den Tod seines Töchterchens ein. Dieser Brief ist aus dem lateinischen übersetzt; deshalb fehlt hier das im Brief an seinen Vater Hans markante Lutherdeutsch.

Mein Töchterchen Elisabeth ist gestorben. Sie hat mich tieftraurig und mit beihnahe mütterlichem Herzen zurückgelassen, so sehr werde ich durch den Jammer um sie bewegt. Vorher hatte ich nie geglaubt, dass auch das Herz eines Vaters gegenüber seinem Kind so weich werden kann. Bete für mich zum Herrn, lebe in ihm wohl.

 

Verfasst von -Aaron- am 1. Februar 2010 - 18:01.
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RE: Das 4. Gebot

Nun bin ich in meinem Buch über Lutherbriefe zu einem Brief an seine...

Nun bin ich in meinem Buch über Lutherbriefe zu einem Brief an seine kranke Mutter gestoßen.

An Margarethe Luther                                                               Wittenberg  20.Mai 1531

Gnad und Friede in Christo Jesu, unserm Herrn und Heiland, Amen. Mein herzliebe Mutter! Ich hab die Schrift meines Bruders Jakobs von eurer Krankheit empfangen, und ist mir ja herzlich leid, sonderlich, dass ich nicht kann leiblich bei Euch sein, wie ich wohl gerne wäre....   (es folgt eine längere Briefpredigt an seine Mutter über das Wort "Seid getrost, ich hab die Welt überwunden". Er schließt den Brief mit diesem Absatz)

Der Vater und Gott alles Trostes verleihe euch durch sein heiliges Wort  und Geist einen festen, fröhlichen und dankbaren Glauben, damit ihr diese und alle Not müget seliglich überwinden und endlich schmecken und erfahren, dass es die Wahrheit sei, da er selbs spricht: Seid getrost, ich hab die Welt überwunden. Und befehle hiemit euer Leib und Seele in seine Barmherzigkeit, Amen. Es bitten für euch alle eure Kinder und meine Käthe. Etliche weinen, etliche essen und sagen: Die Großmutter ist sehr krank. Gottes Gnade sei mit uns allen, Amen.

Am Sonnabend nach Ascensionis Domini MDXXXI.

Euer lieber Sohn Mart. Luther.