Mein Leben zwischen Kindern, eigener Vorsorge und Pflegebedarf - mein offener Blog (1. Teil)
Demenz und Multiple Sklerose - Pflege in der Familie (mein privater Blog) -
NEU!!!! Wegen der Übersichtlichkeit:
Neues ab Juli 2010 von der Pflegefront
Unter diesem Link mein Blog zum Thema Demenzpflege, der Anfang. Werde auch noch zumfür mich gleichzeitigen Thema "Mulitple Sklerose" (auch: MS ) etwas schreiben.
Einige Beiträge sind in beiden Blogs vorhanden. Ich habe eine Weile gebraucht, um den Unterschied zu verstehen. Und: Dieser Blog müsste zeitlich chronologisch geordnet werden. Wer kann das bewerkstelligen?
Allen Leserinnen und Lesern meinen herzlichen Dank. Ihr und Dein Interesse stärken den Rücken. Denn ich kämpfe zwar für meine Eltern, ein wenig für mich und meine Familie - aber immer auch im Bewusstsein, dass es politisch ist, was der Einzelne tut oder unterlässt. Und es ist christliches Denken, nicht nur an sich sondern auch an Gott zu denken - und der ist im Einzelnen, in Dir, in Deinem Lachen oder Weinen erkennbar. Ob Du glaubst oder nicht. Ich glaube es. Das genügt doch.

Kommentare
RE: Mein Leben ....
Ja, Ihr seid von beiden Seiten stark beansprucht. Ich hoffe, der Geburtstag war schön? Was gibt Dir eigentlich die Kraft und Motivation, Dich so um die ältere Generation zu kümmern?
RE: .. zwischen Kindern, eigener Vorsorge und Pflegebedarf
Der Pflegedienst war schon da gewesen, der Pflegepatient nicht. Pech gehabt. Kommunikation mit den Angehörigen? Fehlanzeige.
Woher nehmen wir die Kraft seit den letzten Jahren zwischen allen Stühlen?
Fragen wir uns auch. Wir sind offenbar in Sachen "aushalten" gut trainiert. Das ökumenisch-katholisch geprägte TeDeum jeden Tag und die Herrnhuter Losungen sind mein täglich Brot. Das Wasser kommt von der Musik, die alles zum klingen bringen kann. Das Feuer kommt von der Liebe und die Luft zum Atmen vom Mut, Auszeiten zu nehmen. - Aber es wäre schon gut, wenn es eine Gemeinde gäbe, die eingebunden wäre in "Kirche". Aber wir leben offenbar in einer völlig davon losgelösten Welt. Wenn wir Gemeinde wollen, müssen wir auch dort noch die letzten freien Minuten verbringen. Für uns ist gelebter kirchlicher Sonntag die ganze Woche, an Arbeitsplatz, in der Familie, zu Hause, bei den pflegebedürftigen Angehörigen und der Organisation dessen, was niemand abnimmt. - Der Wochentag "Sonntag" ist einfach nur für uns.
RE: RE: .. zwischen Kindern, eigener Vorsorge und Pflegebedarf
Es ist auf alle Fälle interessant, was Du schreibst.
Irgendwann so fürchte ich, könnte uns etwas ähnliches ins Haus stehen. Wahrscheinlich aber nicht durch Pflegeversicherung und Sozialamt großzügig abgesichert. Ich weiß, es ist nicht großzügig, aber doch erheblich mehr als es derzeit in anderen Ländern Europas gibt.
Gruß Thomas
RE:" eines Tages auch bei uns"
Die Kosten für einen Monat im Pflegeheim ohne große Ansprüche: 3900,-- Euro. Die Kasse übernimmt ca. 1500 bis 1900 Euro. Der Rest muss selber aufgebracht werden - Verbrauch des Besitzes bis auf 1300 Euro.
Dann Sozialhilfe, aber nur wenn man eine Wohnung nimmt, die nicht über 310 Euro liegt - Warmmiete! Wo gibts das in einer Großstadt.
Und wenn man das Pflegeheim wählt, also alles Eigentum bis auf eine Kommode oder den Lieblingsstul verschenkt oder an den Trödler gibt - dann steht einem 98 Euro Taschengeld zu. Damit finanziert man den Friseur, wenn man den noch will.
Und draußen geifern die Vorstände um 50 Millionen Abfindungen - bis die mal verbraucht sind im Pflegeheim, geht es denen recht lange gut.
Neid? Vielleicht. Aber wer nix mehr hat, ist selbst auf den SChokopudding vom Nachbarn neidisch. Auch wenn man den Neid christlich unterdrückt und allen HÄchern vergibt.
RE: RE:" eines Tages auch bei uns"
Hallo Gast! Auf wen beziehen sich diese Zahlen? Den Heimbewohner, den Ehepartner, Kinder? Ich hab' mal in einem alten Testheft nachgeschaut, was dort zum Elternunterhalt steht. Ziemlich kompliziert, kein Wunder, dass man bei dem Thema viele Links zu Anwälten und Büchern zum Kaufen findet ... Dass der Betroffene selbst nur noch den jeweiligen Barbetrag alias "Taschengeld" aus der Sozialhilfe hat, ist wirklich bitter. Zumal daraus auch Brillen und Hörgeräte-Batterien bezahlt werden müssen.
RE: RE: RE:" eines Tages auch bei uns"
Hallo Kathy, die Zahlen die unter "Gast" genannt sind, entsprechen auch meiner Erfahrung. Plus minus einiger kleiner Unterschiede.
Heimplatz ca. 3850 Euro
Davon zahlt die Pflegekasse ca. 1500 Euro
Privat zahlt man den Rest.
Dazu die Wohnung für den Ehepartner des Pflegebedürftigen, der aber mangels Stufe II nicht im selben Raum wohnen kann.
Also zusätzlich Miete, hier: 350 Euro warm - zuviel für das Sozialamt -
Das Ganze bei einer Rente von 110 Euro (Pflegebedürftige) und 900 Euro (Ehepartner).
Und die Kinder - tja, die verdienen zu wenig, um zur Kasse gebeten zu werden oder auc h nur freiwillig zahlen zu können.
Bei meinem Beispiel musste das gesamte Haus verkauft werden, passierte leider unter Wert und wurde nicht von mir durchgeführt - tja, und neulich erfuhr ich, es musste gar nicht. Aber die Informationen 2007 waren miserabel. Und die über50jährigen "Kinder" hatten genug in der knappen freien Zeit nach der Arbeit zu tun, um sich um die akuten Dinge zu kümmern - bei 3 Pflegebedürftigen. Hilfe? Ich kann mich nicht erinnern, dass eines der Gespräche mit Pfarrern, Leuten im Umfeld, Angehörigen, Krankenkasse, Sozialamt, Medizinischer Dienst, Pflegeanbieter, Personal, usw. auch nur ein kleines bisschen geholfen hätte.
Daneben gibts ja auch noch viele Ausgaben, die man selber zu Zeiten geschaffen hat, als die vielen Kinder mehr Wohnraum brauchten.
Im Gegenteil - die Telefonate während der Arbeit im Großraumbüro waren entwürdigend (weil jeder alles mitbekam und sich gestört fühlte) und weil die Chefs das gar nicht gut fanden. Druck. Konsequenzen. - Und die Summen? Wie bei "Gast". Und die Pflege? Wie in allen Heimen, vermutlich. Zu gering Bezahlte wechseln zu oft, haben zu wenig Zeit, sind oft krank, haben wenig Ahnung von bestimmten Krankheiten, verpassen die Pillenzeiten, vergessen das Frühstück, wechseln die Windeln zu spät, kommen erst mit Verspätung - weil überfordert - und wirken stets gehetzt, einige gar unfreundlich.
RE: RE: RE: RE:" eines Tages auch bei uns"
Hallo, habe an Euch gedacht, weil heute Sonntag ist. Weil wir alle Kirche sind, auch wenn jemand nicht in den Gottesdienst gehen kann.
Dein Beispiel ist ein Anreiz und eine Warnung, sich rechtzeitig die richtigen Informationen zu besorgen, damit nicht z. B. ein Haus verkauft wird, was gar nicht nötig ist.
Heute gibt es ja erste Ansätze einer Pflegezeit, einer Freistellung aus dem Beruf, aber leider noch nicht bezahlt. Würde das helfen?
Und dass ein Ehepaar nicht zusammen wohnen kann, auch wenn der einer eine höhere Pflegestufe hat - das kann doch nicht normal sein?
RE: Pflegezeit
Keine Lösung. Ein 55jähriger Kriminalbeamter macht keine Pflegezeit - erstens könnte ich das gar nicht leisten, und außerdem müssten die Kollegen auch noch mich vertreten, denn es würde kein Ersatz an die Planstelle kommen. Schon jetzt arbeiten wir bis zu 40 Prozent über Leistungskraft. -
Und eine 55jährige Erzieherin kann auch nicht ne Weile raus, dann schadet das nicht nur den Kindern, die sie zu betreuen hat, sondern ihr selber auch, weil sie nicht mehr reinkommt danach. Wie lange dauert denn eine Pflege.
Welches Leben führt man dann selber noch? ?- Welche Ausbildung benötigt man, denn Pflege ist für Demenz und MS schon was Besonderes. Ich wäre echt bekloppt, wenn ich, der einzige mit sicherem Einkommen seit Generationen, dies auch noch hinwerfen würde, nur weil - jetzt werde ich mal unangenehm politisch - nur weil die oberen Einkommensbezieher weniger Steuern bezahlen wollen und lieber mit Geld Geld verdienen wollen als mit sozialer Finanzleistung. - Ich habe sie kennen gelernt in Vertriebsabteilungen von Automobilkonzernen, namhaften Finanzdienstleistern, Pharmabereich, Spielsalons, großen vierbuchstabigen Konzernen der Medienbranche etc.
Wenn aber das Einkommen von jemand im mittleren Einkommenssegment nur noch halbiert ist, müsste man auf eine kleinere Wohnung umsatteln, das mühsam erarbeitete kleine Zentrum der Großfamilie verzichten und woanders hinziehen, aber dann wäre das Pflegen wieder schwieriger, weil ja auch kein Auto mehr da wäre und alles noch bescheidner ausfallen müsste als jetzt schon.... nein, keine Lösung. Nur was für höhere Einkommen oder für Leute, die noch Rücklagen haben.
Es gibt eine Lösung aus meiner Sicht. Es setzt voraus, dass die großen Anbieter der Pflegeindustrie bereit sind, ihre Marktmacht mit dezentralen privaten Pflegestationen zu teilen, das Pflegen in die Wohnquartiere zu holen und eine Zwischenoption zwischen Heim und Alleinwohnen zu schaffen. Moderne Quartierwohnkonzepte sind mein credo - und wenn deutsche Pflegekräfte sich zu fein sind, Pflegedienstleistungen über die 4 Minuten der Sekundenpflege hinaus zu leisten, dann müssen es eben doch polnische Frauen sein, die offenbar noch Herz und Hand haben und bereit sind, auch für weniger zu arbeiten - ich würde ihnen weit mehr geben wollen; und das ginge, wenn Caritas und Diakonie dezentrale Pflegekonzepte mit den Kranken- und Pflegekassen unter Beteiligung der Angehörigen schaffen ode rzulassen und nicht das enteignete Wohneigentum der Pflegebedürftigen zum Bau neuer 4000 Euro-Luxus-aber-wenig-Zeit-Pflegeheime zu schaffen. - Oh, man merkt, ich bin irgendwie ziemlich ärgerlich über die Lage. - Die Woche war anstrengend, die nächste noch mehr. Und Karneval streich ich endlich mal den Flur.
Interessanter Ansatz, aber...
Hi baksb, dein Ansatz klingt interessant - doch habe ich ihn nicht richtig verstanden, wie mir scheint. Nur mal theoretisch: es gibt für pflegende Angehörige Fortbildungen, beispielsweise zum Thema Demenz oder MS - wie von dir angesprochen. Falls die Angehörigen eine Pflege nicht leisten können oder wollen - was ich voll und ganz verstehen kann - gibt es doch eine Zwischenlösung neben Heim und Alleinwohnen, nämlich die ambulante Pflege. Hier gibt es aber Qualitätsunterschiede und man muss sich selbst gut beraten lassen, um für die Mutter oder den Vater das bestmögliche zu bekommen. Es gibt hierfür Beratungsstellen oder Pflegestützpunkte, die von den Pflege- und Krankenkassen aufgebaut werden. Auf der Internetseite (siehe unten in der Quelle) steht: "Seit dem 1. Januar 2009 hat jeder Pflegebedürftige einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Hilfe und Unterstützung durch eine Pflegeberaterin oder einen Pflegeberater."
Zu den von dir angesprochenen 400,-€-Kräften aus dem Ausland kann ich sagen, dass ich durchweg nicht so gute Erfahrungen mit ihnen gemacht habe. Zum Teil behandeln sie die Pflegebedürftigen wie Kinder - reden von Windeln, und nicht von Einlagen, sprechen mit den Menschen als hätten sie einen 6-jährigen vor sich oder sind fachlich aus medizinisch-pflegerischer Sicht auf dem Niveau von vor 20 Jahren. Das sind Erfahrungen aus der ambulanten Pflege. In einem Punkt muss ich dir Recht geben - es bleibt zu wenig Zeit für die Pflegedienste eine umfassende Pflege zu Hause zu ermöglichen. Gut, aber das soll sie ja auch nicht - sie soll unterstützen und wenn der Pflegeaufwand allen Beteiligten über den Kopf gewachsen ist, bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als über den Einzug in ein Altenpflegeheim nachzudenken. Auch hier gibt es Finanzierungsmöglichkeiten zur Genüge - niemand muss in Deutschland Angst davor haben, zu Hause alleine zu sterben. Dazu gehört natürlich auch, über die eigene Einstellung zu den Pflegeheimen nachzudenken - die Wenigsten sind erfahrungsgemäß so schlecht, wie sie in den Medien dargestellt werden. Es gibt sehr wohl sehr viele engagierte Pflegekräfte, die den Pflegebedürftigen nicht nur medizinisch-pflegerisch auf höchstem Niveau versorgen, sondern auch sein Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung achten. Das können nicht alle Angehörigen zu Hause leisten - damit habe ich ebenfalls Erfahrungen im Heim gemacht.
Gut, ich sehe als Hauptproblem nicht die Pflegekräfte und auch nicht die Institutionen (ambulante oder stationäre Pflegeinrichtungen), sondern die finanziellen Strukturen des Gesundheitssystems. Wenn ich mich in anderen Ländern umschaue, sehe ich Strukturen, die nicht so beladen sind, die aber auch nicht den Anspruch an sich haben, jedem Menschen im möglichen finanziellen Rahmen eine adäquate Versorgung zu gewährleisten. Es gibt hier meines Erachtens genug Möglichkeiten, seinem Angehörigen, dem Vater, der Mutter einen selbstbestimmten, schönen Lebensabend zu ermöglichen. Nur dazu muss man bereit sein, selber Opfer einzugehen und neben einer Teilfinanzierung der Kosten (wenn man es sich finanziell erlauben kann und auch bereit ist, einen Teil seines Lebensstandards einzubüßen) auch den Angehörigen möglichst oft besuchen kommen - es gibt leider Gottes so viele Menschen, die lediglich an Geburtstagen oder Feiertagen Besuch bekommen. Darüber hat sich schon so mancher Bewohner bei mir beklagt. Klar gibt es auch hier Interventionsmöglichkeiten der Pflegeheime, wie psycho-soziale Angebote (Gesprächsrunden, Singkreis, Tanz und Gymnastik-Angebote) - doch der Kontakt zu den Liebgewonnenen kann nicht ersetzt werden.
Abschließend kann ich sagen, dass der Trend klar in Richtung dezentraler Versorgung geht. Meines Erachtens werden die Pflegebedürftigen der Zukunft wohl entweder dezentral zu Hause von ambulanten Pflegediensten vesorgt oder aber in Mehrgenerationenwohnhäusern, in denen Alt und Jung unter einem Dach leben. Die viel zu teuer gewordenen massiven Strukturen einenes Pflegeheimes werden wohl über kurz oder lang verschwinden oder es wird die zentrale Pflege in Enklaven existieren können, die sich dann nur noch Besserverdienende leisten können. Ich glaube aber nicht, dass dies dem Anspruch unseres Rechtstaates gerecht wird.
Wie gesagt, zum Thema Pflegeratung / Pflegestützpunkte hier ein Link: http://www.bmg.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/P/Glossarbegriff-Pflegeberatung.html
Schreib bitte einen Kommentar, und erläutere mir bitte dein Konzept einmal - finde die Diskussion sehr spannend.
Schöne Grüße Pflegeprofi ;)
Alternativen
Hallo Pflegeprofi,
warte nun auf den Mann von der Caritas, den ich mühsam hierher bekommen kann. Werde ihm das erläutern, was ich meine. Hier aber auch kurz der Schwerpunkt:
Da ist eine Siedlung, in welcher meine Frau und ich ein Reihenhaus 1984 ohne Eigenkapital gekauft haben. 3 Kinder haben wir dort groß gezogen, wir kennen alle, ein Enkel fühlt sich hier oft zu Hause. Die beiden erwachsenen Töchter wohnen in der Nähe, der Sohn hat hier Freunde auch wenn er in Görlitz derzeit studiert. Die beiden anderen studieren auch, d.h. die Jüngste verlässt ihren Erzieherinnenberuf, weil ohne Studium ihre Zukunft mager ist. Sozialberufe sind ja Hungerlöhner und keine Grundlage für Familiensicherheit.
Gegenüber von uns haben wir im Mehrfamilienhaus unserer Siedlung eine über 18 Monate leer stehende Sozialwohnung, klein, für die Schwiegermutter erkämpft. Multiple Sklerose, wird immer schlimmer, Pflegestufe schon dreimal abgelehnt, ein Unding. - Aber wir können fast täglich nach der Arbeit mal rüber schauen und ihr was besorgen. Ohne Auto. - Dann der Vater, 10-15 Autominuten entfernt, direkt neben einem christlichen Pflegeheim, wohnt aber allein in einer Wohnung, man betreut ihn nicht von dort. Teilhabe am Pflegeheimleben - geht nicht, essen darf er aber da gegen Geld, einfach toll.. - Er kennt nun ein paar alte Leutchen und ist überhaupt da, weil seine Frau, meine Mutter, dort liegend ihre zwei Jahre langsam verhungerte. Nicht weil sie nichts bekam, sondern weil der Aufenthalt im Pflegeheim wegen ihrer Parkinson notwendig war, weil wir - wie heute - keine Hilfe bekamen, sie in Familiennähe zu versorgen. - Da zog der Vater daneben ins Haus. Ein Kampf, aber klappte dann. - Nun sollte er dort eigentlich gut versorgt sein, aber der "christlich" genannte Pflegedienst (Lazarus) versorgte ihn von Hürth, keine KOmmunikation, wurde nicht zum Arzt gebracht, keine Termine... also ich wechselte zu einer privaten Firma. Eine Frau, die mal in einem anderen Pflegeheim war, vor dem ich nur warnen kann, aber sie macht ihre Arbeit gut. Unsere Mutter war da mal, aber im engen Doppelzimmer mit einer Altnazi-Frau und zudem schlecht versorgt, wir mussten zum Lazarus wechseln. Aber - keine 10 Minuten Zeit zur Sterbebegleitung pro Tag waren drin - kostete aber 3800 Euro plus plus - Haus weg, Eigentum weg, alles dort bezahlt - aber das machte die Mutter fertig, sie starb wohl mehr an Kummer als an Parkinson.
Nun gehts darum - siehe ganz oben - meine Vater entweder dort sozial stärker zu unterstützen oder ihn direkt in das Haus gegenüber zu holen, Pflegekräfte zu kaufen, ihnen die Miete zu bezahlen für eine eigene Wohnung, einmal pro Woche von Ida-Abo das Essen vor die Tür, flexible Arbeitszeit - einzige Bedingung: Keine Sekundenpflege. - -- Musste unterbrechen. Der Mann von der Caritas sagt: Ihre Visionen in Ehren, aber wir bieten Ihnen was anderes.. Tja, da wird also das familiennahe Pflegen doch erst auf das Jahr 2014 verschoben, wenn ich als Pensionär mich selber darum kümmern könnte. Nur - dann sind mein Vater und die Schwiegermutter vielleicht schon tot oder so bettlägerig, dass alles zu spät ist und ich meine letzten Lebensjahre mit der Pflege verbringe, bevor ich selber von den zu wenigen jungen Leuten gepflegt werde, die heute eher mit Handys sprechen als mit alten Leuten.
- Meine Idee: Mobiles Altenzentrum/Pflegezentrum auf den Spielplatz, den keiner mehr nutzt, seit alle über 30 sind, die mal Kinder hier waren. Und wenn die Alten tot sind, kann da wieder ein Spielplatz hin. Hauptsache, die Pflegedienstleistung ist dort, wo man wohnt - und nicht umgekehrt.
Außerdem wünschte ich, dass Pflegekräfte in mobiler Pflege soviel bekämen, wie die Pflegeheime für einen Pflegeplatz von der Kasse bekommen. Dann würde kaum noch einer im Pflegeheim arbeiten, die Pflege zu Hause wäre rentabel, man könnte auf seinen ARbeitsplatz verzichten und stattdessen die Pflege leisten - dazu eine Ausbildung parallel machen, warum nicht.
Hier in solch einem Thread kann man nicht konzeptionell schreiben, zu sehr werde ich dabei gestört hier, aber dass die Caritas sagt, was ich vorschlage wäre nicht zu machen, das ist nicht okay. Frau Von der Leyen, Herr Laumann, Frau SChwarzenberg und wie die Politiker in Berlin alle heißen - Das Pflegesystem ist falsch. Die Sozialämter fördern die Pflegefirmen mit der Immobilienwirtschaft. Und die Familien verarmen. Schluss damit.
Hallo, das sind zwar viele
Hallo, das sind zwar viele Aspekte, die man nicht so leicht auf diese Form diskutieren kann, aber klar ist, dass Ihr auf vielen Feldern kämpft und mehr Unterstützung braucht. Mal abgesehen von der notwendigen Systemänderung.
Z. B. "Schwiegermutter - Multiple Sklerose, wird immer schlimmer, Pflegestufe schon dreimal abgelehnt, ein Unding" - was ist das denn für eine Pflegekasse? Laut Gesundheitsministerium sollen alle Kassen die Leute beraten.
Zitat: Pflegestufe schon
Zitat: Pflegestufe schon dreimal abgelehnt, ein Unding
Auf jeden Fall Widerspruch einlegen evtl mit Attesten vom Hausarzt und/oder Facharzt. Die ärztliche Begutachtung geschieht ja vor Ort und ist vom Zufall abhängig. Villt ist der Pflegebedürftige am Tag der Begutachtung mal gut drauf und schon entsteht ein nicht der Wirklichkeit entsprechender Eindruck von Fitness.
Es ist auch wichtig zu wissen, was geprüft wird in Bezug auf eine Einstufung. Es ist z.B. nicht wichtig, welche Erkrankung vorliegt, sondern welche Handgriffe und Verrichtungen des täglichen Lebens derjenige nicht mehr ohne fremde Hilfe tun kann. Darauf muss im Widerspruch zuerst Bezug genommen werden. Es ist auch nicht verboten, dabei von der Realität der schlechten Tage auszugehen und da die Einschränkungen drastisch zu schildern.
Ich hatte das schon auch, dass die beantragte Pflegestufe abgelehnt wurde. Als die Frau des Pflegebedürftigen auf meinen Rat hin einen gut begründeten Widerspruch eingelegt hatte, wurde die Entscheidung revidiert.
Re: Widerspruch einlegen
Ach, haben wir längst gemacht. Natürlich. Ich bin des Schreibens ja kundig. Aber das dauert und dauert und dauert nun schon ein Jahr. - Und das, wo man ja noch einen weiteren Pflegefall zu betreuen hat - familiär zu betreuen. Lächeln. Immer optimistisch sein. Und immer zwischen eigenen Bedürfnissen, die zu kurz kommen, und denen, die man anpacken muss, weil es sonst keiner macht.
Klage beim Sozialgericht
Hallo baksb,
hast du schon in Betracht gezogen, Klage beim zuständigen Sozialgericht gegen die Entscheidung der Pflegekasse einzureichen? Wir hatten das Thema neulich im Fachseminar. Es ist so möglich, dass eine Pflegestufe erklagt werden kann - mittels Verpflichtungsklage. Zu dem von dir angesprochenen Punkt der langen Dauer: Du kannst, wenn Eile geboten ist, die Pflegekasse mittels der Feststellungsklage auf eine schnelle Entscheidung drängen. Es gibt also Rechtsmittel, die eingelegt werden können. Auch nach x-Widersprüchen, die abgelehnt worden, muss so die Pflegekasse (oder auch die Krankenkasse) im Idealfall Leistungen erbringen. Wenn die Pflegestufe nach Einschätzung der Richter legitim ist, müssen die Kassen dann entsprechende Beiträge nachzahlen. Ich würde, wenn du es noch nicht gemacht hast, ein Pflegetagebuch schreiben. In dem führst du bzw. die pflegende Person genau auf, was bei dem Pflegebedürftigen wie lange gemacht wurde - also eine Art "Aufwandsermittlung".
Meiner Meinung nach ein Aufwand, der sich lohnt. Hier ein paar Links zu informativen Seiten.
- Näheres zu Antragstellung einer Pflegestufe, Widerspruch und Klage: http://www.porta-l.de/index.php?id=92&layout=&style=
- Klagearten und Rechtsmittel vor dem Sozialgericht: http://www.personal-wissen.de/klagearten-und-rechtsmittel-vor-dem-sozial...
- Muster Pflegetagebuch: http://www.medizinfo.de/pflege/versicherung/tagebuch.shtml
Schöne Grüße
Pflegeprofi ;)
Der Rechtsstreit im Alltagsstress ohne Rechtsschutz
Hallo, danke. Auf die Idee kam ich auch mal, aber Du hast mich erinnert. Nein, die Versicherte ist nicht versichert in Rechtsschutz, für die staatliche Rechtshilfe verdient sie zuviel, für den Rechtsstreit zu wenig. Und ich muss zugeben, das Geschreibe muss ich dann auch noch machen. Hier mal eben was schreiben, nachdem ich für Karneval den Handkarren repariert habe und ab und zu mal das "Ping" des Maileinganges abrufen - ich hab offenbar keine Energie mehr wie früher, als ich noch für Umwelt, Frieden, soziale Gerechtigkeit sogar an Demos teilnahm, in Arbeitskreisen saß - ich hab die Energie nicht. -
Die Anwältin hat sich bisher nur um den Vater mit Demenz gekümmert, um die MS-kranke Schwiegermutter müsste ich sie neu beauftragen. Ob das lohnt, in 20 Jahren beim Verfassungsgericht Recht zu bekommen? Nein, ich glaub das überlasse ich den Verbänden. Aber die ...
Naja, vielleicht liest das ja einer.
Ja und nein
Es ist schlimm, aber es gehört zum Leben dazu. Kinder wachsen ja auch nicht ohne Fürsorge auf. Sich um sie zu kümmern, passiert noch instinktiver, die Sorge für ältere Generation musste schon in die zehn Gebote aufgenommen werden. Und wir müssen es auch für uns selbst tun. In früheren Generationen tauchte das Problem aus den bekannten Gründen nicht in der Schärfe auf. Wobei, Schärfe, Problem: Wir haben ja auch Gutes durch das längere Leben und die längerer Fitness der Alten.
Widerspruch - nun mit Rechtsanwalt
Nach der wiederholten Ablehnung der Pflegebedürftigkeit - man spricht von 37 Minuten Pflegebedarf, ab 45 Minuten gibts erst Anerkennung - könnte ich im Dreieck springen. Allein die Tatsache, dass die Pflegebedürftige nicht selber einkaufen gehen kann, erfordert von der Familie einen Zusatzaufwand von 1-2 Stunden wöchentlich, eigentlich mehr, da kurzfristiger Bedarf wie Geld am Automaten holen oder "mal eben in die Apotheke fahren" oder "mal eben zum Friseur fahren" ja zusätzlich Mehraufwand sind, die ein "normal behinderter" mit Rollstuhl z.T. selber machen könnte, wenn auch mühsam. Eine MS-Kranke aber hat in Händen und Beinen nicht ansatzweise die Kraft. Und ein elektrischer Rollstuhl passt nicht in die kleine Wohnung, ihn aus dem Keller "mal eben zu holen" ist nur was für zwei Männer, nicht jedoch für die Frau, die die Pflege macht.
Unverschämter Verein - ich bin wirklich wütend. - Aber der Anwalt wird sachlich schreiben, ich selber könnte jetzt das nicht. Und der Schreibaufwand ist auch Pflegeaufwand, wie Duschen, Baden, Kochen, Abräumen, Waschen, Bügeln, Kleidung zur Reinigung bringen, zu Hause für Sauberkeit sorgen, .... Welcher politisch Verantwortlicher hat sich mal die MÜhe gemacht, diese Arbeit zu machen. Man lässt machen. Klar, Frau Schmidt, Herr Seehofer, Frau Merkel, Herr Lauterbach. . Alles hat einen Namen.
Gleichzeitigkeit
Das Problem ist die Gleichzeitigkeit der Dinge, die man anpacken muss. Jeden Tag neu, jeden Tag alles. Um halb fünf dies, um fünf das, um halb sechs das und abends noch dies.
Also bezüglich der Pflegestufe: der MDK gehört ja nicht den Krankenkassen, er ist Anstalt öffentlichen REchts. Das Bundesverfassungsgericht sollte hier auch mal entscheiden. Aber wer beantragt das`? Die Macht hat vorläufig der MDK-Mann (Frau hab ich da noch nie gesehen, und ich hab schon 6 Leute kennen gelernt, drei hier und drei im anderen Teil der Familie. Der letzte Mann war gut - aber beim Vater ist ja längst zugestimmt worden. Da hab ich damals Klartext gesprochen, das wirkte.
Ziatat: Da hab ich damals
Zitat: Da hab ich damals Klartext gesprochen, das wirkte.
Eben das meinte ich und entspricht auch meinen Erfahrungen mit dem Medizinischen Dienst.
Kasse sollte beraten
Angeblich sollen die Kassen beraten. Das ist ihre Pflicht, und das Bundesgesundheitsmin. in Form seiner Pressesprecher nennt diese Pflicht auch immer wieder, wenn man fragt, wer den Angehörigen hilft. Deshalb die Frage, was das für eine Kasse ist.
Die gesetzlichen Kassen
Barmer Ersatzkasse: Demenz/Alzheimer-Thematik
Deutsche BKK: Multiple Sklerose.
Beratung: Null, wirklich Null.
Tja - die Beratung
BEK - Keine Beratung in Sachen unserer Demenz/Alzheimer-Problematik
Deutsche BKK: Keine Beratung in Sachen MS
Was ist Beratung? Die Beratung durch das Pflegeheim oder die durch mobile Firma? Objektive Beratung? Noch nie, wirklich nie erlebt, obwohl ich seit drei Jahren suche. Seniorenberatung? Alles nix.
Beratung
Die Kassen sollten beraten. Dass die, die eine Pflegeleistungs erbringen wollen, auch beraten, gehört zu ihrem Geschäft. Aber es wurde ja von Seiten der Politik so viel Wert auf unabhängige Beratung gesetzt, deshalb auch die Pflegestützpunkte.
Typisch, dass die Probleme der einzelnen mit mangelnder Leistung nicht öffentlich bekannt werden. Daran muss sich etwas ändern. Ich überlege mir, was ich dazu tun kann.
Hast Du Deinen Frust schon einmal in entsprechenden thematischen Foren losgelassen? Wenn nicht, suche ich Dir die Adressen zusammen.
Re: Beratung
Hallo, ich habe die BEK angeschrieben, die Deutsche BKK, ich hab den MDK schriftlich auf meine Fragen hingewiesen - auch auf Missstände damals bis heute - , ich habe mit den jeweiligen sozialen Diensten der Krankenhäuser gesprochen, wenn wegen des Mangels an Pflege mal wieder das Krankenhaus aufgesucht werden musste, ich habe die Gemeinden angesprochen - die evangelische über den Pfarrer, die katholische per Mail und Vorsprache im Pfarrbüro, ich habe Zeitungsartikel kommentiert, Bundestagsabgeordnete angeschrieben, (eine grüne Abgeordnete machte z.T. daraus sogar Anfragen an die Regierung), habe das Gesundheitsministerium in Düsseldorf vor einiger Zeit traktiert mit Situationskommentaren und Hilfeersuchen (man hat getan was man konnte), habe sogar eine Reporterin einer Sendung des 5. WDR-Programms hier gehabt..., ja sogar eine Anwältin für Sozialrecht schrieb ich an. - Aber alle haben ihr Spezialgebiet, die notwendige umfassende Beratung in unserem Fall mit zwei zu lösenden Pflegebedürfnissen und im Kontext unserer Situation - Fehlanzeige. Die BEK und die Deutsche BKK schrieben nicht mal Eingangsbestätigungen. -
Ich würde - wenn ich endlich wüsste mit wem - zum Ministerium nach Berlin fahren und die Ministerin nicht mehr aus dem Ges´präch lassen, bis dieser Missstand endlich aufhört. Aber inzwischen ruft mein Vater an, seine Vergesslichkeit wird schlimmer und das geht nun mal vor - und die Schwiegermutter benötigt was vom Lebensmittelgeschäft. Viel Zeit bleibt nicht, denn wir möchten morgen gerne mal zu unserem Karnevalsumzug, wo wir immer mitgehen. Entspannt geht sowas schon lange nicht mehr.
nur drei Jahre?
Hallo Teresa,
ach, das furchtbare Problem ist, dass ich meine Eltern gern noch länger in meiner Nähe hätte. Es ist so unsagbar schade, dass die Pflege so zu einem Problem wird -nicht weil es die Eltern verursachen, sondern die Firmen, die einem für teures Geld helfen sollen, und der Staat als Gemeinschaft, der den Reichen der Oberschicht alles lässt und der Mittelschicht die Lasten aufbürdet und die Leute mit wenig sozialer Kompetenz - in allen Lagern - mehr an sich als an andere denken. Die Wohnungen sind falsch konzipiert, sie laden nicht ein zur Aufnahme von alten Menschen. Die Hausbesitzer können wählen zwischen Aufgeben des Reihenhauses oder nichtschaffen zusätzlicher Lasten. Die Villenbesitzer sind da eher ohne Problem, nehme ich an - aber da sind oft die, welche keine Steuern zahlen wollen, zu finden.
Und die Leute, die keine Familie wollen, lässt wohl kalt, was Familien helfen könnte.
Energie für die nächste Generation
Hallo baksb, ich habe gerade noch einmal den Thread gelesen. Da wird deutlich, was Du schon alles bewegt hast für Eltern und Schwiegereltern und wie Du Dich immer wieder aufmachst, dicke Bretter zu bohren. Solche Leute verändern die Systeme. Wie spero und der Pflegeprofi schreiben, die Alterspyramide erzwingt solche dezentralen Lösungen. Da ist die Generation des heutigen Mittelalters gefragt, für sich selbst die passenden Arrangements zu schaffen.
Wenn Dein Vater immer vergesslicher wird, hast Du da schon die zusätzlichen 100 Euro wegen Demenz beantragt? Aber jetzt ist erst mal Karneval angesagt - viel Spaß! Oder / und Flurstreichen?
Zwischendurch
Es war heute ein schöner Umzug. Alle Kinder dabei, auch das Enkelkind, und von den Freunden und Nachbarn der Straße, mit der wir im Zug mitgehen, waren auch alle Kleinen jetzt dabei, die Alten auch. Einmal im Jahr bunt und munter, Sträußchen werfen, Leute sehen und gesehen werden. - Früher gingen wir danach in eine Kneipe, tanzten und trafen dort wieder Leute, die man nicht immer sieht. - Heute nach Hause, so richtig entspannt in den ABend hinein feiern - geht seit 4 Jahren nicht mehr. Zu sehr haben diese Jahre mit Pflegethematik uns die Lust am Loslassen des Alltags genommen. - Morgen gehts zum Zuschauen in einen der zig Umzüge an diesem Wochenende. Die MS-"Oma" geht dann mit Rollstuhl mit. Für uns kein Problem, es ist schön, dass sie überhaupt mit will bei der Kälte. Wir werden sie warm einpacken. Der "Opa" mit der Demenz kann nicht, will in keinen Rollstuhl, gehen kann er aber auch nicht mehr 2 Stunden. Also - werden wir früher zurück gehen, ihn dann besuchen - Geburtstag. Kuchen und Kaffee bringen wir mit. - Heut der Schrieb vom Amtsgericht im Kasten. Man hat festgestellt, dass ja eine Betreuungsvollmacht für den Bruder... der nix tut... okay, nichts tun kann... jedenfalls keine Betreuungshilfe. Wir müssen wieder mal alleine ran. Mit handgeschriebener "Vollmacht", die notarielle liegt woanders, wo nix passiert...... ach lassen wir das.
Ich kann verstehen, dass es Männer oder Frauen gibt, die den ganzen Laden verlassen und sich was Neues aufbauen. Die anderen sitzen im "Driss", wie man in Köln sagt. Aber ein Christ "tut das nicht". Das Kreuz tragen ist angesagt. Wäre schön, wenn mal einer ab und zu tragen hilft. Fehlanzeige. "Keine Zeit".
Bruder
Hallo, habe erst mal gern die Karnevalsschilderung gelesen. Ich komme auch aus dem Rheinland. Aber jetzt zu einem Thema: Verstehe ich das richtig, dass es ein Problem gibt, weil Dein Vater die Betreuungsvollmacht auf Deinen Bruder ausgestellt hat, der aber nichts tut (warum auch immer?).
Re: Bruder
Richtig, ich wollte die Betreuung auf einen neutralen Stand bringen - entweder beide mit klaren Aufgaben, oder ein amtlicher Betreuer mit amtlichem Auftrag, den er mit klaren Aufgaben delegieren kann. Weder die prüfende Stadtverwaltung noch das Amtsgericht pflichten dem bei. Betreuer ist mein Bruder, der beruflich voll von morgens bis abends für ein auf wirtschaftlichen Ertrag gerichtetes Unternehmen tätig ist - und ich hab ne Hilfsvollmacht, bin aber kein Betreuer, sondern betreue tatsächlich. Ich könnte die Krätze kriegen, denn ich bin auf den Goodwill von Ämtern, Kasse, Institutionen angewiesen. - Aber letztlich ist das egal. Wir haben meinem Vater schon mehrmals das Leben gerettet, zuletzt vor einigen Monaten, als er hilflos in der Wohnung saß, vermutlich Schlaganfall, und ein befreundeter Kardiologe meiner Kinder zufällig mitbekam, dass wir dorthin fahren. Er rettete, ... tja, aber das ist nur einer der vielen Stressepunkte der letzten Jahre. - Ich diskutiere das ja auch hier bewusst in "evangelisch.de", weil ich erreichen möchte, dass wir als Kirche genauer hinschauen - im Augenblick schaut bei mir nicht gerade die Kirche hin sondern meine "Firma", denn während der Arbeit solche Dinge regeln "stört den Betriebsfrieden, es belastet deine Kollegen"... na - so sagte man mir letztes Jahr.
Wir als Kirche genauer hinschauen
Hallo baksb,
da ist noch eine Frage von mir offen.
"Du bist der faktische Betreuer Deines Vaters. Was müsste passieren, damit die Betreuungsvollmacht auf Deinen Bruder aufgehoben wird und Dein Vater eine neue unterschreibt auf Deinen Namen? Deinen Bruder vielleicht vertretungsweise?
Wenn es 1. unpraktikabel ist und 2. Dich verständlicherweise sehr ärgert, dann muss das aus meiner Sicht geändert werden. Mir fällt da Dein eigenes Zitat ein: Euer Ja sei ein Ja, .... ."
Wie siehst Du das?
Dankbarkeit
Hallo spero, ich bin auch dankbar, dass wir gute und herzliche Kinder haben. Unsere können aber - außer ab und zu mal Oma oder Opa besuchen - nicht unsere Unterstützung bei der Pflege ihrer Oma und ihres Opas sein, wie ein Pflegedienst es macht. - Das würde sie noch totaler überfordern in ihrem Studium, Studiengebühren die sie nicht haben - Einkünfte, die nicht regelmäßig kommen - es reicht kaum für die übernächste Generation, Rücklagen und Zeit gehen gegen Null, jobben neben Studium ist angesagt, HartzIV ist ätzend - Und dann noch Freundeskreise erhalten, die z.T. weit weg von gut und böse sind, weil da u.U. noch kein Problem zu bewältigen ist.... gar nicht einfach. - Wir sind eben Sandwich. Aber das liegt nicht daran, dass unsere Eltern alt sind oder pflegebedürftig - das liegt daran, dass die Generation nicht vorsorgen konnte, weil die REgierungszeit Kohls und Schmidts manches noch gar nicht erkannte oder erkennen wollte oder... was weiß ich. Die Grünen haben total versagt in diesen Dingen, und sonst auf weiter Flur keine Aussichten auf Änderung, denn Vorsorge für die Pflege bedeutet Wissen um die Bedürfnisse an Zeit - weniger an Geld!
Einschränkungen...
War ein schöner Nachmittag und Abend mit dem 83jährigen Geburtstags"kind", heute mal relativ fitt. Hat sich wohl auch sehr gefreut, dass alle beiden "Kinder" und eine Enkelin und die Schwiegertöchter da waren. Heil wieder im Glatteis zurück gebracht. Wasser beim Essen ist auch Karneval gut, das ausgelassene Feiern verschieben wir auf Aschermittwoch oder lassen es mal auch dieses Jahr. Man kann auch in der Fastenzeit fröhlich sein.
Die Einschränkungen machten wir auch, drei Kinder ohne Rücklagen groß ziehen, mit einem Einkommen, knapp über Sozialhilfeniveau damals, gebrauchte Möbel, später von Ikea, die wir vor einem halben Jahr, also nach 30 Jahren endlich mal entsorgt haben,, war kein Problem. Zelten kann Spaß machen im Wald, man muss auch keine Markenkleidung haben wie so manche KInder heute in der Schule. Das macht bescheiden fürs Leben. Wir sind froh, dass wir unsere nun längst erwachsenen Kinder haben, aber auch sie quälen sich durch eine Zeit, in der immer weniger Leute immer mehr tun müssen, um dann doch immer weniger zu haben, um den immer mehr zu zahlenden Kosten für eine Bildung des Enkels Möglichkeiten zu geben, sie auch aufbringen zu können. - Die 500 Euro halbjährlich zu zahlenden Studiengebühren für die beiden anderen müssen wir schon vorstrecken. Dafür fahren wir halt dies Jahr mal wieder nicht in Urlaub, zu Hause in der Stadt mit den einbrechenden Archiven ist es auch ganz schön.
Wie schon gesagt: Ich hab diese Unterstützung damals nicht bekommen. Mag sein, dass es Großeltern gibt, die ihren Kindern was zustecken - eine solche Oma und einen Opa hatte ich auch mal, musste aber Buchführung machen, was ich mir davon gekauft habe - , aber unsere Kinder hatten da leider ein wenig Pech. Das hat nun die Firma, welche die stationäre Pflege so miserabel machte. Sei es ihr gegönnt. Man kann dafür gut neue Wohnungen bauen, mit denen man neue Erträge erzielt. Könnte ich anlegen, ich würde es in der Pflegebranche anlegen - der Ertrag wird steigen. Notfalls zahlts ja der Staat.... Irgendwie bin ich heute nicht entspannt.. Mag sein, dass ich gerne heut Abend noch feiern gegangen wäre. Aber morgen früh muss ich früh raus.
Verstehen sich die Kinder?
Hallo spero, gibt es bei Euch klare Regeln bzw. ein Einverständnis unter den Geschwistern über die Unterstützung?
Übereinstimmungen
Unter meinen Kindern und mit uns gibt es klare Vorstellungen.
Mein Brüderchen möchte möglichst wenig Schwierigkeiten. Dafür hat er "keine Zeit". - Die "bösen" Entscheidungen musste stets ich treffen.
Einigkeit? Eher reden wir aneinander vorbei. Eine andere Welt. Meine Frau und meine Kinder sehen ihn auf Wolke 7, weitab von der Wirklichkeit. Man darf es ihm nicht übel nehmen. Gleichwohl ist es eine Last für mich.
Wie sieht es denn bei Anderen aus? Hab ich das richtig verstanden, dass hier es hilfreich ist, dass das vorhandene Geld der Kinder vieles lösen hilft, was bei Leuten, die es nicht abgeben können oder wollen erheblich mehr Probleme macht? - Ich denke auch, dass - hätten wir eine Einliegerwohnung damals bauen können (mit Hilfe, die es nicht gab) - heute das Wohnen und Pflegen erheblich leichter zu lösen wäre. - Damals waren wir froh, drei Kinder unterbringen zu können (wenn auch in nur zwei kleinen Kinderzimmern, die heute für Pflege nicht geeignet sind, weil nicht mal ein Pflegebett dort hinein passt. Nicht mal durchs Fenster gehoben.
Beraterin wurde versetzt
Tja, war es nur eine normale Karriere? Die endlich gefundene kompetente und geduldige Beraterin der Pflegekasse wurde soeben versetzt. Mal sehen, wer ihr folgt. Woran lag es? Für mich hatte sie sich eingesetzt. Ich warte nur noch auf das neue Protokoll. Den Termin am 11.3. wird sie schon nicht mehr wahrnehmen. Was war los? Ich werde es nicht erfahren. Sie verabschiedete sich per Mail.
@Diamantsplitter: Die Unterschiede
Natürlich. Deine Schilderung zeigt, dass es anders geht. Und möglicherweise macht Deine Arbeit irgendwann mal mit burnout einen Totalausfall. - Ich erwarte gar nicht, dass Perfektion oder Aufopferung geleistet wird. Leider kann mein Vater nicht direkt in der Nähe wohnen wie meine SChwiegermutter, zu der man mal kurz rüber kann. Er wohnt allein neben einem Pflegeheim, das sich nicht zuständig fühlt. Der mobile Dienst kommt aus dem Nachbar-Landkreis. Und eben nicht zuverlässig. Darum wechselte ich. Wieder ging es schief. Und die Jahre davor mit der inzwischen gestorbenen Mutter sind einschneidend gewesen. Da kamen überhaupt keine psychologisch ausgebildeten Fachkräfte, die mit solchen Schwerkranken klar kommen müssten. - Nun haben wir den mobilen Pflegedienst. Und er funktioniert auch bisher. Aber ich schaue eben bei meinen Besuchen immer unter das Klo und finde zu oft dort Urin. Das müsste doch beim Duschen auffallen und mit einem Schieber weggemacht werden können. - Und ich wundere mich, dass man einem Demenzkranken nun zum wiederholten Male an einem x-beliebigen Wochentag ein Dosier-Pillenkästchen von einem ganz anderen Tag hinstellt. Da mag ja alles drin sein, aber ein Demenzkranker benötigt nun mal feste STrukturen und Sicherheit. Vor allem, wenn niemand mit ihm gemeinsam wohnt. Ich habe keine Ruhe, wenn ich nicht weiß, dass er gut versorgt ist und man mir nichts mitteilt, wenn ich nachfrage. - Am Fleißigsten ist eine russische Putzfrau, die nach dem Tod ihres Mannes eine Aufgabe benötigte. Sie bringt heute Kuchen und Erdbeeren mit, während die Waschmaschine läuft. Sie achtet auf reine Unterwäsche, wechselt die Bettwäsche... Kann das nicht auch an den anderen Tagen mal jemand sehen, der sowieso jeden Tag kommt? Einfach nur weitergeben an die Hauswirtschaft des Pflegedienstes?? - Leider muss ich mich nun fast täglich durch Anträge kämpfen... könnte man da nicht gesetzlich jemand vorsehen, der hilft? - Nicht allgemein sondern konkret? Ich könnte meinen Beruf aufgeben. Und dann?
Die Tagespflege können wir uns nicht für jeden Tag leisten. Der Zuschuss der Stadt steht auch nun wieder auf der Kippe, womöglich werde ich von drei auf zwei Tage Tagespflege zurück gehen. Die Fahrtkosten und die Zusatzkosten kann mein Vater nicht zahlen. Ich aber auch nicht. - Achja, es wäre schön, wenn ich nach all den Jahren mal ein paar Wochen einfach nur für mich hätte. Oder für uns - aber das gibt es schon lange nicht mehr. Mindestens eine Institution pro Tag will was von mir. Vor allem Geld und Formulare.
doppelt
doppelt
@Diamantsplitter zum Thema "Jammern auf hohem Niveau"...
Nein. Ich jammere nicht und erst recht nicht auf hohem Niveau. Nehmen wir es ganz nüchtern. Betrachten wir es als Vertrag zwischen einem Dienstleister und einem Dienstenutzer, wobei ich der dazwischen geschaltete Vertragskontrolleur und Personenverantwortliche bin. Wenn ich einen Vertrag schließe, dann beinhaltet der ganz klare Aufgabenbeschreibungen. Wird die Aufgabe erfüllt, ist der Vertrag erfüllt. Wird die Aufgabe nicht erfüllt, gibt es Grund zur VEränderung. Entweder ist der Vertrag falsch, weil die tatsächlichen Arbeiten nicht dem Vertrag entsprechen, oder aber der Dienstleister erfüllt nicht den Vertrag. In beiden Fällen gibt es Partner, die nachbessern müssen.
Problem bei der Pflege ist aber, dass der Vertragspartner nicht klar ist. Für den Dienstleister der Pflege ist die Krankenkasse und die Pflegekasse der Vertragspartner. Die kontrollieren aber nicht, ob alles richtig gemacht wird.
Der Pflegebedürftige muss zwar was unterschreiben, aber wenn er oder sie Probleme hat, muss er sich an zwei bis drei oder mehr Beteiligte wenden: Die Vertragsfirma Pflegedienst, die ausführende Angestellte des Pflegedienstes, die Krankenkasse, das Sozialamt, der Betreuer (amtlich, notariell oder persönliche Betreuer). Jeder ist dem Anderen gegenüber aber letztlich nicht Rechenschaft schuldig. Der Pflegedienst muss dem Betreuer nichts beweisen sondern der Krankenkasse. Die Krankenkasse muss dem Kranken nichts beweisen sondern allenfalls dem GEsetzgeber. Der Betreuer muss dem Gericht evtl. was beweisen, wenn der zu Pflegende falsch versorgt ist - aber erst, wenn er durch Falschbehandlung Dekubitus, Tod oder schwere Misshandlung erfährt. Und dann wird sowieso erst mit Polizei, Staatsanwaltschaft.... etc. ein mehrmonatiges bis mehrjähriges Prüfverfahren durchgeführt, das oft eingestellt wird mangels Beweisen. - Der Angestellte der Pflegefirma muss dem Chef beweisen, dass er/sie korrekt gearbeitet hat. Da muss man dann u.U. Protokolle vorlegen. 'Echte oder nachgemachte. - Und wenn die nicht im Zimmer oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen liegen, dann kann der Betreuer nicht nachsehen - zeitnah - ob jemand überhaupt da war und wer.....
Menschlich gesehen wird es da viel Ungerechtigkeit geben. Da ist möglicherweise die Vertretung nachlässig oder nicht informiert gewesen. Da ist die Pflegekraft gerade über die Grenzen der Belastbarkeit gegangen... Was weiß ich.
Am Ende haben alle Beteiligte mit Allen Verständnis oder werfen sich gegenseitig Falschinformation vor. Objektiv gibt es da gar nichts.
Schade, dass und wenn der zu Pflegende nicht von VErtrauten betreut werden kann. Aber dazu fehlt es weder den ARbeitgebern noch den Familienangehörigen oft an Bereitschaft. Wer kann schon auf 2000 Euro oder 3000 Euro brutto verzichten, um für 250 Euro Pflegegeld zu Hause zu sein. Ich jedenfalls musste und muss davon 5 Leute ernähren.
Hätte ich HartzIV, dann wäre selbst das unrentabel, weil man zu HartzIV nicht mehr als 100 Euro dazu bekommen darf, sonst wird es abgezogen. Das fördert doch nicht, das schreckt doch ab. Denn Pflege ist in der Tat sehr anstrengend.
Im Pflegeheim ist die Gesellschaft bereit 3800 Euro monatlich zu zahlen plus Arztleistungen, aufgeteilt in Pflegekasse und Sozialämter. Im REgelfall kann es bei niemand geholt werden, denn Vielverdiener haben eine Villa mit Einliegerwohnung und polnischer Exilarbeitskraft - die benötigen kein Pflegeheim. -
Wir müssen neu nachdenken. Aber Pflegekräfte dürfen nicht nach Minuten sondern müssten nach Qualifikation bezahlt werden - und dazu gehört die Fähigkeit zur Zeit. Zeit ist das Einzige was Alte und Behinderte benötigen. Der Rest kommt von selbst. Dann "kackt" auch niemand neben das Bett, denn wenn jemand Zeit für Pflegebedürftige hat - und Kraft, dann geht er oder sie mit dem Bedürftigen umgehend aufs Klo - und nicht erst nach drei TAgen.
Stimmts?
Ich habe hohen Respekt vor der Arbeit der Pflegenden. Aber ich verstehe die Gesetzgebung nicht, die den Reichen ihre Millionen lässt, aber den Armen nicht mal Zeit schenkt.
Jammern auf hohem Niveau?!
Sicherlich empfindest Du Deine Erfahrungen lieber baksb nicht als ein Jammern auf hohem Niveau. Aber wenn Du bedenkst, dass es auch andere Lebensstandarts in Europa gibt, dann ist es schon ein Jammern auf hohem Niveau. Ich hatte ja mal ganz früh hier im Thread angemerkt, dass mich u.U. ähnliches erwartet - nur mit dem Unterschied, dass meine Frau und ich dann vor ganz anderen finanziellen Problemen stehen.
In Polen gibt es keine Pflegeversicherung oder eine großzügig bemessene soziale Absicherung wie in Deutschland. Ja, ich spreche bewusst von großzügig, denn bereits 250 Euro stellen in Polen den Verdienst eines durchschnittlichen Arbeiters dar. Die Kosten für Medikamente und Pflegematerial werden nicht oder nur zu einem Bruchteil übernommen, sind aber gleich hoch wie in Deutschland.
Du schreibst in meinem Blog als Kommentar: "...dass ... polnische Pflegekräfte in Deutschland für Billiglohn arbeiten, weil sie noch Herz mitbringen..."
Kannst Du Dir vorstellen, dass diese gut ausgebildeten Kräfte (viele sind approbierte Krankenschwestern) nur deshalb in Deutschland arbeiten, weil sie auf geradezu paradiesische Arbeitsbedingungen stoßen, die auch mit einem Billiglohn noch mit mehr Geld belohnt werden als ihnen in Polen gezahlt wird? Dafür kann man auch gerne mit etwas mehr Herz dienen. Kannst Du Dir auch vorstellen, wo diese Kräfte im Gesundheits- und Pflegesystem ersatzlos fehlen?
Ein anderer Schuh ist Deine Frage nach den deutschen Singles. Da schriebst Du: "...es in Deutschland kaum noch Singles zu geben scheint, die sich bemüßigt sehen, Altenpflege, Behindertenpflege und Kindererziehung selber zu bewerkstelligen. Wir sind nämlich offenbar alle nicht mehr bereit zu dienen."
Da ich kein Single bin betrifft mich der erste Teil nicht, aber ich frage mich, ob Deine Aussage auf irgendwelchen Fakten beruht oder mehr so aus dem Bauch heraus getroffen ist. Der zweite Teil - dienen - ist wohl aktueller denn je - leben wir nicht in einer Dienstleistungsgesellschaft? Wie kann es also sein, dass wir nicht mehr dienen wollen? Ich diene gern, aber bitte auch bei entsprechender Anerkennung - siehe die polnischen Pflegekräfte. Das ist Teil des Systems in dem wir leben. Wäre dem nicht so, dann sind wir schnell wieder bei einer Klasse von Herrenmenschen, die bedient werden muss.
Gruß aus Krakau
Thomas
Aspekte zwischen Finanzdenken und Dienst am Menschen
LIeber Thomas, wir werden den Problemkreis, den ich aus - selbstverständlich - subjektiver Erfahrung und Beobachtung anspreche, hier nicht wirklich angemessen und differenziert genug ansprechen. Ich habe in 37 Jahren Berufserfahrung in einem staatlichen Dienst immer beides beobachtet: Dienst am Menschen und/oder Dienst nach Vorschrift. - Wäre ich immer nach Vorschrift gegangen - und nicht mehr - , dann wäre Vieles, was gut war, nicht gemacht worden (bezogen auf meine Arbeitsbereiche). Und wären Andere nach Vorschrift gegangen - und nicht weniger - dann wären die Menschenwürde und die Achtung gegenüber den Menschen, mit denen mein Beruf zu tun hat, nicht so mit Füßen getreten worden, wie es immer wieder geschah. - Und dabei rede ich nur für meine Beobachtung seit den 70er Jaharen. Alles davor ist für mich historisch, weil ich nur aus dem Wissen und der Beschreibung Anderer urteilen könnte. -
Und was die Pflege betrifft: Ich habe in den 60er Jahren als Kind mitbekommen, wie es noch Nonnen gab, die in Krankenhäusern ansprechbar waren. Ich habe erlebt, dass es Zeit bei Ärzten gab, dass man in Geschäften noch Beratung und Verkaufsgespräche, Reparaturmöglichkeiten, Busschaffner statt Security, viele Krankenschwestern, helfende Nachbarinnen und Frauen gab, die ihre Kinder gesund pflegten (statt sie krank in den Kindergarten zu schicken). - Gewiss - es gab auch viel Kritikwürdiges. Aber im Gesundheitswesen gab es für mich als Betrachter immer Ansprechpartner - auch in der Gemeinde kannte der Pfarrer die Angehörigen und umgekehrt.
Was beobachte ich heute? Ich verstehe die Sprache des Arztes nicht mehr (selbst wenn er gut ist). Die Pflegekraft hat in 4 Jahren Pflegeverantwortung noch nicht ein einziges Mal mit mir über die zu pflegenden Angehörigen gesprochen (keine Zeit, Minutenpflege nach Gesetz natürlich). - Ich versuche seit 2 Jahren die Dame mal persönlich zu sprechen, die für die Seniorenberatung und -betreuung der Stadt von der Caritas gestellt wird. - Ich habe versucht, mal in Ruhe mit der Frau vom Sozialamt zu sprechen - ich wurde vor zwei Jahren miesgelaunt rausgeworfen, bevor ich überhaupt ein Wort sagen konnte; es ging nicht um mich sondern um die Eltern. Nie wieder betrete ich ein solches Amt. Ich werde immer Andere bitten, das für mich zu tun. - Ich habe hier Verantwortliche eingeladen, um mit mir rechtzeitig ein Konzept für Pflege -möglichst haushaltsnah - zu besprechen. Solche Konzepte kann man mit Finanzdienstleistern führen, denn sie erwarten Vertragsabschlüsse mit 30 Jahren Laufzeit, mit Pflegefirmen geht das nicht - die Einnahmen sind offenbar gesichert (durch die Pflegekassen). Da muss man nicht mit Angehörigen reden. - Wenn ich in Krankenhäuser musste (weil mal wieder Vater oder Mutter da lagen, weil am Wochenende die Pflegestation nicht genügend besetzt war), sieht man am Tresen des hiesigen Krankenhauses keine Menschenseele. Man muss schon aufdringlich fragen, um zu erfahren, was denn nun los ist mit dem Patienten (immer die Betreuungsvollmacht vorzeigend, sonst gibts kein Gespräch natürlich). - Nein, es gibt soviele gute Pflegesituationen - ganz sicher. Aber die werden dafür sorgen, dass es so bleibt. Die anderen - die wie ich das Pech haben, in einem Stadtgebiet mit geringer sozialer Akzeptanz zu wohnen, müssen russisch, polnisch, türkisch oder koreanisch sprechen, um differenzierte Lösungen zu finden. Spreche ich so zielgenau, wie ich es tue, wird mich jeder missverstehen, als autoritär empfinden - obwohl ich längst bereit wäre, allen die Füße zu küssen - Hauptsache es würde mir jemand diese Koordinationsaufgabe kompetent abnehmen. - Ich würde lieber mit meinem Vater Kaffee trinken und Kuchen essen, statt zum wiederholten Male mit Ämtern und anonymen VErwaltungen einfache Fragen kompliziert beraten zu müssen. Denn jeder fühlt sich auf den Schlips getreten, wenn ich nur einfach frage, warum unterm Klo nicht geputzt wird, der Müll nicht geleert ist (oder warum der Müllcontainer am Pflegeheim 10 Minuten entfernt vom Eingang hinterm Haus steht, wo doch jeder Normalo den eigenen direkt an der Haustür oder zumindest im Keller hat). - Das ist es, was ich bemängele. Das müsste den Fleißigen, den Hilfsbereiten, den manchmal oder meist bis zur Erschöpfung arbeitenden Pflegekräften und Krankendiensten doch aus der Seele sprechen. Denn die müssen doch auffangen, was manch Einzelner alles "versaubeutelt".
Ich vergleiche auch nicht den 250 Euro Lohn in Polen mit den vielleicht gleichwertigen 1000 Euro in Düsseldorf. Du schreibst "paradiesisch", gemessen an den Einkünften in Polen. - Soll ich denn die Ausgaben auch mal vergleichen, die man hier hat? Wenn ich mein Einkommen hier verdiene und am Wochenende nach Sri Lanka fliege, ist es garantiert auch paradiesisch. Und für mein Einkommen aus Deutschland bekomme ich in der Slowakei garantiert eine Luxus-Villa. Umgekehrt aber auch. Was soll der Vergleich? Natürlich vergleiche ich nicht westdeutsches Einkommen mit dem in China. Da würde selbst der HartzIV-Empfänger als Millionär durchgehen - auf dem Dorf. Kann man doch nicht vergleich.
Und eigentlich tappe wir in dieselbe Falle: Bewertung nach Kontostand. Mir geht es hier nicht um finanzielle Vergleiche sondern um solche im sozialen Kontext. - Und da kritisiere ich, dass die deutschen FAchkräfte rar sind, kaum durchhalten in der Pflege, während die polnischen und sonstigen die Preise drücken, denn sie sind bereit dafür zu arbeiten - und machen es oft gut. Leider kann man nichts oder wenig nur absprechen, weil - meine Erfahrung im Augenblick - gar nicht verstehen, was man absprechen will und muss.
Ich weiß übrigens was bescheidenes Leben heißt. Mein Kinderzimmer war umgebaut zu einem kleinen Laden, damit wir leben konnten. Und unsere drei Kinder haben wir mit guter Bildung ausstatten können, weil wir mit einem alten verschlissenen Zelt auf billigen Campingplätzen schöne Urlaube machten, während Andere teure Hotels buchten. Mein erster Farbfernseher war gebraucht und lief noch bis vor kurzem - 20 Jahre lang. - Endlich würde ich gerne mal aufatmen. Aber die STunden sind knapp, in denen ich mal in Ruhe lesen kann. - Oder hier disktuieren über das hohe Niveau des Protestes gegen die Spaltung der Gesellschaft. -
Ein Vergleich kann sich lohnen
Du schreibst "paradiesisch", gemessen an den Einkünften in Polen. - Soll ich denn die Ausgaben auch mal vergleichen, die man hier hat?
Lieber baksb, mach mal den Vergleich, dann wirst Du Dich wundern. Ich habe bereits Vergleiche bei gängigen Lebensmitteln gemacht und kann jederzeit diese Vergleiche wiederholen!
Ach so und zur Info: Zahnbehandlungen werden von der Krankenkasse nur für die Backenzähne übernommen. Alle anderen darf man komplett selbst bezahlen.
Gruß Thomas
Ständig wachsam sein
Kennen Sie das? Kennt Ihr das? Man kann mal so richtig abschalten, an nichts und niemand denken, ganz bei sich sein. Aber nichtmal beim täglichen TeDeum geht das. Heute sogar vor dem wach werden - Telefon klingelt. Mobiler Pflegedienst. Wo ist denn ihr Vater? Auch nebenan beim Frühstück ist er nicht. Bei dieser Kälte, Schnee, Glätte. Tja, raus aus den Federn, kein TeDeum, schnelles Frühstück, Suchen gehen. Kein Handy hat er an, keine Nachricht auf dem Tisch. Schon das wievielte Mal. Neulich fuhr er einfach in die Nachbarstadt mit der S-Bahn, kam auch bei einer bekannten Anschrift der Familie an, wusste aber dann nicht nach Haus. Der Pflegedienst hat den nächsten Termin, der Bruder Kunden im Laden, und ich hab eigentlich mal einen Urlaubstag. Sch... - Wer kommt mit? Keiner. Also such ich allein - und ich werde wohl auch in meinen Computer dann allein die FAhndung eingeben. Auf Hubschrauber verzichten wir mal. Irgendwo wird er hoffentlich aufgefunden, bevor er erfroren ist. - Muss er doch in ein Heim? Bei so schlechter Kommunikation mit den Pflegeangehörigen und -diensten? - Das Gericht schrieb, es reiche aus, dass der Betreuer.... ich bin es ja gar nicht, aber ich betreue. Und das ohne Supervision, ohne irgend einen, den man fragen kann. - Und der schöne Veilchendienstag, früher das Nubbelverbrennen, kleine nette Traditionen im Stadtteil. Schon lange nicht mehr mit uns. Nur noch Pflege. Nur noch wachsam sein.
Vater verschwunden
Das tut mir leid, so eine Sorge am Veilchendienstag! Hoffentlich taucht er bald wieder auf. Gott, hilf unserem Bruder bei dieser Sorge! Diese Orientierungslosigkeit ist typisch für die Demenz.
Suchen und Finden
Tja, er saß auf der Polizeiwache. Anruf von dort, nette Polizistin hat die Zeit überbrückt. Alles gut. Hatte sich verlaufen beim Spaziergang in dieser doch immer noch für ihn fremden Stadt. WArum aber muss er um 7 spazieren gehen, sodass er erst um 9 einen deutsch sprechenden Menschen findet - der einzige wohl, wenn ich ihm glauben darf - die Polizistin hinter dem schussischeren Fenster der Wache.-- Alle die er fragte, kannten ihre eigenen Straßen nicht - sprachen alle nur ausländisch. Man verstand sich nicht. - So bin ich mit ihm zum nahegelegenen AWO-Heim, wo ich schon Vorgespräch hatte - Tagespflege. Der kostenlose Probetag wird kommenden Freitag sein. Wie toll, hab ich Urlaub, brauch ich auch nicht auszuschlafen - fahre ihn morgens früh hin. Und muss auch keinen entspannten Tag haben, denn muss ja früh am Nachmittag von mir abgeholt werden. Brüderchen kann ja nicht, die Firma hat ja Umsatzeinbrüche. Und ich arbeite ja nur.. naja, will nicht zu sehr ironisch werden. Aber einen Tag in der Sauna hätte ich mir auch mal gewünscht. Aber wenn ich dann so unter Zeitdruck stehe, dann fahr ich lieber nach Haus und schreib was, damit künftige Generationen schon mal wissen, wie toll das alles ist. - Wäre schön gewesen, wenn wir damals mal jemand für die Kinder gehabt hätten - da hatten sie keine Lust drauf. Kinder sind Aufgabe der Eltern. Stimmt. Eltern sind Aufgabe der Kinder. Stimmt auch.
Achja, eigentlich wollte ich den Hausflur mal streichen.
Und was sagt die Psychologin dazu? Sie müssen mal auch an sich denken. Tu ich gerade. Aber für mehr reicht es nicht.
Der Hausflur kommt nächstes Jahr dran, wenn mal wieder Urlaub ist.
--Achja, einer unserer drei "Kinder" hatte Geburtstag gestern. Aber er war im Karneval und kam erst heut zurück, als ich schon auf der Suche nach seinem Großvater war. - - Soll ich es ihm übel nehmen? Nein, genieß das Leben, morgen muss er wohl mich suchen, weil ich - aus Frust - nach Mallorca abgehauen bin und dort bei Tequila die Nacht durchtanze und mich da keiner kennt..... ---- nein, wir bleiben brav und freuen uns auf die Fastenzeit....
Eltern sind Aufgabe der ....
Höre ich das richtig, dass Deine Eltern damals keine Lust hatten, Euch bei den kleinen Kindern zu helfen?
Keine Hilfe
@Kathy_Valiant - so isses.
-.-.-
Eben noch ein heftiges und - auch von mir - sehr unfreundlich geführtes Telefonat mit der Pflegekasse. Freundlich am Anfang der Hotline, nach dem 4. Ansprechpartner dann die 5. - Pflegekasse. Sie - ohne Fragen - sagt, ich hätte ja keine Betreuungsvollmacht, das hätte sie mir ja schon vor einem Jahr gesagt... Da hab ich sie angefahren und eingefordert, die Versicherung sollte mal den A... bewegen und mich besuchen kommen. Dann könnte man vor Ort ein dezentrales Pflegekonzept machen und vora llem die Vollmacht persönlich einsehen oder mitnehmen. Ich bräuchte akut zeitlich intensivere Betreuung für den alten Vater, der gerade anrief, er müsse raus "zum Dienst", wohin auch immer. Ich konnte ihn abhalten. Heut ist er wirklich nicht ganz dicht. Morgen gehts ihm hoffentlich besser. Ob er die Tabletten nahm? Wasser trank? -Keine Ahnung, erreiche die Pflegefirma nicht. Anrufbeantworter. Naja, geht ja nicht immer. - Die herzlich unfreundliche und inkompetente Frau von der Pflegekasse meinte, es sei von der Pflegefirma nichts abgerufen oder beantragt worden. Man könne doch nichct verlangen, dass die Pflegekasse Verträge mit Pflegefirmen.... da bin ich bald aus dem Hemd gesprungen, denn mit mir könnte man ja mal reden, aber schickt stattdessen wohl Post zum Patienten, der das im Altpapier wohl entsorgt. Wie dumm muss man sein bei dieser Barmer Ersatzkasse...
Die eigentliche Frage konnte ich gar nicht stellen. Wir trennten uns am Telefon mit den Worten, ich würde mich bei der Bundesregierung beschweren. Aber das hat ja auch keinen Zweck, Frau Schmidt ist nicht mehr da - und der andere hat Termine mit der Pharmaindustrie... Na denn. Durchatmen.
Morgen ist ein neuer Tag. Für heut hab ich erstmal genug. - Die Fastenzeit hat schon mal begonnen.
... aus dem Hemd gesprungen
Puh, ehrlich gesasgt bin ich froh, dass ich nicht am andere Ende der Leitung war. Ich könnte damit nicht gut umgehen. So im geschriebenen Zustand verstehe ich Deine Sorge und Ärger. Das ist leider typisch, dass ein Demenzkranker innerlich in eine andere Lebensphase zurück geht.
Besorg Dir von Deinem Bruder die Vollmacht. Bzw. von Deinem Vater. Und hier sind Adressen für Menschen mit Demenz in Köln
Auch Angehörigengruppen. Ich scheue mich angesichts Eurer zeitlichen Belastung zwar, das vorzuschlagen, aber da Du selbst das Stichwort "Supervision" gebraucht hast, wäre so ein Gruppentreffen vielleicht eine gute Sache.
Supervision - Reflexion
Ach, wenn die Dame wenigstens mal die Frage abgewartet hätte. Diese kratzbürstige Abwehrhaltung nach dem fünften weitergeleiteten Ansprechpartner nach Anwahl einer kostenpflichtigen Servicenummer - jedesmal fängt man an mit dem Text, der die Weiterleitung präziser machen soll.... - Supervision wäre toll, würde ich sofort machen. Hauptsache, noch vor dem Tod des Vaters käme es zu sinnvollen Lösungen. In den letzten drei-vier Jahren ist soviel Zeit verbraucht worden für den Kampf, angefangen von Durchsetzen einer Pflegestufe, dann die Stufe für ihn... es hört ja nie auf.
Ich schlage vor, dass die Arbeitgeber in den Krankenkassen für ihre Mitarbeiter eine Schulung machen mit dem Ziel, sich nicht als Opfer von Anspruchstellern sondern als Manager für Problemlösungen zu sehen. Wäre viel geholfen.
Freitag eine Frau von Tandem terminiert. Spezialisiert auf Demenzpatienten und Angehörigenunterstützung. Kurz drauf der Anruf des Sanitätshauses, wollen ausgerechnet zur selben Zeit kommen. Ließ sich nicht verschieben. Die Strümpfe sind beim Vater ausgeleiert....Ist aber nötig gegen Thrombose.
Weitere Schritte
Fragen abwarten. Sich nicht als Opfer von Anspruchstellern sehen, sondern als Manager von Problemlösungen. Da nennst Du zwei Haltungen, die mir sehr wichtig erscheinen.
Dein Freitag ist ja schon recht voll - erst Tagespflegestätte-Probetag, dann Tandem und parallel Strümpfe. Mir fällt ein: Vielleicht kannst Du etwas Positives aus dem Zusammenfall der Termine machen, dass Du dann mit der Frau von Tandem ungestört allein sprechen kannst, während das Sanitätshaus die Strümpfe anprobiert?
Adressen von Angehörigengruppen waren in dem Link, den ich geschickt hatte. Aber wahrscheinlich hat die Tandem-Frau auch einen Tipp.
RE: Weitere Schritte
Die Liste mit Ansprechpartner hab ich ausgedruckt und - danke dafür. Sie ist überschaubarer als die, welche ich vor 2 Jahren von der Seniorenberaterin bekommen hatte, die ich so schlecht erreichen konnte.
Die "christliche Patientenverfügung" wollte ich damals meinen Eltern vorlegen. Sie lehnten ab, überhaupt eine zu machen. Dann nahm ich eine Anwältin, welche meine Eltern vertreten sollten im Bedarfsfall, eine Fachfrau für Sozialrecht - sie empfahl mir eine Verfügung, gab den Text, wollte unbürokratisch helfen damals - die Eltern lehnten ab. Sie machten damals ohne Absprache mit mir einen Notartermin, der machte eine Patientenbetreuungsvollmacht und -verfügung - für den Vater und meinen Bruder, nicht für mich. Ich wäre ja zu großzügig und würde das Geld nicht mehren sondern hätte mal gesagt, man müsste den Bedürftigen unter die Arme greifen. Darum der Bruder, der arbeitet wenigstens gewinnorientiert. - Gut, akzeptiert.
Dann kam die tatsächliche Pflegebedürftigkeit schneller als gedacht. Drei Umzüge machten die Eltern, bis sie endlich mir glaubten, dass ein gutes Pflegeheim für sie nötig sei. Aber das so schnell zu finden, wenn der Angehörige in einem Krankenhaus liegt und am "kommenden Mittwoch" raus kommt. Und dann die Wohnung für den V ater..... diese Geschichte der tatsächlichen Betreuung im Gegensatz zur notariell beglaubigten hat ja mindestens zwei Seiten. Die eine: Das Verhalten der - später pflegebedürftigen - Eltern. Die andere: Das tatsächlich überhaupt nicht betreuende, fast schon vernachlässigende oder übergehende - Verhalten des berechtigten Betreuers.
Inzwischen ist das kleine Holzhäuschen längst verkauft, das erlöste zu geringe Entgelt dafür beim Sozialamt gelandet - und die schicken es der Firma Lazarus, die wieder neue Pflegezimmer baut, mit denen wieder weitere Einnahmen erzielt werden können usw. - und die kleine Wiese ist weg, wo meine Kinder vielleicht mal in Notzeiten ihre Zelte hätten aufschlagen können. Denn was morgen sein wird, soll uns nicht ängstigen, sagte das Evangelium. Aber es wäre dumm, es alles laufen zu lassen - ohne Not. Das wäre unverantwortlich, auch wenn man keine Angst haben sollte vor den Folgen von HartzIV nach dem Studium.
Nun meine selbst gemachte "Vollmacht", welche das Amt akzeptierte, nicht das Gericht. Eigentlich müsste ich die Löffel fallen lassen und alles dem entfernt wohnenden Bruder überlassen. Aber das wäre manches Mal unterlassene Hilfeleistung gewesen. Ich kann nur vermuten, dass es Gründe gibt, die ich nicht kenne. Könnte es - wie so oft - um Geld gehen, das ich nicht sehen soll? Wäre ja nicht schlimm. Geld ist nie mein Thema gewesen, ich habs nicht, ich wills nicht - mein Vater brauchte es. Aber mit seiner kleinen Rente kann er keine Sprünge machen. Nur - es wäre Unrecht, wenn ich diesen Stress habe und irgendwo jemand stattdessen - wie geschehen - sich eine Eigentumswohnung von 100 qm kauft und bezahlt und nicht mal wöchentlich 40 Euro für eine Putzfrau für den Vater aufbringen will. Da stimmt was nicht. - Das Gericht half mir jedenfalls nicht. Das Amt nicht. Die Kasse nicht.
Das Beste - ich fahr zum Kaffeetrinken den Vater besuchen - und sonst mach ich nix. Kann das ein Christ tun? Mit dem - auch hier in evangelisch.de thematisierten - Paragraph 4 der 10 Gebote? Ich ehre und achte sie - jawoll.
Eben dann der Anruf:
"Darf ich denn heute hier im Haus nebenan Mittagessen? Ich soll doch in die Tagespflege". "Ja, Vater. darfst Du. Sollst Du. Kannst sogar in meinem Garten wohnen. Mir fehlt jemand, der einen Container in den Garten stellt, damit Du keine Treppen steigen musst und danach im 2x2m-Zimmerchen neben meinem Schlafzimmer wohnen musst." - Mal sehen was Frau von "Tandem" so meint.
Pflege und "Wenn die Christen glücklicher ausschauen würden"
Las eben in einer Zeitschrift einen Artikel, dass wir Christen nicht so glücklich dreinschauen würden, wie eigentlich unser Bekenntnis und Glaube es erwarten ließe. Tja, denke mal drüber nach. Schaue eigentlich immer fröhlich in die Welt, wenn mich Dritte sehen. Und bei TeDeum der gute Rat"schlag", man solle sein Kreuz auf sich nehmen. Na denn. Schlepp ich weiter. Vielleicht ist purer Neid, dass andere die ich kenne, gerade in die Dominikanische Republik reisen, obwohl nebenan die Leute ohne Dach sterben und leiden. Und sicher ist es nur falsch verstandener Altruismus, auch noch an die Haitianer, die Afghanen, die kolumbianischen und sonstigen südamerikanischen Straßenkinder, die Hungernden in den Krisengebieten und an die Opfer von Gewalt in den Kriegsszenarien zu denken, wo man doch erstmal selber "fröhlich dreinblicken" soll.
Leider bin ich ein Energieknubbel und reg mich über sowas auf, arbeite aber trotzdem weiter.
Achja, die MS-kranke Schwiegermutter ist auch viel leichter zu begleiten in ihrem Leben ohne Anerkennung der Pflegestufe. Sie kann sich Putzfrau, Fußpflege, Friseur und auch noch teure Zigaretten leisten. Geld ist doch eine hilfreiche Voraussetzung in unserer kapitalistisch geprägten Welt. Wo es nicht ist, da ist auch Stress und Leid. Herr Westerwelle ist eingeladen, mal vorbei zu gucken. Wer arbeitet hat auch noch das Problem, keinen für die Pflegeleistung zu haben. Und die wiederum wird so schlecht bezahlt, sodass Pflegekräfte selbst HartzIV benötigen. Wie ungerecht das alles ist. Da soll man fröhlich gucken? - Nee, nur an Karneval. Danach gehts zur realen Fastenzeit. Verzicht auf ganzer Linie.
Was bisher geschah .... Eltern, Bruder, Anwältin
Meine Güte - das ist ja eine umfangreiche Geschichte, was Du schon alles gemacht hast und welchen Frust Du Dir eingehandelt hast.
"Eigentlich müsste ich die Löffel fallen lassen und alles dem entfernt wohnenden Bruder überlassen. " Ja, genau, bis Du die Vollmacht hast, solltest Du das tun. Oder wie interpretierst Du Deinen Jesus-Spruch in Bezug auf Deine Situation?
Vollmacht
Tja, die "Vollmacht" ist gerade per Mail gekommen mit Dank fürs Kümmern. Aber "machen" muss ich es doch allein.
Und was meine Grundaussage betrifft: Glaube an Gott, an Jesus, an heilig machenden Geist - ist schon lange für mich keine Frage von Moral, Tradition, Zugehörigkeit zu einer Kirche mehr. Zu sehr waren da die Aussagen, was ich alles NICHT darf und was ich machen MUSS. Da gehen mir die Evangelikalen genauso auf den Keks wie die Traditionalisten meiner katholischen Grundlagenkirche.
Ich hab nie Kolping-Jugend, KJG, Familienbildungsstätte erlebt. Warum nur nicht? An meiner Bereitschaft und Aktivität, auf andere zuzugehen kann es nicht gelegen haben. Und der damalige gute Pfarrer hat ja auch immer ein Ohr gehabt, aber den haben "sie" damals versetzt, weil er sich mal offen zur Frage in der Zeitung geäußert hat, dass auch ein Pfarrer möglicherweise eine ihn begleitende Frau gebrauchen könnte. Der war gut. Da machten wir Kinderspielkreis (meine Frau), konnten eine Umweltgruppe gründen, trafen Taizé-Leute, machten eine Diskussion zum Thema Frieden in der Zeit der Atomwaffentests und der Ost-West-Bedrohung.
Vollmacht - so sprach Jesus damals. "Er sprach mit Vollmacht". Aber die war zugleich die bis heute für mich sehr aktuellen Erfahrungsberichte und Träume aus dem sogenannten Alten Testament. Und Jesu Weg - dazu sage ich ja, auch wenn ich schimpfe und wütend bin, sowas würde ich auch im kalten Winter auf einem Feldweg machen, wenn man mir nichtmal einen Mantel gäbe und der Wind mich dem Erfrieren nahe brächte. Mein Ja wäre ein Ja. Das Beklagen aber - das ist doch auch in jedem Psalm zu lesen. Und ich weiß, dass es einmal irgendwann einen Rückblick geben wird. Und ich hoffe, dann einigermaßen in meinen Spiegel sehen zu können. Gleichwohl brauchte selbst dieser Jeschu, wie ich ihn etwas hebräisiert nenne, eine Krippe und ein paar gute Hirten. Und das ware nicht nur die Sterne - da waren echte Menschen. Tja, die müssen heute 50 Stunden schuften für Hungerlohn und arbeiten sich kaputt - die guten. Und "die Löffel fallen lassen" kann nur jemand, der das Kreuz nicht sieht, das schon Millionen getragen haben, weil Andere nicht nur nicht hinschauten, sondern andere Wege gingen. - Klagen und Hoffen - das ist doch alles okay. - Entbindet aber nicht vom Verändern. Und ich möchte verändern helfen. Sonst könnte ich das hier alles für mich behalten. Nein, das Risiko, das Leute das lesen, die bösen Geistes sind, ist groß. Aber gute Körner fallen auch auf guten Boden.
Fastengedanken
http://www.domradio.de/fastenimpuls/
Ich weiß gar nicht, ob man hier einen Link einbringen darf, aber der geht zu einer Seite mit täglichen Fastenimpulsen. Solche Dinge halten mich aufrecht in diesen Zeiten. Ohne erhobenen Zeigefinger. Daher für mich sehr hilfreich.
Tagespflege
Heute der erste Tag, ein Probetag von 9-15 Uhr in einer AWO-Tagespflege. Die beiden Vorbereitungsgespräche waren schon hilfreich, um einen ersten guten Eindruck zu gewinnen. Heute war ich schon um 8 beim 83jährigen Vater, wir haben gemeinsam mit der noch anwesenden mobilen Pflegefirma-Chefin die Situation besprochen. -
Das wird finanziell echt ein Problem, weil für die Tagespflege vom Geld der Pflegeversicherung zunächst die mobile Pflege bezahlt wird und der Betrag darüber vom zu Betreuenden aufzubringen ist. Geht so gar nicht. Dennoch dieser Versuchstag. Das Nächste wird ein Antrag an das Sozialamt sein, weil jetzt schon zum Leben gerade mal 350 Euro bleiben. Allerdings - die Miete beträgt warm inzwischen 410 Euro, das sind 100 Euro zuviel für das Sozialamt. (Beim Einzug waren es 350 Euro incl. Heizung). Er muss dann raus in eine billigere Wohnung, die es aber in Köln nicht gibt. Was tun? Den Stress hab ich jetzt auch wieder allein. Sind ja froh dass er eine senioren- und behindertengerechte Wohnung nahe bei uns und nahe bei einem Pflegeheim hat, wo er sich auskennt, Leute, Kirche, Wege ein wenig kennt - wenn er nicht alles vergisst. Aber ganz neu umziehen, 3000 Euro Umzugskosten incl. Renovierung mindestens - wer soll das bezahlen?
Die Tagespflege soll 420 Euro kosten im Monat. Dazu pro Tag 16.50 Euro ca. für die Mahlzeiten. Dazu 8,50 Euro für die Abhol- und Rückbringfahrten zu Zeiten, in denen ich noch meinen Dienst verrichte. - Das reicht vorne und hinten nicht.
Ich muss wohl in den sauren Apfel beißen und nochmal bei der arroganten Dame vorbei, die mich vor 3 Jahren abgewiesen hatte, als ich mich nur mal informieren wollte. Bedauerlicherweise hatte ich einen Anzug an, kam ja von der Arbeit und musste wieder hin. Demnächst zieh ich ne alte Jeans an und neige meinen Oberkörper, vielleicht mag sie das ja lieber... Oh, Sozialamt. Ein Horror. Und es geht ja nicht um mich. Ich schaue viel zu selbstbewusst aus der Wäsche. Mein Vater müsste das alleine machen. Geht aber nicht. Weiß gar nicht was er beantragen soll. Hat nie und wollte und will nicht vom Sozialamt leben. Seit 83 Jahren ohne Staatsgelder. Und dann die dummen Sprüche des Westerwellenschlagers. Ich würde ihn gerne heran zitieren. Erwartet er, dass mein Vater noch arbeitet, um nicht auf Staatskosten zu leben? Erwartet er, dass ich meinen Beruf aufgebe, um ihm Pflege geben zu können? Erwartet er dass ich mein Sparbuch mit 350 Euro - mehr sind es nicht - auflöse? Soll ich meine Kinder aus der Uni zerren und sie auffordern, einen dieser Abzockerberufe der Finanzbranche auszuüben, damit sie bald viel Geld haben? Nein. Nein. Nein.
Geld
Ich finde diesen Blog sehr wertvoll.
Zu einigem kann ich meine Ideen einbringen:
1. Das Sozialamt müsste ja auf jeden Fall bei einer Heimunterbringung mehr zahlen. Also wäre das Arrangement mit Tagespflege, ambulantem Dienst und familiärer Unterstützung billiger. Und wegen der 60 Euro Miete über dem Satz müsste es doch eine Lösung geben. Erst mal stur stellen? Umzug kostet und verwirrt nur noch mehr, wie Du schreibst.
2. Die Mitarbeiterin im Sozialamt - sieh sie nicht so negativ. Dann erreichst Du mehr und es geht Dir selbst besser damit. Gerade bei Deinem Beruf hast Du doch Erfahrungen, wie es ist, wenn Bürger sofort mit Ablehnung kommen, oder wie siehst Du das? (Bitte nimm mir diesen Hinweis nicht übel. Ich wollte ihn schon wieder löschen, damit es nicht besserwisserisch klingt.)
Neue Infos Thema Pflegekosten
Endlich klappt es mit der Beratung durch die Pflegekasse. Nach Überwindung der etwas unkooperativen und wenig einfühlsamen Person Nr. 5 der Hotline meldete sich nun bei mir die Pflegeberatung der BEK. Wunderbar.
Ich habe verstanden:
1. Thrombose-Strümpfe anziehen, ausziehen und Medikamente zuteilen und vergeben ist Krankenkassenleistung, nicht Pflegekassenleistung.
2. Ich muss von Pflegefirma einen Vertragstext zu lesen bekommen, Kopie eines notwendigen Pflegevertrages. Hab ich bisher nicht. Da muss aufgeschlüsselt werden, wieviel Zeit und welche Dienstleistung im Rahmen
- Waschen und Begleiten bei Körperpflege
- Wohnungs-/Hauswirtschaftleistungen wie Putzen des Klos, der Waschgelegenheiten, der Küche, des Fußbodens, der Bettwäschewechselung und der Reinlichkeit der Wäsche
Da werden wohl 440 Euro geleistet. Wäre was übrig, bekäme es sogar der Patient. Na, seit 2 Jahren bemerke ich mangelhafte Pflegeleistungen, insbesondere der Reinlichkeitsfragen - aber zurücküberwiesen wurde nie was und eine Rechnung sah ich auch nie. Das wird sich nun ändern.
Tagespflege
Lt. Gesetz wird zusätzlich zur mobilen Pflegeleistung aufgestockt, und der Betrag von 440 Euro für das Tagespflegeheim wird gezahlt. Darüber hinausgehende Beträge nicht.
Bleiben also
Täglich 16,60 Euro für Essen, Ernährung, Getränke
Täglich 8,50 Euro für Fahrdienstleistung der Einrichtung
Gesamtsumme: Rund 500 Euro - kann der zu Pflegende nicht bezahlen, hat er nicht. Aber da kann man sicher familiäre Lösungen finden, hoffe ich. Wenn alle zusammenlegen.
Immer noch besser als Pflegeheim mit 3900 Euro - und keine Zeit für Leid und Sterben, wie wir das erlebt haben.
Es geht voran. Ich schreibe es hier, damit Andere Anhaltspunkte haben oder Korrekturen einfügen können. Ich hab verstanden, aber ob es objektiv stimmt, seh ich erst noch.
Noch fast drei Stunden - dann muss ich meinen Vater wieder abholen. - Hoffentlich gefällt es ihm dort. Da ist er wenigstens nicth so allein.
Die Frau im Sozialamt
Ich weiß auch, wie so Arbeitstage im öffentlichen Dienst aussehen, wie man mit Sachbearbeitern umgeht. Aber ich weiß auch, dass es Unterschiede gibt, wie ein Sachbearbeiter oder eine Sachbearbeiterin Menschen sieht, die nicht im öffentlichen Beruf arbeiten, nicht so gut drauf sind, vielleicht PRobleme wälzen, bei denen ihnen keiner hilft. - Eine Sozialgesetzgebung und Dienstvorschriften, die - so gab die Betreffende später zu - darauf gerichtet sind, "Hürden zu bauen gegen Sozialmissbrauch" sehen Antragsteller eher als störend. Das war eine Weile politische Strategie gegenüber allen Menschen, die Asyl, Hilfe, soziale Unterstützung oder Arbeitslosengeld benötigten. Das Verfassungsgericht bremst zum Glück die allzu forsche "Forderungssäule" der Sozialgesetzgebung hin zu "Förderungssäule" - Beide müssten ausgewogen angewandt werden.
Kämpfen für Würde und Schutz
Hola spero,
ja, ich bin ein 55jähriger Mann.
Wer pflegebedürftig ist, kann so nicht kämpfen. Keine der Institutionen wie "Seniorenberaterin", "Sozial"amt, "Pflege"kasse, "Pflegefirma" o.ä. kämpft für Würde und Rechte der Bedürftigen. Das müssen Leute sein, die auf Geldverdienen und Geschäftskontakte verzichten (können) und trotzdem genug zum Leben haben. - Ich habe früher auch für Flüchtlinge gekämpft, für Integration von MigrantInnen, für Erhalt einer gesunden Umwelt und Ernährung, für Frieden in der Welt, gegen Aufrüstung und gegen Verbreitung von Atom-, Chemie- und Biowaffen. - Aber ich stelle fest: Für Kriegsführung ist Geld da und Personal, für Aufbau weniger. Chemiefirmen beherrschen weltweit die Nahrungskette, ehemals grüne Politiker wurden von der Energieindustrie eingekauft, ... usw.
Aber das Thema Pflege ist kein Thema der großen Politik. Da sind nur Einzelne aktiv - und die Interessen der Verbände werden vertreten durch diese selbst. Da gehts aber auch um Einnahmen letztlich, weniger um eine individuelle Lösung von Pflegeproblemen.
Würde ich nicht täglich 9 STunden gegen die Kriminalität kämpfen müssen in meinem Beruf, könnte ich nach Berlin, Düsseldorf, München und Hamburg fahren und täglich Leuten in den Allerwertesten treten, die mein Modell einer wohnungsnahen ambulanten Pflege noch nicht anpacken (außer in Schaumodellen... aber nicht hier, wo wir wohnen). - Würde meine Schwiegermutter und mein Vater hier direkt wohnen können (die Wohnungen gibts, aber sie müssten behindertengerecht werden) und würden hier dezentrale Pflegeteams leben - incl. Arzt, Krankenschwester, Hauswirtschafterin und Pflegekraft) und würde dies überall gemacht, dann wären die stationären Einrichtungen bald pleite - und das wäre m.E. gut so.
Stationär solten die Krankenhäuser mehr und bessere Pflege betreiben, denn dort ist das notwendige medizinische Personal ansässig, das in Pflegeheimen fehlt. Und die wiederum schicken oft am Wochenende Leute ins Krankenhaus, weil ihnen das Personal fehlt.
Ein unmöglicher Zustand.
Dir hilft das jetzt nicht, was ich schreibe. Aber schick doch den Link Deinen Angehörigen mal zu. Und vielleicht sind sie froh, ein dezentrales Netz von "Druck für dezentrale Pflege" in Gang zu setzen. Die einen haben das Geld, die anderen die Idee - das passt doch zusammen. (Ich hab kein Geld, aber Ideen). Und fehlt nur noch der politisch zu fordernde Wille, auch Dir dort eine gute Pflege und Hilfe zukommen zu lassen.
Mein Kämpfen für meine Familie, meine Eltern und Schwiegermutter, soll nicht umsonst sein. Es gibt noch viel zu tun.
Am Ende hoffe ich, dass mal jemand für mich kämpft, wenn ich nicht mehr kann. Manchmal war es schon soweit.
Gemeinsam kämpfen!
Es gibt diesen Kreis, weil ich das genauso sehe: Jetzt müssen wir gemeinsam kämpfen, um die Lebensbedingungen bei Pflegebedürftigkeit zu verbessern - spätestens für die Zeit, wenn die Babyboomer-Generation, zu der ich gehöre, es braucht. Baksb, da bleiben wir dran, ok?
Ich freue mich, dass endlich der Pflegeberater der Kasse aufgetaucht ist, auf den seit dem 1.1.2009 jeder einen Anspruch hat. Spero, hast Du schon mal bei Deiner Kasse danach gefragt? Die sollen auch zu den Leuten nach Hause kommen, wenn nötig.
Pflegeberatung - persönlich?
Ja, die Pflegeberatungspflicht der Pflegekasse.
Das war ein Telefongespräch mit einer Pflegekassenberaterin. Persönlich lässt sich einfach keiner blicken hier. Kann man uns nicht in die Augen schauen?
Wir bleiben dran. Erfahrung gebe ich immer gerne weiter. Man muss nich jedem diesen Stress zumuten. Danke auch für die Info, die zu dieser Beratung geführt hat. Und sei sie telefonisch... Immerhin gab es ein Protokoll, das man mir zusendete.
Mal was Postivies
siehe hier in meinem persönlichen Blog
Von der Frau im Sozialamt etwas erreichen
Klar, ich entschuldige das nicht. Ich schätze nur, Du erreichst mehr, wenn Du sie positiv ansprichst. Und nicht nachgeben: Ich würde auf keinen Fall versuchen, nötiges Geld zum Lebensunterhalt für Deinen Vater in der Familie zusammenzulegen, außer für Extras, die das Sozialamt nicht zahlt. Du hast an diversen Stellen Eure finanzielle Lage deutlich gemacht. "Euer Nein sei ein Nein"! Möglicherweise wird das Sozialamt es versuchen, die Kosten von den Verwandten in direkter Linie wieder rein zu holen. Ich weiß das leider nicht genau. Dann füllt man ehrlich die Formulare aus und wartet ab und geht evtl. in den Widerspruch. Erinnere Dich (hier hast Du ja alles notiert): Das Haus und die Wieser zu verkaufen wäre schon nicht nötig gewesen. Da hat das Amt schon riesige Summen eingespart.
Kathy du fragtest mich vor
Kathy du fragtest mich vor ein paar Tagen ob meine drei Töchter zusmmenhalten. Das tun sie, und vor allem versuchen sie mich finaniell zu untertützen.
So habe sie letztes jahr meinen elektrischen Rollstuhl besorgt (E-Scooter) den die Krankenkasse zu bezahlen abgelehnt hatte. Mit einem normalen Rollstuhl könnte ich nicht selbst fahren,wel meine Arme immer schwächer werden.
Ich habe Anfang Dezember eine Pflegestufe beantragt und erst gestern Bescheid bekommen, dass sich irgendwann ein medizinscher Dienst bei mir melden wird.
Einen kleinen Fortschritt habe ich erreicht; Heute kam der Bescheid dass mein Schwerbehindertenausweis genehmigt würde, gleich mit 90 % WOW !Was kommt als Nächstes? Ent-sorgung?
@bskb es ist shön dss du für deine Eltern und auch für andere kämpfst. Das wird eines Tages auch dir selbst zugute kommen.Aber das mit "in den Hintern treten" ist auch nicht immer falsch. In der Flüchtlingspolitik hat es uns selbst oft erleichtert.Außerdem hatten wir amnesty und pax christi im Rücken.
Gib es denn auch für uns Alte eine Organisation die nicht vom Geld abhängig sind?
Spero
RE: Die Hürde Sozialamt...
Ich bleibe vorerst dabei, dass ich erst zu diesem Sozialamt gehe, wenn ich bzw. mein Vater es kurz vorm Verhungern auch muss. Solange Milliarden vom "Sozialamt Bundesregierung" in Murks verschenkt wird, Millionen in Bauprojekten versinken, hohe Gagen für Arbeitsplatzentsorgung bezahlt und von der Steuer abgeschrieben werden können, solange ein Sozialhilfeempfänger öffentlich diskriminiert werden kann - von BILD bis SPIEGEL-TV, von Westerwelle bis kleinem Sachbearbeiter - solange lass ich das. - Das ist zwar eher emotional gedacht und ich empfehle es auch nicht anderen, aber für mich gilt das. Das Klima in unserem Land ist eher danach, zustehende Hilfe nicht mehr als solche anzunehmen, damit man nicht den Vorwurf auf sich beziehen muss, man "hole, was man bekommen kann" - auch wenn es Leute sagen, die Parteifreunde gut versorgen, Pöstchen statt Qualifikation und Klüngel statt Gradlinigkeit verbreiten.
Sozialhilfe erst kurz vor dem Verhungern?
Das Klima, das die Westerwelles aller Couleur schüren, ist übel. Aber für mich gehört zum aufrechten Gang dazu, trotzdem seine Rechte einzufordern. Ich hätte sonst das Gefühl, man gibt den Hetzern Recht. Schließlich ist rein sachlich gesehen das ambulant-teilstationäre Pflegearragement billiger als das vollstationäre. Schon deshalb würde ich eher zum Sozialamt gehen als privat das zuschießen, was übernommen werden könnte. Extras beiben sowieso zu finanzieren.
Was meint Ihr anderen eigentlich dazu?
"Anspruchsdenken"
Liebe Spero, das ist ja schlimm, wenn Dir so etwas gesagt wird, "Anspruchsdenken"! Was ist das für eine Kasse? Wenn ich wieder zurück bin von meiner Reise, würde ich da als Journalistin mal anrufen.Und kannst Du nicht den Verkehr mit der Kasse über E-Mail machen?
Unfreundliche Sachbearbeiterinnen
Tja, ich weiß auch nicht, warum man da gerade Menschen hinsetzt, die nicht selber mit sich im Reinen sind. Ich bin gerade dabei zu überprüfen, wie die 3900 Eur monatlich in den Jahren 2007 und 2008 bis Juni 2009 verwendet wurden, welche das Pflegeheim von Sozialamt und Krankenkasse bekam, wobei das Sozialamt es alles vom alten Vater nahm, der dann nur noch 350 Euro monatlich hatte, die Mutter im Pflegeheim nicht mal ihr zustehendes Taschengeld von 96,80 Euro - so mein Kenntnisstand.
Ich wurde von der Zentrale des Lazarus-Hilfswerkes an die örtliche Vertreterin verwiesen, die schon die letzten Briefe der Anwältin nicht beantwortete. Sie zickte mich an, das wäre ihr zuviel Arbeit. Dass aber eine ordentliche REchnungsprüfung auch die Pflegekasse machen könnte UND das Sozialamt, das kommt denen nicht in den Sinn. Was fehlt, wird ja von den Kranken und Angehörigen eingetrieben. - Da wäre es schön, wenn die unfreundliche Sachbearbeiterin auch nachforschte, statt den Armen und Kranken am Telefon unfreundlich und barsch abzufertigen.
Gibt es eigentlich überhaupt eine Kontrolle dieser Instanzen? Monatlich werden Tausende eingenommen pro Patient, da muss doch einer mal die Rechnungen prüfen - und was ist mit dem Taschengeld?
Pflegeberatung
Ja, ich bin auch gespannt. Eben rief wieder die Dame von der Pflegeberatung der BEK an. Bis ich sie mal überhaupt erreichte, vergingen 2-3 Jahre, aber dafür macht sie es nun gut. Nach der letzten längeren telefonischen Besprechung schrieb sie sogleich ein Protokoll und schickte es mir. - Heute der verabredete zweite Anruf. Offene Fragen.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich bei der Pflege- und Krankenkasse durchzusetzen und die "Pflegeberatung" zu beantragen. Eine Prozedur, aber dann hat man eine richtige Hilfe, wenn auch telefonisch.
Sie versprach u.a. auch die Prüfung, wer meine gewünschte Kontrolle der hohen Abrechnungskosten von immerhin ca. 3900 Euro monatlich, von denen die Pflegekasse ca. 1400 Eur übernommen hatte, durchführt oder an wen man sich wendet. Ich vertrat die Ansicht, dass sowohl das Sozialamt als auch die Pflegekasse einen Anspruch und eine Fürsorgepflicht haben, die Rechnungen zu prüfen und zu vergleichen, ob der Patient z.B. das Taschengeld bekommen hat. Hat meine Mutter nicht über die ganze Zeit. Es stand ihr aber zu, davon war nur z.B. die Telefongrundgebühr und evtl. Telefonkosten abzuziehen. Hatte sie aber nicht. Sie war Pflegestufe II und konnte zuletzt gar nicht mehr telefonieren, allenfalls angerufen werden und zuhören, was jemand am Telefon sagte.
Sie wird es prüfen - ich hoffe, sie ist so konsequent, wie ich es tun würde.
@spero: Ja, die ambulante und häusliche Pflege ist für die Kasse und den Staat am billigsten und für den Einzelnen oft am besten - von wenigen Ausnahmen abgesehen; nämlich wenn man 24 Stunden Pflege benötigt und der Partner, die Familie die Überforderung droht. - Aber würde man mir die Summe geben, die ein Pflegeheim bekommt, könnte ich selber zu Hause bleiben, mein Einkommen ruhen lassen UND eine zusätzliche Krankenschwester oder Pflegerin bezahlen, die mich vertritt. Und wir alle hätten keine materiellen Sorgen mehr. So aber bekommt das Heim ne Menge, baut neue Wohnungen, kassiert neue Summen - und das Sozialamt treibt es ein bei den Angehörigen. Die verkaufen Omas kleines Häuschen, wie wir leider, und dann erfahren wir, dass es nicht nötig gewesen wäre. Unverschämt. Dank des Kreissozialamtes Mettmann, die uns nicht vor solchen Fehlern gewarnt haben. Pfui.
Neuigkeiten
http%3A%2F%2Fwww.evangelisch.de%2Fcommunity%2Fblog%2Fbaksb%2Fdemenzpflege-und-ms-pflege-in-der-familie
Upps! Was schief gegangen..
..... ich lese immer sehr interessiert bei Euch mit. Upps, jetzt hat sich aber ein Fehler eingeschlichen, wenn man die obige URL anklickt. Also informiere ich mal den Autor. Folgende Mitteilung kommt nämlich:
Objekt nicht gefunden!
Der angeforderte URL konnte auf dem Server nicht gefunden werden. Der Link auf der verweisenden Seite scheint falsch oder nicht mehr aktuell zu sein. Bitte informieren Sie den Autor dieser Seite über den Fehler.
Sofern Sie dies für eine Fehlfunktion des Servers halten, informieren Sie bitte den Webmaster hierüber.
Liebe Grüße Trixi
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Neuigkeiten - der korrekte Link
Tagespflege, Mobile Pflege, die Vergesslichkeit und das notwendige Pflegeprotokoll
Kein Pflegeprotokoll - 28022010 -
Ein aktueller Briefwechsel zwischen Angehörigem und Pflegedienst
Hier der Link zum kopierten, jedoch um persönliche Daten gekürzten, Text
Wenn es dem Pflegedienst zu früh ist am Morgen...
„Sehr geehrter Herr …,
es kommt sehr häufig vor das das Pflegeverständnis von pflegenden Angehörigen, aus der persönlichen Beziehung zum Pflegebedürftigen geprägt ist. ´Die Angehörigen möchte die größtmögliche Sicherheit und alle Bereiche absichern.
Leider kann die Ambulante Pflegerische Versorgung das nicht leisten.
Ich habe ganz bewußt den " ..NN..Netzwerk" auf den Bereich W.., N.. und M… ausgerichtet. Für den Bereich Bl… kann ich das nach Ihrem Verständnis nicht leisten. Das bedeutet, das ich nicht auf Abruf ans Telefon gehen kann, da wir auch die pflegerische Versorgung von anderen Klienten sicher stellen müssen.
Ihr Vater hat eine Demenzform, das bedeutet das er viele Handlungen ausführt und es dann vergisst.
Sie als pflegender Sohn können nicht alle Wege und Handlungen kontrollieren. In so einem Fall empfehle ich den Angehörigen, das die größtmögliche Sicherheit ein stationärer Aufenthalt oder eine Wohngruppe für Demenzpatienten bedeutet. Am Barbarossaplatz (am anderen Ende der Stadt, d.Red.) hat sich im vergangen Jahr einen neue Wohngruppe für Demenzpatienten gegründet. Falls Sie Informationen möchten, kann ich die Ihnen zukommen lassen.
Darf ich Sie noch daran erinnern, das mir noch kein unterschriebener Pflegevertrag vorliegt. Falls dieser noch bei Ihrem Vater ist oder in der Post , sehen Sie die Angelegenheit als erledigt an.
Falls er abhanden gekommen ist , bitte ich Sie mich zu informieren, da die Pflegekasse danach fragen wird.
Mit freundlichen Grüßen
H. „
Die Pflege läuft schon seit 1. Dezember, der Pflegevertrag wurde von mir vor einigen Tagen angefordert. Nun kommt er nicht schnell genug… Ich versteh die Welt nicht mehr.
"Suchen Sie sich einen anderen Pflegedienst...."
Fünf Pflegedienste melden: 7 Uhr ist zu früh
Ich habe bei fünf Pflegediensten im Einzugsbereich meines Bedarfs angefragt - "um 7 Uhr ist es zu früh. Da finden wir keine Leute für". -
"Nicht zuständig"
Da steht es im neuen Wohngebiet. Das zwei Jahre alte, also neue Pflegeheim - besonders spezialisiert für Demenz und andere Alterserkrankungen. Daneben das Haus mit dem christlichen, biblischen Namen, der im Gleichnis Jesu vorkommt, als der Priester vorbei ging und diverse andere Leute, aber einer blieb stehen. Der half.
Daneben das Wohnhaus. Das große Schild der christlichen Hilfsorganisation ganz weit zu sehen. Dort wohnt mein alter Vater, der immer mehr vergisst. Seit wenigen Wochen freut er sich auf die zweimal in der Woche stattfindende Tagespflege bei der AWO, weil das Pflegeheim des nicht betreuten "Betreuten Wohnens" sowas nicht anbietet. Er wird abgeholt von einem anderen Pflegedienstleister. Und dann noch der mobile PFlegedienst, der aber so früh um 7 nicht kommen kann, weil das von den Mitarbeitern "nicht zu schaffen" ist, soweit draußen am Rand der Millionenstadt, wo man - wie gesagt - ein Pflegeheim errichtet hat.
Heute aber kann er nicht zur Tagespflege, er ist gestürzt. Passanten haben ihn gefunden und wohl nach Haus gebracht. Einen Arzt riefen sie nicht. Wie lange lag er da wohl schon in der Kälte? Das muss um halb acht gewesen sein. Um halb zehn wurde ich informiert. Der Notrufservice hat zwar im Pflegeheim angerufen, die sagten dort aber sie seien "nicht zuständig". Da rief man dann auch keinen Arzt, man rief auch nicht beim Betreuer an, obwohl man nachweislich die Telefonnummer hat. So schickte ich einen Polizisten mit der Bitte hin, dem Krankenwagen die Tür zu öffnen. Ich arbeite ja für Menschen in meinem Beruf. Der Kollege fährt hin, unterbricht seine Zigarettenpause. Dankbar bin ich dafür. Der Vater kommt ins Krankenhaus. Liegt einen Tag auf dem Flur, weil "kein Platz" da ist. Die Ärztin der Station hatte "keine Zeit". Ich fahre zum Hausarzt und bitte ihn, die Stationsärztin über die Medikamente zu unterrichten, die der Herzpatient benötigt. Er macht das, man spricht von Arzt zu Arzt. Dennoch liegt der alte Mann hinten am Klo auf dem Flur, geschützt durch einen Paravent.
Ich rufe die Frau von der Caritas an, die für die Stadt die Seniorenberatung macht, denn morgen soll der Termion für die Verlängerung des Wohngeldes und die Beantragung der Rundfunkgebührenbefreiungsbeantragung - welches Wort - sein. Das muss ausfallen, die Frist wird wohl verstreichen. Neuantrag wird nötig werden. Der alte Mann liegt halt im Krankenhaus.
Ich fahre zum Vater, sehe dass er nicht mal seine "Krankenhaustasche" dabei hat, er liegt mit seinem Anzug im Krankenbett. Ich also wieder in die Gegenrichtung, eine STunde später hab ich das Notwendige in seiner Wohnung gefunden. Bringe es ihm, nachdem ich feststelle, dass der Hauswirtschaftliche Dienst eben nicht - wie vereinbart - die dreckige Wäsche gewaschen hat und kein sauberer Schlafanzug mehr da ist.
Ich rufe den Bruder an, der gerade irgendwo in der Welt Kunden eiin Auto verkaufen möchte, um seine Brötchen zu verdienen. Ich brauche Deine Hilfe. Der Vater benötigt ein neues Krankenhausset - einen neuen Kamm, saubere Zahnbürste, neue Zahnpasta, Schlafanzug, Unterwäsche, ein Ersatzhemd, neue SChlappen, Socken... was man so benötigt. Er hat alles nicht sauber. Was macht eigentlich der hauswirtschaftliche Dienst? Wer soll das alles machen, wenn man niemand hat, weil man selber arbeiten muss von morgens sieben bis abends um fünf, um seine beruflichen Pflichten nicht zu vernachlässigen - bei mir gehts nicht um Geld, bei mir geht es um die Sicherheit der Bürger.
Ich bin fertig, als ich um 5 mit einer Bekannten rede, bevor ich nach Hause fahre, um davon zu erzählen, dass heute das Enkelkind mit seiner Kindergartengruppe da war, just als der Vater ins Krankenhaus kam und nicht raus konnte, weil ich einen dienstlichen Termin nicht verschieben konnte. Vertretung? Geht nicht, wir sind alle zu wenig, jeder hat ne Menge zu tun.
Nun bin ich zu Hause und schreibe das hier. Für mich, aber vor allem für Sie, liebe Leserin, lieber Leser. Wenn Sie vermögend sind, dann zahlen Sie bitte pünktlich die STeuern. Und wenn Sie selber arm sind, dann fühlen Sie sich nicht so allein. Denn wer wenig hat, dem wird noch das Letzte genommen. Und wer viel hat, der kann sich Dienstleistung zumindest kaufen. Polnische Pflegekräfte, eine Wohnung mit Einliegerwohnung für den zu betreuenden Angehörigen, Vertretungen, Urlaub, ein schönes Pflegeheim (und wenn man denen was zusteckt, wird auch der SErvice besser). Wenn man aber einen dementen, klapprigen alten Vater hat, der nichts mehr selber organisieren kann und man zusätzlich noch den eigenen Alttag lösen muss, von dem ich hier gar nichts erzähle, tja, dann ist man ganz allein damit.
Derweil muss sich die eine Kirche um die knappen Finanzen und die Einführung der Seelsorge kümmern, und die andere Kirche muss sich mit den Machtmissbräuchen der Vergangenheit befassen. Die Defizite der Gegenwart kommen in 20 Jahren dran. Dann hoffe ich, als Pensionär, noch ein nützlicher erfahrener Helfer sein zu können. Denn eines ist klar - der Sozialstaat geht an der spätrömischen Dekadenz der Westerwelles wirklich kaputt. Wohl wahr Guido. Solche Typen haben keine Ahnung, was unterhalb der Yuppieh-Welt alles erlitten wird, weil ihr selber keine Steuern zahlen wollt, mit denen man Pflegekräfte gut ausbilden, Supervision anbieten und gute dezentrale Pflege machen könnte. Gemeinsam mit uns Angehörigen. Wir wollen, aber wir schaffen es nicht allein. - Denn: Leistung muss sich doch irgendwie lohnen. - Doch trachtet nicht nach dem, was die Welt Euch bietet, das ist vergänglich.
Verbitterung überwinden - liebende Menschen finden...
Hallo spero,
"ich hoffe" - so übersetze ich das "spero" hoffentlich richtig. Ja, es gibt Tage und Abende der Verbitterung. Aber andererseits gibt dieser scheinbar endlose Kampf für ein soziales Klima in einer auf Geld gerichteten Welt doch auch Kraft. Und ein paar Sätze hier tun es auch.
Die Frau gestern im Krankenhaus am Bett gleich an der Tür habe ich nochmal in Erinnerung geholt. Sie pflegt ihren total dementen Mann schon viele Jahre. Hat sie noch Zeiten, in der sie einfach nur sich und ihr Leben genießt? Oder ist das alles in den Erinnerungen verborgen und die Zukunft ein Zufall?
Habe heute mit meiner Frau 5 Stunden nach dem Dienst die Wohnung meines Vaters aufgeräumt, gereinigt, Fett von den Töpfen abgewienert, die Wände und Schränke abgewaschen, unter dem Bett gesaugt, die Bettwäsche ordentlich gemacht (alles das hat angeblich die Hauswirtschaftsfrau des Pflegedienstes gemacht, ich sehe davon nichts. Sie wollte Wäsche waschen, aber der Wäschekorb war voller Wäsche vom Beginn der Woche, und.. ach, das wäre hier zu peinlich). Die Leiterin des Pflegedienstes am Telefon: "Sie hat die Wäsche gewaschen" - Ich frage mich welche. Denn wir haben einen Sack voll mit nach Hause genommen.
Heute ist unser 33. Hochzeitstag, der kirchliche. Und wir wiener die Bude des alten Vaters, weil er morgen wieder aus dem Krankenhaus kommt und der Pflegedienst nur abrechnet, aber nicht wirklich was leistet. Angeblich weil "er nicht will". Ich bin ja nicht dabei. Woran mag es liegen? Wir wollen niemand ungerecht beurteilen.
Ab Sonntag kommt von einem anderen Pflegedienst, den ich über eine Diakonie-Mitarbeiterin bekam, vermittelt eine Frau von TANDEM. Demenzbegleitung ehrenamtlich gegen 7,50 Euro Stundenlohn, den ich vorstrecke und mit der Kasse abrechne, bis 200 Euro weg sind. Es geht doch um Geld, umsonst gibts nichts. Aber ohne Einkünfte kann kein Mensch leben. 7,50 Euro Stundenlohn sind sowieso sehr wenig. Aber zusätzlich zur HartzIV, sofern man es nicht abzieht, kann es eine Verbesserung bringen für Hilfsbereite, die so einen Einstieg bekommen und vielleicht eines Tages einen vollen Beruf.
Aber wir werden Sonntag mit dem Vater den Weg zur Kirche zu Fuß gehen. Kennenlernen der Demenzbegleiterin, Wege gehen und Bewegung sind gut bei Demenz, frische Luft ist gut sowieso, Kirche ist für meinen Vater selbstverständlich am Sonntag, und ich evangelisch gewordener Ex-Katholik gehe halt mit in die katholische Kirche, auch wenn die EKD und der Vatikan noch nicht so weit sind. Wir sind es längst. Basta.
Und ab Dienstag wird diese Demenzbegleiterin am Dienstag und Donnerstag morgens um 7 Uhr aus der Nachbarschaft kommen und warten, bis der ASB mit dem Bus zur AWO-TAgespflege fährt.
Fassen wir zusammen, welches Organisationsteam ich derzeit "leite" - bzw. hinterher renne:
- Lazarus (nicht betreutes "Betreutes Wohnen" in öffentlich geförderter Wohnung, weil es betreutes Wohnen wäre, aber keines ist.
ASB - Arbeiter-Samariter-Bund als Transportfirma zur
AWO - Arbeiterwohlfahrt -Tagespflege zweimal wöchentlich für 420 Euro monatlich über Pflegekasse - nach Abrechnung der mobilen Pflege - zusätzlich plus 11,60 Euro tägliche Transportkosten plus 16,80 Euro täglich für das Essen.
TANDEM - Begleitung von Demenzpatienten, man zahlt 7,50 Euro pro Stunde bis zu einer Höhe von 200 Euro monatlich und reicht es bei der Pflegekasse ein. Was darüber ist, muss man selber zahlen.
Firma W.-G. - aus Datenschutzgründen hier abgekürzt - macht die morgendliche und abendlich Strumpfanziehaktion (medizin. Leistung Krankenkasse) sowie Herrichten der Medikamente (medizin. Leistung Krankenkasse) und angeblich Waschen und Anziehen (pflegerische Leistung), aber kommt immer zu spät - und dementsprechen ist die Qualität der Sauberkeit....
Dr. M - Allgemeinmediziner - besucht regelmäßig den Patienten in Wohnung und ist sehr rührig.
Dr. XX. - kümmert sich um neurologische Fragen, Demenz ist ja eine Frage der Fachrichtung Neurologie sowie der Kardiologie und des Internisten, - aber die kommen nicht nach Hause. "Keine Zeit". Ich muss also dafür sorgen, dass "irgendjemand" mal mit ihm dahin fährt - demnächst die Demenzbegleiterin?
Verhinderungspflege - Suchen von Leuten, die mal ne Stunde aushelfen, wenn man selber nicht kann. Tagsüber vor allem wichtig, wenn unsereiner am Arbeitsplatz gefordert ist und nicht einfach laufen gehen kann.
Pflegeberatung / Pflegekasse - Beratung am Telefon, Termine vorher absprechen. Sehr hilfreich.
Sozialamt -
Wohngeldstelle -
Amt für Senioren
Amt für Behinderte
---- Man muss die richtige Telefonnummer wissen, dann kommt von der
CARITAS eine Seniorenberaterin in Kooperation mit dem Bezirksamt und kümmert sich um das Wohngeld, denn von Renten unter 900 Euro kann kein Mensch eine Wohnung von 426 Euro bezahlen. Aber die ist so teuer, weil sie "Betreutes Wohnen" ist - allerdings ohne Betreuung. Siehe oben.
Verstanden?
Ach, ich hoffe, Sie haben es einmal leichte, geneigter Leser. Wenn ich spero richtig verstanden habe, wäre es gut, wenn ich gleich für Sie mit aktiv würde. - Wenn mein Chef mir frei gäbe....
Heute wäre Hochzeitstag gewesen, aber wir verschieben das.
18.03.2010, Neues von der Pflegefront: Immer noch keiner
Es gibt seit Tagen mal wieder Dauerstress - Heute ist der letzte Tag des bisherigen Pflegedienstes. Er soll - das hat er der Pflegekassenberatung versprochen - noch bis zum Schluss ordentlich arbeiten. Tut er aber nicht. Will aber Geld.
hier der link: community/blog/baksb/demenzpflege-und-ms-pflege-in-der-familie
Neuigkeiten von der Pflegefront: Wochenende 3
Mein aktueller Blog
Pflegefront: Friedensbemühungen
Geschafft.
Kurz vor Gründonnerstag stehen folgende "Truppen" bereit - getragen von der Pflegekasse und vielen unterschiedlichen Menschen mit Engagement (gefunden nach langen Kämpfen mit Bürokratie und gesetzlichen Hürden):
- Mobile Pflege - kommt bereits um 6.15 Uhr - wunderbar, denn dann sind die Thrombosestrümpfe dran und die Medikamente und das Frühstück steht bevor. Alte Menschen schlafen nicht alle lang. Jedenfalls mein Vater nicht. Demenz ist nun mal keine einfache Angelegenheit. Zu Hause bleiben, solange wie möglich - wir versuchen es.
- Mobile Pflege für die MS-Angehörige - immer noch nicht genehmigt vom MDK. Rechtsanwalt eingeschaltet. Truppen stehen für die Erkämpfung der Würde bereit. Anders kann ich das nicht ausdrücken.
- Tagespflege - zweimal wöchentlich zur Zeit für den Demenzpatienten. (Kein Thema für unsere MS-Angehörige)
- Demenzbegleitung TANDEM - eine in der Nähe wohnende Frau kommt um 7 und bleibt bis Abholung durch Taxiunternehmer. Nächste Woche hoffentlich Gespräch mit den Beteiligten der Tagespflege (Name darf ich nicht mehr nennen, hat aber ein Herz...) und dem Taxiunternehmen (keine Ahnung, wer da fährt für die Tagespflegeanbieter)
- Demenzbegleitung TANDEM - ein zusätzlicher älterer Mann kommt nach Absprache und regelmäßig künftig; pflanzt Blumen mit dem Vater, geht mit ihm in Gartencenter, will seine alten Freunde mit ihm besuchen, die Brüder in der anderen STadt - ich bin begeistert. 7,50 Euro/Stunde muss ich vorstrecken. Die Pflegekasse übernimmt bis zu einem Höchstbetrag den Rest.
- Wohngeldstelle - Rückzahlung zuviel gezahltes Wohngeld der letzten Monate steht an (muss ich machen, sonst regt das den Vater auf. Grund der Rückzahlung:; "Ihre Frau ist ja im Juni gestorben.... " Toll Heißt jetzt: Nicht nur weniger Wohngeld für die teure Wohnung "Betreutes Wohnen" ohne wirklich Betreuung durch das Lazarus-Hilfswerk ("Wir sind nicht zuständig, das machen die aus Hürth"...), obwohl direkt neben dem Wohnhaus das Pflegeheim ist, die Pflegestation sein sollte, die Komptenz sein sollte. Lazarus ist für mich nicht mehr akzeptabel. Tut mir leid, wenn irgendwo fleißige Leute jetzt beleidigt sind. St. Lazarus steht am Haus, aber betreutes Wohnen ist es nicht. Umziehen geht auch nicht, obwohl die HÄlfte der Rente für das nicht betreute "Betreutes Wohnen" drauf geht und seit 2 Jahren keine Heizkostenabrechnung kam....
- Hausarzt. Den Mann kann ich empfehlen. Er macht Hausbesuche. Oft.
- Der von mir gewählte neue Alten- Kranken- und Senioren-Pflegeverein. Toll. Kompetent. Still. Ich warte noch ab, aber es scheint gut zu funktionieren.
Ostern kann kommen.
Zeit für die Kinder, den Enkel, die eigene Frau - und vielleicht bald auch für mich. Bitten wir darum.
Glückwunsch! Da hast Du ein
Glückwunsch! Da hast Du ein mustergültiges Hilfenetz geschaffen. Ein Vorbild ist auch die Bereitschaft, die zusätzlichen 7,50-Betreuungskräfte einzuschalten trotz der Kosten. Aber Ihr bekommt doch die 100 oder 200 Euro extra pro Monat für Demenzbetreuung von der Pflegekasse?
Wegen der Wohngeldrückzahlung - ist klar, die Arbeit bleibt an Dir hängen - frage ich nach dem Sozialamt. Wenn das Dein Vater nicht aus seiner Rente bezahlen kann, dann geht das eben nicht. Denk dran: Deine Orga-Arbeit erspart dem Sozialamt monatlich Tausende Euro! Sonst wäre der Vater ein klarer Fall für's Pflegeheim. Also nicht auch noch zahlen, wo es nicht nötig ist.
200 Euro für Demenzbegleitungsarbeit durch "Tandem"
Wir nutzen diese Option TANDEM, von der ich erst seit wenigen Wochen weiß. Eine wirklich gute Sache. Problem war heute, dass mein Vater die Visitenkarte fand, auf der von "Demenzbegleitung" was stand. Es hat 20 Minuten Telefongespräch benötigt, ihm die Vorteile zu erläutern und ihn von Demenz wegzubringen, denn - so meint er - die hätte er nicht. (Ich konnte ihm was von Durchblutungsstörungen erzählen, weshalb er bei einem Doktor war - aber davon wusste er auch nichts mehr). Erstmalit wurde er rebellisch. Aber ich konnte ihn beruhigen.
Wohngeldrückzahlung.... ihm wird das mit zustehendem Wohngeld verrechnet, so bleibt er dennoch an netto 410 Euro Wohnkosten (warm) hängen, die er von 900 Euro Rente bezahlt. Davon gehen noch die Fahrtkosten zur Tagespflege und die erhöhten Kosten von 16,80 Euro täglich für Kantinenessen ab (Pauschale der Tagespflege). Und dann wird es knapp, denn auch die Putzfrau geht extra, weil die 40 Minuten Grundreinigungspauschale pro 'Woche über die Pflegekasse weder das Fensterputzen einschließen (obwohl man das ohne Leiter kann) noch dass es reicht, weil die MÜlltonnen etwa 10 Minuten entfernt vom St.-Lazarus-Haus stehen - ein Unding für ein Betreutes Wohnen, (das aber ja bekanntlich keines ist, weil St. Lazarus-Hilfswerk meint, sie seien nur für die stationäre Pflege "zuständig". Da müssen DDR-Volksarmisten arbeiten, so bürokratisch wie die sind).
Übrigens: Im Vorstand des Lazarus-Hilfswerkes sitzt der FDP-Landtagsabgeordnete Horst Engels. Möge jemand ihm schreiben, dass es unglaublich ist, wie man da mit dem Thema Alter und Pflege umgeht.Dazu aus dem FDP-Parteiprogramm (Quelle: Internetseiten dieser Partei):
"Wir wollen dem immer weiter um sich greifenden Korporatismus Einhalt bieten. Die
Verflechtungen zwischen organisierten Interessengruppen und der Politik unterhöhlen
die Rechte des Parlaments und beschädigen die Interessen der Bürger. Sie hebeln
den Wettbewerb aus und stellen die Interessen von Verbänden, beherrschenden
gesellschaftlichen Gruppen, mächtigen informellen Beziehungsgeflechten in den
Vordergrund. Aus den Konsensrunden der Politik mit den Interessenverbänden und
Gewerkschaften ist eine Konsensfalle für unser Land geworden. Deutschland
braucht einen Befreiungsschlag."
Na, da bin ich mal gespannt, ob das **-Haus demnächst ohne die schützenden Hände der Partei *** auskommt. Eine Verflechtung, welche eine sozial adäquate Lösung für den Regionalbereich *** erschwert? Jedenfalls wurden da EU-, Bundes- und Landesmittel "verbraten" - und danach auf Gewinn gesetzt statt auf integrative Pflegepolitik.
Neue Blockaden: Wenn die Pflege Kosten verursacht
Ein Schriftwechsel nach einem Hilfeersuchen an das Sozialamt
Neues von der Pflegefront: Was zuletzt geschah Stand: 22.4.2010
Stand 22.4.2010 / Eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse und ein Rückblick:
Mein Leben zwischen eigener Vorsorge, Pflege der Eltern, Pflege der Schwiegermutter, Sorge um die Kinder und Sorge um den Enkel. - Sandwich-Probleme
2000 meinte meine Mutter, sie wolle nie in ein Altenheim. Aber wenn es geschähe, wäre alles weg, was man mühsam in einem Leben erspart hat. So ist es gekommen. 60 Jahre mühsames Zurücklegen von monatlich ein paar Mark - eine Wiese mit Holzhaus und mietfreiem Wohnen bei ganz geringer Rente von 100 Euro für sie (Kindererziehungszeitenanerkennung Dank der SPD) und damals 900 Euro für ihn (dank einer einige Jahre geleisteten versicherungspflichtigen Arbeit nach jahrzehntelanger mühsamer Selbständigkeit als mobiler Lebensmittelverkäufer, der täglich leben konnte aber nie reich wurde) - alles weg.
2005/2006 wurde die Mutter schwer krank, der Vater stürzte von einer Leiter. Sie wohnten weit weg - 2 Stunden, um mal einige Minuten zu sprechen - nicht machbar für eine 5köpfige Familie, die nur durch Berufstätigkeit in stressigen und verantwortungsvollen Dienstleistungsberufen leben konnte und Bildung verschaffen konnte. Die Enkel sahen sie kaum.
2006 Krankenhaus, Pflegebedürftigkeit aber nicht anerkannt durch die Pflegekasse.
Dreimal kam der MDK - und lehnte ab.
Erst als ich laut und frech wurde, forderte, die Sachbearbeiter zur Schnecke machte und androhte, alles in die Presse zu geben, gab man klein bei. Pflegestufe I für die Mutter. Aber der mobile Pflegedienst war furchtbar, der Hausarzt kam nicht zur Verschreibung sondern ließ Rezepte abholen, der Facharzt sah sie kaum - und sie wurde falsch behandelt, kam mehrfach ins Krankenhaus, die Rettungsdienste stellten Rechnungen aus. Man werde allgemein zu oft gerufen, weil die "Leute ihr Leben nicht in den Griff bekommen." In Wirklichkeit hat meine Beschwerde bei der Ärztlichen Vereinigung dazu geführt, dass die Ärztin wechselte. Eine Beschwerde bei der Rettungszentrale führte dazu, dass der Chef sich bei mir entschuldigte. Es sei wirklich ein Notfall gewesen. Der Arzt war sauer. Die neue Ärztin verständnisvoll. Dann ging es ihr besser.
Umzug ins Rheinland. Zu teure Wohnung. Mein Bruder - in einem Beruf mit Verkaufsdruck - meinte, dies sei ein guter Augenblick zum Umzug in seine Nähe. Aber er musste kurz danach dort wegziehen. Sie waren wieder allein.
Sozialhilfebedarf drohte, weil die Ersparnisse wegschwammen.
Das nun leer stehende Holzhäuschen sollte "schnell verkauft" werden, meinte der Sachbearbeiter einer großen Sozialhilfebehörde. Dieser Kerl hat uns falsch beraten. Aber zu spät. (Wenn unsere Nachfahren mal in Not mit HartzIV sein sollten, könnten sie mit Zelt auf der familieneigenen Wiese überleben und benötigten nur Essen und Trinken. Aber das ist nun vorbei - hoffen wir auf ein besseres Weltwirtschaftsklima und Glück in ihren Berufen und Berufungen).
Man darf wohl nicht zu oft an sich und seine Kinder denken. Sonst wird man noch als Egoist verdächtigt.
Für die Mutter: Schlechte mobile Pflege. Wieder schlecht informierter Arzt - man kennt seine Patienten eben nicht, wenn man sie erst als Alte und Kranke bekommt. Und sie stören die Kassenquote.
Für den Vater: Gar keine Pflege. Er selber pflegt. Kann es aber nicht wirklich. Benötigt Unterstützung durch mobile Pflegedienste. Kommunikation gehört aber wohl im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Langenfeld nicht zu den Hauptübungsgebieten - jedenfalls nicht mit überforderten alten Menschen, die nicht verstehen, warum da fremde Leute kommen - und täglich zweimal andere.
Wieder Krankenhaus. Neurologie. Der gute Arzt erkennt: Medikamentenfehlbehandlung. Alles wird anders. - Aber wir sind verzweifelt. Suchen ein Pflegeheim. Finden es. - Und ich muss zugleich eine Wohnung in der Nähe des Pflegeheims für meinen Vater suchen. Er ist nicht pflegebedürftig anerkannt. Der MDK hat schon zweimal abgelehnt, trotz erkennbarer Hilflosigkeit.
Aber - Fehlanzeige acuh mit dem Pflegeheim. Es hat keine Ahnung von der Krankheit Parkinson. Man ist schlecht aufgestellt, mit Durchfall kommen sie nicht klar, die Medikamente stimmen nicht, die psychologische Betreuung ist Null, Zuwendung abhängig von der jeweiligen Pflegerin - die beste ist angehende Ärztin - und ist bald weg, weil ihr Praktikum zu Ende ist.
Erneut Krankenhausaufenthalte. Meist am Wochenende. Die Details füllen ein Buch, bleiben hier weg. Es war für alle furchtbar. Beschwerden beim Krankenhauschef wegen der Pflegesituation, Hilfe durch sozialen Dienst - neues Pflegeheim.
Alles fängt gut an. Dann baut man das beste Personal des Anfangs ab, es wird schlimmer mit der Krankheit, Bettlägerigkeit, Krankenhausaufeenthalte am Wochenende, Mangel an guten Pflegerinnen, keine gute sozialpädagogische Begleitung.
Vater hat endlich eine Pflegestufe. Beim dritten Anlauf reicht es mir - es platzt mir die Hutschnur. Der prüfende Arzt akzeptiert - endlich ist die Demenz akzeptiert. Aber der Vater will es nicht wahrhaben. Sitzt 12 Stunden am Tag am Pflegebett der Frau, mit der er 56 Jahre verheiratet ist. Ihn pflegt niemand, obwohl man die Pflegestufentarife kassiert.
Mutter wird kränker, stummer, verweigert die Nahrung, bekommt Dekubitus - an einem Wochenende im Krankenhaus - (immer bei Personalmangel kommt sie ins Krankenhaus, wo überhaupt keine Pflege funktionierte). Ich fordere mit Frechheit, Lautstärke und Drohung eine automatische Matratze. Bekomme Probleme am Arbeitsplatz, weil die Kollegen die Misere stört, statt dass sie helfen und begleiten - sie wollen Ruhe haben. Christen gibts da gar keine. Mein "ora et labora" an der Wand wird als Missionierung gedeutet, das lehnt man ab - und mich auch.
So kommt zum Sterben der Mutter auch noch das Mobbing - burnout - neue Stelle. Alles wird besser. Dazwischen Rechtsanwalt, Stress, Belastung - Unverschämtheiten einer antichristlichen Behörde.
Dann stirbt die Mutter. Der Vater bekommt einen Schock, wird plötzlich ganz dement.
Es gilt die Pflege zu organisieren - für ihn. Endlich. Das christliche Pflegeheim ist für mich seither tabu. Da geht von uns keiner mehr rein. Schluss.
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Die letzten drei Jahre gab es drei Pflegebedürftige in der Familie. Seit Juni 2009 sind es "nur noch" zwei. Trauern kommt später. Arbeitgeber lässt es nicht zu.
Im Juni starb dann meine 82jährige Mutter. Ich bin einer von zwei in Stressjob arbeitenden Söhnen, es gibt leider keine Schwester. Die Mutter starb in einem Pflegeheim mit christlichem Namen. Derweil mobbt mein Chef. Das schildere ich hier nicht. Aber er verhielt sich unanständig, und die ganze Hierarchie auf seiner Seite. Solange, bis ich mit Anwalt und Klartext eine Wende erarbeiten kann. Einzig ein leitender Mensch handelt zum Schluss vernünftig - und Ruhe ist. Ein Jahr danach aber erst.
Das biblische Beispiel vom Lazarus haben wir jedenfalls nicht erlebt. Weder im Pflegeheim noch bei denen, die über meine 45 Stunden pro Woche entscheiden, in denen ich - wegen des Einkommens - nicht tun darf, was nötig ist.
Ulla Schmidt's Büro in Berlin kam mal kurz mit dem Vorschlag 10 Tage frei für Pflegende. Aber das war schnell vom Tisch, hätte mir aber auch nichts genützt.
Klassische kommerzielle Pflegedienstleistung, 3700 Euro monatlich, davon ca. 3.250 Euro für die stationäre Pflege plus notwendige zusätzliche Wohnung für den Vater im Nebenhaus - "Rooming in" war früher mal für Mütter und Väter ein Thema. Für Pflegebetreuung für Senioren gibts das nicht.
"Betreutes Wohnen" - in Wirklichkeit ohne Betreuung - , davon 1400 ca. von der Pflegekasse, der Rest durch Verbrauch des zu schnell und zu billig verkauften Elternhauses.
Alles ist inzwischen weg. Das Sozialamt einer Kreisstadt zahlte zuletzt, sodass der Vater von seiner kleinen Rente alles abgeben musste und 350 Euro für Leben und Bewegung hatte. Alles Ersparte musste verbraucht werden - außer 1300 Euro. Die Beerdigung kostete ca. 4000 Euro - Grabstein und Pflege kosten weiteres Geld - aber er hatte nur 1300 Euro. Dem Amt war es egal, denn "Gesetz ist Gesetz" (vielen Dank liebe SPDCDUCSUFDPGRÜNE, lieber Herr Hartz, Herr Schröder, Herr Fischer und wie sie alle heißen).
Die Kinder haben auch nichts übrig. Damit es jeder weiß: Eine Erzieherin bekommt nach lebenslanger Arbeit und 10 Jahren Erziehungszeit für drei Kinder ganze 450 Euro Rente eines Tages. (Glückwunsch denen, die in Führungsetagen sitzen und wohlfeil fordern, der Kindergarten müsse bis abends geöffnet sein).
Die mobile Pflege für den damals 82jährigen, der täglich von 7-19 Uhr am Pflege- und Sterbebett seiner Frau saß, vergaß ihn. Im Mittelpunkt stand die Liegende. Aber auch sie lag oft lange im Kot, weil die Etagenpflegerin, die ständig wechselte, jeweils "keine Zeit gerade" hatte... Auf Demenz war sowieso keiner wirklich vorbereitet. Eine Ehrenamtliche sorgte dafür, dass der 82jährige ehrenamtliche Pfleger - der 56 Jahre mit ihr verheiratete Ehemann - mal eine Gesprächspartnerin hatte, die nicht so dicht dran ist wie die Familie. Die alte Frau verhungerte schließlich, weil ihr Gram nichts anderes zuließ als sich zu verweigern. Wer kann schon harte Sachen kauen, wenn man geschwächt und bettlägerig ist. Pürieren? Vergiss es.
Gespräche mit Pfarrern versucht.
Man versteht nicht, worum es geht.
Gespräche mit den Pflegedienstleitern - wechseln ständig. Kein Sinn.
Sozialer Dienst? Zu jung und kein Gespür, braucht noch Erfahrung.
Die Angehörigen? Verzweifelt - wie soll man am Arbeitsplatz, wo 20 Leute mithören, das Notwendige mit Ämtern, Krankenkasse, Sozialamt, Ärzten, Pflegedienstleitung, Pflegekraft, Krankenschwester.... debattieren und die Pflege organisieren? Alles bekommen Dritte mit - es stört sie bei der Arbeit, dieses Leid, sagen sie. Hör auf damit, telefonier zu Hause..... Aber dann sind die Ämter zu.
Kirche? Völlig versagt. Evangelische? Ganz besonders. Tröstung beim Fremdgehen zur katholischen Kommunion, wenn es keiner weiß - aber GEsprächspartner? Fehlanzeige. Es gibt sie nicht mehr, die guten Seelsorger?
Was bleibt?
Täglich das TeDeum oder die Losungen - Stille - Einsamkeit - oder Ablenkung.
Daneben der normale Stress in einem Beruf, der Konzentrationsfähigkeit, Energie, Kraft und Ausdauer verlangt und - ständige Erreichbarkeit. Außerdem einige Jahre massives Mobbing aus politischen Gründen. (Ich akzeptiere nun mal keine antisemitischen, rassistischen, chauvinistischen und anti-christlichen Attacken und auch keine hinterlistigen Ausgrenzungsmethoden kritischer Menschen - erst seit dem 1.9.2009 hab ich Ruhe damit.)
Kirche beschäftigt sich in meiner Beobachtung der letzten Jahre derweil mit der Finanzfrage, den Planstellen, usw. - Und im Grund gibt es die Kirche nicht mehr, die ich noch kannte - eine Gemeinschaft auf dem Weg, gestaltend, kreativ, alltäglich erreichbar, meditativ und zugleich auch politisch wachsam.
Wo bist Du Jesus? Wirklich nur in den Büchern?
Ruhe an der Pflegefront? Mal ein Tag mit Lachen und Glück
Verfasst von baksb am 21. April 2010 - 20:22.
Die Rechtssache wegen der Ablehnung der Pflegestufe in der Multiple-Sklerose-Angelegenheit der Schwiegermutter ist in Anwaltshänden . Dazu ein Text aus meiner Praxiserfahrung, eine gute Stoppuhr, ein wenig Lebenspraxis (Können Sie in 4 Minuten ausziehen, ins Bad gehen, kurz auf das Klo, abputzen, in die Wanne steigen, Dusche einstellen, duschen, einseifen, abduschen, abtrocknen, aus Wanne steigen, fertig abtrocknen, Handtuch aufhängen, zum Anziehen gehen??)
Ich brauche morgens - als Mann - bereits 20 Minuten. Und ich bin nicht gehbehindert, hab nur mich alleine, benötige keine fremde Hilfe, kippe nicht um, habe Kraft. - Ein solches 4-Minuten-Beispiel ist nur eines von ca. 15 Unmöglichkeiten, die nun vor einem Gericht bekämpft werden müssen, weil ein begutachtender Arzt oder was der sonst ist nicht erkannt werden soll (weil man lieber Geld in Pflegeheime steckt??) meint, 1 Minute reiche für Nahrungszubereitung, 4 Minuten für Duschen und Abtrocknen, 3 Minuten für Gehen (aber nur 4x die Woche). Die spinnen einfach alle. Wer stellt solche MInutenwächter ein? Welcher Gesetzgeber hat so einen Quatsch in eine Verordnung geschrieben? Sie alle wähle ich jedenfalls nicht, da können Sie noch so einen tollen Wahlkampf machen. Schluss. Wer nicht bei den Ärmsten hilft, wer nicht denen gibt, die brauchen, hat meine Stimme nicht. (Auch nicht die, welche stattdessen Waffen produzieren, verkaufen und Krieg führen wollen und dann Beraterverträge mit dem KGB machen, pardon, aber ich bin ein politischer Kopf und meine Wahrnehmung ist nicht auf das Pflegebett beschränkt).
Mein Vater, der mit der Demenz, die er nicht wahrhaben kann - hat heute wieder mit mir viel gelacht. Ist glücklich und dankbar nach all den Belastungen der letzten Jahre seit 2006 (als ich noch für eine Pflegestufe der Mutter kämpfen musste, die im Juni starb. Damals akzeptierte man dreimal nicht, dass meine Mutter sterbenskrank war. Dieser Kampf steht nicht hier im Blog, aber er ist in meinem Herzen eingegraben).
Wir gingen heute - mit Spazierstock, obwohl er Rollator nutzen soll - zum Einkaufen . Wollte es so. Wollte so richtig stark wirken. Dieser alte kranke Mann sagt mir: "Wenn bei Euch mal etwas Besonderes ist, jemand krank ist oder Dir es nicht gut geht, dann sagt es mir sofort". Er will wieder richtig Vater sein, obwohl ich ihn be"vatern" muss. Er fragte nach seiner Mutter, die wolle er besuchen. Aber sie ist 30 Jahre lang schon tot. Er fragte nach seiner Frau, meine Mutter. Sie ist seit Juni vergangenen Jahres tot. Er war getröstet, weil ich ihm sagte, er sei bei allem dabei gewesen. Er wusste es nicht mehr.
So gingen wir in der kühlen Frühlingssonne durch den so fremden Stadtteil, deren Menschen kein deutsch mehr sprechen, ihn nicht kennen, er sie nicht. Sein Dorf, sein Stadtteil ist in einem anderen Landkreis. Seine Freunde sind auch alle alt und pflegebedürftig, seine Heimat, ein Stadtteil in der Nachbarstadt - er besuchte alles heute morgen mit dem Mann, der u.a. von TANDEM ihn begleitet. Das erzählte mir mein Vater. Und er strahlte.
"Schön, was Du alles für mich tust. Darum kann ich froh sein". - Das ist unbezahlbar. Ein Dank an Tandem, AWO, AKSV, Pflegeberatung der Barmer GEK (Modellprojekt), der russischen Witwe aus St. Petersburg die ihm den Rücken massierte und so den Rückenschmerz nahm - sie soll alle 14 Tage putzen und hat weit mehr gearbeitet. Der Fußboden glänzt, der Tiefkühlschrank ist abgetaut und gereinigt, das Zimmer sieht ordentlich aus, das Bett ist gemacht. Heut gönnte der alte Mann sich "Heringsstipp in Sahnesauce". Ein Luxus für ihn, der sonst von weichem Brot mit Apfelkraut seinen Morgen und seinen Abend bestreitet. Er war immer bescheiden, nie ein Nutzer des Sozialamtes. - Sowas gibt es auch noch. Und reich war er nie. Der Rest wurde vom Sozialamt eines Kreises dem schlecht pflegenden Pflegeheim mit christlichem Namen eingefordert. Das Holzhäuschen auf der weiten Wiese gehört nun irgendwem, nicht mehr der Familie. Die letzte Erinnerung ist weg. Nun bleibt mir nur noch das Kloster Steinfeld, wenn ich mal nach "früher" schauen will.
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
.-.-.-.-.-.
Jetzt geht es um Multiple Sklerose: Immer noch keine Pflegestufe
Verfasst von baksb am 20. April 2010 - 20:55.
Der MDK hat schon wieder abgelehnt. Jetzt reichts uns.
Während mein Vater mit meiner eigenen Kraft und vor allem dank der beratenden Hilfe eines Modellprojektes der Barmer GEK, welches endet, die Pflege bekommt, die er benötigt - und nur noch das finanzielle Problem der Kosten für diese Pflege jetzt zu lösen ist - mit oder ohne Sozialamt - , gibt es an der Pflegefront weiter zu arbeiten.
Der Ort verlagert sich, weil meine MS-kranke Schwiegermutter etwas zu kurz kam. Sie hat eine Putzfrau, sie geht zur Fußpflege, lässt sich Mittagessen bringen, hat das Glück uns gegenüber wohnen zu haben (sodass man zu allen Tag- und Nachtzeiten mal rüber hüpfen oder einfach mal so zu Fuß zu Besuch gehen kann) und hat zum Glück die Kompetenz, die ein dementer Vater nicht mehr haben kann. Sie kann sich äußern, anrufen, selber Telefonate führen.
Nur - gehen kann sie nicht mehr gut. Muss sich an Wänden entlang abstützend oder mit fremder Hilfe bewegen - oder sitzt tagelang in der Wohnung, weil wir ja den anderen Vater noch fast täglich irgendwie umsorgen mussten oder für ihn kämpfen.
Nach der wiederhlten Ablehnung der Minutenpflege habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Das wird kosten - und niemand außer uns bzw. der Patientin selber -bezahlen, denn Rechtsschutz hat sie nicht. Aber wir hoffen, dass der engagierte Anwalt uns zur Seite steht. Aber auch er muss sich in das rechtliche Wirrwarr mangelhafter Entscheidungsbandbreiten der Beteiligten durcharbeiten. Wie beschreibt man z.B. einen Vorgang wie den Toilettengang, wie besorgt eine gelähmte Frau sich was zu essen oder wie kommt man mal an die Luft, wenn die "Kinder" arbeiten und nicht da sein können?
1 Minute setzt da jemand an für das Zubereiten von Essen. Wer kommt auf so eine Unverschämtheit. Jeder derer, die die spätrömische Dekadenz beklagen und bei Sushi über Kranke herziehen, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen können oder einfach schon alt sind , wird einen schön gedeckten Tisch, ein frisches Gemüse, Salat, frische Kartoffeln oder auch mal etwas Herzhaftes wünschen. Aber wer Fertigessen nehmen muss, wie es z.Zt. ist, wird allein dadurch schon krank. Und liebevoll ist es nicht, eine Plastikdose zu bekommen. Das geht für den Notfall - aber nicht als Dauerlösung für Menschen, die im Leben etwas geleistet haben. Und gerade frisches Essen muss nicht teuer sein - ist es eher nicht.
Wir kämpfen nun mit Anwalt. Und - ich werde berichten.
Dabei gehen hier private Daten über den nicht kontrollierbaren und sicher auch von Gegnern der Menschenwürde gelesen. Aber was ist die Alternative? Zu Hause weinen und sich beklagen, dass man kaum noch Persönlichkeiten in der Politk wahrnimmt, die das Leben kennen?
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
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Wenn die Sozialhilfe nahe rückt: Blockaden
Verfasst von baksb am 7. April 2010 - 11:35.
Folgender Schriftwechsel fand nun statt - die Namen sind gelöscht und anonymisiert. Hier geht es mir um die Darstellung eines Problems und dessen Lösung:
"Sehr geehrte Seniorenberatung der Stadt...,
die gerichtliche Prüfung hat vor kurzem stattgefunden und gilt dem 'Gericht als gelöst. Hier geht es nicht um die Betreuung sondern es geht um die Hilfe für eine individuelle Pflege statt einer stationären Kaputt-Pflege.
Ich bitte daher darum, das mal prüfen zu lassen. Wenn es keine materielle Hilfe gibt und wir das nicht mehr bezahlen können, werden wir die Gesamtkosten der Pflegekasse und
dem Sozialamt aufhalsen müssen, denn stationäre Pflege wird nach meiner Erfahrung ja bezahlt, egal wie teuer.. Eine Rückholung bei mir ist sowieso nicht möglich, weil ich zuwenig verdiene. Also kann es mir eigentlich egal sein."
Aber Tatsache ist, dass mein Vater jetzt gut eingebettet ist durch Demenzbegleitung* (2 Personen), *Tagespflege, *Pflegedienst, *-Notrufsystem, Putzfrau alle 14 Tage. Aber das kostet eben. Weniger als ein Pflegeheim, mehr als mein Vater zahlen kann. In meiner Mail ging es - nachdem ich dieses Netz selber aufgebaut habe - nicht um Überforderung durch meine Betreuungsaufgabe (da bin ich in der Tat alleine, aber ich habe es bisher geschafft). Es geht um kommunale Hilfe. Die CARITAS ist insofern ja nur der Hilfszugang zur Verwaltung der Stadt..., die sich aus politischen Gründen gegenüber Hilfebedürftigen Mauern gebaut hat, weil es auch die Ausnutzung von Hilfe gibt.
Meine Eltern haben aber bis 2007 niemals staatliche oder kommunale Hilfen in Anspruch genommen. Aber das Pflegeheim L.., welches hoch kassierte aber wenig leistet(e), hat eben alles verbraucht. Man kümmert sich in B.. nicht um das Betreute Wohnen dort. Würde man es dort tun, wäre alles viel einfacher. Aber stationäre Kaputt-Pflege im L...s oder sonstwo kommt für uns nicht in Frage. Der letzte Weg wird allenfalls über ein Hospiz gehen. Aber soweit ist es noch nicht. Die Deutsche Hospizstiftung hat ja in den letzten Tagen deutlich zur Situation Stellung bezogen.
Um mehr geht es nicht. Aber auch nicht um weniger.
Freundliche Grüße
.....Name,Unterschrift...
Am 07.04.2010 11:11, schrieb Seniorenberatung:
>
> Sehr geehrter Herr...,
>
> außer denen Ihnen schon mitgeteilten gesetzl. Möglichkeiten kann Ihrem Vater finanziell nicht weiter geholfen werden.
>
> Wenn Ihnen die die Betreuung des Vaters zu viel wird, kann Jemand anderes aus der Familie die Betreuung übernehmen oder ein neutraler Betreuer, der vom Gericht eingesetzt wird.
>
>
>
> Freundliche Grüße
>
> ....name bekann...
> ________________________________________
> Caritasverband für die Stadt ... e.V.
> Caritas-Seniorenberater..
>
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
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Kaputtpflege??
Verfasst von baksb am 7. April 2010 - 13:34.
Gut, das Wort ist provokant. Aber ohne Provokation wird heutzutage ja überhaupt nichts mehr wirklich ernst genommen. Oder ist es nur mein subjektiver Blick, die Enttäuschung, das oft so als allein empfundene Kämpfen gegen bürokratische Wände und unsensible Bedingungen?
Schließlich beschreibt es das, was ich bis Juni 2009 als Realität empfinden musste und was ich nicht noch einmal erleben will. - Vom Sozialamt möchte ich derzeit lediglich die Prüfung von Voraussetzungen, um in dem Augenblick, in welchem Zusatzkosten entstehen, die nicht mehr gedeckt sind, Einzelfallhilfe erhalten - nicht für mich, sondern für den Pflegebedürftigen. - Also keine Dauerleistung! - Die Rückholung bei zahlungsfähigen Angehörigen kann dann gerne von dort erfolgen. Ich kann das nicht; auch nicht bei zahlungskräftigen Angehörigen einfordern. Geht nicht.
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
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Die Kosten einer ambulanten Demenzpflege
Verfasst von baksb am 8. April 2010 - 7:37.
Vorläufige Rechnung incl. aller Basisbedürfnisse, also kein Luxus:
- Miete warm 435 Euro monatlich (Wohnungswechsel in günstigere Wohnung hier hoffnungslos, für Demenz auch nicht ratsam
- Häusliche Pflege 420 Euro.
- Tagespflege 420 Euro (wird über Pflegekasse abgerechnet, wenn man vorher Antrag stellt. Aber man bekommt das nicht alles ersetzt - Stand 22.4.2010 - Es gibt einen Höchstbetrag. Ich versuche noch Genaueres zu erfahren.
- Transport zu und von Tagespflege (derzeit nur 2mal wöchentlich) jeweils 5,80 Euro pro Fahrt (falls man individuelle Zeiten möchte, kostet es pro Fahr 10 Euro in usnerem Fall - wegen der relativen Nähe -) (Bei zwei Tagen wöchentlich sind das 90 Euro ca. monatlich, bei 5 Tagen pro Woche sind es rund 230 Euro monatlich)
- Nahrungspauschale Tagespflege - muss selber gezahlt werden - pro Tag 16,80 Euro ohne Sonderwünsche z.B. bei Ausflügen innerhalb der Tagespflege. Bei 5i Tagespflegetagen sind das 336 Euro, bei zwei Tagespflegetagen sind es 134 Euro).
- Demenzbegleitung (7,50 bis 10 Euro Stundenentgelt), maximal werden von Pflegekasse 100, in unserem Falle sogar 200 Euro übernommen. Rückwirkende Nutzung von Ansprüchen möglich bis zu einer bestimmten Frist, sodass man pro Monat auch mehr als z.B. 20 Stunden Begleitung organisieren kann - wenn der Demenzbegleiter soviel Zeit investieren kann und der Pflegebedürftige nicht überfordert wird). - Selber voraus bezahlen nach Vorlage einer Auflistung, dann abzeichnen lassen durch den Verein, dann nach Rücksendung abzeichnen und an Pflegekasse senden, von dort erfolgt dann später die Rückerstattung. Mehrbeträge müssen selber getragen werden.
- Putzfrau. Wir planen vierzehntägig jeweils 2 STunden. Im WEchel mit den 40 Minuten, die pro Woche über Pflegekasse vom Pflegedienst beantragt werden können in diesem Fall. Dabei soll auch auf saubere Wäsche, Bett, Müll, etc. geachtet werden und ab und zu mal Fensterputzen (das dürfen Pflegedienste nicht!). - Im Monat - incl. Verpflichtung, vorne im Hausflur zu putzen - sind das rund 80 Euro im Monat)
- Zusätzlicher Nahrungsbedarf: Kantine im benachbarten Pflegeheim, das nicht betreuen will. Ich zahle derzeit Rechnungen zwischen 170 Euro, habe leider keine Kontrolle, ob wirklich gegessen wurde, da keine Bons verwendet werden sondern das Pflegeheim selber eine Liste führt.
- Kleidungsbedarf, Kosten für Ausflüge mit Demenzbegleiter, z.B. Pflanzaktion im Blumenkasten, Fahrt mit einer Fähre, Eintritt in Ausstellung o.ä. müssen selber getragen werden - oder unterlassen werden.
- Fernsehgebühren wie alle (Befreiung erfordert anderen Behindertenausweis)
- Telefonkosten, da hoher Kommunikationsaufwand, nach Kosten einer Flatrate.
Das ist das, was wir derzeit veranschlagen. Wir müssen wegen der geringen Rente (934 Euro) mit einem privaten Budget von 900 Euro auskommen /34 Euro Taschengeld). Würden wir die Tagespflege auf 5 Wochentage ausdehnen, ginge das nicht mehr ohne Defizitbilanz.
(Pflegeheim kostet derzeit hier ca. 3500 Euro monatlich - und würde von Sozialamt und Pflegekasse nach gesetzlichem Anteil bezahlt. Außerdem stünde dem Patienten ein Taschengeld von ca. 93 Euro zu.
Soweit mein Wissensstand. - Für die potentiell drohende Phase "5 Tage Tagespflege" benötigen wir auf jeden Fall soziale Hilfe.
- Falls wir die Notwendigkeit einer Verhinderungspflege erkennen, würde die Pflegekasse hier auch noch leisten. Insofern kann es gut sein, dass wir ohne Sozialamt auskommen. Solange kein Pflegeheim angestrebt wird. Und so soll es auch sein.
Wohlgemerkt: Alles keine Schwarzarbeit. Die wäre billiger.
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
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Sehr gut! :Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt-StA'en zur Pflege
Verfasst von baksb am 6. April 2010 - 9:38. - Ein Fund in der Medienflut
Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften zur Pflege
hav Osnabrück. (Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 6.4.2010, Domradio vom 6.4.2010:
"Zur Bekämpfung von Gewalt in der Pflege hat die Deutsche Hospiz-Stiftung Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften gefordert. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) erklärte Vorstand Eugen Brysch, bei der schlechten Pflege gehe es nicht um Einzelschicksale, sondern um „zehntausendfache Körperverletzung“. Schlechte Pflege müsse daher ein Schwerpunktthema der Staatsanwaltschaften werden.
Die Hospiz-Stiftung sprach sich zudem für amtsärztliche Leichenschauen bei jedem Todesfall von Pflegebedürftigen, Kindern und Jugendlichen aus. Bisher gebe es nur oberflächliche Leichenschauen, wenn ein Arzt gerufen werde, um einen Totenschein auszustellen. „Pflegemängel und Patiententötungen werden so nicht entdeckt“, kritisierte Brysch. Nötig sei auch ein modernes Dienstleistungshaftungsgesetz, um die Träger von Pflegeeinrichtungen zur Verantwortung zu ziehen. Wie beim Fleischskandal sei es auch in der Pflege besser, die Betreiber und nicht die Mitarbeiter haftbar zu machen. „Zurzeit werden gute wie schlechte Einrichtungen gleich finanziert“, sagte Brysch. „Das kann es nicht sein. Das ist ein Skandal.“
Die Hospiz-Stiftung rief die Justizminister der Länder auf, ihre Generalstaatsanwälte anzuweisen, jeweils für einen Generalstaatsanwalt eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft zu errichten – „genauso wie wir das beispielsweise bei der Steuerhinterziehung und der organisierten Kriminalität haben.“ Die Frage der Pflege betreffe weitaus mehr Leute als die Staatsanwaltschaften zur organisierten Kriminalität und zur Steuerhinterziehung. „Es geht nicht nur um 450 Daten auf einer CD – hier geht es um 450 Taten am Tag“, sagte Brysch.
Der Patientenschützer berief sich auf einen Bericht des Medizinischen Dienstes zum Pflege-TÜV, wonach knapp 40 Prozent der bisher untersuchten Heime ein „mangelhaft“ bei der Vorbeugung gegen Druckgeschwüre (Dekubitusprophylaxe) erhalten haben. "
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
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Neues von der Pflegefront: Stadt Köln zockt ab
Verfasst von Gast (nicht überprüft) am 3. April 2010 - 11:06.
Ja, Fehlverhalten beim Parken kann Fußgänger behindern, Radler, andere Autofahrer. Braucht man mir nicht zu sagen.
Ich plage mich seit Wochen mit einem Vorwurf aus November 2009 herum. Eine anonyme Knöllchenfrau (oder war es ein -mann?) will gesehen haben, dass ich vor dem Pflegeheim weniger als 5 m Abstand von der Schnittstelle zur Querstraße hatte, als ich meine Vater dort absetzte oder abholte. 15 Euro. Ein Anwalt muss sich kümmern, weil mein Widerspruch nicht ernstgenommen wurde.
Ich achtete noch mehr darauf in den letzten Wochen und Monaten. Wenn ich ihn abhole, zum Kleidungkaufen hole oder von Ausflügen zurück bringen will, suche ich einen Halte- oder Parkplatz, damit er nicht auf seinen wackeligen Beinen zu lange laufen muss. Ich schreite schon - und das belächelten schon Zeugen - die Meter bis zur Einmündung ab. Vermutlich gibt es eine Feindin beim Lazarus-Haus, welche nichts anderes zu tun hat, als zu schauen, ob ein Reifen den Bordstein berührt oder irgendwelche Meterzahlen nicht stimmen. So wird Energie nicht in die Pflege, die Demenzbegleitung, die Unterstützung Angehöriger, die Begleitung von Behinderten gesetzt. Nein, die Kontrolleure sind perfekt in Sachen Parken, zu doof in Sachen Kontrolle der Pflegeheime, zu blöd in Sachen Beratung von Angehörigen, zu faul in Sachen "Caritas" (wobei hier nicht die Organisation gleichen Namens sondern die Herzenskraft gemeint ist, wie sie im lateinischen Wort steckt.
So muss der Anwalt nun einen weiteren Fall bearbeiten. Gerechte Gesellschaft eben. Die Angehörigen von Pflegebedürftigen zanken, allein lassen, ärgern, ihnen das Leben erschweren, abzocken wo man nur kann - nur nicht helfen.
Danke.
Morgen ist Ostern. Aber Hoffnung? Ich fürchte, der ganze Mist geht doch weiter. Und die Geldabzocker lachen sich kaputt, dass unsereiner keinen Urlaub, keine freien Tage, keine Hilfe hat. Ich bin völlig verärgert.
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Neues von der Pflegefront: Ostern kann kommen
Verfasst von baksb am 31. März 2010 - 19:09.
Geschafft??
Kurz vor Gründonnerstag stehen folgende "Truppen" bereit - getragen von der Pflegekasse und vielen unterschiedlichen Menschen mit Engagement (gefunden nach langen Kämpfen mit Bürokratie und gesetzlichen Hürden):
- Mobile Pflege - kommt bereits um 6.15 Uhr - wunderbar, denn dann sind die Thrombosestrümpfe dran und die Medikamente und das Frühstück steht bevor. Alte Menschen schlafen nicht alle lang. Jedenfalls mein Vater nicht. Demenz ist nun mal keine einfache Angelegenheit. Zu Hause bleiben, solange wie möglich - wir versuchen es.
- Mobile Pflege für die MS-Angehörige - immer noch nicht genehmigt vom MDK. Rechtsanwalt eingeschaltet. Truppen stehen für die Erkämpfung der Würde bereit. Anders kann ich das nicht ausdrücken.
- Tagespflege - zweimal wöchentlich zur Zeit für den Demenzpatienten. (Kein Thema für unsere MS-Angehörige)
- Demenzbegleitung TANDEM - eine in der Nähe wohnende Frau kommt um 7 und bleibt bis Abholung durch Taxiunternehmer. Nächste Woche hoffentlich Gespräch mit den Beteiligten der Tagespflege (Name darf ich nicht mehr nennen, hat aber ein Herz...) und dem Taxiunternehmen (keine Ahnung, wer da fährt für die Tagespflegeanbieter)
- Demenzbegleitung TANDEM - ein zusätzlicher älterer Mann kommt nach Absprache und regelmäßig künftig; pflanzt Blumen mit dem Vater, geht mit ihm in Gartencenter, will seine alten Freunde mit ihm besuchen, die Brüder in der anderen STadt - ich bin begeistert. 7,50 Euro/Stunde muss ich vorstrecken. Die Pflegekasse übernimmt bis zu einem Höchstbetrag den Rest.
- Wohngeldstelle - Rückzahlung zuviel gezahltes Wohngeld der letzten Monate steht an (muss ich machen, sonst regt das den Vater auf. Grund der Rückzahlung:; "Ihre Frau ist ja im Juni gestorben.... " Toll Heißt jetzt: Nicht nur weniger Wohngeld für die teure Wohnung "Betreutes Wohnen" ohne wirklich Betreuung durch das Lazarus-Hilfswerk ("Wir sind nicht zuständig, das machen die aus Hürth"...), obwohl direkt neben dem Wohnhaus das Pflegeheim ist, die Pflegestation sein sollte, die Komptenz sein sollte. Lazarus ist für mich nicht mehr akzeptabel. Tut mir leid, wenn irgendwo fleißige Leute jetzt beleidigt sind. St. Lazarus steht am Haus, aber betreutes Wohnen ist es nicht. Umziehen geht auch nicht, obwohl die HÄlfte der Rente für das nicht betreute "Betreutes Wohnen" drauf geht und seit 2 Jahren keine Heizkostenabrechnung kam....
- Hausarzt. Den Mann kann ich empfehlen. Er macht Hausbesuche. Oft.
- Der von mir gewählte neue Alten- Kranken- und Senioren-Pflegeverein. Toll. Kompetent. Still. Ich warte noch ab, aber es scheint gut zu funktionieren.
- Landesverband der Pflegekassen: Die Dame war professionell am Telefon als sie anrief, weil jemand aus Berlin sie angeschrieben hatte - vermutlich aus der REgierung - statt mich selber mal anzurufen. Verbände sind Lobbies, sage ich. Denn es geht denen nur darum, Geld aus Berlin zu bekommen und eine win-win-win-Situation zu schaffen: Pflegekasse bekommt Geld - Pflegeheime bekommen Geld - Arbeitslosenquote sinkt ein wenig zu Billiglohn - Arbeitslose Pflegekräfte sind beschäftigt - und selbständige Pflegefirmen können Geld verdienen.... (Irgendwo war da doch noch der Pflegebedürftige und sein Angehöriger??? Vergessen.
- Parteien heute nochmal angeschrieben. Bundeskanzleramt, Familienministerium (obwohl Gesundheitsministerium zuständig....), Grüne (weil die ja gut versorgte Eltern zu haben scheinen), Linke (weil die ja meinen, sie würden bessere Sozialpolitik machen), SPD - bin mal gespannt, ob da überhaupt jemand antwortet, und die FDP (weil der FDP-Abgeordnete ja beim Lazarus-Hilfswerk im Aufsichtsrat sitzt und ich mich gegen die spätrömische Dekadenz wehren muss)...
Kirche - die lass ich mal in Ruhe, weil da derzeit die Geschichte des Machtmissbrauches der 60er Jahre vorgeht, danach kommt die der 70er bis 90er Jahre und dann ja noch die von heute... dann hoffentlich mal der Pflegeskandal aus christlicher Perspektive....nicht alles wird mit caritas gemacht....
Übrige Familie außerhalb der engen eigenen--- interessiert keinen, was passiert. Haben eigene Baustellen.
Arbeitgeber??--- Kapiert überhaupt nichts und befasst sich mit der Sorge, wie man ältere Mitarbeiter aus dem Beruf drängen kann.
Pflegeberatung der Pflegekasse - Sehr gute Sache. Leider wohl nur ein befristetes Pilotprojekt der Pflegekasse. Dennoch: Ohne diese Beratung, aber auch ohne die sicher manchmal für die genannten Firmen ärgerlichen Blog-Beiträge und die Reaktionen darauf, wäre nichts in Gang gekommen. Nichts. Drei Jahre habe ich schon Pflegeerfahrung hinter mir. Nun erfahre ich zufällig, dass das Lazarus-Hilfswerk schon 2008 die erhöhten Beträge z.T. bis 2009 eingenommen hat, obwohl mein Vater fast überhaupt keine Pflege trotz Pflegestufe I bekam.
Der alte Mann hat 12 Stunden am Tag im benachbarten Pflegeheim des gleichnamigen Anbieters gesessen, bis seine Frau starb, mit der er nichtmal zusammen wohnen konnte. Es sei denn, er wäre in ein einziges Zimmer mit ihr gezogen und würde heute noch da alleine sitzen - ohne seine Möbel. - Wenn man also das Geld von der Pflegekasse kassiert hat, aber ansonsten nichts geleistet hat - dann möchte ich wissen, wie das gegangen sein soll. Man hat wohl seine Unterschrift bekommen, ohne dass der alte Mann mit beginnender Demenz einschätzen konnte, was er da unterschreibt. - Und als ich es kontrollieren wollte, hat man mich auflaufen lassen. Auch als die Anwältin Kontrolle versuchte, lief sie auf. Nichts geschah. Niemand kontrollierte. - Auch der MDK kontrollierte nur oberflächlich, nämlich das Pflegeprotokoll, das in stundenlanger Nacharbeit wohl in dem kleinen Zimmer der Pflegedienstleitung ausgefüllt worden sein muss - im Zimmer lag es nämlich selten und auch nicht komplett ausgefüllt. - Ich werde nun also einen Brief schreiben. Zieht Euch warm an.,
Ostern kann kommen???! - Ich sage einfach mal: Ja. Das jetzige Netzwerk soll seine Chance haben.
Ich bin froh, dass ich nach all den Entbehrungen der letzten Wochen - die ich letztlich freiwillig auf mich nahm, denn ich hätte mich ja auch drücken können - nicht auch noch auf leckeres Essen verzichtet habe. Ich verzichte schon genug, und dem lieben Gott sei gesagt: Jetzt bin ich auch mal selber wieder dran.
"Du bist meines Fußes Leuchte" - Gehen muss ich doch letztlich allein.
Übrigens: "Wir alle sind Kirche!"
Und was kam vorher?
Ich arbeite daran, etwas nachzuerzählen. Dauert noch. Erstmal Sonne tanken, ein Buch lesen, ein Eis gönnen - Schluss für heute. ( 22.4.2010)
Neues von der Pflegefront: Wenn es um das Geld geht
Die Tagespflege schickte Rechnungen - was ja normal ist. Ich überwies die Fahrtkosten für die zwei Fahrten pro Woche und die zwei Rückfahrten und für die Mahlzeiten in der Tagespflege. Jeder kann es ausrechnen: pro Tag 16.80 Euro für das Essen und 11,60 Euro für Hin- und Rückfahrt zusammen.
Dann die Tagespflegepauschale: 420 Euro ca. - Die ist wohl fällig, auch wenn man nur an zwei Tagen die Tagespflege nutzt. Wusste ich noch nicht. Aber sie heißt ja auch "Pauschale".
Etwa das Gleiche nimmt die mobile Pflegefirma, sie schöpft es nicht ganz aus, sodass 80 Euro zurückerstattet wurden. Im April, vermutlich für Februar oder März. Kann man im Kontoauszug nicht erkennen.
Nun ist ja das Konto des Patienten leer. Friedhofsgärtnerei, Stein, Umrandung, Vorschuss für Tandem, Bargeldbedarf für Lebensmittel, Putzfrau, Installateur (der nach zwei Jahren endlich mal das Warmwasser in der Küche repariert hat). Achja, ein paar Blümchen für den Balkon, nach etlcihen Jahren hat mein Vater endlich mal neue Kleidung gekauft. Mein Ausflug mit ihm hat ihm Freude gemacht, ihn aufgebaut, aber er sah auch endlich ohne abgewetzte Jacke und mit einer Hose dieses Jahrhunderts richtig wie ein guter älterer Herr aus. Und lachte endlich mal wieder. Aber - auch wenn wir preiswerte Hemden kauften im Einkaufscentrum - es kostet. (Ich berichtete über diese schönen Erlebnisse beim Einkauf). Und 1.300 Euro durfte er nur noch haben. Dank der Spenden der Familie hatte er nach dem Tod wieder etwas mehr, aber das ist nun weg.
Sozialhilfeantrag hat die Seniorenbetreuung der Stadt im Auftrag gestellt. Dauert natürlich.
Und jetzt flattern die Rechnungen hier rein, aber das Konto ist leer. Was tun? Muss das jetzt ICH bezahlen? Obwohl ich selber ja erst noch für mich sorgen und meine Familie? - Bin mal gespannt, ob auch Brüderchen, der in der Welt herum fliegt, mal gefragt wird.
Sonntagmorgen. Gestern haben wir eine alte Villa angeschaut, in der man hätte zusammen leben können, damit weder Pflegeheim noch sonst wer nötig ist. Aber - zu teuer. Die Renovierungskosten nach Kauf währen so hoch gewesen, dass wir uns das nicht leisten könnten. Auch wenn es in der schönen Eifel richtig gut für Alte und Kranke ist. - Hilfe? Wer sollte uns helfen? Hilf dir selbst, dann hilft auch Gott. Ach, Gott. stehst Du nur in den Büchern, oder gibt es Dich auch hier? Nein, der Mensch muss Wege gehen, sein Fuß hat eine Leuchte. DU.
Konto leer? Belege sammeln
Dass das in meinen Augen schwierig und bewundernswert ist, wie Du die Finanzen zusammen sammelst, habe ich ja schon geschrieben. Ich weiß gar keine Antwort, nur, dass ich auf jeden Fall alle Belege sammeln würde und notieren, wofür Du ihm ein zinsloses Darlehen gibst. Denn das ist es, wenn Du etwas aus Deiner Tasche bezahlst. Das Sozialamt kann dann die Auskunft über das Einkommen der beiden Söhne anfordern, danach richtet es sich, was evtl. jeder beitragen muss.
Belege sammeln...
Tja, das würde ich ja gerne. Am liebsten durch Überweisungsnachweis mit Details und Durchschrift mit Quittung.
Aber die Zusatzdienstleister bekommen alle Bargeld gegen Vorlage eines Protokolls, das ich bisher nur kopiert habe und dann wieder abgeben muss. Das geht dann gesammelt an die Pflegekasse.
Neues Problem:
In 2007 war meine ganz neu und zum ersten Mal in ein Pflegeheim gekommene Mutter bei den Johannes-Sozialdiensten in Bonn (Verwaltung) registriert, die für ein Pflegeheim in Köln zuständig waren und sind, welches wiederum überhaupt nicht - trotz Vorabsprache - auf die Krankheitssymptome eingerichtet waren, nur Doppelzimmer hatten... u.v.a. an Problemen verursachten, weil die Damen dort und der nächtliche After-Kontrolleur nicht verstanden, dass die Frau sich erschreckte über die merkwürdigen Kontroll- und wenigen Hilfeleistungen. - Da kommt doch heute eine Mail an, ich solle eine offene Rechnung von damals bezahlen, obwohl die ganze Abwicklung über das Sozialamt eines benachbarten Kreises ablief, ich selber weder Vertragspartner noch Betreuervollmacht besaß und - neulich eine Rechnung schon mal bezahlt hatte. Merkwürdige Unordnung scheint bei denen zu herrschen. Die alte Mutter ist längst tot. Und nun dies.
Bin mal gespannt, wie das weitergeht. Neue Fronten tun sich auf. Ich überlege langsam, alle Kommunikationswege abzuklemmen, auszuwandern und alles der Hälfte der Verwandtschaft aufzudrücken, die nicht einen einzigen Handschlag leistet. - Noch ist der Leidensdruck wohl nicht hoch genug.
Der Besuch heute auf dem Friedhof der Mutter meines Vaters war aufschlussreich. Wusste er gestern nicht mal, dass sie tot ist und seine Frau auch, heute fand er alleine den Weg zum Grab, von dem er gestern nichts wusste... Und gestern weinte er am Telefon, weil niemand erreichbar sei, dabei war ich wenige Stunden noch bei ihm. Mich macht das kirre.
Johannes-Seniorendienste und andere Unsortierte
Diese Firma in Bonn mit Pflegheim in unserer Stadt, aus dem wir damals mit der schwerkranken Mutter flüchteten, weil überhaupt keine professionellen Mitarbeiter die Krankheit Parkinson kannten - schickt eine Rechnung mit offenem Geldbetrag aus 2007. Na super. - Man droht mit Mahnverfahren. Dabei bin ich gar nicht der Vertragsnehmer gewesen, habe nichts unterschrieben, damals übernahm das Sozialamt die Rechnungen. - Pustekuchen. Um dieser unsortierten Firma, welche auf meine damaligen Schreiben und Anrufe nicht reagierte, nun endlich Ruhe zu verordnen, habe ICH die Rechnung bezahlt. Die besser betuchte Verwandtschaft reagiert gar nicht und meldet sich aus dem sonnigen Mittelmeer. - Und ich Blödmann bezahle, um Ruhe zu haben.
Dann krakeelt noch Gewerbeamt und Bußgeldstelle. Ich hätte meine (abgemeldete) Nebentätigkeit zu spät abgemeldet. (Ich versuchte während der Zeit der PFlege mit Bausparverträgen und Pflege-/Rentenversicherungen etwas nebenbei zu verdienen mit dem Beamten- und Heimstättenwerk. Pustekuchen. Dafür hatte ich keine Zeit - und meldete ab. Aber irgendwas muss ich falsch gemacht haben. - Gestern also nach Feierabend noch längeres Telefonat mit der umfassenden Erläuterung, warum man angesichts von Pflege und beruflicher Aufgabenstellung - anders als in den 80er Jahren - nicht nebenberuflich arbeiten kann (man würde umkippen vor Erschöpfung). Diese Heinis von der Stadt aber kümmert nicht, dass ich bereits im Dezember mitgeteilt habe, dass und warum ich meinen Gewerbeschein abgemeldet habe. Ich lebe von meinem Hauptberuf, der mich auffrisst, und zugleich ist der Rest Pflegebetreuung (weil die Pflegeheime... ach Sie wissen schon).-
Nicht gehen
Mich inspiriert Dein Spruch mit der Leuchte und der Zusatz. Inhaltlich kennst Du die Antworten, die Leuchte zeigt sie Dir: zum Beispiel, dass es nicht intelligent ist, eine Rechung zu zahlen, für die man keinen Vertrag unterschrieben hat. Und das gleich zwei mal - jede Firma würde dem, der einmal bezahlt hat, gern die zweite Rechnung schicken.
Wenn ich den Satz "Um dieser unsortierten Firma, welche auf meine damaligen Schreiben und Anrufe nicht reagierte, nun endlich Ruhe zu verordnen, habe ICH die Rechnung bezahlt." genau lese, hat nicht die Firma Dich mit Anrufen und Schreiben bombardiert, sondern Du hast Dich zu diesen Aktivitäten anstacheln lassen. Wenn Du einmal geschrieben hast, dass Du nicht der Vertragsnehmer bist, kannst Du das Mahnverfahren doch laufen lassen. Die Leuchte zeigt manchmal, den Weg nicht zu gehen.
Das mit Deinem Vater ist schlimm und es wird wahrscheinlich nicht besser. Das können andere Angehörige in so einer Gruppe bestätigen. Wir können hier aus der Community nur unser Mitgefühl ausdrücken.
Vielleicht die Protokolle
Vielleicht die Protokolle selbst einmal kopieren? Und einen Quittungsblock kaufen?
fürchten wir uns nicht
Ich möchte Mut machen. Ja, ich kämpfe mich hier waidwund. Ja, es ist mir langsam alles zuviel. Ja, ich komme zu kurz. Ja, meine Frau kommt zu kurz. Ja, ich habe das 'Gefühl, fürchterlich alt zu werden, obwohl ich ein agiler 55jähriger bin, dem man häufig sagt, ich würde im persönlichen Gespräch frisch und jung wirken. Ja, ich habe noch diesen jugendlichen Drang, die Welt - naja, nicht mehr zu verbessern - das will sie nicht - , aber meinen Beitrag zu leisten, den ich leisten kann und Andere zu ermuntern, zu tun, was man kann oder es neu zu lernen.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das, was ich da erlebe, MEIN Kreuz ist - und dass niemand es tragen MUSS. Mein Bruder trägt es ja auch nicht. Er fühlt sich sichtlich wohl und überlegen, gibt Ratschläge wie man Geld verdienen kann und wie nutzlos doch Kirche ist. Über seine blöden Sprüche über Menschen mit Handicaps will ich schweigen. Denn er weiß nicht, was er tut. Er ist geprägt von unserem Gesellschaftssystem, das letztlich den Erfolgreichen in Kontoständen definiert und in Erfolgssprache, der Machtsprache der Manager. Sie verfügen über Personal wie früher die Patrone über Sklaven. Werden sie teuer, wirft man sie raus. - Manager sichern sich vielfältig ab, ihre Welt ist für Sozis, auch wenn es Christen sind, tabu. -
Aber wenn der Weg Christi, NICHT für sein Überleben zu kämpfen sondern sich den Ungerechten zu ergeben, richtig ist - dann ist letztlich der Weg des Kreuzes im Alltag auch ein guter Weg. Es ist ein Jakobsweg, ein Weg der auch Rast und Auszeiten benötigt, der schmerzende Füße und Knie verursacht, der Gegenwind erträgt und Einsamkeit, der Freude und Trauer kennt, den Tanz der Farben nach einem Regen aber wahrnimmt.
Wenn ich das so schreibe, dann ist es hoffentlich auch für Dich ein Zeichen, dass alles Sehnen nach Ruhe und Frieden letztlich ein Schweigen ist. Man möchte laut rufen, sich selber verteidigen, Hilfe holen - und ist doch umgeben von Wänden und oft geschlossenen Türen. Nur - die Fenster lassen Luft herein, Sonnenstrahlen, die leisen und lauten Geräusche der Natur.
Alles hat seine Zeit. Das Tanzen und das Wandern, die Musik und die Stille, die Hektik des Alltags und die kleine Bank im Birkenhain. - Meine Oma sang mir im Mai immer vor: "Maria breit' den Mantel aus, hol Schirm und Schild für mich heraus, Maria - mit dem Mantel Dein - lass immer mich geborgen sein." Dann holte sie frisch gepressten Apfelsaft, einen geschmackvollen Apfel aus ihrer alten Küche - An ihrem Grab war ich letzten Mittwoch mit meinem Vater. Manchmal sind Wege doch sehr merkwürdig.
@spero: von außen
Hallo spero,
es ist immer besser, so früh wie möglich sich untersuchen und beraten zu lassen von Spezialisten. Manchmal ist es nur Stress, der Orientierung verhindert. Aber es kann auch sein, dass es Anderes ist. Da weiß ich zu wenig über Euch. Es gibt spezialisierte Zentren, in denen man mal ein Screening machen kann, eine Gesamtuntersuchung. Das ist auch für das eigene Empfinden gut, über sich BEscheid zu wissen und selber etwas zu tun, bevor man von Anderen "betan" wird. :-)
Hallo spero, das hat dich
Hallo spero, das hat dich natürlich erschreckt. Das muss noch nichts bedeuten, aber kann natürlich sein. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, wegen einer Verwandten Kontakt mit der Alzheimer-Gesellschaft im Bundesland aufzunehmen. Die haben gute Infos und wissen auch, wo man zum Beispiel diese neurologische Untersuchungen machen kann. Sich zu informieren hilft. Ansonsten wirst Du das geistlich verarbeiten, schreib dazu bitte was, wie es Dir damit als "Pilgerin" geht.
Querulant verändern
Das ist ja eine gute Nachricht, dass der Nachbar sich von Deiner Hilfsbedürftigkeit positiv ansprechen lässt. Da kann noch viel Gutes daraus erwachsen. Schönen Sonntag Euch. Ich bin beim Barcamp.
Neues von der Pflegekasse: Wir treffen uns
Morgen ist der 1. Mai. 35 Jahre bin ich nun mit meiner lieben Frau zusammen. Morgen - wenn ein DJ aus der Familie in einer hier allseits bekannten Disco für alle Generationen eine "Ü 50"-Party mit Songs aus den 70er, 80er, 90er Jahren macht - werden wir dabei sein, auch wenn das Knie bei mir schmerzt von meinen neuen wöchentlichen 50-Minuten-Nordic-Walking-Exkursionen. Ich habe es einige Monate nicht mehr gemacht. - Musik, Tanzen - es wird sicher schön. Heute, die klassische Walpurgis-Nacht, in der Alle den "Tanz in den Mai" machen - da schlafen wir uns hoffentlich mal aus, um morgen besser feiern zu können. Diese Woche war einfach mal wieder mit Beruf und Pflege so voll, dass kein Raum für eine ruhige Minute blieb.
Mein Brüderchen, ständig in Sachen Umsatz unterwegs, mailt: Schau doch mal auf die Website...Er verkauft und verkauft - und ich soll das auch machen. So als hätte ich Zeit dazu. Die Einnahmen würden mich reizen. Seine mehrmaligen Urlaube auf schönen Schiffen im Mittelmeer, an Stränden, seine geräumige neue Wohnung - ich gönne sie ihm. Seinen Mangel an Ruhe, an Tiefe, an Herzenswärme - da bin ich wohl ein sehr reicher Mensch, beschenkt durch so viele schöne Erfahrungen. Soviel zu meinem theologischen Ansatz "Du bist meines Fußes Leuchte" - es steht in einem Psalm, ich muss mal raussuchen, wie er richtig heißt. Das wäre "evangelisch". So gehe ich katholisch geprägt nur dünn drüber und weiß doch, dass bei allen Sorgen und Belastungen das Ganze einen tiefen Sinn hat, den ich nur noch nicht erkenne. Hoffentlich werde ich da nicht getäuscht oder täusche mich selber. Wir werden sehen.
Nächste Woche - so der Anrufer von gestern Nachmittag aus der Pflegekassen-Abteilung - werde ich zu einem Gespräch fahren. Man wird - so hatte ich es gewünscht - eine strukturierte Gesprächsführung mit Metaplan oder Flipchart haben und ein Moderator wird die Dinge sortieren helfen:
- Was ist das Ziel häuslicher Pflege für Angehörige und
- Was ist das Ziel des Patienten?
- Was ist das Ziel des Pflegedienstes?
- Was ist das Ziel des Sozialamtes?
- Was ist das Ziel der Tagespflege?
- Was ist das Ziel der Demenzbegleiterin und des Demenzbegleiters?
- Was ist das Ziel des hauswirtschaftlichen Dienstleisters?
Was ist erforderlich...
- für eine ordentliche Einnahmen- und Ausgabenbuchführung der unterschiedlichen Pflegekassentöpfe?
- für eine stressfreie und möglichst auf wenige kontinuierliche Pflegende beschränkte Angebotspalette? (Müssen wirklich in einer Woche 7 Leute bei meinem Vater auftauchen?
- für Feiertage und Wochenende?
- für eine Entscheidung, ob das Alleinwohnen des alten Menschen mit Demenz noch geht oder zur Gefahr wird?
So ähnlich...
Mein Ziel: Entlastung.
Liebe Teresa,hast Du denn
Liebe Teresa,
hast Du denn irgendwelche Hilfe und Beratung? Ich will Dir keine Angst einjagen, aber hier in der Nachbarschaft hat letztes Jahr ein Mann mit Multipler Sklerose seine Wohnung in Brand gesteckt. Er lebte alleine, konnte nicht mehr richtig gehen und sehen, hat wohl mit einem Feuerzeug hantiert und dabei ist das Feuer entstanden. Seine Wohnung ist total ausgebrannt. Über ihm wohnte eine Familie mit einem kleinen Kind... Zum Glück ist weder ihm noch anderen etwas passiert, doch Menschen, die durch Krankheiten beeinträchtigt sind, können evtl. sich und andere gefährden.
Das muss bei Euch nun nicht der Fall sein, aber ich denke schon, dass auf dem Pilgerweg ein Beistand von außen, der die Situation objektiver einschätzen kann, hilfreich wäre.
Hier in Frankfurt gibt es alle möglichen psychosozialen Beratungsangebote, auch z.B. katholische Familienberatungsstellen - bei so einer Anlaufstelle könntest Du doch zumindest die Situation mal schildern. Die verfügen sicherlich auch über E-mail. Wenn Dein Mann sich weigert, zum Arzt zu gehen, Du aber Ängste empfindest, die ja nicht grundlos sind, solltest Du etwas unternehmen. Vielleicht zieht Dein Mann ja dann irgendwann mit.
Welche medizinisch-therapeutischen Angebote gibt es eigentlich für Dich und Deine Krankheit? Wie zum Beispiel spezielle Krankengymnastik? Und gibt es irgendwelche Gruppen, an denen Du teilnehmen könntest, etwa von Senioren, die gemeinsam etwas unternehmen - mit Deinem E-Scooter bist Du doch noch mobil und wenn die Leute wissen, dass Du nicht mehr sprechen kannst, werden sich doch vielleicht Wege finden, sich dennoch zu verständigen. Und was ist mit Deinen Geschwistern vom Säkularen Franziskanerorden? Haben die ein Netzwerk, in das auch Kranke so wie Du einbezogen werden? Ich habe nun keine Erfahrung mit Pilgerreisen, aber mir scheint, dass man am besten gemeinsam mit anderen pilgert...
Liebe Grüße
Anja
Verhandlungen an der Pflegefront
Heute: Gleich werde ich eine MItarbeiterin der Stadt bei meinem Vater treffen. Leider müssen wir in Anwesenheit meines Vaters über das reden, was er NICHT kann. Schlimm. Zusätzlich schickte man ihm ein Schreiben, das ich eigentlich bekommen müsste: Sozialamt prüft endlich meinen Antrag auf Unterstützung für mienen Vater. ABer er ist nun beunruhigt.
Danach: Termin bei der Pflegekasse. Die verschiedenen Vorauszahlungen, die ich leisten soll und nach bürokratischem Hin und Her anteilig zurück bekomme - man spricht über Möglichkeiten der Abtretung .Bin mal gespannt
Der Bruder: Keine Zeit. Ist beruflich unterwegs in Sachen eines Strukturvertriebes.
Meine Kinder: Sind mit Studium und Beruf voll beschäftigt. Der Enkel braucht seine Zeit.
Meine Frau und ich - wir sind froh wenn wir abends spät eine ruhige Nacht haben.
Mein Beruf: Man hat mir heute einen Sonderdienst aufgebrummt: Bearbeitung der heutigen Haftsachen. Die Leute müssen ja entweder in den Knast oder wieder nach Hause und sollen nicht über Nacht unnötig sitzen. Wenn um 19.30 noch eine Aufgabe kommt (ich bin dann seit heut morgen unterwegs) dann muss ich noch die Nacht durcharbeiten, bis die Sache abgeschlossen ist. Beamte haben es ja so leicht. Dafür muss ich meine Brille selber bezahlen, weil man will dass ich 3 Kostenvoranschläge einhole, einen Augenarzt terminiere - das dauert - und dann macht der Optiker doch, was er ausmisst. Herr Innenminister - Euch ist wohl alles sch...egal, wie es Menschen geht.
Beunruhigt
Ich hoffe, der Termin bei Deinem Vater lief gut. Das ist schwierig, sich mit dem eignen Unterstützungsbedarf bschäftigen. Wie würdest Du das machen? Ich weiß noch nicht, wie es für mich wäre. Aber das Thema kommt in den nächsten Jahrzehnten auf mich zu, falls ich nicht vorher tot umfalle.
Ende des Projektes "Pflegeberatung" der Barmer BEK
Heute endete wohl das Projekt der Pflegeberatung der Barmer GEK. Ich dankte am Telefon für die kompetenten Hinweise und Hilfestellungen, die ich erhielt.
Was bleibt:
1. Der Gesetzgeber hat ein kompliziertes Antrags- und Abrechnungsverfahren vorgesehen, wenn es um Pflegeunterstützung für Pflegebedürftige in eigenen vier Wänden geht. (Pflegeheime: Sozialamt zahlt, sobald das Privatkonto auf 1.300 Euro geschmolzen ist - und ein Drittel etwa wird von der Pflegekasse gezahlt. Über Qualität der Pflegeheime rede ich hier nicht).
2. Ich hätte für meinen Vater rückwirkend noch 1.100 Euro zu bekommen, wenn ich jemand finde, der rückwirkend auch die Demenzbegleitung geleistet hätte.. Unterschrift genügt, aber ich hatte niemand, wusste es ja noch nicht mal, sonst hätten wir Leute dafür beschäftigt.
3. Die kompetente Putzfrau mit Herzensbildung könnte theoretisch die Pflege komplett leisten, bekäme sie 420 Euro Pflegegeld, 200 Euro Demenzbegleitkostenerstattung und gäbe es darüber hinaus noch die Tagespflege. Aber sie hat keine solche Ausbildung, hat schon sechs Putzstellen um zu überleben und sechs Lohnsteuerkarten, und sie will und muss wohl diese Arbeiten alle machen, um über die Runden zu kommen. Es wäre auch ein Risiko, weil sie keine Pflegeausbildung hat und keine Firma ist.
Wir werden also 1100 Euro etwa der Pflegekasse überlassen. Achja, angeblich hat die frühere Pflegefirma aus diesem Zusatzetat abgerechnet - aber nach meinem Wissen nicht geleistet. Das wird noch zu prüfen sein. Angeblich gibt es Unterschriften, die die Leistung bestätigen, aber Demenzkranke unterschreiben manchmal alles - auch die Werbesch... von Faber, die ich wiederholt abgemahnt habe.
4. Was fehlt? Das Gefühl, mich mal ruhig hinsetzen zu können, weil abends doch immer wieder die Anrufe kommen, jeden Tag neu, erklärt zu bekommen, was denn AWO ist, wer Frau sowieso ist, wer die Tabletten sortiert... - mein Vater, jeden Tag muss er neu beruhigt werden. Er lebt ja allein.
.-......
Ökumene, Gender, Familienmuster
Das Forum habe ich besucht auf dem ökumenischen Kirchentag. Frau Dr. Jurczyk hatte eine gute wissenschafltiche Analyse über die unterschiedlichen Familienkonzepte - bei 2 Prozent kam auch ich vor:
Vollverdiener, Haupternäher, Familienvater, verheiratet, zusätzlich Sorgetätigkeit und Haushaltsbeteiligung.
80 Prozent wird von Frauen geleistet - oft ausländischen unterbezahlten Billiglohnleuten, die die Sorgetätigkeit übernehmen, weil deutsche Frauen sich wohl lieber emanzipieren und Geld verdienen als Sorgetätigkeiten noch wichtig zu finden. Toll. Und die bösen Männer wollen einfach nicht auf ihren Job verzichten. Toll. Würde ich es, sähe meine Familie ganz schön alt aus.
Frieden an der Pflegefront?!
Sonniger Samstag vor Pfingsten. Der Enkel mit seiner Mama, meine Tochter, zu Besuch; aber auch die Großmutter und der Großvater (Vater und Schwiegermutter; Ur-Opa und Ur-Oma). Der Grill brutzelt auf der frisch gemähten kleinen Wiese, die bunten Blumen am Rande, die Meise im Anflug an den eigentlich für Spatzen gebauten Nistkasten, der Enkel mit dem Kettcar auf dem Gehweg - eine Runde um den Block, dann Sand schippen auf dem Spielplatz. Idylle. Wirklichkeit. Nichts von Pflegekosten, kein Antragsformular stört unseren Frieden, einzig meine "Firma" rief mich zu einer dringenden Sache heut morgen schon um 6 Uhr - der drogenabhängige Dieb sollte in Haft oder entlassen werden, und ich musste das mal prüfen...
So ganz ohne irgendwas gehts eben doch nicht. Den Antrag an das Sozialamt aber habe ich gestern schon abgeschickt, man sagt - aus meiner Sicht - enorme Hilfestellung zu, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Da muss der Bruder mitwirken, der aber ist in Sachen Geld-Netzwerk-STruktur-wasweißichfüreinamerikanischesGeldbeschaffungssystem unterwegs. Kein Anruf, keine Hilfe, keine Frage, kein Besuch, nicht erreichbar. - Schade. es könnte so schön sein. Ist es auch. "War sehr schön bei Euch heute", sagt er beim Nachhausebringen. Der Krankenpfleger wartet schon auf ihn wegen der Strümpfe und Medikamente und so weiter. -
Pfingsten verschließen wir nicht die Tür. Der heilmachende Geist soll ruhig Einzug halten.
Frohe Pfingsten Dir! Und
Frohe Pfingsten Dir!
Und dein Bruder wird doch vom Amt direkt zu Auskünften aufgefordert, oder musst Du den Briefträger machen?
Der geköpfte Bote
War ja immer so, dass der Botschafter geköpft wurde, wenn er zwischen den Fronten Nachrichten austauschen musste. Nun sollte ich nicht nur in Fronten denken, aber - zum Glück wird das Sozialamt sich direkt mit den unmittelbaren Angehörigen in Verbindung setzen. Und da im Sozialrecht hoffentlich gesehen wird, für wen ich auch sonst noch den Rücken stärken muss oder - wirklich - möchte, bin ich guter Dinge, dass ich neben dem Stress bei der Pflegeorganisation nicht auch noch dazu zahlen muss. Irgendwie muss das doch auch gerechter gehen. "Arbeit muss sich lohnen" steht doch auf den Plakaten der spätgriechisch oder -römischen... ach lassen wir das.
Ich bin guter Dinge, dass alles irgendwie gut wird. Und vor allem hoffe ich, dass die demente Entwicklung sich nicht verstärkt. Wenn man den alten Mann heute, nach Monaten des Kampfes an der Pflegefront betrachtet, die von den Spaziergängen gefärbte Haut, allerdings der immer dünner werdende Bauch trotz angeblich regelmäßiger Ernährung), dann sieht er relativ fitt aus, wäre er nicht so gehschwach. Die TANDEM-Leute scheinen ihn gut zu trainieren mit regelmäßigen Exkursionen. Und auch die Tagespflege macht wohl viel, wenngleich ich abends schon nicht mehr erfahren kann, was er gemacht hat - da hat er schon wieder alles vergessen.
Gestern habe ich ein Dossier an eine Cousine geschickt. Die Tochter der Schwester meiner Mutter. Sonst wären da noch Cousinen der Brüder meines Vaters, die mir zumindest ein wenig menschlich zur Seite stehen könnten. Aber die haben mit ihrem eigenen Vater genug zu tun - wohnen aber im selben Haus und pflegen selber... Frauen eben. - Wäre es wirklich der Emanzipationsbewegung gemäß, wenn ich meinen Beruf für die Pflege aufgebe, die miserabel bezahlten Pflegekräfte entlaste (auch Frauen) und stattdessen die Pflege selber übernehme???? Irgendwas in dieser politischen Debatte ist da seit Jahrzehnten falsch. Ich kann doch froh sein, einen Arbeitsplatz zu haben. Aber wo sind die 7 Millionen Leute, die angeblich Arbeit suchen aber nicht bereit sind, die Behinderten- und Altenpflege an der eigenen Wohnungstür zu revolutionieren? Oder liegt es an ihnen gar nicht? Liegt es an der Lobby der Pflegeheimbetreiber? - Gedanken, die ich mir mache. Und Gedanken darüber, wie diese Gesellschaft eines Tages bei der Veränderung der Alterspyramide mal für mich da sein kann.. Werde ich dann nur noch in einer Alten-Pflege-WG überleben können? Oh menno. Und die kinderlose Singlegesellschaft von heute?... Wer überbringt die notwendigen Nachrichten, ohne geköpft zu werden??
was bleibt
Liebe spero, na, im Unterschied zu einer Pflanze hast Du eine unsterbliche Seele und WEISST das auch! (Du siehst, ich bin nicht von dem Typ, der mit seinen Topfpflanzen spricht und ihnen Musik vorspielt....).
Erholung ist bestimmt gut nach solchen einschneidenden Gesprächen, um das Positive rauszuholen. Dass Du jetzt mehr Beratung hast, freut mich jedenfalls.
Liebe Spero, ist ALS der Name
Liebe Spero, ist ALS der Name der Krankheit, an der Du erkrankt bist?
Anja
Re: ALS
Danke, Spero! Nun hat die Krankheit wenigstens einen Namen. Vorher wusste ich nie so recht, von welcher Erkrankung die Rede ist. Mir ist auch nicht klar, ob oder inwieweit es für Dich okay ist, detailliert(er) darüber zu sprechen. Du bist sehr stark, gibst der Community sehr viel, aber das kann man ja auch nicht immerzu sein. Jedem geht es auch mal schlecht. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass es Dir hier nicht wirklich schlecht gehen darf oder dürfte, weil wir dann nicht damit umzugehen wüssten. Zumal wir uns mit der Krankheit nicht auskennen und eine Scheu davor haben.
Nur so ein Eindruck...
Anja
Gemeinsam statt einsam -
Hallo Spero, Deine ALS ist ja was Furchtbares. Da denke ich, ich bin an der Grenze, und da lese ich, dass es alles noch Furchtbarer kommen kann. Ich bin froh, wenn meine Berichte Dir und vor allem auch Deinen Angehörigen einige Wege erleichtern helfen. Du hast ja genug mit dem zu tun, was diese ALS alles von Dir verlangt.
Ich würde Deinen Kindern raten, mit Freundlichkeit - aber notfalls auch mit absolut deutlicher Vehemenz bis zu denen vorzudringen, die bei Deiner Kasse und möglicherweise später beim Sozialamt die Grundentscheidungen zu treffen haben. Man mag ja denken, wenn ich das so schreibe, als gehe es immer nur um Geld. Aber leider ist es so, wenn man fachliche Hilfe rechtzeitig holen möchte. Umsonst gibt es nichts.
Du solltes frühzeitig die Pflegepersonen kennen und Vertrauen schöpfen können oder ggf. solange suchen, bis solche da sind - solange Du das einigermaßen ausdrücken kannst. Es ist viel wert, wenn man vertraute Menschen hat, wenn man nicht mehr reden oder sich bewegen kann. Menschen, die ohne viele Worte spüren, was man braucht.
Hoffentlich hast Du da genügend. Ich wünsche es Dir.
Offensichtlich habe ich ein gutes Händchen beim Erkämpfen von Hilfen für Hilfebedürftige. Ich bin gerne bereit, mit jemand von Deinen Kindern auch zu sprechen oder zu schreiben, wenn es was hilft. Inzwischen habe ich auch für meine Schwiegermutter mit der MS rechtlich Erfolg. Heute rief der Anwalt an. Die Kasse wollte alles ablehnen - mit Blick auf das unvollständige und ablehnende MDK-Gutachten. Und denke: Mein mit Ruhe und doch unverdrossen kämpfender Anwalt hat Klartext gesprochen und angeboten, man könne der Kasse manche Pein ersparen vor Gericht, wenn man einen Vergleich hinbekomme.
Ergebnis: Man entschuldigt sich bei der Patientin, dass man die Kundin mit MS so miserabel alleine lässt. Man genehmigt rückwirkend die Pflegestufe ab Ende Januar, wird dem Sozialgericht den Vergleich selber vorschlagen und - im Juli wird alles in trockenen Tüchern sein. Dann wird mit dem Entscheid des Gerichtes zu rechnen sein. Aber warum sollte dies anders entscheiden als die beiden Streitparteien.
So wird also endlich jemand da sein, der sich um morgendliche Wäsche, abendliches Insbettbringen, Grundreinigung, Medikamentenbeschaffung und -kontrolle usw. kümmert. Und wenn dann alles ganz schlimm wird - wie so oft bei MS, die bereits 30 Jahre kontinuierliche Entwicklung zeigt (ein Hoffnungsschimmer für Alle, die es bekommen, denn mit MS kann man lange leben) - wird der vertraute Personenkreis da sein.
So sollte es bei Dir auch sein, liebe Spero. Und wenn Hilfe nötig ist - ich habe durch die kleinen Erfolge nun ein wenig Luft gewonnen, obwohl mein Dienst mich durch immer mehr Abwesende (burnout, Schwangerschaft, Elternzeit...) mit 55 Jahren so fordert, wie man eigentlich 30jährige beschäftigen sollte.
Dusche
Spero, dass die Vermieterin so reagiert, da wird mir gleich warm ums Herz. Aber die Kosten - dafür ist ja die Pflegeversicherung da, das wisst Ihr sicher. Sonst hier die Info.
Revolution
""die Behinderten- und Altenpflege an der eigenen Wohnungstür zu revolutionieren" - das ist ein tolles Thema!
Revolution der Hilfebedürftigen...an der Wohnungstür
Ja, ich hoffe, dass man von den Heimen wegkommt bzw diese ausschließlich für den Zweck konstruiert, der sowohl medizinische Begleitung wie im Krankenhaus bietet wie einen Lebenskomfort, der hilflosen Menschen zusteht, wenn man Artikel 1 Grundgesetz ernst nimmt.
Dafür sollte man denen das Geld abknüpfen, die mit Geld Geld verdienen, um mit neuem Geld neues Geld zu produzieren bis die Banken platzen, und die dann Geld der Solidargemeinschaft in Höhe von 145 Milliarden verbraten, weil man Spitzenfunktionäre der Wirtschaft zu sozial verarmten Egoisten erzieht, und finanziell verarmten Helfern die Grundlage für ein Funktionieren der Grundbedürfnisse stiehlt.
Da müssen auch Köpfe rollen - nicht im Blutsinne. Nein, ich bin gegen Gewalt. Aber im übertragenen Sinne benötigen wir eine Revolution der Sinne, ein Erlernen von Empathie, von Sympathie, von sozialer Orientierung in Zeiten der Vereinzelung.
Ich tue, was ich kann. Aber gemeinsam könnten wir an jeder Wohnungstür schon mal ein Schild aufhängen:
"Wir stellen uns quer gegen Sozialdarwinismus - Für Emanzipation der Ohnmächtigen"
Köpfe rollen - in die Alten-WG
Erst mal Glückwunsch zu Deinem Erfolg bei der Schwiegermutter!!
Das mit den Köpfen bringt mich auf die Formulierung "der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann". Und ich glaube, das größte Hindernis für Veränderungen ist das eigene Denken oder Nicht-Denken an die eigene Pflege, für die man selbst praktisch vorsorgen muss. Gefällt Dir das nicht: "Werde ich dann nur noch in einer Alten-Pflege-WG überleben können?" Das wäre für mich ohne KInder in einigen Jahrzehnten wahrscheinlich eine gute Option.
Lösung Alten-WG
Tja, ich wüsste ja, mit wem ich heute schon gerne für eine Alten-WG planen würde, wenn das auch erst in 20 Jahren nötig wäre. Aber soweit sind die alle noch nicht. Und ich wäre vermutlich einer der wenigen darunter, der noch verheiratet ist. Und Alten-WG mit irgendwem.... nee, zu riskant. Schon die Studenten-WG überlegt, wer zusammenpasst. Und als ich in der Ausbildung WG-mäßig leben musste (in einer Kaserne), gab es genug, was mich nervte. Das verkürzt mein Leben allerdings drastisch und... nöö... ich such mir die Leute lieber aus.
Alten-WG
Ich möchte mir die Leute auch selbst aussuchen, bei bestimmten Dingen des Alltags muss man schon harmonieren. Deshalbwerde ich irgendwann damit anfangen müssen. Jetzt ist es noch kein Thema, da ist erst die Eltern-Generation dran.
Neuigkeiten aus der Pflege
Die Stadt beteiligt sich an den materiellen Folgen der Pflege. Danke.
Nun heißt es, sich auf das konzentrieren, was eigentlich wichtig ist - die Begleitung des Demenzprozesses.
5 Anrufe kamen auf meinem Handy an, als ich inmitten vieler Kinder und Jugendlicher aus schwierigen Verhältnissen an einer Präsentation ihrer Filme teilnahm. Ein Beitrag betraf eine Förderschule - eine meiner "Kinder" hat mit ihren Erfahrungen mit diesen Kindern, die kaum eine Minute Konzentration aufbringen, einen mehrminütigen Kurzfilm produziert - und einen der Preise in Leverkusen bekommen - die Kinder. Und wir saßen unter den Zuschauern und wollten voll des Respektes über die vielen guten Leistungen und Mühen nicht auch noch telefonieren. Vorbild sein, ist doch wichtig.
Derweil ständig das Brummen in der Hose vom still geschalteten Handy, und eben sehe ich nach Rückkehr: 5 Anrufe zu Hause auf Anrufbeantworter. Dann der Anruf meiner Ältesten - einige Anrufe bei ihr. Wir haben schon mehrere Male heute zurück gerufen und gesagt, dass wir uns freuen, ihn morgen wieder am Samstag den ganzen Tag bei uns zu haben. Mein Geburtstag. Er wird unter Verwandten und Bekannten sein. Hoffentlich gefällt es ihm. Ach wenn er es doch wenigstens behalten könnte, was er erlebt. Schöne Stunden in der Tagespflege, ich hatte GElegenheit mal für eine Weile hinein zu schauen. Alles hat er vergessen - die Fahrt zur Philharmonie, die schöne Musik in den Proben, das Essen, die Spaziergänge und sicher auch Gespräche, den Tag bei uns in der Sonne, im Schatten, den Kuchen, den Kaffee, seine Zigaretten im Garten (obwohl wir nicht rauchen)... Und vielleicht hat er schon bald vergessen, dass ich sein Sohn bin. Meine Töchter - er wusste nicht, wohin sie gehören. Die Bilder an seiner Wand erklären ihm, wer wessen Sohn und Tochter und Enkel... ist.
Das Geld der STadt, der Krankenkasse, der Pflegekasse - und unsere Zeit - sie helfen. Aber ein wenig ist da trauriges Fühlen in mir, dass man sein eigenes Leben auf das Sterben ausrichten muss - täglich neu - und nicht mehr unbeschwert lachen kann, wenn schon gleich wieder ein Anruf ans Vergessen erinnert.
Und mein Brief an die Kirche? Wird wohl mal einer antworten?
Alles vergessen
"Wir alle sind Kirche" und wir antworten Dir. Ja, das empfinde ich mit, wie schwer das ist, wenn die Erinnerung nicht mehr zur Orientierung reicht. Wie wertvoll ist die zeitliche Orientierung, das merkt man, wenn man sie verloren hat. Ob ich das üben könnte, ruhig zu bleiben, auch wenn ich nicht weiß, was als nächstes passiert?
Jedenfalls bin ich froh, dass auch die Stadt zahlt. Wie Du schreibst - die eigentliche menschliche Begleitung bleibt euch ja als Aufgabe. Das ist viel. Ach, und herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtag!!
Neues von der Pflegefront: Der Stadt geht es nur um Geld,...
Da haben wir es: Zahlen Sie 670 Euro zurück. Grund: mein Vater hatte seit Juni 2009 noch auf der Grundlage der von der Dame der Caritas berechneten Wohnkosten die 250 Euro Unterhalt mitberechnet, die nach dem Tod der Mutter (Beerdigung kostete einige Tausend Euro incl. Grab) ja nicht mehr anfallen. Nun hab ich brav alles zurück gezahlt. Den Stress mit der Frau Kw. von der Stadt will ich nicht. - Auf der anderen Seite wurde meinem Vater auf der Grundlage eben jenes Alleinlebens ein Zuschuss von 53 Euro für die Tagespflege monatlich "gewährt". Durchlaucht hielten es für gegeben, ihm einen dritten Tagespflegetag pro Woche zu gestatten. Toll. Bedingung: Alle Unterlagen müssen da sein. Nur - ich habe sie alle längst bei der Wohngeldstelle liegen, die Dame, Frau v.E. von der Caritas hatte sie ja bereits benötigt. Aber derselbe Oberbürgermeister als Stadtbehörde kann nicht von der einen Büroseite auf die andere zulassen, dass dem Mann geholfen wird. Nun hab ich den Stress mit den Anträgen wieder. Und kann doch nix bieten.
Ich überlege in dieser Wut, ob ich meinen Vater wieder nur 2 Tage pro Woche in die Tagespflege gebe und ihn sonst allein zu Hause lasse. Folge: TANDEM bekäme das Geld, nicht die AWO - und die Pflegekasse hat ein Budget, das ich gar nicht ausschöpfen kann, noch für 2009 übrig gehabt. Es konnte nicht genutzt werden, weil wir es nicht wussten. Und bis Juni konnten wir gar nichts mehr "nachholen"... denn Tagespflege ist nochmal was mehr Betreuung als ein Besuch von ein paar Stunden... neee, ist das mal wieder ein Mist. WER HILFT MIR MAL VON DIESEN BÜROHEINIS DURCH EIN PERSÖNLICHES GESPRÄCH IN MEINER FREIZEIT. Während des Dienstes kann ich nicht, weil wir Personalmangel haben und ich keinen Urlaub für solche bürokratischen Sachen bekomme. Ich müsste ihn stehlen. Aber das gäbe wieder Ärger......
Die Front ist eröffnet. Ich mache jetzt nichts mehr in Sachen Ämter. Die Rückforderung ist pflichtgemäß erstattet, sonst droht noch Schlimmeres, wenngleich ich überhaupt nicht den Antrag für meinen Vater stellte. Die Seniorenbetreuerin der Stadt, Frau v.E. von der Caritas, war das damals. Und als ich im Juni nach dem Tod um Hilfe bat, gab es einen Besuch im November. Danke.
mitgelesen
Hallo baksb,
nachträglich alles Gute zum Geburtstag! Ob Du feiern konntest? Das wünsche ich Dir im Nachhinein, trotz des Ärgers, um die schönen Momente des Lebens auch geniesen zu können. gislis
Ewiges Leben
Heute stand immer noch eine "Sonntag"-Pillendose auf dem Tisch. Es ist aber Freitag. Ich also muss nach dem gestrigen heftigen Gespräch mit dem Pflegedienstleiter der ganz offensichtlich einerseits seine Mitarbeiterin schützen wollte vor (berechtigten???) Kritikpunkten und andererseits eine Nachfrage beantworten musste, warum die zwei Anrufe am Morgen und am Mittag auch am Abend noch keine Antwort erfahren hatten... Der Vater hatte angerufen, weil der Zettel vom Begleitdienst für Demenzpatienten TANDEM hinterlegt wurde, damit der Krankenpfleger ihn liest. Aber die Krankenpflegerin sagte ihm, das gehe sie nichts an und ging nach dem Ausziehen der Strümpfe offenbar. So jedenfalls wenige Minuten später der Vater... Und ich kam vom langen Dienst. Gestern konnte ich mich ja nicht mehr kümmern bis am Abend.. Heute dann der neuerliche Hinweis an den Dienst, man möge doch bedenken, dass Demenzkranke feste und sichere Strukturen benötigen. Warum soll man einen Menschen verunsichern. Ein Aufkleber auf der Pillendose mit "für heute" hätte den "Sonntag" überdeckt und wäre stets verwendbar. Aber ich konnte es nicht tun - musste ja bis abends spät arbeiten.
Heute habe ich meinem Vater eine Freude gemacht - hoffentlich. Ich brachte ihm ein Pixum-Bilderbüchlein mit den Fotos vom ersten Halbjahr. Da sind alle drauf, man kann es leicht in die Jacke stecken und anderen zeigen oder einfach für sich selber mitnehmen.
Musste dann heute doch noch mit ihm zum Friedhof, obwohl ich lieber mit der Frau über ihren bevorstehenden längeren Krankenhausaufenthalt reden wollte. ... Ist ja nicht so, dass 55/56jährige immer funktionieren. Wann bin ich dran??? - So fuhr ich heute mit Vater zum Friedhof. Aber - so er - jetzt kann ich ja nicht mit ihr reden. Doch, sage ich. Doch. "Die Seele lebt ewig, nur der Körper stirbt. " - Und ich glaube es. Sie war vor uns, ist in uns und wird ewig sein. Atem des Kosmos, Gedanke Gottes, ich spüre, dass es so ist. Nur - mein Körper, mein Wille - sie sind unvollendet. Darum rege ich mich auf. - Und wie gerne würde ich die Pflegekräfte besser kennen, sie unterscheidbar wahrnehmen, ihre guten und vielleicht auch belasteten Zeiten besser kennen. - Schaue ich aber in meine berufliche Vergangenheit - es gibt überall sehr gute, fachlich kompetente, gebildete oder zumindest liebevolle Menschen. Aber es gibt überall auch Jobber. Leute die nur für Geld arbeiten, die aber mit dem Herz woanders sind.
So wünsche ich allen von Herzen guten Pflegerinnen, dass sie sich nicht angegriffen fühlen. Aber denen, die das Du nicht als Antlitz Gottes sehen, wünsche ich Öffnung der Augen der Seele. Immerhin - sie war, ist und bleibt.
Es sind immer viele
Es sind immer viele Belastungen bei Euch, gut, dass Du auch den Blick darüber hinaus hast in die Ewigkeit. Schade, dass Dein Vater meint, er habe keine Verbindung mehr mit seiner Frau. Da bist Du besser dran mit Deinem Glauben. Ich wünsche Euch auch, dass Ihr immer Zeit findet (wer suchet, der ....) Euch umeinander zu kümmern.
Backenzähne...
Tja, und was mach ich jetzt damit? Ich musste neulich zwei Brillen hier nach Jahren erneuern - für meine Frau und mich. Wir haben das Billigste genommen, was es gibt - Plastikbrillen zum Auswechseln der Plastikteile. Gesamtpreis 700 Euro. Die habe ich selber bezahlt, sonst hätte ich meine ARbeit nicht weiter machen können. Und die Rechnung der Zahnärztin kam neulich auch. - Aber selbst wenn das so ist, dass Lebensmittel dasselbe in Osteuropa kosten wie in Westeuropa - merkwürdig ist doch wohl, dass wir hier keine Leute haben, die in Osteuropa arbeiten wollen. Aber sie wollen es nicht mal in Westeuropa, die Westler. Insofern ist meine Kritik an der mangelnden Bereitschaft, soziale Dienstleistungen für zu geringes Entgelt zu leisten, doch berechtigt. - Ich kritisiere das ja gerade, dass man hier lieber offenbar von 430 Euro HartzIV zu leben bereit ist, als für zwei Pflegebedürftige jeweils 250 Euro (was ja bekanntlich 500 Euro wären) zwei Wohnungen aufzusuchen. - Und die Kassen sind bereit, 3800 Euro monatlich dafür zu zahlen, wenn man sie ins Heim schickt. Bleiben sie zu Hause, ist man nur bereit, den Pflegekräften 220 Euro zu zahlen. Jedenfalls betrifft das die MS-Kranke in meiner Familie. Wer Glück hat, nicht alleine leben zu müssen,... Aber wehe, wenn man das nicht hat.
Der Alltag
Nun schon innerhalb von 1 Monat 2 Tote, die zu beerdigen sind - Verwandtschaft. Kommenden Montag der ältere Bruder meines Vaters. Bis dahin wird er wohl von seinem grippalen Infekt genesen sein, der ihm das Atmen erschwert und einen Husten bereitet hat, der sich nicht gut anhört.
Ich muss heute wieder bis mindestens 20 Uhr arbeiten, kann daher später anfangen, aber - außer diesem kleinen Blog-Beitrag - bekomme ich heut morgen kaum was geschafft. - Bügelwäsche wäre dran, die Fenster, das Gras zwischen den Ritzen der Steine - alles Luxus - , stattdessen fahre ich lieber was früher ins Büro, weil das große Kiffer- und Junkietreffen Summerjam von der Stadt hier stattfindet, und ich damit beruflich ne Menge Mehrarbeit haben werde.
Der Christopher -Streetday in der Innenstadt ist dagegen eher ein Weihnachtstreffen und tangiert mich nicht.
Da aber sonst niemand zu Hause ist am morgen, hab ich von dem etwas später beginnenden Dienst nichts, denn auch der Vater ist in Tagespflege - und Besuch dort, das mach ich heut Mittag.
-
Warte auch immer noch auf Post von der Stadt, die in Sachen Pflegefinanzen neue Entscheide ankündigte.
Hallo baksb, wie geht's bei
Hallo baksb, wie geht's bei Euch? Hat das Sozialamt sich gemeldet?
Die Ämter und die Gesetze und Gesetzmäßigkeiten
@Kathi_Valiant
Das Wohngeldamt hat umgehend die Überweisung der geforderten Summe bekomme. Auch einen Anruf und ein Dialog mit der Dame, welche die Seniorenberatung gemahct und den Antrag mit meinem Vater ausgefüllt hatte, habe ich geführt. -
Das Sozialamt wollte einige Unterlagen, die ich schrittweise übersandt, weil ich sie nur schrittweise bekam: Rentenbescheid (aktuell), Nebenkostenabrechnung (ein Wunder, dass die überhaupt nach 2 Jahren mal kam), aktueller Kontoauszug, Sparbuch (ich fand das Kautionssparbuch-Papier des Vermieters). - Man hat wohl der Tagespflege mitgeteilt, dass ca. 70 Euro übernommen werden. (Summe gerundet). Aber einen Bescheid haben wir noch nicht gesehen.
Das Konto ist auf 500 Euro geschrumpft. Es ging nun eine Rechnung der Tagespflege ein - die Höchstsumme ist ausgeschöpft. Ich werde - für den Vater - um Überweisung von über 500 Euro gebeten. Ich überweise. - Die nächste Mietabbuchung wird wohl nicht funktionieren. Pech gehabt. Ihn wird keiner aus der Wohnung werfen - andernfalls stehe ich mit einer Hundertschaft Internetnutzer zum Flashmob bereit. - Weiß zwar noch nicht, wie das gehen soll - aber der Mann bleibt in seiner Wohnung. - Und da ich meinen Vater nicht unterstützen darf - finanziell - und auch nicht kann, weil man das als Einkünfte werten müsste (wie derzeit meine Nothilfe für meine Älteste, die weder Steuerrückvergütung (Software-Problem der Finanzverwaltung) noch ARGE-Geld (da waren Monate der Arbeitslosigkeit des Schwiegersohnes in seinem Saisonberuf)... - da meinte man, dass meine Rettungsaktion zur Mietzahlungssicherung eine Einkunft sei und daher dies und das zurück zu zahlen sei.... Ich bin ja jeden Tag mit diesem Scheiß befasst.... Steinbrück, Clement, CDUSPDFDPGRUENE haben den Mist ja verbrockt.... könnte ich langsam wütend werden....
Nun gut - ich habe regelmäßig was zu essen und zu trinken, wohne, lebe - es geht vielen Menschen viel viel schlechter. Aber die haben noch weniger Mut sich zu wehren.
Flashmob aus ev.de-Kreis "Wenn die Eltern älter werden!"
Jaaaa!
Du investierst so viel. Nur nicht auch noch mehr eigenes Geld reingeben.
Baksb, ich komme, wenn jemand Deinen Vater räumen will. Wer noch?
Drei Fronten
Sozialamt meldete sich immer noch nicht - dafür aber die TAgespflege. Die Zuzahlung bedeutet, dass das Budget für Tagespflege ausgelastet ist. Nun muss der Pflegebedürftige zahlen. - 1100 Euro für Verhinderungspflege für das Jahr 2009 sind immer noch nicht genutzt. Die Frist lief 30.6. ab - Es müsste auf der Rechnung der Tagespflege nur drauf stehen: "Verhinderungspflege" (in Tagespflegeeinrichtung). Schon könnte man den alten Etat nutzen, so habe ich das verstanden. Denn ich habe nun mal keinen Urlaub, ich kann nicht. Ich überlege, die Tagespflege zu kürzen oder für die Zeit ausfallen zu lassen, in der kein Etat mehr da ist. - Dann wäre er allein zu Haus. Die Demenzbetreuung könnte das nicht abdecken, da die Ehrenamtlichen keine weiteren Zeitressourcen haben, oder man müsste weitere andere Personen einbinden. Nein, zwei sind jetzt schon "Abwechslung" genug.
Mal sehen. Ich werde auf keinen Fall auf Pflegeheim umschalten. Das würde das Sozialamt sofort übernehmen. Zwar fiele dann die Rente komplett aus, aber das ist jetzt ja auch schon so. Nur - die Pflegekasse müsste das Dreifache und darüber hinaus die Stadtkasse das 50fache mehr ausgeben. Die spinnen einfach, dass sie nicht kapieren, was ich versuche: Individualität für meinen Vater so weit wie möglich sichern, Sicherheit so gut wie möglich gewährleisten, Kosten so gering wie möglich halten. - Kapieren die Heinis das eigentlich nichtz? Liest das hier keiner von diesen schlauen Gesundheitspolitikern, Finanzjongleuren der real existierenden Koalitionsexperten?
Ein Institut oder Projekt für Ethik in der Sozialen ARbeit oder ähnlich - mit verschiedenen Universitäten (Siowitra, Uni Münster, Hans-Böckler-Stiftung) wollen untersuchen, wie Polizeiarbeit und Pflegeanforderungen zusammen passen. Bin mal gespannt. Werde die Interviewer hier willkommen heißen...
Und nun ist halb sieben, kam eben von der Arbeit, Enkel da, Sohn wohnt mal für einige Monate bei uns (Praktikum im Studium, kein Geld, Bafög geht in die Wohnung am STudienort...; ich darf ihn aber nicht unterstützen, sonst Bafög weg - aber will man seine Gäste verhungern lassen, bis das Praktikum beginnt??) - Tochter 1 mit Enkel - dort tobt der juristische Kampf um das erste Halbjahr und die faulen Sachbearbeiter bei der ARGE, die über Monate kein Geld zahlten und nun schon Mahngebühren für die Rückzahlung des zu spät gezahlten Geldes fordern, obwohl kein Stichtag erreicht ist und überhaupt die Rückzahlung höchst fragwürdig ist.).... - Und ich muss dann noch wegen Schwiegermutter die Pflegekostenbeihilfe eintreiben - die Behilfestelle will künftig jeden Monat einen neuen Antrag für ihre pisseligen 115 Euro haben... Meinen die eigentlich, ich hätte ein Büro eingerichtet für die Bedürfnisse der mangelhaften Sozialgesetzgebung in good old Germany? - Achja, die 700 Euro für die Brillen muss ich selber zahlen. Es gibt keinen Zuschuss, weil ich keine drei Kostenvoranschläge, einen Augenarztbefundbericht und eine Notwendigkeitsbescheinigung des Amtsarztes... - ach die können mich mal. Dann geb ich weniger für Anderes aus und die Wirtschaft bekommt von mir keinen Cent. Pech gehabt. Ich muss ja nicht.
1100 Euro retten
Wie ist das, kann die Tagespflege die Rechnung so schreiben, dass es als Verhinderungspflege zählt? Wenn sie hören, dass das Geld alle ist und der Patient sonst zu Hause bleiben muss?
Verhinderungspflege
@Kathy_Valiant: Das wäre sogar absprachegemäß mit der Pflegekasse. Der Aufenthalt in der Tagespflege ist ja überhaupt für mich Verhinderungspflege. Denn gäbe es jemand für den täglichen Besuch auch an den anderen Wochentagen, wäre die Tagespflege nur noch absolute Ausnahme. Mein Vater ist zwar dort guter Dinge, aber er sagte mir auch, dass er es manchmal genießt, einfach auch nur für sich zu sein. Der Mittelweg wäre zu finden. Aber das kann er nicht selber steuern.
Gestern machte ich über den Familienverteiler in Facebook folgenden Eintrag:
"Opa W. freut sich über Besuch. Haben heute mal was Besonderes zum Essen für ihn eingekauft (Hering in Sahnesauce und Forelle, u.a.), altes Bettkissen weggeworfen und neues gekauft, neues Bettzeug gekauft und gewechselt, gelüftet und Opa aufgemuntert, mit Pflegedienst telefoniert (weil der gestern zu spät ...morgens kam), mit Demenzbetreuung telefoniert (weil da was zu regeln wäre). Dann neues Uhrarmband gekauft und erneut dahin gefahren (und aufgemuntert, endlich doch mal Mittag was essen zu gehen) und ermuntert, mal alle anzurufen, die ihn nie oder selten besuchen. Einladung an Alle, die mich mal unterstützen wollen. Ich kann es gebrauchen. Opa sowieso."
Die Antwort einer NIchte: "Du wolltest dich doch darum kümmern." - Sie ist erst 17. Gut. Aber so kann das doch nicht richtig sein. Vor allem, weil es ihr materiell so gut geht, dass sie zum Geburtstag bereits einen Mini geschenkt bekam, den sie im Augenblick nur in Begleitung fahren darf, bis das 18. Lj vollendet ist. Verwöhnte Göre, mein Patenkind. Aber ich habe keinen Einfluss nehmen können. Wenn der Vater christliches Denken für überholt und Geldverdienen für das Wichtigste hält. Kapitalismus entlässt seine Kinder. Denn "an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen". - Und die spätrömische Dekadenz ist genau dort, wo sie den Anderen vorgeworfen wird: Bei der Religionsgemeinschaft der Besserverdienenden. Die Ganoven von Scientology haben hier wohl schon längst ihre Glaubensgemeinschaft bis tief in die Gesellschaft, auch wenn die das gar nicht merken, wen sie da anbeten. -
Mein Vater freute sich, als wir ihn gestern nach vier Tagen wieder besuchen konnten. Durch berufliche Pflichten im Dienst des Landes, durch eine Geburtstagsfeier in der weiteren Familie, durch einen Betriebsausflug (der bis 18 Uhr ging) und durch die notwendigen Einkäufe für die Woche war kaum noch Zeit für einen Besuch. Da war die Tagespflege Verhinderungspflege. Aber der Anbieter will, kann oder darf das nicht auf die Rechnung schreiben. Ich werde das aber machen. - Dafür: Die gesetzliche Kasse hat noch vom Etat rückerstattet, der bis Ende Juni galt. Danke dafür.
Wie bewegt man zur Mithilfe?
Familienverteiler in Facebook - interessant! Aber egal, wie die Kommunikationsform ist: Wie bewegt man andere aus der Familie, sich mit einzubringen? Gerade als "Hauptkümmerer"? Du sagst konkret, dass Dein Vaterr sich über einen Anruf oder Besuch freuen würde. Schreiob das doch der Nichte, dass ein Anruf von ihr als Enkelin, oder mal eine halbe Stunde vorbeikommen, nicht durch Dich ersetzt wird.
Das Engagement von Enkeln für pflegebedürftige Omas und Opas...
...ist offenbar abhängig davon, wie engagiert ein Großvater oder eine Großmutter ihre Rolle als Oma und Opa "gespielt'" haben. Waren sie einladend, waren sie verständnisvoll, gaben sie Taschengeld, welche Weihnachtsgeschenke gab es? Anders kann ich nicht erklären, warum meine Schwiegermutter mehr Besuch bekommt als mein Vater - oder meine Mutter vor ihrem Tod. In Extremfällen der Lebensgefahr waren meine Kinder da, nicht meine Nichte. Bei der Pflege stützten mich zu Hause meine Frau und meine Kinder, nicht mein Bruder, nicht meine Nichte.
Nun mag man von Außenstehenden vermuten, das sei undankbar von ihnen. Kritisch muss ich feststellen, dass wir unsere Kinder nur einmal bei meinen Eltern haben übernachten lassen vor vielen Jahren - und das war ein Desaster, weil meine Mutter nicht ertrug, dass mein Sohn (anders als ich) kein weich gekochtes Ei mag. Er war klein und lehnte das schwabbelige Eiglibber ab. Ich verstehe ihn. Er hat nie wieder bei Oma und Opa übernachten wollen. Aber - er fährt oder geht auch nicht rüber zur Wohnung der Schwiegermutter. Sind männliche Nachfahren so merkwürdig von Natur aus? Bin ich zu weiblich geprägt, dass ich mich um Pflege kümmere? Es ist einfach uncool, statt zum Stadium oder in die Kneipe zum Vater oder zur pflegebedürftigen Schwiegermutter zu fahren oder zu gehen. So wie es immer schon uncool war, dass ich Bügelwäsche machte, Lebensmittel einkaufte oder Fenster putzte. - Das tut man - trotz EMMA - einfach nicht, das turned ab.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Nichte mit ihren gerade ca. 18 Jahren zwar vom Vater ein Auto geschenkt bekam und einen Führerschein mit Begleitung nutzen kann, nicht aber den Weg über eine Rheinbrücke findet, um - gemeinsam mit dem alten Mann - ein Einkaufserlebnis zu gestalten. Und selbst der Bruder kauft "für" und nicht "mit" meinem Vater ein, während ich Urlaub habe. Das geht schneller. Mich kotzt es an. So wie mich dieser ganze kapitalistische Fehlerziehungsansatz unserer Gesellschaft ankotzt, bei dem es um Geld, Effizienz in Materiellem und überhaupt nicht um Anrührung, Berührung, Begegnung, gemeinsame Wege, gemeinsames Leben und Tragen gemeinsamer Lasten geht. Mir ist spei übel bei dem Gedanken, dass der Freiheitsbegriff der spätrömisch dekadenten Pseudoliberalen und Pseudosozialdemokraten und Pseudo-Christ-Demokraten gerade die Grundlagen für eine unfreiere Gesellschaft der Zukunft legt. Siehe die zunehmenden russischen Oligarchen.
Wilde Orgien sind solange interessant, solange man dem Katalogbild ähnlich sieht. Wehe aber, wenn man nicht mehr kann, wie man möchte - dann gehört man wohl auf den Schrottplatz der kommerziellen Verblödungsmedien. Denn die beschuldige ich, die Erziehung der jungen Generation zu betreiben hin zur Egomanie.
Was bleibt also in Sachen Menschlichkeit für die Zukunft, wenn unsere Gesellschaft niemand mehr das Kreuz "zumuten" will?
Die Beziehung zu den
Die Beziehung zu den Großeltern ist bestimmt ganz wichtig für die spätere Zeit. Und das hängt nicht nur an Geschenken, sondern auch an Verständnis und Liebe, die das Kind gespürt hat. Dass Du Dich so um Deinen Vater kümmerst, obwohl Ihr als junge Familie nicht besonders viel von den Eltern "bekommen" habt - damit meine ich Unterstützung im weitesten Sinne - ist schon enorm. Aber Du selbst hast doch eine gute Beziehung zu Deinem Enkel?
Meine/unsere Zukunft
Um unseren Enkel mache ich mir nach jetzigem Stand keine Sorgen. Am Morgen pflückte ich mit ihm Brombeeren - und er testete, wie weit er sich von mir entfernen darf. Er merkte, dass es nur darum ging, dass er weiß: je weiter er weg ist, umso weniger kann ich ihm in Gefahr zur Seite stehen. So versteckte er sich hinter einem Brombeerstrauch, hätte einfach verschwinden können. Ich wäre nicht schnell genug gewesen. Aber er kam zurück und hielt mir von da an das Körbchen, und wir sammelten von den oberen Zweigen noch eine Menge. Unten, so erklärte mir der 5jährige, der bald in die Schule kommt, da könnten Fuchsbandwürmer sein. Es gebe hier einen Fuchs und der Fuchsbandwurm löse gefährliche Krankheitsbilder aus. Wenn jemand so von seinen Eltern lernt und das weiter gibt, auch auf die Gefahr, dass der Andere das schon weiß, der macht mir keine Sorgen.
Und ich selber sorge mich letztlich auch nicht. Ich werde genügen Menschen finden, die mit mir mal ne WG beziehen, damit ich nicht alleine leben muss - und die anderen auch nicht. Dazu benötige ich keine fremde Hilfe wie mein Vater sie bräuchte.
WG mit baksb
Ich lese gern von diesen guten Perspektiven. Das muss man sich immer bewusst machen, dass man selbst etwas tun kann für seine Zukunft. Zwar gilt auch hier der biblische Satz "wenn der Herr nicht das Haus baut, bauen die Bauleute umsonst", aber das heißt nicht, die eigenen Möglichkeiten zu vernachlässigen.
Gute Perspektiven
Ich bin immer froh wenn es solche Sätze gibt. Die Tageslosung von heute, 5.9.10:
"Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!
Lukas 12,27-28 "
Wie bewegt man Familienangehörige zur Mithilfe?
Bitte künftig weiterlesen unter:
http://www.evangelisch.de/community/blog/baksb/neues-von-der-pflegefront...
Neues von der Pflegefront?! -
Hier nochmal der aktuellere Link zum 2. Teil meines Alltags-Blogs rund um die Sorge um meinen Vater und meine Schwiegermutter - und überhaupt zum Thema Pflege in der eigenen Wohnung, im Heim und im Krankenhaus...
http://www.evangelisch.de/community/blog/baksb/neu...