Gemeindeforum

Umgang mit Trauer

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6 replies [Letzter Beitrag]
ralpe (cm)
Eingetreten: 06.08.2009

Wenn Sie Fragen haben, wie man mit Trauer leben kann, wie man sich untereinander vernetzen kann, um gemeinsam Trauer zu bewältigen, wenn Sie sich etwas von der Seele schreiben wollen, oder ....

Wir freuen uns, wenn Sie dieses Forum dazu nutzen. Bitte denken Sie daran: Jeder kann diese Beiträge lesen, im Forum kann nur schreiben, wer angemeldet ist.

-alex
Eingetreten: 08.06.2010
Viele Tode . . .

Hallo,
 
 
wenn ich alle, die bei mir schon verstorben sind und an denen
mir viel gelegen war/ist, würde es ewig dauern, darüber schreiben
zu können...
 
Doch am meisten tarf es mich wohl als meine Oma an
Mariä Himmelfahrt letztes Jahr  2009 verstarb.
War alles nur ein Traum???
 
 
Seither ist in mir kein Sinn mehr da zum Leben.
Sie war mein Sinn.
Für sie war ich da.
Für sie machte ich alles.
 
Oft kapiere ich noch nicht einmal, dass sie tod sein soll.
Oder war alles nur ein Scherz?
War alles nur ein Traum???
 
Doch so wie sie im Bett lag, eingeschlafen ...
hab ich sie umarmt, und gestreichelt...
Diese Liebe war von der Erde gegangen.
 
Hielt ihr die Hände und gab ihr ein Kreuzzeichen
auf die Stirn. Betete für sie und irgendwo war
alles
wie ein schlechter Traum.
 
Der vom Pflegedienst hatte angst, ich würde es so
nicht ertragen können... also schickten sie mich raus.
Doch dann legten sie Oma vom Bett in den Leichensack,
er war bordeuaux-farben...
 
Zugemacht mit dem Reißverschluß...
so haben sie sie an mir vorbeigetragen, an der Türe noch
angeschlagen...
War alles nur ein Traum...???
 
Nein ich kann es nicht verstehen, nicht wahrhaben,
dass ausgerechnet sie eingeschlafen war.
 
Der einzige Mensch, der immer für mich da war.
 
Der einzige Mensch, den ich je hatte...
 
Und doch bleibt das für mich noch immer wie ein Traum.......
 
alex^^
 
 
 
 

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher! (A.Einstein)

DirkBungart
Eingetreten: 16.04.2010
Ein paar Worte

Hallo zusammen und Guten Abend,

vielleicht erst mal ein paar Worte zu mir: Ich bin der Dirk, 41 Jahre alt, erst seit ein paar Monaten Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde in Essen Werden. Ich war vorher lange nicht in der Kirche weil ich katholisch geboren worden bin. Aber ich habe nie einben Draht gefunden zur Gemeinde und auch katholischen Glauben. Dann ergaben politische und berufliche Arbeit den Kontakt nach Essen Werden. In dieser Gemeinde fühle ich mich sehr und engagiere mich auch.

Trauer - Ich leide seit vielen Jahren unter einer schweren Depression mit Angststörung und Panikattacken. Das führte dazu das ich (als Beamter) in Frührente geschickt worden bin. Ich habe meine Arbeit gerne gemacht. Aber es hatte letztlich keinen Sinn mehr. Auch um eine Arbeitsstelle kann man trauern (auch wenn man letztlich abgesichert ist.)

Auf der anderen Seite habe ich jetzt Zeit mich um viele andere Dinge zu kümmern wie z.B. eine Therapie. Aber ich habe auch, mit grosser Unterstützung der Kirchengemeinde, eine Selbsthilfegruppe gegründet die sich in den kirchlichen Räumen trifft. Die Pfarrer in der Gemeinde sind wirklich klasse.

Ich kümmere mich um die Betreuung von Demenzkranken Menschen und engagiere mich in der Hospizbewegung.

Gerade im Hospiz geht es auch um den Umgang mit dem eigenen Tod. Ich kann heute sagen das ich keine Angst mehr vor dem Tod habe weil ich mich behütet weiss in Gottes Händen. Der irdische Tod ist - davon bin ich überzeugt - nur ein Übergang von dieser Welt in eine bessere Welt.

Glauben, die Bibel, auch das Gespräch, helfen mir mit den Depressionen zu leben. Ich dachte nie das Gottes Wort, die erlebte Gemeinschaft der Kirche, ein solches Gegengewicht zur Depression sein können. Da zeigte sich für mich das Glauben theoretisch reflektiert UND ganz praktisch gelebt werden sollen. Alles gehört zusammen. Seitdem ich den Morgen mit einem Text aus der Bibel, mit einem Gebet, beginne geht es mir gleich besser. Manchmal zehre ich den ganzen Tag davon.

Herzliche Grüsse,

Dirk

sashi (nicht überprüft)
Worte

Nächste Woche bin ich auf einer Beerdigung. Eine Lehrerin ist gestorben. Sie ist 40 Jahre alt und wurde von allen sehr geschätzt und geachtet. Sie war mehr als eine Lehrerin für uns, da sie uns oft ihre Ohren gegeben hat.

Ich möchte dem Ehemann nicht nur die Worte "mein Beileid" sagen, da sehr viele bei der Beerdigung sind und er vielleicht diese Worte irgendwann nur als Floskel aufnimmt.

Mir fallen aber keine Worte ein die meine echte Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken und kurz sind. Könnt ihr mir helfen?

DirkBungart
Eingetreten: 16.04.2010
Nonverbale Kommunikation

Hi sashi,

ich habe gerade Deinen Trauereintrag gelesen. Eine schwierige Frage. Das mit den richtigen Worten. Eine gute Möglichkeit scheint mir die nonverbale Kommunikation zu sein. Ich würde in dieser Situation wohl nichts sagen sondern einfach nur da sein und den Hinterbliebenen in den Arm nehmen oder einfach nur durch Blicke versuchen Halt zu geben.

Ich bin ein Freund von nonverbaler Kommunikation. In Qualifizierungskursen z.B. für das Hospiz lernt man so etwas. Manche Patienten können und wollen ja nicht mehr reden. Weil es zu an strengend ist Wotrte zu finden oder weil die körperliche Kraft zum Reden fehlt.

In depressiven Phasen z.B. möchte ich auch nicht reden. Ich habe so eine tolle Ärztin bei der ich auch nicht reden muss. Blicke und manchmal einfach nur das Halten meiner Hand sagen da viel mehr als Worte.

Wäre das ein Idee für Dich, sashi ?

Liebe Grüsse,
Dirk