Fit für die Lutherdekade

beck_worms_660.jpg

Besichtigung der Wormser Dreifaltigkeitskirche: Dekan Harald Storch, Dr. Ulrich Oelschläger (hinten), OB Michael Kissel, MP Kurt Beck, Pfarrer Volker Fey, Jens Guth

Beck in Worms - Die Wormser Dreifaltigkeitskirche ist ein Besuchermagnet. Vor allem aus dem angelsächsischen Raum, aus Skandinavien und aus Japan kommen regelmäßig ausländische Gotteshaus-Gäste. Nicht ganz so weit gereist war der hohe Besuch, der jetzt am letzten Wochenende im Februar zur Stippvisite vorbeischaute. Pfarrer Volker Johannes Fey und Dekan Harald Storch hatten die seltene Ehre, Ministerpräsident Kurt Beck mit seinem Politik-Tross um Oberbürgermeister Michael Kissel, dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann und dem Landtagsabgeordneten Jens Guth begrüßen zu können.

Yvonne Schnur

Der Besuch des Landeschefs ging auf einen Brief von Pfarrer Fey aus dem letzten August zurück, in dem er Beck zu einer Besichtigung eingeladen hatte. Die Dreifaltigkeitsgemeinde hofft nämlich im Rahmen der "Lutherdekade" auf Unterstützung vom Land, um ihre Kirche, die einst zum Reformationsgedächtnis errichtet wurde, für dieses spezielle Jahrzehnt fit zu machen, in dem Protestanten aus aller Welt in der Lutherstadt Worms erwartet werden. Denn auch wenn es noch einige Zeit dauert, bis sich am 31. Oktober 2017 Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg zum 500. Mal jährt und Protestanten rund um den Globus dieses epochale Ereignis feiern, bringt die "Lutherdekade", die mit zahlreichen Veranstaltungen auf das Reformationsjubiläum hinführen soll, für die Dreifaltigkeitskirche schon jetzt einen Aufschwung bei den Besucherzahlen mit. Der zunehmende Gästestrom aus aller Welt stellt die Dreifaltigkeitsgemeinde dabei vor neue Herausforderungen. "Wir haben bisher das Problem, dass die Menschen keinerlei Informationen über die Geschehnisse der Reformationszeit in Worms erhalten. Auch über die Geschichte der Kirche gibt es nur einige spärliche Informationen", konstatierte Pfarrer Fey ein gegenwärtiges Informationsdefizit.


Um dem Abhilfe zu schaffen, soll die Eingangssituation des Gotteshauses umgestaltet werden. Parallel dazu ist geplant, den Andachtsraum mit dem Friedensdenkmal - einem Mahnmal für die Toten des Ersten Weltkrieges - des bedeutenden Jugendstilkünstlers Ludwig Habich für das Publikum als Raum der Stille zugänglich zu machen. "Die Besucher sollen künftig kompetent und modern aufbereitet empfangen und informiert werden", nennt Pfarrer Fey das Ziel der Baumaßnahmen. 

Die Umbauarbeiten werden voraussichtlich mit rund 100 000 Euro zu Buche schlagen. Eine Summe, die die Dreifaltigkeitsgemeinde als typische Innenstadtgemeinde so nicht alleine schultern kann. Mit dem örtlichen Lions-Club, der bereits eine Unterstützung von 20 000 Euro zugesagt hat, der Landeskirche, der EKHN und nach Möglichkeit auch der EKD sitzen bereits einige Partner im Finanzierungsboot, jetzt soll auch noch das Land hinzukommen. Ministerpräsident Beck lauschte aufmerksam Feys Ausführungen. Von der Notwendigkeit der Umbauten schien er überzeugt. "Wir werden sicher einen Weg finden, dass wir Unterstützung gewähren können", zeigte sich der Landeschef zuversichtlich. Eine Finanzhilfe, so machte Beck deutlich, sei auch eine Form der Wertschätzung für die Arbeit der evangelischen Kirche in Worms, gerade während der öffentlichkeitswirksamen "Lutherdekade".

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd><p><embed><param><object>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst andere Kommentare mit [quote]-Tags zitieren.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen