Amoklauf in Lörrach: Die Sorge nach der Tat

Die Trauer nach der Tat: Eine Kerze vor dem Krankenhaus, in dem die 41-Jährige einen Pfleger erschoss.

Eine Grabkerze steht am Montag in Lörrach vor dem Eingang zum Elisabethen-Krankenhaus. Dort erschoss die 41-jährige Amokläuferin einen Pfleger. Foto: Patrick Seeger dpa/lsw

Hilfsangebote - Vier Menschen sind tot, 18 verletzt. Eine 41-jährige Frau hatte am Sonntagabend im südbadischen Lörrach ihren Mann, vermutlich ihren fünfjährigen Sohn und auf der Flucht einen Krankenpfleger getötet. In der Christuskirche in Lörrach findet um 18 Uhr ein Gebet für die Opfer statt.

Von Lilith Becker

Nach einem Schusswechsel erschoss ein Polizist die Frau im katholischen Elisabethen-Krankenhaus der Stadt. Viele Menschen mussten den Amoklauf der 41-jährigen Anwältin mit ansehen oder waren sogar direkt davon betroffen. Aus dem Dekanat Wiesental kamen deshalb noch am Sonntagabend mehrere Seelsorger nach Lörrach und kümmerten sich um die Menschen vor Ort: die verletzten Bewohner des Hauses, in dem die Frau eine Explosion auslöste, nach dem sie ihren Mann erschossen hatte, Passanten am Hauptplatz der Stadt sowie Mitarbeiter und Patienten im katholischen Krankenhaus.

"Aussprechen, was passiert ist"

Ein Team des Elisabethen-Krankenhauses ermittelt zur Zeit auf den eigenen Stationen, wie viel seelsorgerlichen und psychologischen Beistand Patienten und Mitarbeiter in den nächsten Tagen brauchen. Auch die verletzten Bewohner des Hauses sollen weiter betreut werden, sie liegen im Kreiskrankenhaus von Lörrach. "Wir ermutigen die Menschen auszusprechen, was ihnen passiert ist", sagt Fidelis Senfle, er ist einer der Seelsorger im Elisabethen-Krankenhaus. Tröstlich und stärkend für die Zeugen der Tat könne vor allem die Dankbarkeit sein, dass einem selber nichts passiert sei. Die Seelsorger kümmern sich gemeinsam mit Ärzten, Psychologen und Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes um die Betroffenen.

Kerzen und Gebete für die Opfer

Im Eingangsbereich und in der Kapelle der Klinik können Betroffene und Trauernde Kerzen aufstellen. Auch die Gemeinden der Christuskirche und Sankt Bonifatius Kirche in Lörrach gedenken in ihren Gotteshäusern der Tat: "Wir haben Kerzen aufgestellt, und die Menschen können jederzeit zu uns in die Kirchen kommen", sagt Pfarrer Matthias Ibach. Im Rahmen eines Gebetes wollen er und sein evangelischer Kollege die Tat aufgreifen. Dazu laden sie heute um 18 Uhr in die evangelische Christuskirche ein.


Lilith Becker ist freie Mitarbeiterin bei evangelisch.de.

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