Protest - Der katholische Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) hat die Elektrohandelskette "Media Markt" aufgefordert, ihre umstrittene Werbung "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" zu stoppen.
Für Christen und viele andere Menschen sei dieser Slogan inakzeptabel. Entscheidend für Weihnachten seien nicht der Baum und nicht die Geschenke, "sondern die Geburt Christi", erklärte der Bischof am Donnerstag. Schick: "Die Frohe Botschaft von Weihnachten wird mit dieser Werbekampagne ad absurdum geführt."
Ausdrücklich begrüßte der Bischof die Protestaktion im Internet via Facebook "Weihnachten wird in der Krippe entschieden!". Für viele Menschen sei die "Ware Weihnachten" nicht die "wahre Weihnacht". Die am Wochenende gegründete Gegenbewegung zählte am Donnerstag mehr als 15.000 Unterstützer, sagte der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Landjugendbewegung in Bayern, Heiko Tammena, in München auf epd-Anfrage.
Appell zur Gelassenheit
Der Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland, Jens Peter Iven, reagiert dagegen gelassen. "Es ist doch wohl nicht zu bestreiten, dass sich viele Menschen zum Weihnachtsfest Plasmafernseher, Smartphones oder iPads schenken", sagte er am Donnerstag in Düsseldorf dem epd. "Aber viele von denen kommen auch an Heiligabend in unsere Gottesdienste. Und darüber freue ich mich."
In der Christvesper könne er den Menschen dann "gleich sagen, dass die Media-Markt-Werbung stimmt", fügte Iven hinzu: "Weihnachten wird tatsächlich unterm Baum entschieden - da steht bei uns in der Kirche die Krippe mit dem Kind, das Freude und Liebe bringt."
Mehr im Netz
Das Unternehmen "Media Markt" mit Sitz in Ingolstadt hatte die Vorwürfe von Kirchen und einzelnen Christen gegen ihren Werbeslogan zurückgewiesen. Die Kampagne würdige keine religiösen Symbole, Glaubensinhalte oder das christliche Fest zu einem beliebigen Ereignis herab, hatte eine Sprecherin des Unternehmens bereits am Mittwoch dem epd erklärt.
Die aktuelle Weihnachtswerbung "tritt religiöse Gefühle mit Füßen", erklärte am Donnerstag auch der Weihbischof in der Erzdiözese München und Freising, Wolfgang Bischof (rpt. Bischof). Die Kampagne reduziere eines der höchsten christlichen Feste auf einen Konsumwettbewerb, kritisierte er. Er forderte das Unternehmen auf: "Beenden Sie dieses unwürdige und beleidigende Schauspiel unverzüglich."
Kommentare
„Friedensfest“ statt Konsum- oder Religionszwang!
Beide Weltanschauungen wollen mit Macht dominieren: die materialistische wie die christliche (wenn letztere mit dem üblichen - menschenrechtswidrigen - Absolutheitsanspruch verbunden wird und nicht mit der - menschenrechtskonformen - christlichen Nächstenliebe). Beide Ideologien trennen somit, ja spalten die Bevölkerung. Daher sollte so bald wie möglich das Weihnachtsfest durch ein „Friedensfest“ abgelöst werden, welches die Menschen der verschiedensten (ca. 4000) gleichberechtigten religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen friedvoll verbinden könnte - bei gegenseitigem Respekt vor der jeweils anderen Weltanschauung.
Nur bei solch einem weltanschaulich neutralen, sozial positiven Fest könnte Deutschland eine wirkliche „Heimstatt“ für alle(!) Bürgerinnen und Bürger werden, wie es das Bundesverfassungsgericht schon seit vielen Jahren fordert!
Hurra
es lebe die undefinierbar beliebige Einheitssoße
Nachtfalter
Weihnachten, Media Markt und Co
Liebe Leute und liebe Bischöfe! Weihnachten wird in unseren Herzen entschieden. Wenn das klar ist, dann haut uns auch der Media Markt-Slogan nicht um. Wenn auch die Geschenke, wie früher, unter dem Weihnachtsbaum liegen, so ist doch viel wichtiger, dass jeder in unserem Land - ob groß oder klein, jung oder alt - weiß, warum wir Menschen überhaupt das christliche Fest feiern. Den Glauben an das Kind in der Krippe und an die Frohe Botschaft die die Engel auf dem Feld zu Bethlehem den Hirten damals verkündigten, kann man nicht erzwingen. Dieser Glaube ist ein Geschenk. Wenn man das begriffen hat, dann erst macht Weihnachten Sinn. Dennoch kann man diese Überzeugung nicht erzwingen.
Bischöfe fordern Stopp der "Media Markt"-Werbung
Da freuen sich die Leute von Media Markt, dass sie dank der Bischöfe so viel Aufmerksamkeit bekommen.
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