Der gute Kamerad - Woher kommt der Volkstrauertag?

Auf einem Friedhof in Berlin liegen Laubblätter auf dem Grabstein eines unbekannten Soldaten. Am Volkstrauertag wird der Opfer v

Auf einem Friedhof in Berlin liegen Laubblätter auf dem Grabstein eines unbekannten Soldaten. Am Volkstrauertag wird der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft mit zahlreichen Kranzniederlegungen gedacht. Foto: dpa/ Wolfgang Kumm

Volkstrauer - Jedes Jahr wird im Bundestag einmal der Kriegstoten gedacht: Der Bundespräsident spricht, die Kanzlerin ist anwesend, die Nationalhymne und das Lied Der Gute Kamerad werden gespielt. Woher kommt dieses Ritual? Ein kleines Faktenstück zur Herkunft des Volkstrauertages.

Am Volkstrauertag  gedenkt Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Der nationale Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus findet jeweils zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt. Zahlreiche Veranstaltungen und Kundgebungen an diesem Tag sollen auch zur Versöhnung und Völkerverständigung beitragen und zu Toleranz und Frieden aufrufen.

Der Volkstrauertag wurde in der Bundesrepublik 1952 auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder eingeführt. Der Verband lädt an diesem Tag zu Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen an Mahnmalen, Gedächtnisstätten und auf Friedhöfen ein.

Fernsehübertragung der zentralen Gedenkstunde

Die Ursprünge des Volkstrauertags reichen bis in das Jahr 1922, als im Reichstag der Weimarer Republik die erste offizielle Feierstunde stattfand. Damals veranstaltete der Volksbund eine Gedenkfeier, um das Gedenken an die Millionen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu wahren. Die Nationalsozialisten wandelten den Volkstrauertag nach der Machtübernahme 1933 in einen "Heldengedenktag" um, der bis 1945 jährlich im März stattfand. 

Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag findet in diesem Jahr erneut im Plenarsaal des Bundestages in Berlin statt. Das ZDF überträgt sie am Sonntag ab 16 Uhr live. Das Totengedenken spricht Bundespräsident Christian Wulff. Die Gedenkansprache hält Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge finanziert sich zu 80 Prozent über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Straßensammlungen und Nachlässe. Die restlichen Gelder kommen nach Angaben des Volksbundes vom Auswärtigen Amt. Die Straßensammlungen betragen rund acht Millionen Euro pro Jahr, die direkten Spenden knapp 15 Millionen. Der Volksbund ruft vor allem per Brief zur Spende auf.

Die Zahl der Vereinsmitglieder schrumpft, da die Generation der Betroffenen langsam stirbt. Deswegen wird das Geld vom Auswärtigen Amt nötig. Im Moment konzentriere sich der Verein vermehrt auf die Schicksalsklärung für die Hinterbliebenen, sagt Rainer Ruff, Generalsekretär des Volksbundes. Denn es gehöre zu den Aufgaben des Vereins, für die Gräber der Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Ausland Sorge zu tragen.

Das bedeute auch, Kriegstote zu suchen, zu exhumieren, zu identifizieren und sie in einer würdigen Grabstätte wieder zu begraben, sagt Ruff. Der Volksbund hätte sich bislang allerdings erst wenig um Kriegsgefangenenfriedhöfe im Ausland kümmern können. "Bisher haben wir erst wenig vom Ersten Weltkrieg wieder hergerichtet."

epd

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