Facebooks Gesichtserkennung erreicht Deutschland

Männer in Kairo

Männer in Kairo: Die Revolte der ägyptischen Jugend hatte im Internet und mit Hilfe der sozialen Netzwerke wie Facebook begonnen. Danach verlagerte sich der Protest auf die Straße. Foto: dpa/Felipe Trueba

Datenschutz - Die umstrittene automatische Gesichtserkennung bei Facebook hat Deutschland erreicht. Das Online-Netzwerk hatte die Funktion seit Mitte Dezember schrittweise erst in den USA und dann in anderen Ländern eingeführt.

Der Einsatz der automatischen Gesichtserkennung ist eingeschränkt. Sie greift nur, wenn ein neues Foto hochgeladen wird und nur bei den Facebook-Freunden eines Nutzers. Dann wird ihm vorgeschlagen, den Freund im Bild zu markieren. Deutsche Datenschützer hatten die Idee schon im Dezember kritisiert.

Für neuen Ärger könnte sorgen, dass die Funktion standardmäßig eingeschaltet ist. Wer nicht will, dass sein Name den Facebook-Freunden in deren Bildern automatisch zum Markieren vorgeschlagen wird, muss selbst tätig werden und dies in den Einstellungen zur Privatsphäre deaktivieren. Man kann die Namens-Markierungen auch später löschen.

Fragwürdiger Wegweiser durch den Bilder-Dschungel

Facebook erläutert, mit Hilfe der sogenannten Tags solle man sich in größeren Bildersammlungen besser zurechtfinden - oder auch sich selbst auf Bildern von Freunden entdecken. Nutzer hätten sich immer wieder beschwert, dass sie diese Namens-Markierungen bei jedem Bild neu eintragen müssten. Jetzt kann die Software bereits beim Hochladen eines Fotos automatisch bereits bekannte Personen erkennen und dem Nutzer entsprechende Namens-Tags vorschlagen.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar bezeichnete die Funktion bereits im Dezember als beunruhigend. "Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Ohne eine Einwilligung der Betroffenen darf dies nicht geschehen", forderte er damals.

Automatische Gesichtserkennung ist inzwischen technisch einfach, wegen möglicher Folgen für Datenschutz und Persönlichkeitsrechte aber umstritten. Aktuelle Bildbearbeitungssoftware hat diese Funktion, oft um den Nutzern beim Sortieren von Fotos zu helfen. Datenschützer warnen hingegen immer wieder vor Programmen, die auch Unbekannte identifizieren können. Der Internet-Konzern Google hatte ebenfalls eine automatische Gesichtserkennungs-Technologie entwickelt, hält sie aber wegen Datenschutz-Bedenken zurück.

dpa

 

Kommentare

Verfasst von ernstwalter am 9. Juni 2011 - 10:15.

Gesichtserkennung

facebook bietet viele Möglichkeiten. Vieles-sehr vieles, ist umöglich...

facebook bietet viele Möglichkeiten. Vieles-sehr vieles, ist umöglich. Grenzenlos.  Amerika lässt grüßen.  Walter Wasilewski

Verfasst von Gast am 8. Juni 2011 - 19:45.

Na und?

Wir werden noch mehr erleben, was wir nicht verhindern können. Oder doch? Wer...

Wir werden noch mehr erleben, was wir nicht verhindern können. Oder doch? Wer braucht schon facebook wirklich? Die Nachfrage regelt das Angebot. Und irgendwann muß man nein sagen oder eben ja. Dann wird man eben getagt, erkannt. Für wen haben die Datenschützer denn Bedenken - für die user? Können sie lassen, die ziehen sich auch aus, nur um irgendwo dabei zu sein.

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