Kränze und Trauermarsch zum Gedenken an Robert Enke

Gedenken zum 2. Todestag von Robert Enke

Kerzen stehen am Donnerstag, 10. November, neben einem Foto von 96-Torwart Robert Enke in Hannover. Enke hatte sich am 10. November 2009 getötet. Zum zeiten Todestag des Torhüters fand in Hannover ein Trauermarsch statt. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Gedenken - Mit einem Trauermarsch und einer Kranzniederlegung am Grab haben Fans und Offizielle am zweiten Todestag von Robert Enke an den früheren Fußball-Torwart erinnert. Rund 300 Menschen waren am Donnerstagabend einem Aufruf im Internet gefolgt und zogen von der Innenstadt zum Stadion des Bundesligisten Hannover 96. Sie führten Kerzen, Grablichter und Blumen mit sich.

Am Vormittag hatte DFB-Vizepräsident Karl Rothmund (Barsinghausen) im Auftrag der Nationalmannschaft, des Trainerteams und des Betreuerstabs einen Kranz am Grab von Enke auf dem Friedhof Empede bei Hannover niedergelegt. Ganz in der Nähe hatte sich der frühere Schlussmann der Nationalmannschaft und des Bundesligisten Hannover 96 am 10. November 2009 das Leben genommen. Enke litt unter Depressionen.

"Wir haben Robert immer im Herzen"

"Wir haben Robert immer im Herzen. Unsere Gedanken sind heute bei seiner Frau Teresa und der gesamten Familie", teilte Oliver Bierhoff als Nationalmannschafts-Manager mit. Auch Hannover 96, der DFB, die DFL und die Robert-Enke-Stiftung legten Kränze und Gestecke nieder. An der Zeremonie auf dem Friedhof nahmen zudem die Witwe Teresa Enke, Geschäftsführer Jan Baßler von der Robert-Enke-Stiftung, Enkes früherer Manager und Freund Jörg Neblung sowie der frühere 96-Präsident Fritz Willig teil.

DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach persönlich mit Teresa Enke und würdigte die Arbeit der im Januar 2010 gegründeten Robert-Enke-Stiftung: "Wir Fußballer sind stark in dieser Gesellschaft. Wir können positive wie negative Akzente setzen. Man muss bereit sein, auch über Schwächen offen zu reden und sie nicht immer nur zu tabuisieren", sagte Zwanziger.

Nach Angaben der Stiftung haben zahlreiche der 36 deutschen Profi-Vereine über ihre jeweiligen Facebook-Seiten eine Meldung zum Gedenken an Enke veröffentlicht. Der FC Barcelona, für den der Torwart auch gespielt hatte, beteiligte sich ebenfalls an der Initiative.

Robert-Enke-Stiftung: Kampf gegen Depressionen

Die Robert-Enke-Stiftung ist nach dem Tod des Nationaltorwarts gegründet worden. Sie dient der Aufklärung, Erforschung und Behandlung von Depressionen sowie Herzkrankheiten bei Kindern. Teresa Enke, die Witwe, ist die Vorstandsvorsitzende der Stiftung mit Sitz in Barsinghausen bei Hannover. Der Fußball-Profi litt an Depressionen und nahm sich am 10. November 2009 das Leben.

Ein wichtiges Projekt, das unterstützt wird, ist nach Angaben von Geschäftsführer Jan Baßler die Initiative "MentalGestärkt" bei der Deutschen Sporthochschule Köln. Gefördert werden Projekte, Einrichtungen oder Studien. Es gebe hingegen keine "Einzelfall-Förderung privater Personen".

Die Stiftung fördert zudem auch Maßnahmen und Einrichtungen für an Herzkrankheiten leidende Kinder. Hintergrund ist der frühe Tod der herzkranken Enke-Tochter Lara im September 2006. Seit der Gründung hat die Stiftung Spenden und Einnahmen von rund einer Million Euro erhalten.

Die Stiftung besteht aus drei Gremien: Vorstand, Stiftungsrat und Kuratorium. Die Hauptarbeit liegt beim Geschäftsführer Baßler, ein Jurist und ehemaliger Spieler von Hannover 96. Er arbeitet eng mit Teresa Enke zusammen. Sie übernimmt repräsentative Aufgaben, tritt aber in der Öffentlichkeit selten auf.

dpa

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