Todesanzeige für Jesus in der Zeitung

Todesanzeige für Jesus

Ein evangelischer Theologe aus Nürnberg hat zum Karfreitag diese Todesanzeige für Jesus schalten lassen. Foto: dpa / Stephan Jansen

Karfreitag - Ein evangelischer Dekan in Nürnberg hat eine Todesanzeige für Jesus geschaltet. "Mir war wichtig, zu zeigen: Das ist ein echter Tod, den Jesus gestorben ist", sagte Dekan Dirk Wessel am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Nach christlicher Überlieferung haben die Römer vor knapp 2000 Jahren in Jerusalem Jesus, den Sohn Gottes, ans Kreuz geschlagen.

Dekan Wessel argumentierte, zahlreiche Menschen wüssten nicht mehr, welche Bedeutung der Karfreitag hat. Dem solle die Anzeige in den "Nürnberger Nachrichten" und "Nürnberger Zeitung" abhelfen. Der Kirchenmann versicherte: "Das ist kein billiger Werbegag."

Vielmehr wolle er, dass die christliche Botschaft vom Tod Christi wieder zum Gesprächsstoff werde und dass Menschen neu darüber nachdenken. "Der Tod macht uns nun einmal hilflos, es fällt uns schwer, damit umzugehen", sagte Wessel. Jedes Jahr hänge in seiner Gemeinde St. Leonhard eine solche Anzeige mit schwarzem Kreuz im Schaukasten, erzählte er. Dieses Jahr brachte er den Hinweis auf den Tod Jesu in die Presse.

Familienpreis - weil Christen "Angehörige" sind

In der Anzeigenabteilung hätten Wessel und ein Kollege indes Überzeugungsarbeit leisten müssen. Die evangelische Kirche galt dort zunächst als Firma oder Verein, eine Todesanzeige wäre für sie deutlich teurer geworden als für Angehörige. "Aber wir haben den Familienpreis bekommen", sagte Wessel. Man habe der Anzeigenabteilung klar machen können, dass Christen Angehörige von Jesus seien - auch wenn dessen Tod schon fast 2000 Jahre zurückliegt.

Die Anzeige bezeichnet Jesus gemäß jüdischer Tradition als "Jesus Ben Josef" (Sohn des Josef). Ein Abschnitt aus dem Gottesknechtslied nach Jesaja aus dem Alten Testament ergänzt sie. Dieser Schriftteil gehöre zur Liturgie am Karfreitag, erläuterte Wessel.

dpa

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