Fäuste und Halleluja - Mit seinem Filmpartner Terence Hill hat der italienische Schauspieler Bud Spencer Generationen von Kinogängern zum Lachen gebracht - in Filmen voller Faustschlägen und Prügeleien, aber ohne einen Tropfen Filmblut. "Wir sind das einzige Paar der Welt, das nie gestritten hat", sagt Spencer nach 16 gemeinsamen Filmen. Am 31. Oktober wird der Schauspieler 80 Jahre alt.
Er und Hill hätten das Genre des komischen Westerns erfunden, urteilt Spencer. Mit Gewalt habe das nichts zu tun. Der erste Film, in dem das Duo auftrat, brachte 1967 Spencers Durchbruch und legte ihn zugleich auf die Rolle des gutmütigen, übergewichtigen und schlagkräftigen Riesen fest: "Gott vergibt? Django nie!", bekannt auch als "Zwei vom Affen gebissen".
Hommage an Spencer Tracy - und Budweiser
Der Titel war Programm: Spaghetti-Western durch die Brille der römischen Komik gesehen. In den 70er Jahren folgten eine ganze Reihe solcher Streifen, darunter "Vier Fäuste für ein Halleluja" und "Die rechte und die linke Hand des Teufels".
Geboren wurde Spencer als Carlo Pedersoli 1929 in Neapel. Seinen Künstlernamen legte er sich am Tag vor Beginn der Dreharbeiten zum ersten gemeinsamen Film mit Terence Hill - eigentlich Mario Girotti - zu. Mit dem Namen wollte er an den von ihm verehrten amerikanischen Schauspieler Spencer Tracy erinnern - und an sein damaliges Lieblingsbier Budweiser.
Wenn auf der Leinwand Fäuste fliegen und Darsteller durch die Luft geschleudert werden, bedeute das Knochenarbeit für alle Beteiligten, erzählt der 1,91 große Schauspieler. Für eine Minute Prügelszene sei ein ganzes Expertenteam zwei Wochen lang neun Stunden am Tag beschäftigt. Notwendig seien Athleten, die anders als bei wirklichen Raufereien genau kontrollierte langsame Bewegungen ausführten.
Aufstehen, als wär' nichts gewesen
Schläge wie der von ihm erfundene Fausthieb auf den Kopf wirkten so komisch, dass selbst kleine Kinder darüber lachten, ist Spencer überzeugt. Denn der Getroffene stehe immer sofort wieder auf, als sei nichts gewesen.
Bevor Spencer im Alter von 37 Jahren seine Filmkarriere begann, hatte er viele andere Jobs ausprobiert: Als Profischwimmer schaffte er als erster Italiener 100 Meter in weniger als einer Minute und nahm an den Olympischen Sommerspielen von Helsinki (1952) und Melbourne (1956) teil. Später war er Bibliothekar in Uruguay und Autohändler in Venezuela. Als 21-Jähriger hatte der damalige Jurastudent in der römischen Filmstadt Cinecittà im US-Monumentalfilm "Quo vadis?" seinen ersten kleinen Statistenauftritt, er war Mitglied der Prätorianergarde.
Heute tritt der nach eigenen Angaben 130 Kilo schwere Spencer eher als Experte für Akrobatik auf denn als Schauspieler, während sein langjähriger Filmpartner Hill häufig in der Rolle des Priesters vor der Kamera steht. Doch auch im Alter von 80 Jahren plant Bud Spencer noch Filmprojekte: Mit Terence Hill möchte er bald eine komische Version von "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" drehen. In der neuen Filmversion nach der gleichnamigen Novelle von Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886 soll der schmale Hill sich mit Hilfe eines Wundertranks in den korpulenten Spencer verwandeln.


Kommentare
Hat zwar nichts mit
Hat zwar nichts mit "evangelisch" zu tun, aber die Präsentation ist gelungen.
RE: "Haudrauf" Bud Spencer wird 80 Jahre alt
Okay, liebe Bettina Gabe, sie sind vermutlich deutlich nach der Blütezeit des Italo-Westerns geboren und haben niemals etwas von der Faszination des Genres verstanden, Sie geben weder unserer 40+ Generation, die Hill/Spencer geliebt haben, nostalgische Reminiszenzen oder Korrektive zurück, noch haben Sie irgendwelche cineastischen, ästhetischen oder auch nur dem Entertainment dienlichen Beurteilungskriterien. Ihr uninspirierter Schreibstil und hölzerner Schüleraufsatz-Habitus mal außer Acht gelassen - was legitimiert Sie zur Kritikerin? Und was, um alles im Himmel und der Welt ist in diesem Artikel evangelisch? Das waren Hill/Spencer, indem sie den Kleinen und Ohnmächtigen in der Gesellschaft Hoffnung auf Einfluß gaben, indem sie die Mächtigen und Korrupten verprügelten, mehr. So katholisch die beiden auch immer blieben. Unaktuell, unispiriert und kenntnisarm. Armer evangelischer Journalismus. Suzan Gronemeier
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