"Hart aber fair": Missbrauch in der Kirche

Bei Frank Plasberg

Es diskutierten bei Plasberg: Hans-Jochen Jaschke, Weihbischof des Erzbistums Hamburg, und Andreas Englisch (r), Buchautor. Foto: WDR/Klaus Görgen.

TV-Kritik - Das muss man erst mal schaffen. Während die ganze Republik am Mittwoch gebannt – und viele auch mit Trauer – auf die Ereignisse in der evangelischen Kirche blickte, lenkte Frank Plasberg sein Augenmerk auf die andere Fakultät: Die katholische Kirche und die Debatte über vertuschte Missbrauchsfälle.

Von Henrik Schmitz

Es war mutig, dieses emotionale Thema anzugehen - und richtig. Die Sendung geriet allerdings phasenweise aus dem Ruder. Einerseits weil "Bild"-Reporter Andreas Englisch, eine Art Journalist gewordenes HB-Männchen, seine Emotionen nicht im Griff hatte und andererseits Norbert Denef, der als Kind von einem Pfarrer missbraucht worden war, es nur schwer ertragen konnte, wenn neben seinen Hauptanliegen auch über andere Aspekte, etwa das Zölibat diskutiert wurde. Nur mühsam konnte Plasberg Denef am Ende dazu bewegen, die Sendung nicht zu verlassen. Allein das war an diesem Abend eine Leistung des Moderators.

Die Hauptkontrahenten des Abends hatte die Redaktion wohlweislich auseinander gesetzt. Am einen Ende des Tisches saß Denef, am anderen Ende Weihbischof Hans-Jochen Jaschke. Denef klagte an, und es war erschütternd. Jahrelang war er von einem Pfarrer missbraucht worden, als er sich offenbarte, wurde er von seiner Familie im Stich gelassen. Aber auch von der Kirche. Jahrelang kämpfte er dafür, dass die Kirche das ihm erlittene Unrecht anerkennt und Wiedergutmachung leistet. Sogar an den Papst habe er sich gewandt, klagte Denef. Der aber habe nur geantwortet: "Ich bete für Sie, dass sie vergeben können." Einen Selbstmordversuch hat Denef nach eigener Aussage daraufhin unternommen. Was er berichtete, zeigte drastisch, was Missbrauch mit den Opfern anrichtet. Es zeigte aber vor allem, dass Vertuschung bedeutet, das Verbrechen zu wiederholen oder,  - sogar noch schlimmer -  es fortzusetzen. (Die Homepage von Norbert Denef finden Sie hier.)

Großer Patzer

Einen echten Patzer konnte Frank Plasberg in diesem Zusammenhang in der Sendung gerade noch ausbügeln. Er zitierte aus einer Erklärung eines Bistums, vermutlich Magdeburg, in der dieses sinngemäß erklärte, die Denef angebotete Zahlung eines "Schweigegeldes", sei ein Fehler gewesen. (Eine Erklärung des Bistums dazu finden Sie hier.). Ebenfalls aus der Erklärung des Bistums stammte zudem die Aufforderung, Denef zu fragen, ob es diesem um Aufklärung oder um finanzielle Interessen gehe, sagte Plasberg. Dies sorgte für Fassungslosigkeit beim Publikum. Allein: Plasberg hatte sich geirrt. Nicht das Bistum, sondern ein Zuschauer hatte diese dreiste Aufforderung der Erklärung hinzugefügt und der Redaktion gemailt. Ein Fehler, der eigentlich nicht passieren darf. Am Ende der Sendung klärte Plasberg das Missverständnis auf.

Wacker schlug sich Weihbischof Jaschke. Geduldig, beinahe stoisch, erklärte er, die Kirche habe längst einen neuen Weg eingeschlagen. "Wir sind seit Jahren dabei, aufzuklären. Seit dem Jahr 2002 haben wir Richtlinien, die ein klares Verfahren bei Verdacht auf einen Missbrauch beschreiben", sagte er. Jedes Bistum haben einen Missbrauchsbeauftragten, es werde alles versucht, "die Wahrheit ans Licht zu bringen".

Strukturelle Änderungen?

Dass die Kirche dabei ihre eigenen Wege geht, wurde indes auch klar und sorgte bei Bascha Mika, Exchefredakteurin der "tageszeitung" für erhöhten Puls. Dass die Kirche Verdachtsfälle nicht in jedem Fall selbst zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bringe, erregte sie. Gerade vor diesem Hintergrund bezweifelte sie, dass die Kirche "wirklich strukturell" etwas geändert habe. Zudem sprach sie sich für eine Abschaffung des Zölibats aus, das frauenfeindlich und sexualfeindlich sei.

Die Sendung drohte trotz der Ernsthaftigkeit des Themas an dieser Stelle beinahe ins Lächerliche zu kippen. Heiner Geißler, der zu jedem Thema etwas sagen kann und diesmal als ehemaliger Jesuitenschüler geladen war, bemühte sich, den Ursprung des Zölibats theologisch und kirchenrechtlich zu erklären. Bei seinem Proseminar konnten ihm aber wohl die wenigsten Zuschauer folgen – was allerdings nicht heißt, er habe Unrecht gehabt. Weihbischof Jaschke hingegen redete davon, Sexualität müsse "sublimiert" und auf eine "höhere Ebene" gebracht werden, dann könne man "unglaubliche Leistungen" erbringen. Leider vergaß Plasberg an dieser Stelle zu fragen, welche "unglaublichen Leistungen" Jaschke, der seit 40 Jahren zölibatär lebt, so vollbracht hat in seinem Leben.

Realsatire

Für die peinlichsten Momente sorgte aber immer noch Andreas Englisch. Er redete sich in Rage, wirkte dabei aber wie die Karikatur eines Papstfans. Statt auf Priestern herumzuhacken, müssten die Leistungen gewürdigt werden. "Kümmern Sie sich morgen um ein Waisenkind in Sao Paulo oder Rio de Janeiro", fragte er Plasberg und antwortete gleich selbst. "Nein! Aber eine Ordensschwester oder ein Priester wird es morgen tun." Das Zölibat verteidigte er sinngemäß sogar damit, dass er den Lebensalltag eines Priesters in der dritten Welt schilderte, der gar keine Zeit für eine eigene Familie habe. Es war Realsatire und gab der Sendung einen – wenn auch nur kleinen – faden Beigeschmack.

Unterm Strich gelang es Plasberg jedoch, das emotionale Thema Kindesmissbrauch sachlich und aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Auch die Einspielfilme, sonst manchmal überflüssige Spielerei, waren erhellend, etwa wenn ein Therapeut erklärte, wie schwer sich Missbrauchsopfer damit tun, sich überhaupt zu offenbaren. Man ahnte, es liegt noch vieles im Dunkeln bei dem Thema. Umso besser, dass "Hart aber fair" mal einen Scheinwerfer hineingehalten hat. Ein Ergebnis gab es immerhin. Jaschke und Denef sprachen sich beide dafür aus, die Verjährung von Missbrauch im Zivilrecht zu ändern, damit Opfer auch nach vielen Jahren noch Entschädigungen einklagen können. Man darf gespannt sein, ob die beiden gemeinsam etwas erreichen werden.

Kommentare

Verfasst von Gast am 17. April 2010 - 18:50.

Walter Mixa

Wer lügt der stielt und kommt in'd Höll und wird dem Teufel sein Gesell. Gell...

Wer lügt der stielt und kommt in'd Höll und wird dem Teufel sein Gesell. Gell Herr Mixa.

Verfasst von Gast am 26. Februar 2010 - 14:16.

Einige der Kommentatoren

Einige der Kommentatoren meinen, Weihbischof Jaschke hätte sich bei den Opfern...

Einige der Kommentatoren meinen, Weihbischof Jaschke hätte sich bei den Opfern entschuldigen sollen. Meinetwegen, aber das wäre allzu billig.

In der Sendung wurde bekannt, daß der Bischof von Magdeburg Herrn Denef Schweigegeld angeboten hatte. Der Bischof bestreitet das auch gar nicht (der link zu seiner Erklärung steht oben im Artikel): "Im ersten Entwurf einer gemeinsamen Vereinbarung über therapeutische Hilfeleistungen hat das Bistum von Herrn Denef erwartet, dass er den sexuellen Missbrauch nicht öffentlich machen würde." Begründung war vor allem der "Schutz ... des katholischen Gemeindelebens vor Ort." Im Klartext: Der "erste Entwurf" ist das Angebot. Geschützt werden sollte der Ruf der katholischen Kirche, selbstverständlich nicht nur "vor Ort".

Herr Jaschke hätte sagen sollen: "Eine Lumpengesinnung, wie sie sich in dieser Erklärung offenbart, ist mit der Würde des Bischofsamts unvereinbar. Ich werde innerhalb meiner Kirche dafür eintreten, daß dieser Bischof sein Amt verliert." Damit hätte er sich Respekt verdient.

Im Übrigen: Wenn jemand einem Zeugen einer schweren Straftat Geld dafür gibt, daß er nicht aussagt, ist das nicht ein Fall für den Staatsanwalt?

Verfasst von Bruder_Bernd am 25. Februar 2010 - 23:00.

@Henrik Schmitz Danke für den

@Henrik Schmitz Danke für den weitgehend sachlichen Bericht über die...

@Henrik Schmitz
Danke für den weitgehend sachlichen Bericht über die Sendung. Eine winzige Korrektur von meiner Seite. Weihbischof Jaschke sprach nicht davon, dass Sexualität sublimiert werden muss, sondern erwähnte die Sublimierung als denkbare Alternative zu der Sichtweise, der Zölibat zwinge zu einer Verdrängung.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 16:06.
.......Und dann das Wort "sublimieren". Da schlägt man doch mal nach!? Nach DUDEN: erhöhen, läutern, verfeinern. Und chemisch gesehen: Übergang eines festen Körpers in den Gaszustand. - Da kommt man aber auch auf Ideen, Junge, Junge...

Tja, wenn jetzt noch das richtige "Handbuch" zurate gezogen worden wäre oder wenigstens Wikipedia. In letzterem wird -erheblichst verkürzt- der Begriff der Sublimierung, als einer der Abwehrmechanismen (Psychoanalyse) erklärt.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 13:47.
Meiner Meinung nach hat Herr Jaschke eine erbärmliche Vorstellung abgegeben mit seinem süffisanten Dauergrinsen. Das war eindeutige Körpersprache - Ausdruck der Verachtung für das Opfer.

Kein/e Fachmann/-frau, z.B. ein/e PsychotherapeutIn, würde sich dazu hinreissen lassen, nonverbale Signale aus der Distanz und ohne Dialog zu deuten! Deine höchst subjektive Interpretation sagt daher -meiner Meinung nach- eher etwas darüber aus, in welche Richtung Deine Wahrnehmung gefärbt ist.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 12:04.
..... Ich aber habe selten ein solch abstoßendes Schauspiel gesehen. Es ging um schwerste Verbrechen an Kindern. Und was sagte der Weihbischof? In den 70er Jahren habe man noch gar nicht gewußt, daß das etwas Schlimmes sei.

Auch hier wird Weihbischof Jaschke falsch wiedergegeben/verstanden. In die Richtung argumentierte ja auch Frau Mika.
Bischof Jaschke hat in der Sendung darauf hingewiesen, dass in den 70er Jahren die Pädophilie noch nicht hinreichend "erforscht" war und das man damals insbesondere davon ausgegangen ist, das diese psychischen Störung therapierbar (im Sinne von heilbar) sei. Und damit hat er übrigens recht. Er hat keinesfalls die furchtbaren Auswirkungen für die Opfer relativiert.

pace e bene
Bernd

Verfasst von Gast am 26. Februar 2010 - 11:17.

Therapie und Strafe

".... Ich aber habe selten ein solch abstoßendes Schauspiel gesehen. Es ging um...

".... Ich aber habe selten ein solch abstoßendes Schauspiel gesehen. Es ging um schwerste Verbrechen an Kindern. Und was sagte der Weihbischof? In den 70er Jahren habe man noch gar nicht gewußt, daß das etwas Schlimmes sei.
Auch hier wird Weihbischof Jaschke falsch wiedergegeben/verstanden. In die Richtung argumentierte ja auch Frau Mika.
Bischof Jaschke hat in der Sendung darauf hingewiesen, dass in den 70er Jahren die Pädophilie noch nicht hinreichend "erforscht" war und das man damals insbesondere davon ausgegangen ist, das diese psychischen Störung therapierbar (im Sinne von heilbar) sei. Und damit hat er übrigens recht. Er hat keinesfalls die furchtbaren Auswirkungen für die Opfer relativiert."

Da wird der Weihbischof keineswegs falsch wiedergegeben. Um die Frage der Therapierbarkeit ging es auch, aber vor allem ging es darum, ob es sich um Straftaten handelt und die Täter verurteilt werden müssen. Der Bischof entschuldigte das kriminelle Fehlverhalten seiner Kirche damit, daß man die Schwere des Verbrechens damals noch nicht erkannt hätte, was wirklich ein Witz ist. Er hat in der Tat nicht die Auswirkungen auf die Opfer relativiert, denn er wisse ja (heute!), was die Auswirkungen sind. Relativiert hat er das Verhalten der römisch-katholischen Kirche. Und zu diesem Zweck hat er gesagt, damals seien diese Auswirkungen noch nicht bekannt gewesen.

Wenn Sie recht hätten, dann müßte der Bischof ja so argumentiert haben: Solange man der Meinung ist, eine psychische Störung sei therapierbar, brauche man den Täter nicht zu bestrafen. Wirklich abenteuerlich!

Im besten Falle werden von der katholischen Kirche einfach zwei Dinge durcheinandergebracht, die man strikt trennen muß: eine "psychische Störung", die man heilen kann oder nicht, darum mag sich die Kirche kümmern, und das Begehen einer Straftat, die strafrechtliche Konsequenzen haben muß, und da hat sich diese Kirche einfach an die staatlichen Gesetze zu halten. Tut sie das nicht, behindert sie die Ermittlungen und sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Verfasst von HenrikSchmitz am 26. Februar 2010 - 9:15.

Danke auch für diesen

Danke auch für diesen sachlichen Kommentar. Konstruktive Kritik ist immer...

Danke auch für diesen sachlichen Kommentar. Konstruktive Kritik ist immer hilfreich.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 17:06.

Verstrickt

Bischof Jaschke kann eben aus seinem Betrieb nicht mehr raus und dieser BILD-...

Bischof Jaschke kann eben aus seinem Betrieb nicht mehr raus und dieser BILD-Journalist will in seinem noch etwas werden. So nervt er eben und sucht Aufmerksamkeit. Wer hat den übrigens eingeladen? Und dann das Wort "sublimieren". Da schlägt man doch mal nach!? Nach DUDEN: erhöhen, läutern, verfeinern. Und chemisch gesehen: Übergang eines festen Körpers in den Gaszustand. - Da kommt man aber auch auf Ideen, Junge, Junge...

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 16:23.

Ein ernstes Thema wurde teilweise zur Realsatire

Plasberg hatte große Mühe, dieses aktuelle Thema nach seinem Gestus zu...

Plasberg hatte große Mühe, dieses aktuelle Thema nach seinem Gestus zu gestalten. Heiner Geisler, sonst immer sehr hilfreich und besonnen, kam gegen den sperrigen, arroganten Andreas Englisch nur bedingt zum Zuge. Dieser Bild-Reporter entsprach der Philosophie und Methodik dieser Oberflächenzeitung und wirkte abstoßend. Der Bischof Jaschke war bemüht, seine Institution zu verteidigen, was ihm nur bedingt gelang. Seine Argumente blieben oft flasch, sein stets Lächeln abstoßend. Einzig das Opfer, Herr Denef war in seinen Darlegungen überzeugend. Das ihn der Bischif Jaschke nicht verstehen wollte, liegt an dessen katholischer Ideologie.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 15:08.

Realsatire

Die Realsatire von Herrn Englisch war zuschön!!! Sie ließ einem fast die...

Die Realsatire von Herrn Englisch war zuschön!!! Sie ließ einem fast die eigentliche - sehr ernste - Thematik vergessen.
Man kann sich auch in Rage reinsteigern.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 13:14.

Zölibat

Wenn das Zölibat die Ursache für Kindesmissbrauch wäre, dann gäbe es diesen ja...

Wenn das Zölibat die Ursache für Kindesmissbrauch wäre, dann gäbe es diesen ja nur in der kath. Kirche. Es gibt den Kindesmissbrauch auch auch in Familien, in staatlichen Einrichtungen usw..

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 14:47.
Kommentar auf: Zölibat

Jaschke / Englisch

Meiner Meinung nach hat Herr Jaschke eine erbärmliche Vorstellung abgegeben mit...

Meiner Meinung nach hat Herr Jaschke eine erbärmliche Vorstellung abgegeben mit seinem süffisanten Dauergrinsen. Das war eindeutige Körpersprache - Ausdruck der Verachtung für das Opfer. Herr Englisch als HB Männchen: Bildzeitungsniveau, unterste Schublade, unsachlich.
Herr Denef: dass er sich getraut hat, in dieser Sendung aufzutreten verdient allgergrößten Respekt. Und es wurde mal wieder klar, dass Opfer generell schlechte Karten haben.
Die eingespielte "Entschuldigung" des Bischofs an die Missbrauchsopfer:
Glaubwürdigkeit sieht anders aus.
Es hätte Herrn Jaschke gut zu Gesicht gestanden, wenn er sich aufrichtig bei Herrn Denef für die Taten seiner Mitarbeiter in der Kirche entschuldigt hätte - hat er aber nicht. Da fehlt es offenbar an Mitgefühl.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 19:50.
Kommentar auf: Jaschke / Englisch

Bild-Journalist

Nun hackt doch nicht dauernd auf dem armen Herrn Englisch herum. Mein Bild...

Nun hackt doch nicht dauernd auf dem armen Herrn Englisch herum. Mein Bild eines Boulevard-Journalisten hat er jedenfalls erheblich verbessert. Dieses Bild war das, was sicher die meisten haben: kalt, zynisch, gerissen, schmierig. Und was wurde uns vorgeführt? Ein zappelnder Hanswurst, ein Hampelmann, der den Herrn Ratzinger auf kindische Weise abgöttisch liebt, der aber auch ganz ehrlich die Arbeit von Ordensschwestern in den Slums der Dritten Welt zu schätzen weiß. Hätten Sie das einem Menschen von der Bildzeitung zugetraut? Hätten Sie gedacht, daß so einer in den Menschen noch etwas anderes sehen kann als Material für sein dreckiges Geschäft, aus Not und Fehltritten der Menschen Geld zu machen? Ich nicht.

Verfasst von Gast am 27. Februar 2010 - 16:39.
Kommentar auf: Bild-Journalist

Bild-Journalist

Wenn man des Nachts nicht schlafen kann und solch eine Sendung zufällig sieht,...

Wenn man des Nachts nicht schlafen kann und solch eine Sendung zufällig sieht, fast man sich doch an den Kopf. Ich dachte 'der Herr' wäre der Papst-Begleiter. Egal! Vielleicht läd RTL diesen Komiker und Zapelphiliph auch einmal ein.
Tschuldigung!

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 13:04.

Abstoßend

„Wacker schlug sich Weihbischof Jaschke. Geduldig, beinahe stoisch, erklärte er...

„Wacker schlug sich Weihbischof Jaschke. Geduldig, beinahe stoisch, erklärte er, die Kirche habe längst einen neuen Weg eingeschlagen.“

So kann man das also auch sehen. Ich aber habe selten ein solch abstoßendes Schauspiel gesehen. Es ging um schwerste Verbrechen an Kindern. Und was sagte der Weihbischof? In den 70er Jahren habe man noch gar nicht gewußt, daß das etwas Schlimmes sei. Wo hat der denn gelebt? Heute sei man klüger. Einfach anzeigen wolle man die Täter allerdings nicht, denn der Staatsanwaltschaft traue man nicht so recht. Man regle das lieber intern und im allgemeinen rate man zur Selbstanzeige.

Das muß man sich einmal vorstellen. Da beobachtet jemand einen Bankraub, erkennt die Täter und statt sie der Polizei zu melden rät er ihnen zur Selbstanzeige. Und die Verbrechen, um die es in der Sendung ging, sind wahrlich schlimmer als ein Bankraub.

Ich habe es nicht fassen können: Da meint der Vertreter einer religiösen Vereinigung, diese könne ohne weiteres ihre eigene Gerichtsbarkeit haben, ohne Rücksicht auf die des Staates; sie könne Verbrecher, die, wenn sie dieselbe Tat z. B. in einem Sportverein oder einer staatlichen Schule begehen, für Jahre hinter Gitter kommen, mit einer Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz bestrafen. Wohlgemerkt: Das meinte man nicht nur vor Jahrzehnten, das verteidigte der Herr Weihbischof gestern abend, wenn auch nicht mehr so ganz ohne Skrupel wie vor Jahrzehnten üblich. Wäre diese religiöse Vereinigung nicht die katholische Kirche, sondern irgendeine Sekte: was man da wohl sagen würde?

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 12:38.

Missbrauch in der Kirche

Es steht einem das Nackenhaar hoch bei den Worten, dass die Kirche eigenen...

Es steht einem das Nackenhaar hoch bei den Worten, dass die Kirche eigenen Richtlinien bei Verdacht auf Missbrauch folgt. Bei einem klaren Ziel auf sofortige Aufklärung und Strafverfolgung, brauche ich nur eine Regel, dass jeder Verdacht bei den Strafverfolgungsbehörden, und nur die sind zuständig, zur Anzeige kommt.

Der Kampf gegen die Verjährungsfrist von Herrn Denef ist unbedingt zu unterstützen, da dann auch Verzögerungstaktiken und die Versuche einer "internen Klärung" tw. überflüssig werden.

Ein Wort der Entschuldigung seitens der Kirche, in Form des Weihbischofs Jaschke, habe ich am Ende der Sendung vorausgesetzt und erwartet.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 14:45.

Völlig falsche Darstellung

Ich muß dem Verfasser Recht geben. Die Kirche hat sich mit der Entsendung des...

Ich muß dem Verfasser Recht geben. Die Kirche hat sich mit der Entsendung des Herrn Jaschke genau den Mann ausgesucht, der das Bild und die Meinung der K. zu Mißbrauchsfällen mit einer "menschverachtenden Körpersprache und
Rhetorik " zum Ausdruck brachte. Herr Jaschke und Herr Englich waren in ihrer Aussage und in ihrer Art des Auftritts "zum Kotzen" Man kann von solchen Leuten keine Entschuldigung erwareten. Die Hierarchie der Kirche läßt es doch nicht zu, daß ihre "Diener" sich fehlverhalten. Also keine Fehler, keine Entschuldigung.

Verfasst von HenrikSchmitz am 25. Februar 2010 - 13:30.

Die Antwort auf Ihre

Die Antwort auf Ihre Eingangsfrage lautet: Er hat sie Sendung gesehen!

Die Antwort auf Ihre Eingangsfrage lautet: Er hat sie Sendung gesehen!

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 19:38.
Kommentar auf: Die Antwort auf Ihre

Sendung gesehen

"Die Antwort auf Ihre Eingangsfrage lautet: Er hat sie Sendung gesehen!" Das...

"Die Antwort auf Ihre Eingangsfrage lautet: Er hat sie Sendung gesehen!" Das schreibt der Verfasser des Artikels.

Um so schlimmer für ihn. Wer den Auftritt des Weihbischofs gesehen hat und nicht empörend findet, macht sich verdächtig, seine Ansichten zu teilen.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 13:29.

frage

kam klar heraus, ob der Brief de Papstes von Benedikt XVI oder noch zu Zeiten...

kam klar heraus, ob der Brief de Papstes von Benedikt XVI oder noch zu Zeiten Johannes Paul II verfasst wurde?
Wie dem auch sei, hat sich Bischof Jaschke während der Sendung zutiefst preinlich und lächerlich verhalten, indem er dieses unsäglich Dauergrinsen aufsetzte und somit non-verbal seine Haltung zum Ausruck brachte.
Wie können Körperspache und Aussagen so kontrovers sein? Davon spricht dieser Artikel leider nicht.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 12:54.

Religionsfreiheit und staatliche Grundregeln für die Menschen

In den Artikeln 1-4 Grundgesetz, stehen bis zum heutigen Tage "hohe...

In den Artikeln 1-4 Grundgesetz, stehen bis zum heutigen Tage "hohe Zielsetzungen und Rechte". Wie kann ein Staat den Religionen so viel Freiheit zugestehen, dass sogar die Grundrechte selbst dadurch in Gefahr geraten?
Alle Religionen müssten sich in Deutschland den menschlichen Grundrechten unterordnen müssen, bevor sie auf unserem Terretorium fußfassen dürften.

Religionen dürfen nicht die staatliche Grundordnung in unserem Land gefährden. Das muss die letzte Bastion für uns Bürger sein. Religionen und deren Vertreter gehören streng und ohne Ausnahme unter diese übergeordnete Verfassung eingeschworen.

Dies muss auch - ohne Schutz im Amt - justiziabel werden und bleiben.
Stefan Besser

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 11:54.

"..kath. Chip im Kopf"

Hallo! Ich fand die Sendung hervorragend. Selber hin und hergerissen von dem "...

Hallo!
Ich fand die Sendung hervorragend.

Selber hin und hergerissen von dem "erlernten" und dem somit eingepflanzten "katholischen Chip im Kopf" (eine den Kern treffende Formulierung von Herrn Denef) und dem, was mein heutiger (bin 45 Jahre) gesunder Menschenverstand zu der historischen Geschichte (Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Machtmissbrauch, Waisenhäuser für Kinder von Priestern, etc) der kath. Kirche und den jüngsten Ereignissen sagt, war diese Sendung, zugegebenerweise mit einem etwas weniger bissigen Moderator als sonst (was bei diesem heiklen Thema - wenn man die derzeitige Situation als möglichen ersten Schritt zum Umbruch Kirche/Gläubige und somit der Beginn eines großen Kapitels der Kirchengeschichte ansehen könnte - aber möglicherweise auch angebracht war) wirklich hervorragend.

Vielen Dank dafür - und hoffentlich werden die Leute mit dem Chip im Kopf mal bereit dazu, Dinge zu hinterfragen und die Kirche als das zu sehen, was sie streng genommen eigentlich ist: nämlich eine Sekte .. und somit nicht einfach nur alles zu GLAUBEN !!!

Und ich rede hier in erster Linie von der Institution Kirche. Es gibt viele Menschen, die im Dienst der Kirche stehen und aus Überzeugung Gutes tuen und gute Menschen sind. Meine ältere Schwester ist Ordensschwester und für sie ist der Dienst am Menschen eine Berufung (Krankenpflege, Altenpflege, Blindenheimleitung, um nur einige Stationen ihrers Lebens zu nennen).

vg,
r.h.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 18:08.
Kommentar auf: "..kath. Chip im Kopf"

Gestrige Sendung hart aber fair

Traurig habe ich gesehen, wie sich der Bischof wirklich mit einem...

Traurig habe ich gesehen, wie sich der Bischof wirklich mit einem selbstherrlichen Lächeln präsentierte.
Dafür ist das Thema aber viel zu ernst. Und Herr Englisch- einfach nur peinlich. Herrn Denef habe ich bewundert für dessen Mut, auch mal klar zu sagen, was Sache ist. Nur ein Betroffener kann doch tatsächlich den
Sachverhalt schildern, kein Bischof Jaschke und Herr Englisch schon mal gar nicht. Was wäre wenn,
evtl. diese beiden Herren das Schicksal von Herrn Denef erlitten hätten. Würden Sie dann auch so
gross-spurig auftreten.

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