iPad macht dem Medium Papier Konkurrenz

Steve Jobs präsentiert das iPad. Foto: dpa/John Mabanglo

Steve Jobs präsentiert das iPad. Foto: dpa/John Mabanglo

Technik - Jetzt ist es da. Seit Monaten überschlugen sich die Technikblogs vor Vorfreude, verschwommene Fotos wurden herumgereicht und gerätselt, wie Apple es wohl nennen würden: iSlate? iTablet? Es ist ein iPad geworden. Magische Fähigkeiten wurden dem großen iPhone Bruder zugeschrieben und als Erretter der Medienbranche wurde es erwartet. Ob es erretten wird, muss sich noch herausstellten, aber es wird verändern.

Von Jannis Kurcharz

Bislang glaubte ich nicht an eBooks. Zu gering war der Mehrwert. Auf dem vielgefeierten Kindle von Amazon war der Text, dank der so genannten eInk-Technologie, zwar gestochen scharf, aber er gähnte einem leer aus einem grauen Kasten entgegen. Umständliche Knöpfe musste man drücken, um eine Seite weiter zu blättern.

Anders der Frischling aus dem Hause Apple: Das iPad ist bunt und wird statt mit Tastatur mit dem Finger bedient. Es ist nicht im 90er-Jahre Computergrau, sondern verdammt sexy. Ob das Display mit dem Kindle mithält, oder auf Dauer die Augen anstrengt, muss sich noch zeigen. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch in den Möglichkeiten, die sich den Inhaltelieferanten bieten: Bücher und Texte können interaktiv gestaltet werden, wissenschaftliche Artikel durchsuchbar und hoffentlich auch kommentierbar werden. Die "New York Times" zeigte schon erste Ansätze, wie sie sich ihren digitalen Auftritt in Form einer App (Anwendung) vorstellt. Man kann in die Artikel eingebettete Videos abspielen und elegant hin und her surfen. Was daraus in Zukunft noch werden kann, hat die "Sports Illustrated" schon vor einiger Zeit in einem Demo-Video vorgeführt:

Natürlich geht das auch an dem Laptop oder Computer, schließlich lesen Sie ja gerade diesen Artikel, samt dem Video. Aber sitzen Sie dabei gemütlich auf dem Sofa? Ohne, dass ihr Laptopkabel im Weg hängt, Sie es dauernd mit zwei Händen umklammern und auf den Knien balancieren müssen? Das Tablet soll das möglich machen: Mit seinen gerade mal 1,3 Zentimetern Dicke kann man es im Arm halten und laut Akkulaufzeit-Angabe von Apple bis zu zehn Stunden streicheln.

Sollten Sie dann einmal alle Bücher aus dem iBook-Store ausgelesen haben und sämtliche Magazine durchblättert, dann können Sie nur einen Fingertip weiter durchs Internet surfen, sich Filme anschauen oder Fotos betrachten. Wenn Sie damit fertig sind können Sie ja immer noch Ihre Mails beantworten und an Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen arbeiten. Wer braucht da noch Papier? Papi Steve Jobs ist jedenfalls voller Stolz auf den jüngsten Zuwachs seiner Produktfamilie. "Das ist das Wichtigste, was ich bisher getan habe!", soll er über das iPad gesagt haben.


Jannis Kucharz studiert Publizistik und Filmwissenschaften an der Uni Mainzund betreibt das Blog Netzfeuilleton.

Kommentare

Verfasst von Gast am 29. Januar 2010 - 9:40.

RE: iPad macht dem Medium Papier Konkurrenz

Ich habe gestern einen Kommentar geschrieben, in dem ich darauf hinwies, daß in...

Ich habe gestern einen Kommentar geschrieben, in dem ich darauf hinwies, daß in der zweiten Zeile des vorletzten Absatzes in drei aufeinanderfolgenden Wörtern drei schwerwiegende, den Sinn völlig verändernde Rechtschreibfehler enthalten waren. Sie haben den Kommentar nicht veröffentlicht. Vermutlich wollten Sie den Autor schützen. Ein Journalist, der den Lesern so etwas zumutet, muß aber Kritik (und auch milden Spott, mehr war es nicht) aushalten können. Immerhin kann er ja daraus lernen, und das hat er offenbar auch, denn die Zahl der Fehler ist nun von drei auf zwei reduziert worden.
Bitte bedenken Sie: Es gibt nach wie vor zahlreiche Leser, für die ist die Gleichgültigkeit ihnen gegenüber, die sich darin zeigt, daß man keinerlei Rücksicht darauf nimmt, ob etwas richtig geschrieben ist oder nicht und ob der Sinn des Geschriebenen dem Sinn des Gemeinten auch nur einigermaßen entspricht, eine schwer erträgliche Zumutung. Es ist beleidigend, dauernd mitgeteilt zu bekommen: Es kommt nicht darauf an, ob richtig oder falsch, die merken es ja doch nicht.

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