Talkshow - Bei Anne Will ging es am Sonntagabend um nichts Geringeres als um den Traum von einer besseren Welt. Und warum jene, die ihn träumen, gleich als idealistisch und naiv gelten.
Es gehört zu den beschämenden Kapiteln der deutschen Sprachgeschichte, dass der Begriff "Gutmensch" als Schimpfwort verwendet wird. Gemeint sind jene Frauen und Männer, die ihre Ideale noch nicht an der grauen Garderobe der Wirklichkeit abgegeben haben, die vielmehr geprägt sind von der "Sehnsucht nach einer besseren Welt". So auch der Titel von Anne Wills ARD-Talkshow am Sonntagabend, und im Mittelpunkt stand einmal mehr Margot Käßmann.
"Selig sind die Sanftmütigen"
Die ehemalige Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gilt als Idealtyp des Gutmenschen. Sie scheut nicht das offene Wort, legt den Finger in gesellschaftliche Wunden, schlägt Brücken von der Bibel in die Gegenwart. Wenn Käßmann etwa die Bergpredigt ("Selig sind die Sanftmütigen") gegen die Kriegsrhetorik in Afghanistan stellt, kommt das nicht bei allen gut an. Idealismus wird gerne als moralisch verseucht disqualifiziert und als naiv abgetan.
Gestandene Männer verstehen sich darin besonders gut. Bei Anne Will waren dafür der Medienwissenschaftler Norbert Bolz und der FDP-Politiker Martin Lindner zuständig. Bolz, rotblaue Krawatte tragend und fortwährend die Sozialdemokratisierung der deutschen Politik beklagend, zeigte sich empört über das Gutmenschentum von Kirchenführern und deren "idyllische Vereinfachungen". Deren Ansichten sollten Privatsache sein. Zudem ritt Bolz eine heftige Pfarrerschelte; es sei doch "peinlich", wenn diese sich über Politik zu äußern versuchten.
Auch Lindner, der fast so häufig in TV-Talkshows zu sehen ist wie sein Namensvetter, der FDP-Generalsekretär, ließ sich genüsslich über jene Zeitgenossen aus, die mit erhobenem Zeigefinger verkündeten, was moralisch richtig sei und was nicht. Käßmann ist für ihn ein Paradebeispiel. Eine Exegese ihrer Bibelarbeit vom Dresdner Kirchentag ging dem liberalen Dandy allerdings gründlich daneben. "Selig sind die Herzensreinen" dürfe nicht zum Anspruch für praktische Politik werden, rief er in die Runde, was die Ex-Bischöfin kühl konterte: "Aber das ist Bibel, nicht Käßmann."
Der Heilsbringer Kretschmann
Eher auf ihrer Seite standen die weiteren Diskutanten. Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, konnte mit Anne Wills Frage "Sind Sie ein Heilsbringer?" wenig anfangen, erläuterte seinen Kurs einer "Politik des Gehörtwerdens" und lobte mit Blick auf Käßmann die "notwendigen Ansagen aus der Zivilgesellschaft". Auch "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel verteidigte die Geistliche gegen die Anwürfe. Der Begriff "Gutmensch" sei ziemlich schräg.
Käßmann wiederum erinnerte an die DDR-Montagsgebete: Auch damals sei es gelungen, "mit Kerzen und Gebeten die Welt zu verändern". Wenn man keine unbequemen Fragen mehr stellen dürfe, sei es auch um die Demokratie schlecht bestellt. Erstaunlich, wie gelassen die frühere Bischöfin auf die heftigen Angriffe von Bolz und Lindner konterte. Da fiel es wenig ins Gewicht, dass sie ausweichend antwortete, als Anne Will sie unvermeidlicherweise auf die "Mutter aller Rücktritte" im Februar 2010 ansprach.
"Gutmenschentum ist doch nicht das schlechteste", sagte Käßmann ganz zu Beginn der Sendung. Und sprach, wie so oft, gelassen eine große Weisheit aus. Vom Gegensatzpaar Idealismus und Pragmatismus, das das Leitmotiv der Talkshow bilden sollte, bliebt kaum etwas übrig. Nicht zur Sprache kam übrigens, woher der Begriff "Gutmensch" stammt. Er wurde in den 1980er Jahren zum Modewort, aber erfunden hat ihn nach Informationen des Deutschen Journalisten-Verbandes wohl Joseph Goebbels. Der Begriff geht auf das jiddische "a gutt Mensch" zurück.
Bernd Buchner ist Redakteur bei evangelisch.de und zuständig für das Ressort Kirche + Religion.

Kommentare
Wie definiert man Gutmensch- Beispiele möglicher Gutmenschen
Quelle: http://www.waterboelles.de/archives/9968-Gutmenschentum-ist-doch-nicht-das-Schlechteste!.html
Das Problem ist doch, dass der Gutmensch hier gar nicht definiert wird.
Das Faktum mit den nicht an der Garderobe abgegebenen Idealen kann kein Kriterium sein, da Ideale auch sehr negativ sein können. Wer Macht und Durchsetzung seiner Interessen ohne Gemeinwohlbezug anstrebt, der hat auch Ideale. Und mit solchen Leuten hat man immer wieder zu tun, wenn man Politik macht.
Das Wort Gutmensch scheint sich eher auf Szenen zu beziehen, wie sie im Theaterstück Biedermann und die Brandstifter vorkommen, wo die Mieter für die Wohnung nahe am Gasometer ungewöhnlich viel Benzin mitbringen. Trotz einer Brandserie an solchen Einrichtungen beschwichtigt der Vermieter die Situation und es kommt gerade deshalb zur Katastrophe.
Auch der britische Außenminister Chamberlain dürfte mit seinem Münchener Abkommen in diese Kategorie der Gutmenschen gehören, indem er glaubte, einen blutrünstigen Diktator mit einer völkerrechtlich durchaus legitimen Grenzänderung befriedigen zu können. Aber Hitler ging es nicht um die zulässige Selbstbestimmung einer Volksgruppe, sondern um Machtgewinn und die Schwächung eines anderen Staates, den er vernichten wollte. Besser wäre es gewesen, auf die Tscheslowakei Druck auszuüben, dass die alle Nationen (Deutsche, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Ukrainer und Minderheiten) so behandelt, wie die Schweiz ihre Sprachgruppen.
Und solche sogenannte Gutmenschen erlebe ich auch heute. Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, der real nur eine Minderheit von Muslimen vertritt, vertrat auf dem Kirchentag wohlklingende Positionen, brachte aber, während ich der Veranstaltung folgte, in keiner Weise Hinweise, wie er diese mit islamischen Quellen belegen konnte. Wenn mal ein Koranauszug oder ein Hadith zitiert wurde, der positiv klang, so sind mir viele dieser oft zitierten Verse in ihrem Textzusammenhang bekannt und ich kann da nicht sehen, dass die das Aussagen, was Mazyek behauptet und sich sehr oft sogar die gegenteilige Aussage nachweisen lässt, wenn man den Zusammenhang mal prüft. Ich vermisse hier das kritische Nachfragen, dass im besten Fall dazu führt, dass bisherige Sorgen sich als unbegründet darstellen. Diese Fragen nicht zu stellen, dass passt zu dem, was man oft als Gutmenschen ansieht.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, dass ich jedem Muslim unterstelle, negative Ziele zu verfolgen. Ich hoffe die leben wie viele Christen ihre gewohnte Alltagsfrömmigkeit und das oft sehr vorbildlich. Aber von den Führern, die vorgeben, den Islam zu vertreten erwarte ich bessere Aussagen. Ich glaube, bei keinem christlichen Theologen, der ernst genommen werden will, würde man das durchgehen lassen, was ich bei verschiedenen sogenannten Dialogveranstaltungen bei Muslimfunktionären erlebt habe. Das heute noch Moscheen Fatihmoschee genannt werden, was auf deutsch Erobermoschee bedeutet, kann ich nicht begreifen (ich habe letztens ein Flugblatt gefunden von Milli Görus das auf türkisch für Spenden für die neue Fatih- Moschee in Oer Erkenschwick/ Ruhrgebiet warb und beim Dresdener Kirchentag stand eine Fatihmoschee, die dort erst nach 1990 gegründet worden sein kann als Veranstaltungsort im Programm, die Bergische Morgenpost zeigte in einem Artikel ein Bild der Fatihmoschee aus Essen und Johannes Rau traf in einer anderen Fatihmoschee Muslime). Das ist doch so, als ob wir Einrichtungen europäischer Organisationen im Orient nach Kreuzrittern benennen würden. Und das Symbol von Milli Görus ist ein Halbmond, der ein grünes Europa umklammert, wie ein Haifisch seine Beute. Zufall oder Ideologie und Wunschtraum?
Eigentlich sind 5% Muslime keine Gefahr, die Gefahr ist eher die familienfeindliche Politik in unserem Land, die den Kindermangel verstärkt und den Anteil der Muslime langsam steigen lässt. Aber damit der Islam keine Gefahr werden kann, darf man das kritische Nachfragen nicht unterlassen, damit man wirklich nur Reformmuslime unterstützt, die einem erneuerten Euroislam anhängen, wie ihn Bassam Tibi vertritt. Auch letzterer hält viele Europäer für das, was manche Gutmenschen nennen, weil diese die Takiya vieler verdeckter Islamisten nicht wahrhaben wollten. Laut Koran kommen wir alle als Ungläubige in die Hölle, stehen bei Allah tiefer als das Vieh und die Christen, die eine Chance auf Rettung haben, die der Koran erwähnt, die dürfen nur mit einer anderen Frömmigkeit als der Islam das glauben was Mohammed von Allah im Koran empfangen hat. Alle anderen sind Ungläubige, die man laut Koran nicht zu Freunden nehmen soll. Angesichts dieser Aussagen ist es mir unbegreiflich, dass die Kirchen keine Bekenntnisschriften entwerfen um gezielt Muslimen das Christentum zu erklären. Ich kenne muslimische Schriften, die stark die christliche Mission angreifen, aber selber nichts anderes als Missionsschriften an Christen sind, da Muslime die Pflicht hätten, jeden die Chance zu eröffnen zur Rettung seiner Seele den Islam anzunehmen. Wer selber missioniert, darf aber Mission anderer nicht ablehnen und verurteilen! Warum ignorieren die Kirchen diese einseitigen Angriffe des Islam auf den Auftrag Jesu Christi, allen Menschen die Chance zu geben, den christlichen Glauben anzunehmen?
Ich habe gelernt, dass man, wenn man ein guter Mensch sein will - trotz immer vorhandener Fehler - man nicht alles einfach glauben soll und das kritische Hinterfragen in allen Bereichen sehr dienlich ist. Fraglich ist, ob es den reinen Gutmenschen überhaupt gibt, eher wird es viele Leute geben, die manchmal ein Gutmensch sind. Und deshalb gebrauche ich persönlich dieses Wort nicht und bevorzuge mich individuell mit den Ansichten von jedem Einzelnen auseinanderzusetzen.
Ich betone, dass ich warne, wegen Fragen an den Islam sich Pro NRW zuzuwenden, wo mir die rechtsextremistische Vorgeschichte vieler Köpfe suspekt ist. In einem Flugblatt schrieben die, dass die sich ausschließlich für Einheimische einsetzen. Wenn man es genau nimmt, gehören dazu aber auch die Islamisten Sven Lau und Pierre Vogel oder Mitglieder der Sauerlandgruppe. Islamkritik darf daher nie Ausländerkritik sein. Alle Menschen haben Grundrechte, für die sich jeder Demokrat einsetzen muss. Wer meint, durch eine Partei, die sich nur um Einheimische kümmern will (also Deutschland den Deutschen) Probleme lösen zu können, den könnte man auch als Gutmenschen bezeichnen, weil er was will, was er für gut hält, aber das Gegenteil bewirken wird.
Auch viele CDU- Wähler sind sowas wie Gutmenschen, weil deren Politik m.E. oft dem entgegen steht, was christliche Hilfswerke aufbauen und was die persönlich an Idealen haben. Diese Werke können oft nur einen Bruchteil der Schäden beheben, den unsere Politiker weltweit anrichten. Aber trotzdem wählen die wegen dem C weiter CDU. Und trotzdem sind unsere Bischöfe und viele Laien hier zu oft viel zu ruhig.
Da ist zugegeben jetzt ein langer Beitrag, aber diese Materie ist auch komplex und ich könnte diese mit Quellen und Zitaten noch deutlich ausweiten. Auch für Norbert Bolz und Martin Lindner kann man Aspekte des sogenannten Gutmenschentums aufzeigen. Richtig ist daher, dass wir immer Fragende und Suchende bleiben, damit wir im Schnitt gute Menschen sind und nicht sogenannte Gutmenschen, die oft das Gegenteil von dem erreichen, was sie angeblich anstreben.
Hi, hi
Typisch für die heutige Debattenkultur in Deutschland: erstmal wird darum gestritten, welchen Ansatz man wählt (hier: pragmatisch oder idealistisch) und wie man das ganze nennt (hier: Gutmensch oder nicht) anstatt um Inhalte zu streiten und endlich mal loszulegen, stattdessen passiert während dieser Zeit eben nichts und es wird geredet und in anderen Teilen der Welt gestorben.
Dass alle politischen und gesellschaftlichen Seiten an diesen Schauspielereien beteiligt sind, ist dabei noch ein ganz besonderes Bonmot.
Hi, hi, hi-Anne Will war gestern wieder "besser" als jeder Satiregipfel!
wie immer
Ich schrieb es in einem Post schon einmal und wiederhole mich gerne:
Auch Gandhi brauchte für seine friedliche Konfliktaustragung die richtigen Gegner.
Außerdem verbitte ich mir die Belehrungen von Frau Käßmann und die Vereinnahmung der Proteste in der ehemaligen DDR für ihre schrägen Argumentationsversuche.
Ich kenne Stasi und Volkspolizei nur zu genau und habe deren Methoden am eigenen Leib zu spüren bekommen in den Jahren 1984-89. Aber:
1. Haben wir mit den Montagsdemos nicht die Welt verändert, wenn man schon so argumentiert, dann gebührt das den Polen, ihrer Solidarnosc und ihren katholischen Geistlichen wie ihrem Papst.
2. Waren Stasi und VoPo keine Kostverächter beim Austeilen, aber in der vollends entmenschlichten Kategorie Taliban, Al-Quaida, chinesischer Geheimdienst, usw. waren sie nicht-Gott sei Dank!
3. Frau Käßmann schlägt keine Brücken von der Bibel in die Realität und auch die sonstige Selbstbeweihräucherung trägt zu keinerlei Debatten- geschweige denn Erkenntnisfortschritt bei. Ihre verquastete Feindesliebe-Rhetorik trägt nur zum Stillstand bei, nicht aber zur Verbesserung der Situation von Menschen in Not. Wenn es friedlich geht, dann soll das friedlich gemacht werden, ohne Frage, wenn aber nicht, dann muss man für die Schwachen und Notleidenden Partei ergreifen: mit allen Mitteln. Und wer dazu die Befähigung hat, der muss sie einsetzen, so will es das Gleichnis Matthäus 25,14-30.
Ich war für Ärzte ohne Grenzen vor der Interception durch die USA-NATO-Sonstige Truppen und nach dieser in Afghanistan. Viele, die ich treffe sagen: wow und die gleichen sagen zu den Soldaten: Mörder! Wer sich ohne Kenntnis des Landes zum Ausspruch: "nichts ist gut in Afghanistan" hinreißen lässt, dem kann ich nur zwei Dinge entgegnen: wer mit solch einem Ausspruch, getätigt in der beheizten Hannoverschen Kirche, die Entwicklungen in diesem Land zudeckt, der deckt auch die positiven, weiter verfolgbaren Ansätze zu. Der deckt alles zu mit einer Basta-Rhetorik. Der deshavouiert die Soldaten, die bei aller Fehlbarkeit "wenigstens" bemüht sind, sich für eine bessere Welt einzusetzen, sogar unter Einsatz ihres Lebens. Der trägt nichts bei, der setzt seine Talente nicht ein, der handelt wider dem Gleichnis Mt 25,14-30.
4. Die Welt soll sich verbessern, vorrangig durch geeignete sozio-ökonomische Maßnahmen, die die Welt gerechter machen, nicht aber durch Kriege-wäre Lindner ein richtiger Liberaler hätte er diese, ideengeschichtlich verortet, liberale Sichtweise nicht Frau Käßmann überlassen, aber hier muss ich Frau Käßmann ausgesprochen loben, dass sie dafür eintritt.
4. Lindner und Bolz waren sehr schwache Gegner. Schade, dass keiner der Militärbischöfe dabei war. Vielleicht bekommt man das bei Tacheles mal hin, würde mich freuen.
5. Frau Käßmann stellt keine unbequemen Fragen (Stellt Sie überhaupt welche?), sie redet ihrem Denkschema entsprechend-das ist in Ordnung, aber man muss das jetzt nicht ehrfurchtsvoll ganz super finden, man muss es aber auch nicht verurteilen. Interessant aber wäre aus ihrem Munde höchstens die Antwort auf die Frage, warum der Heilige Michael Schild UND Schwert trägt.
6. Während deutsche Soldaten Frieden schafften in Bosnien und im Kosovo und versuchen dies in Afghanistan auch zu erreichen, tingelt Frau Käßmann für ihre bedeutungsschwangeren Aussprüche vom friedlichen Hannover über jamaikanische Tagungshotels hin ins friedliche Berlin. Jeder einzelne (bundes)deutsche Soldat hat ab Gründung der Bundeswehr und deren Determinierung als Parlamentsarmee mehr zum Frieden beigetragen als es Frau Käßmann je tat.
7. Frau Käßmann war bis heute nicht in Afghanistan, trotz nach wie vor bestehender Einladung. Und jeder lese sich einmal die Rhetorik von Präses Schneider VOR und NACH seinem Afghanistanbesuch durch.
8. Frau Käßmann wollte mit den Taliban beten: Ich warte!
Leninismus
"...wenn aber nicht, dann muss man für die Schwachen und Notleidenden Partei ergreifen: mit allen Mitteln."
Vorsicht, genau so begann einst die Politik Robespierres, und ebenso die Politik Lenins.
@Gast1
Um es mit den Worten Frau Käßmanns zu sagen: Das ist nicht Gast, das ist Bibel.
Natürlich kenne ich das philosophische Gebot, jede Theorie, jede These, jeder Ausspruch braucht einen Schutz. Einen Schutz damit er nicht mißbraucht werden kann, wie es die beiden von Ihnen angeführten Herren taten. Diesen Schutz gibt es für uns Christenmenschen aber: z.B. Mt 3, 8-11. Und hier ist es gleich ein doppelter: in Demut, Rechtschaffenheit und Buße vor Gott zu handeln sowie das Gebot nicht zu erstarren und nur wohlfeil zu palavern, sondern zu handeln.
Käßmann wollte nicht mit den
Käßmann wollte nicht mit den Taliban beten, das war lediglich der Vorschlag des damaligen Wehrbeautragten. Zu "nichts ist gut in Afghanistan" hab ich den evangelischen Militärpfarrer schon gehört. Der fand den Satz nicht schlecht und hat daraf hingewiesen, die Predigt im Ganzen zu hören. Da kriegt der nämlich nochmal nen anderen Inhalt, als wenn man ihn nur so in BILD Manier rezipiert. Als ich die Predigt dann gehört hatte war ich auch etwas überrascht, wie die Presse das im Nachhinein dargestellt hat. Ich verstehe Käßmann so, daß sie das Ziel des Einsatzes wieder in den Blick bekommen will. Es gab ja durchaus nie eine Debatte darüber, was Ziel des Einsatzes sein sollte und was wir als Detschland bereit sind, dafür zu investieren und zu riskieren. Wenigstens das sollte doch besprochen werden. Und wenn ich die Militärs höre, dann sagen die auch nicht, daß in Afghanistan alles gut sei. Trotzdem behauptet keiner, sie fielen ihren Soldaten in den Rücken...
Mein Blog: Ein feste Burg ist unser Gott
Antwort
Danke für Ihre Antwort. Das kann man sicher so sehen wie Sie und Sie begründen ja auch sehr gut nachvollziehbar.
Ich bleibe aber bei meiner Darstellung.
NichtsZuMachen
Tja, was soll man da sagen? Da hilft vielleicht auch nicht der Hinweis auf Karla Schäfter. Die hatte in ihrem Hospital ("Weil es um die Menschen geht") unter den Taliban, wenn auch mit Schwierigkeiten, aber sicher arbeiten können. Vor einigen Jahren, nachdem die vorerst vertrieben waren, ist sie dann schrecklich überfallen worden und muss vorerst noch in Kabul bleiben. Dass ihr unser neuer forscher Entwicklungsminister noch den Zuschuss von lumpigen € 60.000 streichen will, kommt noch oben drauf. Warum verkauft der nicht einen von seinen dicken Dienstwagen? Wenn Karla Schäfter ihr Hospital schließen muss, gibt es weit und breit keine Hilfe, vor allem nicht für Mütter und Kinder, und es gibt auch keine Ausbildung mehr für Hebammen.
Oder man frage Monica Hauser von Medica Mondiale zur Lage der Frauen. Die sieht eher eine Verschlechterung.
Und was eine Reise nach Afghanistan angeht, so wollte doch wohl Frau Käßmann ihrem Nachfolger den Vortritt lassen.
Und worauf soll man vertrauen? Ich vertraue lieber auf Gott als auf Waffen, und ich weiß, wovon ich rede.
Gutmensch
Nein, nein, Goebbels hat da was okkupiert. Die "Gutleute" waren die Katharer, so nannten sie sich auch selbst. Im heutigen Sprachgebrauch ist davon noch übrig der "Bonhomme" und die Rezepte á la bonne femme.
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