Nur wenige Deutsche abhängig von Computerspielen

Computerspiele: Suchtgefahr?

Laut einer aktuellen Studie von Medienpädagogen geht von Computerspielen keine grundsätzliche Suchtgefahr für Spieler aus. Foto: iStockphoto

Studie - Eine aktuelle Studie von Medienpädagogen kommt zu dem Ergebnis, dass nur wenige Computerspieler Abhängigkeits-Kriterien zeigen - und die Ursachen sind nicht primär in den Spielen zu suchen.

Nur wenige Deutsche sind einer Studie zufolge abhängig von Computerspielen. Lediglich 0,5 Prozent der computerspielenden Bevölkerung ab 14 Jahren könnten als süchtig bezeichnet werden, teilte die Landesanstalt für Medien NRW am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie auf einer Fachtagung in Düsseldorf mit. 0,9 Prozent zeigten ein auffälliges Spielverhalten, das deutlich über der durchschnittlichen Spieldauer von 6,25 Stunden pro Woche liege. Für die Studie wurden rund 600 Deutsche im Alter zwischen 14 und 60 Jahren befragt.

Persönliche Probleme können Suchtproblematik forcieren

"Die repräsentative Untersuchung widerlegt den Eindruck, dass die Computersucht in Deutschland zunimmt", erklärte LfM-Direktor Jürgen Brautmeier. Die Studie solle zur Versachlichung der Debatte um PC-Spiele beitragen. Etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung spiele regelmäßig. Dabei dürften die Risiken des exzessiven Spielens nicht verharmlost werden. Vor allem Jugendliche ohne stabiles soziales Umfeld seien gefährdet. Fielen Halt und Anerkennung durch Familie und Freunde weg, werde oft nach einem Ausgleich in virtuellen Welten gesucht.

Eine Sogwirkung gehe insbesondere von onlinebasierten Spielen aus, sagte Jürgen Fritz vom Institut für Medienforschung in Köln, der die Studie gemeinsam mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg erstellt hat. Zwar gebe es kein Spiel, das grundsätzlich abhängig mache, bei persönlichen Problemen der Spieler könne es aber zu einem problematischen Spielverhalten kommen.

Aus der Studie ließen sich eine Reihe von medienpädagogischen Konsequenzen ableiten, erklärte LfM-Direktor Brautmeier. So müssten sich die Schulen stärker mit Computerspielen auseinandersetzen, um Kindern und Jugendliche medienkompetent zu machen. "Medienpädagogisches Ziel muss es sein, Computerspieler zu einem selbstbestimmten Umgang mit digitalen Spielen zu befähigen", unterstrich Brautmeier.

epd

Kommentare

Verfasst von womue am 17. Februar 2011 - 15:51.

Wieder mal eine Spielsucht-Diskussion

Irgend ein Witzbold hat mal in so einem Forum gesagt: Das Leben macht auch...

Irgend ein Witzbold hat mal in so einem Forum gesagt: Das Leben macht auch süchtig!

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