Nationalfeiertag - Die Deutschen feiern am Samstag den Tag der Wiedervereinigung. Bei einem ökumenischen Gottesdienst in Saarbrücken würdigten die Kirchen den Beitrag der Christen zum Mauerfall.
Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die Kirchen in Deutschland den Mauerfall vor 20 Jahren als Zeichen für die Macht von Gewaltlosigkeit gewürdigt. Der Mut, die Beharrlichkeit und die Friedfertigkeit vieler hätten dazu beigetragen, dass in Deutschland ein Traum Wirklichkeit wurde, sagte der katholische Trierer Bischof Stephan Ackermann am Samstag in Saarbrücken vor rund 1.000 Gottesdienstbesuchern anlässlich der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit. "Nicht zuletzt waren es die Kerzen und Gebete von Christen."
Zu den Besuchern des Festgottesdienstes unter der Überschrift "Ohne Mauern leben - zwanzig Jahre später" zählten Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (beide CDU). Das Saarland, kleinstes Flächenland der Republik, richtet nach 1993 zum zweiten Mal die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit aus. An den Gottesdienst schließt sich ein Festakt in der Saarbrücker Congresshalle mit Ansprachen von Bundeskanzlerin Merkel und Müller an.
Frankreich und Luxemburg feiern mit
Bereits seit Freitagmittag wird der 19. Einheitstag in der Saarbrücker Innenstadt mit einem zweitägigen Bürgerfest gefeiert. Unter dem Motto "Europa leben" sind neben den 16 Bundesländern auch die angrenzenden Nachbarländer Luxemburg und Frankreich dabei. Rund 500.000 Besucher werden nach Angaben der Staatskanzlei zu dem Fest erwartet. Saarbrücken richtet nach 1993 zum zweiten Mal die Einheitsfeier aus. Die Bundesrepublik und die DDR hatten sich am 3. Oktober 1990 nach mehr als 40-jähriger deutscher Teilung vereinigt.
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Kommentare
RE: Tag der deutschen Einheit - Kirchen würdigen Mauerfall
Soeben hörte ich im Deutschlandfunk die Rede der Bundeskanzlerin zur deutschen Einheit, in der sie viele Themen berührte - nur eines nicht, das doch das Leben vieler, zu vieler Menschen im vereinten Deutschland bestimmt: die Armut, die der Kinder vor allem, vielfach durch Arbeitslosigkeit verursacht, durch Hartz IV kaum gelindert. Auch das gehört zum vereinten Land: Hartz-IV-abhängige Familien müssen das Kindergeld und die Ferienverdienste von Schülern postwendend wieder abgeben, ohne die Arbeit der Tafeln können sich viele nicht ernähren, zunehmend müssen (kirchliche) Strukturen Menschen auffangen, die gesellschaftlich abgeschrieben sind, am kulturellen Leben - aus Kostengründen - kaum noch teilnehmen dürfen. Sollten nicht diese Zustände im Mittelpunkt der Zukunftsüberlegungen der bisherigen und künftigen Kanzlerin stehen, wenn sie öffentlich über die Einheit nachdenkt? Die gesellschaftliche Spaltung zwischen zunehmend Reichen und zunehmend Armen ist mindestens so skandalös wie die staatliche Spaltung bis 1990!
Eva Chr. Gottschaldt
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