Eine Erschießung ist kein Grund zum Feiern

Kommentar

Kommentar - Die US-amerikanische Regierung hat den Tod von Osama bin Laden offiziell bestätigt. Ein Team von US-Soldaten hat den Terroristenführer in einem gesicherten Haus in Pakistan erschossen. Aus aller Welt gratulierten Politiker der amerikanischen Regierung, auch deutsche – ein seltsamer Anlass für eine Gratulation.

von Hanno Terbuyken

Osama bin Laden ist tot. Ist das eine gute Nachricht? Die Amerikaner jubeln vor dem Weißen Haus, deutsche Politiker von Innenminister Friedrich bis Kanzlerin Merkel gratulieren US-Präsident Obama. In den Straßen von Washington und New York feiern die Amerikaner sich, ihr Land und ihren Präsidenten und einen Sieg im Krieg gegen den Terror. An Ground Zero, wo die Türme des World Trade Centers bis zum 11. September noch in den Himmel ragten, entfalten sie amerikanische Flaggen.

Osama bin Laden ist tot. Ist das keine gute Nachricht? Ein Team von US-Soldaten hat den "Terrorfürsten" in seinem sicheren Haus nahe der Stadt Abbottabad in Pakistan aufgespürt und umgebracht. US-Präsident Obama bestätigte, dass es ein Feuergefecht gab und dass er den Befehl für den Angriff auf bin Laden gegeben hatte.

Auf der einen Seite haben die USA einen der meistgesuchten Terroristen unserer Zeit erfolgreich aufgespürt und ihn getötet. Auf der anderen Seite haben amerikanische Soldaten in einem pakistanischen Land einen saudischen Staatsbürger umgebracht. Das sind zwei Seiten einer blutigen Medaille. Die amerikanischen Jubelarien über den Tod Osama bin Ladens überdecken, dass der Präsident ihres Landes schon seit zehn Jahren – das war unter George W. Bush schon so – Spezialkommandos in Afghanistan und Pakistan einsetzte, deren einzige Mission lautete, Osama bin Laden zu fangen oder zu töten - "to kill or capture".

Ein gefangener Osama wäre für die USA ein größeres Problem

Es ist die alttestamentarische Rache für die Anschläge vom 11. September, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Für die Amerikaner war bin Laden die Personifizierung des Bösen, ebenso wie die USA für bin Laden immer der große Satan waren. Diese Feindschaft zwischen dem Land und dem Mann ist jetzt vorbei, die Amerikaner haben bin Laden mit seinen eigenen Mitteln geschlagen: mit Gewalt.

Nach offiziellen Angaben der US-Regierung hat bin Laden während des Feuergefechts mit den Navy SEALs selbst geschossen und das Angebot, sich zu ergeben, abgelehnt. Das kann man glauben oder auch nicht. Und vielleicht war es wirklich nicht möglich, Osama bin Laden lebendig gefangen zu nehmen.

Aber die Vermutung liegt nahe, dass ein lebendig gefangener Osama bin Laden in den USA mehr Schwierigkeiten gemacht hätte als ein toter. Schließlich zeigten sich die USA bislang unfähig, auch nur den Verdächtigen aus dem Gefangenenlager Guantanamo einen rechtsstaatlichen Prozess zu liefern. Saddam Hussein hatten die Soldaten der letzten verbliebenen Weltmacht wenigstens noch an die irakische Rechtssprechung ausgeliefert. Aber von einem saudischen Gericht können die USA sicher nicht das gleiche vorgefertigte Todesurteil erwarten.

Keine "gute Nachricht", über die man sich freuen sollte

Was also bringt der Tod von Osama bin Laden? Für die Amerikaner die Genugtuung, dass sie ihren Staatsfeind Nummer 1 nicht mehr fürchten müssen. Das Ende des so genannten "Krieges gegen den Terror" ist bin Ladens Tod aber sicher nicht. Selbst wenn niemand den selbst ernannten "Löwen des Islam" in der ideologische Führerrolle ersetzen sollte, wird das lockere Netzwerk der Terroristen weltweit weiter bomben.

Für den Rest der Welt bleibt das Entsetzen, dass die USA in fremden Ländern gezielt Menschen töten lassen – und alle dafür auch noch gratulieren, so wie Außenminister Westerwelle, der sich über die "gute Nachricht" freute. Auch wenn man die Erleichterung der Politiker ein bisschen verstehen kann: Freuen sollte man sich über diese Wildwest-Methoden nicht.


Hanno Terbuyken ist Redakteur bei evangelisch.de.

Kommentare

Verfasst von Eberhard am 5. Mai 2011 - 15:20.

Osamas Tod

Das große Problem: Christen haben in einem nichtchristlichen Land eine...

Das große Problem: Christen haben in einem nichtchristlichen Land eine kriminelle oder auch kriegsähnliche Handlung begangen. Es gab Tote. Und das
wird sich leider rächen. Frieden auf Erden? 2000 Jahre Wunschdenken.

Verfasst von Yaku am 4. Mai 2011 - 18:02.

Auge um Auge

Danke, Rainbow, ich erwarte auch und vor allem in einem kirchlichen Medium,...

Danke, Rainbow, ich erwarte auch und vor allem in einem kirchlichen Medium, dass Journalisten wissen was sie von sich geben. Diese ewige antisemitische Auslegung von "Auge um Auge" geht mir seit Jahrzehnten gegen den Strich. Dass der Spiegel und Co ständig die antisemitische Auslegung von "Auge um Auge" verwenden, ist schon schlimm genug, aber in einem kirchlichen Medium, die es besser wissen müssten! ist es unerträglich und lässt leider tief blicken.

Verfasst von Ingo1971 am 4. Mai 2011 - 11:39.

 Zitat aus dem Link:Wenn

  Zitat aus dem Link: Wenn beispielsweise ein Mensch, der nur auf einem...

 

Zitat aus dem Link:

Wenn beispielsweise ein Mensch, der nur auf einem Auge sieht, einem anderen Menschen, der zwei gesunde Augen hat, ein Auge ausschlägt und ihm zur Strafe das eine gesunde Auge ausgeschlagen werden soll, so zeigt sich die Ungerechtigkeit dieses Prinzips. Denn während der eine dem anderen durch das Ausschlagen eines Auges einen schmerzhaften dauernden Schaden zugefügt hat, würde die Strafe in keinem vernünftigen Verhältnis zum zugefügten Leid stehen, da dem Täter das Augenlicht genommen und er somit erblinden würde. 

Was ist das denn für ein Unsinn.

Genau heißt es in 2. Mose 21,  23-25  "Kommt ihr aber ein Schade daraus, so soll er lassen Seele um Seele,  Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,  Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule." & 3. Mose 24,  17-20 "Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. Wer aber ein Vieh erschlägt, der soll's bezahlen, Leib um Leib.  Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat, Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun." Nimmt man nicht nur den Teil aus dem Jesus-Zitat sondern den kompltetten Text hiess es nach Deinem Link dfass man für die Seele(Leben) eines menschen lediglich einen finanziellen Ausgleich leisten müsste. Sprich: Bist Du Reich kannste auch jemanden abmurksen. 

 [Zweiter Bibelvers nachgetragen]

“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer

Verfasst von HannoTerbuyken am 3. Mai 2011 - 22:34.

Diverse Antworten

Liebe Leser, sie fragen, was die Alternativen zu "Wild-West-Methoden...

Liebe Leser,

sie fragen, was die Alternativen zu "Wild-West-Methoden" gewesen sein könnten. Wie wär's mit - es einfach lassen? Das hat nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun, sondern damit, dass ich der Meinung bin, dass es sich nicht gehört, sämtliche normalen Umgangsformen zwischen Staaten einfach so außer Kraft zu setzen, um einen bestimmten Menschen zu töten. Es ist Ihnen vielleicht bisher entgangen, dass ich die Einschätzung der amerikanischen Regierung, sie seie im Krieg, nicht teile. Ich halte Terroristen für Verbrecher und entsprechend sollten sie auch behandelt werden. Gegen Verbrecher führt man aber keinen Krieg mit Drohnen und Navy SEALs.

Auch Osama bin Laden wäre ein Fall für die Polizei gewesen. Idealerweise hätte ein internationaler Haftbefehl via Interpol dazu geführt, dass bin Laden vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor Gericht gestellt worden wäre.

Aber das ist nicht passiert. Stattdessen hat der US-Präsident befohlen, dass seine Soldaten den Einsatz gegen bin Laden durchführen. Diese Anordnung von Präsident Obama finde ich sogar verständlich, wenn auch prinzipiell falsch. Die Gratulationen deutscher und anderer Politiker finde ich hingegen völlig unverständlich. Das klingt nämlich so, als fänden die das eigentlich ganz ok und würden das auch selbst anordnen. Und genauso wenig wie ich einen Bundespräsidenten will, der die Bundeswehr zur Sicherung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland einsetzen würde, will ich einen Außenminister oder eine Kanzlerin, die deutsche Soldaten als Killerkommando einsetzen würde. Die USA haben nunmal ein anderes Verhältnis zu Strafe und Waffengewalt als wir hierzulande.

Wäre es mir lieber, wenn bin Laden lebendig wäre? Nein. Aber die Art und Weise seines Todes ist trotzdem inakzeptabel für eine Gesellschaft, die sich zivilisiert nennt, und nicht in Ordnung. Man kann beides gleichzeitig denken.

Zum Fall Saddam Hussein: Ich bin der Meinung, dass die USA sicher waren, dass er in Irak zum Tode verurteilt würde und dass sie ihn daher bereitwillig ausgeliefert haben. Vielleichht

Und zu "Auge um Auge...": Niemand von Ihnen, der den Text gelesen hat, hat die sprichwörtliche Verwendung des Wortes nicht erkannt. Und selbst wenn man die Talio als "'nur' den gerechtem Ausgleich zwischen allen Gliedern der Gesellschaft ohne Ansehen der Person und des Standes" versteht, so wie Prof. Oeming das im verlinkten Text tut, so ist diese Bedeutung doch hier zumindest aus Sicht der USA angemessen. Dass das Zitat im Kontext der biblischen Texte als Mäßigung verstanden werden soll, wie Oeming weiter erklärt, mag so sein. Aber ich bin Journalist und kein Exegetiker und entsprechend schreibe ich auch. Ich bin mir sicher, dass die Intention des Zitats bei allen Lesern richtig verstanden wurde, auch wenn bei einer näheren Beschäftigung die umgangssprachliche Verwendung einem wort- und auslegungsfesten Alttestamentarier gegen den Strich gehen mag.

****************************
Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast am 3. Mai 2011 - 20:40.

Der Tod von Bin Laden ist

Der Tod von Bin Laden ist eine Flasche Sekt wert. Allerdings wird er auch...

Der Tod von Bin Laden ist eine Flasche Sekt wert. Allerdings wird er auch nichts ändern.

Verfasst von Eberhard am 3. Mai 2011 - 13:04.

Hinrichtung

Ich bin bekennender Atheist und gehe mit meiner Meinung ausnahmsweise mit den...

Ich bin bekennender Atheist und gehe mit meiner Meinung ausnahmsweise mit den Meinungen kirchlicher Vertreter und Anhänger konform: ich sehe hier auch eine Hinrichtung : Es gab einen gezielten Kopfschuss.! Frau Bundeskanzlerin freut sich.....

Verfasst von J.R. am 3. Mai 2011 - 8:46.

Nach der Ermordung tausender

Nach der Ermordung tausender Menschen 9/11 in den USA sah man widerliche Bilder...

Nach der Ermordung tausender Menschen 9/11 in den USA sah man widerliche Bilder von jubelnden Menschen der islamischen Welt in den Medien. Besonders eine schwarz gekleidete trillernde Kopftuchfrau mit riesigen Brillengläsern ist mir in Erinnerung geblieben: dumpfer Hass gepaart mit abscheuliche Freude über den Tod von Menschen.

Und jetzt nach der Tötung von Amerikas Staatsfeind Nr. 1 ?

Wieder jubelnde Menschenmassen, diesmal vor dem weißen Haus.

Das Rad der Gewalt dreht sich weiter. Doch es handelt sich hier nicht um ein Videospiel, nicht um einen Hollywood-Film.

Wenn überhaupt, ist die Tötung eines Menschen allenfalls nachvollziehbar, um weiteres Töten zu verhindern. Danach kann es bei den Beteiligten Erleichterung geben und pragmatisches Nachdenken.

Leider ist dieser Krieg noch lange nicht beigelegt.

Fragen an Sie, Herr Terbuyken: Was sind „Wild-West Methoden“ und wie hätte man ihrer Meinung nach vorgehen sollen? Kennen sie die Verhältnisse in Pakistan? Nehmen sie an, die Amerikaner hätten den „Rechtsweg“ einschlagen sollen, sich an die pakistanische Polizei wenden sollen, die dann mit einem Haftbefehl vor der Haustür Bin Ladens auftaucht: „Packen sie ein paar Sachen ein, sie sind vorläufig festgenommen?“

J.R.
____________________________________________________

Der Staat ist keine Spielwiese!
Deutschlands einziger und wichtigster Rohstoff liegt zwischen zwei Ohren!

Verfasst von Gast am 3. Mai 2011 - 0:11.

"Alttestamentarische Rache"???

"Es ist die alttestamentarische Rache für die Anschläge vom 11. September, Auge...

"Es ist die alttestamentarische Rache für die Anschläge vom 11. September, Auge um Auge, Zahn um Zahn. "

Abgesehen davon, daß ich dieses "Deutungsmuster" heute schon im SPIEGEL (online) lesen konnte http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760090,00.html:
Einer, der auf evangelisch.de schreibt, sollte besser darüber informiert sein, was "Auge um Auge..." (2. Mose 21,24) meint und zivilisationsgeschichtlich bedeutet (Umgrenzung der Blutrache... etc.), oder jedenfalls, wenn ihm dieser Gedanke trotzdem kommt, doch noch mal nachlesen, bevor er es niederschreibt (bzw. übernimmt?)und veröffentlicht. Hier z.B.:http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca03-3/auge.html kann man etwas darüber lesen, in Kommentaren und Bibellexika.

Ich habe auch Probleme mit der Vorgehensweise, denke über den Hergang nach, obwohl wir ja so viel darüber noch nicht wirklich wissen, vielleicht nie wissen werden, beurteile überschäumende, triumphierende, selbstgerechte öffentliche Freudenbekundungen durchaus kritisch, denke über den Zeitpunkt nach, über den Umgang mit dem Leichnam u.a. ...

Aber darum geht es mir nicht. Ich halte es aber eben für höchst problematisch, wenn auf einer Seite wie evangelisch.de so mit Unwissen über die Bibel herumgeprotzt wird, daß mir ganz übel wird. Solchen Schund über "Auge um Auge..." im SPIEGEL zu lesen, gefällt mir nicht, aber daran bin ich gewöhnt und erwarte inzwischen auch nichts anderes mehr. Daß ich es auch auf ev.de lesen muß, enttäuscht und erzürnt mich sehr.
Barbara

Verfasst von Gast am 2. Mai 2011 - 21:47.

kein Grund zum Feiern

Auch ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen. Das ist kein Anti-Amerikanismus,...

Auch ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen. Das ist kein Anti-Amerikanismus, sondern schlicht der Versuch, auch in einer von Terror geplagten Welt Menschlichkeit zu bewahren. Ich kann mich über den Tod eines Menschen nicht freuen, auch wenn er Osama bin Laden heißt und unendlich viel Schuld auf sich geladen hat.
Wolfgang Bentrup, Oberursel

Verfasst von Gast am 2. Mai 2011 - 20:25.

Herr, unser Gott!

Wir bitten Dich für die Mächtigen dieser Welt, dass sie sich der Verantwortung...

Wir bitten Dich für die Mächtigen dieser Welt,
dass sie sich der Verantwortung bewusst sind,
die sie vor dir und uns Menschen tragen.
Wir bitten Dich für Osama Bin Laden,
möge sein Tod dazu beitragen, dass Frieden werde,
in Afghanistan, in Pakistan, in den USA …
Wir bitten Dich für alle, die seinen Tod herbeigeführt haben,
dass sie mit ihrer Schuld zu leben lernen,
und sich nicht versündigen am Leben, das du geschaffen hast.
Wir bitten Dich für uns selbst,
dass wir nicht im Hass zerfließen,
sondern unsere Feinde lieben,
wie du es uns gelehrt hast.
Amen

Verfasst von Hessenchrist am 2. Mai 2011 - 18:24.

Bin Laden sollte getötet werden

CNN: Bin Laden sollte bei Angriff getötet werden Washington - Osama bin...

CNN: Bin Laden sollte bei Angriff getötet werden
Washington - Osama bin Laden sollte beim Sturm auf sein Anwesen in Pakistan nach CNN-Informationen getötet werden. Nicht die Festnahme des Terroristenchefs sei das Ziel gewesen, hieß es. Es habe sich um eine «Kill Mission» gehandelt, berichtet der Sender unter Berufung auf offizielle Quellen. Das Weiße Haus hat demnach noch nicht entschieden, ob es Fotos des toten Bin Laden veröffentlicht. Auf den Bildern sei zu sehen, dass der Al-Kaida-Chef eine Schusswunde am Kopf erlitten habe, so CNN. Bin Laden soll auf den Aufnahmen deutlich zu erkennen sein.
RZt/dpa 2.5.2011, 15.10 Uhr
http://bit.ly/mvrbBd

Osama bin Laden hätte vor Gericht gehört
Wir edlen westlich Kultivierten schauen gerne auf die archaischen Muslime herab. Gerade deshalb hätte ein Prozess gegen Osama bin Laden Zeugnis von der Überlegenheit einer freiheitlichen, rechtsstaatlichen Zivilisation ablegen können als eine archaische Kommentierung von Präsident Obama, dass der Gerechtigkeit mit der Exekution Genüge getan worden sei.
The European 2.5.2011
http://bit.ly/k4lYEX

Verfasst von Ingo1971 am 2. Mai 2011 - 20:20.

  Ich hörte dass man ihm

  Ich hörte dass man ihm angeboten hätte sich zu ergeben. 18.23...

 

Ich hörte dass man ihm angeboten hätte sich zu ergeben.

18.23 Uhr: Das US-Sondereinsatzkommando hätte Bin Laden nach Angaben aus US-Regierungskreisen lebend gefangen genommen, wenn er sich ergeben hätte. „Er wehrte sich während des Gefechts. Daher töteten ihn die Einsatzkräfte am Boden. Sie waren darauf vorbereitet, ihn lebend gefangen zu nehmen, wenn er sich ergeben hätte“, sagt ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Aus Militärkreisen verlautet, es seien bei dem Angriff keine Gefangenen gemacht worden. Quelle: Focus LiveTicker 

Wobei das sehr widersprüchlich ist.

 

“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer

Verfasst von Gast am 3. Mai 2011 - 0:24.
Kommentar auf: Schade

Ich finde das gar nicht

Ich finde das gar nicht kleinlich. Und ich danke herzlich für den Hinweis...

Ich finde das gar nicht kleinlich. Und ich danke herzlich für den Hinweis darauf, daß es in 2.Mose 21,24ff eben nicht um dumpfe Rache, sondern um ein zivilisiertes oder zivilisierendes (!) Rachebegrenzungsinstrument handelt.
zum 2.:
Hat sich nicht Osama bin Laden selbst zur Kriegspartei erklärt? "Dem Westen" den Krieg erklärt? Auch expressis verbis?
Barbara

Verfasst von Ingo1971 am 2. Mai 2011 - 16:45.

>>Die Amerikaner jubeln vor

>>Die Amerikaner jubeln vor dem Weißen Haus<<  +Das fand...

>>Die Amerikaner jubeln vor dem Weißen Haus<< 

+Das fand ich auch etwas befremdlich. 

Aber zumindest sind sie nicht im wilden Zorn zusammen gekommen um wütende Hassparolen auszuspucken. 

>>Es ist die alttestamentarische Rache für die Anschläge vom 11. September, Auge um Auge, Zahn um Zahn.<<

Also imho ist es etwas anderes wenn ein rechtsstaatliche Obrigkeit ihrer Pflicht nach kommt der Gerechtigkeit genüge zu tun oder wenn es um eine Privatperson geht.

>>Und vielleicht war es wirklich nicht möglich, Osama bin Laden lebendig gefangen zu nehmen.<<

Nun ja...die Erfahrung mit Guatanamo führt wohl dazu dass man nicht mehr so gerne Gefangene macht.

>>Auch wenn man die Erleichterung der Politiker ein bisschen verstehen kann: Freuen sollte man sich über diese Wildwest-Methoden nicht.<<

Jepp...eine Gefangennahme und Verurteilung zu lebenslänglichem Gefängniss wäre wohl das beste gewesen.

“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer

Verfasst von Hessenchrist am 2. Mai 2011 - 16:21.

Blankes Entsetzen

"Auch wenn es lange dauert, so wird es auch in Zukunft weitere Erfolge geben",...

"Auch wenn es lange dauert, so wird es auch in Zukunft weitere Erfolge geben", sagte Angela Merkel heute zur Tötung von Osama bin Laden. "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten." Das darf doch wohl nicht wahr sein - die Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Union freut sich über eine Art Todesstrafe ohne Anklage, Prozess und Urteil? Was bedeuten ihr eigentlich die Menschenrechte? Und sollten wir nicht auch langsam damit anfangen, "feindliche Kämpfer" (so die US-Bezeichnung für Rechtlose, die man nach Belieben und ohne Rechtsbeistand jahrelang inhaftieren kann) einzukerkern oder sie gleich per Killerkommando zu liquidieren?
Ich erwarte nicht, dass irgendwer Trauer um einen offenkundigen Schwerverbrecher heuchelt. Aber ich erwarte, dass sich eine Regierungschefin zu Recht und Gesetz bekennt, wozu gehört, dass ein noch so schlimmer Straftäter ein ordentliches Gerichtsverfahren bekommt.
Frau Merkels Freude macht mich fassungslos.

Verfasst von Gast am 2. Mai 2011 - 15:54.

Töten und Tod ist nie ein

Töten und Tod ist nie ein akzeptabler Grund öffentlichen Freuens, publizierter...

Töten und Tod ist nie ein akzeptabler Grund öffentlichen Freuens, publizierter Freude, selbst bei mit noch soviel Schuld belasteten Menschen.

Aber so funktioniert Medienöffentlichkeit eben, es ist für mich auch ein Symbol abfallender Ängste und Gefahren, in dem Sinne vielleicht auch voreilig.

Verfasst von Gast am 2. Mai 2011 - 18:29.

Danke

@Hessenchrist: Sie sprechen mir aus der Seele! Danke.

@Hessenchrist: Sie sprechen mir aus der Seele! Danke.

Verfasst von atemhaus am 3. Mai 2011 - 9:08.
Kommentar auf: Danke

Kein Grund zum Jubel

Ich finde die Situation extrem schwierig. Ich bin mir nicht sicher, ob die T...

Ich finde die Situation extrem schwierig. Ich bin mir nicht sicher, ob die Tötung bin Ladens verantwortbar ist und ob es möglich gewesen wäre, ihn in einem fairen Prozess zur Verantwortung zu ziehen.

Erschreckend finde aber auch ich die Jubelszenen und die zur Schau getragene Befriedigung in den USA, aber auch in Deutschland, über die gelungene Liquidation eines Menschen. Was ich mir stattdessen gewünscht hätte, wäre zumindest ein Bedauern darüber, dass man keine andere Möglichkeit gesehen habe, als diese Tötung. Denn selbst wenn man in einem solchen Fall die Tötung für legitim hielte, bleibt es doch die Tötung eines Menschen – und das ist ein Grund zur Trauer und zum Bedauern (was immer er auch zu verantworten hat) und kein Anlass zu Jubel und Triumph.

Wir empören uns zurecht, wenn Islamisten erfolgreiche Attentate bejubeln. Umso mehr stünde es dem demokratischen Westen gut an, hier andere Zeichen zu setzen.

Und ja, im kulturellen Kontext des Orients war die Regel „Auge um Auge“ eine Begrenzung der Rache, des Geistes des „7 mal 70 Mal“, des Geistes Lamechs. Jesus geht mit dem Gebot der Feindesliebe weit darüber hinaus - und knüpft doch an den Geist der Begrenzung der Rache und der Überwindung von Feindschaft an. Seither darf es eigentlich kein Triumphgeschrei über den Tod der „Feinde“ mehr geben.

 

Bernd Berger

Verfasst von WeißeWucherblume am 3. Mai 2011 - 7:58.
Kommentar auf: Danke

Krieg oder Prozess?

Eine rechtliche Einordnung der Amerikanischen Aktion ist wohl das Eine. Und...

Eine rechtliche Einordnung der Amerikanischen Aktion ist wohl das Eine. Und danach ist sie für mich fragwürdig. Eine politische Bewertung kann Sorge machen, weil Rache-Akte zu fürchten sind, die sich vielleicht gerade gegen die Christen in Asien und im Vorderen Orient richten könnten. Als Christen, denke ich, können wir uns über die Tötung Bin Ladens nicht freuen. Schließlich bitten wir nicht:"Vernichte das Böse!" sondern: "Erlöse uns von dem Bösen!"

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd><p><embed><param><object>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst andere Kommentare mit [quote]-Tags zitieren.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen