EKD-Ratsvorsitzende bekräftigt ihre Position zu Afghanistan

Margot Käßmann

Margot Käßmann. Foto: dpa / Stefan Puchner

Afghanistan-Einsatz - "Ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen": Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat ihren umstrittenen Standpunkt bekräftigt.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) forderte damit beim Epiphanias-Empfang im Kloster Loccum erneut, dem Afghanistan-Konflikt vorrangig mit zivilen Mitteln zu begegnen. Sie wiederholte auch einen weiteren Satz ihrer Neujahrspredigt, die in den vergangenen Tagen heftige Reaktionen ausgelöst hatte: "Wer - beim besten Willen - möchte dem Satz widersprechen, dass in Afghanistan nichts gut ist."

"Sorge um unsere Soldatinnen und Soldaten"

Käßmann betonte, sie habe Hochachtung vor allen Politikern, die Entscheidungen über die Präsenz der Bundeswehr in dem Land treffen müssten. Viele seien überzeugt gewesen, dass die durch UN und Bundestag eingeschlagenen Strategien helfen könnten, in der Region Frieden zu bringen. Die Entsendung der Truppen, die auch mit militärischen Mitteln versuchten, Frieden zu schaffen, sei als "ultima ratio" notwendig gewesen. Doch dürfe das letzte Mittel des militärischen Einsatzes nicht zum Normalfall werden, auch um der Soldaten willen, die ihr Leben riskierten.

"Mahnung zum Frieden gehört zum bischöflichen Amt"

Die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, forderte beim Epiphanias-Empfang Anfang Januar im Kloster Loccum erneut, dem Afghanistan-Konflikt vorrangig mit zivilen Mitteln zu begegnen. (c) www.aer-media/Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen

"Es ist doch auch die Sorge um unsere Soldatinnen und Soldaten, die mich fragen lässt, ob wir nicht eine klare Exit-Strategie brauchen", sagte die Bischöfin. Wer das nicht verstehe, wolle sie gezielt missverstehen. Sie wisse aus persönlichen Begegnungen, welche traumatischen Erfahrungen viele der jungen Frauen und Männer bei ihrem Einsatz machten.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte, Käßmann führe eine wichtige Diskussion. Nach seinem Verständnis habe die Bischöfin mit ihrer Neujahrspredigt weder infrage gestellt, dass die Bundeswehr ihren Einsatz in Afghanistan im Auftrag der Vereinten Nationen leiste, noch dass dieser Einsatz durch den Bundestag legitimiert sei.

Wulff unterstrich, die Bischöfin weise zu recht darauf hin, dass Fragen zum Afghanistan-Einsatz im Sinne der Menschen in dem Land diskutiert und stets neu beantwortet werden müssten. Als Ratsvorsitzende der EKD stelle sie dabei die Sicherung des Friedens ohne bewaffnete Auseinandersetzung in den Vordergrund: "Das ist im Kern die biblische Botschaft." Der Deutsche Bundestag habe sich bei einer sehr schwierigen Abwägung zu einem bewaffneten Kampf gegen diejenigen entschieden, "die die Menschenrechte mit Füßen treten und die Welt mit Terror bedrohen". Diese Entscheidung, die sich niemand leichtgemacht habe, sei richtig gewesen.

"Mahnung zum Frieden gehört zum bischöflichen Amt"

Käßmann sagte: "Die Anfrage der letzten Tage befremden mich, weil sie eine klare politische Kultur infrage stellen, in der es möglich ist, in Freiheit Fragen zu stellen - auch als Frau der Kirche." Gleichzeitig habe sie viel Unterstützung erfahren. Offenbar sei es notwendig, dass die Gesellschaft diese Debatte führe. "Ich denke, eine Mahnung zum Frieden gehört genuin zum bischöflichen Amt."

In ihrer Neujahrspredigt in der Dresdner Frauenkirche hatte Käßmann gesagt, in Afghanistan schafften Waffen "offensichtlich auch keinen Frieden". Dies war als Forderung nach einem schnellen Abzug der Bundeswehr verstanden worden. Bei Regierung und Opposition gab es zum Teil scharfen Widerspruch. Käßmann erklärte daraufhin, sie habe nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan verlangt.

"Mindestens auch 30.000 weitere Entwicklungshelfer"

Die Ratsvorsitzende verlangte, noch mehr Geld und Personal in die Entwicklungshilfe und den zivilen Aufbau zu investieren. Diese Forderung vertrete sie genauso nachdrücklich wie die Einsicht in die Notwendigkeit von Soldaten unter UN-Mandat in dem Land: "Also nicht nur 30.000 weitere Soldaten, sondern mindestens auch 30.000 weitere Entwicklungshelfer, Lehrkräfte oder Verwalter." Der Vorrang für zivile Mittel dürfe nicht aus dem Blick geraten.

Die Bischöfin sprach beim traditionellen Epiphanias-Empfang der hannoverschen Landeskirche im 847 Jahre alten Zisterzienserkloster Loccum vor rund 140 Gästen aus Politik und Gesellschaft. Der Empfang jährte sich in diesem Jahr zum 60. Mal. Am 28. Dezember 1950 hatte der ehemalige Abt zu Loccum und Landesbischof Hanns Lilje erstmals eingeladen.

Treffen mit Unionspolitikern

Gestern war bekannt geworden, dass Käßmann und Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) bei einem Treffen am kommenden Montag die Wogen glätten wollen. Auch weitere Unionspolitikersuchen das Gespräch mit Käßmann. Man wolle die Bischöfin möglichst noch im Januar in die außenpolitische Arbeitsgruppe der Unionsfraktion zu einem Meinungsaustausch über die Afghanistan-Politik einladen, sagten der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Philipp Mißfelder (CDU), und der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler dem epd in Berlin am Mittwoch.

Gauweiler sagte vor dem Hintergrund der Debatte, er persönlich sei "froh über die Äußerungen Käßmanns" und halte die teils scharfe Kritik an der Ratsvorsitzenden nicht für angemessen. Käßmann habe "gesagt, was die überwältigende Mehrheit der Bürger und Wähler aller Parteien denkt", so Gauweiler. "Wenn sich die Kirche nicht mehr zu Krieg und Frieden äußern kann, wer dann?" Der CSU-Politiker hatte im Bundestag mehrfach gegen den Afghanistan-Einsatz gestimmt.

epd

Kommentare

Verfasst von Gast am 7. Januar 2010 - 3:52.

RE: EKD-Ratsvorsitzende bekräftigt ihre Position zu Afghanistan

Frau Käßmann täte gut daran zu beschreiben, worum es in Afghanistan aus ihrer...

Frau Käßmann täte gut daran zu beschreiben, worum es in Afghanistan aus ihrer Sicht eigentlich geht. Was also das Ziel zivilen und auch militärischen Einsatzes am Hindukusch ist.
Nach meinem Verständnis ist auch die deutsche Bundeswehr vor Ort ausschliesslich um eine Rückkehr der Taliban an die Macht zu verhindern.
Dieses Ziel ist bislang erreicht worden. Und das ist gut in Afghanistan, Frau Käßmann!

Um dauerhaft eine Rückkehr der Taliban an die Macht zu verhindern, wird das spätestens seit Weihnachten 1979 geschundene Land mit reichlich zivilen Mitteln aufgebaut. Hier ist sehr viel erreicht worden. So auch zur Wiederherstellung von Rechten für die Frauen, zuallererst dem Recht auf Bildung.
Und auch dies ist gut in Afghanistan, Frau Käßmann!

Das Land erhält durch westliche Unterstützung eine neue weltliche machtpolitische Struktur mit demokratischen Elementen.
Und das ist gut in Afghanistan, Frau Käßmann!

Diese neue Struktur, wie z.B. Polizei- und Ordnungsstruktur, muss selbsttragend sein, damit die Aussenhilfe eingestellt werden kann. Wann dies genau der Fall sein wird, weiss nicht einmal Herr Westerwelle und schon gar nicht die Bischöfin.

So einfach zu schildern ist die scheinbar verworrene Situation in Afghanistan. Das hat Frau Käßmann allerdings bislang nicht geschafft. Sie macht lieber pseudointerlektuelle Klimmzüge, die offenkundig der geistigen Selbstrühmung dienen sollen. Das hat bereits die Gestik und Mimik in der Dresdner Frauenkirche offengelegt.

Verfasst von Gast am 7. Januar 2010 - 11:25.

Zu Gast 2:52

Man sollte eben nachts lieber schlafen und tagsüber sinnvoll reden. Es geht ja...

Man sollte eben nachts lieber schlafen und tagsüber sinnvoll reden. Es geht ja wohl nicht um Einzelheiten, die gut oder schlecht sind in Afghanistan, es geht darum, dass wir in der Gafahr sind, uns an Afghanistan zu gewöhnen und das Schlimme schön zu reden. Frau Käßmann hat das gute Errungene nicht infrage gestellt. Aber es wird ja wohl erlaubt sein, Krieg nicht als gut zu finden. Dazu muß ich keine Fakten aufzählen. Im übrigen steht es nach wie vor infrage, wer denn und ob denn die Taliban (Was ist eigentliches dieses Wort überhaupt...) jemals besiegen wird, jedenfalls auf diesem Wege. Was halten Sie von dem komplizierteren Wege, dass der Westen zugunsten dieses geschundenen Volkes (und anderer auch) von seinem immer wieder beschworenen Weg das Wachstums (wohin das führt, erleben wir grad) auf Kosten anderer Völker abgeht? Wo ist der Großmut hin, wenn es um China geht, auf das man mehr und mehr Rücksicht nehmen muß. So einfach ist alles nicht, wie Sie es darstellen, dann wäre die Welt schon fast heil. Eins stimmt: je schneller Afghanistan befriedet ist, festo früher machen wir unser Geschäft. Dafür kann man auch Krieg führen. Oder sind wir wirklich nur humanitär dort? Mal sehen, welche Billigprodukte in 10 Jahren aus Afghanistan kommen.
Ansonsten haben Sie kaum die Fähigkeit, eine Predigt richtig zu hören. Wer aus Gestik und Mimik eines Pfarrers/Pfarrerin schon den Inhalt interpretiert, ist arm dran. Ich bin auch Pfarrer und hab ne andere Art, aber ich würde es mir verbitten, aus meiner Art inhaltliches Kapital zu schlagen. Das ist ziemlich weit unten angesiedelt und man muß dann schon fragen, wer die pseudointellektuellen Klimmzüge macht.

Verfasst von Gast am 7. Januar 2010 - 15:34.
Kommentar auf: Zu Gast 2:52

RE: Zu Gast 2:52

Da ist nun alles falsch geraten, lieber Gastkommentator meiner Zeilen: Es gibt...

Da ist nun alles falsch geraten, lieber Gastkommentator meiner Zeilen:
Es gibt doch noch Menschen mit Kleinkindern, die nachts gelegentlich schreien. Ich habe drei, davon Zwillingsjungs von 10 Wochen.

Frau Käßmann hat das "gute Errungene" vollständig infrage gestellt. "Nichts ist gut in Afghanistan" war und ist doch ihre Äusserung, oder irre ich da?

Nein, es ist nicht erlaubt pauschal "Krieg nicht als gut zu finden". Der Krieg gegen Nazi-Deutschland war richtig, oder? Der Krieg gegen die Kommunisten in Korea war richtig. Süd-Korea ist auch nur durch die Amerikaner seit über 50 jahren ein freies Land ohne geistigen und körperlichen Hunger, oder? Weitere Beispiele gefällig?
Vietnam ging daneben, richtig war der krieg trotzdem, die Mittel im einzelnen (agent orange, Napal) sicher nicht. Der Krieg gegen Milosevic war richtig, oder etwa nicht? Der kriegsähnliche Einsatz gegen die Taliban ist gerechtfertigt! Das sagt ja auch Frau Käßmann! (kriegsähnlich ist zu formulieren, weil es nicht darum geht die Taliban zu besiegen, sondern um die Stabilisierung des Landes bis die eigene Kraft und Stabilität ausgeprägt genug ist um mit einigen tausend Taliban selbst auf Dauer fertig zu werden.)

Werter Kommentator, wie die Bischöfin, so haben auch Sie nicht verstanden worum es in Afghanistan geht. Ich habe es nun erneut formuliert: Es ist ausschliesslich Hilfe zu Selbsthilfe bei gleichzeitiger In-Schach-Haltung der Taliban bis die landeseigene Kraft ausreicht weniger als 20.0000 militant Religiöse dauerhaft im Griff zu behalten. Besiegen kann man religiösen Wahn nie, wie an den neuen Wahnzuständen von sog. Evangelikalen auch bei uns zu erkennen ist.

Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise ist keine Wachstumskrise. Sie werden nicht einmal Prof. Hickl dazu bekommen solch Unsinn zu behaupten. Banker in Wahnzuständen sind ein Megaproblem und schreien nach staatlicher Kontrolle. Das der Betrieb um die Ecke mehr verkaufen, liebende Eltern für ihre Kinder ein noch besseres Leben, die Ärzte noch besser heilen wollen (alles drei führt zu Wachstum!), hat mit der Finanz- und Wirtschaftskrise nun gar nichts zu tun. Auch hier haben Sie zuviel nicht verstanden.

Auf China muss man nicht speziell Rücksicht nehmen. Lesen Sie doch bitte einmal nach, was China für Rohstoffe seit einigen Jahren mit aller Systematik in Afrika macht. Wir müssen selber klar kommen.

Und was Mimik & Gestik angeht, da gibt es kein Verstellen, nicht für Frau Merkel, nicht den Papst und nicht für Frau Käßmann. Lesen Sie doch bitte mal bei Sammy Molcho nach, z.B.: "Der Körper ist der Handschuh der Seele, seine Sprache das Wort des Herzens".

Verfasst von Gast am 7. Januar 2010 - 20:02.
Kommentar auf: RE: Zu Gast 2:52

RE: RE: Zu Gast 2:52

Nun haben Sie einen richtig Doofen erwischt. Das man über manches auch anders...

Nun haben Sie einen richtig Doofen erwischt. Das man über manches auch anders denken kann, ist Ihnen fremd, darum erwidere ich nicht viel. Nur eins: Krieg ist nicht richtig. Auch nicht der gegen Deutschland. Dass er eine Option wurde, steht auf einem anderen Blatt. Er wäre ja durch eine Menge Leute vielleicht sogar zu verhindern gewesen. Aber richtig war er nicht, richtig im Sinne von Recht (wie vielen Unschuldigen ist Unrecht widerfahren, das kann ich nicht wegdrücken). Fahren Sie mal nach Kroatien oder in diese Richtung und lassen sich erzählen, wie viel Verletzungen heute noch aufzuarbeiten sind. Oder war dieser Krieg ausnahmsweise mal nicht richtig?
Man kann übrigens auch im Wohlstand leben, es sehr gut haben, ohne diesem Wahnsinns-Wachstums-Trend zu folgen. Bei Wachstum dachte ich an das ungezügelte immer mehr, immer besser, immer schneller. Die Autoindustrie hat auf Teufel komm raus produziert, ist auch gewachsen und die Halden neuer Autos sind voll. Schauen Sie mal zu bestimmten Zeiten hinter einen Supermarkt, wie viel Wachstum auf die Müllhalden gefahren wird, das wir gar nicht gebraucht haben und nie brauchen werden. Täglich Tonnen! Das ist ein Skandal. Aber vermutlich haben Sie dazu auch Hintergründe, die jemand meiner Bildung nicht weiß. Darum höre ich auf.
Über Körpersprache müssen Sie mich nicht belehren, ich spreche trotzdem dagegen, einen Menschen festzulegen. Mein psychologischer Lehrer sagte einmal: Denken Sie immer dran - nichts zum Gesetz machen.

Verfasst von Gast am 8. Januar 2010 - 1:54.
Kommentar auf: RE: RE: Zu Gast 2:52

RE: RE: RE: Zu Gast 2:52

Wenn "Krieg nicht richtig ist", dann ist der Mensch auch nicht richtig. Der...

Wenn "Krieg nicht richtig ist", dann ist der Mensch auch nicht richtig. Der Mensch ist aber richtig Mensch. Unvollkommen, sündig, gewalttätig, heuchlerisch, eigennützig, neidisch, gierig und mit noch einigen positiven Eigenschaften ausgestattet.

Ja, es ist zum Himmel schreiend, wenn eine Überproduktion von Lebensmitteln weggeschmissen wird um sicher zu stellen, dass um 19:59 Uhr jeder doch noch fast alles bekommt, was er haben will. Schlimmer finde ich allerdings tausende von Verkehrstoten in Deutschland, die hingenommen werden um jedem Zugang zu Verkehrmitteln mit freier Beweglichkeit zu gewährleisten.
Sagen Sie das von der Kanzel so vollständig? Wollen Sie die Menschen auffordern nicht mehr mit dem Auto zu fahren, weil doch jedes Jahr in Deutschland ca. 2500 Menschen andere zu Tode fahren?

Wie ist das mit dem Krieg? Ja, da kommen auch in Afghanistan Unbeteiligte, ja Kinder ums Leben um der (angeblich) guten Sache wegen! Ja, da waren um 2 Uhr nachts angeblich auch Kinder bei den beiden Tanklastzügen in der Nähe von Kundus mit Benzin abzapfen beschäftigt. Ist der deutsche Oberst mit seiner Entscheidung zur Bombardierung zu weit gegangen, hat er gegen den Einsatzauftrag seiner Truppe verstossen?
Meines Erachtens ja. Es ist eben nicht das Ziel möglichst viele Taliban umzubringen, es gibt keinen Kriegsauftrag in Afghanistan.

Aber ändert dies etwas an dem Ganzen, dem Verbleib der deutschen Truppe?
Nein. Wenn die Bundeswehr in Afghanistan fast alles falsch machen würde, dann wäre sie abzuziehen. Aber die Afghanen selbst sind sehr zufrieden mit der Bundeswehr, die sog. einfachen Menschen wollen, dass die deutschen Soldaten unbedingt bleiben!

Doch noch mal zu den Autos auf Halde. Was ist daran schlimm? Fast alle Autos werden verkauft. Der Preis sinkt für fast unverkäufliche Exemplare. Das nennt sich dann Markt. Und gar nichts spricht dagegen auch mal einen unverkäuflichen Neuwagen zu recyclen. Die Marktwirtschaft ist auch für Protestanten die verträglichste Wirtschaftsform. Hier wird der Mensch am wenigsten ausgebeutet, bekommt die besten Löhne. Und die Verschwendung von Resourcen ist allen anderen Wirtschaftsformen auch weit überlegen. Denn fast alles hat seinen Preis und findet Verwendung. Gute Lebensmittel landen auch im Schweinetrog. In der Sowjetunion sind jedes Jahr zehntausende von Tonnen guten Saatgutes in Lagerstätten verkommen. Die Planwirtschaft bekam die Distribution nicht hin. So musste immer wieder bei den Amis passend nachbestellt werden.

Sie werden fragen, ob ich meine alles sei ok? Gibt es denn keine Beispiele wo etwas nicht funktioniert? Doch, jede Menge: Ich erwähnte die Bänker, die es meines Erachtens bei der nchsten Finanzkrise schaffen werden Geld wertlos zu machen. Oder all die Lebensmittel und Textilien, die nach Afrika geliefert werden und die dortige Produktion kaputt machen. Oder der demokratische Staat, der den unreparierten Systemfehler hat, dass Politiker sogar neuerdings die unsinnigen Wahlversprechen von noch mehr Sozialleistungen auch noch realisieren. Dabei ist gewiss, dass z.B. die Pensionsverpflichtungen des Staates nicht erfüllt werden können, sind sie doch bereits viermal so hoch wie die gesamte Staatsverschuldung.

Im wesentlichen ist es aber um das Seelenheil der Menschen nicht nur in Deutschland sehr schlecht bestellt. Immer mehr Menschen sind orientierungslos und verbrühen sich insbesondere deshalb ihren Geist und ihre Seele aneinander. Darüber sollte frau Käßmann sprechen und sie bitte auch.

Verfasst von Gast am 8. Januar 2010 - 14:41.
Kommentar auf: RE: RE: RE: Zu Gast 2:52

Zu Gast 2:52

Es hat keinen Sinn, wenn wir uns einzelne Punkte gegenseitig um die Ohren hauen...

Es hat keinen Sinn, wenn wir uns einzelne Punkte gegenseitig um die Ohren hauen um dann das jeweils andere Argument zu widerlegen. Über manches würde ich gern mit Ihnen reden, statt - auch wenn wir die Einzigen in diesem Thread sind - immer neues zu Posten, was ins Nichts führt.
In einem stimme ich Ihnen zu: "Im wesentlichen ist es aber um das Seelenheil der Menschen nicht nur in Deutschland sehr schlecht bestellt. Immer mehr Menschen sind orientierungslos und verbrühen sich insbesondere deshalb ihren Geist und ihre Seele aneinander. Darüber sollte frau Käßmann sprechen und sie bitte auch."
Was glauben Sie, was ich sonst mache? Und ich sag es mal ganz eingebildet: ich mache es sogar gut. Und wenn Sie andere Reden und Predigten von Frau Käßmann gelesen haben, werden Sie das auch bei ihr finden.(Ich würde Ihnen gern auch Predigten von mir zur Verfügung stellen, aber meine Mail-Adresse stelle ich natürlich nicht hier ein.....) Es ist traurig, dass in der ganzen Diskussion Frau Käßmann auf 5 Zeilen reduziert wird. Wohltuend heute das Tagesgespräch mit Günther Beckstein zum Thema auf Bayern 2 (nachhörbar). Und ich gestehe, dass ich gelernt habe, wie blöd Vorurteile und Verkürzungen sind. Meine Achtung vor dem Mann ist gestiegen.

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