Foodwatch: Schwarz-Gelbe Pläne sind Mogelpackung

Nähwertkennzeichnung. Foto: dpa

Nährwertkennzeichnung per Ampel: Hier und da gibt es sie, aber verpflichtend soll sie nach dem Willen der neuen Bundesregierung nicht werden. Foto: dpa

Analogkäse & Co. - Eine bessere Lebensmittelkennzeichnung kann nur die EU beschließen: Darauf weisen Verbraucherschützer hin. Entsprechende Koalitions-Pläne seien somit eine Mogelpackung; entgegen der Absicht von Schwarz-Gelb gebe es außerdem weiterhin Hoffnung auf eine Nährwert-Ampel.

"All diese Sachen können nur auf europäischer Ebene entschieden werden", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode am Dienstag in Berlin. Die von schwarz-gelb geplante Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sei bereits im Entwurf einer EU-Verordnung enthalten. Allerdings sei diese freiwillige Lösung wirkungslos.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will Täuschungen bei Lebensmitteln eindämmen. "Auf Verpackungen von Lebensmitteln darf nur drauf stehen, was drin ist", heißt es im Koalitionsvertrag. Die Bundesregierung will Lebensmittelkontrollen über die engere Zusammenarbeit von Ländern mit privaten Kontrolleuren verbessern. Der frühere Greenpeace-Chef Bode sagte, dies berge das Risiko, dass die Kontrollen nicht mehr unabhängig seien.

Kommt Nährwert-Ampel durch die EU?

Für die Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln sieht Foodwatch auf EU-Ebene noch Chancen. Schwarz-Gelb lehnt die Angabe von Fett, Salz und Zucker in rot, gelb und grün je nach Gehalt ab. Dies hat Foodwatch wiederholt kritisiert: Die Mehrzahl der Verbraucher befürworte eine solche Nährwert-Ampel; eine wissenschaftliche Studie habe zudem klar gezeigt, dass eine Farbkennzeichnung mit rot, gelb und grün am besten verstanden werde, schrieb der Foodwatch-Chef in einem Gastkommentar für den "Weserkurier". Es gehe Schwarz-Gelb also allein um die Interessen der Lebensmittelindustrie: "Die lebt gut davon, Kalorienbomben und versalzene Fertigprodukte als Gesundheitswunder zu verkaufen", so Bode.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn warf Verbraucherministerin Aigner zudem vor, sich auf EU-Ebene für zu kleine Nährwertangaben einzusetzen. "In kleinster Schrift sollen die dick machenden Zutaten versteckt werden", sagte Höhn.

dpa/ups

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