Jenseits der Rhetorik - Westen sucht Gespräch mit Iran

Mahmoud Ahmadinejad sorgte mit seiner Rede bei der UN-Vollversammlung erneut für einen Eklat. Foto: Justin Lane / dpaJ

Mahmoud Ahmadinedschad sorgte mit seiner Rede bei der UN-Vollversammlung erneut für einen Eklat. Foto: Justin Lane / dpaJ

Atomprogramm - Mit wilden Theorien zum 11. September sorgt Irans Präsident für einen neuen Eklat - ausgerechnet in New York. Trotzdem will der Westen die Hoffnung nicht aufgeben, mit Teheran doch wieder ins Gespräch über das umstrittene Atomprogramm zu kommen.

Von Christoph Sator

Mit der New Yorker U-Bahn sind es nur wenige Stationen vom Hauptquartier der Vereinten Nationen bis zu der Stelle, an der früher das World Trade Center stand. Auch deswegen sorgte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit seinem neuesten Skandal-Auftritt bei der UN-Generaldebatte für so viel Empörung.

Ausgerechnet in der Stadt, die sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wochenlang im Schockzustand befand, unterstellte Ahmadinedschad den USA, dass sie die Attacken selbst inszeniert haben könnten. Daraufhin verließen nicht nur die amerikanischen Diplomaten den Saal. Auch die Vertreter von 32 anderen Nationen gingen hinaus, darunter die komplette EU.

Antisemitische Äußerungen

Überraschend kam der Eklat allerdings nicht. Bereits vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad mit antisemitischen Äußerungen dafür gesorgt, dass sich im UN-Hauptquartier der große Saal vorübergehend leerte. Und dieses Mal bezeichnete er gleich nach der Ankunft in New York den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als "Profi-Killer".

Also traf man schon vor der Rede für den Fall einer Wiederholung Absprachen. Die wichtigsten westlichen Außenminister - auch Guido Westerwelle - blieben dem Auftritt von vornherein fern. Der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig ließ sich von zwei niederrangigeren Diplomaten vertreten. Die Tatsache, dass die Bundesrepublik bei der Generaldebatte dieses Mal ganz hinten sitzt, erleichterte dann den Weg zum Ausgang.

"Rhetorische Verirrungen"

Denn kaum hatte Ahmadinedschad mit seinen Verschwörungstheorien begonnen, setzte der Exodus ein. Der Iraner fabulierte, dass "einige Elemente in der US-Regierung den Angriff (am 11. September) orchestriert haben, um die schrumpfende amerikanische Wirtschaft und ihren Griff auf den Nahen Osten ebenso zu retten wie das zionistische Regime". Für Empörung sorgte auch, dass er die etwa 3.000 Toten des 11. September gegen "Hunderttausende Tote im Irak und in Afghanistan" aufrechnete.

Die US-Regierung nannte seinen Auftritt anschließend "abstoßend" und "wahnwitzig". Westerwelle sprach von "rhetorischen Verirrungen" und "geschmacklosen Entgleisungen". Trotzdem will man im Kreis der 5+1-Gruppe (die fünf Ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland) aber die Hoffnung nicht aufgeben, mit dem Regime in Teheran wieder ins Gespräch über sein vermeintlich nur ziviles Nuklearprogramm zu kommen.

Bereitschaft zu Verhandlungen

Schließlich hatte US-Präsident Barack Obama erst wenige Stunden vor Ahmadinedschads Rede die Bereitschaft zu neuen Verhandlungen bekundet. Im Kreis der 5+1-Außenminister sieht man trotz des Eklats weiterhin Signale, dass in Teheran ein Umdenken eingesetzt hat - aller Rhetorik zum Trotz. Einige finden auch, dass sich Ahmadinedschad, abgesehen von der Passage zum 11.September, für seine Verhältnisse doch eher zurückgehalten hat.

Mit genaueren Einschätzungen zum Machtgefüge innerhalb der iranischen Führung ist man allerdings vorsichtig geworden. Westerwelle formuliert: "Ich denke, dass die geschlossene Haltung der Staatengemeinschaft nicht ohne Eindruck auf die iranische Führung geblieben ist." Zuletzt hatte die Staatengemeinschaft im Juni ein neues Bündel von Sanktionen verhängt, getragen auch von Russland und China.

Vorsichtiger Optimismus

Der vorsichtige Optismismus gründet sich auch auf mehreren Treffen mit dem iranischen Außenminister Manuchehr Mottaki, die noch vor der Rede Ahmadinedschads auf dem UN-Gelände stattfanden. Ins Detail ging in der Öffentlichkeit allerdings niemand. Nach dem Auftritt des iranischen Präsidenten schon gar nicht mehr.

dpa

 

Kommentare

Verfasst von theolounge.de am 25. September 2010 - 19:48.

Eben bekam ich eine Email...

Und zwar von dieser Seite hier: http://www.peace-press.org/index.html...

Und zwar von dieser Seite hier: http://www.peace-press.org/index.html

 Ich werde mir die Seite selber noch ansehen. Sie beschäftigt sich mit dem amerikanischen Religionsphilosophen und Theologen Ray Griffin, der einige Bücher zu 9/11 geschrieben hat.

Folgendes Zitat ist von ihm laut wikipedia: 

Am Ende einer seiner Vorlesungen, „9/11: The Myth and the Reality“ (dt. etwa: Der 11. September – Mythos und Realität) wurde Griffin gefragt, warum ein Theologe solch ein Interesse am 11. September habe, worauf er antwortete: „Wenn der 11. September kein theologisches Thema ist, dann weiß ich nicht, was überhaupt eines wäre.“[17]

http://de.wikipedia.org/wiki/David_Ray_Griffin#Theorien_zu_den_Anschl.C3.A4gen_vom_11._September 

Erstaunlich. Ich werde mich mal einlesen dort. Möglicherweise war 9/11 wirklich ein False Flag Angriff. 

Aus der Sicht eines Architekten kann ich zumindest soviel sagen: der Einsturz von WTC7 wirkt auf mich tatsächlich wie eine genau geplante Sprengung.

Verfasst von theolounge.de am 25. September 2010 - 1:51.

Der wahre Kriegsgrund für einen Iran-angriff...

 Den wahren Kriegsgrund formuliert die AG-Friedensforschung der Universit...

 Den wahren Kriegsgrund formuliert die AG-Friedensforschung der Universität Kassel:

Iran – auf des Messers Schneide

hier den Artikel lesen: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/paech4.html

Verfasst von marianne.henric... am 24. September 2010 - 23:02.

Wunschdenken

Wie lange schwendet man noch Zeit mit Wunschdenken,sich selbst in der Tasche l...

Wie lange schwendet man noch Zeit mit Wunschdenken,sich selbst in der Tasche lügen...

Die Iranische geistliche Leiter sind sich einig...und auch wénn dann der eine oder andere Vertreter geschickter lügt als der andere,die Richtung ändert sich nicht.sei es,endlich werden harte Sanktionen ergriffen und auch durchgehalten(sehe Bericht,man versucht schon bald,positive Zeichen zu erkennen,damit man wieder lockern könnte...).

Ahaminedjad ist genau der Mann der sie schläfrige"westliche Welt"braucht,damit man aufwacht,damit man mal wieder klar zusammengefasst bekommt,was wir furchten und nicht wahrhaben möchten....

 

 

Marianne Henrici

Verfasst von theolounge.de am 24. September 2010 - 16:58.

Nicht der Inhalt ist das Problem, sonder wer es sagt...

 Generell: ich distanziere mich zunächst einmal ausdrücklich von...

 Generell: ich distanziere mich zunächst einmal ausdrücklich von jeder Form des Antisemitismus. 

Nun aber hoffe ich, hier etwas klarstellen zu können: 

1. Verschwörungstheorie zu 9/11 ?

Ich selber bin Architekt und weise auf diese Untersuchungen hin: 

http://theolounge.wordpress.com/2010/09/24/was-geschah-wirklich-am-911-video/

In dem hier gezeigten Vortrag analysiert der Architekt Dr. Richard Gage, der einen Zusammenschluss aus über 900 Architekten und Ingenieuren zur Untersuchung der baulichen Grundlagen des 9/11 initiierte, das Geschehen. 

2. Natürlich ist es recht unsensibel, Tote gegen Tote aufzurechnen. Aber:

Andere, namhafte Leute sprechen eine ähnliche Sprache:  Jürgen Todenhöfer: "Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt." 

http://theolounge.wordpress.com/2009/11/18/der-westen-ist-viel-gewalttatiger-als-die-muslimische-welt-2/

3. Niemand will einen Iran mit Atomwaffen. Aber...

Aber das scheint eigentlich nicht das Problem zu sein, das schreiben hauptsächlich viele westliche Medien. Medien sind nun aber Verkaufsartikel: d.h. sie schreiben das, was Quote bringt. Und das tut ein Ahmadinejad natürlich. Dadurch verkaufen sich die Zeitungen besser. 

Hier habe ich ein anderes Bild zu dem Vorfall zufällig gelesen. Das muss nicht heißen, dass es hier richtig dargestellt ist - allerdings muss die recht einseitige Sicht der Medien auch nicht zwangsläufig richtig sein. 

Hier: http://www.propagandafront.de/148170/iranischer-prasident-bezichtigt-us-geheimdienstkreise-der-anschlage-von-911.html

Zudem wird diese Rede womöglich auch dazu verwendet, um einen Angriff auf den Iran medial vorzubereiten. Auch dies sollte man abwägen, bzw. zumindest im Hinterkopf haben. Der Irakkrieg jedenfalls begann mit falschen Informationen der Öffentlichkeit gegenüber: der Irak hatte definitiv KEINE Massenvernichtungswaffen. 

Hier zum möglichen Angriff auf Iran: http://theolounge.wordpress.com/2010/06/05/wann-erfolgt-der-angriff-auf-iran-arte-dokumentation/

Hier gibt Tony Blair zu, dass er damals ohnehin den Irak angreifen wollte, Massenvernichtungswaffen hin oder her: http://theolounges.wordpress.com/2009/12/12/tony-blair-admits-i-would-have-invaded-iraq-anyway/

Aus dieser Erfahrung heraus erscheint es mir sinnvoll, vorsichtig zu sein bei dem, was berichtet wird. 

 

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