Kann eine Kopfpauschale sozial sein?

Steigende Kosten bringen die Krankenkassen in die Bredouille. Foto: Fotolia

Steigende Kosten bringen die Krankenkassen in die Bredouille. Foto: Fotolia

Gesundheitssystem - Gesundheitsminister Rösler will die gesetzliche Krankenversicherung umkrempeln. So soll der Beitrag künftig nicht mehr vom Einkommen abhängen. Die Opposition beschwört das Ende des Solidarsystems. Was stimmt nun? Kann eine Kopfpauschale sozial sein? Oder weiter gefasst: Kann es einen liberalen Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit geben?

Von Ulrich Pontes

Gegen den geschlossenen Widerstand der Opposition will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die gesetzliche Krankenversicherung umkrempeln. Bei seiner Antrittsrede im Bundestag verteidigte der Minister am Donnerstag die vom Koalitionsvertrag vorgesehene Festschreibung des Arbeitgeberbeitrags und eine Umstellung des Beitragssystems auf eine feste Prämie pro Person, unabhängig vom Einkommen. Notwendig sei eine Entkoppelung der Krankenversicherungskosten von den Lohnzusatzkosten, damit, so Rösler, steigende Gesundheitskosten nicht automatisch den Faktor Arbeit belasten und zu mehr Arbeitslosigkeit führen.

Philipp RöslerÜber Beiträge einen Solidarausgleich anzustreben, wie es bislang in den gesetzlichen Kassen durch den prozentualen Beitragssatz teilweise umgesetzt wird, hält Rösler für wenig zielführend: "Der Ausgleich zwischen Arm und Reich, den halten wir in der Gesundheitsversicherung für wenig treffsicher, und deswegen für sozial ungerecht." Damit begründete Rösler die Pläne einer für alle gleichen Kassenpauschale. Der soziale Ausgleich müsse stattdessen übers Steuersystem geschehen - weshalb Einkommensschwachen bei der Kassenpauschale auch aus Steuermitteln unter die Arme gegriffen werden soll.

Heftige Diskussion auf evangelisch.de

Trotzdem erscheint ein fester Beitrag pro Person, eine Kopfpauschale also, vielen als denkbar unsozial. Das zeigen beispielsweise die Nutzerkommentare, die der Gastbeitrag "Dem liberalen Weg zu Gerechtigkeit eine Chance geben" auf evangelisch.de ausgelöst hat. Darin plädierte der Berliner Volkswirtschafts-Professor Gert G. Wagner dafür, den Koalitionsvertrag nicht sofort als unsozial zu verdammen, sondern der neuen Regierung - und damit unter anderem den Plänen für eine Kopfpauschale bei der Krankenversicherung - eine Chance zu geben.

"Man sollte dem liberalen Weg zu Gerechtigkeit fairerweise eine Chance geben", hatte Gert G. Wagner selbst über seinen Beitrag geschrieben (was von der Redaktion dann auf den genannten Titel verkürzt wurde). Darin klang schon an, dass der Autor den Vorhaben der Koalition mit einiger Distanz gegenübersteht. Viele Leser empfanden den Gastbeitrag dennoch als "neoliberal" und reagierten enttäuscht bis wütend, zumal Gert G. Wagner ihn nicht als irgendein Experte, sondern als Vorsitzender der "Kammer für soziale Ordnung" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verfasst hatte.

Anlässlich der nun wieder auflebenden Diskussion um die Gesundheitspläne sollen im Folgenden einige Fragen vertieft werden, die der Gastbeitrag und die Kommentare dazu aufwarfen.
 

Kann eine Kopfpauschale sozial sein? Wie wäre das möglich?

Viele Experten stimmen darin überein, dass die Sozialverträglichkeit einer Kopfpauschale von den Details abhängt - und diese sind noch nicht festgelegt. Natürlich bedeutet die Grundidee - eine fixe Beitragssumme pro Versichertem - das Gegenteil von sozialem Ausgleich. Wenn aber ein steuerfinanzierter Ausgleich hinzukommt, bietet das auch Chancen für mehr soziale Gerechtigkeit. Das sieht nicht nur der FDP-Gesundheitsminister so.

Gert G. Wagner erklärt den Grundgedanken: "Sozialer Ausgleich sollte über progressive Steuern, also die Einkommensteuer, finanziert werden." Denn die Einkommenssteuer greife bei allen Einkunftsarten und steige sogar im prozentualen Satz, je höher die Einkünfte ausfallen - Sozialversicherungsbeiträge fallen indes nur auf Arbeitseinkommen an. Außerdem, so Wagner, böten sich mit der Kopfpauschale neue Chancen, auch Beamte und Privatversicherte zum sozialen Ausgleich heranzuziehen. Diese tragen zum derzeitigen gesetzlichen Sozialversicherungssystem gar nicht bei. (Zu diesen Themen hat sich die Evangelische Kirche übrigens umfassend in dem EKD-Text "Solidarität und Wettbewerb: Für mehr Verantwortung, Selbstbestimmung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" geäußert http://www.ekd.de/EKD-Texte/ekd_text_74_1.html)
 

Was heißt: Sozialer Ausgleich ist "vorgesehen"?

"Kommt er nun oder kommt er nicht, der soziale Ausgleich?" wurde in Kommentaren zu Gert G. Wagners Beitrag zurückgefragt. Schwarz-Gelb lässt diese Frage im Koalitionsvertrag faktisch offen, weil keine Details genannt werden. Diese sollen erst von einer aus Politikern und Wissenschaftlern bestehenden Regierungskommission ausgearbeitet werden. Medienberichten zufolge drückt der neue Gesundheitsminister hier aufs Tempo und will dieses Gremium noch in diesem Jahr einsetzen.

Gert G. Wagner plädiert aus den oben genannten Gründen dafür, offen für eine Änderung zu sein: "Die Chance auf eine sozial sinnvolle Lösung durch eine Veränderung des bisherigen Systems sollte nicht leichtfertig vergeben werden." Dabei sei allerdings auch Einsatz gefragt: "Je mehr dafür von gesellschaftlichen Gruppen (wie der EKD) und Parteien gekämpft wird, um so eher kommt der soziale Ausgleich."

Etwas weniger hoffnungsfroh hat es IG-Metall-Chef Berthold Huber formuliert: "Die Vereinbarungen zum Beispiel zur Gesundheitspolitik sind sozialer Sprengstoff, den die FDP gelegt hat." Aber auch er gesteht zu, dass das Ergebnis noch offen ist: "Ob er zündet, wird sich wohl erst nach der Wahl in NRW erweisen."
 

Wäre ein sozialer Ausgleich nicht am einfachsten zu erreichen, indem man die Beitragsbemessungsgrenze abschafft?

Es scheint verlockend: Wenn jeder, egal wie hoch das Einkommen, einen festen Prozentsatz davon an Beitrag zahlt, dann würden doch die Reichsten auch am meisten zahlen. Dass dies theoretisch stimmt, dem pflichtet auch Gert G. Wagner bei. Aber eben nur theoretisch: Zum einen dürfe ein Versicherungsbeitrag aus grundsätzlichen rechtlichen Erwägungen nicht wie eine Steuer wirken. Vielmehr müsse eine Relation zur Leistung gewahrt bleiben - das würde ohne Beitragsgrenze schwierig, weil dann die Beiträge ja beliebig hoch werden könnten.

Aber wichtiger noch: Letztendlich wäre ein solches Beitragssystem in der Praxis doch nicht sozial gerecht, wie Wagner erläutert: Erstens fehlt ihm im Vergleich zum Steuersystem die Progression. Bei der Einkommensteuer gilt ja kein einheitlicher Prozentsatz, sondern mit steigendem Einkommen wächst der prozentuale Anteil, der abgeführt werden muss - Reichere zahlen also sogar überproportional viel. Zudem würde eine Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze Vielverdiener in die Privatversicherung drängen, wo sie dann erheblich günstiger wegkämen.
 

Wie kann es einen "sozialen Ausgleich über einen Umweg der Entlastung der Besserverdienenden und einer Entbürokratisierung" geben?

Diese Formulierung verwendete Gert G. Wagner in seinem Kommentar. Wir haben ihn gebeten, das scheinbare Paradox - in einem Nutzerkommentar gar als "unfreiwillige Satire" bezeichnet - zu erläutern. Wagner schreibt: "Wenn die Arbeitslosigkeit aufgrund des 'liberalen Weges' sinkt, ist das der größtmöglich vorstellbare soziale Ausgleich."
 

Aber kann denn eine liberalere Politik zu mehr Arbeitsplätzen führen? Zeigt nicht die Vergangenheit (die letzten 20 Jahre) das Gegenteil?

Zu dieser Frage gibt es widersprüchliche Meinungen. Wirtschaftsverbände loben etwa, dass der Koalitionsvertrag Lohnnebenkosten begrenze, durch Korrekturen an Unternehmens- und Einkommenssteuer dem Mittelstand helfe, durch Technologieförderung Deutschland als Industriestandort stärke und durch den Verzicht auf Mindestlöhne ein Hemmnis für die Schaffung von Arbeitsplätzen vermeide. All dies hat nach Überzeugung der Wirtschaftsvertreter - und mancher Konjunkturforscher - auch positive Effekte auf den Arbeitsmarkt.

Andere Experten sehen das anders. Der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD etwa, Gerhard Wegner, gibt angesichts möglicherweise entstehender Arbeitsplätze zu bedenken: "Die Frage ist, was für Arbeitsplätze das sind!" Die Koalition wolle ja etwa keine Mindestlöhne. Voraussichtlich würden vor allem unsichere und sehr schlecht bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Wegner: "Die Frage ist, ob das zu dem führt, was wir uns unter Förderung von Teilhabe vorstellen." Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Entlastung mittlerer und höherer Einkommen gerade nicht zu mehr Konsum und somit mehr Wachstum und Arbeit führe (siehe auch Interview mit Gerhard Wegner).

Auch Gert G. Wagner ist durchaus skeptisch, ob eine liberalere Politik die erhofften Auswirkungen am Arbeitsmarkt haben wird: "Vieles spricht tatsächlich dafür, dass liberalere Politik nicht zu mehr Arbeitsplätzen führt", so der Volkswirtschaftler. Wirklich wissen könne es im Vorhinein aber eben niemand. Deshalb sei die Frage, ob man darauf setzt oder nicht - und genau diese Entscheidung hätten die Wähler bei der Bundestagswahl treffen müssen. Mit dem Ergebnis, dass eine Mehrheit für den liberalen Weg zustande kam.
 

Wenn eine Kopfpauschale so sozial ist, kommentierte ein Nutzer, dann sollte man doch die Kirchensteuer auch zu einer Kopfpauschale weiterentwickeln. Oder?

Derzeit ist die Kirchensteuer analog zur Einkommensteuer progressiv an die Einkünfte gekoppelt - "das finden wir gerecht, das will keiner ändern", betont Gerhard Wegner vom Sozialwissenschaftlichen Institut. Auf diese Weise sei bei der Kirchensteuer der soziale Ausgleich bereits eingebaut, der bei der Krankenversicherung bislang fehlt (siehe oben). Umgekehrt plädiert ja auch Gesundheitsminister Rösler dafür, sozialen Ausgleich über das Steuersystem zu schaffen, weil dieses dafür am besten geeignet sei.
 

Was ist und wie funktioniert die Kammer für soziale Ordnung?

Den Artikel "Dem liberalen Weg zu Gerechtigkeit eine Chance geben", seinen Kommentar zum Koalitionsvertrag, schrieb Gert G. Wagner als Vorsitzender der Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese und andere Kammern (etwa für Theologie oder für öffentliche Ordnung) erarbeiten Stellungnahmen zu Themen aus ihrem jeweiligen Sachgebiet. Sie setzen sich aus Experten und Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Akteure zusammen, die der Rat, also das oberste Leitungsgremium der EKD, für diese Aufgabe beruft.

Damit ist die Arbeit der Kammern an die Amtsperiode des Rats der EKD geknüpft. Mit der Wahl und Einführung eines neuen Rats Ende Oktober ist somit auch die bisherige Sozialkammer, deren Vorsitzender Gert G. Wagner war, automatisch aufgelöst. Der neue Rat wird demnächst die Mitglieder einer neuen Sozialkammer berufen - dabei kann es sich aber durchaus auch um Mitglieder der bisherigen Kammer handeln.

Ein über Gert G. Wagners Gastbeitrag verärgerter Nutzer schlug vor, als Protest aus der Kirche auszutreten - mit ausbleibenden Kirchensteuern würde die EKD dann auch "Pöstchen" wie die des Vorsitzenden der Sozialkammer streichen. Das ist allerdings wenig aussichtsreich: Die Tätigkeit in der Sozialkammer ist rein ehrenamtlich - also nicht bezahlt.

Mit Material von dpa

Kommentare

Verfasst von Gast am 20. April 2010 - 12:38.

Meiner Meinung nach kann eine

Meiner Meinung nach kann eine Kopfpauschale nur sozial gerecht sein, wenn es...

Meiner Meinung nach kann eine Kopfpauschale nur sozial gerecht sein, wenn es die Haushaltslage des Bundes zulässt, Ausgleichzahlungen aus dem Haushalt vorzunehmen.
Da der Schuldenstand des Bundes bekannt ist, sind Zweifel an einer sozial gerechten Lösung wohl nicht von der Hand zu weisen.
Sollte die Kopfpauschale dennoch eingeführt werden, sind dann drei Szenarien denkbar.

1. Es kommt zu weiteren Lesitungsausgrenzungen, damit der Bundeshaushalt nicht zu stark belastet wird. Dazu könnte zum Beispiel der Katalog der Individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) erheblich erweitert oder weitere Arzneimittel aus der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen herrausgenommen werden. Diese Leistungen müssten dann vom Versicherten privat gezahlt werden. Gesundheit ist dann eine Frage des Geldbeutels und sicherlich nicht mehr für jeden erschwinglich.

2. Alternativ könnten natürlich zur Finanzierung der Ausgleichszahlungen die Steuern erhöht werden. Aber das ist von den derzeitigen Regierungsparteien ja nicht erwünscht. Ja man verspricht teilweise sogar Steuersenkungen!

3. Oder aber, und das ist die einfachste Lösung, es wird Ausgleichzahlungen geben, die aber für viele nicht hoch genug ausfallen werden.

Im Übrigen lohnt sich ein Blick auf unser Nachbarland Schweiz. Dort ist man heute, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, nicht gerade glücklich über die bereits bestehende Kopfpauschale.
Ansonsten hat die Idee der Kopfpauschale durchaus seinen Reiz. Vorraussetzung für die soziale Gerechtigkeit ist aber eine solide Haushaltslage des Staates.

Verfasst von Gast am 12. März 2010 - 12:52.

Die "Reichen" sind eh schon weg

Wer wirklich gut verdienen ist doch schon privat vesichert und die mittleren...

Wer wirklich gut verdienen ist doch schon privat vesichert und die mittleren Einkommen stöhnen unter der Last der Krankenversicherung. Kleinunternehmertum ist nicht möglich, weil mindestens 320 Euro Krankenversicherung zu zahlen sind, egal auch wenn man nur 400 Euro verdient. Das ist auch nicht gerecht. Totale Gerechtigkeit wird es nie geben. Aber ein Handwerker verlangt doch auch nicht vom mir mehr GEld weil ich gut verdiene, der hat doch auch feste Sätze für seine Leistung.

Verfasst von Gast am 22. November 2009 - 8:47.

RE: Kann eine Kopfpauschale sozial sein?

Mein Vorposter hat geschrieben: "Gerd Wagner hat insofern Recht, als eine...

Mein Vorposter hat geschrieben:
"Gerd Wagner hat insofern Recht, als eine Kopfpauschale nicht per se unsozial ist."

Dem muss ich widersprechen. Sogar die FDP gibt zu, dass die Kopfpauschale per se absolut unsozial ist, sonst würde sie erst gar nicht von einem Ausgleich sprechen. Wahrscheinlich tun sie das aber nur, weil der Koalitionspartner noch eine marginale Resterinnerung an die Verfassungsgrundsätze hat.

Und lieber Herr Pontes, ich erwarte von einer Kirche nicht, dass sie sich überhaupt politisch betätigt oder sich für materielle Dinge interessiert. Wenn sie das aber tut, hat sie im christlichen Sinne radikal zu sein - und zwar richtig radikal, ohne Netz und doppelten Boden. Jede vorschnelle Relativierung einer potenziell destruktiven Politik, so beruhigend sie auch auf einfache Gemüter wirkt, kann sich noch bitter rächen, während Ermahnung und Kritik sicher nicht schadet, ganz im Gegenteil zum Denken anregt.

Es gibt vermehrt Hinweise aus Fachkreisen, dass das Vorhaben kostenmäßig für alle nach hinten losgeht. Die Prognosen fallen sehr unterschiedlich aus, teilweise katastrophal mit über 70 mrd Euro Minus. Allein schon diese Unwägbarkeiten sollten Grund genug sein, von Floskeln wie "Chance geben" Abstand zu nehmen. Ansonsten müssen Sie sich hier nicht wundern, wenn Leser sich erschrocken fragen, welche Seilschaften eigentlich zu dieser Durchdringung mit antisozialem Mainstream führen. Das muss die Kirche sich nicht freiwillig antun. Ist ja nicht die Friedrich-Naumann-Stiftung hier, oder doch?

Und an das Märchen von den bösen Lohnnebenkosten kann ein vernünftiger Mensch nicht im Ernst glauben. Diese Kosten sind auch Lohn, und Kürzungen werden sehr bald mit umgekehrtem Vorzeichen in den Lohnforderungen auftauchen. In die gleiche Kiste gehört die ewige Leier von der Selbstverantwortung und Eigeninitiative, zu der man dann unter Androhung von Strafen gezwungen wird.

Ich will Ihnen zu Gute halten, dass Sie einen aufrichtigen Stil pflegen, Sie aber auch ermuntern, scheinbare Selbstverständlichkeiten noch etwas frecher zu hinterfragen. Es wird Sie schon nicht den Job kosten. Und wenn doch, lagen Sie ja goldrichtig :-)

Verfasst von Gast am 12. November 2009 - 18:51.

RE: Kann eine Kopfpauschale sozial sein?

Gerd Wagner hat insofern Recht, als eine Kopfpauschale nicht per se unsozial...

Gerd Wagner hat insofern Recht, als eine Kopfpauschale nicht per se unsozial ist. Die Kritiker liegen aber mit irer eher emotionalen Ablehnung richtig, wenn man das Gesamtkonzept betrachetet. Die FDP will ja kein gerechteres Steuersystem, sondern fast schon systematisch bestimmte Gruppen (Steuerberater, Apother) oder generell die oberen Einkommensbezieher begünstigen: Schon jetzt beim Kindergeld/Freibetrag bei den Erben und erst Recht bei den geplanten 24 Mrd. Steuersenkungen. Die unteren Einkommesnbezieher zahlen schon jetzt keine oder kaum Steuern, entlastet wird die obere Mittelschicht und darüber. (Stufentarif mit 35% Spitzensteuersatz!)
Insofern ist es fast schon naiv, im Ergebnis auf eine sozial ausgewogene Kopfpauschale zu hofffen, obwohl sie theoretisch möglich wäre.

Thomas Zuleger

Verfasst von Gast am 12. November 2009 - 18:45.

RE: Kann eine Kopfpauschale sozial sein?

Dank dieses Portals gibt es eine Diskussionsmöglichkeit über Wagners...

Dank dieses Portals gibt es eine Diskussionsmöglichkeit über Wagners Thesen. Das ist sehr wertvoll, dafür setzte ich gern meine Kirchensteuern ein. Ich hoffe, dass auch die verärgerten Gast-Schreiber an dem Thema dran bleiben und sich melden, wenn es konkreter wird.

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