Ministerin Öney will 'Gesinnungstest' abschaffen

Integrationsministerin Bilkay Öney

Bilkay Öney (SPD), die neue Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Integration - Seit Mai ist Bilkay Öney (SPD) Integrations-Ministerin in Württemberg. Sie ist die zweite türkischstämmige Ministerin in Deutschland. Ihre ersten Vorschläge im Amt: Doppelte Staatsbürgerschaft und keine Einbürgerungstests mehr.

Die neue baden-württembergische Ministerin für Integration, Bilkay Öney (SPD), will den Gesprächsleitfaden für Ausländer abschaffen. Außerdem sprach sie sich bei der Vorstellung ihres neuen Ministeriums am Montag in Stuttgart dafür aus, Menschen mit Migrationshintergrund eine doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Viele dieser Menschen hingen "emotional" an ihrem Herkunftsland. Es sei nicht sinnvoll, junge Erwachsene, die in Deutschland geboren sind, aber ausländische Eltern haben, zu zwingen, sich für einen Pass zu entscheiden.

Nach Ansicht der Integrationsministerin hat das Blutbad in Norwegen gezeigt, dass Fanatismus und Extremismus "das Übel dieser Zeit sind". Auch in Deutschland sei Angst vor dem Islam verbreitet, sagte mit Blick auf den Anschlag.

Landesstelle gegen Diskriminierung und Wissenschaft zum Thema

Öney will eine Landesstelle gegen Diskriminierung einrichten. Diskriminierung ist ihrer Meinung nach ein großes Thema. So gebe es in Schulen Lehrerinnen und Lehrer, die Kinder mit Migrationshintergrund "unbewusst ethnisch" diskriminierten.

Öney will außerdem ein Institut für Migrationsforschung errichten. Dabei sei die Uni Tübingen eine "Option", weil es dort mit dem neuen Fach islamische Theologie und weiteren Experten eine gute Infrastruktur gebe.

Bilkay Öney leitet seit dem 12. Mai in Baden-Württemberg das Integrationsministerium. Sie ist nach der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan (CDU), die zweite türkischstämmige Ministerin. Geboren wurde Öney in Ostanatolien, aufgewachsen ist sie in Berlin. Sie war dort Abgeordnete des Landesparlaments. Vor zwei Jahren wechselte sie von den Grünen zur SPD.

epd

Kommentare

Verfasst von Lutz M. am 5. August 2011 - 11:55.

Veränderungen?

Sie schreiben, dass Frau Öney seit Mai Integrationsministerin in B/ W ist und...

Sie schreiben, dass Frau Öney seit Mai Integrationsministerin in B/ W ist und thematisieren hier ihr Statement zu den Integrationsseminaren.

Was mich interessiert: Sie ist jetzt 3 Monate im Amt. Was hat sie bisher bewegt? Welche Konzepte veröffentlicht? Leider finde ich dazu nichts bei evangelisch.de, auf der Homepage des Integrationsministeriums oder in der sonstigen Presse.

Doch nicht etwa, weil es von dieser Fachfrau nichts dergleichen gibt, oder?

Verfasst von Gast am 14. August 2011 - 9:38.
Kommentar auf: Veränderungen?

Bankangestellte

Hier finden Sie etwas in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Bilkay_%C3%...

Hier finden Sie etwas in Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilkay_%C3%96ney

Kurzform: Hat ein wenig als Bankandestellte gearbeitet und dann im Medienbereich.

Also: Geldzählen und "rumquatschen" und zusehen, dass ANDERE sie "gut finden" (erst Grüne dann Sozialdemokraten). Die Tätigkeit in der Bank erwähnt sie bezeichnenderweise auf ihrer eigenen Homepage nicht:

http://www.integrationsministerium-bw.de/servlet/PB/menu/1268738/index.h...

Mithin würde ein Personalchef hier - gelinde gasagt - skeptisch werden. Falls sie hier der "Renner" gewesen wäre, hätte sie dies sicher an die "Große Glocke gehängt".

Naja, wie ich unsere Politikerkaste so einschätze, wird die Frau sicher noch Wirtschaftsminister.

Ach so,... sie war bei den Pfadfindern. Sie kann (wahrscheinlich) also immerhin ein Lagerfeuer anmachen.

So leid es mir tut: viel eigenes Substantielles ließ sich nicht finden.

Vielleich haben andere Leser mehr Glück.

....was hier so alles mal eben Minister wird....?!?

Verfasst von Gästin am 4. August 2011 - 19:52.

Verstehen

Vielleicht verstehen Sie Herr Terbyken und Frau Öney nach dem Beschäftigen mit...

Vielleicht verstehen Sie Herr Terbyken und Frau Öney nach dem Beschäftigen mit diesen Geschehnissen z.B.: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,778449,00.html warum der Deutschkurs und der politische Teil des Integrationskurses so wichtig sind.

Wer diese Maßnahmen als "Gesinnungstest" diffamiert und die Geschehnisse in Norwegen politisch für seine Zwecke (hier: Bekämpfung der Maßnahemn zur Integration) instrumentalisiert, der begeht einen schweren Fehler. Einen Fehler, der die Häufigkeit der im Link beschriebenen Geschehnisse nicht senken hilft. Noch dazu alternative Integrationsmaßnahmen nicht genannt werden.

Nein sagen-Herr Terbuyken, Frau Öney: kann jeder. Besser machen, bessere Ideen formulieren: das ist angesagt und kann offensichtlich nicht jeder.

Verfasst von Gast am 28. Juli 2011 - 7:44.

Pfui!

Die Frau Öney benutzt und mißbraucht diese unfassbar grauenvolle Tat in...

Die Frau Öney benutzt und mißbraucht diese unfassbar grauenvolle Tat in Norwegen für ihre politischen Ziele.

Pfui! Frau Öney
Pfui! SPD
Pfui! Politik

Das hat mit Integration nicht das GERINGSTE zu tun!
Das hat mit Christentum nichts zu tun!
Das hat mit dem Islam nichts zu tun!
Das hat mit garnichts zu tun!

Und ich weine mit den Eltern der Kinder, ich weine mit den Angehörigen der Opfer und mit jedem Menschen der sein Herz für soviel Leid öffnet.

Verfasst von Gast am 27. Juli 2011 - 15:10.

Wann?

Wann verstehen Sie auf evangelisch.de endlich, dass die Integrationsauflagen...

Wann verstehen Sie auf evangelisch.de endlich, dass die Integrationsauflagen nicht GEGEN Migranten gemacht wurden, sondern FÜR Migranten?

Es ist die einzige gesetzliche Grundlage, die wir haben, Migranten zum Unterricht zu bewegen unsere Sprache, die sie auf dem hiesigen Arbeitsmarkt nun einmal brauchen, und ihre staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten zu lernen.

Wo ist Öneys Ermunterung an baden-württembergische Menschen mit "muslimischen" Glaubens- bzw. Migrationshintergrund sich im Ehrenamt (DLRG, DRK, Feuerwehr, THW, usw.) zu engagieren und diesen Integrationsriemen zu nutzen, wo doch die Kirchen aus verständlichen Gründen hier etwas zurückstehen? Wo ist Frau Öneys Bekenntnis zum Grundgesetz, dass niemand obgrund seiner Religion benachteiligt, aber eben auch nicht bevorzugt werden darf? Schließlich MUSS das Integrationszentrum ja nach Tübingen an das Islamzentrum, hört, hört!

Frau Öney, die größten Migrantengruppen in B-W nach dem Krieg waren nach Zahl der Einwanderer:
Polen, Russlanddeutsche, Ex-Jugoslawen, dann "erst" (absteigend:) Türken, Iraner, Maghrebbiner, weitere Europäer -vor allem Italiener, Portugiesen und Spanier, andere Afrikaner und Araber.

Ihren Schwerpunkt sehen Sie aber bei den Muslimen, die mit Ihrer Begründung "is so, weil muss so sein und war auch immer so" benachteiligt werden, ja unterdrückt werden. Aha, das klärt auf.

Und noch etwas: Ein Türke, der in dritter Generation hier in B-W lebt, ist kein Migrant! Er ist Deutscher-von mir aus, wenn Sie darauf bestehen und Ihre community besonders herausstellen müssen: mit türkischen Wurzeln. Nach welcher Definition soll er denn bitte schön Migrant sein?

Doppelte Staatsbürgerschaft und keine Einbürgerungstests mehr.
Das ist bzw. das wäre die Bankrotterklärung gegenüber den Zuständen, die zu Desintegration und Parallelwelt führten. Es wäre die Rückkehr der Fehler der Vergangenheit.

Die Migranten gehören aber in keine Parallelwelt, sie gehören integriert, gebildet und für den Arbeitsmarkt fit gemacht, damit diese überwiegend fleißigen Menschen eine reale Chance erhalten frei, friedlich und selbstwewusst hier in unserer Mitte leben zu können.

So gebe es in Schulen Lehrerinnen und Lehrer, die Kinder mit Migrationshintergrund "unbewusst ethnisch" diskriminierten.

Dieses diffuse : "muss so sein, weil ist so" hier auf evangelisch.de, auch noch kommentarlos wiederholt, zu lesen, ist bitter. Dieser ideologische Dreck verhinderte doch bisher die Integration!

Dazu: Teilte man Deutsche nach Ihrer Abstammung ein so wie das Frau Öney tut, wäre man a)nicht besser als die Nazis und b) käme man in B-W zu dem Ergebnis, dass die Deutschen mit iranischer Abstammung die gebildetste -gemessen an Schul- Uniabschluss und Verdienst- ist, vor den "Einheimischen" und den Polen. Iraner ist nicht gleich Muslim, das weiß ich. Dennoch sei dies hier einmal erwähnt.

Ich weiß nicht, ob Sie bei evangelisch.de sich im Klaren darüber sind, dass diese Frau dabei ist, die schmalen Integrationserfolge der letzten 5 Jahre zu torpedieren und uns in die Steinzeit zurück beordert.

Nach Ansicht der Integrationsministerin hat das Blutbad in Norwegen gezeigt, dass Fanatismus und Extremismus "das Übel dieser Zeit sind".

Dieses Fanal der Unmenschlichkeit politisch derart einseitig zu mißbrauchen ist skandalös. Es suggeriert, dass Migranten in Deutschland gewollt und offiziell dieser Art von Gewalt ausgesetzt werden.

Auch in Deutschland sei Angst vor dem Islam verbreitet, sagte mit Blick auf den Anschlag.

Ja, Frau Bilkay Öney: SIE machen mir mit Ihren Statements Angst. Ich fürchte mich vor Ihnen. Weil Sie Muslimin sind? Nein, ganz sicher nicht. Das ist mir vollkommen egal. Nein, weil Sie unfassbar dumm und ignorant, dazu aber ideologisch und dogmatisch sind!

Dieser Nährboden, auf dem Frau Öney gedieh, ist kein demokratischer. Auf ihm wachsen die Spaltpilze der Integration, Frau Öney ist ein solcher im Ministeramt.

Verfasst von HannoTerbuyken am 28. Juli 2011 - 10:11.
Kommentar auf: Wann?

Gast schrieb:Wann verstehen

Gast schrieb:Wann verstehen Sie auf evangelisch.de endlich, dass die...

Gast schrieb:
Wann verstehen Sie auf evangelisch.de endlich, dass die Integrationsauflagen nicht GEGEN Migranten gemacht wurden, sondern FÜR Migranten? [...] Dieses diffuse : "muss so sein, weil ist so" hier auf evangelisch.de, auch noch kommentarlos wiederholt, zu lesen, ist bitter. [...] Ich weiß nicht, ob Sie bei evangelisch.de sich im Klaren darüber sind, dass diese Frau dabei ist, die schmalen Integrationserfolge der letzten 5 Jahre zu torpedieren und uns in die Steinzeit zurück beordert.

Mal unabhängig davon, ob man ihre Einschätzung von Frau Öney teilt - dies hier ist eine Nachricht. Wir haben vermeldet, was Frau Öney vorhat. Mit einer Bewertung hat das erstmal nichts zu tun. Dafür würden wir dann einen Kommentar schreiben, aber das definitiv nicht über die Meldung aus einer Nachrichtenagentur abhandeln. Das hier ist eine Meldung - eine Information über Tatsachen. Keine Bewertung. Die Bewertung lesen Sie da selbst aus ihrer eigenen Situation hinein.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Stephan Hermeling am 1. August 2011 - 11:44.

Nein

Wenn man einen Bericht auf seiner Homepage postet-noch dazu ohne Quellenangabe...

Wenn man einen Bericht auf seiner Homepage postet-noch dazu ohne Quellenangabe von welcher Agentur- dann hat man auch die Verantwortung dafür.

Und wenn man das Wort "Gesinnungstest" anstatt der Worte: "Test nach einem Lehrgang" übernimmt, zumindest aber nicht erklärt was Frau Öney hier als "Gesinnungstest" bezeichnet, dann kann man kaum von einer Meldung sprechen, die wertfrei sei.

Verfasst von Stephan Hermeling am 1. August 2011 - 13:50.
Kommentar auf: Nein

Sorry

Ich habe jetzt erst den Verweis zum epd gesehen. Entschuldigen Sie bitte diesen...

Ich habe jetzt erst den Verweis zum epd gesehen. Entschuldigen Sie bitte diesen Vorwurf meinerseits.

Verfasst von Gast am 29. Juli 2011 - 9:58.

@HannoTerbuyken

Sehr geehrtes Team von evangelisch.de, ih habe Ihre Hinweise gelesen und nehme...

Sehr geehrtes Team von evangelisch.de,

ih habe Ihre Hinweise gelesen und nehme sie zum Anlass zu folgender Replik:

1. Ich wusste nicht, dass Sie Agenturmeldungen 1:1 quasi automatisch übernehmen. Insofern ich akzeptiere, dass dies eine Meldung und keine Meinung der Redaktion darstellt.

2. Ich meine aber durchaus, dass Sie dennoch Verantwortung für den Inhalt insofern tragen, als dass es ja Ihre Homepage ist. Insofern es eine Meldung ist, Sie aber dennoch als Adressat meines Kommentars bzw. die darin enthaltenden bewertenden Teile sicher ungeeignet sind. Das akzeptiere ich.

3. In einer Demokratie kann jeder nach den allgemeinen Regeln die Rede und Gegenrede ergreifen, meine ich. Insofern man meine Einschätzung zu und über Frau Öney nicht teilen muss. Das habe ich aber auch nirgends verlangt, Herr Terbuyken. Im Gegenteil würde ich mich über weitere Meinungen zu dieser Meldung, die mich zum nachdenken anregen würden, sehr freuen. Und sind sie meiner Meinung gegenüber kritisch, dann habe ich damit kein Problem.

Verfasst von Gast am 29. Juli 2011 - 10:00.
Kommentar auf: Sie haben Recht, Herr

@J.R.

Vielen Dank für Ihr Kompliment. Gestatten Sie bitte die Frage: Wie sehen Ihre...

Vielen Dank für Ihr Kompliment.

Gestatten Sie bitte die Frage: Wie sehen Ihre Erfahrungen/ Einschätzungen bgzl. Frau Öneys Aussagen aus?

Verfasst von Stephan Hermeling am 1. August 2011 - 12:01.
Kommentar auf: Zertifikat für Politiker

Jein

Ein genereller Eignungstest für Politiker, so beweisen diese Äußerungen der...

Ein genereller Eignungstest für Politiker, so beweisen diese Äußerungen der Frau Öney, ist längst überfällig.

Ja: weil man schon eine gewisse Eignung zur Politikarbeit mitbringen sollte.

Nein: weil sich das nicht so einfach festmachen lässt. Frau Öney ist diplomierte Betriebswirtin, formal also definitiv qualifiziert. Aber auch ein Hilfsarbeiter kann und soll Politik in unserem Land machen, zumindest aber seinen politischen Willen erkläeren dürfen und können.

Ich bin der Meinung, dass letztlich der Wähler einfach wieder genauer hinschauen sollte, sich wieder mehr einmischen sollte.

Ein Bonmot: Genau das soll z.B. der Integrationskurs u.a. bewerkstelligen. Dass sich Migranten, sobald sie den deutschen Pass besitzen aktiv und passiv zur Wahl stellen mit ihren Ideen und sich einbringen in den demokratischen Diskurs. Dass Frau Öney das nun kritisiert, lässt tief in eine ideologisierte Herangehensweise und fehlendem Demokratieverständnis blicken. Dass sie sich damit gegen die empirisch belegbaren Erfahrungswerte aus Skandinavien stellt, sei nur am Rande erwähnt.

Die These: -je gebildeter ein Volk, desto größer die Chancen für gelebte innergesellschaftliche Demokratie- ist nicht von mir, aber schon oft durch Politikwissenschaftler heiß und innig diskutiert, ja teilweise sogar empirisch belegt worden, wenngleich Bildung kein allleiniger Garant ist-wie man z.B. für Osteuropa lange Jahre konstatieren musste.

Ich denke aber, dass man folgendes als einen Allgemeinplatz ansehen kann: einem politisch gebildeten Menschen fällt es normalerweise leichter, sich in einen Diskurs einzubringen und seine Ideen in den Dikurs einzubringen-der Berufsabschluss ist dabei sekundär.

Noch was zum Schluss: Dass man mit einem Test abschließt, ist lediglich ein methodisch-didaktisches Element. Erinnern Sie sich, wie aufmerksam Sie in der Schule waren, wennd er Lehrer sagte: das ist nicht prüfungsrelevant. Nun: warum sollte es Migranten da anders gehen, sidn sie doch Menschen wie du und ich.

Verfasst von HannoTerbuyken am 29. Juli 2011 - 10:42.
Kommentar auf: @J.R.

Ich kenne Frau Öney nicht,

Ich kenne Frau Öney nicht, aber ich halte es prinzipiell für sinnvoll...

Ich kenne Frau Öney nicht, aber ich halte es prinzipiell für sinnvoll, Integrationsminister(innen) einzusetzen, die die Lage eines wesentlichen Anteils der Einwanderer hierher kennen. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass gewisse Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Integration gegeben sein müssen, insbesondere Sprachkenntnisse. Ein Einbürgerungstest, den die meisten Deutschen auch nicht bestehen würden, macht aber wenig Sinn. Auch gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft spricht in meinen Augen nichts. Einwanderung und Akzeptanz beiderseits hat viel mit gefühlter Identität zu tun. Da können zwei Pässe hilfreich sein. Wer seine Wurzeln in zwei Ländern hat oder eine gefühlte Zugehörigkeit zu zwei Nationen ausdrücken will, sollte das ruhig tun dürfen.

Der Ministerin kann man nicht vorwerfen, dass sie ihr Augenmerk nur auf die Einwanderer legt - das ist schließlich ihre Aufgabe. Wie viel Fingerspitzengefühl sie dabei beweist, muss sie nun erstmal zeigen. Aber wie jeder neue Minister steckt sie erstmal ihr Revier ab. Damit zeigt sie zumindest, dass sie sich selbst in die deutsche Politikerriege problemlos integriert - das macht nämlich jeder so.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Stephan Hermeling am 1. August 2011 - 12:11.

Veto

Ein Einbürgerungstest, den die meisten Deutschen auch nicht bestehen würden,...

Ein Einbürgerungstest, den die meisten Deutschen auch nicht bestehen würden, macht aber wenig Sinn.

Der Test lässt sich nach Besuch des Sprachkurses und der politischen Bildung lässig bestehen. Das beweisen die Zahlen deutlich.

Ferner ist der Test nur das Ende eines wirksamen Weiterbildungspakets.

Frau Öney und Sie müssen sich bei Ihrer Kritik fragen lassen, ob Sie eventuell gar nicht wollen, dass Migranten ihre Rechte und Pflichten kennenlernen und sie so der Chance berauben wollen, dass sie sich nicht irgendwelche Stellvertreter suchen müssen sondern sich selbst aktiv in die deutsche Politik einbringen können.

Verfasst von Rolf B. am 7. August 2011 - 19:29.
Kommentar auf: Einbürgerungstest

Nichts

Tja Herr J.R., von Herrn Terbuyken scheint nichts zu kommen. Ich finde das...

Tja Herr J.R.,

von Herrn Terbuyken scheint nichts zu kommen. Ich finde das schade, denn den von Ihnen mitangestoßenen Dialog und dem von GAST hätte ich gern beantwortet gelesen.

Verfasst von Gast am 29. Juli 2011 - 15:34.

Antwort

Vielen Dank Herr Terbuyken für Ihre Antworten. Ich kenne Frau Öney nicht, aber...

Vielen Dank Herr Terbuyken für Ihre Antworten.

Ich kenne Frau Öney nicht, aber ich halte es prinzipiell für sinnvoll, Integrationsminister(innen) einzusetzen, die die Lage eines wesentlichen Anteils der Einwanderer hierher kennen.

Das sehe ich auch so. Meine aber eine verbeamtete Staatssekretärin/ verbeamteter Staatsekretär im Innenministerium wäre hier eine geeigntere Lösung als eine Ministerin/ Minister. Aber vielleicht ist das auch "nur" Geschmackssache.

Denn Frau Öney mag gern behaupten, dass Sie die Situation der Migranten in B/W kennt, wie sie hier: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-05/bilkay-oeney-integrations... zu Protokoll gibt. Allein: Sie ist Betriebswirtin http://www.integrationsministerium-bw.de/servlet/PB/menu/1268738/index.html und war Abgeordnete in Berlin. Eine Frau oder ein Mann vor Ort, mit einschlägiger beruflicher Ausbildung erschiene mir passender. Aber gut, Frau Öney kann ja Kompetenz in ihrem Ministerium bündeln, wohl auch deshalb wurde Stehle berufen: http://www.integrationsministerium-bw.de/servlet/PB/menu/1268813/index.h... .

Ich sehe Frau Öney kritisch nach diesem Statement hier und aufgrund ihres Berliner Backrounds. Und "Berliner Backround" ist nun wahrlich keine Qualitätsreferenz bzgl. Integrationsarbeit. Das heißt aber nicht, dass ich ihr nicht eine "Chance" gäbe. Letzteres klingt gönnerhaft, ist aber nicht so gemeint. Ich wollte lediglich betonen, dass ich mich fair verhalten möchte ihr gegenüber.

Noch eine Anmerkung: Man könnte aufgrund Ihrer Worte meinen, dass Sie Frau Öney für befähigt halten, die Situation von Migranten zu kennen, weil sie einen türkischen Migrationshintergrund hat. Hiervor warne ich eindringlich! Um die Situation von Migranten zu kennen, bedarf es keiner "Geburtsqualifikation", sondern der sauberen wissenschaftlichen Arbeit bzw. der sachgerechten politischen Reflexion wissenschaftlicher Ergebnisse. Ich betone dazu aber nochmal: Damit sei nicht gesagt, Frau Öney sei dazu nicht in der Lage. Damit sei aber gefordert, dass sie es in Zukunft mehr zeige, als sie es in diesem Statement hier tat.

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass gewisse Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Integration gegeben sein müssen, insbesondere Sprachkenntnisse.

Ja.

Ein Einbürgerungstest, den die meisten Deutschen auch nicht bestehen würden, macht aber wenig Sinn.

Es liegt mir fern, Ihre Meinung zu kommentieren. Ich möchte lediglich anregen über folgendes nachzudenken:
1. Der Test ist lediglich das Ende bzw. der Nachweis, dass ein Migrant Deutsch lernte und/ sowie/oder sich mit seinen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten auseinandersetzte. Gemeinhin ist davon auszugehen, dass diesen Nachweis ein "Deutscher" mit seinem Schulabschluss erbringt.

Übrigens: In Norwegen und Schweden, von dort kommt auch die Idee zur Umsetzung, sieht man die Maßnahmen als geeignet an. Sie erwähnen in Ihrem Kommentar zu den Vorgängen in Norwegen, dass sie die norwegische Gesellschaft als eine friedliche, tolerante und weltoffene Gesellschaft ansehen. Und auch Gremien aus Wissenschaft, Kultur und Religion rieten der deutschen Legislative bzw. dem Innenministerium hier die Gesetzesinitiative zu ergreifen und die nun erfolgten "Integrationsmaßnahmen" zu beschließen und umzusetzen.

Dazu sei angemerkt: Wie wollen Sie einen Menschen, der hier nach Deutschland migrierte denn sonst dazu bringen, dass er Sprache und Rechte/ Pflichten erlernt, wenn nicht an Hand einer klaren gesetzlichen Grundlage? Doch ganz sicher nicht aufgrund eines Entscheides aus Ihren persönlichen Erwägungen heraus, denn das wäre Willkühr. Gut: Sie könnten den Menschen bitten, aber was wenn er der Bitte nicht Folge leistet?

Ich bitte Sie aufrichtig und eindringlich, sich von der Vorstellung zu verabschieden Deutschnachweis und staatsbürgerlicher Unterricht, der in diesem Test mündet, als Maßnahmen GEGEN Migranten anzusehen.

Es sind Maßnahmen FÜR Migranten. Bitte versuchen Sie doch auch einmal die ungeheure Chance zu erfassen, die sich dem Migrant innerhalb dieses Maßnahmepakets, was zu Recht auch eine ganz schöe Stange Geld kostet, eröffnet, dass er nicht allein gelassen wird, sondern "abgeholt" und "vorbereitet" wird, Wenngleich das nur das Rüstzeug für einen Start ist, und auch nur sein kann, wenngleich wir weitere Integrationsmechanismen benötigen.

Und erlauben Sie doch bitte einmal die Frage, warum die NGO`s die in der Integrationsarbeit vor den Anlaufen der neuen Integrationsmaßnahmen tätig waren und dafür auch eine ordentliche Menge Geld bekamen, nicht mehr erreichten, ja teilweise schlichtweg scheiterten? Und erlauben Sie doch bitte die Frage, warum ist das bisher so wenig thematisiert worden, warum nutzen wir eine Analyse darüber nicht, um aus Fehlern zu lernen?

Bei diesen Fragen schwingt keine Polemik mit und auch kein Urteil a la`"die können ja nichts". Ganz sicher nicht, es geht lediglich darum die Momente in denen sie scheiterten mal zu thematisieren und Schlüsse zu ziehen, sofern bzgl. der neuen Integrationsmaßnahmen (noch) nicht geschehen.

Auch gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft spricht in meinen Augen nichts.

Ich möchte Ihnen Recht geben, bei dem Menschen, der hier her einwandert. Bei seinen Kindern möchte ich Verständnis aufbringen, auch wenn es mir hier schon schwer fällt. Aber wenn der Enkel des Einwanderers immer noch darauf besteht zwei Pässe haben zu müssen, und sich nicht klar zu seinem Heimatland Deutschland bekennt, ja nicht bekennen kann in dem es seinen Pass alleinig hat, dann ist doch bitte etwas falsch gelaufen! Dann braucht der Enkel auch keinen deutschen Pass, lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung.

Und bitte: Das bezieht sich nicht auf die Kultur, nicht darauf welche Fußballnationalmannschaft angefeuert wird, nicht darauf nach welcher Küche gekocht wird und auch nicht darauf, dass sich der Enkel zu den Wurzeln der Großeltern bekennen kann.

Damit zeigt sie zumindest, dass sie sich selbst in die deutsche Politikerriege problemlos integriert - das macht nämlich jeder so.

Machen Sie es sich mit dieser doch recht flapsigen und saloppen Äußerung nicht etwas zu einfach?

Verfasst von Samiel am 26. Juli 2011 - 12:07.

Steuern ?

Seit wann zahlen Dönerbuden Steuern ?

Seit wann zahlen Dönerbuden Steuern ?

Verfasst von Médum Huk am 25. Juli 2011 - 23:10.

Keine Kopftuchpflicht während christlicher Gottesdienste

Wir von der DGeV (Deutsche Gender Vereinigung) fordern endlich die Quote für...

Wir von der DGeV (Deutsche Gender Vereinigung) fordern endlich die Quote für Migrantinnen in Führungspositionen!
Um einer sprachlichen Diskriminierung dieser Frauen vorzubeugen, fordern wir ausdrücklich, dass zumindest DAX-notierte Unternehmen verpflichtet werden, für eine ausreichend große Anzahl Dolmetscher/innen zu sorgen.

Weiter fordern wir, dass Ärzte im Rahmen ihrer Ausbildung neben Latein auch Türkisch lernen müssen. Auch die Polizei, Straßenbahnschaffner und Beamte müssen, falls nicht ohnehin türkischstämmig, der türkischen Sprache mächtig sein.

Außerdem fordern wir selbstverständlich in tiefer Solidarität mit unseren christlichen Mitfrauen, dass diese bei der Teilnahme an christlichen Gottesdiensten nicht der Kopftuch- oder gar Burkapflicht unterliegen.

Médum Huk, Intelligenzbeauftragte der Deutschen Gender Vereinigung.

Verfasst von Ein anderer Gast am 3. August 2011 - 17:48.

Médum Huk schrieb:Wir von der

Médum Huk schrieb:Wir von der DGeV (Deutsche Gender Vereinigung) fordern...

Médum Huk schrieb:
Wir von der DGeV (Deutsche Gender Vereinigung) fordern endlich die Quote für Migrantinnen in Führungspositionen!

...

Médum Huk, Intelligenzbeauftragte der Deutschen Gender Vereinigung.

Als Satire ist Ihr Kommentar sehr brauchbar.

Verfasst von Ottokar der Deutsche am 30. Juli 2011 - 9:45.

Schwierige Aufgaben

Verehrte Frau Huk, selbstverständlich sind Ihre Forderungen berechtigt und...

Verehrte Frau Huk, selbstverständlich sind Ihre Forderungen berechtigt und müssen durchgesetzt werden. Auch wenn ich bloß ein verwitweter Rentner bin, will ich Ihnen gerne helfen. Deswegen habe ich am Mittwoch während der Vesper meiner Banknachbarin den Hut vom Kopf  genommen, mit der gehörigen Erklärung natürlich. Aber sie hat mir eine geknallt und gemeint, in der Bibel stehe geschrieben, die Frau solle mit bedecktem Kopf beten, und sie sei in der Kirche, um zu beten. Das haben natürlich alle in der Kirche mitgekriegt und die Pfarrerin, die selber unbedeckt war, ist darüber rot geworden und hat die Leute nach Hause geschickt. Was ist da zu machen?

Verfasst von Médum Huk am 1. August 2011 - 0:24.
Kommentar auf: Schwierige Aufgaben

Pscl und Humor ist wenn Mann trotzdem lacht

Sehr geehrter Ottokar der Deutsche, Die DeGV lehnt prinzipiell die Gewalt von...

Sehr geehrter Ottokar der Deutsche,
Die DeGV lehnt prinzipiell die Gewalt von Frauen an Männern ab. Allerdings gehört es sich auch nicht, einer Dame einfach die Kopfbedeckung wegzunehmen, tun Sie das also bitte nie wieder!
Wenden Sie sich ggf. an den Männerbeauftragten der DEK oder halten Sie die andere Wange auch hin.

Natürlich freuen wir uns, dass Sie uns unterstützen.

MFG
Medum Huk, Intelligenzbeauftragte der Deutschen Gendervereinigung.

Verfasst von Ingo1971 am 25. Juli 2011 - 15:21.

Sie ist die zweite

Sie ist die zweite türkischstämmige Ministerin in Deutschland. Ihre...

Sie ist die zweite türkischstämmige Ministerin in Deutschland. Ihre ersten Vorschläge im Amt: Doppelte Staatsbürgerschaft und keine Einbürgerungstests mehr.

Und wozu brauchts dann eine(n) Integrations-Minister(in)?

So wie ich die mentalität der neuen Regierung einschätze bin ich mir fast sicher die gute Frau hat länger in der Türkei gelebt als in Ba-Wü. 

 

“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer

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