Präses Schneider: Rücktritt von Wulff wäre Verlust

Bundespräsident Christian Wulff

Bundespräsident Christian Wulff. Foto: dpa/Hannibal

Kreditkrise - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, würde einen Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff bedauern.

"Ich würde es als einen Verlust empfinden, wenn er von seinem Amt zurücktreten würde", sagte Schneider. Auch der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode würde sich nach eigenen Worten mit einem Rücktritt Wulffs schwertun.

Präses Schneider sagte der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe), Wulff habe aus seiner Sicht zunehmend gut ins Amt gefunden: "In persönlichen Begegnungen habe ich ihn als sehr überzeugend empfunden." Wulffs persönliche Erklärung vom Donnerstag nannte Schneider einen guten Schritt. Der Bundespräsident hatte sich für seinen Umgang mit der Kreditaffäre entschuldigt und angekündigt, sein Amt fortführen zu wollen.

Zur Nähe von Politikern zu Unternehmern sagte der EKD-Ratsvorsitzende: "Menschen in politischen Ämtern müssen frei bleiben, ihren Freundeskreis selbst zu wählen und zu pflegen." Dennoch dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass private Freundschaften mit Wirtschaftsleuten zu Klüngel und Vorteilsnahme führen.

Der Osnabrücker Bischof Bode sagte am Samstag im Deutschlandradio Kultur, in der Öffentlichkeit werde heute ein hoher Anspruch von Glaubwürdigkeit gestellt. "Das kann aber auch manchmal so überdreht werden, als wenn ein Mensch nicht auch Fehler haben dürfte, auch wenn er in einem hohen Amt ist", warnte er. "Mit Schlagworten und mit Vorverurteilung und schnellen Schüssen ist da nicht viel getan", sagte Bode.

epd

Kommentare

Verfasst von ernstwalter am 5. Januar 2012 - 17:16.

Präsident des Volkes?

Der Bundespräsident. Wie lange müssen wir uns das noch ansehen? Die...

Der Bundespräsident.
Wie lange müssen wir uns das noch ansehen? Die entscheidende Frage ist, brauchen wir einen Bundespräsidenten?
Ein Präsident der der sein Land lächerlich macht, macht sich überflüssig.
Wir sollten über die Notwendigkeit dieses Amtes neu nachdenken.
Walter Wasilewski

So gefragt
Präsentiert Herr Wulff unser Land so wie es wirklich ist?
Oder präsentiert er unsere Politiker wie sie wirklich sind?
Deutschland wird immer ärmer.
Walter Wasilewski
 

Verfasst von Gast am 5. Januar 2012 - 0:06.

Was geht Herrn Schneider das

Was geht Herrn Schneider das an?

Was geht Herrn Schneider das an?

Verfasst von ernstwalter am 28. Dezember 2011 - 16:47.

Das Oberhaupt

Ein altes Thema.Hier der Auszug aus Kybers Tiergeschichten.: Manfred Kyber Der...

Ein altes Thema.Hier der Auszug aus Kybers Tiergeschichten.:

Manfred Kyber
Der Oberaffe

Indiens Morgenhimmel blaute über Indiens Gefilden und tauchte alle Wunder des Daseins in das Licht des jungen Tages unter Brahmas Sonnensegen.
„Sehr weise und sehr lichtvoll ist diese Welt«, sagte der Elefant Nalagiri Lappenhaut, erhob sich vom Schlaf und stellte sich auf seine Säulenbeine, um nachzudenken, das breite Haupt nach Osten gewendet, denn er war voller Erfahrung, und seine Seele war stille und klar wie Indiens Morgenhimmel.
Um ihn herum aber war es nicht stille. Im Geäst der Bäume regte sich vielfältig ein Gewimmel von Köpfen, Beinen, Händen und Schwänzen. Eine Affenversammlung wählte ihren Oberaffen. Wo sich Affen versammeln, wählen sie immer einen Oberaffen, sonst gäbe es kein richtiges Affentheater, und das wollen die Affen überall haben, in Indien und in der ganzen Welt, wo es nur immer richtige Affen gibt — und es gibt sehr viele. Zum Oberaffen wird immer der Affe gewählt, der das größte Maul und das stärkste Gebiß hat, und eine solche Wahl ist, wie alle Wahlen in der ganzen Welt, wo Affen wohnen, ein Ereignis mit sehr lebhaften Begleiterscheinungen. Zuerst erhebt sich ein entsetzliches Geschnatter, so daß keiner mehr verstehen kann, was der andere sagt, denn das ist bei der Wahl auch gar nicht nötig. Dann fangen sie an sich zu beißen, zu prügeln und zu Knäueln zu ballen, bis sich Knäuel um Knäuel löst und aus dem letzten Knäuel, der sich aus allen Knäueln herausgebissen hat, der also gewählte Oberaffe aufsteigt.
So war es auch dieses Mal, und der Oberaffe des jungen Tages hieß Krakelius Kreckeckeck. Er setzte sich auf die allerhöchste Baumspitze und fletschte die Zähne, wobei er vielfache Falten auf der Nase bekam, was einen überaus unverbindlichen Eindruck machte. Dafür war er der Oberaffe. „Sehr geräuschvoll sind viele Geschöpfe dieser Erde“, sagte der Elefant Nalagiri Lappenhaut, schloß peinvoll und ergeben die großen Ohren und wechselte die Stellung seiner Säulenbeine, um nachzudenken, das breite Haupt nach Osten gewendet. „Ich übernehme jetzt die Regierung“, sagte Krakelius Kreckeckeck und fletschte nochmals die Zähne. "Eine Regierung besteht darin, daß sie anderen Beschränkungen auferlegt, vor allem also.. .“
„Wir wollen keine Beschränkungen, wir wollen Freiheit!" brüllten die Affen.
„Maul halten!“ sagte Krakelius Kreckeckeck, „es gibt keine Freiheit für Affen und auch nicht für eine richtige Affenregierung. Es muß alles beschränkt sein. Ihr müßt beschränkt werden, und ich bin schon beschränkt, weil ich amtlich beschränkt bin. Dafür bin ich der Oberaffe!“ Großes Geschnatter.
„Vor allem brauchen die kleinen Affen nicht immer in den Mutterarmen herumzuliegen und verhätschelt zu werden. Das verzärtelt das kommende Geschlecht; wir aber brauchen standhafte und mutige Affen, wie ich einer bin. Was weißt du denn von Kindererziehung?“ grinsten die Affenmütter, „wir lassen uns unsere süßen Kleinen nicht nehmen.“
„Ich weiß sehr viel von

Verfasst von Gast am 27. Dezember 2011 - 14:06.

Frevelhaft

Wulff hat nicht nur einen "Privatkredit" in Anspruch genommen sondern noch...

Wulff hat nicht nur einen "Privatkredit" in Anspruch genommen sondern noch zusätzlich einen "Billigkredit von einer Bank" erhalten. Da haut`s doch dem Fass den Boden raus.

Der große Bundespräsident Wulff bekommt einen Billigkredit von einer "Bank" und jeder einzelne Häuslesbauer der Bundesrepublik Deutschland schaut dumm aus der Wäsche und zahlt Monat für Monat die banküblichen Zinsen.

Das ist nicht nur unverschämt sondern richtig dreist und frech gegenüber jedem einzelnen deutschen Bürger. Ich meine die Bank & Wulff.

"Dreist“ zu sein, wird normalerweise oft im Rang tiefer Stehenden vorgeworfen, die sich das Gleiche heraus nehmen, was man selber selbstverständlich tut. In diesem Fall ist es grad andersherum! Der Höherstehende Wulff ist kühn, keck und unverfroren.

Dass der Ratsvorsitzende Schneider noch wohlwollende Worte für ihn findet, ist ja kaum zu glauben.

Verfasst von Differenzieren bitte am 6. Januar 2012 - 22:27.
Kommentar auf: Frevelhaft

Kann man so sehen und so sehen

Die Sache ist ein gutes Stück weit aufgebauscht. Wenn ich die Untertöne im...

Die Sache ist ein gutes Stück weit aufgebauscht.

Wenn ich die Untertöne im Interview richtig verstanden habe, war der Zinssatz des Privatkredits der Wulffschen Freundin für sie höher als marktüblich, damit hat sie profitiert, und er musste etwas weniger zahlen. Das war doch eine klassische Win-Win-Situation unter Freunden. Nur kein Neid, wer nicht solche Freunde hat... (Muss man das Geld immer Banken geben?)

Wenn ich mir die Rolle der Medien anschaue, dann bekleckert die sich auch nicht gerade mit Ruhm. Man sucht sich halt Säue, die man durchs Dorf treiben kann, ohne jede Rücksicht darauf, ob damit Ämter oder Personen beschädigt werden. Und wenn man keine Verfehlungen findet, dann erfindet man eben welche.

Der letzte Bundespräsident etwa hatte die Entwiclung von Afrika als klaren Schwerpunkt und versuchte, Deutschland entsprechend zu bewegen, und er hatte ein klares Profil, was Banken- und Entwiclungspolitik angeht. Die entsprechenden Reden waren wegweisend. Nachdem ein deutsches Leitmedium ihm trotzdem Unfähigkeit bescheinigt hatten und zu viele auf diesen Schwachsinn aufgesprungen waren, besaß er die Geradlinigkeit und Sensibilität zum Entschluss, sich und dem Amt dieses nicht zumuten zu müssen. Man hätte ihn bis zum Ende der Amtszeit (völlig zu unrecht) medial vor sich her getrieben und geschlachtet.

Der gegenwärtige Präsident ist aus einem anderen Holz geschnitzt und traut sich zu, die Medienkampagnen auszusitzen. Ich glaube nicht, dass die Treibjagd an nennenswerter Intensität verlieren wird. Dem Amt wird es nur schaden. Dass Wulff nicht unbedingt geschickt gehandelt hat, dass er von Transparenz spricht und bis dahin mustergültig intransparent war: Geschenkt. "Die" Medien hätten schon was gefunden, wenn er da geradliniger geblieben wäre.

Ob er zurücktritt oder nicht: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Treibjagd beginnt, bei ihm oder seinem Nachfolger...

Verfasst von Gast am 27. Dezember 2011 - 0:30.

Falsche Idee

Als junger wilder der CDU hat Wulff damals den Rücktritt von Johannes Rau nach...

Als junger wilder der CDU hat Wulff damals den Rücktritt von Johannes Rau nach der Flugaffäre gefordert. Er wollte eine glaubhaften und integren Mann der Deutschland in einer schwierigen Zeit vorstehen kann.
Jetzt soll er bitte den gleichen Maßstab bei sich anlegen und den Weg frei machen für jemanden der unbelastet ist. Deutschland braucht eine Stimme die glaubwürdig die Politiker, die Unternehmer und Reichen ermahen kann. Wulff war das nie und kann das auch nie mehr sein. Er sollte den Weg frei machen, am Besten für jemanden der nicht aus Politik oder Wirtschaft kommt.

Verfasst von Ottokar am 26. Dezember 2011 - 21:36.

Was mit Köhler nicht gelungen,

gelingt vielleicht mit Wulff. Oder: Wie legt man den Bundespräsidenten an...

gelingt vielleicht mit Wulff.

Oder: Wie legt man den Bundespräsidenten an die Leine.

Verfasst von ernstwalter am 26. Dezember 2011 - 16:58.

Rücktritt?

Mal so gesehen.Warum soll erzurücktreten? Einst zu Zeiten Adenauers, ich...

Mal so gesehen.Warum soll erzurücktreten? Einst zu Zeiten Adenauers, ich war noch jung. Dagte ein älterer  Kollege:Was haben die Leute gegen Adenauer? er hat täglich mit anderen Staatsmännern zu tun. Er muss noch raffinierter noch verschlagener sein sonst ist er fehl am Platz. USA, England, Russland und... buttern ihn sonst unter...Politik ist nichts  für brave "Kinder". Walter Wasilewski

 

Verfasst von WeißeWucherblume am 26. Dezember 2011 - 16:38.

Entschuldigung und Reue

Der Herr Bundespräsident hat sich seinen Wahlkampf in Hannover von einem Freund...

Der Herr Bundespräsident hat sich seinen Wahlkampf in Hannover von einem Freund sponsern lassen, der nachweislich Menschen in großem Stil um ihr Vermögen und ihre Alterssicherung gebracht hat. Und jetzt meint er, er kommt mit einer Entschuldigung davon? Ich habe mal versucht zu rechnen. Danach machen die Vorteile durch Anzeigenfinanzierung, Hauskredit und Urlaube mehr aus, als mir in zehn Jahren an Einkommen zur Verfügung stand. Also, wenn der Herr Präses Dr.Schneider Verständnis für Kleine Leute hat, dann hätte er diesen Punkt auch ansprechen müssen und einen Ausgleich anraten, also tätige Reue. Sonst versteht er nichts von kleinen Leuten.

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