Rechte Aktionen gegen Islam - doch Duisburg stellt sich quer

Missbrauch der Religion

Mit einem Transparent steht eine Sympathisantin der rechtsgerichteten Bürgerbewegung "Pro NRW" in Duisburg bei einer Kundgebung gegen den Islam. Foto: dpa / Franz-Peter Tschauner

Demonstrationen - Antimuslimische Aktionen unter Beteiligung der NPD haben am Sonntag in Duisburg mehrere tausend Gegendemonstrationen auf den Plan gerufen. Die Polizei war im Großeinsatz.

Knapp 6.000 Menschen haben am Sonntag in Duisburg gegen Anti-Islam-Demonstrationen der rechtspopulistischen Gruppierung "Pro NRW" und der NPD protestiert. Auf Zugwegen der rechten Demonstranten kam es zu zwei Sitzblockaden von Gegnern, die von der Polizei aufgelöst wurden. Die Aktionen verliefen laut Polizei friedlich. Rund 350 Menschen seien zu den Kundgebungen der Rechten gekommen. Die Veranstalter hatten zuvor 1.400 angekündigt.

Insgesamt gab es 14 Demonstrationszüge im Stadtgebiet. Mehr als 3.000 Polizeibeamte verhinderten ein Zusammentreffen rechter Demonstranten mit den Teilnehmern der Gegenveranstaltungen. Die Einsatzkräfte der Polizei hatten die Straßen im Umfeld der Merkez-Moschee im Stadtteil Marxloh großräumig für den Autoverkehr gesperrt.

SPD-Spitze dabei

Die größte Gegenveranstaltung war nach Auskunft der Polizei die vom Deutschen Gewerkschaftsbund angemeldete Protestdemonstration mit dem Titel "Wir sind Duisburg", an der sich rund 4.000 Menschen beteiligten. Die Demonstranten zogen von Duisburg-Hamborn aus nach Marxloh. Dort fand eine gut einstündige Kundgebung statt, an der auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, die nordrhein-westfälische SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft, die nordrhein-westfälische Grünen-Fraktionsvorsitzende Sylvia Löhrmann und der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) teilnahmen. Vom Minarett der Moschee und den Türmen der beiden christlichen Kirchen in Marxloh wehte jeweils ein großes Banner mit dem Schriftzug "Hand in Hand gegen Rassismus".

Auf der Kundgebung "Marxloh stellt sich quer" direkt vor der Moschee sprachen unter anderem der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und der evangelische Superintendent Armin Schneider. Der Theologe verurteilte die Hetze der Rechtsextremisten gegen die Moschee und den Islam als Provokation. Duisburg sei eine "multireligiöse Stadt mit langer Tradition". Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen wiesen die Positionen der rechtsextremistischen Gruppen als mit dem christlichen Glauben unvereinbar zurück. Auch Vertreter des Zentralrats der Muslime in Deutschland waren nach Duisburg gekommen. Einer seiner Sprecher erklärte auf der Abschlusskundgebung: "Rassisten sind eine Gefahr - nicht Muslime."

Das ganze Wochenende

Bereits am Freitag und Samstag hatten in mehreren Ruhrgebietsstädten Demonstrationen gegen Ausländerfeindlichkeit und für Solidarität mit Muslimen stattgefunden. An den sogenannten Mahnwachen von "Pro NRW" hatten vor Moscheen nach Polizeiangaben etwa 30 bis 40 Menschen teilgenommen. Die Gegenveranstaltungen wurden den Angaben nach von etwa 2.000 Menschen besucht.

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Verfasst von Gast am 29. März 2010 - 8:15.

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