Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Henryk M. Broder

Henryk M. Broder gibt Thilo Sarrazin zum Stand der Integration in Deutschland Recht. Foto: dpa

Kommentar - Kurt Tucholsky hat vor genau 90 Jahren in einem Beitrag für das Berliner Tagblatt ("Was darf die Satire!?") den Satz geschrieben: "Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel."

Von Henryk M. Broder

Inzwischen ist es noch schlimmer. Wenn einer bei uns das Kind beim Namen nennt, dann schreit halb Deutschland: Stopft ihm das Maul! Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (noch immer SPD) ist dafür bekannt, dass er Klartext redet, keine Rücksicht auf Freund und Feind nimmt und gerne aneckt. So hat er zum Beispiel vor einiger Zeit behauptet, ein Sozialhilfeempfänger könne sehr wohl von etwa vier Euro am Tag leben, wenn er sich beim Einkaufen Mühe geben würde. Der Sturm der Entrüstung, den er damit auslöste, ging quer durch die Parteien und die Medien. Sarrazin blieb bei seiner Feststellung.

Nun steht der störrische Sozialdemokrat, inzwischen Vorstand bei der Bundesbank, wieder im Fokus einer Kritik, die sich nicht an der Wirklichkeit orientiert, sondern den Regeln der "political correctness" entspringt. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, sagte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Sarrazins Menschenverachtung ist untragbar." Sarrazin müsse von seinem Job als Vorstand bei der Bundesbank zurücktreten, er sei eine Gefahr für die "Substanz" der Institution.

Bundesbank-Präsident Weber riet seinem Kollegen, er solle "in sich gehen und sich selbst prüfen"; SPD-Politiker fordern ein Parteiordnungsverfahren mit dem Ziel des Parteiausschlusses, das Berliner Landeskriminalamt prüft, ob gegen Sarrazin ein Verfahren wegen "Volksverhetzung" eingeleitet werden soll.

Was hat der Mann verbrochen? Er hat der Zeitschrift "Lettre International" ein Interview gegeben, in dem er sich zu der politischen und sozialen Lage in Berlin äußert und dabei, wie es seine Art ist, kein Blatt vor den Mund nimmt. Sarrazin sagte unter anderem:

- "Berlin ist belastet von zwei Komponenten: der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlampfaktor. Es gibt auch das Problem, dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. Hier werden Trends verstärkt sichtbar, die ganz Deutschland belasten …"
- "Je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung des Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun ..."
- "Ich muss niemand anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert ..."
- "Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: weg von Geldleistungen vor allem bei der Unterschicht …"
- "Der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky erzählt von einer Araberfrau, die ihr sechstes Kind bekommt, weil sie durch Hartz IV dadurch Anspruch auf eine größere Wohnung hat ..."
- "Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen …"

Wer ab und zu einen der Berliner "sozialen Brennpunkte" besucht, deren Einwohner vor allem von "Transferleistungen" leben, weiß, dass Sarrazin die Wirklichkeit so beschreibt, wie sie ist und nicht, wie sie seit vielen Jahren dargestellt wird - eine multikulturelle Idylle mit kleinen Schönheitsfehlern, die durch sozialtherapeutische Maßnahmen behoben werden kann. Rund um die so genannte Armut, die aus einer Mischung von innerer Verwahrlosung und äußerer Fürsorge resultiert, hat sich eine Armutsindustrie gebildet, die davon lebt, dass die Armen auf ihre Hilfe angewiesen bleiben. Sarrazin hat Recht, man könnte ihm allenfalls vorwerfen, dass er in seiner Analyse nicht weit genug geht: Es ist der Sozialstaat, der mit den Problemen nicht fertig wird, die er selbst geschaffen hat.

Wie in den meisten Fällen, in denen eine Situation so verfahren ist, dass ihre Fortsetzung als das kleinere aller möglichen Übel erscheint, wird auch diesmal der Botschafter für die Überbringung der Botschaft bestraft. Der Kaiser ist nackt, alle wissen es. Dass er weiter durch die Gegend reiten kann, hat er seinen Untertanen zu verdanken, die ihre Kleider ebenfalls an der Garderobe zur "political correctness" abgegeben haben.

Kommentare

Verfasst von Gast am 17. November 2009 - 10:25.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Herr Broder, ich kenne sie als streitbaren aber immer halbwegs ehrlichen...

Herr Broder, ich kenne sie als streitbaren aber immer halbwegs ehrlichen Menschen. Warum lassen sie zentrale - vor Rassismus nur so triefende - Aussagen Herrn Sarrazins einfach unter den Tisch fallen? Das sie gern mit dem "Sozialstaat" abrechnen und dafür einige Aussagen Herrn Sarrazins wunderbar benutzen können ist ja schön ich traue ihnen aber druchaus zu das auch selbst geschafft zu haben. Drum versteh ich ja auch nicht warum sie einen "Leistungsträger" der deutschen Elite verteidigen der in einem Interview sein grauslich biologistisches Weltbild hinausposaunt?
Beispiele gefällig (auch wenn ich mit 100% sicher bin das sie diese kennen):
"Man muss davon ausgehen, dass menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich. Der Weg, den wir gehen, führt dazu, dass der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demographischen Gründen kontinuierlich fällt."
oder
"Auch Einzelhandel und Banken waren großenteils in jüdischem Besitz. Das alles gab es nicht mehr, und das war gleichbedeutend mit einem gewaltigen geistigen Aderlass. Die Vernichtung und Vertreibung der Juden aus dem deutschsprachigen Raum insgesamt betraf zu sechzig bis siebzig Prozent Berlin und Wien. Dazu kam der Weggang des klassischen leistungsorientierten Bürgertums. Hermann Josef Abs"
Ahh, wir lernen, die vernichtung der Juden und Jüdinnen war ... richtig: schlecht fürs geistige Erbe! Pff Menschenverachtung ist da noch ziemlich nett!
Aber nein, Herr Sarrazin kennt sich auch mit dem durchschnitts IQ der div. "Völker" aus:
"Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung"

Eine echte Erleuchtung der Herr Sarrazin, der nennt die Dinge eben noch beim Namen gel? Die deutsche Elite ist mindestens so verkommen wie die Unterschichtsfamilien in Berlin, ob daran auch die Transferleistungen schuld sind?

Verfasst von systemix am 10. Oktober 2009 - 22:27.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Es tut mir leid, aber ich kann es nicht gutheißen, wenn jemand wie Herr...

Es tut mir leid, aber ich kann es nicht gutheißen, wenn jemand wie Herr Broder, der sonst seine Öffentlichkeitsarbeit bei  PI wahrnimmt, hier als Schirmherr auftritt. Unter diesen Schirm werde ich mich nicht stellen. Von mir aus lasse ich mich gern als "Gutmenschen" beschimpfen. Solche Anwürfe sind psychologisch nur mit dem  Renegatensyndrom zu erklären. Da wechselt jemand die Seiten, ähnlich wie Bernd Rabehl, oder Horst Mahler und geriert sich als Fanatiker der neuen Rechten. Der Herr Broder hat genug Foren, wo er seine in bedenklicher Nähe zum § 130 StGB liegenden Thesen loswerden kann und dafür auch noch Applaus bekommt.

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 17:41.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Danke Herr Broder und natürlich Danke Herr Sarrazin. Wenn wir einmal...

Danke Herr Broder und natürlich Danke Herr Sarrazin. Wenn wir einmal tatsächlich unser lästiges "Gutmenschentum" beiseite lassen und die Probleme betrachten, die genannt wurden, könnte es endlich auch eine offene Diskussion um mögliche Lösungsansätze geben. Es ist unerträglich, dass Menschen wie Herr Sarrazin, nur weil sie Fakten beim Namen nennen, in Deutschland in die rechtsradikale Ecke gerückt und in einem Atemzug mit Hitler genannt werden.

Verfasst von Gast am 11. Oktober 2009 - 11:54.

RE: RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Vorweg: Ich finde die Äußerungen von Herrn Sarrazin unprofessionell. jeman der...

Vorweg: Ich finde die Äußerungen von Herrn Sarrazin unprofessionell. jeman der sich in der Öffentlichkeit bewegt, müsste mehr Möglichkeiten haben, sich gerne auch provokannt, aber dennoch weniger verächtlich ausdrücken zu können.
Dennoch hat er eine Diskussion angestoßen, die geführt werden muss und die zu sehr tabuisiert ist.
Ich bin selber Pädagogin, habe schon vor 30 Jahren mit Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund gearbeitet.
Es gibt keinen Grund zu Pauschalierungen, aber es muss auch möglich sein, Problemgruppen zu bennen und auch Ursachen zu benennen.
In einigen deutschen Großstädten hat eine Ghettobildung (damit sind ja nicht alle türkischen und arabischen Migranten gemeint - sondern eine bestimmte Gruppe) stattgefunden mit allen dazu gehörenden Folgen. Und die Frage ist einfach, was da genau passiert, wer für was verantwortlich ist und welche Lösungen es geben kann.

Einer der Faktoren ist, der problemverstärkend wirkt, dass es eine Tendenz gibt, die deutsche Gesellschaft abzulehen oder das westliche Leben - und das nicht nur durch Rückzug zu dokumentieren sondern teilweise auch durch aggressive Akte. Das ist auch in so beschaulichen Stadtteilen wie dem Frankfurter Nordend zu beobachten: Es gibt eine höhere Gewaltbereitschaft unter einem Teil der Jugendlichen die einen Migrationshintergrund haben. Und es gibt bei einem Teil eine andere Auffassung von Autorität, es eine andere Konfliktkultur, Auseinandersetzungen werden körperlich ausgetragen usw.
Das kann man nicht ignorieren, sondern muss passende Strategien entwickeln - auch gerade klare Grenzen ziehen neben der Förderung.

Aber es ist eben nicht nur eine Bringschuld der deutschen Gesellschaft - den Begriff 'Gutmenschentum' verstehe ich so (auch ernn ich ihn nicht mag), dass man anderen die Verantwortung abnimmt/abspricht, ihr Leben zu regeln und sie somit zu Objekten des Versorgens macht - und damit im Grunde entmündigt und zu Opfern zu erklären.

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 19:08.

RE: RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Nachdem Herr Sarrazin feststellt, dass sich die "Unterschicht", insbesondere...

Nachdem Herr Sarrazin feststellt, dass sich die "Unterschicht", insbesondere die Türken und Araber, überproportional stark vermehrt, kommt er zu folgendem Schluss:

"Man muss davon ausgehen, dass menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich. Der Weg, den wir gehen, führt dazu, dass der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demographischen Gründen kontinuierlich fällt. So kann man keine nachhaltige Gesellschaft bauen, das geht für ein, zwei, drei Generationen gut, dann nicht mehr."

Herr Sarrazin geht also davon aus, dass es Menschen gibt, die begabter geboren werden als andere. Zu den weniger begabt (intelligent?) geborenen gehören insbesondere die Türken und die Araber. Er meint, diese vielen Dummgeburten würden der Gesellschaft langfristig schaden.

Das ist ganz übles Gedankengut und nicht das Nennen von Fakten! Da wird aus einer menschenverachtenden, braunen Grundgesinnung heraus gedacht und argumentiert. Davon abgesehen, dass man sich über die Erblichkeit von Begabung und Intelligenz trefflich streiten kann, ist das Problem eben nicht der Mangel an Grundintelligenz, sondern der Mangel an Bildung. Und dieser Bildungsmangel ist übrigens auch in der deutschen "Unterschicht" zu beobachten. Ich persönlich bin wirklich erschüttert, wie sehr diese Sarrazin-Äußerungen ihren Zuspruch finden. Soziale Probleme gibt es, ich lebe selbst in Berlin und bin in Neukölln aufgewachsen, aber man macht es sich leicht, wenn man die Ursache der Probleme auf ein "Untermenschentum" zurückführt. So klingt das jedenfalls für mich.

Nun, ich bin ja auch ein Gutmensch. Vielleicht ist das ja das Problem?

Längerer Ausschnitt des Sarrazin-Artikels: Volksverhetzung?

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 20:29.

RE: RE: RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Natürlich lässt sich über verschiedenes im Sarrazin-Interview streiten, es wäre...

Natürlich lässt sich über verschiedenes im Sarrazin-Interview streiten, es wäre ja auch merkwürdig, wenn es zu allen Äußerungen eines Politikers Übereinstimmung gäbe. Aber Unterstellungen einer "braunen Grundgesinnung" oder der Heraufbeschwörung eines "Untermenschentums" können hierzulande doch nur dazu dienen, jemanden mundtot zu machen, der eine wirklich wichtige Diskussion - polemisch - wieder in Gang gebracht hat. Warum können wir uns eigentlich nicht von diesen unseligen Vergleichen einmal lösen?

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 15:40.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Hallo, als jemand, der jeden Tag mit Kindern arbeitet, die...

Hallo,
als jemand, der jeden Tag mit Kindern arbeitet, die Migrationshintergrund haben, und - zumindest etwas - Einblick in die Elternhäuser hat, möchte ich hier mit meiner Meinung zur Diskussion beitragen:
Wenn ich mich in die Menschen hineinzuversetzen suche, über die Sarrazin spricht, denke ich, dass diese Äußerungen fast zwangsläufig Rückzug von der Diskussionsbereitschaft bei den Betroffenen auslösen. Dies ist m.E. ein Paradebeispiel dafür, wie Kommunikation genau nicht laufen sollte. Wir wollen doch die Migranten, die bereit sind, sich in unserem Staat zu integrieren, nicht auch noch vergraulen, oder? In diesem Zusammenhang finde ich das immer wieder auftauchende Schlagwort "Gutmenschentum" übrigens unerträglich - damit würgt man jede Diskussion ab. Wenn in anderen Ländern fremdenfeindliche Äußerungen in den Medien gemacht werden, heißt das doch nicht, dass das besser ist - was ist denn das für ein Menschenbild? Wollen wir uns hier als Deutsche wirklich auf die gleiche Stufe stellen? Da hat unser Grundgesetz aber eigentlich mehr zu bieten - und das sollte von der Öffentlichkeit auch entsprechend offensiv vertreten werden!
Dazu gehört aber m.E. auch, dass man Mißstände benennen darf - und auch ich bin dafür, dass man den Menschen die zu uns kommen, Verantwortung überträgt: dass sie unser Grundgesetz mit z.B. Trennung von Kirche und Staat oder Gleichberechtigung von Mann und Frau anerkennen, unsere Sprache lernen usw. - und dies sollte auch durch verpflichtende Kurse gewährleistet werden, und mit persönlicher Unterschrift bezeugt werden: dann hätte man bei Verstoß dagegen auch eher eine rechtliche Handhabe.
Allerdings hapert es, wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß, oft bei der Umsetzung: z.B. kenne ich Fälle, wo Migranten keinen Sprachkurs finanziert bekommen, weil sie ja arbeiten - in mehreren schlecht bezahlten Jobs, um ihre Familie durchzubringen. Das führt dazu, dass sie nach 10 Jahren in Deutschland immer noch nicht richtig deutsch sprechen. Ich habe auch erlebt, dass Mütter Integrationskurse wieder abbrechen mussten, weil es nicht möglich war, die Beförderung von der Schule zum Nachmittagshort öffentlich zu regeln und deshalb die Mütter mittags die Kinder persönlich abholen mussten....
An der Beseitigung dieser Probleme müssten wir arbeiten, und zwar alle, die sich diesem Staat verpflichtet fühlen, gemeinsam. Solidarität ist wichtiger denn je!!!

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 11:32.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Auch wenn mir nicht verständlich ist,...

Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Auch wenn mir nicht verständlich ist, warum man eine wichtige Diskussion verschenkt, in dem man sich provozierend äußert, bedeutet christlich nicht blind.
In einigen deutschen Großstädten (vorneweg Berlin)ist es in der Tat schon so, dass es eine eher immer größer werdenden Teil neben den integrierten, sich um ihre Kinder kümmernde und arbeitenden Migranten gibt aus dem islamischen Kulturkreis stammend - die immer mehr - wenn sie es nicht schon sind - in eine Parallelgesellschaft abdriften - und dies gerade auch mit aufgrund von Transferlesitungen realisieren können.
Auf der Beschreibungsebene stimmt das für Berlin mit Sicherheit. Dieses Phänomen gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in unterschiedlichen Ausprägungen in anderen europäischen Ländern.
Über die Analyse kann man streiten.
Da gibt es Gründe bzw. Wirkungskreisläufe die von beiden Seiten befeuert werden - und die leider auf fatale Weise in einandergreifen.
Faktoren sind sowohl geringere Bildungschancen (nicht immer und überall - weiß ich aus Erfahrungen, habe als Pädagogin immer wieder ausl. Kinder- und Jugendliche betreut) wie auch Desinteresse und mangelnde Unterstützung durch die Familien, es gibt geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber auch Abschottung, es gibt Diskreminierung und zu lange Wegschauen, aber auch Ablehung der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, es gibt unterschiedliche Menschen- und Weltbilder, Orientierungen und Denkungsarten (z.B. plurale Gesellschaft versus strikte Verhaltensvorschriften und zum fundamentalen tendierende Religionsausübung) die viel zu wenig diskutiert werden.
Nur dass keine Missverständnisse aufkommen, ich meine damit nicht, dass dies immer und generell auftritt, sondern, dass es diese Verhaltensweisen/Phänomene in einer nicht unbedeutend großen Gruppe von Migranten gibt.
Diese und viele andere Faktoren greifen auf komplizierte Weise ineinander.
Leider scheint die Debatte ebenso wie die Islamkonferenz wenig Bewegung zu bringen, solange man nicht sytemisch denkt - sondern in Lagern.
Es mangelt schon an einer genauen Problembeschreibung, weil man da schnell in PC-Verdacht gerät.
Das hat Herr Sarrazin vielleicht - auf wie ich finde nicht die geschickteste Art - versucht zu durchbrechen.
Gerade auch wenn man humanitär/christlich denkt, sollten die Kinder, die in den sich immer mehr abschottenden Milieus eben genau die Chancen bekommen wie andere auch - so auf ein Leben vorbereitet zu werden, dass ihnen Berufschancen bietet - und dies ist gerade auch die Verantwortung ihrer Eltern - nicht nur der übrigen Gesellschaft.
Abgesehen davon, dass ich nicht der Meinung bin, dass ich ein guter Mensch bin und politisch korrekt, wenn ich autoritäre, antidemokratische Tendenzen toleriere.

Verfasst von Gast am 9. Oktober 2009 - 15:43.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Huch? Ich hätte gedacht, dies wäre ein christliches Portal? Wie man da die anti...

Huch? Ich hätte gedacht, dies wäre ein christliches Portal? Wie man da die anti-humanistischen Äußerungen des Herrn Sarrazin gutheißen kann bzw. jemanden zu Wort kommen lässt, der in dieses unerträgliche "richtig so!" einstimmt, ist mir ein Rätsel. Sehr schade. Auch hier wird offenbar das Prinzip der Nächstenliebe relativiert. Es sind doch nicht zuletzt auch die tiefen menschenverachtenden Einstellungen, die zu sozialen Problemen führen.

Schauen wir uns doch mal die Aussagen genauer an:

"...das Problem, dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. Hier werden Trends verstärkt sichtbar, die ganz Deutschland belasten"

In der falschen Schicht stattfindende Geburten sind also ein belastendes Problem? Oder kurz: Falsche Geburten? Au weia!

"Je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht."

Kurz: Doofe Araber und Türken f***en und gebären gut, was können wir dagegen tun?

"Die Lösung des Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr!"

Aha! Die Karnickel müssen draußen bleiben.

"Ich muss niemand anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert ..."

Schmarotzer, die nicht Leben schenken und gebären, sondern Kopftuchträger produzieren, anerkenne ich nicht.

"Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: weg von Geldleistungen vor allem bei der Unterschicht …"

Kein Geld für sozial Schwache. Aushungern?

"... einer Araberfrau, die ihr sechstes Kind bekommt, weil sie durch Hartz IV dadurch Anspruch auf eine größere Wohnung hat ..."

Schluss mit dieser zielgerichteten Vermehrung der Araber!

"Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen"

Ja, ich finde, Herr Thilo Sarrazin und auch Herr Broder sollten woanders hingehen. Entsetzlich, diese Menschenverachtung. Umso schlimmer, dass dieses Gesülze auch noch medialen Zuspruch erhält.

Verfasst von Gast am 10. Oktober 2009 - 11:29.

RE: RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Thilo Sarrazin hatte nur recht. Seine bisher öffentlich gewürdigten Gegner...

Thilo Sarrazin hatte nur recht. Seine bisher öffentlich gewürdigten Gegner haben ihn nicht widerlegen können, aber geben dafür „dümmliche Tiraden“ zum besten.
Im Kosovo, in der Türkei, im Libanon,usw. kann man viel besser "Albaner", "Türke", "Libanese" bleiben. Da braucht man keine Sprache zu lernen, sich keiner anderen Kultur und Mentalität anpassen. Wenn diese Leute aber hier herkommen um besser leben zu wollen, dann müssen sie den Preis dafür bezahlen: Sprache lernen, sich an eine andere Kultur und Mentalität anpassen, Leistung erbringen, Steuern zahlen; eben "integrieren". Dazu müssen sie - die "Ausländer" - uneingeschränkt bereit sein. Tun sie es nicht, haben sie hier nichts zu suchen. Das ist kein Verstoß gegen das biblische Gebot der "Christlichen Nächstenliebe", denn dort heißt es: "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Dort in der Bibel steht aber nicht: "Du sollst Deinen Nächsten mehr lieben als Dich selbst!"
Wie notwendig die Eigenleistung der Migranten für die Integration ist zeigt eine Studie von Prof. Meinhard Miegel(IWG)2008: Die Zahl der Migranten wuchs seit 1996 um 3,5 Millionen - und 2,9 Millionen davon waren einkommensschwach. Die Zunahme dieser Gruppe war zu drei Vierteln durch Ausländer bewirkt. Und deren Kinder stellten 82 Prozent der seit 1996 hinzugekommenen Kinder in einkommensschwachen Haushalten. Es gab eine massive Einwanderung in die deutschen Sozialsysteme:Die Arbeitslosenquote der Ausländer stieg zwischen 1986 und 2006 von 13,7 auf 23,6 Prozent, der Anteil der Niedriglohnbezieher an den ausländischen Beschäftigten verdoppelte sich seit 1995 von 20 auf 39 Prozent. 2006 war statistisch mehr als jeder dritte Ausländer arm. Drei Viertel der neuen Schwachen sind Migranten! Die Armutsprobleme sind also nicht durch Sozialleistungen zu lösen, sondern durch Bildung und Integration. So Prof. Miegel! Ein sozialpolitisch dramatischer Zustand der Gesellschaft!
Was heißt das in der Konsequenz: Die Probleme der „neuen Unterschicht“ sind durch Sozialpolitik bestenfalls zu mildern, nicht aber zu lösen. Höheres Kindergeld und andere Wohltaten könnten für Ausländer sogar den Reiz zur Einwanderung ins deutsche Sozialsystem verstärken. (Hinweis: In den Ländern des nahen und mittleren Ostens und Afrikas weiß man sehr genau Bescheid über die deutschen und europäischen Sozialhilfesätze!) Auch die viel gepriesenen Mindestlöhne helfen nicht den Migranten bei bei mangelnder Qualifikation und unzureichenden Deutschkenntnissen.
Wenn wachsende Armut im Kern ein Ausländerproblem ist, dann muss Integrationspolitik Priorität haben. Und das heißt vor allem: Bildung und Ausbildung und das mit Sanktionen. "Nächstenliebe" heißt auch "Gerechtigkeit" für alle. Für die Migranten bedeutet das: Bildung und starke Bemühung um Integration. Thilo Sarrazin: Wir haben Ihnen zu danken!

Verfasst von Gast am 9. Oktober 2009 - 11:22.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Wenn man ernsthaft, überzeugend und in verantwortungsvoller Position auf...

Wenn man ernsthaft, überzeugend und in verantwortungsvoller Position auf soziale Probleme aufmerksam machen möchte, dann bitte mit Anstand und Respekt, so wie man das als sozial lebender und handelnder Mensch gelernt hat. Die rhetorische Brillanz, die man einem gewissem selbstinszenierenden Politiker und Aufsichtsrat unterstellt, machen nicht wett, was von Selbigem an Gossen-Polemik untersten Niveaus verbreitet wird und hervorragenden Stoff für diejenigen liefert, die dadurch noch mehr provoziert und radikalisiert werden.

Brüllaffenniveau eines alten, um sich schlagenden Eckkneipengängers, der immer wieder versucht, mit Prollattitüden von seinem Altersfrust abzulenken – es ist in seinem Gesicht geschrieben.

Kleinere Provokateure mögen das unterhaltsam finden.

Verfasst von Jannis am 8. Oktober 2009 - 18:23.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Wer sich den Kommentar von Herrn Sarazzin mal in einer etwas erweiterten...

Wer sich den Kommentar von Herrn Sarazzin mal in einer etwas erweiterten Fassung durchliest, als nur diesen missverständlichen Häppchen, die durch die Medien transportiert werden (z.B. hier http://www.kanzlei-hoenig.info/volksverhetzung) erkennt, dass bei Herrn Sarrazin noch viel mehr nicht in Ordnung ist, als das Feingrfühl für Politische Korrektheit. Sarrazins Äußerungen sind nur ein bis zwei Schritte entfernt von einem Gesellschaftzsverständnis, dem eine extreme Rassentheorie zu Grunde liegt. Wie gefährlich Sarrazins Argumentation in diesem Fall ist wird klar, welchen anderen Schreihälsen er die Möglichkeit gibt, sich in seinem Fahrwasser zu äußern. Das Herr Broder das für  gut findet befremdet mich nun doch etwas.

Verfasst von Gast am 8. Oktober 2009 - 15:30.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Ja, die Probleme sind nicht nur von der Sozialpolitik gemacht. Aber sie werden...

Ja, die Probleme sind nicht nur von der Sozialpolitik gemacht. Aber sie werden auf jeden Fall dadurch konserviert.

Der massive Zuzug bildungs- und kulturferner Menschen nach Deutschland war eine der größten Fehltentwicklungen in der Bundesrepublik in den letzten 40 Jahren. Deutschlands Wohlstandsgrundlage besteht nicht aus Ölvorkommen oder anderen wichtigen Naturrohstoffen, sondern aus dem Rohstoff Bildung.

Dieser wurde aber nicht nur durch eine falsche Migrationspolitik verwässert, sondern auch
- durch Einsparungen und allgemein unterlassenen Investitionen im Bildungssektor, zu wenig junge Lehrer
- eine ab den 70ern in linken Milleus sich durchsetzende Abneigung gegen eine "Leistungs-" und "Wettbewerbsgesellschaft", folglich eine Änderung bei Lehrplänen, z.B. Abschaffung von Benimmnoten, Abschaffung von Zensuren in Klasse 3 und 4, die Aufweichung des Abiturs (wie etwa in Hamburg), was zur Folge hatte, dass die Kerndisziplinen wie Mathe, Deutsch, Englisch vernachlässigt wurden
- durch das kastratophale Experiment "Gesamtschule", bei dem, wie PISA gezeigt hat, trotz hier noch erfolgter Mittelaufstockungen nicht nur deutsche Schüler mit Abitur massiver schlecht abschnitten als auf Gymnasien, sondern noch ausländische Schüler vergleichsweise leistungsschwach waren

Gleichzeitig sind die Bildungsanforderungen in vielen Berufszweigung immer weiter gestiegen, z.B. durch neue Informationstechnologien, neue Techniken und viele Spezialisierungen, internationale Zusammenarbeit usw., gleichzeitig einem Rückgang einfacher Fließbandtätigkeiten.

Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern hat sich in den letzten 20 Jahren nie nennenswert erhöht.

In Großstädten wie Berlin ist die Lage besonders drastisch: Wenn fast 40% aller Kinder unter 15 Jahren Hartz4-Elternteile haben, darunter viele Migranten, besteht ein Teufelskreislauf aus Bildungsferne, Perspektivlosigkeit, Erziehungsversagen und materieller Armut.

Hartes Vorgehen gegen Schulschwänzer, kleinere Klassen, verpflichtende Deutschkurse, insbesondere für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund, Sanktionen gegen dauerhafte Arbeitsverweigerer, statt Kindergelt kostenfreie Kitaangebote.

Das alles sollte natürlich flankiert werden von einer Politik, die Arbeitsplätze schafft. Berlin sollte seine Standortpolitik dringend optimieren.

Verfasst von Kathy_Valiant am 8. Oktober 2009 - 13:29.

RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Gut, dass es Leute gibt wie Renate Künast, für die "...

Gut, dass es Leute gibt wie Renate Künast, für die "Menschenverachtung" eine Kategorie  ist - das ist ein Gegensatz von Nächstenliebe - und nicht nur die "Political correctness". Was würde Jesus dazu sagen, der schon warnte: Wer seinen Bruder einen Dummkopf nennt, ist wie ein Mörder?

Weder Broder noch Sarrazin gucken über den Tellerrand und geben zu, dass die Probleme von Armut und all ihren Folgen nicht von der Sozialpolitik gemacht sind. Sondern die Probleme gibt es weltweit, und wir sind keine Insel.

An diesen Problemen müssen wir arbeiten. Was ist Ihr Beitrag dazu, meine Herren??

Schlechte Beispiele vom falschen Umgang mit Sozialleistungen, von Steuerhinterziehung, Missmanagement und hohen Abfindungen etc. gibt es immer. Da muss man nüchtern analysieren, wo die größten Gefahren liegen.

Verfasst von Gast am 8. Oktober 2009 - 15:08.

RE: RE: Wegen Thilo Sarrazin: Deutschland in Aufruhr

Richtig, die Probleme sind letztlich nicht von der Sozialpolitik gemacht. Aber...

Richtig, die Probleme sind letztlich nicht von der Sozialpolitik gemacht. Aber sie werden dadurch konserviert.

Der massive Zuzug bildungs- und kulturferner Menschen nach Deutschland war eine der größten Fehltentwicklungen in der Bundesrepublik in den letzten 40 Jahren. Deutschlands Wohlstandsgrundlage besteht nicht aus Ölvorkommen oder anderen wichtigen Naturrohstoffen, sondern aus dem Rohstoff Bildung.

Dieser wurde aber nicht nur durch eine falsche Migrationspolitik verwässert, sondern auch
- durch Einsparungen und allgemein unterlassenen Investitionen im Bildungssektor, zu wenig junge Lehrer
- eine ab den 70ern in linken Milleus sich durchsetzende Abneigung gegen eine "Leistungs-" und "Wettbewerbsgesellschaft", folglich eine Änderung bei Lehrplänen, z.B. Abschaffung von Benimmnoten, Abschaffung von Zensuren in Klasse 3 und 4, die Aufweichung des Abiturs (wie etwa in Hamburg), was zur Folge hatte, dass die Kerndisziplinen wie Mathe, Deutsch, Englisch vernachlässigt wurden
- durch das kastratophale Experiment "Gesamtschule", bei dem, wie PISA gezeigt hat, trotz hier noch erfolgter Mittelaufstockungen nicht nur deutsche Schüler mit Abitur massiver schlecht abschnitten als auf Gymnasien, sondern noch ausländische Schüler vergleichsweise leistungsschwach waren

Gleichzeitig sind die Bildungsanforderungen in vielen Berufszweigung immer weiter gestiegen, z.B. durch neue Informationstechnologien, neue Techniken und viele Spezialisierungen, internationale Zusammenarbeit usw., gleichzeitig einem Rückgang einfacher Fließbandtätigkeiten.

Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern hat sich in den letzten 20 Jahren nie nennenswert erhöht.

In Großstädten wie Berlin ist die Lage besonders drastisch: Wenn fast 40% aller Kinder unter 15 Jahren Hartz4-Elternteile haben, darunter viele Migranten, besteht ein Teufelskreislauf aus Bildungsferne, Perspektivlosigkeit, Erziehungsversagen und materieller Armut.

Hartes Vorgehen gegen Schulschwänzer, kleinere Klassen, verpflichtende Deutschkurse, insbesondere für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund, Sanktionen gegen dauerhafte Arbeitsverweigerer, statt Kindergelt kostenfreie Kitaangebote.

Das alles sollte natürlich flankiert werden von einer Politik, die Arbeitsplätze schafft. Berlin sollte seine Standortpolitik dringend optimieren.

Verfasst von Gast am 8. Oktober 2009 - 13:48.

RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Danke, das habe ich inzwischen auch rausgefunden. Ich finde nur, wenn eine...

Danke, das habe ich inzwischen auch rausgefunden. Ich finde nur, wenn eine kirchliche Internetseite so eine - sagen wir mal "pointierte" - Postition darstellt, sollte sie auch klarmachen, wer das ist, der da schreibt, ohne dass die Leser erstmal googlen müssen. Ich habe nämlich erst mal gedacht, dass das irgend ein Kirchenmensch ist. Und dafür fand ich seine Meinung ziemlich schräg!

Ich bin übrigens der "Nick" lisbethsalander, der sich wundert, dass er jetzt wieder ohne Anmeldung kommentieren kann ... ???

Verfasst von Melanie (cm) am 8. Oktober 2009 - 13:59.

RE: RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Kurz zwei Antworten. Stimmt, wir hätten noch etwas über Herrn Broder...

Kurz zwei Antworten. Stimmt, wir hätten noch etwas über Herrn Broder schreiben sollen. Immerhin gibt es noch eine "Gegenposition": http://www.evangelisch.de/themen/politik/integrati...

Zum Kommentieren als Gast: Wir wollten vermeiden, dass man in der Community als Gast kommentieren kann (Verwässern der Kommunikation). Und dachten, das gelöst zu haben. Doch damit konnte man plötzlich auch nicht mehr als Gast in den Themen und im Kompass kommentieren. Schade. Jetzt ist erstmal alles wie früher.

 

Verfasst von Gast am 8. Oktober 2009 - 20:16.

RE: RE: RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Hallo, evangelisch.de - ja, dann schreibt doch was über Herrn Broder!...

Hallo, evangelisch.de - ja, dann schreibt doch was über Herrn Broder!

lisbethsalander

Verfasst von Gast am 8. Oktober 2009 - 16:26.

RE: RE: RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Zu überflüssigen Empfängern von Transferleistungen gehört auch der, der im...

Zu überflüssigen Empfängern von Transferleistungen gehört auch der, der im Alter von 63 Jahren in den Vorstand der Bundesbank wechselt und dann nach nur 2 Jahren Dienstzeit mit einer satten Pension nach Hause gehen wird ......

Verfasst von MetalFisch am 8. Oktober 2009 - 21:45.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Vielleicht kommt der Mann auch noch in die Situation das er von 4Euro Leben...

Vielleicht kommt der Mann auch noch in die Situation das er von 4Euro Leben muss.Wie heisst es schon in der Bibel:Wer sich erhöht wird erniedrigt wer sich selbst erniedrigt der wird erhöht.

Verfasst von Gast am 9. Oktober 2009 - 6:33.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: Deutschland in Aufruhr

Dies noch dazu: richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet: denn mit dem...

Dies noch dazu: richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet: denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden... viel Spaß denn, Herr Sarrazin...

Zudem ist Sarrazins Blick auf die Berliner Verhältnisse ein Blick aus vergegenwärtigter Vergangenheit, will sagen, der Mann ist nicht "auf dem Laufenden". Wie sollte er es nach einer solchen "Karriere" auch noch sein können. Die Wahrheit ist, dass die dritte Generation der orientalischen Einwanderer auch im Erscheinungsbild zu achtzig Prozent integriert ist, das Deutsche besser beherrscht als das Türkische oder Arabische und insgesamt betrachtet eine höhere Allgemeinbildung besitzt als sozial gleichgestellte Menschen aus deutschen Elternhäusern.

Andererseits: die angeführten Beispiele stelle ich als solche nicht in Abrede. Ich stelle auch nicht in Abrede, dass die Kriminalstatistik umgekehrt proportional zur Einwanderungsstatistik steht. Wie es unter uns Christen "geistig arme" Ultrakonservative gibt, die noch im neunzehnten Jahrhundert verwurzelt sind, so gibt es dieselben auch in jeder anderen Kultur. Wie es unter uns sozial verwahrloste Existenzen gibt, so gibt es sie auch in jeder anderen Kultur. Herr Sarrazin sollte sich nicht über ihre schiere Existenz empören, sondern darüber, wie es zu einer solchen hat kommen können. Das ist schließlich kein Naturgesetz, sondern unser aller gesellschaftlicher Wille gewesen - auch seiner. Wir haben die Repräsentanten gewählt, die die Richtlinien der Politik insgesamt in diese Richtung lenkten. Wir haben es gerade wieder einmal getan. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn sich das, was wir wollten, dann auch so entwickelt. Jeden anderen Standpunkt halte ich persönlich für scheinheilig.

Viele Grüße aus Berlin

Juliane B.

Verfasst von Janand am 9. Oktober 2009 - 13:25.

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Dies noch dazu: richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet: denn mit dem...

Dies noch dazu: richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet: denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden... viel Spaß denn, Herr Sarrazin...

Das gilt auch für die hier, die sich in ihrem Gutmenschentum gewaltig über jemanden wie Sarazin erheben.

 

Verfasst von Gast am 9. Oktober 2009 - 10:21.

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Wer keine Probleme hat, schafft sich welche. Das ist eine deutsche Spezialität...

Wer keine Probleme hat, schafft sich welche. Das ist eine deutsche Spezialität. Allerdings bekommt man langsam den Eindruck bei der wohlchestrierten Medienkampagne Pro Sarrazin, dass hier bestimmte Kreise vond en tatsächlichen sozialen Spannungen in der Gesellschaft ablenken wollen im Stil "Deutsche, die Ausländer fressen Euch Euer Brot weg". Insofern gibt es durchaus Verbindungen zu früheren Geschichtsepochen in Deutschland. Sarrazin und Broder kennen die Realität selbst nur von den Stammtischen der feinen Restaurants in Berlin. Ohne die Jugendlichen mit Migrantenhintergrund wäre die Stadt noch mehr vergreist und viele schmutzige Jobs blieben unerledigt. Heute freue ich mich als alteingesessener Berliner über diese frischen und oft auch manchmal etwas wortgewaltigen jungen Berliner. Sie sind unsere Zukunft, ob es Sarrazin und Broder passt oder nicht. Natürlich erfolgt auch langsam ein sozialer Aufstieg der jungen Berliner mit ausländischem Hintergrund. Vielleicht erzeugt dies auch Ängste und Neid. Eine Tatsache, die einst auch dem Antisemitismus zu seiner schaurigen Durchsetzung in Deutschland verhalf. Noch heute spürt man die Lücke der nicht mehr vorhandenen Juden in Deutschland. Wenn man durch die Sarrazins junge Migranten zum Wegzug ermuntert, wird dies erneut eine grosse Lücke erzeugen. Wer wird Sarrazin dann im Pflegeheim pflegen, wenn er wieder seine Tiraden ausstösst?

Verfasst von Gast am 26. November 2009 - 16:46.

Deutschland in Aufruhr

Was diese Herren Populisten wie Sarrazin, Broder, Buschkowsky usw. fordern ist...

Was diese Herren Populisten wie Sarrazin, Broder, Buschkowsky usw. fordern ist zwar nicht konkret, lässt sich aber leicht in konkrete Forderungen an unsere Gesellschaft weiter entwickeln.

Und dann?

Ist es wünschenswert, ein in deren Sinn verändertes Deutschland?

Wann wären es je diese "einfachen Lösungen" gewesen, die sich tatsächlich als segensreich für eine Gesellschaft erwiesen haben?

Gute gesellschaftliche Lösungsansätze sind immer komplex, weil sie vielen verschiedenen Interessen gerecht werden müssen um möglichst wenig Ungerechtigkeit hervor zu bringen. Deshalb kommen sie auch bei den Stammtischen nicht so gut an.

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