Zwei Mormonen wollen US-Präsident werden

Präsidentschaftskandidat Mitt Romney

Mitt Romney, Ex-Gouverneur von Massachusetts, verkündete am 11. April 2011 seine Kandidatur für die Präsidenschaftswahl 2012. Foto: dpa/ Tannen Maury

US-Wahl - Ein Mormone als US-Präsident? Diese Vorstellung ist gar nicht so ungewöhnlich und könnte nächstes Jahr wahr werden, denn gleich zwei Mormonen bemühen sich um das Präsidentenamt. Allmählich wird die Glaubensgemeinschaft akzeptiert.

Von Konrad Ege

Als mit John F. Kennedy 1960 erstmals ein Katholik Präsident wurde, war in den mehrheitlich protestantischen USA das Jahr der Katholiken. 2012 könnte so etwas wie das Jahr der Mormonen werden. Erstmals in der Geschichte der USA bemühen sich zwei Mormonen um das Präsidentenamt - der Republikaner Mitt Romney, Ex-Gouverneur von Massachusetts, und sein Parteikollege Jon Huntsman, Ex-Gouverneur von Utah, dem einzigen mehrheitlich mormonischen US-Bundesstaat.

Romney werden für den Vorwahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2012 gute Chancen eingeräumt. Es ist bereits sein zweiter Anlauf, 2008 unterlag er Senator John McCain bei den republikanischen Vorwahlen trotz Erfolgen in elf der 50 Bundesstaaten. Für Huntsman, Miteigentümer des gleichnamigen US-Chemieunternehmens, sind seine gegenwärtigen Reisen durch wichtige Vorwahlstaaten der erste Abstecher in die große Politik.

Wenig Aufsehen um die Religion der beiden

Die früher als Sekte betrachtete "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" wird in den USA anscheinend zunehmend akzeptiert. Das sah auch kürzlich der Pressesprecher der Mormonen, Michael Otterson, so: Es gebe Anzeichen, dass das Thema "ein Mormone als Präsidentschaftskandidat" gar nicht mehr viel Aufsehen errege. Fünf der 100 US-Senatoren sind Mormonen, obwohl die Glaubensgemeinschaft nur knapp zwei Prozent der US-Bevölkerung stellt.

Die weltweit 14 Millionen Gläubige zählende Glaubensgemeinschaft wurde 1830 in den USA gegründet. In ihren Anfangsjahrzehnten praktizierten die Mormonen Vielehe. Die mormonische Lehre basiert auf der angeblich "unvollständigen" Bibel und dem Buch Mormon. Dem "Jahrbuch Amerikanischer Kirchen" zufolge verzeichnen die Mormonen im Gegensatz zu den meisten protestantischen Kirchen Zuwachs. Für den sorgen junge Mormonen, die bis zu zwei Jahre lang missionieren - Romney und Huntsman haben das auch getan.

Beide Politiker gelten als ausgesprochen wirtschaftsfreundlich und sozial konservativ, wie es von den Mormonen erwartet wird. Huntsman hat sieben Söhne und Töchter, Romney fünf. Wegen der mormonischen Theologie stieß Romney 2008 besonders bei Evangelikalen auf Argwohn. Sie betrachteten die missionierenden Mormonen als "Konkurrenten", schrieb der Politikwissenschaftler John Green.

Politische Unterstützung der einstigen Gegner

Doch die evangelikale "Ablehnungsfront" bröckelt. Bei der Kampagne gegen die Homoehe in Kalifornien im Jahr 2008 standen Evangelikale, Katholiken und Mormonen Schulter an Schulter. Erst kürzlich warnte der evangelikale Publizist Mark DeMoss, Medienberater der baptistischen Star-Prediger Billy und Franklin Graham, vor einem automatischen "Nein" zu Romney. Bei einer Wahl gehe es um Politik und Werte, nicht um Theologie. Romney vertrete diese konservativen Familienwerte.

Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Public Policy Polling" im März sagten 20 Prozent der befragten Republikaner, sie würden nicht für einen Mormonen stimmen. Allerdings gelten die erklärten republikanischen Kandidaten im Vorwahlkampf nicht gerade als evangelikale Traumpolitiker. Bei Meinungsumfragen unter Republikanern liegt Romney vorne, Huntsman eher hinten. Viele US-Amerikaner kennen Letzteren nicht einmal.

Huntsman aber will sich anscheinend als "Mormone light" darstellen. "Ich bin ein sehr spiritueller Mensch", sagte er kürzlich im Wochenmagazin "Time", und er sei stolz auf seine "mormonischen Wurzeln". Unter seinen Vorfahren seien Betreiber von Saloons und Verkündiger - er schöpfe aus beiden Quellen. Als Gouverneur von Utah hatte Huntsman die strikten Alkoholgesetze des Bundesstaates gelockert und sich für "eingetragene Partnerschaften" für gleichgeschlechtliche Paare eingesetzt - nicht eben typisch für das Mormonentum.

epd

 

Kommentare

Verfasst von Sarah Kimball am 29. Mai 2011 - 21:25.

Vielen Dank

Ich danke Herrn Konrad Ege für diese Mitteilung. Vor allem begrüße ich den...

Ich danke Herrn Konrad Ege für diese Mitteilung. Vor allem begrüße ich den Beitrag des evangelikalen Publizisten Mark DeMoss.

Zu betonen, dass es bei einer Wahl um Politik und Werte, nicht um Theologie gehe und dass Romney diese konservativen Familienwerte vertrete ist das, wofür ich danken möchte.

Allerdings: dass die Bibel unvollständig ist, besagt die Bibel letztendlich selbst, denn sie verweist auf Bücher der Bibel, die in der Bibel fehlen:

Hier eine Auflistung an Bemerkungen, die auf fehlende Bücher hinweisen und die dazugehörige Schriftstelle
Buch der Kriege des Herrn Numeri 21:14
Das Buch des Aufrechten [Josua 10:13, 2. Samuel 1:18
Chronik Salomos 1. Könige 11:41
Geschichte des Sehers Samuel 1. Chronik 29:29
Geschichte des Sehers Gad 1. Chronik 29:29
Geschichte des Propheten Nathan 1. Chronik 29:29, 2. Chronik 9:29
Weissagung Ahijas 2. Chronik 9:29
Vision des Sehers Jedo 2. Chronik 9:29, 2. Chronik 12:15, 2. Chronik 13:22
Geschichte des Propheten Schemaja 2. Chronik 12:15
Geschichte Jehus 2. Chronik 20:34
Geschichte der Seher des Manasse 2. Chronik 33:19
Klagelied für Josiah 2. Chronik 25:25
der Brief an die Korinther des Paulus vor unserem " 1. Korinther" 1. Korinther 5:9
ein möglicher früherer Epheserbrief des Paulus Epheser 3:3
Brief des Paulus an die Kirche in Laodicäa Kolosser 4:16
Weissagung des Henoch (Zitat) Judas 1:14-15
1. Henoch "Es beeinflusste Matthäus, Lukas, Johannes, Apostelgeschichte, Römer, 1. und 2. Korinther, Epheser, Kolosser, 1. und 2. Tessaloniker, 1. Timotheus, Hebräer, 1. Johannesbrief, Judas (der ihn direkt zitiert) und Offenbarung (mit zahlreichen Bezügen)...indem es Lehren des Neuen Testamentes bezüglich der Natur des Messias, den Menschensohn, das messianische Reich, Dämonologie, die Zukunft, Auferstehung, das Jüngste Gericht, das ganze eschatologische Theater und Symbolik formte

Dazu gibt es verschiedene Bibelzusammenstellungen. Der Bibelkanon der Römischen Christen enthält weniger Teile der Bibel das die der Katholiken. Sind die Bücher der Katholiken deshalb überfrachtet oder ist die Bibel der Römischen Christen unvollständig?
Die Armenische Kirche hat außerdem noch den dritten Brief an die Korinther. Aber es fehlt dort die Offenbarung des Johannes. Wie siehts denn da mit der Vollständigkeit aus?

Verfasst von Gast am 26. Mai 2011 - 17:51.

Fit for Fun

Jedenfalls ist kein Ärger mit aufgeschlossenen Praktikantinnen zu befürchten....

Jedenfalls ist kein Ärger mit aufgeschlossenen Praktikantinnen zu befürchten. Und mit den Taliban kommen die Mormonen bestimmt auch besser klar.

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