Aygül Özkan: So wahr mir Gott helfe

Aygül Özkan

Die neue niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) bei ihrer Vereidigung am Dienstag im Landtag in Hannover. Foto: dpa / Jochen Lübke

Niedersachsen - Die erste muslimische Ministerin in Deutschland hat sich bei ihrer Vereidigung in Niedersachsen auf Gott bezogen. Die 38-jährige Aygül Özkan, die in der Landesregierung das Sozialressort übernimmt, sprach die Eidesformel "So wahr mir Gott helfe".

In einer Erklärung des Ministeriums hieß es, Özkan berufe sich als gläubige Muslimin "ausdrücklich auf den einen und einzigen Gott", der dem Judentum, dem Christentum und dem Islam gemeinsam sei. Sie habe sich bewusst für die CDU als politische Heimat entschieden, deren Werten sie sich verpflichtet fühle. Gemeinsam mit der aus Hamburg stammenden Politikerin, die türkische Wurzeln hat, wurden drei weitere Minister vereidigt. Auch sie sprachen die religiöse Formel "So wahr mir Gott helfe".

Özkan ist Nachfolgerin von Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Neben dem Sozialwesen ist sie auch für Frauen, Familie, Gesundheit und Integration verantwortlich. Die Fraktionen von CDU und FDP hatten ihrer Ernennung zuvor einstimmig zugestimmt. Özkan hatte am vergangenen Wochenende mit der Forderung nach einem Kruzifix-Verbot an staatlichen Schulen für Streit in der eigenen Partei gesorgt. Am Montag nahm sie ihre Äußerungen zurück und entschuldigte sich vor der Fraktion. Zur Amtseinführung waren zahlreiche Vertreter türkischer Zeitungen, Nachrichtenagenturen und Fernsehsender erschienen.

Wulff: Vorbild für junge Zuwanderer

Die Zuständigkeit für die Integration übernimmt die neue Ressortchefin von Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Gemeinsam mit Özkan wurden die CDU-Politiker Johanna Wanka als neue Wissenschaftsministerin, Astrid Grotelüschen als neue Landwirtschaftsministerin und Bernd Althusmann als neuer Kultusminister vereidigt. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte am Rande der Amtseinführung vor Journalisten: "Ich wünsche mir, dass sie ein Vorbild wird für junge Menschen mit Migrationshintergrund." Özkans Beispiel zeige, dass junge Zuwanderer in Deutschland alles werden könnten, wenn sie fleißig seien, sogar Ministerin. "Das ist ein positives Signal, über das sich alle Niedersachsen freuen."

Özkan könne sich über alle Themen äußern und ihre Ideen einbringen, unterstrich Wulff weiter. "Dafür haben wir sie geholt." Die Missverständnisse über ihre Äußerungen zu Kreuzen an Schulen seien allesamt ausgeräumt, betonte der Ministerpräsident. Er hob hervor, dass die Landesregierung gute Kontakte zu den Kirchen und den islamischen Gemeinden pflege: "Wir halten Religion für wichtig und freuen uns über Beiträge der Religionen für Toleranz und ein gutes Miteinander."

In Hamburg geboren

Aygül Özkan war bisher Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU in der Hansestadt. Sie wurde 1971 in Hamburg als Tochter türkischer Eltern geboren, die in den 1960er Jahren nach Deutschland eingewandert waren. 1990 legte sie in der Hansestadt das Abitur ab und studierte dort Jura mit dem Schwerpunkt Europa- und Wirtschaftsrecht. Von 1995 bis 1997 war sie Rechtsreferendarin in Niedersachsen.

Von 1999 bis 2003 arbeitete sie als Managerin bei der Deutschen Telekom AG. 2004 wechselte sie zur Tochtergesellschaft T-Mobile und 2006 zum Konzern TNT Post, bei dem sie seit 2009 als Bereichsleiterin Vertrieb in der Region Nord tätig war.2004 trat sie in die CDU ein und übernahm Aufgaben im Bereich Wirtschaft und Arbeit. In der Hamburger Bürgerschaft war sie wirtschaftspolitische Sprecherin und Fachsprecherin für Industriepolitik der CDU-Fraktion. Die neue Sozialministerin, die sich selbst nicht als strenggläubige Muslimin bezeichnet, ist seit 1993 verheiratet und Mutter eines siebenjährigen Sohnes. Als Hobbies nennt sie Tennis und Kochen für Freunde.

dpa/epd

Kommentare

Verfasst von jahreszeiten am 28. April 2010 - 12:03.

So wahr mir Gott helfe

Wir Christen sind uns doch in einem einig: es gibt nur einen Gott. Daraus folgt...

Wir Christen sind uns doch in einem einig: es gibt nur einen Gott. Daraus folgt auch, dass man nicht an "einen anderen Gott" glauben kann.

Unterschiede gibt es, was über Gott gelehrt und geglaubt wird. Aber was wissen wir schon von Gott?

Zum anderen nimmt das Grundgesetz und nehmen die meisten Länderverfassungen Bezug auf Gott. "Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott..." heißt es im Grundgesetz. Es ist schlechthin nicht vorstellbar, dass Nichtchristen sich nicht in der Verantwortung vor Gott sehen dürften.

jahreszeiten

Verfasst von Skeptiker am 28. April 2010 - 8:47.

Der Skandal liegt woanders !

Warum konzentriert sich alles auf die Äußerungen von Frau Özkan...

Warum konzentriert sich alles auf die Äußerungen von Frau Özkan zu den  Kruzifixen ?  Will man damit von ihrer eigentlich skandalösen Aussage ablenken ?

Wie allgemein bekannt , forderte sie nämlich  mehr Richter mit Migrationshintergrund  " damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu ".

Deutsche Richter sind somit für eine deutsche Juristin eine " fremde Autorität" und eine deutsche Ministerin diferenziert in ihrer Wortwahl zwischen " Wir" und den "Anderen" - herzlichen Glückwunsch Niedersachsen !

Übrigens:  Migranten, für die auch in der vierten Generation deutsche Behörden noch fremde Autoritäten sind, sollten sich fragen, ob sie sich hier  am rechten Ort  befinden. 

Verfasst von Gast am 28. April 2010 - 8:37.

Einheit der monotheistischen Religionen?

Da kommt eine Muslima und sagt Unerhörtes: Sie glaube an einen universalen Gott...

Da kommt eine Muslima und sagt Unerhörtes: Sie glaube an einen universalen Gott, der den monotheistischen Religionen gleich sei und den habe sie zur Bekräftigung und mit der Bitte um Hilfe bei der Amtsführung angerufen.

Diese Feststellung hat lutherisches Ausmaß, sie relativiert alle Vorschriften und Feststellungen, was richtig und falsch im Glauben sei. Sie stellt alle fein gesponnene Theologie der Unterschiede auf den Kopf und sagt: wir sind alle Gottes Kinder!

Es bleibt: >Liebe deinen Nächsten wie dich selbst< das ist die ganze Theologie aller drei Religionen.

Ich bin auf die Reaktion der Öffentlichkeit gespannt.

Verfasst von Gast am 27. April 2010 - 18:37.

"Eine Muslimin ist eine

"Eine Muslimin ist eine natürliche Person und deshalb auch Trägerin von...

"Eine Muslimin ist eine natürliche Person und deshalb auch Trägerin von Grundrechten."

Was soll das für ein Grundrecht sein, sich von einer Religion die Rechte als Frau beschneiden lassen zu müssen?

Verfasst von Gast am 27. April 2010 - 15:58.

Leider / zum Glück....

.... ist es so, dass der Islam und das Christen- und Judentum NICHT den selben...

.... ist es so, dass der Islam und das Christen- und Judentum NICHT den selben Gott haben.

Der Islam kennt keinen Dreieinigen Gott
Sura 5:116, 5:73-75, Koran 5:114

Für den Islam ist Jesus nichts weiter als ein Prophet
Koran 4:171

Im Islam hat Gott keinen Sohn
Koran 4:171

Ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass der Gott des Islam mit dem "Teufel" des Volksmundes identisch ist. "Allahu akbar" bedeutet NICHT, wie alle meinen, "Gott ist gross", sondern "Gott ist der grösste (.... aller Gottheiten der Kaaba)". Im Koran (Sura 4:51) ist sogar eindeutig die Rede davon, dass es andere Götter neben Allah gibt, jedoch duldet auch hier Allah als der Grösste von ihnen nicht die Anbetung der anderen Götter, gibt aber die Freiheit, sich einen Gott auszusuchen.

Verfasst von Gast am 28. April 2010 - 0:25.
Kommentar auf: Leider / zum Glück....

Anti-islamische Vorurteile

Was soll das Posting Leider / zum Glück? mit der Bhaupunt, dass Islam, Christen...

Was soll das Posting Leider / zum Glück? mit der Bhaupunt, dass Islam, Christen- und Judentum NICHT den selben Gott haben?

Gut, für den Islam ist Jesus nichts weiter als ein Prophet... Übrigens: für das Judentum nicht einmal das! Und warum soll "der Gott des Islam mit dem 'Teufel' des Volksmundes identisch" sein???? Das ist ja nun wirklich die unterste Schublade der Vorurteile!

Verfasst von Gast am 28. April 2010 - 12:26.

Broschüre gemeinsam beten der Evang. Allianz

verweise auf die Broschüre "Gmeinsam beten" der Evangelische Allianz. Die sich...

verweise auf die Broschüre "Gmeinsam beten" der Evangelische Allianz.
Die sich mit den Unterschieden auseinandersetzt.

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