Bedford-Strohm wird neuer bayerischer Landesbischof

Heinrich Bedford-Strohm

Der designierte bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: epd-bild/ Michael McKee.

Spitzenamt - Der Bamberger Theologieprofessor Heinrich Bedford-Strohm (51) wird neuer bayerischer evangelischer Landesbischof. Die Synode wählte ihn am Montag im sechsten Wahlgang. Bedford-Strohm wird Nachfolger von Johannes Friedrich (62), der in den Ruhestand tritt.

Die Amtseinführung ist für 30. Oktober in der Nürnberger Lorenzkirche vorgesehen. Bedford-Strohm setzte sich in einer hochspannenden Entscheidung am Montag in der Münchner Matthäuskirche in einer Stichwahl gegen den Personalleiter der Landeskirche, Helmut Völkel (58), durch. Er erhielt in der sechsten Runde des regelrechten Wahlmarathons 63 Stimmen, für Völkel votierten 37 Synodale. Fünf der 105 Delegierten des Kirchenparlaments enthielten sich. Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (57) war nach dem fünften Durchgang ausgeschieden.

Bedford-Strohm ist Professor für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg. Mit ihm erhält die Kirche einen Bischof, der sich gerne in den öffentlichen Diskurs einmischt und immer wieder zu Themen wie Frieden, soziale Gerechtigkeit oder Bewahrung der Schöpfung Stellung bezieht.

Der Gesellschaft ins Gewissen reden

Ein Bischof sollte der Kirche, aber auch der Gesellschaft ins Gewissen reden, sagte Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressdienst (epd). Die wichtigste Aufgabe des Bischofs sei es, etwas von der Kraft des christlichen Glaubens auszustrahlen, zu inspirieren und zu orientieren. Der 51-Jährige gilt als weltläufiger Akademiker. Geboren am 30. März 1960 in Memmingen, studierte er evangelische Theologie in Erlangen, Heidelberg und im US-amerikanischen Berkeley. Nach seinem Vikariat im baden-württembergischen Heddesheim ging er als Gastprofessor an das Union Theological Seminary nach New York.

Landesbischof Johannes Friedrich (links) gratuliert seinem designierten Nachfolger Heinrich Bedford-Strohm nach der Wahl. (Foto: dpa)

Als Mitglied der Sozialkammer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover schreibt Bedford-Strohm an grundlegenden Denkschriften mit - so etwa am "Wort zur globalen Wirtschafts- und Finanzkrise", das kurz vor Ausbrechen der Finanzkrise im Jahr 2007 erschien. Darüber hinaus hält er Vorträge im Rahmen eines seiner zahlreichen Ämter und Funktionen als theologischer Berater, Synodaler, Geschäftsführer oder Herausgeber.

Von 1989 bis 1992 war er Assistent am Heidelberger Lehrstuhl von Wolfgang Huber, dem nachmaligen EKD-Ratsvorsitzenden. Bedford-Strohm habilitierte sich 1998, dann folgten einige Jahre als Pfarrer der Stadtkirche St. Moritz in Coburg. Nach einer Vertretung an der Universität Gießen bekam er 2004 die Professur für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg. Darüber hinaus ist er Gastprofessor an der Universität von Stellenbosch in Südafrika.

Ein epd-Interview mit Heinrich Bedford-Strohm, geführt vor dem Wahltag, lesen Sie hier.

epd/evangelisch.de

 

Kommentare

Verfasst von Gast am 5. April 2011 - 18:04.

tönt fortschrittlich! ;-)

tönt fortschrittlich! ;-)

tönt fortschrittlich! ;-)

Verfasst von Erfahrungsschatz am 7. April 2011 - 7:06.

Labi

Habe lernen müssen: nicht alle mit viel Gemeindeerfahrung sind die Besten und...

Habe lernen müssen: nicht alle mit viel Gemeindeerfahrung sind die Besten und nicht alle mit wenig davon die Schlechtesten für ein Amt...

Verfasst von Gast am 4. April 2011 - 19:44.

ein überflieger

wie viele jahre gemeindedienst und entsprechende praxiserfahrung waren das noch...

wie viele jahre gemeindedienst und entsprechende praxiserfahrung waren das noch gleich??? die bayerische landessynode verstehe wer will...

Verfasst von berndbuchner am 5. April 2011 - 10:08.
Kommentar auf: von wegen Ruhestand

Amtszeit

Liebe Marie Z., eine kleine Präzisierung: Die Amtszeit des bayerischen...

Liebe Marie Z.,

eine kleine Präzisierung: Die Amtszeit des bayerischen Landesbischofs endet nach zwölf Jahren (eine Wiederwahl ist nicht möglich) oder nach Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Landesbischof Friedrich geht also die erste (und einzige) Amtszeit zu Ende.

Herzliche Grüße,

Bernd Buchner - evangelisch.de

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